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Vogt Ulrich Küffer schreibt an Solothurn

1499 Februar 2

Ulrich Küffer, Vogt auf Gösgen, an Solothurn

 

1 Gnedigen heren, min gehorsamen willige dienst und alles das ich vermag syent u+ewern

2 gnaden allzit von mir bereit zu+ovor, uff necht spa+ut by liecht, hab ich u+ewer gnaden

3 geschrifften enpfangen, und verlesen, von stund nach Kochen geschikt, und uff hutter [oder: hu+ett] vor

4 tag, abgevertigot, in der gestalt, als ob er unser liebe fro+uwen in bilgers wyse, an den

5 orten, welle besu+ochen, an den bru oder und sus zeerkunden was geschreys alda fu+ergang

6 dann den bru+oder zu obeschiken, so ich doch alles handels durch disen mocht bericht

7 werden, bedu+ocht mich zevil argwenig sin, der ist nü uff die nacht herwider komenn

8 und hat mir gesagt, daz all stund andereley geschrey und meren an die ort koment, und

9 sonderlich werd durch die vo+egt an der Art, und den vogt von Schenkenberg angetragen

10 und gesu+ocht, daz man uff beid syten still sitze, und tweder teil den andern keins wegs schedige

11 ob ioch ettwaz zugs in Kurwalchen bescheche, es sye ouch uff beid syten durch die

12 vobenempten vo+egt, by lip und gu+ot verbotten, kein ufflo+uff zemachen, noch einicherley sma+uch

13 mit worten noch werken iemant zu+oerbieten, habent mir die u+ewern zu+o Hertznach und

14 do umb gesessen, so uff gestern by mir in u ewer gnaden slöß, umb ra+ut, wie sy sich

15 halten so+ellent, gewesen sind, gelycher wyse gesagt. Es ist ouch noch niemant fro+emder

16 in den vier stetten amm Rin, und ein red, die selben vier stett syent den Bernernn, von

17 dem ro+emischen ku+enig u+ebergeben, ouch ist ein offenn red imm Friktal u+ewer gnad so+elle

18 uff dornnstag vergangen, fu+er Sur nider mit irem zeichen gezogen sin, und fu+erter willen

19 haben, mit siben hundert mannen, hinder nider zezichen, und fu+er Meli heruff in das

20 Friktal, dezhalp sy zemal unru ewig die vergangene nacht syent gewesen, und

21 habent nacht und tag in den gebirgen und den do+erffern gewachet und groß hu+oten

22 gehept und noch, und sol so+elich warnung und geschrey, uss Brugg, durch doctor

23 Thu+ering, als mir Koch gesagt hat, inen zu+okomen sin, was in dem Schintznacher

24 tal ist und do umb, flo+echnet tag und nacht, gon Aro+u und Brugg zu+o, deß gelych

25 die uß dem Friktal gon Rinfelden zu+o, diß und nit wyter ist mir diß ma+ul begegnot

26 wolt ich u+ewern gnaden unverku+endt nit lassen, und ob mir wyter begegnote, der, not

27 zewissen, so tag so nacht nit verhalten, und bedu+echt mich u ewer armen lu+eten halp

28 mer dann gu+ot und nottu+erftig sin, ob die von Zu+erich oder iemant an den orten angriffen

29 wo+eltent, das, abzestellen diser zit, und sich keins costens deßhalp beduren zelassen

30 bys man der tag einß beda uchtlich mit ra+ut, und gemeinlich, sy und ir umbsessen

31 mo+echt hoch stra+uffen, dann wo der schimpff, an den orten, angehept wirt, durch

32 wen das ioch beschicht, habent die u+ewern kein frist mer, mag ich vast wol wissen

33 und wirt nottu+erftiger werden, lu+et, in die herrschafft zelegen, zu+o denen so ietz darinne

34 sind, dann daruß zenemen, wellent gnedigen heren von intru+ewen vermerken. Geben

35 uff unser lieben fro+uwen tag ze liechtmeß in der nu enden stund nach mittag

36 anno etc. xcix°

37 u+ewer gnaden underteniger

38 U+olrich Ku+effer, v(ogt) z(u) Go+eßken

 

Vorlage:

Faksimile bei Eugen Tatarinoff, Die Beteiligung Solothurns am Schwabenkriege bis zur Schlacht bei Dornach 22. Juli 1499, Solothurn 1899, Tafel V. Ungenauer Abdruck: Quellenteil, S. 22f.

 

Bearbeitung: Andre Gutmann 

 

Faksimile aus Tatarinoff:


Edition aus dem Quellenteil von Tatarinoff mit Lesefehlern!

 


 

 

Empfohlene Zitierweise

Kueffer, Ulrich: Vogt Ulrich Küffer schreibt an Solothurn, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/6kz64/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 31.01.2006

Zuletzt geändert: 18.09.2006


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