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Der Villinger Chronist Heinrich Hug über den Schwabenkrieg 1499

 

Do man zalt von Christus gepurt tußend fier hundert und im nun und nuntzigosten jar, do herhub sich der groß krieg mit dem großen Pund [6] und mit den Schwitzern umb die liechtmess [2. Febr.], und beschach der erste angriff ob Kur, und fing man an von des apts wegen von Pfeffers. Do mant man den Punt, und was iederman frolich, das man an die Schwitzer solt ziehen. Und ob das folck von dem Pund zuo samend kam, do begerten die Schwitzer ainer riechtung, und ward geriecht und [6a] ward ferbriefft und fersiglett, und zoch das folck von dem Punt wider ab. Und sobald man abzogen, do zugend die Schwitzer erst zu osamend und woltens nitt geriecht hon und machtend zwen huffen, ain gen Felkilch hinuß und der ander in das Hegew. Und beschach uff mitwochen nach der alten fasnacht [20. Febr.], und warend der Schwitzer im Hegew 13 tußend. Do warend wir von Filingen uff donstag nach der eschig mittwoch [14. Febr.] gen Hiffinen zogen, und am fritag fru o zugend wir gen Engen, und komend der graffen von Furstenberg lutt och zu uns ob Engen an dem Wallenberg; do sachend wir die Schwitzer in dem Hegow fasst brenen. Und do wir gen Engen komend, do lag der zug von dem hertzog von Wiertenberg; die warend fasst frolich, do wir [6b] zu in komend; dan wir zwo gu ott halbschlangen bu oßen mit uns furten. Und do es abend ward, do ginend die heren zu o ratt: Grauf Wolff von Fursstenberg, oberster hoptman, und her Cu onratt von Schelenberg und ander heren mit in, und fermainten mir all nitt anders, dan wir mießend in der nacht hinuß ziehen an die Schwitzer. Do warend die heren zu o ratt worden und zugen in der nacht all von Engen hinweg, und zugen mir von Filingen gen Gissingen, und der zug von Wirtenberg zoch gen Tutlingen; und ließ man zu Engen acht hundert bu ochsenschitzen. Und am samstag fru o komet die Schwitzer fier Engen und forttert die statt uff; aber die buchsenschutzen die schuchsen zu o in und tribends hin, dan das sy die statt nitt gewunend. Und werend wir mit dem zug in der nacht [7a] an sy gezogen uss der statt, so wer woll daruff gestanden, das wir sy all herschlagen hettend, dan eß waß uss der maß fasst kallt und warend fasst herfrorn, dan sy warend die gantz nach in ir ornung gestanden und warend mu od; aber die hoptlutt wolltend uns nitt an sy laussen, dan unsser was lecht uff die 4 tußend, und warend der Schwitzer 13 tußend, die zugend in dem Hegow umb, wie sy woltend, und gewunend Honbu org und brachend es und Fridingen und brachends und Randeck och und file dorffer ferbrantend sy und gewunen groß gu ott, dan ina iema wartt; und was sy gewunend, das furtend sy alls gen Schaffhußen.

Item in denselbigen tagen, als der huff im Hege was, do schickten die Schwitzer 6 tußend man, und die zugen by Kur heruß gen Fell[7b]kilch zu o, und lag unser zug zu o Megenfeld uff die 7 tußend, und zugend zu osamend, und hatt unser huff kain fu orhutt und zoch on sorg an aim huffen. Aber die Schwitzer hattend sorg und machten 3 huffen. Und do die unssern woltend treffen mit dem fordern huffen, do brachtend die andern zwen huffen mit Schwitzern darnebend in her. Do gabend die unsser die flu ocht und hertranck ir fasst fill in der flu ocht; sy fluchtend bis gen Bregentz. Do herschlu ogend die Schwitzer uff denselben fritag nach altfassnacht [22. Febr.] by Felkilch 13 hundert man on die sich selbs hertrancktend; die fand man an dem rechen zu o Felkilch. Do gewunen die Schwitzer das fenlin von Ulm und das fenlin von Rottenburg und sunst fill ander fenlin. Und werend die unsser mit sorgen gezogen und werend [8a] an dißhalb dem wasser beliben, so wer es in nit geschehen. Das was aber ain große schand dem Pund und dem gantzen remschen rich. Die Schwitzer tetten sunst fill angriff, die in all geriettend, all for mitfassten [10. März], die ich nit schrib umb kurtze willen.

Item der margrauff von Baden kam zu mitfasten uss dem Brißge mit funffhundertt manen, die lett er ge Meringen.

Item uff den ossterzinstag [2 April] do zugend wir aber von Filingen uß und zugend gen Hiffingen, und an der mitwoch zugend wir gen Nidingen; do aßend wir zu o morgen. Und do es abend ward, do zugend wir gen Furstenberg; do kam der zug zu o uns von Wirtenberg und Furstenberg, und ward unsser uff 18 hundertt man fasst wol gerisst zu o fu os. Do ward her [8b] Diebolt Spett, ain ritter, oberhoptman under dem zug und Hans Harder von Kalb. Und macht man ain gemaind zu o Furstenberg und ließ im ring ferru offen, das jederma gedechty, das er in der ordnug belib, er wer groß oder klain, dan man wolt in der find land zihen, und wurd trig oder fier tag weren; und wist der gemain man nit, wo man angriffen wollt, und zugend die gantz nacht bis mornes, do es anfing zu o tagen. Do warend by uns 6 hundertt pfertt, die hatt der bischoff von Mentz wol gerusst. Und do fermainten die fu oskneht, die hoptlitt hetten irn gu oten anschlag, was sy fir hand woltend nemen; do was es narrenwerck. Do macht man ain fordern huffen, darin warend fier hundert kneht. Da was hopt [9a]man Galle von Fursstenberg und fenrich Klewe Hoffmeger. Und do man kam gen Schlaita, da maint man, es werend Schwitzer in dem kilchhoff gesin und hettend unser da gewartet, dan sy formals da warend gewessen. Do macht man ain ording und zugend zu dem kilchhoff, aber es was nitt da. Do zoch der huff fur, do gru ob man in den kilchhoff und kam in den turn; da warend 4 puren in, die fing Jacob Bogeschutz, und die gabend im 12 guldin und ließ sie louffen. Da zoch der forder huff fur und maint, der hinder huff wer grad uff im, und zugend gen Hallow in das dorff; do warend die Schwitzer in 6 hundertt starck. Und do der forder huff gen Hallow an den berg komend, do macht man, das sie solten louffen, und was ir 4 hundertt. Und do die Schwitzer das sachend zu o Hallow im turn, das [9b] sy allso luffend on ordnung, do machtend sich by hundertt Schwitzer fur den kilchhoff hinuß an ain letzy und wartteten der lantzkneht an der letzy. Aber dy Schwitzer lagend fil darnider tod und mu ostend wider wichen in den kilchhoff zu o iren gesellen, die schusen und wurffend so redlich, das es nit zu e schribend ist. Do schon der zug gar zu osamend kam, do wartend sy sich allso tapffer, das kain hoptman sy nit trosst ufferfordren. Sy behieltend den kilchhoff for uns. Aber das halb dorff ferbranten wir und zugen mit schand ab uff den berg gen sant Moricy, das ima wist, was man tu on wolt. Do hatt man brott und win hinnach gefu ortt und gab uns zu o essen. Do maint man nit anders, dan mir mu oßtend wider in das dorff sin zogen, aber mir zu ogend hinweg. Und do mir hinweg warend, do kam her Dietrich von Blu omneck mit der landschafft, der lag zu Tu ongen in aim stettlin mit 150 knehten und was fasst wol gerisst; der maint, er hette unss [10a] da funden, und brantt och. Aber sobald er unss nit fand, do zoch er grad wider gen Tu ongen, und wir brantend Schlaiten das dorff gar und zugend gen Hiffingen am donstag zu o nacht und warend all fasst herlegen und mu od. Und warend der unsser kneht von Villingen geschadgett an dem kilchhoff 7, aber ir starb kainer. Und hettens sich all kneht im fordern huffen alls redlich gehalten alls die Fillinger, so hette man den kilchhoff gewunen und sy all herstochen und Nukilch och gewunen. Aber sy hatten ain hoptman, der kain anschlag in im hatt und ferwarlosst die sach uberall; das rett menklick von im, und zu ogend ab mit großen schanden. Uff ossterdonstag [4. April] do zog der wirttenbergs zug gen Engen und her Jerg von Friberg gen Zell mit sim zug, und iederman in sin leger. Und uff den donstag darnach do was man aber zu osamen gezogen gen Kostentz, und ward der fu oskneht uff unsser siten 7 tußend und der raißigen 16c [10b] und zugend zu Kostentz hinuß mitt irn guten schlangenbu oßen und zugend in ain dorff, haißt Ermentingen. Do warend die Schwitzer 5 hundertt starck, die schlu ogend die unssern all zu o tod und brantend das dorff und das leger und zugend do in ain dorff, haißt Manabach, das verbranten sy och und hattend den morgen gutt geluckt und ubergabend irn fortail und gewunend bett und kessel und bundend sy uff die keren, da die bu oßen uff lagen, und wolt kainer ler gen Kostentz kumen, und ubergabend die ording. Do lagend 15 hundertt Schwitzer in dem wald ob dem Schwaderloch, die sachend, das kain ording under in was, weder under den zu o ross oder zu o fu os. Do ließend die Schwitzer an sy gon und stachend in die lantzkneht; do kam der raißig zug hinder sy zum taill. Und do die unssern sachen die Schwitzer uss dem walld louffen, do kam ain flu ocht under sy und fluchend in den sew, und hertrancktend sich ir on zall [11a] fil. Do hatt der marckgraff von Baden 6 hundertt man, do hertranckt sich ir fenrich, die andern fluchen bis gen Kostentz in die greben, dan man die statt beschlosen hatt. Do wurffens die von Kostentz in den greben zu o tod, und komend die 7 tußend man von ain ander, ainer hie uß, der ander dortt uß; und warend etlich uff unsser siten, die werend gern bestanden und sprachend den andern zu o, aber es half alls nutt, die flu ocht was da. Werend sy nur in der ording still gestanden, sy hetten nit durffen fechten, so wer der raißig zug hinder sy kumen und hete die Schwitzer all herstochen. Und wer uff unsser sitten gern das best geton hett, die wurden all herschlagen. Do kam umb her Burckart von Randeck, ain ritter, und her Hainrich von Randeck, och ritter, und ainer von Nuwneck, die warend in den fordern gelidern; die maintend, man solt in nachgetruckt hon, aber es was nitt da. Do fluchend [11b] die unssern und ließend all ir bussen dahinda, die sy am morgen den Schwitzern an hatten gewunen, und ir darzu o. Was das nit ain große schand? Aber uff unsser sitten do fluchend ir etlich mit irm harnast in sew und schwumen gar hinuber. Do rettend die raißigen den fu oßknehten gar ubel und wolten in darnach gar nutz mer fertruwen. Do fing man maingen, der geflochen was, und huw in all die kopff ab; aber man wusst nit, wer die flu ocht zu o dem ersten gemacht hatt. Do ward uff unsser siten gar ain großer schreck, und sprach jederman: Wer der king im land, so ginge es nit allso schanthlich zu o, der wurde mit den Schwitz[ern] umgon.

Item am fierden donstag nach osstern [25 April] do tattend sich die Schwitzer aber zu osamend und zugen heruß fir ain stettlin, hies Tu ongen, waß der graffen von Sultz. In dem lag her Dietrich von Blu omneck und by im [12a] 15 hundertt man von der nauchgeschribnen lantschafft: uss dem Brißgo und Sungow. Do zugend die Schwitzer fur die statt; do zoch in her Dietrich engegen; und do er fir die statt kam, do was der Schwitzer zu o fill. Do rett her Dietrich zu o sin hoptluten, sy solten wider in die statt ziehen, er wolt darvon und wolt werben um hillf und fur dahin. Und do sich die unssern wantend in die statt, do beschach in so nott, das sy ainander underm tor ertrucktend. Do die Schwitzer das sachend, do ru offten sy ain friden uß; der ward gemacht. Und die Schwitzer firetend nit und gru obend ir buchsen im friden, wohin sy woltend und wartt in nema. Und do die in der statt das sachend, das sy ir geschutz nach irm fortail hattend gelegt, do ward in angst. Do forderttend die Schwitzer die statt uff und ferhießend in die Schwitzer, [12b] sy wolten sy laußen abziehen mit ir hab, und gabend in darumb brieff und sigel; doch sofer das die in der statt ir oberhoptlutt solten geben. Das tatend die in der statt und ferkaufften ir oberhoptlutt uff den flaischbanck und ließend die Schwitzer in die statt und gabend in junckher Hansen von Baldeck und junckher Bolegen von Rischach und sunst fill ander, die ich nit nenen kan. Und do sy in die stat komend, do machtend die Schwitzer ain gassen; do mu oßtend die unsser all hindurch ziehen und zugend in irn harnasch ab und namend in all ir wer und all ir klaider bis uff die underhemder und hieltend den unsern brieff und sigel gantz nitt und schicktens all hinweg mit wißen stecklin und plunderten do die Schwitzer die statt und gewunen der von Friburg fenlin und der von Prißach und sunst 5 fenlin darzu o und namend was da was, und gewunen groß gu ott und verbrantend do die statt. Das was aber ain schand uff unsser sitten und gab aber ain großen schrecken; [13a] und was das kain wunder, dan der Pund uff unsser sitten was fasst groß und wolt jma mittu on.

Item in den selbigen tagen kam der roms king gen Friburg; da was aller zug frolich.

Item die Schwitzer zugend von Tu ongen gen Stu olingen und lettend sich fur das schloss und fur das stettlin, die warend bede fasst wol besetz mit litt und gu ott und fordertten es och uff; man wolt sy laußen mit ir hab abziehen. Und gabend in des och brieff und sigel von den acht ortten. Aber do sy hinin komend, do namend sy in, was sy hattend und fundend das großt gut von win und korn in dem schloss, das je kain man gehortt: ob zway tußend mallter fru ocht. Aber sy ferbrantend schlos und das stettlin butzen und stil.

Item von Stielingen zugend die Schwitzer fur ain schlos, haißt Kissenberg. Uff [13b] dem selbigen schlos warend 25 starcker man, und was Romias Manss ain buchsenmaister. Und do die Schwitzer fur das schlos kamend, do woltend die kneht uff dem schlos den buchsenmaister nitt schießen laußen. Und stond der hoptman, der im schlos was und sprach: "Welcher mir das schlos welt helffen behallten, der stand mit mir uff die sitten." Do warend ir nit me dan 4, die zu o im stu onden, und was der 20, die das schlos woltend uffgeben; und gabend das schlos och uff on alle nott. Do ließ man sy abziehen; und do sy gen Waltzhu ott komend, do fing man sy all, und welcher der warend, die uff hattend geben, den lies der lantfogt allen die kopff abhowen, dan es all schelmen warend, bis ir 5, die lies man leben. Do besatzten die Schwitzer das schlos mit iren luten, da sy hattend spis gnu og daruff. Und der zug von Schwitzer zoch aber fur und zugend fur ain schlos, haißt Blu omberg ; und do die uff dem schloss sachen den zug daherziehen, [14a] do ferbranten sy selb das dorff Blu omberg am schlos, und wartend sich redlich ab dem schlos mit schießen und tribend die Schwitzer hinweg und behielten das schlos. Das was das ersst herweren uff unsser sitten. Und als die Schwitzer abzugend, do zugend sy fur ain stettlin, hies Blu omenfeld; das was och fasst wol besetz mit luten und mit allem zug, und was so ain werlich stettlin, das vor zitten das gantz roms rich darvor was gelegen. Und mocht es nit gewinen und hat man [fur] sy kain sorg. Und alls sy darfor lagend und in die statt schussend, do fiel ain schelm nachts uber die mur hinuß und seit den Schwitzern allen mangen, den sy in der stat hetten. Do satzen die Schwitzer hertt daran; do gaben sy och schantlich uff; do namend sy aber, was da was, und ferbranten das stettlin och und zugend do wider haim. Und hatten uff demselbigen zug gewunen alle [14b] Tu ongen und Stu olingen und Kissenberg und Blu omenfeld und darzu o fill dorffer ferbrentt und hatten gros gu ott gewunen uff demselben strich.

Item uff donstag nach sant Jergentag [25 April] do kam der king gen Villingen; do zugend unsser von der statt im engegen hundertt, den schanckt der king 6 guldin, die ferzarttend wir by ainander. Und mornens am fritag fru o umb zehne raitt aller zug mit im hinweg, des zugs zu o ross 8 hundertt, und rittend gen Kosstentz. Und do er gen Kosstentz kam, do taillt er den raißigen zug gen Zell und gen Uberlingen, und raitt er gen Issbrug zu und mitt im 7 tußend man. Und eb er mit dem zug hinin kam, do hattend die uss Engendin und uss dem Grawen puntt das gantz Etzland ferbrant und uff der Maltzer haid och ain große schlacht gewunen und gewunen das gantz land [15a] bis gen Ameron; dan die flu ocht was och under die ertzknaben kumen, und kam ir kainr darvon. Do ferlor man woll 6 tußend uff unsser siten. Ich bin uff allen wallstetten gesin nach der tatt, alls ich gen Rom zoch in dem jubeljar. Do sach ich, was die Schwitzer gewerckt hatten; ist nit darvon zu o schribend, soliche hubsche dorffer als Maltz gewessen ist, hat 7 geriecht gehept und 7 hoptkilchen, und sunsst fill ander derffer und schlos. Und behieltend die Schwitzer das feld; sy gewunen och gros gu ott von geschutz, das sy mit in hinin furten in ir land. Sy ferlurend uff ir siten wol 2 tußend man. Und alls der king hinin zoch, do zoch er in das Engendin und ferbrant in große dorffer fil, dan sy all fluchend gen Ure zu o. Do was kain nachtruck uff unsser siten, dan sy kain spis hatte und mu oßten anpffern es; Do zoch man wider [15b] heruß mit schand. Do machten sich die Schwitz[er] aber zu osamen und zugen heruß in das Sungow und ferbranten 7 torffer und machtend die uff unsser siten aber flu ochtig und behielten das feld. Do kam die wel[s]ch gard in das land, die tribend die Schwitzer wider haim. Do lies der king mandata ußgon in das gantz rich, aber es tett iederman torlich, dan die forcht was uff unsser siten gan in uns. Do machtend sich die Schwitzer ab[er] ain mal zu osamend und zugen in das Hegew, und was dorffer sy zu o dem ersten mall hatten lauße ston, die ferbranten zu o dem selben maull; und letend sich fir ain stettlin, haist Stockach. Do sprach iederman, der Pund wurd sy da all herschlachen. Und lagend zu o der selben zitt 16 hundertt pferd hie zu Villingen, die rittend all uff den pfingstgu otemtag [20 Mai] hinuff. Und zoch die welsch gar[d] uss dem Sungow och Stockach zu o bis gen Waltzhu ott truw tußend starck. Und [mochtens nit gewinen; und lagent die von Hagnow, Wüßenburg. Spüer und Offenburg zu Stockach in der besatzung und hielten sich manlich, waren iren 500 man, erschüeßend 100 Schweitzer. Die Schweitzer zogent ab, kamend umb 500 Schweitzer; und wer das moß bey Bieren nit gsein, man hätte die Schweitzer ale erschlagen. Ward auff unsser seitten erschossen Caspar von Randeck, ward zu seinen briedern gen Costantz vergraben]. [16a] In dem kam der romsch king von Inssbrug heruß gen Kosstentz und lies aber groß mandata ußgon in des gantz rich und den pfaltzgraffen; der kam mit zway hundertt pferden und kam zu o dem king gen Kosstentz. Do was der margraf von Brandenburg mit 8 hundert pferden und der margraff von Baden mit 4 hundertt pferd. Do lies unsser her der king des romschen richs fenlin fliegen; do sprach man, das rich mu oßt in 6 wochen mit gantzer macht ziehen, aber es kam iema.

Item do zoch der king zu o Kosstentz hinuß und mit im all furssten zu o ross und zu o fu oß und macht da mit dem folck ain ording und herklagt sich vor den fursten und for den heren und for allem folck, das man im so ungehorsam wer, und wolt selbs mit dem selbigen huffen an die Schwitzer gezogen sin in das Schwaderloch, dan er kuntschafft hatt von den von Kosstentz, das sy in hinin wolten furen, das allweg 25 man mochten in [16b] aim gelid nebend ainander; aber die heren wolten kurtz nit an sy. Das beschmacht den king fasst ubel, dan er sels personlich daran wolt sind; es halff aber nit. Doch zoch der king wider gen Kosstentz und mit im aller zug. Do das die Schwitzer in dem Schwaderloch sachend, do ließend sy ir geschutz uß gen Kosstetz zu o. Das roch, aber man zoch in die statt, und torsst ima an sy ziehen; es was kain hertz da.

Item in den selbigen dingen do zoch grauff Hainrich von Furstenberg mit der welschen gard und mit den von Straßburg und mit der gantzen lantschafft im Brißgow, Ellseß und Sungow, und was ir obrster hoptman. Und was ir by 9 tußend manen und zugen fur ain schloss, haißt Dorna, litt by Bassel, und komend darfur umb zehne im tag und fingend an hutten machen, ainer dett dis, der ander das; und fersachend das leger nit mit iren wachten, alls sy solten geton haben. Do raitt der bu orgermaißter [17a] von Basel zu in hinuß und sprach zu o grauff Hainrichen alls zu o aim oberhoptman, er solt sich fiersechen, dan die Schwitzer werend im feld, die welltend sy besechen. Aber er hatt kain geloben daran, und was ain ferachtung an in. In dem zugend die Schwitzer uff ain hochen berg grad ob dem leger und sachend alls, das sy machten und tatten und on sorg lepten. Do zugend die Schwitzer den berg umb und fielend in ongewarnatt in das leger. Do sach grauff Hainrich erst, das der ernst da was, do sy im leger warend. Do stachend die Schwitzer in sy mit allem fortaill, und kam aber ain flu ocht under unssern huffen. Und komend zu osamen uff unsser sitten 3 hundertt friger kneht; da was hoptman under Petter Schlosser von Straßburg und Hans Krafft von Ulm. Die bestu onden und wartend sich der Schwitzer fasst lang; und kam zu o in die welsch gard, die stach truw mall durch die gantz ording der Schwitzer und bracht ir umb achtt [17b] hundertt Schwitzer. Do kamend umb 16 man uss dem ratt von Bern; aber die uff unsser sitten mu osten die flucht gen, dan ir zu lu otzel was. Do kam umb uff unsser sitten grauff Hainrich von Fursstenberg und ain grauff von Bitz und ainer von Kastelwartt und sunst fill ritter und heren und fill gu oter kneht. Sy gewunen das fe[n]lin von Straßburg und alls ir kredentz und all ir buchsen und all ir wegen, darin sy ir sidin schuben hattend und ir silber. Es ist nit darvon zu o schribend von der jemerlichen schlacht, die es was, dan sy iman gefangen nomend, sy mu osten all sterben, und herschlugend uff unsser sitten wol 5 tußend man zu o tod. Aber der Schwitzer kam och vil umb, aber sy behielten das gu ott und das feld. Und zoch man ab uff unsser sitten aber mit spott, schad und schand alls gar alls for ie me; dan da kam der recht kern umb uff unsser sitten von den frigen knehten.

[Darnach was zu Costantz lag, zog für Thiengen herab für den kilchhoff, da lagent 250 Schweitzer inn dem kilchthurn. Da nam man 2 thona pulfer, thets in den thurn, zündet es an und erstecket sie.

Darnach auff Lorentzy [10. Aug.] kam der künig her gen Villingen, mit ime 6 fürsten, der pfaltzgraff, margraff, der von Brandenburg, alle 3 mit 800 pferden, der graff von Hochenlo, der graff von Mansfelden, der graff von Würtha, der graff von Liningen, und hatten under irem hauffen 750 edelleüt. Der von Brandenburg hielt hoff auff des apts hauß von Sanct Jergen, der pfaltzgraff in dess Freyburgers hauß auff dem kürchoff mit 200 pferdten, der margraff von Baden zu den barfüßern und hörtzig von Bayern in Hainrich Mayenbergs hauß. Und was der bischoff zu Augsburg und von Mentz hie und warent 2500 pferdt mit dess künigs zug. Da fandt mann ain goldtgulden umb 13 bz, zu welchen der von Brandenburg gab 800 fl stallmiett. Galt ain maß schmaltz 6 kr.

In der zeit dorfft kain Rottwilischer hieher gen Vilingen und kain Villinger gehn Rottweil von mittfasten biss zu sanct Michaelstag [10 Merz -29 Sept.]. Und hatt man ainen von Rottweil hie gefierthailet.

Der Schweitzerkrieg wardt gericht zu Bassel zwischendt Maximilianus und dem Schwebischen pundt und den Aydgenossen durch Galeazen Viscount, dem hörtzogen von Maylandt, den 22 tag Septembris. In dem herpst zog der künig von Frankrich wider den hörtzog von Maylandt, der Türk wider die Venediger und gewan der Türk Modon.]

Vorlage:

Heinrich Hugs Villinger Chronik von 1495 bis 1533, hrsg. von Christian Roder, Tübingen 1883, S. 6-16. Die Edition der Chronik des Villinger Bürgers und Ratsherrn Heinrich Hug (gest. 1534) folgt dem Autograph im Fürstlich Waldburg-Zeilschen Gesamtarchiv in Leutkirch ZAMs 40 (mit kleineren Ergänzungen aus einer späteren Handschrift in eckigen Klammern). Zur Quelle vgl. zuletzt Monika Spicker-Beck, in: Menschen Mächte Märkte. Schwaben vor 1000 Jahren und das Villinger Marktrecht, Villingen-Schwenningen 1999, S. 73-76, 280f. Nr. 34.

Bearbeitung: Klaus Graf 

 

Empfohlene Zitierweise

Hug, Heinrich: Der Villinger Chronist Heinrich Hug über den Schwabenkrieg 1499, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/6kz61/

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Erstellt: 24.03.2006

Zuletzt geändert: 24.03.2006


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