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Karl Klüpfel: Akten zum Schwabenkrieg

Ordnung gegen die aidgenossen zu Costantz by gantzer versammlung beschlossen uff Sebastiani anno 99.

Ist vollständig abgedruckt in Anshelms Berner Chronik herausgegeben von Stierlin und Wysz. Bd. II. pag. 292 u. ff.

 

26. Januar 1499.

Hienach ist begriffen, wie sich dieser krieg mit den aidgenossen ursprungklich erhebt und angefangen hat.

Anfangs haben unsers allergnedigisten herrn, des römischen kunigs statthalter und regenten zu Innsprugk gemain hauptleut und rät des bunds im land zu Swaben, in krafft der ainung, damit gemainer punt seinen ko. gnaden als ertzhertzogen zu Oestreich verpflicht ist, durch schrift ernstlich angelangt, dieweyl sich seiner kö. Mt. erbliche Land mutwilligen überziehens von den von Grawenpüntten und andern besorgen müssen, desshalben ainen gemainen besambnungstag aller stend des bunds auf St. Anthonistag nechst vergangen, gen Constantz oder Ueberlingen fürzunemen, wöllen sich etlich von den statthaltern darauff persönlich fugen, und der dinghalb nach noturfft handeln helfen.

Auf solch ersuchen in kraft der ainung beschehen, ist sollichen tag durch gemain hauptleut und rät des bunds auf St. Anthonitag gen Constantz ausgeschriben worden, und als die versambnung aller stend des bunds, namlich der churfürsten und fürsten botschaften, und gemain hauptleut und rät vom adel und den stetten des bunds in treffenlicher antzal, wie sich nach jnnhalt der ainung des punds gebürt, zusamen komen sein, ist durch herrn Paulsen von Lichtenstain, Marschalckh u: s. w. und Jörgen Gossenbrot, pflegern zu Eremburg, als kö. Mt. statthalter umb hilff und rat in kraft der ainung des punds zum höchsten angeruft und ersucht worden, mit anzaignung, das sie yetz auff den tag gen Costenz glauplich bericht sein, das die gotzhawsleut zu Chur, und die von den Grawenpunten der kö. Mt. das kloster Münstertal in der graveschaft Tirol, darüber kö. Mt. vogt und schirmherr sei, gewaltigklich eingenommen, und sich daselbs in kö. Mt. erpbliche land gelegert haben.

Auff solhs. haben sich der churfürsten und fürsten bottschaften, auch gemain hauptleut und rät vom adel und den stetten, wie sich nach ordnung des pundts gebürt, noturftigklich underredt und erfunden, das gemainer pundt und sein verwanten kö. Mt. als ertzhertzogen zu Oesterreich hilff zu tun schuldig sei, auch darauff um des willen, das man der hilff mit gantzer macht zu tun dest vertragen belib, an die statthalter erfarung getan, mit was hilff sie sich dieser zeit nach gestalt der sachen benügen lassen wollten, und es nach ergangnen dingen dahin gebracht, das sie bewilligt haben, jnen von aller stend des punds wegen 2000 fussknecht auffzubringen und hinauff gen Veldtkirch zu schicken.

Demnach sind die 2000 fussknecht von gemainem pundt auffgebracht und gen Veldtkirch verordnet und geschickt worden, auch dartzu durch alle stend des punds verrer ordnung, wellicher mass mit macht, so es die noturfft ervordern wurd, zugezogen werden soll, gemacht und beslossen, und sind darauff der churfürsten und fürsten des pundsverwanten botschafften und die vom adel und den stetten des punds mit rat, willen und wissen der kö. Mt. statthalter und rät zu fürdrung und gut der sachen anhaimsch geritten, und haben jr vier vom pundt, namlich zwen vom adel, un zwen von stetten bei kö. Mt. statthaltern und räten zu Costenz gelassen mit ainem sollichen gewallt und bevelch, ob es die noturfft ervordere, un sie von den kö. statthaltern und räten in krafft der ainung verrer ersucht, oder sie glauplich bericht, das sich die aidgenossen auff kö. Mt. erbland hinein sterken wurden, alsdann die sturm allenthalben im pundt angeen zu lassen und mit macht zu ziehen zu ermanen, wie sich nach laut der obgemelten gemachten ordnung zu thun gebürt.

Nun als in kürtz darnach durch kö. Mt. regenten angezaigt worden ist, das alles mittel der gütlichkait, darjnn die sach etlich tag gestanden, gantz abgeschlagen, und sich nichts anders, dann des kriegs gewisslich zu versehen sei, mit anrufung und ermanung in krafft der ainung die sturm angeen und mit macht zu ziehen zu lassen, haben die verordneten vom pundt, sonderlich dieweyl sie glauplichen bericht empfangen, das sich die aidgenossen auff kö. Mt. erbland hinein mercklich gesterckt haben und taglich zugezogen sind, die sturm jm punt anschlagen, und auffmanung ausgeen lassen, wie sich in kraft der ainung und jnnhalt obgemelter ordnung zu tun gebürt hat.

Nachmals über ettlich tag haben der kö. Mt. statthalter und rät zu erkennen geben, das sie durch kö. Mt. hauptleut und ander im veldleger jm Vindschgöw durch schrifft glauplichen bericht empfangen haben, das die sach am selben end der kö. Mt. und irer landschaft halben eerlich und löblich betädingt und gericht worden sei, haben auch nochmals ain copey sollicher bericht überantwurt und hören lassen laut der abschriften hiebey, mit beger darauff allenthalben vom pundt wider abzuziehen, auff sollichs haben die verordneten vom punt gemelten statthalter begeren nach, unh sonder dieweyl der krieg allain der kö. Mt. und der vom pundt nit gewest ist, die wendung jn punt ausgeen lassen.

Und wiewol egemelter beschehner bericht und wendung nach vom pundt gar nach yederman widerum anheimsch getzogen ist, haben sich die aidgenossen über obgemelt beschehner betädigung aigenwilligklich über Rein gethan, ain prand under Gutemperg angestosen, auch nachmals das Wallgöw eingenommen, und am selben end für Veltkirch herab, und dessgleich im Hegöw land und leut mit nam, brand, todschlag und in ander weg mercklich verderbt und beschedigt, alles unbewart und unentsagt aller eern, auch wider den kö. gemainen landfriden und alle recht und billichhait.

Dessmals und sobald sich die aidgenossen obgemelter mass über Rein gethan, den brand unter Gutemberg angestossen, und den krieg mutwilligelich angefangen, haben die vier erordneten vom pundt, die sturm und auffmanung im punt auff ernstlich ermanen und ersuchen kö. Majestät statthalter und rät abermals jn krafft der ainung beschehen, widerum angeen lassen, als sich gebürt hat.

Aus dem allem ain yeder abnemen und versteen mag, das in diesem handel vom anfang bisher von gemains punds wegen auff vilfaltig ersuchen kö. Mt. rät nichtzit anders gehandelt oder beschehen, dann das gemainer pundt kö. Mt. als ertzhertzogen zu Oesterreich, auch jm selbs in krafft der ainung des bunds schuldig gewest ist, und die mercklich und gross noturfft ervordert und eraischt hat.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4.

 

1499 s. d.

An kö. Mt. statthalter und regenten zu Innspruck.

Edlen, gestrengen, lieb herrn und freund, wir haben von dreyen posten, so uns von vergangner mitternacht, untzher aus den schrifften, die uns durch sie überantwurt, treffenlich hilff, so uns aus den vordern landen, auch dem jntall ewer vleissig übung nach zugestellt soll werden, befunden, und als ir uns selbs verrer in sollichen schrifften kainen bericht mit dem von Chur, on besonder bevelh, (aus dem untzher klainer glaub, von in gehalten,) antzunemen, bevelhen tut , desselben gemüts wir auch nit weniger als je, sonder jrs gewalts zu erobern, und mit der tat gegen jnen, sovil müglich zu handeln gewest sein, dieweyl aber durch bischoffen von Chur mitler zeit und emalen uns sollich schrifften von euch zu kommen sein, glait und sicherhait an uns begert und mit auffgehabnen henden mit hoher bitt erbietung auch demütig ersuchung und entschuldigung, das sollicher vertzug nit aus verachtung, sonder allain, das er seiner mitgewanten und unterthanen nit mächtig hat sein mügen, in mainung kö. Mt. willen und erkanntnuss gestellt, erschienen ist, und desselben nit hinter sich in jr lager zu rucken, sonder bey uns zu sterben erbotten, nachdem wir aus dem vorigen ewern schreiben diese gegenwirtige handlung auff den abschid zu Veldtkirch, und baide leger zu reumen, zu stellen vermerkt, haben wir demnach guter mainung uns gegen berürten von Chur uns ains betrags laut hiebei eingeschlossner copey in hoffnung kö. Mt. auch ainer landschaft nicht missfellig, sondern eerlich und loblich sein soll, begeben und veraint, dawider uns nu malen zu handeln oder die abzustellen nit gebürn wöll, aber nachdem ain artickel der lieferung halb, darinn dieselb zu bezalen begriffen ist, durch ain besonder bekanntnuss von dem von Chur, wider sovil der von den gotzhawsleuten genommen, das wir uns beflissen haben, abgestellt, damit man die zu bezahlen nit schuldig sein soll, zum andern haben wir die irrung der kuntschaft halben, wie dieselben gestellt oder angezogen sollen werden, damit die kö. Mt. verrer dardurch nit verlengrung, dieweil die merern artickel auff kö. Mt. auch den Anlass u. s. w. gestellt beschehen, alsdann solhs untzher der höchst span gewest ist, erledigt, also das sich gemelter von Chur gewilliget hat, das sich kö. Majestät der aller angetzogen kuntschaften gebrauchen, auch die kunftigen geschriftlich oder muntlich nach den geschriben rechten oder form und gebrauch des lands, wie das in einer yeden herrschft, statt oder gericht gewohnhait ist, einziehen, jm rechten fürstellen und sich der gebrauchen mög, doch sein gnaden in den künftigen, so man die nennen verkunden, auch yeden tail im rechten auff die kuntschaft in der hauptsach zu enden vorbehalten sein wölle u. s. w. Gemelter von Chur hat sich auch für sich und das capittel die verainung und puntnuss gegen den aidgenossen in kainen weg auffzurichten, oder darein zu verwilligen erbotten, sonder in verstendnuss, verainung, schutz und schirm, kö. Mt. und dieser gravschaft Tirol als ain gehorsamer caplan, mit mehr hoher erbietung ergeben haben, als wir euch das mit mererm grund genugksamlich berichten wollen in hoffnung, Fürstemberg zu kö. Mt. handeln und gewallt, wo man auff unser underricht vollstreckung verfügen, unbeschwärt gestellt werden, sonder haben ainen eylenden schimpflichen abschid genommen. Sollichs alles wollent im besten von uns gehandelt vermercken, und kö. Mt. auch den hauptleuten des loblichen bunds im land Swaben und in die vordere land, der noturfft nach verkunden und die jhenen, so auff den beinen sein, mit dem besten fugen abstellen.

Hauptleut und rät
Im Vindtschgöw.

Esslinger Archiv conv. VI a

Anm. Die Geschichte dieses Krieges, soweit er Graubündten und Tyrol betrifft, finden wir ausführlich und genau behandelt in "Alb, Jäger, der Engadeiner Krieg im Jahr 1499. Insbruck 1838." Aus dem 4ten Band der neuen Zeitschrift des Ferdinandeums besonders abgedruckt.

 

2. Februar 1499.

Vertrag zwischen dem Bischof von Chur und der Grafschaft Tyrol.

Abgedruckt in Alb. Jäger der Engadeiner Krieg. Insbruck 1838. pag. 206.

 

27. Januar 1499.

Hans Ungelter, der Jüngere (Rathsbote von Esslingen, welcher Mitglied des für die Schweiz niedergesetzten Bundesraths war) an Esslingen.

Er sei Mittwoch an St. Antonitag zu Kostanz angekommen. Die königlichen Regenten von Insbruck, Paulus von Lichtenstein, Marschalk und Jörg Gossenbrot, haben auf diesem Tag angezeigt, dass die Engadiner, Graubünder und Churische Gotteshausleute das Kloster Münsterthal im Vinstgau in Tirol, worüber der römische König Vogt und Schirmherr sei, eingenommen, und sich daselbst in den Erblanden gelagert haben. Sie rufen also, da es keinen Verzug habe, um die bundesmässige eilende Hilfe an, sie unverzüglich nach Feldkirch zu schicken. Der Bund habe sogleich beschlossen, 2000 Fussknechte zu schicken, wovon zur Beschleunigung der nächstgelegene Adel 1000, und die nachgesessenen Städte 1000 auf Bundeskosten aufbringen sollen. Am folgenden Morgen aber meldeten die Regenten, dass in der Sache ein Anstand gemacht worden sei, der auf den Abend ausgehen werde. - Morgen sollen die Eidgenossen zu Zürich einen Tag halten. - Die 1000 Knechte bestellen die Städte zu Ravensburg, aber nur wochenweise, jeden wöchentlich 1 fl. - Am Mittwoch werden sie, so viel man ihrer jetzt habe, gen Feldkirch ziehen, ausser die Sache werde gerichtet. Die Knechte des Adels seien meistens da. - Er schickt ihnen den Abschied dieses Tages; Samstag oder Sonntag wolle er zu Hause sein.

Den 20. Jan. nimmt das Domkapitel und den 2. Febr. der Bischof von Constanz den Bund an.

Esslinger Archiv conv. Via

 

30. Januar 1499.

Hans Ungelter, der Jüngere, an Esslingen.

Die von Glaris, Unterwalden, Schwyz und Uri seien gen Chur aufgebrochen; die von Luzern sollen Zürich zu ziehen, woselbst die Eidgenossen einen Tag halten werden. Ihr Vorhaben sei zwar noch unbekannt, weil aber doch stündlich ein Angriff zu besorgen sei, so habe der Bund beschlossen, morgen 7 Uhr an die Sturm schlagen zu lassen, ausser es komme vom Heer andrer Bericht. Er zweifle aber, dass die Sache ohne einen Feldzug werde gerichtet werden. Da das Esslinger Kriegsvolk auf Stockach beordert sei, so soll es, wenn es keinen andern Bescheid erhalte, auf Constanz zu ziehen. Er glaube, es wäre für sie an einer Schlangenbüchse genug, da aber der Zug ein Wochen drei währen dürfte, so sollten sie sich mit Lieferung der Nothdurft versehen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

31. Januar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der Anstand mit dem Bischof von Chur sei verlängert worden, weil er selber herauskommen werde, um die Sache beizulegen; andre meinen, der Bischof gehe damit um, dieweile mehr Volks hinein (kann auch heissen: heraus,) zu bringen. Heraus (aus der Schweiz) greife man noch nicht an. Gestern habe man den Hauptleuten wieder eilends geschrieben, keinen Anstand mehr zu machen und Fleiss anzukehren, dass der König und der Bund eine ehrliche Richtung (Vergleich) erhalten, denn sonst verzögere sich die Sache, und verursache mehrere Kosten, den Kundschaften aus den Eidgenossen zufolge seien sie an allen Orten auf, und mehrere versammeln sich um Constanz. Etliche Oerter seien hinein in das Gebirge des Bischofs Leuten zu Hilfe; es geschehe aber wohl nur, weil auch im Bund jederman auf sei. Der Obrigkeit in der Eidgenossenschaft sei es vermuthlich leid, und sie werde wohl Fleiss ankehren, bei dem Bischof von Chur, den Gotteshausleuten und dem Grauenbundt eine Richtung zuwege zu bringen. Wo das nicht geschehe, so werde wohl der Krieg angehen, worauf die vom Bund fast begierig seien.

Esslinger Archiv. Conv. VIa

1. Februar. 1499.

Hans Ungelter an Bürgermeister und Rath zu Esslingen.

Der König habe von Antorf herauf geschrieben, er werde sich eilends mit aller Macht und des Reichs fliegender Fahne gen Constanz verfügen, die Bauern zu strafen, er bitte dabei den Bund, sein und des Bundes Land indessen zu enthalten. Denen von Constanz habe er auch eigenhändig geschrieben, wenn sie sich als fromme, gehorsame und treue Unterthanen halten wollen, so wolle er sie nicht verlassen. - Der Bischof von Constanz habe dem König und dem Bund das Schloss Gottlieben eingegeben; er - Ungelter - sei bei der Verschreibung gewesen, und auch habe er es mit 50 Knechten besetzen heissen. - Der Städte Knechte liegen zu Constanz; an dem obersten Hauptmann, Hans Caspar von Laubenberg, haben aber die Knechte grossen Unwillen, auch die Stadt Constanz, weil sei glaube, er hange dem Bischof zu sehr an; am Sonntag werde man einen andern dahin geben, wen, wisse er nicht. Es sei grosser Mangel an geübten Kriegsleuten vom Adel und sonst auch. Er werde mit Ulrich von Westerstetten zu dem Bischof von Constanz. gehen wegen der Verschreibung, auch das Schloss Gottlieben ordentlich zu besetzen und Ordnung zu machen, dass die Knechte von dem, was im Schloss ist, es gehöre dem Bischof oder den armen Leuten, die dahin geflüchtet haben, geliefert* und nichts daraus gelassen, auch das, woran es mangle, hineingeschafft werde; doch soll alles, was man von Wein und Korn brauche, aufgeschrieben werden. - Er soll auch auf der Städte Volk Aufsehen haben, auf Jerg von Emershofen und Adam Truchsess, die von Nördlingen und Ulm bis auf weitern Bescheid bestellt seien. Die Knechte hätten auch gerne einen von einer Stadt, am habe aber bisher keinen haben können, da diejenigen, die jetzt zu Ueberlingen seien, genug des Bunds wegen zu thun haben. Esslingen werde den Bericht des andern Anschlags halb und die Mahnung, darinn sie vernehmen werden, warum es geschen sei, bekommen haben. Die Feinde, sei das Gericht gekommen, haben sich gegen Schafhausen, Stain und Diesenhofen sehr gestärkt, und die Au einnehmen, und sich desshalb in der Nacht vor Gottlieben lagern wollen, man habe also die in der Au und zu Gottlieben gestärkt. Der Städte Knechte seien unwillig gewesen, weil sie befürchteten, es möchte gehen, wie vor auch; denn in der Au sei ein sorgliches Lager. Man habe von Adel 200 und von den Städten 200 dahin gelegt. Allein die Feinde liegen nicht an den drei genannten Orten, sondern um Constanz, im Schwaderloch, um Winfelden und Ermentingen liegen 2000 Mann; etliche seine auch in das Gebirg hinein in des Königs Land. Die von der Etsch haben dem Feind 2 Fähnlein abgenommen, und 200 erstochen. - Herzog Ulrich habe noch nicht geschrieben, ob er den ersten Anschlag annehmen wolle oder nicht; man höre auch nicht, dass sein Volk in das Hegau gekommen sei, darob man Missfallen habe; sie seien auch nicht lustig, wider die Leute zu kriegen, davon er die Ursache wohl wisse, auch es wohl leiden möge, Gott wollte, dass andere auch so wären. Des Pfalzgrafen Botschaft habe von den Eidgenossen noch keine Antwort gebracht, vom Adel sei noch nicht viel Volk gekommen, einige haben noch nicht kommen können.

*Mit Lieferung versehen, verköstigt werden.

 

1. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der Widertheil habe alle gütliche Mittel abgeschlagen, im Gebirge sei also der Krieg wahrscheinlich schon angegangen, denn sie liegen ganz nahe bei einander. Schon seien die offenen Briefe zu ziehen ausgegangen. Die Eidgenossen haben nun das Rheinttal und um Chur die in das Gebirg führende Pässe und Wege besetzt. In der Eidgenossenschaft sage man, sei alles auf: sie sollen die Absicht haben, die Reichsgerichte, die dem König gehören, aber mit dem grauen Bund in Einung sind, einzunehmen. Die Reichsgerichte haben sich bisher noch still verhalten, und man glaube, wenn man den Eidgenossen zuvorkäme, würden sie nicht viel Anhang finden. Andern Berichten zufolge wollen die Eidgenossen nicht kriegen, sondern gütlich handeln. Dem König habe man geschrieben, eilend zu kommen, und im Fall eines Kriegs, da er durch Wegnahme des Klosters mit Gewalt entsetzt worden sei, vermöge des Worms'schen Landfriedens das Reich zur Hilfe zu mahnen. Der Tag der Eidgenossen sei zu Luzern gewesen. Bei Frauenfeld sollen 2000 Mann liegen, sie sollen im Thurgau bei Constantz bis zu St. Gallen und Schafhausen alles besetzt haben. Daher der mehrere Teil des Bundesvolks Constanz zuziehen werde.

 

3. Februar 1499.

Abermals ein Mandat der Bundeshauptleute, eilig und mit Macht zuzuziehen, indem die Eidgenossen mit Macht auf- und angezogen seien, und der Krieg mit Ernst angehen werde.

Esslinger Archiv conv. Via

 

3. Februar 1499.

Hans Nyffer an W. Sachs, Bürgermeister zu Esslingen, von Stuttgart aus.

Der Kanzler habe ihm entdeckt, wie Esslingen auf sei, so haben sie auf Esslingen Aufsehen; Herzog Ulrich habe den Abschied des Büchsenschiessens und des Sturmschlagens halb nicht angenommen, vielmehr sei er damals in Uebung gewesen, sich mit den Eidgenossen zu verbinden. Sie (die Landstände ?) seien aber gerüstet, und haben in allen Aemtern aufgeboten, wenn ihnen geschrieben werde, augenblicklich auf zu sein, nur haben sie verhütet, dass, Unrath zu verhindern, nicht an die Sturm geschlagen werde. Heute früh habe ihnen der Graf Wolfgang, Hofmeister, geschrieben, die Eidgenossen seien über Rhein gezogen, und haben Stein und Diesenhofen besetzt, darnach seien sei wieder über Rhein gezogen, um denen vom grauen Bund mit Macht zuzuziehen. Man versehe sich, das es ohne eine Schlacht nicht abgehen werde. Oben im Land sei der Sturm angegangen, und Jedermann sei auf und ziehe ab, auch des Herzogs Leute zu Tuttlingen und am Schwarzwald. Nyffer gibt also den Rath, Esslingen soll auch daran sein, dass es keinen Verweis und Spott auf sich lade, und auf kein Büchsenschiessen noch Sturmschlagen warten; im Würtembergischen werde dieses nicht geschehen, und man müsste dünne Ohren haben, wenn man es vom Bodensee und dem Hegau herab hören wollte.

Esslinger Archiv conv. Via

 

4. Februar 1499.

Weil an Esslingen.

Da die Constanzer Ordnung die zu schickende Anzahl nicht bestimmen, was sie bei dem jetzigen Aufgebot mit Macht zuzuziehen, zu thun haben?

Esslinger Archiv conv. Via

 

5. Februar 1499.

Wilhelm Besserer an Nördlingen.

Er hoffe, sie werden dem Abschied zu Constanz gemäss beim Sturm schlagen, mit ihren Leuten mit Macht zu ziehen. Er müsse sich wundern, dass sie sich des in diesem Abschied bestimmten Anlehens von 500 fl. widern; keine Stadt habe sich geweigert.

 

6. Februar 1499.

Hauptleute und Räthe des Bunds zu Constanz versammelt.

Die Sache im Vinschgau sei ehrlich gerichtet, die Völker können wieder abziehen. Da man aber nicht wisse, wie der Widerpart abziehen werde, so sollen sie sich gerüstet halten, wenn wieder an die Sturm geschlagen werden sollte.

 

7. Februar 1499.

Jakob vom Ems und Heinrich Binsch, Hübmeister zu Feldkirch, an die königliche Räthe zu Costanz.

Gestern seien die Eidgenossen aus dem Saneganser (Sarganser?) Land aufgebrochen, und zu Fuss und Ross über den Rhein gesetzt, und unter Gutenberg einen Brand angestossen; hierauf haben sich die Hauptleute Hans Jakob (von Bodman?), Graf Hug von Bregenz, Hans Truchsess, Hans von Königseck, Franz Schenk, Jos Huntpis u. a. mit Knechten vom Bund und der Landschaft Hut Gegenwehr aufgemacht, und die Feinde wieder über den Rhein getrieben, und weitern Brand verhindert. Weil sie sich nun noch weiter gegen die Feinde zu ziehen unterstehen, so sei Noth, sie mit Macht zu unterstützen. Sie legen den Bericht* Ludwigs Freiherrn von Brandis bei, der meldet, dass sie durch einen Sturm St. Luciensteig eingenommen, und die Lezy (äusserste Schanzen) zerbrochen, und viele erstochen, und ertränkt haben; sie haben sich nun gen Maienfeld hinabgeschlagen.

*Dieser Bericht fehlt in den Acten.

 

9. Februar 1499.

Hans Ungelter, der Jüngere, und Clement Reichlin von Constanz aus an Wilhelm Besserer.

Ungeachtet des zwischen Tyrol und den Churischen Gotteshausleuten und dem grauen Bund im Feldlager im Vinschau geschlossenen gütlichen Vergleichs, auf welchen die Bundesvölker abgezogen seien, seien doch die Eidgenossen am Mittwoch (den 6. Febr.) aus ihrem Lager im Salaganser Land aufgebrochen, über

 Rhein gezogen, und unter Gutenberg einen Brand angestossen, und die andern zu ziehen erfordert. Der Haufen zu Feldkirchen vereinigt mit den bündischen Knechten und der dortigen Landschaft sei zur Gegenwehr heraufgezogen, haben den Feind vertrieben, am weitern Brennen verhindert, und Luciensteig eingenommen u. s. w. - Es soll also überall und schnell und mit Macht aufgebrochen werden.

Esslinger Archiv conv. Via

 

10. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Nach dem durch die Eidgenossen gebrochener Stillstand haben die Bündischen zwar Meienfeld eingenommen, allein sehr angerufen, ihnen zu Hilfe zu kommen, da sich die Sarganser sehr stärken, und die Eidgenossen ihnen stark zu ziehen. Die königlichen Statthalter jetzt zu Constanz haben dieses Anrufen unterstützt; die Bauern haben zuerst gebrannt, dann haben die Bündischen sie erstochen, und nun werde der Krieg angehen, da die Eidgenossen den Tod der Ihrigen wieder rächen wollen. Desshalb habe der Bund beschlossen, die Sturm wieder anzuschlagen. Der Allmächtige möge die Unterhandlung, die der Bischof von Constanz mit den Eidgenossen pflege, segnen. Die von Zürich haben dem Bischof geschrieben:der Obrigkeit in den Eidgenossen thue dieser Handel leid, allein die urchristlichen Worte der Unsrigen gegen die Ihrigen erzürnen den gemeinen Mann; wo diese nicht vermindert werden, haben sie Sorge, ihre Gemeinde in Ruhe zu erhalten. Er möchte auf den Tag, den alle Orte der Eidgenossen an der rechten Fastnacht zu Zürich halten werden, kommen oder schicken. - Auf beiden Seiten sei der mehrere Theil des Kriegs begierig. Dem rönischen König habe man geschrieben, selber herauf zu kommen und das Reich aufzumahnen. Die von Ulm liegen noch mit 500 zu Fuss und 50 Raisigen zu Kostanz; morgen werden sie heraufziehen. Esslingen brauche keine Büchsen und nur 1 Wagen zu schicken, es möchte aber üble Nachrede zu verhüten, mehr Fussvolk schicken; denn manchen sage man nach, dass sie ihrer Bundespflicht nicht nachkommen. Da beide Theile des Streits begierig seien, so werde es nicht lange währen.

Esslinger Archiv conv. VIa

Den 11. Febr. erhält Nördlingen von den Bundesräthen und Hauptleuten einen Verweis, dass es keinen so tapfern Zuzug thue, als es solle. Wilhelm Besserer ersucht sie bei Ehre und Leid, Folge zu leisten.

Schmid'sche Sammlung Nro.4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

12. Februar 1499.

Die Städte, die theils langsam, theils nur mit wenigen zuziehen, sollen eilig und mit Macht aufbrechen. Die Eidgenossen seien in ein Land über Rhein gefallen, haben ein Dorf verbrannt und etliche der Bündischen erstochen.

 

12. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Eidgenossen seien allenthalben auf, ein guter Theil liege - ob Stockach: auf das Hegow stärken sie sich auch, daher rufen die Hegöwer sehr um Hilfe; ein merklicher Theil soll Kostanz zuziehen und um Kostanz liegen; daher mahne man wieder auf das höchste; Gott wolle es zum Guten schicken, er habe aber wenig Hoffnung, dass es ohne Schaden abgehen werde.

 

13. Februar 1499.

Bundesbefehl an Ulm, Biberach, Giengen, Gmünd, Nördlingen, Bopfingen, Aalen, eiligst zuzuziehen. - Wilhelm Besserer setzt bei; die Eidgenossen seien bei Feldkirch über Rhein in des römischen Königs Erblande gefallen, und thun für und für Schaden.

 

14. Februar 1499.

Abermals eine dringende Aufforderung der Hauptleute, Wolfgangs Grafen zu Oettingen und Wilhelm Besserer (z. B. an Nördlingen), eiligst und mit mehr Volk zuzuziehen.

Constantinus Ebinger, der Stadt Esslingen Hauptmann, schreibt aus dem Lager zu Witterdingen; er hoffe, wenns dazu komme, so wollen sie Ehre einlegen oder erwürgt werden; wo sie noch hingezogen seien, gebe man den von Esslingen den Preis; er wollte einen Gulden seines Gelds geben, die Knechte hätten alle Leibröcklein in Einer Farbe, wie der mehrere Theil der andern Knechte. Der Hauptmann der Stadt Weil habe ihm seine Leute, 22 Knechte, auch untergeben. Diese haben ihr eigenes Fähnlein tragen wollen, er habe es aber nicht zugegeben, sie ziehen dann blos hinten nach und nicht unter seinen Leuten.

Esslinger Archiv conv. Via

 

14. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Aus dem Hegau sei Botschaft gekommen, dass die von Bern und Lucern und die von Zürich mit 10,000 Mann in das Hegow ziehen wollen; Bern sei mit 6000 Mann ausgezogen, sie sollen heute gen Baden kommen. - Der Bürgermeister von Kostanz habe zu Zürich keine andre Antwort erhalten, als dass die von Zürich sagen, es sei aus ihren Händen (Vollmacht) gekommen; wenn dem Bischof daran gelegen sei, so soll er seine Botschaft an die vier Orte, die mit ihrem Hauptbanner um Feldkirch liegen, schicken. Der Bischof sei Willens gewesen, selbst persönlich zu ihnen zu gehen, es werde nun wohl aber nicht geschehen, da sie Maienfeld im Ueberfall eingenommen, das Schloss Fudutz (Vaduz?), das dem Herrn von Brandis gehöre, nebst vielen Dörfern verbrannt, den Herrn von Brandis gefangen, und viele Knechte erstochen haben. Um Feldkirch liegen bei 8000 Eidgenossen, die die Schwaben, ehe sie sich haben versammeln können, überfallen haben. Wenn man ihnen aber, wie stark angerufen werde und zu hoffen sei, mit Macht zuziehe, so hoffe er, die Eidgenossen werden weichen, dazu aber sei grosse Noth, da sie gefasst seien. Er sei besorgt; der Krieg sei des Königs; es sei kein Geld noch Lieferung da, wenn auch die Städte zusammen kommen, so werde der Adel nicht bleiben, wenn ihnen der König laut der Einung nicht -Lieferung gebe; man habe auch keine geschickte Kriegsleute. Dem König habe man auf's höchste geschrieben, bald zu kommen; er wisse nicht, ob das gut sein werde oder nicht. Sie sollten etwa 50 Knechte mehr schicken, denn es sei die höchste Noth; über 14 Tage werde es nicht währen. Denn man werde sich entweder schlagen, oder das Volk zum Theil wieder heimschicken, und nur etliche Oerter besetzen; den Kosten könne Niemand lange aushalten. - Jetzt sei es ganz aus dem Schimpf gekommen (Ernst geworden); die am meisten Ursache daran gewesen seien, möchten jezt gerne, dass der Wein wieder im Fass wäre.

 

15. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Eidgenossen haben Vaduz ausgebrannt; in Maienfeld aber liegen noch 400 der Bundesleute, die Eidgenossen hingegen seien noch stark im Oberland. Man ziehe ihnen vom Bund stark zu, es sei aber grosser Mangel an Geld und Lieferung. - Noch eine Botschaft: von Johann von Lobenberg, Ritter, und dem Burgermeister von Isni, die bei der Schlacht gewesen seien, habe er vernommen, die Bündischen haben alle Städte und Dörfer des von Brandis behalten wollen, und sich daher zu weit ausgedehnt; es wäre kein Wunder gewesen, wenn sie alle erschlagen worden wären; sie seien in zwei Haufen getheilt gewesen; der Haufen der Städte von 700 und der des Adels von 1000 Fussknechten; sie seien soweit von einander entfernt gewesen, dass sie einander nicht haben zu Hilfe kommen können. Die Eidgenossen, bei 6000, haben sie umgezogen, und ob sich jene gleich sehr gewehrt, und bei 2000 Feinde erstochen haben, ebenso viel als auch von ihnen umgekommen seien, seien sie doch in die Flucht geschlagen, den Städtischen 2 Fähnlein abgenommen und beide Fähndrich getödtet, der Hauptmann der Knechte der vom Adel, ein lediger von Lupfen, und andere redliche Knechte, jedoch niemand Namhafter erschossen worden. Aus Schrecken haben sich viele Knechte und Bauern verlaufen, aber man ziehe ihnen auf das Ausschreiben wieder mit Macht entgegen. Nun haben sie sich wieder gen Feldkirch gelegt, wären sie vorher da geblieben, bis sie mehr Volk gehabt hätten, so wäre ihnen dieses nicht begegnet --Herzog Ulrich von Würtemberg habe wegen der an ihn ergangenen Aufmahnung die Antwort ertheilt: der Pfalzgraf soll 1200 gerüstete Pferde beisammen haben, und mit Herzog Ott und den Bischöfen von Strassburg und Würzburg den Herzog Eberhard wieder einsetzen wollen, es sei ihm also schwer, aus dem Lande zu ziehen, doch wolle er sogleich aus dem Amte Tuttlingen und Balingen mit 2000 Mann und etlichen Reitern in das Hegow aufbrechen, auch wolle er noch 1000 Mann aus seinem Lande aufbringen. Da von den 1000 durch die Städte aufgestellten Knechten viele erstochen, und viele davongelaufen seien, so habe man, um die Kosten zu ersparen, und weil sonst alles im Anzug sei, auch die übrigen beurlaubt.

Esslinger Archiv convol. Via

 

16. Februar 1466.

Schweizerische Proclamation.

Liebe fründ, wir fügen üch zu wissen, dasz wir der üwern by den vierhunderten zu Mayenfeld haben gevangen, dieselben wir habend noch jn leben, da ist nu unser beger, dasz wir üch ergeben wellend an unser herren und oberen, so wellend wir üch schützen und schirmen vor allem besen gewalt und beheben by hus und hoff, by ere und by gut. Dann wa solichs nit beschahe, so wend wir underston, mit der hilff des Allmächtigen uch zu schädigen an lib und an gut, und üwer landtschaft gantz verbergen und verbrennen, dessglichen die gevangnen auch laussen richten mit dem swert. Hierumb begerend wir von stund an ainer schnellen antwürt von üch by dem botten. Geben zu Bendern uff die 10 stund vormittag uff sambstag vor Invocavit a. u. s. w. 99 unser des hoptmans von Lucern insigel in unser aller namen

hoptlüt venrich von stetten und lendern gemainer aidgenoszschaft
yetz im veld versamelt.

Unsern guten frunden, den samelt. hoptlüten und gemainden in dem ganthen tal Waldgöw.

Esslinger Archiv convol. Via

 

16. Februar. 1499.

Die Hauptleute der Eidgenossenschaft an die königl. Räthe zu Feldkirch.

Den strengen, vesten, wyssen hern. Uewer schriben der gefangen halb zu Mayfeld haben wir verstanden und fügen üich hie mit zu wyssen: sofern uns das land Walgöw huldet und schwöret, so werdent sie on mercklich engeltnuss davon kommen, wa aber solichs nit beschieht, werdent wir mit jnen handlen, wie sich gebiert, und witer erfordern wir an uich die statt Veltkirch mit sampt dem schloss uns, die zu unsern handen zu übergeben, dan wa das nit beschieht, söllen jr wissen, das wir wellent äwer land und lüt schleytzen byss in grund, so wit unser lib und gut gelangen mag, dernach wyssen uich zu halten mit beger üwer verschriben antwurt uff der alten Fassnacht abent am Eschernberg by Veltkirch anno u. s. w. 99 und versiegelt mit Ludwig Sailers altschulthaiss zu Lucern und hoptmans insiegel von unser aller wegen

hoptlüt von stetten und lendern unser aidgenoszschaft
yetz im veld.

Den edlen, strengen, vesten, wyssen hoptlüten und retten der kö. Mt. yetz zu Veltkirch versamelt.

Esslinger Archiv conv. Via

 

16. Februar.1499.

Wilhelm Besserer bittet Nördlingen abermals um die 500 fl., die es nach dem Kostanzer Abschied an den zu Unterhaltung von 1000 Fussknechten gen Ravenspurg zu erlegenden 4000 fl., die alle bis auf ihren Beitrag schon eingegangen seien, zu entrichten habe.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

19. Februar 1499.

Wilhelm Besserer an Esslingen.

Die Eidgenossen haben sich in ihrem Lager oberhalb Feldkirch erhoben, und seinen Willens, den Rhein herab zu ziehen, um Feldkirch, Bregenz, das Waldgau und anderes daselbst einzunehmen; sie seien in solcher Macht, dass das Volk, das oben liege, keinen Widerstand leisten könne. Würden sie Bregenz bekomen, so würden sie Meister des Sees und dadurch für ganz Schwaben gefährlich werden; man solle also über das schon abgeschickte Volk noch mehr Volk so schleunig als möglich gen Bregenz schicken.

Da den vom Adel und den Städten aufgestellten 2000 Mann an Fastnacht (12. Febr.) ein Schaden zugefügt worden, dass der Hauptmann derer vom Adel und etliche Fähnlein verloren gegangen, auch anderthalbhundert umgekommen seien, so haben die vom Adel und den Städten, obgleich die Eidgenossen nach Jörg Lochers, Bürgermeisters zu Isni, Bericht gleichen Verlust erlitten haben, die an den 2000 Knechten noch übrigen, die sich nicht verlaufen haben, zu urlauben, weil ja jetzt ohnehin Jedermann mit Macht zuziehe.

Vogt, Gericht und Gemeinde der Stadt Urach schicken auf den wegen des Kriegs gegen die Eidgenossen ausgeschriebenen Landtag gen Stuttgart zei Abgeordnete, ihren Burgermeister Hans Hohenberg und Ulrich Günther von der Gemeinde.

Esslinger Archiv convol. Via

 

20. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Wenn die Anzahl aller ihrer Knechte, die sie geschickt haben und jetzt noch schicken, 200 sei, so sei es genug. Die von Ulm haben da oben 700 zu Fuss und 60 zu Ross, Ueberlingen 600 zu Fuss, Memmingen 250 zu Fuss, 8 zu Ross, Ravenspurg 200, Biberach 100, Pfullendorf 60, Nördlingen, wie man sage, 400. Von den Prälaten und Grafen haben sie auch nach Verhältniss ihres Vermögens 300, 200, 100, 50. Die Gesellschaft im Hegow sei mit Macht auf, sie ziehen aber nicht vorwärts, sie seien denn beisammen. Herzog Ulrich von Württemberg Volk sei im Hegow auf 3000 zu Fuss und etliche Reiter, auch die Knechte von Esslingen, Weil, Pfullendorf, Sulgen, Riedlingen und andere, so dass er die im Hegau auf 6000 Mann schätze. Die Eidgenossen liegen mit 11,000 Mann gleich am Hegow zu Schafhausen, Diesenhofen, Stain und Kaiserstuhl; man müsse stündlich erwarten, dass sie in das Hegow oder in die Baar fallen werden. Der andern Fürsten Volk sei noch nicht gekommen. Der Zug des Königs von Frankreich auf Burgund soll noch auf 3 Monate verschoben sein. - Die römische Königin mahne in Abwesen des römischen Königs die Städte Strassburg, Basel und ander, auch zuzuziehen. Der Landvogt sei im Saulgau, Breisgau und Elsass mit Macht auf. - Die Eidgenossen haben den Escherberg ½ Meile von Meienfeld verbrannt, und es sei zu besorgen, dass sie sich vor Feldkirch schlagen werden; man habe also diese Stadt mit den Ulmer Raisigen und andern Herrn und guten Leuten besetzt, das übrige Volk aber auf Bregenz geschickt, wiewohl sie schreiben, dass sie noch viel unnütz Volk darin haben, sie können es aber nicht mehr herausbringen, es könne ihnen auch kein Spies mehr zugehen. Ob die Eidgenossen davor bleiben werden, wisse man nicht. Die Hauptleute schreiben um Hilfe und meinen, wenn sie zu ihrem Volk noch 6000 Mann hätten, so wollten sie sich mit den Eidgenossen, deren 10,000 sein sollen, schlagen. Man fürchte, sie werden auf Bregenz herabziehen und den Bodensee einnehmen. Die von Kostanz fürchten, sie werden sich vor ihre Stadt schlagen. Auf Oculi sei ein gemeiner Bundestag der Fürsten und beider Hauptleute mit ihren Räthen gen Ueberlingen ausgeschrieben, über diese Sachen zu rathschlagen, die Eidgenossen werden aber wohl nicht so lange feiern. "Unser ding ist nit wol versehen in vil weg." Die von Luzern haben den von Nürnberg als ihren Feinden, weil sie mit der königlichen Majestät verwandt seien, 2 Wagen mit Gütern von Genf niedergeworfen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

20. Februar 1499.

Hauptleute und Räthe des Bunds zu Kostanz an alle Bundesverwandte.

Die Eidgenossen haben die Landschaft zu Walgau an sich gebracht und sich vor Feldkirch geschlagen, und die darin befindlichen Bundesvölker belagert, so dass ihnen keine Lieferung zukommen könne. Mit einer andern merklichen Heereskraft seien sie auch ins Hegau gezogen, wo sie auch verbrennen und verheeren, was sie finden. Da sie nun weiter herab rücken wollen, und nicht nur Schwaben, sondern auch andere in Gefahr kommen, so seien sie gesonnen, wofern man ihnen mehr Macht, als sie jetzt haben, zuschicke, im Namen des Allmächtigen den Feind zu schlagen, Feldkirch zu entschütten, und die Sachen ganz auf den Feldstreit zu setzen. Sie sollen daher als fromme Bundesgenossen die unüberwindliche Noth zu Herzen nehmen, und mit aller Macht zu Ross und Fuss, allem Geschütz und allem, was zum Streit gehört unverzüglich nach Ravensburg aufbrechen, und das Volk auf 8 Tage mit Lieferung versehen.

 

20. Februar 1499.

Wangen an Ravensburg.

Sie haben in dieser Stunde Bericht empfangen, dass die Eidgenossen gen Hard und in die Läger, da die von Wangen und Ravensburg liegen, gezogen seien, gegen 1000 erstochen und die andern bis Bregenz gejagt haben. Jedermann fliehe; etliche vom Adel, die gen Wangen gekommen seien, besorgen, Bregenz werde sich nicht halten können.

Esslinger Archiv conv. Via

 

20. Februar 1499.

Hans Caspar von Laubenberg an Wangen.

Jörg von Freiberg, Hans Johan von Laubenberg, Adam von Fruntsperg sammt den von Kempten und vielen Rittern und Knechten aus dem Lande Schwaben haben ihm geschrieben, dass sie sich in Bregenz geworfen haben, die Stadt zu verwahren, und begehren an alle, die durch diese Schrift oder den Glockenschall ermahnt werden, eilends wieder mit Gewahrsam auf Lindau oder an die Klause bei Bregenz zu ziehen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

21. Februar 1499.

Wilhelm Besserer an Nördlingen, Esslingen und andere Städte.

Da aller Sieg von Gott komme, so habe der Bund in Costanz beschlossen, dass Gott und die Himmelskönigin täglich in der Kirche darum angerufen werden sollen.

Esslinger Archiv. Conv. Via

 

22. Februar 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Schweizer liegen zu Stüsslingen im Hegow 8000 M. stark und auf anderthalb (tausend?) Pferde, mit viel Wagen und Büchsen zu einem Feldzug gehörig; es sei zu fürchten, sie werden sich vor Engen oder Ach schlagen; am letztern Orte seien 600 Knechte und etliche Edel, das Städtchen könne sich nicht über 8 Tage halten, in Engen hingegen seien auf 5000 Mann, so Gott will, werden noch mehrere dazu kommen, und dann werde man sich mit den Schweizern schlagen. Am Montag (19. Februar) haben diese 5 - 6 Dörfer, und die zwei folgenden Tage auch etliche Dörfer abgebrannt. - Der römische König habe geschrieben, er sei mit dem König von Frankreich und Geldern gerichtet, ausser etlichen Anhängen, die ihn aber nicht hindern werden von Stund an gen Kostanz zu kommen und den nach Köln ausgeschriebenen Reichstag in Kostanz zu halten, er lasse Mandate ausgehen und thue den Bischof von Chur und seine Anhänger in die Acht; ausser den allgemeinen Mahnungen an das Reich laut des Landfriedens lasse er auch an etliche Städte, insonderheit Strassburg, Basel, Colmar

u. s. w., die mit seinen Landen in besonderer Verständniss seien, besondere Mahnungen ergehen; er sorge, es werde ein solches Wesen werden, dass Niemand wisse, wann es aufhören werde. - Mit dem Bischof von Konstanz habe man seiner Städte und Schlösser halb, die er disshalb Rheins auf schwäbischer Seite habe, ein Verständniss gemacht, dass er mit denselben still sitze und sie versorge, dass den Schwaben daraus kein Schaden erstehe; wo es nicht geschähe, würde man sie zu des römischen Königs Handen nehmen. Mit den Schweizern habe er sich vereint, dass sie ihn mit dem, was er unter sich habe, auch still sitzen lassen wollen. Die Unterhandlungen den Bischof, das Kapitel und die Stadt mit einander zu vereinen, haben bei drei Wochen gewährt. - Die Stadt Kostanz sei sehr besorgt, dass sich die Schweizer vor sie legen werden, es sei auch nicht unwahrscheinlich, dass ihre Macht in beiden Lagern auf 16,000 Mann zu schätzen sei; die Inwohner wollen keinen von den Bundesräthen aus der Stadt lassen, insonderheit murmeln diejenigen sehr, die nicht gerne in den Bund getreten seien; es sei sorglich genug da. - Die Schweizer haben Feldkirch belagert, viele gute Leute liegen darin, die sehr um Rettung anrufen, doch können sie sich noch eine Zeit lang halten. Die von Pludenz, und was des Königs sei, bis an Arlenberg haben den Eidgenossen gehuldigt. Am 20. Nachmittag haben die Schweizer vor Feldkirch die unsern, die die Wart an der Klause inne hatten, überfallen, etliche erstochen und die übrigen fortgedrückt; durch diese seien andere, die in einem Dorf im Lager gelegen seien, so in Furcht gebracht worden, dass sie nach Bregenz, Lindau und Wangen geflohen seien; jenes Dorf haben die Schweizer ausgebrannt; es sei ein grosser Schrecken unter das Kriegsvolk gekommen; er sorge, der Allmächtige wolle uns strafen. Die Bregenzer fürchten, die Schweizer werden auch vor ihre Stadt, die nicht fest sei, rücken. Dann hätten sie das eine Seeufer von Bregenz bis Konstanz inne. Jedermann rufe um Hilfe an "wir seyen rechte martirer." Wenn nur der König käme, und sie sich unterdessen halten können, dass sie keinen grossen Schaden an Leuten erleiden, dann wollte er hoffen, es sollte darnach besser werden.

Esslinger Archiv conv. Via

 

23. Februar 1499.

Constantinus Ebinger (Esslinger Hauptmann) an Esslingen.

Etliche Hauptleute und der Vogt zu Stockach haben ihm geschrieben, wieder zurück mit seinen Knechten gen Stockach zu ziehen; da ihm aber Schenk Christoph von Limpurg befohlen habe, zu Ach zu bleiben, und die armen Leute daselbst zu beschützen, so sei er auch nicht weggezogen; ihrer seien alle zusammen etwa 400; würden sie weggehen, so würden, da das Städtlein nicht nothfest, sondern nur für einen Anlauf sei, auch die andern wegziehen, und dasselbe den Schweizern preisgegeben. Graf Wolf von Fürstenberg und Diepold Spät haben ihn auch gebeten zu bleiben. Und da man sie in

5 - 6 Tagen entschütten (entsetzen) könne, so wäre es eine Schande, wenn sie weggiengen, lieber wollten sie sich alle erwürgen lassen. Die Schweizer liegen in der Nähe in zwei Lagern mit 10 - 12,000 Mann. Sie streifen oft im Felde umher, und brennen bis nahe an das Städtchen hin; sie haben auch Fridingen, Stützlingen, Honburg und Rossneck (Roseneck?), die Schlössen und noch manches Dorf verbrannt. Graf Wolf von Fürstenberg und Diepold Spät haben heute mit einigen Reitern und etwa 250 zu Fuss bei 60 Schweizerknechte, die zu weit zurückgeblieben seien, erstochen. Sonst sei noch kein Scharmützen oder Schlagen vorgefallen, nur dass manchmal etliche, die sich zu weit wagen, ergriffen werden; sonst könne man ihnen nichts abbrechen, sie seien zu stark und haben wohl auf 300 Wägen bei sich, und schleifen das Hegow, es sei uns lieb oder leid. - Er habe verstanden, der Zug werde bis auf den nächsten Sonntag zusammenkommen, und dann werde man sich mit ihnen schlagen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

25.Februar 1499

Wilhelm Besserer an Nördlingen.

Er sei glaublich berichtet, dass der Bundesstädte Fussknechte nach dem Handel bei Bregenz fast verlaufen und nicht mehr im Lager seien. Weil nun durch die Bundeshauptleute und Räthe zu Kostanz der Städte Knechte an der Klause zu Bregenz, sie inne zu haben verordnet seien, und durch Bewahrung dieser Klause merklich Unrath verhütet werden könne, so soll Nördlingen die Seinigen, die sich auch verlaufen haben, eiligst wieder dahinauf schicken.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4.

 

28. Februar 1499

Hans Ungelter an Esslingen.

Er habe dem Ebinger geschrieben, und dieses auch bei Schenk Christoph zuwege gebracht, dass er mit seinen und der von Weil Knechten, die allein noch zu Ach liegen, und leicht von den Schweizern übereilt werden könnten, nach Stockach zurückziehe, wo ein sicheres Lager und mehr von demjenigen sei, was zum Krieg gehöre. Dieses sei um so nothwendiger gewesen, da Nachricht eingegangen sei, dass die Feinde sich 12,000 Mann stark vor Engen gelagert haben. Nachher sei berichtet worden, dass sie wieder von Engen weg nach Schafhausen, Diesenhofen und Stain gezogen, und etliche durchaus heimwärts seien, im Rückzug haben sie etliche Dörfer verbrannt; man wisse ihre Absicht nicht. Die Sage gehe, Dietrich von Blumeneck brenne sie mit dem Zug aus dem Suntgau, Breisgau und andern Orten auf das Ergau hinein. Die Schweizer, die zu Bregenz und Feldkirch gelegen seien, haben sich auch wieder auf Rheineck und Kostanz zurückgezogen; auch ihre Absicht wisse man nicht. Die an der Etsch haben das Schloss Fürstenberg gewonnen, und das Vinschgau bis an das Engendin eingenommen; sie haben viel Volk bei sich, und führen den Bischof von Chur mit sich in Gewahrsam. - Sonntag Abends (24. Febr.) seien Gesandte von den Bischöfen zu Strassburg und Basel, auch von beiden Städten, und Colmar und Schletstat zum Bund gekommen, mit der Erklärung, dass ihnen diese Widerwärtigkeit leid sei und mit dem Anerbieten, friedlich in der Sache zu handeln. Man antwortete, dass man kein Mittel vorzuschlagen wisse, wüssten aber sie eines, so sollen sie es anzeigen. Nach mehreren Unterhandlungen kam man überein, sie sollten, falls sie die Schweizer gewiss geneigt dazu merkten, ihnen einen Anstand vorschlagen. - Der Tag zu Ueberlingen werde vor sich gehen.

Esslinger Archiv convol. Via

 

1. März 1499.

Der Nördlinger Hauptmann Georg von Emershofen berichtet, Hönburg und das Dorf Steusslingen, Fridingen, Randeck, Roseneck, Staff und andere Dörfer seien verbrannt worden. - Stöbenhaber, jetzt zu Lindau, sei von den Räthen, Hans Ungelter und Clemens Reichlin auf den Sonntag gen Ueberlingen gefordert worden. Die Wanderung der Knechte und das Schicken wieder gen Lindau und Bregenz werde stille stehen und Niemand geschickt werden, bis der Tag zu Ueberlingen vergehe. - Die Eidgenossen seien aus dem Hegau wieder gen Diesenhofen und Schafhausen gezogen. - Der Städte Knechte (Ulm, Memmingen, Ravensburg, Biberach und andere, so viel derer vorhanden) liegen zu Bregenz und Lindau.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

8. März 1499.

Abschyd und anschlag von gemeinen stenden des bunds wider die aydgenossen uff dem tag zu Ueberlingen beschlossen. Freitags vor Lätare anno u. s. w. 99.

Anfangs ist dem volk zu rosz und fusz, so wie hernach volgt in der ersten und andern hilff angeschlagen und verordnet ist, ain oberster veldhauptman erwelt, nemlich graf Wolffgang zu Fürstenberg, landhoffmaister u.s. w. Diser houptman sol mitsampt den, so jm von den fürsten, ouch den vom adel und stetten zugeordnet werden, macht haben, mit sollichem volk, das jm ouch alles pflicht tun sol, gehorsam zu sin, den vyenden zu begegnen, uff sy zu ziehen und zu handlen, wie es jm und sin zugeordnet rät zu aller zyt nach gestalt und gelegenheit der sach nutz und gut ansicht.

Und daruff sollend die curfürsten und fürsten, auch die vom adel und stett des bunds yetzo fürderlich und so eest gesin mag die nachgeschriben anzal solichem veldhouptman in das Hegow zu besetzung Constantz und andrer slosz, ouch zu tribung des kriegs zu schicken, und namlich die vom adel und stetten, jr anzalen hie zwischen und dem Sonntag Judica negstkünfftig, lut disz abschyds ersetzen und schicken, doch ob ayncher der sach gelegen und mit siner anzahl verfast were, der sol von stund an die selben sin anzal verordnen und legen und hierjnne keiner uff den andern verzug tun, nemlich:

Mentz 300

 

Wirtemberg 100

 

1000

 

Tryer 50

z. R.

Baden 30

z. R.

400

z. F.

Brandenburg 300

 

Augsburg 50

 

400

 


die vom adel und stetten 100 zu ross 3100 zu fuss und von den stetten 5 schlangenbüchsen.

Ueber sollichen vorgeschribnen anschlag ist verrer geratschlagt und beschlossen, ob die aydgenossen wyderumb mit macht herusz uff k. Mt. land und lütt, oder ander vom bund ziehen wurden, an welchem ort das beschäch, wann dann den obersten houptmann ansicht, das er derselben macht mit dem vorgeschribnen anschlag zu swach wern und darumb die acht rätt vom adel und den stetten des bunds, so als hernach volgt, zu kö. Mt. rätt zusammen verordnet sind, darumb ersucht, söllend dieselben von stund an den andern anschlag hie nach volgend, gar, halbs oder zum tail, wie sy uff anzaigen des veldhouptmans gut ansicht ervordern, und daruff ouch ylends zugezogen werden an das end, wie ain yeder beschaiden wirdet, und volgt hernach sölicher anderer und gröszrer anschlag, nemlich Wirtemberg 3000 zu fusz, 1 quartton, 3 schlangenbügssen; Augspurg 50 zu rosz, 1200 zu fusz; Baden 50 zu rosz, 1200 zu fusz, und darzu die von stetten 1 quartton, 5 schlangenbüchssen.

Und söllend sich min genedigist und genedig herr Maintz und Brandenburg über die vorberürten ersten hilff und zulegung jn rüstung halten, und ob sy wyter ersucht wurden, sich mit verrer hilff und zu ziehen bewysen, als gemainer bund vertruwen zu jr baider gnaden hat.

Item welchem vom adel dem fussknecht zu schicken in der ersten oder andern hilff uffgelegt werden, ebner und gelegner wery, selbs zu ryten, und sich zu ross zu rüsten, der mag allwegen an dreyer fussknecht stat ain wolgerüsten raisigen haben, und ob sich ainer allein nit rüsten möcht, so mügen sich also 2 oder 3 zusammen schicken, damit jr zal erfüllt werd, dessgelichen mügen die von stetten auch tun.

Item es soll ain yeder bringen und schicken gut geübt fussknecht, und die buwren und ungeübten, so verr es yemer sin mag, ersparen, ouch sol man sich firssen (fürsehen) bügssen, schützen, zuwegen ze pringen, und das ain yeder fussknecht zum meisten ainen krebs hab.

Item es soll ain yeder Hauptmann, sobald er mit sinem volk zu dem obersten velthauptman kompt, jm sin uffgelegt anzal by dem ayd anzaigen und mustrung am selben end beschehen lassen, darzu sol ain yeder by den sinen daran sin, und jnen in die aydspflicht geben, dardurch by inen allen gotslesterung, zu trincken, smähung der kirchen und frowenbild, ouch ander unziemlichait zum högsten verhütt und fürkomen werd.

Item nachdem dieser krieg ursprüngklich k. Mt. als Ertzhertzog zu Oesterreich ist gerathschlagt und beschlossen, das der k. Mt. marschalk und houptman her Hans Jacob von Bodman und by jnen 4 von adel, und 4 von stetten des punds zu Ueberlingen, oder an ainen andern ort nach gelegenhait der sach zu versamnung sin und beliben, und all zu fallend sachen und hendel, so sich der nottdurfft nach usszurichten gepüren, handeln söllen, damit der veldhauptman dero gantz entladen syn, und den sachen, so aim veldhouptman zugehören, daselbst gewarten müg.

Und fürnemlich ist den 4 von den stetten zum krieg geordnet gewalt gegeben, den raysigen und fussknechten, so die erbern stett des pundts gen Costentz senden söllen, houptlüt uss denselben gesandten zu erkiesen, wie sy gut ansehen wirdet.

Item in die stat Costentz sol ouch ain besonder houptman geordnet werden.

Item es sind ouch von disem tag von den churfürsten und fürsten des bundsverwandten und gemainem bund vom adel und den stetten treffenlich botschafften, ylends zu der k. Mt. abgevertigt jnhalt ainer notturfftigen jnstruction zu handeln und zu arbaiten. Damit sie k. Mt. sich on verziehen mit uffmanung des rychs personlich heruff zum handel thu und daby angezaigt, das gemaine versamnung nach gestalt der hendel und sachen ouch zu widerbringung der abgetrungen land und lütt und erholung des erlitens schadens uff siner k. Mt. gut beduncken geratschlagt hab, das mit dem veldzug wider die verbrecher des landfriden nit lenger, dann byss uff St. Jörgen tag zu verziehen sei, wie dann söllichs die instruction zu erkennen git.

Und damit got der almechtig dem bund sinen verwandten in disem fürnemen destmer gnad und sigs verleih, ist ernstlich angesehen und beschlossen, das in allen pfarren dem pund und sinen verwandten zugehörig, allewyl diser krieg weret, got dem almechtigen zu lob alle wochen ain erützgang umb die kirchen gehabt, ouch das volk nach dem ampt der mess und zu allen predigen an der cantzel durch den priester vlissentlich ermant und got der allmechtig um gnad, syg und glück mit andacht angeruft werden sol.

Darzu sol jn allen pfarrkirchen alle tag, so das hailig sacrament jn dem ampt der mess uffgehabt wirdet, ain glocken gelüttet und alsdann von yedem menschen 5 paternoster, und 5 ave Maria mitsampt ainem glouben umb gnad und glück jn disem fürnemen knieelingen gebettet werden.

(Und so die anzal baider hilffen, so den stetten des bunds gepürt, under sy ussgetailt worden ist, gepürt den von Esslingen zu haben, namlich zu der ersten hilff 4 zu ross, 133 zu fuss und 1 slangenbüchs und zu der andern grössern hilff 399 zu fuss und 12 zu ross.)

Und ist daruff verlassen, das der stett des bunds anzal zu ross und fuss, so vil jnen allen zu dem vorgeschribnen ersten anschlag gepürt zu Costenz zusamen zu komen und nachmals des obersten veldhouptmans beschaid gehorsam zu sin.

Item es sol ain yede stat uff yeden wagen 2 haggenbügssen und darzu lüt verordnen, die damit zu handlen wissen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

9. März 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Wegen der Aufmahnung zum Feldstreit werde es der Zeit nicht noth sein, er wolle aber, wenn es zur Sprache komme, einem ehrsamen Rath verantworten: denn Esslingen habe in dieser Sache genug gethan. - Auf sein Zuthun sei Ebinger mit den Esslinger Knechten gen Kostanz gekommen, wo er nicht mehr so unsicher liege. - DerTag von Ueberlingen habe seinen Fürgang. Die Fürsten haben treffliche Botschaft geschickt; die Hauptleute mit ihren 18 Räthen seien da, auch haben Ulm, Memmingen, Ravensburg, Wangen, Pfullendorf und Weil geschickt, er hätte sich versehen, dass auch Esslingen seine Botschaft geschickt hätte, da ihnen allen, wie zu besorgen sei, Sterben und Verderben daran liege. - Die Gesandten der Bischöfe und Städte Basel und Strassburg haben von den Eidgenossen zurückgebracht, dass diese zuerst haben wissen wollen, ob sie vorher bei dem Bund gewesen seien. Und als sie dieses bejaht und erzählt, dass sie, denen der Krieg leid sei, zu gütlichem Anstand gehandelt haben, in Hoffnung, wenn ihn beide Theile annehmen würden, dadurch den Frieden zu befördern, haben die Eidgenossen geantwortet, sie wüssten diese Meinung nicht anzubringen, indessen möchten sie, wenn sie es gut finden, die Sache bei dem römischen König und dem Bund anbringen, und es ihnen, wenn sie einen Anstand erlangten, melden, sie wollten es dann bei den Ihrigen auch anbringen, und hofften, diese werden sich unverweislich halten. Der Bund aber wollte nicht annehmen, dass die Schweizer zuerst seinen Entschluss erfahren, und dann freien Willen haben sollten, zu thun nnd zu lassen, was ihnen gefalle. - Es sei wohl zu merken, das diesmals bei den Eidgenossen nichts zu erlangen sei, denn die Büberei sei zu viel unter ihnen. - Man berathschlage zu Ueberlingen ernstlich, was zu thun sei, auch sei beschlossen worden, den König herauf zu bitten, dass er das Reich und die andern Städte, die den Bund angenommen haben, aufmahne; könne er selbst nicht kommen, so möchte er einen Fürsten zum Hauptmann ernennen, des Reichs Banner fliegen und ein allgemeines Aufgebot ergehen lassen, dass Jedermann auf St. Jörgen Tag an einer bestimmten Malstatt sich einfinde. Ausser dem, den die Fürsten zu dieser Botschaft an den König verordnen werden, seien Graf Wolfgang von Oettingen und Walther Ehinger dazu erwählt worden. Es sei von einem Anschlag von den Fürsten und dem Bund auf 20,000 zu Fuss und 2500 zu Ross zu dem grossen Feldzug geredet worden; bis dieser zu Stand komme, nehme man jetzt 5000 zu Fuss und 800 zu Ross zum täglichen Krieg an, um unterdessen das Hegow und andere Orte zu besetzen, und sich ohne grossen Schaden zu halten. Ueber dieses Volk sei Graf Wolf von Fürstenberg zum Feldhauptmann erwählt, und ihm 4 Räthe vom Adel und 4 von den Städten zugegeben worden. Ihrer aller (der Städte Boten) seien der Meinung, der grosse Anschlag sollte nicht vor Georgii angehen, allein ein Theil sei zu hitzig in der Sache, auch sei zu besorgen, die Eidgenossen werden sich wieder heraus thun und wieder brennen. - Seit 8 Tagen halten sich die Eidgenossen um Hegow und Kostanz stille; ein Theil sei wieder in das Ergau zurück, da habe ihnen der Landvogt etliche Dörfer abgebrannt; etliche liegen noch zu Stein, Diesenhofen und Schafhausen; man sage, es sei bei ihnen sehr theuer, da ihnen von aussen nichts zugehen könne. Sie seien wieder mit etlichen Fähnlein in das Gebirge über den Arlenberg in das Vinschgau, dort seien wider die Bauern und Engendiner auf 6000 Mann, die brennen und erstechen einander alle Tag.

Esslinger Archiv convol. Via

 

10. März 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Heute habe der Tag zu Ueberlingen seine Endschaft erreicht, und Jedermann sei weg, ausser dem königlichen Marschalk, und den 4 vom Adel und den Städten, nämlich Graf Hug von Werdenberg, dem Landcommenthur, Ulrich von Westerstetten, Eglof von Rietheim, Rudolf Ehinger, (der an Walthers Ehingers Stelle sei, bis dieser vom König zurückkomme) der Burgermeister von Ueberlingen (Clement Reichlin?) Stöbenhaber von Memmingen und er. Der Abschied habe diesmal leider nicht anders ausfallen können. Er wolle allen Fleiss anwenden, dass es zu keiner weitern Mahnung komme, bis man wisse, wess Willens der römische König sei. - Des Bischofs von Kostanz Räthe haben heute angezeigt, die Eidgenossen haben sich in das Dorf Gottlieben gelegt, und sie werden das Schloss zu gewinnen suchen; der Bischof möge wohl leiden, dass man sie aus dem Flecken treibe und das Schloss zu des Bunds Hand annehme; denn sollten sie das Schloss gewinnen, so sei zu besorgen, dass die von Kostanz den Bischof zu Tod schlügen. Um dieser und anderer Sachen willen selen ihrer 4 von den Räthen an den Rath zu Kostanz geschickt worden. - Des Pfalzgrafen Gesandtschaft Jakob von Fleckenstein und Michael von Rosenberg haben dem Bund im Namen ihres Herrn ihre Vermittlung mit den Eidgenossen angeboten, nachdem er durch königliche Mandate diese Zwiträchtigkeit vernommen habe. Man habe ihnen den ganzen Verlauf der Sache und die ähnliche Unterhandlung der Gesandtschaften von Strassburg und Basel erzählt, endlich aber doch sich erklärt, dass man es annehmen wolle, wenn sie als für slch einen Frieden auf 14 Tage bewirken könnten, während welcher Zeit man einen Tag gen Basel zur Beilegung der Sache bestimmen könnte. Die Pfalzgräflichen Gesandten nehmen diesen Vorschlag an, und versprechen, vor die Versammlung der Eidgenossen gen Luzern zu gehen; sie glaubten, der Pfalzgraf selbst werde auf diesen Tag kommen. - Wenn aber schon der Friede von beiden Theilen angenomen werde, so solle doch kein Theil unter dem andern wandeln. (So gross war die Erbitterung beider Völker; so grenzenlos ihre gegenseitige Lust zu beschimpfen und zu beleidigen!) Die Gesandten haben auch ihren Herrn wegen des Gerüchtes verantwortet, dass er in Rüstung gewesen sei und über Württemberg sollte gezogen sein, damit die Eidgenossen desto freiere Hände haben möchten; sie haben die Ursache der Rüstung angegeben, dass sie nicht wieder Wirtemberg gewesen sein.

 

Esslinger Archiv convol. Va 1.

Eine Relation im Nördlinger Archiv berichtet Folgendes: Montag nach Lätare (11. März) haben die Eidgenossen vom Bischof von Kostanz verlangt, ihnen Gottlieben zu öffnen und im Weigerungsfall es selbst zu thun gedroht. Sie haben sich darauf in 3 Haufen gethan, und mit 3 Fähnlein, eins von Zürich, eins von Frauenfeld, das dritte unbekannt, gen Kostanz genähert, ein Haufen habe sich bei der Kreuzlinger Kelter, der andere bei Tagenweiler hinter der Kirche, und der dritte in der Gottlieber Gassen gelegt. Hans Caspar von Laubenberg, Ritter, habe sich als Hauptmann mit den Knechten zu Ross und zu Fuss bei 3000 Mann, die von Adel und Städten gen Kostanz gelegt worden seien, herausgelassen, in den Feind geschossen, sie getrennt und in die Flucht gejagt, und ihrer bei 50 erschlagen. Der Schweizer seien bei 3000 Mann gewesen, die Deutschen seien aber keineswegs beleidigt worden. Ein Diener des Grafen von Oettingen soll allein 9 erschlagen haben.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4 nach dem Nördlinger Archiv.

 

18. März 1499.

Die Hauptleute und Räthe des Adels und der Städte des Bunds schreiben an die Bundesstände: dass jeder noch so viel als der erste Anschlag inhalte, folglich bei 10,000 Mann oder den halben Theil des ganzen Anschlags schicken soll; denn nach dem Abschied zu Ueberlingen haben laut eingezogener Kundschaften die Eidgenossen zu Luzern beschlossen, des Königs und des Bunds Lande mit noch grösserer Macht als je und mit ihrer Hauptbüchsen anzugreifen, und zwar schon heute oder zum längsten Montag nach Ostern (1. April). Auf den heutigen Tag liegen sie mit 3000 Mann auf königlicher Majestät obern Erblanden. Esslingen, Ueberlingen, Weil und Pfullendorf sollen auf Quasimodogeniti (8. April) ihre Anzahl zu Ueberlingen, die übrigen Städte aber zu Ravensburg haben. - Da der römische König den Herzog Albrecht von Bayern zum obersten Feldhauptmann des Reichs verordnet habe und Willens sei, in eigener Person beim Handel zu sein, so werde das Reich wohl auch zu Hilfe kommen, und der Bund die andere Hälfte der Hilfe zu stellen überhoben sein. - Jetzt müsse man helfen, sonst möchte es zu spät sein.

Esslinger Archiv conv. VIa

Dem Ueberlinger Abschied gemäss schreibt Jörg von Freiberg von Stüsslingen an Herrn Heinrich Nythart, Domcustos zu Kostanz und Pfarrer zu Ulm: die Eidgenossen als Feinde und Vertilger alles Adels und aller Ehrbarkeit, wollen insonderheit den Adel im Hegow vernichten. Darum sei zu Ueberlingen die andere Hilfe ausgeschrieben. Wenn er, (Freiberg) auch nicht in der zwölfjährigen Bundeserstreckung wäre, so müsste er sich doch für verbunden halten, zu Rettung des Vaterlandes beuzuspringen. Es treffen ihn 3 Fussknechte, die Sonntag Quasimodogeniti zu Ravensburg sein müssen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4 aus dem Nördlinger Archiv.

 

24. März 1499.

Jakob von Fleckenstein, Unterlandvogt im Elsass, und Michael von Rosenfeld, kurpfälzische Räthe, melden dem königlichen Marschalk und dem Bund zu Ueberlingen versammelt: sie haben bei den Eidgenossen zu Zürich nichts zuwege bringen können, da es nothwendig sei, dass beide Parteien bei einer solchen Verhandlung gegenwärtig seien. Doch haben sie dem Pfalzgrafen zu Ehren einen Tag auf Montag nach Quasimodogeneti gen Basel angenommen haben. Der Bund möchte ihn also beschicken, und für die eidgenossischen Botschaften Geleitsbriefe schicken; unterdessen könne sich jeder Theil zum Krieg schicken.

 

27. März 1499.

Antwort: Da der römische König sich zu dem Handel sehr anschicke, Acht und Aufgebot in das Reich ergehen lasse, einen Reichshauptmann verordnet habe, und sich selbst unverzüglich herauf verfügen wollen, so sei es nicht in ihrer Macht, den Antrag abzuschlagen oder anzunehmen; sie möchten dieses dem römischen Könige, der im Heraufziehen sei, selbst vortragen.

Esslinger Archiv convol. Via

 

27. März. 1499.

Georg von Emershofen (Nördlinger Hauptmann) an Nördlingen.

Graf Hug von Werdenberg, Ulrich von Westerstetten, Jakob Ehinger, Burgermeister von Ulm, (Hans) Ungelter (Burgermeister) von Esslingen, der Burgermeister (Clement Reichlin) von Ueberlingen liegen jetzt als Hauptleute und Räthe vom Bund zu Kostanz. Ihnen, den Städten, sei Hans Truchsess von W. der jüngere, zum Hauptmann gegeben, und Graf Hans von Sonnenberg sei es nicht länger als 4 oder 5 Tage gewesen, Hans Caspar von Laubenberg 8 Tage. Der König habe den Reichstag, der zu Worms sein sollte, nach Kostanz verlegt; und wolle persönlich mit allen Reichsfürsten kommen. Er (Emershofen) besorge, die Städte werden die Zeit über zu Kostanz verharren müssen. Alle Städte seien mit der zu Ueberlingen auferlegten Anzahl da. Den Bischof von Augsburg habe 50 Pferde und 300 zu Fuss daselbst. Sonst sei Niemand zu Kostanz. Der Zusatz der Fürsten und der Ritterschaft liege zu Zell am Untersee und im Hegau, und auf dem Schwarzwald; wie stark, wisse er nicht. - Montag nach Lätare (11. März) habe Herr Hans Caspar (von Laubenberg) Gottlieben gespeist; und da es die Eidgenossen haben wehren wollen, und nur ein Schuss mit einer Schlange unter sie geschah, seien sie geflohen, und es seien ihrer mehr als 60 - 70 gerschossen worden, "das mügt ihr warlich glauben." Dem Grafen Sigmund von Lupfen haben die Eidgenossen ein Dorf gebrannt, worauf er bei 200 erstochen habe.Des andern Tags seien viele Frauen auf die Walstatt gelaufen, und haben einen Wagen voll Spiesse, Hellebarten und Büchsen aufgelesen, das sie auf der Flucht haben fallen lassen, "als ich bericht bin, ich bin darbej nit gewesen." Walther von Hirnhaim sei am Palmtag zu ihnen gen Kostanz aufrecht und gesund mit Rossen und Knechten gekommen. - Gestern sei in der Stadt ein Aufruhr gewesen. Etliche Knechte zu Ross und Fuss haben Ermensingen, ein Dorf ½ Meile von Kostanz, verbrennen wollen, und ein Scharmützel mit den Schweizern angefangen, und deren 2 erschossen. - Der zu Insbruck vertagte Bischof von Chur habe versprochen, den Vertrag zu halten, man solle ihn frei lassen, er wolle sich bei königlicher Majestät genüglich verantworten. Da es die Regenten nicht gethan haben, sei er, er wisse nicht wohin, entwichen, und habe seinem Diener hinterlassen, zu sagen, er sei zu der königlichen Majestät, sich zu verantworten.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4 aus dem Nördlinger Archiv.

 

28. März 1499.

Graf Wolfgang zu Oettingen und Walther Ehinger berichten von Köln aus dem Bund: sie seien heute Abend mit dem König aus den Niederlanden zu Köln angekommen und unterwegs gnädig gehört worden, haben aber doch keine endliche Antwort, sondern nur die Versicherung erhalten, dass er sich mit seinen Räthen darüber unterreden werde. Er sei, wie sie überall hören, ernstlich entschlossen, in eigener Person mit Hilfe des Reichs und des Bunds gegen die Eidgenossen zu handeln, und in etlichen Tagen nach Freiburg abzureisen, um da die Reichshilfe abzuwarten. Der römische König habe dem Herzog Albrecht von Bayern die Hauptmannschaft des Reichs schon aufgetragen, er müsse nur den Brief nicht bekommen haben, doch wolle er ihm noch einmal schreiben lassen, diese Stelle anzunehmen, bis er selbst hinauf komme.

Esslinger Archiv convol. Via

 

29. März 1499.

Hauptleute und Räthe im Engendin an die Statthalter zu Inspruck.

Am Montag (28. März) seien sie von Nuwders auf das weitere Engendin gerückt, aber der engen Ruck wegen immer aufgehalten woden. Mittwoch seien sie gen Zornetz gekommen. Da sich der Feind gestärkt und am Inzug eine gute Letzin habe, so haben sie nicht weiter, als an das obere Engendin rücken können. Aber das ganze untere Engendin, auf 17 Dörfer, darunter 8 grosse, haben sie aus dem Grund geschlaizt und gebrannt. Viele deren Zahl sie nicht wissen, haben sie unterwegs gehenkt, erstochen, verbrannt, 456 gefangen, die sich frei ergeben haben. Die Klause zu Zornetz haben sie auch abgebrochen, und die zu Platenfal; ihre Fähnlein sollen sie (die Inwohner) überantworten. Der Haller Fähnlein haben sie lange nicht gehabt. Sie haben ihnen 6000 Stück Vieh genomen. Wären die Hauptleute im Waldgöw auf das Gestaig gerückt und hätten sie sich am Rhein nicht gehindert, so hätten sie sich ohne sondere Noth mit einander vereinigen können; hoffentlich werde es aber noch geschehen; die Feinde seien für und für flüchtig, und hinter die Letzin zu Inzug gezogen. Sie (die Deutschen) seien auf 5000 stark gewesen. Datirt zu Schuls.

Den 29. März schreibt Wilhelm Besserer den Städten der 12jährigen Einung einen Tag gen Ulm auf Sonntag Quasimodogeniti aus, theils wegen der Eidgenossen, theils wegen der Wahl eines Hauptmanns und der Räthe. Wenn auch kein Bund vorhanden wäre, so wäre es doch nicht unbillig, dass sich die Städte in diesen Sachen getreulich unterredeten.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Senkenbergischen Pundtbuch.

Den 29. März (Charfreitag) habe Ulrich von Habsperg mit andern vom Adel und der Landschaft des ganzen Unter-Engendin geschleift und verbrannt, das Schloss Strasburg verbrannt, 3000 Haupt-Viehs herausgebracht, 460 Bauern gefangen, 200 erschlagen.

 

Köln, den 30. März 1499.

Maximilian an den Bund.

Maximilian von Gottsgnaden römischer künig zu allen zytten merer des rychs u. s. w.

Edlen und lieben getrüwen, wir haben Ewr schriben, so ir uns von wegen des houchgebornen, unsers schwagers und fürsten hertzog Albrechts von Bayrn gethan habt, vernommen und seiner lieb daruff widerumb geschriben, alls jr aus hyerjnn verschlossner copey vernemen werdt. Nun wöllen wir nit lenger, dann hüt und morgen hie verharren, und uns auff nächsten Montag hie erheben, und stracks hinuff ziehen, wie wir euch zu mermalen angezaigt, wir finden auch jetzt hie des rychs eylends mit aller macht zu zychen auffgebotten und wöllen mit derselben stenden, auch unser aygen dessglichen unsers kö. punds macht und hylff dermassen gegen der aydgenossen fürnemen und handlen zu Gott hoffendt, das sye umb jrn mutwyllen gestrauft werden, und das hinfüro mängklich von jr vertragen belib. Demnach begeren wir an euch mit allem vleyss und ernst, ir wöllet mytter zeit byss auff sölich unser zukunfft das best für uns, unser lande und lewt, auch den gemelten bundt das nützest und best thun, und handlen, alls byssher beschehen ist, und wir ewch gantz woll getruwen, dan jr mügt ewch unser zukunft, wie obstätt, entlich und gwiszlich versehen, und wir wöllen das mit aller gnaden gegen ewch und dem gemeinen pundt gnediclichen erkennen und zu guttem nicht vergessen. Geben zu Cöllen an dem hailigen Osterabend, anno dmi. u. s. w. 99mo unszers reichs im vierzehenden jaren, wölendt auch unszerm swager hörtzog Albrechten von Bayrn seine hiebey ligenden brieffe eylends zu senden.

Ad mandatum domini regis proprium.

Den edlen unszern und des reichs lieben getruwen, den gemainen hoptlütten und rätten und künigl. pundt des lands zu Schwaben.

Esslinger Archiv Conv. Va

 

30. März 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Er schreibe nicht, weil er immer nur Wahres schreiben möchte, Walther von Hirnheim habe ihm gesagt, Jacob Ehinger habe ihm gesagt, die von Ulm schicken zu dem Volk, das sie schon Costanz haben, auf Montag nach Quasimodogeniti noch 100 Pferde und 1000 zu Fuss. Nördlingen sei es also nicht allein, das angezogen werde. - Seit seinem letzten Schreiben sei gegenseitig kein Schaden zugefügt worden. - Zum Reichstag sei noch Niemand gekommen. - Herzog Albrecht von Bayern habe die Feldhauptmannschaft angenommen. - Der römische König sei Willens, ins Hegöw zu ziehen und Stein und Schafhausen zu belagern.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

31. März 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die von Kostanz seien gewarnt worden, dass die Eidgenossen 4000 Mann stark zu Ermatingen sich gelegt, 2 Schlangen an den Rhein der Au gegenüber gestellt, und viele Schiffe gen Ermatingen geführt haben, so dass sie besorgten, sie würden die Au überfallen. Der Bund habe deswegen dem Hauptmann Hans Truchsess gen Kostanz geschrieben, die in der Au zu stärken. In derselben Stunde sei Graf Jakob von Tengen mit der Sage gekommen, dass sie Tengen mit 3000 Mann besetzen wollten. Dem Bischof von Kostanz haben sie die vorige Woche Neukirch und Hallow eingenommen, und liegen noch auf die 1000 Mann stark da; der Sage nach wollen sie in den Feiertagen wieder mit Macht heraus, nach einigen in das Hegow, nach andern in die Baar und vor die Waldstädte. Der königliche Marschalk besorge, sie wollen wieder vor Feldkirch, da liegen die von der Etsch 5000 Mann stark, die das Waldgau wieder eingenommen, und dem Feind im Rheinthal unter Werdenberg etliche Dörfer und Höfe, dem Abt von St. Galen gehörig, auf 600 Feuerstätte abgebrannt, und den von Glarus bei 100 erschlagen haben. Jedermann stehe in Sorgen. Herr Friedrich Kapler habe mit etlichen reisigen Zügen und bei 2500 zu Fuss vor Basel den Feind getroffen, seine Leute seien aber geflohen und bei 100 erstochen worden, soch seien auch etliche von dem Feind umgekommen. In ein paar Tagen suche man einen Anschlag auf Ermentingen auszuführen mit 4000 zu Fuss und 600 zu Ross. - Graf Wolf (von Fürstenberg) sagt, es werde wegen des Anschlags keinen Mangel an seinem Herrn (Herzog Ulrich von Württemberg) haben, allein noch sei von ihm kein Fussvolk, und etwa 150 Pferde da. Das Volk vom Adel sei auch noch nicht nach dem ersten Anschlag vollzählig, "aber der stet ding ist gewiss." Herzog Albrecht von Bayern habe die Reichshauptmannschaft angenommen. - Die von Augsburg haben sich durch

Dr. Peutinger erboten, als ein Bundesglied gerüstet zu sein, wohin man sie bescheide. Man habe sie nach Ravensburg beschieden, ihr Anschlag sei laut der 8jährigen Einung 20 zu Ross und 596 zu Fuss. - Er und Ebinger wollen mit Bestellung der Knechte weder zu langsam sein, um den Unwillen des Königs und des Bunds zu vermeiden, noch zu eilig, um der Stadt Kosten zu ersparen; wenn man einstweilen nur mit 50 - 60 den Anfang mache. Es werde überhaupt langsam mit dem Volke gehen, das die Fürsten und der Adel über 8 Tage schicken sollen.

Esslinger Archiv convol. Via

 

4. April 1499.

Ulrich Beringer von Nördlingen wird nach Kostanz geschickt, sich zu erkundigen, wie viel andere Städte geschickt, und nach den von Nördlingen, nach der Rechnung und nach dem ganzen Zustand zu sehen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

5. April 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Neulich habe er ihnen geschrieben, Jakob Ehinger von Ulm habe Walther von Hürnhain gesagt, dass sie mit denen die sie vorher oben hätten, 100 Pferd und 1000 zu Fuss stark seien. Das hae sich geändert, indem Ehinger zu ihm (Emershofen) gesagt habe, sie (die von Ulm) wollen zu den vorigen noch 500 Knechte und 15 Pferde schicken; das habe sich sogleich wieder geändert, indem er zu ihm gesagt habe, sie wollen 100 Pferde und 200 Knechte schicken. - Dr. Peutinger von Augsburg habe von den Hauptleuten und Räthen zu Ueberlingen zu wissen verlangt, ob Augsburg wegen des königlichen Mandats oder als Bundesgenosse kommen soll. Als Bundesgenossen, war die Antwort, und sie (von Augsburg) haben es willig angenommen, "das mügt ir glauben." - Die Reichsstadt Speier habe 80 wohlgerüstete, ausbündige Knechte geschickt, und zugesagt, dass sie mit aller Macht kommen wolle, wie sie schuldig sei, dessgleichen wolle Mainz und andere Städte am Rhein mit Macht kommen; "das mögt ihr auch glauben." - Diese Woche erwarte man den Herzog Albrecht von Bayern, der des Reichs Fahne werde fliegen lassen. - Etliche haben ihre Wägen und was ins Feld gehört, schon bei sich; es wäre gut, wenn auch sie Wägen, Zelte und dergleichen zurichteten, damit er sie, wenn sie nöthig seien, sogleich haben könne. Uebrigens wolle er ihnen gewiss ersparen, was möglich sei. - Die Etschleute, die über den Arlenberg gekommen, seien bei Guttenberg über Rhein gezogen; ihrer bei 500 seien von Bregenz aus bei Werdenberg auch über den Rhein gegangen, haben gegen einander gezogen, über sechs Dörfer verbrannt und 500 Haupt-Vieh genommen, bei 150 erstochen, einige gefangen und ohne Schaden wieder heimgezogen. Dabei haben sie einen Brief der Eidgenossen an die Engendiner und Graubündner erbeutet, worin sie ihnen schreiben, dass sie ihnen darmalen nicht zu Hilfe kommen können der Anstöss halber, die sie hienieden haben. Das Walgau sei wieder ganz umgeschlagen und habe dem König gehuldigt, und den Etschleute in diesen Zug verholfen: "das mögt ihr warlich glauben." - Er warnt sie sehr fliegenden Gerüchten Glauben beizumessen, und versichert sie, dass er ihnen alles berichte, was wichtig und wahr sei.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

5. April 1499.

Jerg Flechsner an Nördlingen.

Er bekräftigt, was Emershofen geschrieben, diesem gebühre billig die Ehre des Berichtens; zeigt ihren Geldmangel an, meldet dass es seinen Knechten an Pulver fehle, und dass dort das Pfund 10 kr. koste.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

6. April 1499.

Befehl der Hauptleute und Räthe in Ueberlingen, dem Bundesvolk um einen billigen Pfenning Lieferung zuzuführen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

6. April 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Bei 8000 Eidgenossen liegen bei St. Margrethen, nicht um Bregenz; viele seien gen Höchst in das Rheinthal gefallen. - Dietrich von Plümneck sei in das Klettgöw gezogen und habe 3 Dörfer, darunter Halle, ein bischöfl. kostanzisches, verbrannt, welche die Eidgenossen inne gehabt, denen die Bauern gehuldigt haben, deren er 40 erstochen habe; 200 liegen noch im Kirchhof, die man auch nöthigen werde.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. nach dem Nördlinger Archiv.

 

7. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

So viel er wisse, ziehe jeder vom Bund mit der ihm auferlegten Anzahl an. Am 10. April sollen die von Ulm mit 200 zu Fuss und 130 zu Ross ankommen; sie haben für 300 Fussknechte 100 Raisige bestellt, junge Edelleute, und wollen damit bei dem Adel Dank erlangen, da es doch in einem Kosten zugehe, sie geben jedem für Sold und Schaden monatlich auf 1 Pferd 12 fl. Die andern Städte seien zum Theil mit ihrem Volk auch schon da. Er rathe, Esslingen solle seine Anzahl auch ganz schicken, um sich nicht den Unwillen des Königs und des Bunds zuzuziehen. Es sei freilich für die Städte sehr hart, und Niemand könne es in die Länge aushalten. Sie sollen also daran sein, dass auf dem jetzigen Tag zu Ulm davon geredt werde. Es wäre gut, wenn die Städte sich vereinten, sie wollten, wofern auch die Fürsten und der Adel mit ihrer Anzahl bleiben wollten, auf 2 oder 3 Monate der königlichen Majestät zu gut mit ihren Leuten bleiben, damit der König wüsste, man wolle nicht länger bleiben, und der Sache desto eher ein Ende machte. Bis Esslingen 5 - 6000 fl. verkriege, müssen seine Nachbarn, wenn sie das, was sie dem Bund geschworen haben, halten wollen, verderben. - Man habe ihn nicht auf den Tag gen Ulm entlassen wollen, sie möchten also einen andern schicken, und ja nicht blos durch Schrift handeln. - Die von Speier seien mit 80 Knechten gekommen, die seien noch die ersten vom Reich. - Herzog Albrecht von Bayern soll künftige Woche mit 300 Pferden und etlichem Fussvolk kommen. - Der König sei von Köln aufgebrochen, in Mainz werde er einige Tage verweilen und suchen, die Fürsten alle mit sich nach Freiburg zu bringen und dann nach Kostanz zu gelangen, er habe Graf Wolfgngen von Oettingen zugesagt, die Eidgenossen zu strafen oder darum zu sterben. Das Reich sei wieder auf das allerhöchste ermahnt, und man versehe sich, dass Niemand ausbleiben werde.

Esslinger Archiv convol. Via

 

8. April 1499.

Die Hauptleute und Räthe des Bundes zu Ueberlingen an Jakob Ehinger, Bürgermeister zu Ulm und an Bürgermeister und Rath zu Ravensburg.

Sie sollen die vom Bund, die nach Ravensburg kommen, nicht, wie vorgeschrieben sei, naeh Ueberlingen weisen, sondern beisammen behalten und am 10. gen Mersburg schicken.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4 aus dem Nördlinger Archiv.

 

10. April 1499.

Tag zu Ulm.

Die Augsburger Gesandten, Hans Langenmantel und Dr. Peutinger bekamen in ihrer Instruction auf diesen Tag unter andern den Auftrag, ihr Befremden zu äussern, dass, ganz gegen das Herkommen unter den Städten solche Anschläge gemacht und der königlichen Majestät zugesandt worden, vielleicht um den König zu bewegen, Mandate darauf ergehen zu lassen. Auch sollten sie sich insbesondere über den zu hohen Anschlag Aalens beschweren.

Esslinger Archiv conv.VIa

 

13. April 1499.

Befehl der Hauptleute und Räthe des Bunds an die Städte, mit der noch fehlenden Mannschaft unverzüglich aufzubrechen, da die Eidgenossen mit dem grauen Bund 8000 Mann stark über den Rhein oberhalb Feldkirch kommen. Man soll auch keine so ungenietete (unerfahrne, s. Schmeller) Leute schicken, wie das erstemal, wovon man nur Spott und Schaden habe. Man habe an die Fürsten und den Adel gleichfalls Mahnung ergehen lassen.

Esslinger Archiv conv.VIa

 

13. April 1499.

Constantin Ebinger an Esslingen.

Den 11. April seien Graf Wolfgang von Fürstenberg und Hans Truchsess sammt der Wirtembergischen und Badischen mit 6000 zu Fuss und 600 zu Ross nach Driboltingen, Ermatingen und Mannbach, 3 Dörfern am See, gezogen, haben sie geplündert und verbrannt, und bei 400 Schweizer erstochen. Im Heimziehen wird ein Theil durch Groshansen, die die Schweizer hinter einem Rain sahen, und mit 10 - 12 Büchsen aber zu hoch schossen, aber nicht über 2000 Mann stark waren, in Schrecken gebracht, wodurch auch die übrigen sich in die Flucht dahin reissen liessen, ungeachtet sie 11 Schlangen, 1 Kartaune, und 2 den Schweizern abgenommene halbe Schlangen mit sich führten. Wären die Raisigen nicht gewesen, der dritte Theil der Knechte wären nicht davon gekommen. Das Geschütz habe man ganz dahinten gelassen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

13. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der Anschlag auf Ermentingen, wohin sie mit 5000 zu Fuss und 600 zu Ross gezogen seien, sei schwer gelungen, man habe dieses und noch 3 Dörfer verbrannt, Sakman gemacht, und auf 500 erstochen. Im Heimgehen aber sei ungeachtet der den Hauptleuten zugekommenen Warnung nicht gute Ordnung gehalten worden, die Feinde seien von der Höhe herab aus dem Holz zwischen Triboltingen und Gottlieben, 1500 Mann stark ausgefallen, und sogleich seien die Fussknechte geflohen, die Raisigen haben sie wieder errettet, so dass ihrer nicht über 20 erstochen worden seien, im Gedräng aber seien bei 80 in dem Rhein ertrunken. (Unter den Erschlagenen nennt Ebinger Burkart und Heinrich von Randeck, Hans von Nüneck, und Karl Brysacher von Kostanz.) Die Feinde eroberten 1 Kartaune, die des Königs war, und 14 Schlangen, 2 von Württemberg, 3 von Ueberlingen, 2 von Ulm, 5 von Kostanz, 2, die man ihnen zu Ermatingen abgenommen hatte. Etliche habe man zurückgelassen, die noch im Feld liegen, "aber mir werden sie nit hollen." Die Raisigen haben gerne gesehen, dass sich die Knechte wieder gewendet hätten, aber vergeblich. Die von Kostanz seien in grossen Sorgen. - Der König habe von Rüdesheim aus geschrieben, dass er auf Freiburg ziehe, und dann in Ueberlingen den Reichstag halten wolle. Der Reichshauptmann Herzog Albrecht von Bayern soll am 16. d. M. kommen, und mit ihm das Volk der von Augsburg. - Die Eidgenossen seien wieder mit Macht über den Rhein, und haben sich vor das Schloss Gutenberg gelagert, so dass zu besorgen sei, sie wollen das Waldgau wieder einnehmen; da des Königs Leute daselbst zu schwach seien, so rufen sie um Hilfe an; wenn der König nicht bald komme, so werde es nicht gut gehen, und zwar unsrer Hoffart wegen; denn der Fürsten Hauptleute lassen sich merken, sie wollen nicht mehr mit den Fussknechten fechten oder bei ihnen sein, und was ihnen zu thun gebühre, für sich selbst thun.

Esslinger Archiv conv. Via

 

14. April 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Am 10ten sei Graf Wolfgang von Fürstenberg, oberster Feldhauptmann, Graf von Salm, und Diepold Spät als Hauptleute zu ihnen gekommen, und haben sie alle gen Kostanz geschickt, einen Anschlag zu führen, und etliche Dörfer zu verbrennen. Alle seien willig gewesen. Graf Wolfgang und andere haben bei 300 raisige Pferde und bei 2500 zu Fuss gehabt, so dass sie am Samstag früh bei 400 raisige Pferde und 4500 Fussknechte gehabt hätten, einen lustigen feinen Haufen, als er in mancher Zeit nicht beisammen gesehen habe. Sie seien in Ordnung nach Triboltingen gezogen, das bald verbrannt worden. Ob dem Dorf seien bei 200 Eidgenossen gestanden, die von 20 zu Pferd und 40 zu Fuss geschlagen, und ihrer bei 60 erstochen worden seien. Sie seien hierauf nach Ermatingen gezogen, wo Eidgenossen ob 1000 stark gelegen seien; auch diese habe man aus dem Dorf geschlagen, und gegen 150 erstochen. Dann sei Graf Niclas von Salm in das Dorf Manenbach gerückt, wo sich die Eidgenossen wieder versammelt haben, die aber von dem Grafen Niklas abermals, aber mit grosser Mühe in die Flucht geschlagen worden seien; bei 300 Eidgenossen seien erstochen und das Dorf M. verbrannt worden. So sei die Sache nach Willen gegangen. Am Wiederwenden haben sich die Eidgenossen 1400 - 1500 Mann stark gesammelt, und wohl ebenso viel seien vor einem Holz gestanden, da sie am allerersten erstochen worden seien. Sie haben gegen sich ziehen lassen in aller Ordnung, und die (bündischen) Fussknechte mit einem Geschrei angeschrieen. Da seien diese von Stund an geflohen ohne alle Noth, so dass der Mehrtheil noch keinen Feind gesehen, indem die Eidgenossen noch nicht vom Holz gelaufen seien; keiner von den Fussknechten habe mehr einen Spies geneigt, keiner einen Schuss gethan. Der raisige Zeug habe sich nun gegen den Feind gewendet und mit ihm gearbeitet, damit die Fussknechte entschüttet würden. Wären die Reisigen nicht gewesen, so wäre nicht der dritte davon gekommen; sie haben die Eidgenossen abgehalten, damit sie nicht den Berg hinablaufen konnten. Da haben die Bündischen 9 Schlangen verloren, 1 Viertelbüchs und 2 zu Ermatingen eroberte Schlangen; ferner von den Raisigen Heinrich und Burkart von Randeck, beide Ritter, Hansen von Neuneck, Karl Breysacher von Kostanz und 10 raisige Knechte, Hans von Reischach sei durch einen Schenkel geschossen worden. Die Fussknechte seien ohne alle Noth an den Rhein gefolhen, haben alle übersetzen wollen, einander gestossen und ertränkt, andere ruhig sich niedergesetzt, nackt ausgezogen und über den Rhein schwimmen wollen, welches einigen gelungen, andere aber seien ertrunken. Andere seien gen Konstanz an die neue Wehr geflohen und in demselben Graben ertrunken, dabei in den Rhein gefallen und ertrunken, deren man viele gefunden und aus dem Rhein gezogen. Die Flucht sei ganz ohne Noth gewesen, denn immer sei einer gegen einen gewesen. Er und Walther (von Hirnheim) seien nach Ueberlingen geschickt worden dieser Fussknechte wegen, weil sie Wehr, Degen, Harnisch, Rock und was sie gehabt, von sich geworfen. - Den römischen König erwarte man, er werde aber, wie der Bürgermeister von Frankfurt, der in Ueberlingen sei, um sich nach der Ursache des Krieges zu erkundigen, gesagt habe, nicht kommen, bis ihm das Land zu Geldern gehuldigt habe. - Herzog Albrecht von Bayern werde täglich erwartet.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

14. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Schweizer liegen vor Gutenberg 4000, und überhaupt in jener Gegend gegen 7000. Auf das Hegow wollen sie auch wieder ziehen; es sei beschlossen worden, dass die Fürsten, die im Hegau liegen, 100, der Adel 50, und die Städte 50 Raisige (ins Walgau) schicken sollen. - Die meisten Städte seien mit dem andern Anschlag unterwegs, Esslingen solle also auch schicken; von den Fürsten aber, den Prälaten und dem Adel höre man wenig oder nichts. - Der König soll zu Freiburg sein. - Esslingen solle ein oder ein poaar Edelleute mit 8 - 10 Pferden bestellen, es sei ihm dazu Herr Jacob Truchsess von Truchberg (Truchsess von Trauchburg) angezeigt worden. Andere Städte haben auch Raisige statt Fussknechte (3 für 1) angenommen; der Fürsten Leute sagen, sie wollen nicht mehr mit unsern Knechten fechten. Ulm habe über 180 Pferde, Nördlingen bei 20, Memmingen bei 30, Ueberlingen bei 12 u. s. w.

Esslinger Archiv conv. Via

 

14. April 1499.

Georg Emershofen an Nördlingen.

Herzog Albrecht von München sei heute gen Ueberlingen gekommen, auch Graf Wolfgang von Oettingen, und nach Freiburg der römische König. Mit dem Herzog, welcher 250 Pferde habe, seien die von Augsburg mit 40 Pferden gekommen, die von Memmingen seien mit 24 Pferden, auch andere Städte mit ihrer Anzahl gen Kostanz gekommen. Die Erschlagenen (Randek und andere) habe man im Münster und in andern Kirchen der Stadt begraben. Von denen von Ulm seien 200 Fussknechte gekommen, und morgen werden 100 Raisige von ihnen kommen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. nach dem Nördlinger Archiv.

 

16. April 1499.

Ausschreiben an die Städte.

Da die schändliche, unnothdürftige Flucht der Fussknechte hie oben (am See) böse bekannt sei, so sollen diejenigen, die ohne Urkund ihrer Hauptleute heim kommen, von ihren Obern gebürlich gestraft werden.

 

17. April 1499.

Sigmund Graf zu Lupfen an Wolfgang Graf zu Fürstenberg, Landhofmeister in Württemberg und oberster Feldhauptmann.

Die Eidgenossen seien mit grosser Macht in das Kletgau, Hallau, Griesen und Aerzingen gefallen, und wollen Stüblingen belagern und den Feldwald verheeren, da seine Landgraffschaft im Verbund sei, so bitte er, dass man ihn nicht verlasse. Fürstenberg meldet noch dabei, dass sie viele Hauptstücke und Büchsen mit sich führen. Da nun der König dahin ziehe, so könne er nicht wegziehen, es wäre vielmehr gut, wenn sich auch Herzog Albrecht näherte; die Feinde liegen bereits vor Tüngen; man sollte die frommen Herren, Ritter und Knechte entschütten, dort möchte ein guter Platz sein. Er habe dem Herzog von Würtemberg um mehr Läufe und Geschütz geschrieben, das wolle er auch an den König schreiben, der Marschalk sollte es aber auch thun und man sollte die Anstalt treffen, dass der Reichs- und des Bunds Zug auf einmal zusammengebracht würde, um auf einmal angreifen zu können.

Esslinger Archiv conv. Via

 

17. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Es melden sich 3 edel redlich Gesellen von Reischach und Hönburg, die in Esslingens Dienste treten wollen; er halte es für gut, wenn nicht nur diese, sondern auch noch 10 - 20 andere Raisige statt Fussknechten angenommen würden, denn jedermann habe ein gross Erschrecken ob den flüchtigen Buben; der Kosten sei auch nicht grösser.

Esslinger Archiv conv. Via

 

18. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Jetzt seien es 175 Knechte, sie wollen nach des Raths Verlangen bis auf 200 annehmen, aber damit zögern, so lange es sichs thun lasse. - Der Bund habe ihm nicht erlaubt, auf den Tag gen Ulm Dienstag nach Jubilate zu gehen. Vorgertern sei Herzog Albrecht mit 200 Pferden, 3 Schlangen und etlichen Wagen, Augsburg, Wörth und Kaufbeuren mit 45 Pferden, Augsburg mit 300 Knechten, die 2 andern Städte mit 80 Knechten, Heilbronn und Wimpfen mit 120 Knechten und etlichen Raisigen angekommen. - Da die Noth da oben grösser werde, so habe man den Landkommenthur eilends zu dem König geschickt, dass er gen Ueberlingen komme, um Vorkehrungen zu treffen. Graf Wolfgang, und Walther Ehinger seien mit der Nachricht gekommen, dass der König ganz begierig sei, den Feind nach allem seinem Vermögen zu strafen, und Mandate ausgehen zu lassen, wie es der Bund haben wolle. - Dieser Noth wegen nehme er also seinen obigen Gedanken, mit dem Schicken des andern Anschlags zu zögern, zurück, da keine namhafte Stadt, die ihn nicht schon geschickt habe, obgleich die Fürsten und der Adel noch niemand da haben. Da sich Wilhelm Besserer geirrt habe, dass Hans Jacob von Bodman königlicher Commissär sei, so werde es wohl mit der Wahl noch anstehen. Indessen habe man durch den Landkommenthur den König bitten lassen, einen Commissär zu ernennen. Ob es geschehen werde, wisse er nicht: denn der mehrer Theil vom Adel habe des Bunds genug, und wäre lieber daraus, und hätte lieber, dass gar kein Bund mehr würde, welches wohl auch geschehen könnte. - Jakob Ehinger berichte, und der Abschied (11. April) gebe es auch zu erkennen, dass die von Augsburg und die andern Städte sagen, dieser Krieg gehe sie nichts an, den er habe angefangen, ehe die zwölfjährige Einung angefangen habe. Er (Hans Ungelter) glaube, man sollte auf dem Tag zu Ulm freundlich mit ihnen handeln, dass sie an diesem Handel helfen und rathen sollten, wie sich gebüre, und wie man in der achtjährigen Einung bei einander gewesen sei. Wollten sie aber nicht als Bündische, sondern als Reichsverwandte zuziehen, so wäre es nicht gut, wenn sie zu Hauptleuten und Räthen in diesem Handel erwählt würden; denn die Fürsten und der Adel im Bund würden nicht anders bei ihnen sitzen wollen, als wenn sie wie andere in den Bund träten. Der Bund habe desswegen an den Kurfürsten von Mainz geschrieben, dass er Mandate an sie ergehen lassen soll, mit welcher Anzahl jede Stadt in den Bund kommen soll, nämlich wie man in der achtjährigen Einung bei einander gesessen sei.

Esslinger Archiv conv. Via

 

18. April 1499.

Augsburg an Wilhelm Besserer.

Sie glauben auch nicht, dass man nächsten Freitag (24. April) die Wahl vornehmen könne, und haben also den Tag zu Ulm abgeschrieben. Wilhelm Besserer selbst habe ihn auch abgeschrieben, als ihm Hans Jacob von Bodmann gemeldet, dass er nicht königlicher Commissär sei. Als dieser nachher dazu ernannt wurde, schrieb Wilhelm Besserer die Wahl auf Montag in den Pfingstfeiertagen (20. Mai) gen Ravensburg aus.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

19. April 1499.

Wilhelm Besserer an Nördlingen.

Der auf dem Mahnungstag zu Ulm beschlossene nächsten Dienstag zu haltende Wahl- und Rechnungstag der Städte könne nicht statt haben, weil Hans Jacob von Bodmann noch nicht zum königlichen Commissär für diesen Tag ernannt sei.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

23. April 1499.

Mandat dasz dem pund zugetzogen werden soll.

Wir Maximilian u. s. w. embieten den ersamen unsern und des reichs lieben getrewen, burgermaister und rate der statt Augspurg, unser gnad und alles gut, ersamen, lieben, getrewen, wir zweyfeln nicht, jr habt des mutwilligen gewaltigen fürnemens und handlung, so die aydgenossen und jr anhenger wider recht und alle billichait auch den gemainen landfriden, den wir auff dem erstgehalten reichstag zu Worms dem hailigen reich gemainer cristenhait und teutscher nacion zubehaltung und gutem, mit rate unserer und des hailigen reichs churfürsten, fürsten und stende, auffgericht, beschlossen und allenthalben ausgeschriben gegen uns, unsern erblichen fürstenthumb land und lewten und unserm königlichen pundt des landes zu Schwaben, dartzu wir jnsonder als ertzherzog zu Oesterreich verwandt sein, bewegt und noch für und für, mit mercklicher macht in übung haben, durch unser schrifft und mandat euch desshalben hievor zugesandt aigentlich bericht empfangen. Also und nachdem die zwölffjärig erstreckung des berürten unsers küniglichen bundts zu Schwaben die ir, auff unser kö. mandat, als gehorsam auch angenomen und bewilligt habt, in dem nechst verschinen Mertzen ingegangen ist, damit dann in den sachen dest trostlicher und ordenlicher hilff und widerstand beschehen müg, ermanen wir euch bey ewern pflichten und ayden, damit jr uns und dem hailigen reiche verbunden seit, auch bei privirung und ertsetzung aller und yeder gnaden, freyhayten, privilegien und was jr von uns und dem hailigen reich habt, und dartzu den penen, in dem yetzgemelten landfriden und unserer vorausgegangen mandaten begryffen, und vermeydung unserer und des reichs schwären ungnad und straffe, von römischer künigclicher macht ernstlich gebietende, und wollen, das jr angesicht ditz briefs zwaintzig zu ross und fünffhundert und zweiundnewntzig zu fuss, so euch dann dem anschlag nach, der auff dismal under den stetten der dryjarigen aynung des punds, auff die anzal, wie jr und ander in der achtjarigen aynung bey einander gesessen sind, doch hinfür unvergriffenlich beschehen ist, zu ewrn tail gebürn, mit wägen, geschütz und anderm, als jns veld gehört, auff unser und des hailigen reichs statt Ueberlingen, oder wo ander des berürten unsers kngl. bundtsverwandten in söllichem alsdann sein werden, zuschickt, und ob jr auff unser vorausgangen mandat mit mynder anzal, dann obstat, aussgezogen wärn, die unvertzogenlich ervollet, und euch also mit andern stetten, so in der dreyjarigen aynung gewest sind, in sollichem handel, und allen andern sachen als bundtsverwandten, und wie dieselben stetten zu thun pflegen, haltet und hierjnn weytter sämig nit erscheinet, noch auff nyemand waygert noch verziehet, dabey wir gemerken mügen, das jr unser und des hailgen reichs verachtung und verdruckung nit gern sehet, als jr schuldig sind, und wir uns zu euch der billichait nach gentzlich verlassen, daran tut ir unser ernstlich maynung mit gnaden gegen euch und gemaine statt zu erkennen; wir wollen auch, sobald diese sachen zu end gebracht werden, der beschwärd halben, so jr und ander in der zwölffjarigen erstreckung haben, on alles verziehen nach aller ziemlichait handlen lassen, wie sich gebürn wirdet; wo jr aber hierjnn sewmig und ungehorsam erschinen wurden, des wir uns der mercklichen notturfft nach gentzlich zu euch nit versehen, wöllen wir umb dieselben ungehorsam die obbestimbten ewern gnaden, freyhaiten, priviligien und anders, so jr von uns und dem hailigen reich habt, auss unser kngl. machtvolkumenhait und rechtem wissen yetz hiemit ausgestellt haben, also das jr der alsdann zu gebrauchen noch zu geniessen nit empfencklich seydt, so lang bis jr hierjnn gehorsam beweist, und unser und des hailigen reichs huld und gnad widerumb erworben habt, und nicht destmynder unverzogenlich mit peen des obgeschriben landfriden und andern straffen und ungnaden gegen euch handeln und zu thun gestatten, darnach wisst euch zu richten. Geben zu Maintz am drey und zwainzigsten tag des monats Aprilis nach Cristi geburt vierzehenhundert und jn dem newn und newnzigsten unser reiche des rümischen im vierzehnden und des hungrischen im zehenden jar.

Ad mandatum Domini
regis in consilio.

Senkenberg'sches Bundbuch nach der Schmid'schen Sammlung Nro. 4.

 

23. April 1499.

Instruction für Ulrich Straus, Nördlinger Gesandten, gen Ulm, auf den Wahltag.

Es dünke sie gut, dass das Städtevolk unter einem eigenen Hauptmann beisammen bleibe, damit ihm desto weniger unbilliges zugemuthet werde; er könne dennoch unter dem Feldhauptmann stehen. Den Bundesräthen sollte so viel Gewalt gelassen werden, damit man nicht mehr also eingeführt werde; sie sollten auch in Städtesachen mehr helfen, und nicht diese liegen lassen, und den Grösseren helfen. - Wegen des niederen Bunds sei weiter nachzudenken, damit der Bund nicht in weitern Anhang geführt werde, - Rechnung Adelmanns wegen. - Stöbenhaber sei zu Ueberlingen mit 5 Pferden gewesen; komme das in der Rechnung vor, so soll er seine Anmerkung machen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

24. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Feinde haben Tengen eingenommen; die Bundestruppen haben es übergeben, die Fussknechte habe man nackend herausgelassen, und 20 der besten gefangen, darunter etliche vom Adel. Jetzt sollen sie vor Stühlingen 800 Mann stark liegen. - Am 20. sei eine Schlacht an der Lez ob Feldkirch gewesen, 800 von den Schweizern, und von den Bundesleuten, wie zu besorgen, seien 2000 erschlagen, die Uebrigen geflohen bis Bregenz. Der Feind sei ihnen zu stark gewesen. Im Oberland sei grosser Schrecken, und zu besorgen, ganz Walgau gehe wieder verloren. Am 21. sei der König erst gen Villingen gekommen, man habe ihm das Reichspanier geschickt, das er zu Ueberlingen einen Tag und eine Nacht auf den Markt stecken soll. - Er höre noch von Niemand vom Reich, der zuziehe, ausser des Bischofs von Speier Leuten 100 und Reutlingen mit 100 zu Fuss und 9 Pferde. Der Herzog Albrecht habe von des Reichs wegen noch nichts thun wollen. - Wenn der König nicht anders in den Handel sehen wolle, so sorge er, er werde vertrieben werden, und Jedermann werde sehen, wie er sich helfen müsse.

Esslinger Archiv convol. Via

 

24. April 1499.

Der Hauptleute und Räthe des Bunds, zu Ueberlingen versammelt, Ausschreiben an den Bund.

Als man auf die Anfrage des Königs, ob die ausgeschriebenen 10,000 Mann beisammen seien, habe zählen lassen, sei merklicher Mangel an Volk erfunden worden. Die noch fehlenden oder durch Schlachten und Flucht abgegangenen sollen unverzüglich ersetzt und mit Lieferung versehen geschickt werden, da der Feind an 2 Orten in des Königs und des Bundes Land sei.

Esslinger Archiv conv. Via

 

25. April 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Hans Jakob von Bodmann der Jüngere und Burkart von Knöringen haben sich oberhalb Feldkirch bei Schön mit den Eidgenossen geschlagen an einer Letz, sie haben bei 4000 und die Eidgenossen bei 5000 gehabt. Diese seien in die Flucht geschlagen und ein gut Theil erschlagen worden. Im Schlagen haben die Eidgenossen noch 2 Haufen gehabt, den einen zurück an der Letz, den andern an der Seite über einem Hochgebirg, der den Vortheil des Berges hatte, und mit überaus viel Büchsenschützen herabfiel: es seien ihrer 9000 gewesen, wovon die Bündischen umgeben worden. Den meisten Schaden haben sie an einem Wasser gelitten, über welches ein Steg gieng. Hier seien nach einigen 800, nach andern 1100 erschlagen und ertränkt worden. (So meldet ihm sein Sohn). Auf der Eidgenossen Seite kamen 7 - 800 um, die noch auf der Wahlstatt liegen. In Hegow haben die Eidgenossen Tengen, dem Grafen von Sulz gehörig, genommen und ausgebrannt, die Edlen darin, 9 an der Zahl (darunter 2 Reyschach, 1 Baldeker) gefangen auf Schweizerboden geführt. Am 21. April seien sie vor Stühlingen, 10,000 Mann stark, gezogen, werden es aber nicht sobald gewinnen, da es fest sei und Graf Sigmund von Lupfen darin liege. - In Tengen haben sie alle Knechte nackt ausgezogen und laufen lassen, was rechte Kriegsknecht gewesen sind, hand sie die Höss geblasen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

25. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Graf Sigmund von Lupfen Leute haben Stühlingen dem Feind übergeben, er habe viel Wein und Getraide darin gefunden. Es sei zu besorgen, er werde nun in die Baar ziehen und sich vor Hüfingen legen; dieses werde sich auch nicht halten können, und so für und für: denn noch sei kein Widerstand zu sehen; man rufe auf das höchste um Hilfe an, dass ein Jammer sei. Herzog Albrecht wolle sich nichts annehmen, bis Botschaft vom König komme. Man werde ihnen von den Bunds- und Reichsvölkern bei Kostanz und in der Au 2000, Mann schicken, Herzog Ulrich von Würtemberg wolle auch 3000 Mann schicken und im Hegau seien auch 2000, und auf 700 Pferde. Man sage aber, die Feinde seien 10,000 Mann stark. Dem König habe man geschrieben, er soll eilends kommen, denn sollten sie weiter vorziehen, und in Herzog Ulrichs Land kommen, so sei zu besorgen, die Bauern würden sich alle zu ihnen schlagen. Er habe gehört, der König habe von Nürnberg und andern Städten für den Zug Geld genommen, das wäre sorglich. Er fürchte, ehe dieser Tag vergehe, haben die Feinde noch mehr Flecken eingenommen; denn da sei kein Widerstand. Im Walgau brennen die Feinde auch. Esslingen solle doch auch seine Anzahl schicken, und ansehen, dass die Ehre dennoch grösser sei, als ein wenig zeitlichs Guts. Es könne nicht mehr lange Bestand haben: denn die Feinde wollen nicht mehr aus dem Felde, sondern für und für reisen, bis sie einen Bericht erlangen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

26. April 1499.

Hauptleute und Räthe des Bunds zu Ueberlingen an Wilhelm Besser.

Er möchte eilig veranstalten, dass die fehlenden Völker der Städte ergänzt, und was in der Schlacht oder durch Flucht verloren gegangen sei, wieder ersetzt werden. Gestern sei der König gen Villingen gekommen, des Gemüths sich den Sachen eilends zu nähern. Die Eidgenossen, die zu Feldkirch gelegen seien aufgebrochen, und durch das Turgow dem Haufen, der Tengen, Stühlingen und andere Städte und Schlösser eingenommen habe, zugezogen, so dass zu fürchten sei, beide Haufen auf 20,000 Mann stark werden im Hegau zusammen kommen, und entweder weiteren Schaden anrichten, oder zu einem Bericht ihres Willens zwingen. Es dürfe also an den 10, 000 Mann des Bunds kein Mangel erscheinen, wenn man sich nicht des Königs Ungnade zuziehen wolle. Alsdann sei Hoffnung da, dass der Bund nicht höher werde angesetzt werden. Doch soll er dafür sorgen, dass jede Stadt zu dem, das sie vorher geschickt hat, sich mit noch so viel laut des Abschieds zu Ueberlingen, gerüstet halte.

An demselben Tage melden die Räthe der Bundesstädte zu Ueberlingen, sie seien wegen der dringenden Umstände angesucht worden, dem Adel und den Städten den zu Ueberlingen abgeredeten grossen Anschlag ausschreiben zu helfen; doch haben sie dies noch abgewendet. Doch sei eine Zusammenkunft der Städte nöthig.

Darauf beruft Wilhelm Besserer die Städte gen. Ravensburg auf Freitag nach Cantate (3. Mai) s. die Urkunde vom 4. Mai.

Heilbronner Archiv Nro. 27.

 

28. April 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Die Eidgenossen haben ihren Kopf wieder in das Hegow gekehrt; die bei Feldkirch ziehen der Sage nach auch nach Schafhausen und dem Hegöw zu.

 

28. April 1499.

G. Fleschner an Ebinger.

Der Burgermeister von Esslingen habe aus der Au 200 Mann, die er von allen Städten genommen habe, gen Engen führen müssen, weil die Eidgenossen im Hegau seien. Jede Stadt soll ihre Anzahl haben und die Getödteten oder Geflüchteten ersetzen, weil man mustern wolle. Er fragt daher an, ob er und Emershofen Knechte annehmen dürfen. Dieser habe, so wie alle Städtische, die zu Kostanz gewesen seien, gen Zell reiten müssen, wohin ihm Botschaft gekommen sei, sein Sohn sei umgekommen. - Neulich habe er den Hauptleuten mit Rath des Emershofers eine grössere Anzahl Knechte zugesagt (angegeben?), als sie haben, doch aber nur 8 Knechte angenommen, um an dem Muster desto bas zu bestehen. "Es schreie Jedermann über die von Nördlingen, sie haben wenig Leut und lassen ihr Knecht laufen." Die von Ulm haben die Ihrigen, die zu Kostanz ohne Harnasch waren, jetzt Harnasch geschickt und jedem Krebs und Goller gegeben. An Pulver und Blei sei Mangel, es sei in Kostanz keines feil. Sie (Nördlingen) haben mehr Schützen, als andere Städte, die sonst viel Leute haben, wohl damit bestehen können und Lob davon haben. Die von Kostanz haben ihnen um Geld, aber ungern, Pulver gegeben. Die Bürger, die im ersten Viertel ausgezogen seien, wollen wieder heim, weil sie über 6 Wochen da seien. Er fragt, was zu thun sei. Am Dienstag habe man eine Musterung gehabt, da seien ihre Edelleute (vermuthlich Walther von Hürnheim und Georg von Emershofen) zu Zell gewesen. Da habe er Knechte entlehnt, damit er desto bas bestehen möge. Wie er denn überhaupt allen Fleiss ankehre; er möchte wohl leiden, er hätte sich des Handels anfangs nicht unterwunden, denn es mache viel Last und Jedermann laufe ihm nach.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

29. April 1499.

Ulrich von Frundsberg zu Mindelheim, Ritter, Verweser der Hauptmannschaft der Gesellschaft St. Jörgenschilds des Viertheils an der Donau ermahnt in einem gedruckten Ausschreiben diesen Theil der Gesellschaft, die ausgeschriebene Mannschaft besser zu stellen, als bisher geschehen sei, sie zu bezahlen, damit sie nicht davon laufen, und auch dem Hauptmann Jörg von Freiburg für diejenigen Knechte, die er auf ihr Begehren in ihrem Namen angenommen habe, Geld zuzuschicken. Die Gefahr sei gross. Die Eidgenossen, die bei Feldkirch versammelt gewesen seien, ziehen sich durch das Thurgow zu dem Haufen, welcher Tengen, Stühlingen und andere Schlösser und Städte eingenommen und verbrannt habe; beide Haufen werden ob 20, 000 Mann stark im Hegow zusammenkommen.

 

30. April 1499.

Abermalige Ermahnung des Ritterhauptmanns Jörg von Freiburg an den Domcustos Heinrich Neithart die auferlegte Anzahl auf Montag nach Ulrichstag gen Marchdorf zu schicken. Es sei die höchste Noth.

Esslinger Archiv convol. Via

 

30. April 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der König sei in Ueberlingen angekommen, und habe das Reichspanner in der Kirche wehen, und durch Reinprecht von Richenpurg wieder in seine Herberge tragen lassen. - Der König habe dem Bund folgende Punkte vorgelegt: 1) das Volk sollte zusammengebracht werden, und Zell die Malstatt sein. Sie haben das Zusammenstossen des Volks zwar gut gefunden, aber geäussert, dass es, da so viele Orte zu besetzen und vom Reich erst 900 da seien, zu wenig sein möchten, wesshalb die ernstlichste Mahnung an das Reich ergehen sollte. Zu Zell würde wohl der reisige Zeug nichts schaffen können, und die Feinde würden, so bald sie es merkten, sich vor ihnen schlagen; doch wollen sie es nicht abschlagen, wenn der König hinschicke, um untersuchen zu lassen, ob der Ort geschickt sei. 2) Der Pfalzgraf habe sich ihm zu gütlicher Vermittelung angeboten. Dazu, antwortete der Bund wollten sie nicht rathen. Der König und der Bund seien beschädigt; käme es zu einem Bericht, so möchte von einigen ein Abfall geschehen, die sich zu den Schweizern schlagen würden, wie sich die vom Hegow öffentlich merken lassen. 3) Gen Feldkirch werde Hilfe verlangt und er sei in gleicher Absicht wegen des Schwarzwaldes, Suntgaus, Breisgaus und Hegaus da. - Es sei nahe daran gewesen, dass durch die Beschädigten die letzte Mahnung bewirkt worden wäre. - Die Feinde liegen schon drei Tage vor Blumenfeld. Etliche Städte und Markgraf Friedrichs von Brandenburg Sohn sollen übermorgen kommen, dann werde man wohl zuziehen. Der König von Niederland mit dem von Geldern sei gerichtet, des Königs Sohn soll selbst heraufkommen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

3. Mai 1499.

Walther von Hürnheim bittet Nördlingen um ihren Hengst im Hospital, indem der seinige im Treffen mit ihm gefallen sei, er ihm nicht mehr traue, und oben keiner zu bekommen sei. (Georg von Emershofen nennt diesen Walther von Hürnheim seinen Gesellen).

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. nach dem Nördlinger Archiv.

 

4. Mai 1499.

Abschid des tags zu Ravenspurg, als die erbern stett der drey järigen aynung versambelt worden sein, Sambstag vor Crutztag
im Mayen anno u. s. w. 99.

Anfangs nach dem die rät, so von der erben stett wegen zu Uberlingen gelegen, jn ergangen und beschehen handlungen notdurftigklich gehört und vermerckt worden sein, auch dabj angetzaigt worden ist, welcher masz die kö. Mt. yetz zu Uberlingen begert hät, die 10, 000 mann, so gemainer pundt dem yetzigen anslag nach haben sol, fürderlich versamelt werden sollen, jn mainung, die, an zwen tail oberhalb und underhalb Sees zu widerstand der veind zu tailen, und diser sachen selbs hoptman zu sin, und mit dem volck nach sinem willen und gut beduncken zu handeln und zu schaffen macht und gwalt zu haben, mit vil ernstlicher und hitziger erzelung u. s. w. also haben die erbern stettbotten, so auf disem tag versamelt gewest sein, vil und manicherlay von disen sachen geredt und wohl ermessen können, dez allen erbern stetten mergklichs und grosz daran gelegen sye, aber nach gelegenhait dieser ding nichtzit fruchtbarlichers mügen erfinden, denn dasz die obgemelten räte von stetten früntlich ersucht und gebeten haben, dasz sy auf den gwalt und befelh jnen auf den jüngstgehalten versamblungtag des pundts zu Ueberlingen gegeben, obgemelter und verrer fürfallender sachenhalben, von der erbern stett wegen, handeln söllen, wie sj nach begegneten dingen nutzlich und gut ansehen wirt, und sy bisher getrülich gethan haben und wol zu thun wissen. Dabj haben auch der erbern stettbotten jn sonder als für sich selbs gerathschlagt, die wil der anschlag der 10, 000 mann, auch obgemelter kö. Mt. begern und fürhalten nit allein die erbern stett des pundts, sonder die curfürsten und fürsten und deszglichen die vom adel des pundts auch berür, die sich besher und sonderlich yetz in diser sach gegen den erbern stetten gar gnedigklich und gutwilligklich ainhelliger mainung gehalten und in sollichen sachen nichtzit hinder jnen und one sy gehandelt haben, bedunckt die erbern stettbotten geraten sein, dasz die curfürsten und fürsten des pundts verwandten, auch die gemainen hoptlüt und rät des punts nach ordnung des punts ylends an ain gelegen malstatt beschriben, und jn diser sach notdurftigklich geratschlagt, damit von allen stenden des pundts kö. Mt. auf jr fürhalten ainhellig antwurt geben und gehandelt, als sich gepürn werde.

Und nach dem die obgemelten von stetten, so zu Ueberlingen gelegen sind, ausz mergklicher notdurft auf disem tag vlisig gebetten haben, jnen noch mer von stetten zuzegeben in ansehung dasz jnen die sachen nach jrer grosze und swere zu überlegen sein wollen, haben doch die andern stettbotten jnen solichs obgemelter massen abgeschlagen. Darauff haben die selben stettbotten, so zu Uberlingen liegen, solichs also den erbern stetten zu gefallen, bisz zu der wal des hoptmans und der räte, so jetzo fürgenomen ist, zum getrülichsten und besten zu handeln angenommen.

Ferrer nachdem ettlich stett an jrer anzal, so jnen an den obgemelten 10, 000 mannen zu haben gepürn, mangel haben, als yetzo jn beschehner orkondigung erfunden ist, haben die erbern stettbotten geratschlagt, dasz ausz mergklichen obligen diser sachen die notdurft erfordere, dasz yede statt, die also mangel hab, ylends und one allen verzug bj jren hoptlüten mit ernst daran sein söll, dasz ir anzal, wie jnen die uffgelegt ist, erfollt und erstatt werde, auch daran yetzo und hinfüro kain mindhrung oder ablassen bescheche, damit der stett halben an dem, so sy verschriben und schuldig sind, kain mangel erschyne.

Esslinger Archiv convol. Via

 

5. Mai 1499.

Wilhelm Besserer an Nördlingen.

Da Johan Jakob von Bodmann, der Aeltere, zum königlichen Commissär ernannt sei, so schreibt er den Städten einen Tag zur Wahl der Hauptleute und Räthe der zwölfjährigen Einung gen Ravensburg auf Montag in den Pfingstferien aus.

 

4., 5., 6. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Die Eidgenossen haben Blumenfeld, dem Landkommenthur von Alschhausen gehörig, eingenommen, und seien ungefochten wieder heimgezogen. Das Wallgau haben sie um etliche 1000 fl. gebrandschazt und nicht weiter genöthet, seien auch wieder heimgezogen. Hans Truchsess habe zu Kostanz die Knechte mustern wollen, es seien ihrer ob 200 verloren, man wisse nicht, wo sie hingelaufen seien. Zu Feldkirch seien 100 von der Wache weggelaufen, Niemand wisse wohin. "Also schickt sich unser sach zu rechtem." Der König liege zu Ueberlingen; er (Georg von Emershofen) höre nicht dass etwas besonders fürgenommen werde.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

Graf Johannes von Ortenberg.

Der königlichen Majestät Hofgesind sei, als er aus Basel geritten, von 60 Eidgenossen, die vor und hinter ihm zwischen Zäumen gelegen seien, nebst zwei Knechten, erstochen worden. Die Sage gehe, sie haben ihn gefangen und dann erst erstochen. er gebe ihm aber keinen Glauben.

 

8. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Der König sei zwei Nächte zu Tettnang bei Graf Ulrich von Montfort gewesen und wolle nach Bregenz und Feldkirch gehen. - Die Eidgenossen haben aus Blumenfeld das Sacrament und alle Sacrament, Oelung, Firmung u. s. w. auch unsern Herrgott auf dem Esel mit sich genommen, und diesen in Schafhausen eingeführt, als ob der Palmtag sei.

 

9. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Der König soll heute wieder gen Ueberlingen kommen, Herzog Albrecht sei gestern weggeritten und habe 100 Pferde und 3 Schlangen zurückgelassen. Man sage, der König habe ihm an einem Tag zweimal geschrieben, heim zu reiten. - Gillis, der Falkner, sei mit Falken gekommen. - Eglofen von Riethaim habe der König geschrieben, auf die Enten und Reiger Acht zu haben, und seinem Bruder Conraden von Rietheim als seinem Jägermeister sagen, mit Hunden gerüstet zu sein, denn er wolle zum Jagen kommen. Der Herr von Hohenloch und ein pfalzgräflicher Ritter seien bei dem König; es gehe die Sage, es komme ein Legat von Rom. Von diesem mögen sie glauben, so viel sie wollen, er habe es von einer glaublichen Person.

 

9. Mai 1499.

Fleschner an Nördlingen.

Der Bürgermeister von Ulm und Esslingen und der Stöbenhaber von Memmingen, gestern von Ueberlingen gen Kostanz kommend, haben von den Hauptleuten 1000 Mann begehrt, sie auf der Stelle dem König gen Lindau zu schicken. Diess sei auch geschehen, und von dem Nördlinger Volk haben 52 gehen müssen; was man anfahen wolle, wisse er nicht. - Letztern Sonntag (6. Mai) sei vor Kostanz am Siechhaus ein Scharmützel gewesen, bei 8000 Schweizer, und 1400 der Bündischen; 18 Schweizer seien erschlagen, und auf der anderen Seite nur 1 erschossen worden. - Der König liege zu Lindau und ziehe viel Volks an sich gen Bregenz und Feldkirch. Ausser jenen 52 zu Feldkirch liegen 14 zu Engen, 4 zu Gottlieben und die Edelleute liegen auch nicht mehr zu Zell, sondern zu Villingen, alle also zerstreut, und allen müsse man das Geld auf 14 Tage vorausgeben. - Er klagt über Geldnoth.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

9. Mai 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Sie werden durch den Bürgermeister (Wernher Sachs) erfahren haben, was auf dem Tag zu Ravensburg des Königs Wille und Meinung, und wie hitzig er über die vom Bund gewesen sei. Man habe beschlossen, durch eine Botschaft den Kaiser merken zu lassen, dass man ihm über die Besatzungen noch 200 zu Fuss und 300 zu Ross, wohin er es verlange, bis auf den in drei Wochen zu haltenden allgemeinen Bundestag schicken wolle. - Der König habe dem Graf Wolfgang von Fürstenberg geschrieben mit den 2000 Knechten, die er von Herzog Ulrich von Württemberg zu Tuttlingen liegen habe, eilends auf Bregenz zu kommen und seinem Bruder, Grafen Heinrich, das Reichsbanner zuzuschicken. - Der König sie noch zu Tettnang, soll aber morgen gen Ueberlingen kommen; er habe alles Reichsvolk gen Feldkirch und in das Walgau geschickt, um sich mit den Graubündern zu schlagen; er sähe gerne, dass der Bund auf die vier Waldstädte zöge, und dort auch ein Heer errichtete; aber dawider seien die Hegower sehr, welche wünschen, dass man in dem Hegow bliebe, damit sie nicht gar verderbt würden. - Herzog Albrecht sei auf Erlaubniss des Königs heim, die er ihm, weil die Eidgenossen wieder hinter sich gezogen sein, so lange gegeben habe, bis die andern Reichsfürsten kommen, und er ihn wieder mahne, mit der Bedingung, dass er von seinem Zug etliche da lassen. Der Bund finde sich ob diesem Wegreiten beschwert. Es sei wohl zu verstehen, dass es dem Herzog nicht gefalle, aber der König könne Niemanden leiden, der ihm darein rede. - "Des Königs fürnehmen gefellt mit fast übel und fürcht wa mir vom pund nit anderst uns in hendel wollen schicken, dasz mir zu sampt unserm verderben nit vil gnad werden erlangen."

Esslinger Archiv conv. Via

 

19. Mai 1499.

Fleschner an Nördlingen.

Von den bündischen Raisigen seien letzten Montag Mainz mit 100, Brandenburg mit 300, Markgraf Christoph von Baden mit 100, die vom Adel mit 100, die von den Städten mit 150, der Bischof von Augsburg mit 40 Pferden gen Villingen gekommen; das Vorhaben sei aber wendig geworden, und sie seien auf Erfordern der königlichen Majestät alle wieder gen Ueberlingen gekommen. Wo es weiter hingehen werde, wisse er nicht. Der König liege mit einigen Fürsten zu Lindau. Die Königin und der Pfalzgraf mit seinem Sohn seien zu Villingen angesagt.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

21. Mai 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Er wolle sich auf ihren Befehl auf den Tag gen Ulm verfügen; denn die vom Adel werden auch ale hinab kommen, daher es gut sei, wenn alle die vier Städteboten in Ueberlingen, woferne sie von ihren Freunden dazu ernannt würden, hinabgingen, um auf diesem Tag den andern mehr Unterrichtung zu geben. - Er habe bisher wohl 30 Knechte minder gehabt und damit 80 fl. erspart. - Der König sei zu Bregenz, und habe in der Gegend umher 5 - 6000 Mann; er habe alle Schiffe am See bestellt, um wie man vermuthe, in das Appenzeller Land zu fallen; 1200 Pferde vom Bund kommen auch zu einem geheimen Unternehmen gen Ueberlingen. Man habe dem König 1000 Fussknechte, 500 vom Adel und 500 von den Städten in das Oberland geschickt. - Graf Heinrich von Fürstenberg habe geschrieben, die Schweizer seien wieder aus dem Suntgau zurückgezogen. Zu Schaffhausen und Stein sollen sie 20,000 Mann stark mit Büchsen und 300 Wagen liegen, und wollen sich vor Engen schlagen. - Der König habe im Finstgau 13,000 Mann beisammen, die auf Chur oder in das Engendin ziehen werden. Er habe an die obern Städte auf 14 Tage um mehr Volk geschrieben, mit der Versicherung, sie mit Lieferung zu versehen; ebenso habe er die Herren auch ersucht; Ulm habe er um eine grosse Hauptbüchse und 2 Quartaunen, auch um Pulver und mehr Volk gebeten; sie haben Jakob Ehinger zu ihm geschickt, die Sache abzubitten, doch wollen sie 25 Ctr. Pulver schicken. Man meine, wenn es ihm ein wenig glücke, so werde er sich vor Stein schlagen. In 3 Tagen müsse etwas vorfallen.

 

22. Mai 1499.

Der Hauptleute und Räthe Ausschreiben.

Die Städte sollen das noch fehlende an der ihnen an den 10,000 Mann treffenden Mannschaft eilends ergänzen, und mit allem was in Feld gehört, versehen. Der Feind sei von Schafhausen, Stein und Diesenhofen aus mit grosser Macht in das Hegau gefallen, verwüste das Land und suche Schlösser und Städte zu belagern. Markgraf Christoph von Baden und des Bundes Hauptleute und Räthe haben daher den Entschluss gefasst, am 25. Mai bei Tuttlingen im Feld zu sein, und der Sache ein glückliches Ende zu machen; sollten die Feinde aber weggezogen sein, ihnen nachzusetzen, und gegen sie ein Feldlager zu machen. Die königlichen Hauptleute haben deswegen auch den Graf Wolfgang von Fürstenberg geschrieben, mit seinem ganzen Zug zuzuziehen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

23. Mai 1499.

Hans Ungelter an Bürgermeister Wernher Sachs.

Die Feinde haben sich 10,000 Mann stark von Stockach geschlagen; man wolle sich neben sie legen oder sich mit ihnen schlagen, sie haben viele Wägen, aber nicht grosse Büchsen bei sich; sie werden aber wohl nicht da verharren, weil sie an diesem Ort gut zu schlagen wären.

Esslinger Archiv conv. Via

 

23. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Die Eidgenossen haben sich zwischen Schloss Nellenburg und das Städlein Stockach geschlagen, und Marggraf Christoph von Baden samt den Mainzischen, Brandenburgischen, Würtembergischen, vom Adel und Städten haben, bei 800 Pferd stark darob gehalten; in 4 - 5 Tagen werden es bei 3000 Pferden sein, samt den Sundgauern, Breisgauern, Elsassern und der welschen Gard. Man versehe sich eines Streits, und achte die Eidgenossen 8000 Mann stark. Der König liege mit viel Volk zu Feldkirch, im Willen, sich auch mit den Eidgenossen zu schlagen.

 

24. Mai 1499.

Hauptleute und Räthe zu Ueberlingen lassen den Städten durch Wilhelm Besserer melden, die Schweizer haben sich vor Stockach und Nellenburg geschlagen, um sie zu nöthen; haben sie diese gewonnen, so wollen sie auch Ueberlingen erobern. Darum sollen die Städte nicht nur mit ihrer Anzahl, sondern mit aller Macht zu Ross und zu Fuss ger Ueberlingen sich aufmachen.

Den 24. Mai erhält Augsburg das Mandat. (Urkunde vom 23. April 1499) Kaufbeuren, welches ein ähnliches Mandat erhalten hatte, sucht bei Augsburg Rath. Augsburg antwortet: sie halten es für beschwerlich, nach Inhalt des Mandats zu thun oder zu lassen, und glauben, dass die Städte aus dem Willen, den sie gegen einander tragen, wider altes Herkommen, was die frommen Vorfahren mit höchstem Fleiss verhütet haben, sich selbst dieses zufügen, und machen, dass sie der unerträglichen Beschwerden nimmer erlassen werden, und sich selbst an ihrer Wohlfahrt, dazu Jedermann von Städten geneigt sein sollte, dermassen verhindern, dass sie leider in Verderben kommen müssen. Doch haben sie sich entschlossen, ihre Anzahl nach dem Anschlag der 8jährigen Einung zu schicken. Wenn die königliche Majestät es nicht anders wolle, als dass die Ihrigen bei den Städten der 3jährigen Einung bleiben sollen, so müssen sie das auch geschehen lassen, ihnen wäre aber lieber, wenn sie mit ihrem Volk auf die königliche Majestät Aufsehen haben müssten. - (Dies letztere erhellet deutlich aus der von Augsburg ihrem Hauptmann Wilhelm Marschalk gegebenen Instruction, Urkunde vom 28. März 1499).

Esslinger Archiv conv. Via

 

31. Mai 1499.

Gemeine Räthe vom Adel und Städten des Bundes, zu Ueberlingen, versammelt, Ausschreiben an Wilh. Besserer.

Da der Feind vor Stockach und Nellenburg liege und Vorhabens sei, nachher Ueberlingen zu belagern, so soll er die Städte, ob man gleich erkenne, dass sie schon vorher über ihr Vermögen in grossen Kosten stehen, ermahnen, über ihre auferlegte Anzahl ihre Macht zu Fuss und zu Ross, auch Geschütz und anderes Feldzeug, insonderheit Büchsenschützen schicken sollen, wodurch man in kurzter Zeit ein glückliches Ende zu erlangen hoffe.

Esslinger Archiv conv. Via

 

25. Mai 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Am 23. Mai haben sich die Feinde vor Stockach 10,000 Mann stark gelagert; sie schiessen stark hinein, haben aber noch keine grossen Hauptbüchsen, sondern nur etliche Quartaunen; die Dörfer umher haben sie sehr verbrannt. Zu Ueberlingen liegen etwa 1000 Pferde; Tag und Nacht schike man Raisige über die Feinde, aber man habe ihnen noch nichts endliches abbrechen können, man hoffe, Stockach werde sich noch 5 - 6 Tage halten, bis man es retten könne. - Herzog Ulrich von Würtemberg habe zusagen lassen, mit ganzer Macht zuzuziehen. Graf Friedrich von Fürstenberg komme mit der welschen Garde und dem Fussvolk aus dem Suntgau; Marggraf Friedrich in eigner Person, und des Pfalzgrafen Volk sei auch im Anzug, so dass man hoffe, in 5 Tagen bei 15,000 zu Fuss und 3000 zu Ross beisammen sein und sich mit dem Feind schlagen zu können, und der Sache ein Ende zu machen. An den Bund habe man Schreiben ausgehen lassen, mit noch mehr Volk zuzuziehen. Der römische König sei ein Vinschgau mit 8000 zu Fuss und 800 zu Ross, und vorher habe er auch aus seinen Erblanden an der Etsch 13,000 Mann bei einander, mit denen er wider die Graubünder un Engendiner ziehen wolle. Die Feinde seien dort bei 12,000 bei einander. Der Lieferung wegen werde keine Partie lange stille liegen. - Wegen dieser schweren Händel könne er den Tag zu Ulm nicht besuchen, sie möchten also, da er doch besucht werden sollte, einen andern schicken. Statt Johann Jakob von Bodmanns werde wohl D. Ludwig verordnet werden.

 

26. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Ulrich von Habsberg und die Erzknappen (Etschknappen?) haben sich am 22. Mai mit den Eidgenossen an einer Lezi geschlagen, die Eidgenossen seien 3000, die Etschleute 1200, nach des Burgermeisters Reichlin von Ueberlingen Aussage aber von jenen 1500, von diesen 1000 umgekommen, die Eidgenossen aber haben die Letzi behalten. Der König sei mit aller Macht über den Arlenberg, aber nicht mehr zum Schlagen gekommen; der Sage nach wolle er sich auch mit ihnen schlagen. Die Eidgenossen liegen noch vor Stockach; man achte sie auf 14,000 stark; man sage, man wolle sich auch gar bald mit ihm schlagen. Man ziehe allenthalben zu.

 

28. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Heute seien die Eidgenossen von Stockach aufgebrochen durch das Wasserburger Thal; es sei noch ungewiss, ob sie nach Engen und Schafhausen oder in die Baar ziehen werden.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. Aus dem Nördlinger Archiv.

 

29. Mai 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Feinde seien wieder von Stockach aufgebrochen und zurück gen Stein und Schafhausen gezogen und haben im Hegow mit Brand grossen Schaden angerichtet. Ob nun gleich aus dem Vorhaben einer Schlacht vor Stockach nichts geworden sei, so lasse man doch das Volk aus dem Suntgau anziehen; wozu? das sei noch nicht ausgemacht. Da sie kein grosses Geschütz und Pulver haben, so werde man mit ihnen nichts ausrichten können, Städte und Dörfer zu gewinnen; viele seien auch mit ganzer Macht zugezogen, und werden nicht so lange bleiben können. Er habe immer vermuthet, der Feind werde, sobald er den Zuzug erfahre, sich zurückziehen. - Die Raisigen, deren heute 500 auf eben so viele Feinde gestossen seien, insonderheit die Spiesser haben nicht wohl gethan, sonst hätten sie sie alle erstochen. Der König sei mit 10,000 Mann über die Malzer Heide gezogen, wo 5000 Feinde liegen, um sich mit ihnen zu schlagen, - Da der Feind das Lager vor Stockach geräumt habe, so könne der Rath wohl mit Befolgung des vom Bund ausgegangenen Schreibens um mehr Volk inne halten.

 

29.Mai 1499.

Barthol. Fleichmann zu Kostanz (einer der Hauptleute des Nördlinger Volks) war bei seinem Herrn verschreit worden, dass er das Rottgeld nicht mehr austheilen durfte. Er rechtfertigt sich: alle andre Knechte müssen ihren Hauptleuten alle 8 Tage, wenn Zahlung sei, 1 Kreuzer geben; das geschehe von ihm nicht, sondern welcher Knecht ihm einen Kreuzer freiwillig gebe, den habe er genommen, und das nur alle 14 Tage, auch diess noch überdiess mit dem Fähndrich, Schreiber und Waibel getheilt. (Am 2. Juni rechtfertigt er sich, dass er in der neulichen Flucht bei Kostanz den Hermarsch zurückgelassen habe).

 

30. Mai 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Sie (die Bündischen) haben 400 Pferde stark letzten Donnerstag zu Randeck in einem Thal mit 800 Eidgenossen scharmützt; Caspar von Randeck sei erschossen, Wilhelm von Rechberg, Wilhelm Herrter, die Wolfstainer, Künsberg und sonst mehr verwundet; der Eidgenossen viele verwundet, ihre Todten wisse man nicht, weil sie sie unter sich in ihre Ordnung gezogen haben.

 

Jerg Scherb (zu Malz) an Nördlingen.

Der König sei mit 12,000 zu Fuss und 600 zu Pferd auf Malzer Haide, die Feinde seien gewichen, man sage aber, sie bleiben nicht aus. Letztern Mittwoch in dem Quatember haben sie Malz und acht grosse Dörfer verbrannt, gross Gut weggenommen, und bei 3000 der Bündischen erschlagen. Er (Scherb) sei auf der Walstatt gewesen, sie seien noch unbegraben. Von den Feinden seien 4000 umgekommen, aber sie seien mit einem frischen Haufen wieder gekommen, und haben das Feld behalten. Jetzt liegen sie (vom Reich und Bund) da,und man versehe sich täglich mit den Feinden zu schlagen; er glaubt, der Krieg habe erst halb angefangen.

 

Ulrich Strauss zu Ueberlingen an Nördlingen.

Die Rechnung (der Bundesstädte) sei auf Freitag nach Fronleichnam verschoben. - Am vergangenen Donnerstag haben von des Königs Volk bei 6000 Mann etwas gegen die Engendiner vornehmen wollen, bei welchen etliche Fähnlein von den Schweizern gewesen seien. Eine gute Stunde seien beide Heere in einem Thale gegen einander gestanden. Als Ulrich von Habsberg gesehen habe, dass bei dritthalbtausend Feinde hinten weggeschickt werden, um des Königs Volk in Rücken zu fallen, habe er eilends durch 1200 Knechte einen Berg besetzen lassen. Nun sei die Schlacht angegangen. Von den Eidgenossen seien 1200, von den Königischen 800 erschlagen worden, die 400 andern seien mit wehrender Hand wieder zu ihrem Haufen getreten. Und dann seien die Eidgenossen wieder hinter sich in ihre Ordnung getreten. Der König sei eilends mit 6000 zu Fuss und 600 zu Pferd auf gewesen, und ziehe dann dem Haufen nach. - Der Burgermeister von Pfullendorf habe gesagt, man habe letzten Samstag von Stockach her 100 Schüsse gehört, Stockach aber sei fest und halte sich noch, werde auch von 800 guten Knechten Besatzung tapfer vertheidigt, ihn nehme aber Wunder, dass man gegen den Feind dort so stille stehe. - Gefangener Eidgenossen Aussage zufolge leiden sie viel vom Hunger, es seien in dem 9000 Mann starken Heer der Eidgenossen vor Stockach 2000 Knaben und Weiber in Mannskleidern blos des Hungers halb. - Seit dem letzten Mandat ziehen einige Städte mit Volk stärker zu. Ob die vom Adel ihre Anzahl haben, wisse er nicht. Mündlich wolle er ihnen berichten, warum die von Ulm ihren Hauptmann der Fussknechte von Kostanz haben fänglich holen lassen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nörlinger Archiv.

 

30. Mai 1499.

Hans Ungelter an Wernher Sachsen, Bürgermeister zu Esslingen, jetzt zu Ulm.

Da Würtemberg mit 4000 zu Fuss und 200 zu Ross, Graf Heinrich von Fürstenberg mit 3000 zu Fuss und 1000 zu Ross ankommen, und die ganze Nachbarschaft aufs stärkste auf sei, so dass man in wenigen Tagen bei 15,000 Mann bei einander haben werde, so sei er über den Rückzug der Schweizer erschrocken. - Im Gebirge sei eine Schlacht vorgefallen, in der aber der König nicht gewesen sei, wobei 1100 Schweizer, und von den Bündischen 600 umgekommen seien.

 

30. Mai 1499.

Wernher Sachs an Esslingen.

Neben dem, dass er den vorhergehenden Brief Hans Ungelters, worin derselbe wiederholt, mit dem Zuschicken des Volks nicht zu eilen, zuschickt, meldet er, dass die von Ulm 200 zu Fuss und nur wenige Raisige, die von Gmünd 300 zu Fuss und 3 zu Ross, auch die andern Städte die Ihrigen geschickt haben aber nicht viele Wagen. Dies sei nicht allein auf die Bitte des Bundes, sondern wegen der schweren königlichen Mandate, die an sie ergangen, geschehen, dergleichen sie in ihrem Leben nicht gedenken können, und worin ihnen mit Entziehung aller Privilegien gedroht werde, wenn sie nicht zuziehen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

1. Juni 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Am Mittwoch seien die Schweizer aus dem Hegow gezogen; die Reiter haben im Abzug auf sie gehalten, wodurch 60 der Feinde abgeschnitten worden seien; die Reuter haben mit drei Geschütz drein gehauen, aber die mit den Spiessen haben nicht nachgedruckt. Die Schweizer haben sich redlich gehalten, Steine in sie geworfen und auf sie geschossen; Caspar von Randeck sei erschossen worden; Adam von Freundsberg, Hans von Hürnheim und Wilhelm von Rechberg seien verwundet worden. Es wäre keiner der Schweizer davon gekommen, wenn die Raisigen mit den Spiessen drein gehauen hätten. Die Schweizer sollen 800 Wägen bei sich gehabt und gemeint haben, sich zu speissen, aber es habe ihnen gefehlt; auch viele Todte sollen sie hinweggeführt haben. - Am Freitag seien von Ueberlingen gen Kostanz gekommen: Reinbrecht von Reichenberg, Ebolt von Lichtenstein, Pauls von Absperg, Diepold Spät, Wolf Stolzenrieder und andere, die eine lange Unterredung mit Hans Truchsess gehabt; man meine, es werde innerhalb 14 Tagen 15 - 16000 Mann gen Kostanz kommen, von wo aus man die Schweizer angreifen wolle.

 

1. Juni 1499.

Bundestag zu Ulm.

Hauptmann und Räthe werden erwählt: Zum Hauptmann, Hans Langenmantel, Bürgermeister zu Augsburg; zu Räthen, Wilhelm Besserer, alter Bürgermeister zu Ulm, Hans Ungelter der jüngere, Bürgermeister zu Esslingen, Michael Senfft, Städtmeister zu Schwäbisch-Hall; Clement Reichlin, Bürgermeister zu Ueberlingen, Hans Stöbenhaber, Bürgermeister zu Memmingen, Ulrich Strauss, Bürgermeister zu Nördlingen, Carl Werntzer, Bürgermeister zu Dinkelspühl, Jacob Bächt, Bürgermeister zu Reutlingen, Franz Faber zu Ravensburg.

Aus der Mitte dieser neugewählten soll wieder ein Ausschuss zum Kriegsrath in Ueberlingen gewählt werden.

Ob Herzog Albrecht von Baiern in den Bund zu nehmen sei, wird als Frage für den nächsten Versammlungstag in Ueberlingen bezeichnet.

Heilbronner Archiv Nro. 27.

 

2. Juni 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Auf das bittliche Schreiben des Bunds, mehr Volks zuzuschicken, habe Niemand als Ulm 200, und etliche der Nachbarn, z. B. Werdenberg und andere, die der Sache gelegen seien, geschickt; Esslingen könne also wohl noch stille stehen. - Die Schweizer sollen wieder 12,000 Mann stark ins Suntgau ziehen, und haben dem Bischof von Basel das Städtlein Laufen abgebrannt. - Man könne es nimmer länger erleiden, wenn der König nicht anders darein sehen wolle; man sage, er sei gen Mailand. "Es sei ein arm Ding da, weder Büchsen, noch Pulver noch andres Feldzeug, der König habe nichts, und sonst wolle niemand etwas dargeben; und so müssen wir schändlich da liegen, und um das Unsre kommen."

Esslinger Archiv convol. Va 1.

 

2. Juni 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Sie sollen nun, da die Schweizer zurück seien, die Wagen behalten, jedoch auf den Nothfall damit gerüstet sein. - Man sei des Königs wärtig. Zu Kostanz seien zu 5000 Pferden Stallungen bestellt.

 

3. Juni 1499.

Verschiedene Räthe von Fürsten und Städten seien gen Ueberlingen gekommen, auch der König wolle eilends kommen, und habe Doctor Reichlin geschrieben, sein Haus zu räumen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

5. Juni 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Georg Heinrich von Fürstenberg sei mit seinem Volk aus dem Suntgau, Breisgau und Elsass wieder bis gen Hüfingen zurückgezogen, weil die Schweizer im Suntgau brennen. Herzog Ulrich habe sein Volk bis auf die 2000 Mann, die er wegen des Bunds schuldig sei, heim gezogen. Der König habe aus dem Finstgau geschrieben, man soll den Vorsatz, mit des Grafen Heinrich von Fürstenberg und mit dem württembergischen Volk von Kostanz aus etwas vorzunehmen fortfahren, und wenigstens den Brand angehen lassen, damit er desto besser im Gebirg handeln könne. Man habe ihn darauf aller Händel berichtet und gebeten, selbst zu kommen, weil die Fürsten unwillig werden wollen. Doch werden sie persönlich bleiben bis auf den nach Ausgang des Tags zu Ulm gen Ueberlingen angesetzten Tag, auf welchem aber anders in der Sache geschehen werden müsse; denn sons werde nichts geschafft, und doch müssen alle Bundesstände dabei verderben.

Essl. Archiv convol. Via

 

13. Juni 1499.

Ulrich Strauss an Nördlingen.

Der Adel habe auch jetzt weder Hauptleute noch Räthe gewählt, aus folgenden Gründen: 1) Graf Wolf von Oettingen wolle die Hauptmannschaft nicht annehmen, er werde dann seines Solds und dessgleichen Gelds wegen vergnügt, 2) sie seien sehreg, dass etliche, die die 12jährige Einung angenommen und besiegelt haben, die Wahl haben wollen, diesem Krieg anhänglich zu bleiben, werde er sich aber enden, darin bleiben, wenn sie wollen; 3) aus dem Viertel am Neckar wolle keiner darin bleiben. - Auf das Verlangen an die Städte, dass sie, der Irrungen des Adels ungeachtet, in dieser Kriegsangelegenheit handeln sollen, haben sie geantwortet, dass sie sich an den Buchstaben der Einung halten, und nicht handeln werden, bis alles vollführt sei, was dieselbe verlange. Auf dieser Meinung seien sie verblieben, ungeachtet die Fürsten ihren Unwillen zu erkennen gegeben, dass es ihnen beschwerlich falle, mit so grossen Unkosten da zu liegen. - indem habe des Markgrafen Friedrich von Brandenburg Sohn seinem Vater gemeldet, die von Nürnberg errichteten 3 starke Thürme in seinem Fürstenthum und machten Wehre; er möchte kommen, ehe der Bau vollbracht sei. Darauf habe der Markgraf Urlaub begehrt, aber doch versprochen, seine Anzahl da zu lassen; man habe es aber nicht für thunlich gefunden, ihm in diesem Augenblick Urlaub zu geben, es sogleich der römischen königlichen Majestät gemeldet und um Abhilfe dieses ungebührlichen Unternehmens der von Nürnberg gebeten. Darauf sei der Markgraf geblieben, und es sei ihm im Allgemeinen zugesagt worden, dass ihm in dieser Sache geleistet werden soll, was der Bund mit sich bringe. - Durch Melchior von Maasmünster habe der römische König von Meran am Etschland aus dem Bund wissen lassen, dass er zu Ueberlingen versammelt bleiben, über die zu nehmenden Kriegsmaasregeln berathschlagen und viel Volks annehmen soll; er werde selbst auch bald kommen. Durch eine andere Botschaft liess er sie wissen, dass er berichtet sei, der König von Frankreich wolle den Eidgenossen mit Geschütz und Zugehör beispringen. Darauf habe der Markgraf Friedrich sein Verlangen erneuert, die Sachen, der Irrungen zwischen Adel und Städten ungeachtet, unvergriffenlich zu handeln; welches, meint Ulrich Strauss, die Städte nicht wohl abschlagen können. - Im übrigen gehe es hier ungleich zu, und es thue Noth, aufzusehen, da nicht Jedermann den Schweizern abhold sei. - Die Sage gehe, sie rüsten sich stark, um in die Baar zu ziehen und diess Thal zu schleifen. Sie haben nächst bei Kostanz auf dem Bodensee ein Schiff mit Korn weggenommen, und die von Kostanz seien davon nicht traurig worden. Die Sage sei, die von Strassburg und andern Städten daselbst seien ausgezogen und liegen mit der welschen Garde 6000 Mann im Suntgau. Die von Frankfurt seien mit 65 zu Fuss und 18 zu Ross, die von Weissenburg mit 5 Fussknechten zu Ueberlingen angekommen. - In einem heute angekommenen Brief habe der römische König den Markgrafen Friedrich von Brandenburg des heiligen Reichs obersten Feldhauptmann genannt, aber dieser widere sich noch es anzunehmen. - Er könne es nicht anders verstehen, als dass Niemand als die Städte ihre Anzahl haben. Auch könne er nicht verstehen, als dass Jedermann zum Krieg geneigt sei, und sei doch noch wenig Ordnung.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

13. Juni 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der König habe verlangt, Graf Heinrich von Fürstenberg soll ihm mit seinen 12,000 Mann zuziehen, weil der König von Frankreich den Schweizern etliche grosse Büchsen und Raisige zugeschickt habe, womit sie in Burgund einfallen, oder sich vor Mömpelgart lagern wollen, dagegen sollten die 4000 Mann, welche Herzog Ulrich schicken werde, oben bleiben; wenn er dann komme, so wolle er mit denselben von Kostanz aus in das Turgau handeln, "und mit mer ander seltzam mainung so daz schriben jn sich hält." Die Städte haben dem Abschied zu Ulm gemäss verlangt, dass der Adel die Eidespflicht leisten, und die drei Viertel, Donau, Necker und Kocher, Hauptleute und Räthe wählen sollen, weil sich sonst die Städte in keine Verbindung mit ihnen begeben würden. Auf die Bitte Johan Jakob von Bodmanns und anderer, und weil sonst die Fürsten sogleich weggezogen und eine gänzliche Zerrüttung entstanden sein würde, haben die Städte insofern nachgegeben, dass sie mit dem Adel in Einung bleiben wollen, wenn er künftigen Sonntag wähle und schwöre. - Graf Heinrich von Fürstenberg habe bei Basel 200 Schweizer erschlagen. - Die Feinde haben ihnen vergangene Woche bei Kostanz ein Schiff mit ungefähr 200 Kornsäcken beladen weggenommen. - Der römische König habe vor etlichen Tagen 6000 in das Engadin geschickt, man sorge sie werden nicht ungeschlagen daraus kommen.

Esslinger Archiv Conv. Via

 

15. Juni 1499.

Auf den Tag gen Ueberlingen erhielt Hans Ungelter von Esslingen eine Instruction, worin ihm Fragen vorgelegt waren, die er folgendermassen beantwortet:

1) Wie der Krieg gegen die Eidgenossen entstanden sei? - Etliche Jahre her sei eine Irrung gewesen zwischen der königlichen Majestät Land und Leuten und den Gotteshausleuten zu Chur und Graubünden. Auf einem Tag zu Feldkirch sei die Sache zwar dahin verthädingt worden, dass sie bis nechstvergangene Mitfasten in Ruhe stehen soll; weil aber die Gotteshausleute den Vertrag nicht halten wollen, und sich in Tyrol gelagert, auch das Kloster Münsterthal, dessen Vogt und Schirmherr der König sei, eingenommen haben, so sei der Bund von des Königs Regenten zu Insbruck kraft der Einung angerufen worden.

2) Ob der Krieg mit Rath und Zusagen der Churfürsten, Fürsten und anderer Bundesverwandten fürgenommen sei? - Darauf antworte der Abschied zu Kostanz, wo sich der Bund auf Anrufen der Regenten über die eilende Hilfe von 2000 Fussknechten und wie im Nothfall mit Sturm geschlagen und mit Macht zugezogen werden sollte, berathschlagt habe.

3) Durch wen der Friede gebrochen worden sei? - Da die Sache im Feldlager gerichtet und bethädingt worden, und fast Jedermann im Bund abgezogen sei, seien etliche von den Eidgenossen und ihren Anhängern über Rhein, unter Guttenberg gefallen, und haben daselbst angefangen, zu brennen, also den Frieden zu erst gebrochen, und die Bündischen verursacht, dagegen zu handeln, daraus der Krieg für und für gewachsen sei.

4) Aus was Ursachen die Eidgenossen durchgedrungen und angesiegt haben? - Weil der Bund und die Fürsten so ungleich und langsam zugezogen sei; wäre Jedermann nach seinem Vermögen und laut der Bundeseinung fürderlich herbeigezogen, so wäre der Eidgenossen Fürnehmen stattlicher Widerstand geschehen.

5) Woher dieses langsame und wenige Zuziehen gekommen sei? - Man könne es nicht gründlich wissen, zum Theil soll es daher kommen, dass nicht Jedermann "ain gliche gewyszne, ouch ainer die aynung des bunds anders dann der ander jn verstenntnuss hat." Der Bericht und die Wendung darauf ausgegangen habe auch viele Leute verhindert.

6) Ob die von den Gesellschaften auch bundesmässig geschickt und ihre Leute noch da haben? - Die vom Adel seien beim ersten Zuziehen bei und um Bregenz, und nicht unten bei Kostanz und Ueberlingen gewesen, man wisse also hierunten von ihrem Zuziehen nichts gewisses; nach der That zu Bregenz sei ihr Volk theils erschlagen, theils heimgelaufen, und zu Zeiten wieder zugezogen.

7) Ob die Städte die Ihren auch noch da oben haben, und wie viel? - Die Städte seien alle zugezogen und haben gehabt: Ulm bei 50 Pferd und 1000 zu Fuss; Ueberlingen anfangs bei 800, nachmals 500 Mann, die noch zu Kostanz liegen; Memmingen 250 zu Fuss, 8 zu Ross; Ravensburg bei 300 zu Fuss; Biberach 200 zu Fuss; Pfullendorf 110 zu Fuss; Weil 40 zu Fuss; Kempten 100 zu Fuss; Nördlingen 8 zu Ross, 100 zu Fuss. (Deswegen sei viel Red von der von Nördlingen halb beschehen, ihre Botschaft aber sage, sie hätten noch 100 auf den Beinen.) Die andern Städte seien auch zugezogen, er wisse aber ihre Anzahl nicht, er glaube aber, dass sie die Anzahl haben, die sie auf den jetzigen Anschlag laut des Abschieds hie zu Ueberlingen haben sollen, oder schaffen werden.

8) Ob etliche vom Adel oder den Städten abgezogen, und mit was Glimpfs das geschehen sei? - Diejenigen, so abgezogen seien, haben wenig Glimpfs oder Fugs, sondern viele Nachrede erlangt; jeder könne ermessen, was ihnen daraus in der Zukunft erwachsen werde.

9) Ob man die Seinigen ganz oder zum Theil abfordern dürfe, um die Kosten zu mindern? - Keineswegs, insonderheit, da jetzt laut des Abschids zu Ueberlingen einem Jeden eine bestimmte Anzahl auferlegt sei.

10) Wenn der grosse Anschlag der 20,000 Mann fürgenommen würde, wie sich Esslingen zu verhalten habe, da es seine Kräfte übersteige? - Da man laut dem jetzigen Ausschreiben nur ¼ der ganzen Hilfe stellen soll, so glaube er nicht, dass der ganze Anschlag vor sich gehen werde; er merke, dass die Fürsten und andere vom Adel und den Städten der Meinung seien wie Esslingen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

15. Juni 1499.

Ulrich Strauss an Nördlingen.

Gen Ueberlingen sei die Sage gekommen, dass die Königischen gegen den Engendinern durch Hilfe der Gemsenjäger eine feste Klause eingenommen, und in und vor derselben bei 600 Feinde erschossen und erstochen haben. Dem dortigen Mangel an Speise habe der Herzog von Mailand abgeholfen, der sie auch so mit Volk gestärkt habe, dass sie jetzt, auf 600 stark, die Klause genugsam verwahren könne. - Die Grafen Heinrich und Wolfgang von Fürstenberg haben geschrieben, dass Herr Friederich Cappeler bei Lauf, dem Bischof von Basel gehörig, ob 600 Eidgenossen erstochen habe. - Es sei auch ein gut Zeichen, dass der König von Frankreich eine Botschaft an den römischen König schicke. - Der Adel habe noch nicht gewählt; dennoch habe sich die ganze Bundesversammlung über den Krieg unterredet, und der mehrer Theil scheine zu einem Feldlager geneigt zu sein, jedoch alles auf Hintersichbringen.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Nördlinger Archiv.

 

15.Juni 1499.

Abschid so mein hern der hauptman und die gemainen rät von stetten des punds yetzo uff dem gemainen versamblungtag meiner gnedigen hern baider markgraven zu Brandenburg und Baden, dero baider gnaden in aigen personen entgegen gewesen sind, auch kö. Mt. und andrer meiner gnädigisten und gnädigen hern der verwanten bottschafften und gemainer hoptleuten und räten des punds uff Montag nach Nicomedis (den 7. Juni) an. 99. zu Ueberlingen gehalten ist, genomen.

Anfängklich so haben die gedachten meine hern der new erwölt houptman und die gemainen rät von stetten uff den abschid yetzo jüngst zu Ueberlingen genommen, gesucht und begert, damit die hauptlüt und rät vom adel und sy beidersaitz die aiden, wie sich dann nach jnhalt der aynung gepürt, ainander thäten, das hat sich aber auszer dem, das etliche viertel vom adel, derzite jr walen und endrungen nit getan und volstrekt gehabt, sonder esz uff morn Sontags die zu tun fürgenommen haben, verzogen, und wiewohl demnach die bemelten meine herren der hauptman und die rät, ab dem selben, ain merklich beschwärdt gehabt und angezaigt, nit bevelch zu haben vor und ee der bemelt aid volstrekt werd, jehzit zu handlen, so haben doch mein gnädig hern, baid markgraven zu Brandenburg und Baden, dessgleichen kö. Mt. und andrer meiner gnädigisten und gnädigen hern der pundtverwanten hauptlüt und rät die mercklichen swären löuff, so yetzo vor ougen sweben, und besonder den swärn und unüberwintlicher schaden und nachtail, so gemainem pundt usser dem, wa diser zit witer nichtzit gehandelt worden wäre, hätte entsprüngen mügen, für ougen genommen und by den bemelten meinen hern dem hauptman und den räten von den stetten des punds gearbeit und seind erfunden, das sy in bedacht erzelter ursachen und der mercklichen notturfft nydergesessen und mit sambt den berürten meien gnädigen hern und andern verwanten hauptlüten und räten, auch den hauptlüten und räten vom adel unvergriffenlich davon geredt habe, wie den sachen zu tun und zu begegnen sei, damit der pundt und sein verwanten nit also für und für den swärn costen, so sy biszher gelitten haben, leiden müssen, sonder weg fürgenommen werden, damit die sach etwas stattlicher, ernstlicher und ussträglicher, dann bisher beschehen sein möcht, in die hand genommen werd.

Demnach so hat jm anfang gemaine versamblung für fruchtbarlich, nutz und gut angesehen, bis der swär last, so gemainem pundt und seinen verwanten obgelegen ist, und täglichs obligt, ervordern thue, das fürderlich und on verzug ain veltleger gegen den Sweitzern fürgenommen und gemacht werde, und ist uff das ain anschlag uff 20,000 mann zu ross und fuss gemacht.

Item der kö. Mt. als ertzherzogen zu Oesterreich und des punds verwanten, 200 pferd, 4000 mann zu fuss, darzu sol jr kö. Mt. hawpt und streitgeschütz mit sambt den büchsenmaistern, bulver, stainen und aller andrer zugehörung zum veldzug dienende, deszgleichen pfeil der raiszigen und fuszknecht haben.

Item mein gnädigister her von Mentz 4 pferdt, item mein gnädigster her von Trier 50 pferdt, item mein gnediger her hertzog Ulrich zu Wirtemberg 200 pferdt und 4000 zu fuss, 4 stainbüchsen, 2 schlangen mit jrer zugehörung, auch pfeil den raiszigen und fussknechten; item mein gnediger her markgraf Friederich zu Brandenburg yetzo hieroben, und wirt in solichen veldzug haben 600 raisiger und 6 schlangenbüchsen mit aller zugehörung; item mein gnediger her von Augspurg 50 pferdt, 1000 zu fuss.

Item mein gnediger her marggraf Cristoff zu Baden, des gnad auch selbs hieoben ist, wirt habn 400 pferdt, 800 zu fuss.

Item die von adel und stetten des punds 8000 zu fuss und 400 zu ross, und so sich die baid tail solcher anzal verglichen, so gepürt den erbern stetten des punds 4000 zu fuss und 200 zu ross. Darzu sollen die stet haben 2 quartaunen und 10 slangn mit sambt büchsenmaister, pulver, stainen und andrer zugehörung (daran gepürt der statt Esslingen 11 zu ross, 210 zu fuss, der statt Augspurg 35 zu ross und 500 zu fuss, der statt Nördlingen 12 zu ross, und 220 zu fuss.)

Solich jr anzal soll sy uff Montag nach St. Peter und St. Pauls tag nächstkünftig zu Ueberlingen oder Ravenspurg, wa jr das am gelegensten ist, mit geschütz, wägen und allem dem, so in veld gehört, gerüst habn und besonder, so sol yeder wagen mit zwayen hagkenbüchsen, auch pfälen, schauffeln und andrer geraitschaft verfasst sein, und mag aber die stat, so mit fussvolk nit gerüst ist, ye für drei fussknecht ainen raissigen habn und schickn.

Nun ist nit minder die genannten meine hern der hauptman und die rät von stetten haben wol mügen ermessn den swärn und merklichen costen, so ain yede stat vom anfang diser uffruhr bissher gelittn hatt und fürohin mit sollichem yetz angesehn anschlag leiden möchte, sy habn aber darneben bedacht, wa die sach nit mit ainer grossen anzal volcks und trostlicher in die hand genommen werden sölte, das der cost, so die erbern stett und ander des pundsverwanten bissher gelitten haben, etllich massen unnutzlich ussgeben und verloren wäre, und obgleich wohl uff der vordrigen anzal verharret wurde, das nichtzit fruchtlichs oder aussträglichs damit geschafft werden möchte, sondern allein schad, und nit vil nutz davon zu warten seie, dann sich die sach in die harr ziehe und die erber stet also on frucht sich selbs und jrer stat seckel emblössen wurdn, desshalbn und wiewohl sy disem anschlag anderst nit, dann unvergriffenlich und uff ain hindersich bringen angenomen habn, dieselbn mein hern hauptman und rät nichtzit aussträglichers, nützlichers und bessers angesehen hat, dann das die sachen, wie obstat, fürgenommen werden, achten sy, es werde dem krieg ain sonderlich end machn und den costen, so sunst mit der harr aufflauffen wurde, ersparn und gemeinem pundt und desselbn verwantn trost und nutz gepern.

Und so aber solchs nit anders, dann unvergriffenlich geratschlagt und gehandelt ist, so sol ain yede stat in jren räten über die ding sitzen und ermessn, was jr in ansehung der obligenden not zu erleiden gelegen und gemaint sein wölle. Und dann fürter jr erber ratsbottschafft mit vollkomner gewalt uff donerstag nach St. Johanns und St. Paulstag nechstkünftig zu nacht zu Ulm an der herberg habn fürter enmornends mit sambt andern stetbottschafften, die derglichn auch beschribn sind, endtlichn beschluss zu tun zu verhelfen.

Und dieweil die sach nit allain des punds sonder des reichs ist, damit dann der last nit allain uff dem pundt und seinen verwanten lig, so ist abgevertigt ain bottschaft zu der kö. Mt., jr Mt. zu bitten, damit sy die stend des richs fürderlichen ersuch, auch mit macht zuzuziehen. Daruff ist gute Hoffnung, die kö. Mt. werde sich uff jr schreiben, so sy bemelter versamblung desshalbn getan hat, gnädigclichen und also halten und erzaigen, das der krieg, ob gott will, ain usstreglich, fürderlich und glücklich end nemen soll.

Item es sol auch ain yede stat jrer bottschaft, so sy uff bestimpten tag schickn wirdet, bevelh und gewalt geben, etlich von den gemainen hauptlüten und räten der stett zu erkiessen, die im veld sein und mit sambt den jhnen, so vom adel auch dartzu erkiesst werden, jn fürfallendn kriegshändln handln helfn sölln, wie sich gepürt.

Item wiewohl uff dem jungstgehalten versamblungtag zu Ulm verlaussn ist, das ain yede statt in jrn räten sich entschliessen soll, ob mein gnedig her hertzog Albrecht zu Bairn uff seiner fürstl. gnaden beger in den pundt anzenemen sei oder nit, und dann fürter meinen hern Hausen Langenmantl, ritter, hauptman, dasselbig auf disen tag gen Ueberlingen schriftlich berichten soll, so ist doch demselben meinem hern dem hauptman von etlichen stetten noch dhain schrift desshalbn zukommen, darumb so ist yetzo abermals verlassn, das nochmals ain yede stat jn jrn räten davon reden, und dann uff gemelten tag zu Ulm hauptlüt und rät jr maynung durch jr bottschaft berichten soll.

Verrer so hat mein gnedig her Marggraff Fridrich zu Brandenburg im anfang und vor und ee diese versamblung zu ainicher handlung gegriffen hat, fürgehalten, wiewohl sein fürstl. gn. yetzo mit ainer mercklichen anzal volcks in dienst kö. Mt. und gemainem pundt zu gut alhie sei, und sich nachfolgender oder dergleichen beswärd dhaineswegs versehen hab, so werde soch sein fürstl. gnad yetzo bericht, das sich die von Nürnberg über gemachten und angenommen vertrag und hinderrugk, und in abwesen seiner gnaden understanden, usserhalb jrer stat, und an ort und ende, da vorst, wiltpäun, hohe und niedere gericht und alle oberkait seiner fürstl. gnaden sein, drei turn zu bawen, und habn nemlich den ainen turn yetzo by ainer mannshöhin, über den grund aussgefürt, das dann seinen fürstl. gnaden gantz unleidnlich, darumb so sei sy willens, sich von stund an in aigner person zu erhebn, und den zeug, so sy über jr anzal hieobn hat, mit jr zunemen, und mit hilff seiner gnaden hern und fründ sich zu untersteen, solich der von Nürnberg fürnemen zu wenden, darzu so ruffe sein fürstl. gn. die versamblung an, jr lut der verainigung in solichem getrewe hilff und bystand zu tun.

Ab solichem meins gn. hern marggraff Fridrichs fürhalten und beger hat ain gemain versamblung mercklich beswärd empfangen und ermessn, wa sein fürstl. gn. uff jrer verharren und also abschaiden solte, das solhs nit allein gemainem pundt und seinen verwanten schaden, schrecken und nachtail, sonder auch den Sweizern, so sy das vernemen wurden, merklich sterckung in jrem fürnemen gepern möchte.

Desshalbn auch gemaine versamblung sein fürstl. gn. gepeten hat, alhie by der sach zu bleiben, und dem pundt und desselbn verwanten wider die Switzer hilff und bystand zu tun, so wolle die versamblung jr bottschaft zu der kö. Mt. tun, und sy solich der von Nüremberg fürnemen berichten jn guter hoffnung, so jr Mt. solhs vernemen, sy werde dasselbig abstelln, wa aber das nit bescheh, wann dann die sach gegen den Switzern jr end nemen, so wolle sy die versamblung yetzo seinen fürstl. gn. zugesagt habn, jr alles das zu tun, so sy derselben lut der veraynung zu tun schuldig sei.

Uff das, so hat sein fürstl. gnad solch der versamblung erpieten angenommen, und ist mit allem zeug hieroben beliben.

Actum Sambstags Sant Veitstag anno u. s. w. 99.

Esslinger Archiv conv. VIa

Heilbronner Archiv Nro. 27.

Die 4000 zu Fuss und 200 zu Ross für die Städte waren also vertheilt:

 

z.R

z. F.

 

z. R.

z. F.

Ulm

42

800

Ravensburg

8

160

Esslingen

11

200

Gmünd

4

80

Reutlingen

8

140

Biberach

9

180

Ueberlingen

12

240

Dinkelsbühl

6

160

Lindau

8

100

Weil

2

40

Nördlingen

12

240

Pfullendorf

1

20

Hall

12

240

Kaufbeuren

2

40

Memmingen

12

800

Kempten

2

40

Eiszeni

4

80

Augsburg

35

500

 

121

2480

 

69

1220

 

 

z. R.

z. F.

 

z. R.

z. F.

Wangen

2

40

Heilbronn

7

140

Bopfingen

-

10

Wörth

3

60

Alen

2

40

Wimpfen

3

60

Leutkirch

2

40

Costanz

-

240

Giengen

-

20

Buchhorn

-

30

 

6

150

 

13

530

zu Ross 209.

zu Fuss 4710.

 

24.Juni 1499.

Auffordrung an den schwäbischen Bund, auf Bregenz zu ziehen.

Wir Maximilian von gots gnaden römischer kunig u. s. w. embieten den erwirdigen u. s. w. allen und yegklichen verwanten unsers kö. punds des lands zu Swaben, in was wirden stats oder wesens die sein, den dieser unser brief fürkumpt, unser gnad und alles gut erwirdigen u. s. w. und lieben getrewen, als wir uns dann der mercklichen und grossen noturfft nach herein in unser graffschaft Tirol gefügt und alles das zu widerstandt der veind hat dienen mügen, bisher fürgenommen, und wiewohl wir hinauss zu den fürsten, des reichs stenden, den raten und hauptleuten unsers kö. punds des lands zu Swaben, so zu Ueberlingen, versammelt komen sein sollten, auch das gern gethan hatten, so haben wir doch unser landschaft und graffschaft Tirol uff dieselb zeit unser zukunft auch yetzo dermass und so unschickenlich gefunden, zusambt dem, das uns gar nahent alles unser kriegsvolck von reichsstetten und uns, nach jrer bezalung, so wir jnen an freitag nechstverschinen gethan, verloffen ist, des wir uns doch nit versehen, noch gemaint hatten, dadurch wir in keinen weg gen Ueberlingen hinauskommen mügen, sonder zubehaltung und grosser mercklicher noturfft nachbemelter unser grafschaft Tirol haben wir bei obgedachter unser landschaft beleiben mügen, dann wa wir uns erhept, und hinaus zu euch gezogen warn, hatte sich dieselb unser graffschaft den veinden nit vor sein mügen, sonder gewisslich in der veind hand kommen müssen, das dann uns, dem hailigen römischen reich, auch unserm kö. pundt des lands zu Schwaben zu grossem mercklichem unüberwintlichem schaden, nachtail und spot geraicht und kommen wär, als jr selbs wissen und ermessen mügt, und dieweil die versambnung des schwäbischen bunds zu Ulm und nachmals zu Ueberlingen mitler zeit in unserm kö. pund 20,000 mann, namlich 18,000 zu fuss und 2000 zu ross angelegt hat. So uns dann bisher und besonder gestern dreimal nachainander in einer stund, und in diser verschiner nacht zwo, auch für und für glauplich warhaftig kuntschaften komen, wie sich die Schweitzer und Grawpünter vast gesterckt und versammelt, auch zusammengetzogen und fürgenommen haben, auch willens sein, ain gewaltigen zug in dis unser land zu tun, dagegen wir uns wider sie in gegenweer schicken sollten, so ist uns doch nit müglich, jnen mit unser macht und volck, so wir dieser zeit noch bei uns haben, sollichen zug und unser land und leut zu behalten, zu understeen, sonder wollen uns auff ewer und ander unsers kö. punds stend und verwanten, hilff und zuzug gentzlich verlassen, und uns auff sollichs mit unserm volck, sovil wir des bei uns haben, erheben, den veinden engegen und unter augen ziehen, und sie damit auff uns passen, der ungezweyvelten hoffnung und zuversicht, jr werdent uns mitsampt andern stenden und verwanten des schwäbischen Bunds eylends bei tag und nacht zuziehen, damit wir mit unserm volck von ewerm volk, so jr all zu uns bringen mügt, durch die veind nicht getailt werden, sonder uns eylends zusamen und den veinden ainen tapferlichen widerstandt, als wir dann zu dem allmechtigen hoffen, tun mügen. Dem allem nach begern wir an euch auch als hoch und vast wir immer mügen, das jr von stund an nach angisicht dis brifs eylends und eylends mit aller macht tag und nacht, was euch also angelegt ist, den nechsten auff Bregentz, wie in veld gehört, zu ziehent, etlich schlangen, quartanen mit euch bringent, und kainer auff den andern wart, sonder wellicher am ersten berait ist und wirdet, das derselb fürderlich, wie obgemelt ist, zuzieh, angesehen, die gross treffenlich mercklich noturfft und obligen, und wa uns nit eylends tag und nacht mit hilff zugezogen wurd, so sein unser und ewer grenitzen gewislich verlorn, und unser person und volck in grossen sorgen und gantz kain hoffnung noch trost wider die veind haben mügen. Darum so wellent euch fürdern und sollichs in kainen weg unterwegen lassen, und hierjnne das best thun, als unser des hailigen römischen reichs und unsers kö. punds des lands zu Swaben getrew verwanten, des wir uns dann gentzlich und ungezweyvelt zu euch versehen und verlassen, daran tut jr zusampt der billichhait unser ernstlich mainung und sonder hoch und dank näm wohlgevallen gnädiglich gegen euch zu erkennen und zu gutem nicht zu vergessen. Geben auf unserm sloss Landegk am 24. tag Juni, anno u. s. w. nonagesino nono, unsers reichs des römischen jn u. s. w.

Ad mandatum Domini regis in consilio.

Esslinger Archiv. Conv. Via

 

26. Juni 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Die Ursachen des Kriegs sei, dass die Eidgenossen dem König Münsterthal eingenommen, daher der Bund laut der Bundesverschreibung und des Landfriedens Hilfe thun müsse. - Die Städte haben Hauptleute und Räthe gewählt, und sich desgleichen vom Adel versehen. Es sei aber nicht geschehen. Daher die Städte, laut des Bunds (allein) haben handeln können, was zum Krieg diente. Sie haben also beschlossen auf Hintersichbringen, 400 zu Ross und 8000 zu Fuss zu Hälfte vom Adel und zur Hälfte von den Städten zu stellen. Nun solle er sehen, ob die vom Adel den Bund annehmen und in den Anschlag willigen. Wo das nit geschehe, so solle er anzeigen, dass ihnen der Anschlag zu schwer sei. Woferne man die gethane Zusage: man werde leidenlich darein sehen, erfülle, so wollen sie noch einen Monat zusehen, und unterdessen helfen. Auch möchten sie lauter wissen, ob ihnen die Städte das Geld von Adelmanns wegen geben wollen, was ihnen zugesagt sei; denn sie werden sich sonst an Niemand weisen lassen. Höchstens solle er auf 1. Monat 8 zu Ross und 200 zu Fuss zusagen. Wollte aber der Adel nicht in den Bund, so wissen sie weder von dem Anschlag, noch überhaupt von Bundessachen zu reden; dann müsse dieser Handel des Landfriedens wegen an das Reich kommen, welches sie für das Beste halten. Wollen aber demungeachtet die Städte den Bund annehmen, so solle er, wenn er merke, dass aus ihrer Verweigerung Ungnad entspringen könnte, sagen, er wolle es hinter sich bringen, und hoffe, Esslingen werde sich unverweislich halten. - Das Städtevolk soll man nicht trennen lassen, und dem Hauptmann die 4 von Ulm, Esslingen, Memmingen und Hall zuordnen. - Herzogs Albrecht wegen soll er dem Hauptmann sagen, sie wollen es jetzt wegen der Bundessache ruhen lassen; für sich soll er andern zu verstehen geben, dass sie mehr Schadens als Nutzens warten. - Da man jetzt dem König diene, so wäre Rede zu halten, ob von gemeiner Städte wegen nicht etwas Freiheit zu erlangen sei.

Esslinger Archiv conv. Via.

 

28. Juni 1499.

Georg von Emershofen an Nördlingen.

Der raisige Zeug zu Ueberlingen und Zell, Brandenburg, Mainz und die vom Adel mit etlichem Fussvolk ziehen gen Feldkirch, der Markgraf von Baden sei wieder zu Ueberlingen und habe da eine Küche aufgeschlagen. - Die königliche Majestät sei gen Feldkirch gekommen.

Ein Brief von Ulrich Beringer an Nördlingen, der um diese Zeit von Ulm aus geschrieben zu sein scheint (er ist ganz ohne Datum) sagt: er habe dem Rath zu Nördlingen die königlichen Mandate, eilig mit Hilfe zuziehen, nicht abschriftlich schicken wollen: was man nicht wisse, habe man bald verantwortet. Von andern Briefen, von der königlichen Majestät ausgegangen, sagt er: "ich han es für ain gemachten hagel."

 

28. Juni 1499.

Esslinger Instruction auf diesen Mahnungstag gen Ulm.

1) Ihre Bothschaft soll nicht schwören, der Adel habe denn seinen Hauptmann und Räthe gewählt, und schwöre den Abschied zu Freiburg gemäss mit den Städten.
2) Nehmen alle Bundesstände den Ueberlinger Abschied, so wollen sie ihn auch, jedoch unbegeblich, annehmen, nehmen ihn einige nicht an, oder schicken ihre aufgelegte Anzahl nicht so wollen sie sich auch vorbehalten, nach ihrer Nothdurft zu handeln.
3) Der Büchsen halb soll die Botschaft handeln, wie sie es nützlich finde
4) Unter jetzigen Umständen sei weder Herzog Albrecht, noch sonst Jemand in den Bund zu nehmen; sollte aber je darauf verhört werden, so soll es doch nicht ohne Verwilligung aller Stände geschehen.
5)Esslingen habe bisher über Vermögen gethan, und könne, wie andere Städte, eine solche Anstrengung nicht mehr in die Länge ausstehen.

Esslinger Archiv Via

 

Den 30. Juni schrieb Augsburg an seine auf den Tag Freitag nach Johannis und Pauli (28. Juni) gen Ulm, der sich aber bis Visitationis Mariä (2. Juli) verzog, abgeordneten Botschafter, Hans Langenmantel und Conrad Peutinger: den zu Ueberlingen gemachten Anschlag zu bewilligen falle ihnen schwer, doch wollen die ihn wegen der Noth, in der sich der König mit Land und Leuten befinde, und um in der Zukunft desto weniger zu dergleichen Anschlägen gedrungen zu werden, auf 1 oder 2 Monate, jedoch mit der Protestation annehmen, dass es aus Anerkennung der Noth geschehe, und es ihnen in der Zukunft keinen Schaden bringe, auch bei den Städten ein billigerer dem Vermögen jeder Stadt angemessener Anschlag gemacht werde. Auf den Adel soll gesehen werden, ob er gehorsam sei und mit welcher Anzahl er in diesem Anschlag diene, damit man sich, wenn wie zu erwarten sei, bei ihm Mangel erscheine, von Seite der Städte darüber beschweren könne, indem die Last allein auf sie gelegt werde, und dass ihnen, wenn man wegzuziehen für gut finde, desto weniger Ungehorsam zugemessen werden könne. In der Zukunft solle auch kein solcher Anschlag von dem Hauptmann und den Räthen der Städte weder beschliesslich noch auf Hindersichbringen fürgenommen, sondern, wo je einer gemacht werden müsse, die Städte vorher zu einer Beratschlagung zusammenberufen werden, damit jede ihre Nothdurft vortragen könne. Denn sei einmal von einem Anschlag die Rede, so halte man ihn ungeachtet der Formel "es hinter sich zu bringen" für von den Städten zugesagt. Die Kriegsräthe, deren Anordnung ihnen wohl gefalle, sollten auf den Adel der Hilf halben Aufmerken haben, und auf Niemand's Ansuchen in ferner Hilfe und Unkosten von Seiten der Städte willigen, sondern sich mit Mangel an Vollmacht entschuldigen. - Die Gesandten sollen arbeiten, dass die Städte einhellig bleiben, weil ihnen alsdann auch weniger beschwerliche Zumuthungen gemacht werden können. - Der Anschlag (Urkunde vom 28. Juni 1499) wurde nachher zu Kostanz um den 5. Mann verringert. Der Anschlag wurde vom Bund auf 12,000 Mann angesetzt, darunter der Städte Zahl auch begriffen war. - Die Städte waren dem Anschlag gehorsam erschienen, beurlaubten aber, da der Adel seine Anzahl nicht schickte, und sonst aus dem Feldlager nichts wurde, von den Ihrigen den fünften Theil.

Schmid'sche Sammlung nach dem Senkenbergischen Bundbuch.

 

1.Juli 1499.

Constantin Ebinger an Esslingen.

Der Esslinger Büchsenmeister habe gegen 33 Schiffe der Schweizer, womit sie in die Reichenau haben einfallen wollen, am 30 . Juni 39 Schüsse gethan, und mit solchem Glücke, dass die Schweizer 32 erschossene Mann in eine Grube gelegt haben, und die Au dadurch gerettet worden sei. Sie haben nicht einen Mann verloren. Die Feinde seien nur noch einen Armbrustschuss vom Lande gewesen. Ausser jenen Getödteten haben sie auch Verwundete. - Aus dem Engendin schreibt er unter dem nämlichen Datum, an Hans Ungelter seien 16 der Esslinger Knechte sammt dem Waibel gekommen, mit der Aussage, Graf Hans habe ihnen erlaubt, ihren Fähnlein auf dem nächsten Wege zuzuziehen, er wolle der Reichstädte Knechte nicht Hungers tödten, der König habe ihm nicht Wort gehalten Lieferung zu schicken, so könne er den Knechten auch nicht Wort halten. Ob das wahr sei, wisse er noch nicht, und habe auch nach aller Erkundigung die Wahrheit noch nicht erfahren können. - Herr Hans Truchsess sei fast übel daran, dass die Städte ihren Knechten so Urlaub geben.

Esslinger Archiv conv. Via

 

28. Juni - 2. Juli 1499.

Abschid der stett zu der zwölfjärigen erstreckung des bundts auff Freytag naeh Johannis et Pauly anno 99. so sich verzogen bis auf visitationis Marie.

Anfangs haben meine hern, der hauptman und der erbern stett botten für augen genomen, den abschid und den anschlag zum veldleger wider die Schweytzer jüngst auff dem tag zu Ueberlingen, auff hinder sich bringen angesehen, und haben nach ergangen dingen aus eraischung der merklichen obligenden notturfft, auch dem offenen kö. schreyben und ersuchen nach jnen auff disem tag von kö. Mt. umb eylend hilff und zu ziehen, und sonder damit die erbern stett in disem schweren handel dest ainhelliger seien, und beyainander beleyben, gerathschlagt und beschlossen, das der anschlag zu Ueberlingen beschehen, derstatthalben nit abzuschlahen, sonder anzunemen sei, doch hinfüro und auff künfftig zeit jn andern anschlegen, yeder statt unvergriffenlich, und das ain yede stat jr anzal, so vil jr auff den abschid zu Ueberlingen jnhalt des nachvolgenden artickels über das volck, so sy vor da oben hat, gepürt mit wägen, hacken, büchsen und allem anderm jn veld gehörig, fürderlich und on alles verziehen gen Ravenpurg verordnen und schicken, auch kaine auff die andern hierjn vertzug thun, und also die ding ain monat oder zwei ungefarlich versuchen söll.

Und alsdann jn dem anschlag der 4000 zu fuss und 200 zu ross, so die stett jnhalt des abschids zu Ueberlingen haben sollen, ain überschlag erfunden, also ist auff disem tag sollicher summ halben under den stetten ain abzug beschehen, (und nach sollichem abzug gebürt den von Augspurg 25 zu ross, 470 zu fuss). Und ist darauff verlassen, das ain yede statt unverhindert des abschids zu Ueberlingen die anzal wie jr drei jn diesen yetzigen abschid auffgelegt ist, schicken und haben soll.

Item als jn dem abschied zu Ueberlingen verlassen ist, das auff dem yetzigen tag zu Ueberlingen etlich von den gemainen hauptleuten und räten der stett erkiesst, die jm veld sein, und mit sambt den jhenen, so vom adel auch dartzu verordnet worden, jn fürfallenden kriegs handeln helffen sülen u. s. w. also sind auff disen tag zu sollichem erwellt und verordnet:

Herr Hans Langenmantel, ritter, burgermaister zu Augspurg,

als der hauptman u. s. w.

Herr Wilhelm Besserer, ritter, alter burgermaister zu Ulm,

Michael Senfft, stettmaister zu Hall,

Hans Ungelter der jüngere, burgermaister zu Esslingen,

Hans Stöbenhaber, burgermaister zu Memmingen.

Und ist von den erbern stettboten darauf angesehen, das ain yeder, so obgemelter mas verordnet und erwöllt ist, mit seinen pfärden in seiner statt anzall sein, von derselben statt, als sich gebürt, ausgerüscht und gehalten werden solle. Es ist auch denselben verordneten von den erbern stettbotten jn bevelh gegeben, das sy ferrer im kain höhern anschlag gaun, noch verwilligen, sonder so sollichs die notturfft erfordern wurde, söllen sy daran sein, das alle stett darumb versambelt und desshalb in jrem beywesen gehandelt werde.

Item sy sollen auch fürnemlich allen fleys ankeren, das haubtlewt und rate vom adel gewellt werden, und mit sambt dem haubtman und den räten von stetten aydspflicht thügen, jnmass sich jnhalt der zwölffjarigen erstreckung des pundts gebürt, und das jn diesen handlungen nyemends vom adel zu jnen gesetzt werden, dann die jhenen, so in der zwölffjarigen erstreckung sein wollen.

Insonder sollen sy auffmercken haben der churfürsten und fürsten, auch der vom adel anzal halben, und ob daran mangel erscheinen wurden, sollen sy fleyss haben, und daran sein, das die von stetten des anschlags und costens auch erlassen werden.

Item nach dem jn dem abschid zu Ueberlingen begriffen ist, das die erbern stett 2 quartanen und 10 schlangenbüchsen haben söllen, und aber die stett solliche büchsen all, bis an 2 schlangenbüchsen von da oben haben, ist yetz auff disem tag angesehen, das die von Memmingen ain grössere schlagenbüchs, dann sy vorgeschickt haben, und die von Ravenspurg zu der ainen schlangen, die zy vor haben, als die nechst gesessen, auch noch ain schlangenbüchs mit aller geraitschafft, auff gemainen costen des pundts hinauff schicken sollen.

Item als den von Rewtlingen jn disem anschlag 151 zu fuss gebüren, sein jnen 35 daran nachgelassen, also das jr anzal ni mehr, denn 116 zu fuss ist, dargegen sy all wochen den von Ueberlingen zu erhalten des schloss Gottlieben und zu anderer notturfft 35 fl. antwurten.

Dessgleichen nach dem den von Gmynd 76 zu fuss auffgelegt sein, sollen sy obvermelter mass 10 fl. all wuchen den von Ueberlingen überantwurten, desshalben jnen an obvermelter sum nit mer dann 66 zu fuss gebüren.

Item hertzog Albrechts zu Bayrn halben hat auff disem tag des merer under den stetten gebracht, soverr churfürsten und fürsten und die vom adel, den benannten mein gnedigen hern hertzog Albrechten in den bundt zenemen verwilligen wollen, seye sollichs von der stett wegen auch nit abzuschlahen.

 

Anschlag auf diesen Abschied.

 

z. R

z. F.

 

z. R.

z. F.

Augspurg

25

470

Kempten

2

38

Ulm

42

790

Buchhorn

-

30

Costanz

-

240

Nördlingen

12

226

Esslingen

11

198

Hall

12

226

Reutlingen

8

116

Dinkelspühel

6

113

Ueberlingen

12

226

Hailprunn

7

132

Biberach

9

170

Wimpfen

3

57

Gmünd

4

66

Werd

3

57

Memmingen

12

226

Alen

3

38

Kauffbewren

4

76

Giengen

-

19

Yszni

4

76

Bopfingen

-

9

Lütkirch

2

38

Pfullendorf

1

19

Wangen

2

28

Lindaw

8

151

Weil

2

38

 

 

 

 

 

 

 

193

3973


Heilbronner Archiv Nro. 27.

Esslinger Archiv convol. Via

 

4. Juli 1499.

Des Königs Anwälte und des Feldhauptmanns und der Räthe des Bunds zu Ueberlingen allgemeines Bundesausschreiben.

Da dem letzten Bundesabschid zu Ueberlingen gemäss schon den 1. Juli Jedermann entweder im Lager hätte sein, oder es hätte abschreiben sollen, und desswegen der König persönlich nach Ueberlingen zu kommen gebeten worden sei, der auch heute oder morgen kommen werde, so sei zu besorgen, er werde, wenn er das Volk nicht finde, sagen, man treibe ihn um, dadurch ungeduldig werden, und andern seinem Fürnehmen anhangen, wodurch Zerrüttung des Handels, und für die Ursächer Ungnade entstehen könnte, zumal, da Württemberg und etliche andere mit ihrer auffgelegten anzahl erschienen seien, und der Verzögerung wegen vergeblichen Kosten leiden, wodurch sie beim Wegziehen bewogen werden könnten. Dieses alles zu vermeiden, sollte Jedermann auf das eiligste zuziehen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

7. Juli 1499.

Michel Senft (Bürgermeister von Hall) und Clement Reichlin (Bürgermeister zu Ueberlingen) an Hans Ungelter.

Da der König heute in der Erwartung nach Ueberlingen komme, laut des Abschieds alles Volk im Lager zu finden, um sogleich damit anzugreifen, und es den Städten üble Nachrede verursache, dass, da Württemberg und etliche andere in das Lager gekommen seien, sie ausbleiben, so möchte Esslingen ganz unverzüglich die auferlegte Anzahl schicken, dies auch Reutlingen und andern Städten verkündigen; auch er solle mit seiner Person eiligst auf sein. - Ein ähnliches Schreiben erliessen sie an Wilhelm Besserer und Hans Langenmantel.

Esslinger Archiv conv. Via

 

11. Juli 1499

Hans Ungelter an Esslingen.

Er sei glücklich in Ueberlingen angekommen, und habe daselbst den König, der von Lindau dorthin gekommen sei, angetroffen; er habe dem Bund seinen Willen vortragen lassen, dass man am Freitag gen Walwiss, nicht ferne von Stockach, ziehen soll. Dort liege auch das württembergische Volk, und man werde sich vermuthlich da versammeln und die Ordnung machen, hernach aber gegen Kostanz und dahin etwas unternehmen; doch werde man sich, meint Hans Ungelter, da er noch nicht viel Volk sehe, nicht sobald ins Feld schlagen. Die Schweizer sollen auf 10,000 Mann stark sein, und der Feinde warten. - Die Raisigen seien von Zell aus 150 Mann auf 300 Schweizer, die ein Dorf im Hegow haben plündern wollen, gestossen, und haben ihrer 80 estochen.

Esslinger Archiv conv. Via

 

16. Juli 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der König sei zu Kostanz, bei ihm Markgraf Friedrich und sein Sohn, der junge Pfalzgraf, der Markgraf von Baden, ein junger Herzog von der Lithau. Heute seien sie mit 2500 Raisigen von Kostanz ausgezogen und haben Ordnung gemacht. Es sei wahrlich ein hübscher raisiger Zug. Die Württembergischen liegen auch vor der Stadt, man habe alle Wagen hinausgeschickt, um eine Wagenburg zu schlagen. Das Fussvolk sei etwa auf 10,000 Mann; die Schweizer aber sollen auf 15,000 Mann um Kostanz liegen, und lassen sich sehen, und haben heute sehr geschossen. Vermuthlich werde man übermorgen etwas vornehmen, der König und die Fürsten halten es aber, wie billig, sehr geheim, dass man den Städten noch nicht viel davon sage. Die französische Botschaft, ein Bischof mit 50 Pferden, sei bei dem König in der Meinau gewesen, und habe von seines Königs wegen von einem Bericht lassen reden. - Ihm (Hans Ungelter) sei gesagt worden, die Sache werde wohl gerichtet werden, doch glaube er nicht anders als im Felde.

 

24. Juli 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der König sei etliche Tage zu Kostanz gewesen, aber jetzt wieder gen Lindau. Er habe von vielen Anschlägen geredet und sei immer von dem einen zu andern verfallen, sein Fürnehmen sei ganz ungegründet und kindisch. Er sei mit dem Beschluss abgeschieden, in 8 Tagen wieder zu kommen, und unterdessen etliche seiner Räthe da zu lassen. Er habe von Städten begehrt, ihm die Knechte auf etwa 6 Tage zu leihen, weil er einen guten Anschlag habe. Da man es ihm nicht hätte abschlagen können, so seien sie mit dem von Zollern hinauf, der (20. Juli) mit ihnen bei Rorschach übergefahren sei, ein Dorf und dem Abt von St. Gallen ein Lusthaus verbrannt, und von den Feinden, deren bei 1000 gewesen seien, auf 100 erstochen, die übrigen in die Flucht geschlagen und eine Schlange erbeutet haben; von den Bündischen seien 8 Mann umgekommen; Rudolph Mettelin habe man gefangen bekommen. Weil sich der grösste Theil der Knechte wieder herab gen Kostanz verlaufen habe, so habe der König sie wieder zurück, und die zu Kostanz liegenden 300 Knechte, die man ihm zugesagt habe, auch mitzuschicken begert. Das sei zwar geschehen, allein die Knechte seien sehr unwillig. Auf die von einer erbaren Frau von Schafhausen erhaltene Nachricht, dass die Schweizer 6000 Mann stark auf das Hegow oder die Bar oder das Suntgau ziehen, habe man den König ermahnt, eilends mit dem Volk zu kommen, worauf er versprochen habe, den von Zollern zu schicken. - Das württembergische Volk sei gestern in das Hegow gezogen, auch des Adels Volk und der ganze reisige Zug mit Markgraf Friedrich selbst. Die Württembergischen wollen nicht mehr als noch 4 - 5 Tage bleiben, doch 600 Knechte noch einen Monat lang in der Au liegen lassen; man werde aber nach Stuttgart Botschaft mit der Bitte schicken, sie noch länger zu lassen. - Die Botschaft von Frankreich und Mailand handeln dazwischen; was, wisse er nicht. Der König hätte gern, dass sie sich an das Reich gäben und mit etlichen andern Anforderungen auch. Herzog Jörg soll auch kommen, und viele Fürsten, die ihm Volk sollen zugesagt haben.

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2. August 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Der König sei mit der Städte Knechten von Lindau wieder gen Kostanz gekommen, und habe angezeit, dass er wegen des Vorfalls im Suntgau, da Graf Heinrich von Fürstenberg, der Graf von Bitsch, Mathias von Kastelwart und vierthalbhundert andere erschlagen worden seien, einen Anschlag im Oberland aufgegeben habe, und Willens sei, mit allem Volk in das Suntgau zu ziehen, um ihm wieder Herz zu machen, und den Feinden dort Abbruch zu thun. Er habe also verlangt, der Bund solle mit ihm ziehen, er wolle Kostanz und die Au mit des Bunds Volk besetzen und das übrige mitnehmen. Der Bund mit Markgraf Christoph und Markgraf Friederich habe ihm geantwortet, sie wollten es gerne thun, wenn Jedermann mit seiner bundesmässigen Anzahl da wäre, aber Württemberg sei heimgezogen, und habe nur noch 300 Mann in der Au, etliche andere (Fürsten) hätten ihre Anzahl auch noch nicht ganz da. Der Adel habe auch noch nicht, wie es doch die Ordnung verlange, Hauptleute und Räthe gewählt; Niemand wisse, wer im Bund sei oder nicht; die Städte hätten von den Ihrigen nur dann Gewalt, wenn dem Anschlag zu Ueberlingen gelebt würde, sonst aber Befehl mit den Ihren wieder heimzuziehen. - Nach vieler Mühe und Arbeit mit dem König, der alle Stunden mit einer andern Zumuthung gekommen sei, habe ihm der Bund 12,000 Mann zugesagt, die nach dem Anschlag zu Ueberlingen genommen werden sollen, jedoch sollen seine 4000 zu Fuss und 200 zu Ross nicht darein gerechnet sein, so dass also jedem der fünfte Theil des Volks, das er jetzt hie oben habe, abgehe. Dagegen soll der König für sich selbst 10,000 Mann haben. - Man sei heute den ganzen Tag über dem Anschlag gesessen; etliche Fürsten beklagen sich, sie seien zu hoch angeschlagen; von Württemberg, dem 3200 zu Fuss und 160 zu Ross gebühren, sei Niemand da gewesen, vermuthlich werde Württemberg, wenn gleich der König es ermahnen würde, mit keiner so grossen Summe kommen. Die Städte haben nur unter der Bedingung zugesagt, wenn Jeder mit der auferlegten Zahl, d. i. ein fünftel weniger, als der Anschlag zu Ueberlingen gewesen, komme, und wenn der Adel Hauptleute und Räthe wähle. - Am 31. Juli habe der König den Reichs- und Bundes-Ständen durch den von Zollern anzeigen lassen, dass die Gesandten von Frankreich und Mailand bei den Schweizern zu Zürich um Frieden handelten, und dass sie den 4. August nach Schafhausen, wohin auch alle Orte schicken wollen, kommen werden. Er sei Willens, merklicher Geschäfte halb sich wegzubegeben, und etliche seiner Räthe zurückzulassen. Nun begehre er Rathes, welche Vollmacht er ihnen geben solle. Man habe geantwortet, dass man keinen Rath zu geben wisse, da sie weder der Botschaft Handlung noch des Königs Willen und Meinung wüssten. Nachdem zeigte der römische König durch den Bischof von Worms an, die frankreichische Botschaft zu Zürich habe erklärt, die Schweizer möchten gerne wissen, was er von ihnen begehre; wisse er dieses, so wolle er desshalb mit ihnen auf dem jetzigen Tag zu Zürich handeln. Er sei nun mit seinen Räthen übereingekommen, der frankreichischen Botschaft zu antworten, seine Meinung sei, dass sich die Schweizer an das Reich ergeben, ihre Neuigkeiten abstellten und um den ihm und andern zugefügten Schaden billigen Abtrag thäten. Dabei habe es auch die Versammlung bewenden lassen. Der König habe verlangt, heute wegzuziehen und die, welche zum Krieg gerüstet seien, sollten auch mit ihm auf sein. Da ihm aber der Bund anzeigte, dass dieses so bald nicht sein könne, weil noch nicht alle mit ihrem Anschlag fertig seien, so änderte er seinen Vorsatz, wie sich überhaupt die Sachen alle Stunden ändern. - Die Schweizer ziehen von allen Orten mit Macht auf Schafhausen, und wollen dort des Frieden erwarten oder darum sterben. - In der Schlacht im Suntgau seien der Bündischen bei vierthalbhundert umgekommen, sie haben das Feld und bei 30 Büchsen und etliche Wagen verloren; vom Feind seien 600 und darunter viele namhafte Leute von Bern und Solothurn umgekommen. - Der Adel werde zur Wahl der Hauptleute und Räthe einen Tag ausschreiben; die Städte werden hoffentlich auch einen Tag halten, und der König werde auch einen gemeinen Bundestag ausschreiben, denn er wolle den Herzog von Mailand auch im Bund haben: "denn wir haben sounst nit unglicksz genug." Man sage, der König von Frankreich liege mit 40,000 Mann zu Ast (Asti?) wider den Herzog von Mailand.

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3. August 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Heute sei der König und Markgraf Friedrich mit seinem Zug gen Zell; morgen werde Markgraf Christoph von Baden und die vom Adel und den Städten auch dahin ziehen. Das Volk mache ausser den 2000 zu Kostanz und in der Au nicht über 1600 Pferde und dritthalbtausend Knechte aus. Die Schweizer stärken sich sehr, Gott geb Glück.

Esslinger Archiv conv. Via

 

Den 4. August 1499 schreibt Hans Langenmantel an Heilbronn und Augsburg (und vermuthlich auch an die andern Bundesstädte): Da er und die vier andern von Städten zum Schweizerkrieg verordnet, gen Kostanz gekommen seien, habe der römische König an die Bundesversammlung begehrt, der Bund soll Kostanz und Reichenau schützen, wozu ungefähr 2000 Mann erfordert werden, und ausserdem 10,000 Mann haben, er wolle auch 10,000 Mann haben, und das übrige Reich werde etwa auch 10,000 Mann hergeben. Mit diesem Heer, in zwei Theile getheilt, wolle er den Feind angreifen. In diese Forderung habe er und die vier Verordneten gewilligt, weil der fünfte Theil des Ueberlinger Anschlags abgehe, mit dem Vorbehlat, abzuziehen, wenn die übrigen Stände ihre Anzahl nicht schicken würden. Augsburg gebühre also 20 zu Ross und 376 zu Fuss. --Auf ihr Betreiben habe der römische König geschrieben, dass sie zwischen Bartholomäi und jetzt ihre Hauptleute und Räthe wählen, und diese nach Bartholomäi zu Ulm ihre Eidespflicht thum sollen. Des Königs Meinung sei, auch dann diese Wahl und die völlige Aufnahme in den 12jährigen Bund vor sich gehen zu lassen, wenn gleich einige vom Adel ihres geringen Vermögens wegen nicht beitreten wollten, welches der Hauptmann auch gut findet, indem sie eher Verwirrung als Nutzen gebracht haben. Auch wünsche der König, dass der Herzog von Mailand nach den vorgeschlagenen Artikeln (s. Urkunde vom August) in den Bund genommen werde, weil das Geld, das er gebe, dem Bund wohl erschiesse. Zu Berathschlagung über alle diese Punkte beruft er eine Städteversammlung auf Samstag vor Assumtionis Marie gen Ulm. (S. den Abschied vom 17. August 1499.)

Heilbronner Archiv Nro. 27.

 

1499, im August.

Artickel des hertzogen zu Maylandt.

Erstlich, das der durchleuchtig hertzog zu Maylandt, grave zu Pavia und Angleria, herr zu Genua und Cremona, dweyl der gegenwärtig krieg der Schweytzer weret, und auch jn zukünftigen zeyten, so oft durch die selben Schweytzer und jr anhanger ain krieg wider den loblichen bundt der schwäbischen nacion bewegt wurd, solle beschlieszen die pasz und durchzug, das durch sein herrschafft und land zu den orten und enden derselben Schweytzer speysz, waffen und ander notturfftige ding nit gebracht werden, aber doch so yemands verstolen von gewins wegen etwas zu den Schweytzer gebracht, soll er dardurch nit gelaubt werden, gehandelt seyn wider die nachvolgenden capitel, das doch derselbig hertzog die mag straffen.

Item dieweyl diser gegenwärtig krieg wider die Schweytzer oder ain anderer künfftiger weret, der durchleuchtig hertzog von Maylandt zu hilff des vorgedachten loblichen bundts jn ettlichen monaten 4000 tewtscher knecht versölden sol, allwegen für ain man des monats vier guldin reinisch, alsz man in teuschen landen pflegt und gewonhait ist.

Item dweyl gedacht bundt bisz zu diser zeit vil costung gethaun hat, über die bezalung der 4000 knecht, sol der gedacht hertzog von Maylandt den gemelten pundtgenossen des schwäbischen pundts geben 25,000 ducaten, die da gerechnet söllen werden, für die costung geschehen, durch den gemellten bundt jn vergangner zeyt.

Item ob der krieg der Schwytzer nicht geendt wurdet, oder frid mit jn getroffen, und das volck, so yetz in hörenzug ist, haimzug, und nit länger jm veld belyb, also das allain die grentz, und anstossenden orten behüten wurden, das der gemelt fürst hertzog zu Maylandt nit schuldig sey, oder sol alsdenn die gemellten 4000 fuszknecht besöllden, sondern allain das halbtayl, und desgleichen, so ain grosser oder jm glicher gewalt sy bedingt, das er alszdamm den bundtgenossen nichtz zu bezallen schuldig sei.

Item die bezalung des gemelten geltz sol beschehen durch den hertzogen von Maylandt zu Mayland, den die pundtgenossen sollichs zu geben beschreiben werden, und dem herzogen verkünden, allwegen zu rechnen drey ducaten für vier rheinisch guldin.

Item die bundtgenossen werden zusagen und gereden, das so offt die Schwytzer oder die anhanger werden bekriegen den hertzogen von Mayland, das die bundtgenossen wöllen mit jr gantzen macht anstossen die Schweytzer und jr anhenger.

Item so ain groszer und mächtiger oder gleiche macht an die Schweytzer den gedachten hertzogen zu Mayland mit krieg anstossen, das die pundtgenossen des schwäbischen bunds sollen und verpflicht sind zu geben dem hertzogen zu Mayland zu seinem schutz und jm zu hilff 4000 fuszknecht, die weyl der selbig krieg weret, doch sol der hertzog zu Maylandt schuldig seyn, den selben zu geben speys oder an statt der speys allwegen für ainen monat dritthalben guldin reinisch.

Item es werden die selben bundtgenossen verhaissen und zusagen, das sy kain frid anstall noch vertrag mit den gedachten Schweytzern, und jren anhengern on wissen und einschlusz des gemelten hertzogen von Mayland beschlieszen oder machen werden, das sy auch allen müglichen vleys jn dem zukünfftigen frid mit den Schweytzern ankern wollen, das die Schweytzer zusagen und verhaissen, die tail des kunigs zu Franckreich, und dem gemellten hertzogen widerumb zu überantwurten die tal Plegay und Lanertine, die sy in den nechsten jaren eingenommen haben.

Item das der gemeldt schwäbisch bundt zwischen dem herzogen von Maylandt und der gemelten bundtgenossen begriffen und eschlossen nit lenger, dann die letzt erstreckung begreyfft, wern sol, und bey der meldung ainer gleichen macht verstanden söllen werden, die schier als mächtig als der hertzog von Maylandt sind.

Heilbronner Archiv Nro. 27.

 

11.August 1499.

Jörg von Freiberg, Hauptmann an der Donau, an Ludwig Neithart zu Bühl.

Er soll auf den von der königlichen Majestät und dem Bund zu Kostanz auf den Donnerstag nach Bartholomäi gen Memmingen ausgeschriebenen Tag eintreffen.

 

13. August 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Am 7. Aug. seien sie von Kostanz aus mit den Raisigen gen Zell gezogen und etliche Tage da gelegen, nochmals aber gen Tuttlingen, Mühlhausen, Wurmlingen und Meringen gerückt. Ehe Hans Langenmantel auf den Tag gen Ulm sei, sei er (Hans Ungelter) mit den Esslinger Raisigen zu Wurmlingen, wo Langenmantel mit den Augsburger Raisigen gewesen sei, gelegen, hachher aber sei er zu den von Ulm Raisigen gen Meringen gezogen, wo sie noch liegen. Schier alle Tage kommen Befehle vom König, jetzt dahin, jetzt dorthin auf den Anschlag zu ziehen, sie haben es aber bisher nicht thun wollen, er berufe sie denn vorher auch dazu, und gebe zu verstehen, was die Anschläge seien; bedünke sie es dann dienlich, so werde es ihrenthalb keinen Mangel haben. Bisher haben die mainzischen und bischöflich augsburgischen Hauptleute, Graf Hug und die Städte sich nicht von einander absondern und keiner ohne den andern Antwort geben wollen. - Gestern sei der König und die Königin zu Hüfingen gewesen, er habe denen vom Bund geschrieben, mit allem Volk zu Ross und zu Fuss, mit allen Wägen und Proviant sogleich gen Doneschingen, Geissingen und Hüfingen zu ziehen, die Hauptleute sollten zu Markgraf Friedrich gen Doneschingen kommen, wo sie weitern Bescheid erhalten werden. Sie haben es aber abgeschlagen, weil dem Anschlag zu Kostanz nicht gelebt werde: Württemberg sei nicht da, der Markgraf habe etliche seines Zugs heim geschickt, der Markgraf von Baden liege mit seinem Zug zu Hochberg, vom Adel sei man nicht da, wie es sein sollte, die 10,000 Mann vom Reich sehe man nicht, ebenso wenig die 10,000 des Königs. Um dieses dem König zu sagen, sei er (Ungelter), Graf Hug und Jakob Ehinger gen Hüfingen geschickt worden, mit dem besondern Auftrag von den Städten, zu erklären, dass sie nur auf den Fall zugesagt hätten, wenn dem Anschlag nachgelebt würde, und dass ihre Gewalt nicht weiter gehe; inzwischen wollen sie keinen Aufbruch machen, sondern die Meinung auf den Tag zu Ulm vortragen lassen; was ihnen dann zur Antwort werde, darnach wollen sie sich richten. Der König habe geantwortet: er wolle von Stund an Mandate ausgehen lassen; zu Württemberg habe er geschickt, die haben ihm Volk zugesagt zu schicken, wie viel wisse er nicht, denn die Bauern wollen nicht gehorsam sein; wäre Württemberg nicht abgezogen, so wollte er jetzt einen ehrlichen Bericht haben; er wolle gen Neustadt und Freiburg, und getraue sich dann, in 4 Tagen die 10,000 Mann aufzubringen; da er auf den Tag zu Basel an unsrer lieben Frauen Tag seinen Rath, den von Nassau, Herrn Paulus von Lichtenstein und den Serentiner schicken werde, so sollte der Bund drei, einen Brandenburgischen, Grafen Hugen und einen Städtischen schicken. Die Städte haben Jakob Ehinger dazu verordnet, der auch bereits mit Graf Hugen abgereist sei. Da es sich nun zu verlängern scheine, und man sich sobald keines Feldzugs zu versehen habe, so schicken sie die Hälfte der Wägen und der dazu gehörigen Leute heim; wo er noch mehr urlauben könne, wolle er es gewiss thun. Er habe mit Graf Hugen und Ehinger geredt, dass sie Fleiss zum Frieden ankehren sollen, und sie werden es gewiss thun. Die Mailändische Botschaft zu Schafhausen habe dem König folgende Artikel geschrieben, welche die Schweizer begehren: 1) Da die Unsrigen durch lästerliche, schändliche, unchristliche Worte, und durch Erstechung einiger der Ihrigen an St. Luciensteig den Frieden zuerst gebrochen haben, so begehren sie darum Abtrag. 2) Das Kammergericht soll gegen sie abgestellt, und der einigen von ihnen dadurch zugefügte Schaden ersetzt werden. 3) Weil Kostanz als des Bisthums Hauptstadt genöthigt worden sei, in den Bund zu gehen, so soll dies abgethan sein, und sie bei uns (ihnen?) wie vor Alters bleiben: denn sie hätten viel darin zu handeln, auch liege sie in ihrem Kreis. 4) Alle Nahm, Raub, Brand und Todschlag soll ab sein. In 14 Tage könne man inne werden, ob es sich zu einem Bericht schicken werde; wolle es sich nicht schicken, so müsste auf dem Tag zu Ulm über die fernern Masregeln gerathschlagt werden: denn so zu kriegen verderbten wir uns selbst, und würde der König und wir zu Schanden: denn es ist das elendeste Ding, es ist als würfen wir das Geld in die See.

Esslinger Archiv conv. Via

 

17. August 1499.

Abschied des Städtetags zu Ulm.

1) Auf des Hauptmanns Ausschreiben, worin angezeigt wird, königliche Majestät begehre, den Herzog zu Mailand in den Bund zu nehmen, haben die Städte gerathschlagt, dass es gut sein würde, mit dem Beschluss bis auf den nächsten Versammlungstag zu ziehen.
2) Ob im Fall etliche vom Adel sonderlich die nur kleines Vermögen haben, die Erstreckung des Bundes nicht vollziehen würden, dennoch die Städte mit den Fürsten und den Mächtigen vom Adel in Einung treten sollen, ist ermessen worden, dass man sich zu Haus weiter darüber berathen, und auf dem nächsten Bundestag Montag nach Bartholomäi weiter davon handeln wolle.
3)Auf demselben Bundestag soll auch erwogen werden, was zu thun sei, wenn etliche mit ihrer Anzahl, die ihnen auferlegt sei, nicht erscheinen würden. Man müsse einen Beschluss darüber um so mehr aufschieben, weil gerade jetzt mit den Schweizern ein Tag zu Basel gehalten werde.

Heilbronner Archiv Nro. 27. und Esslinger Archiv conv. Via

 

20. August 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Da am 16. August gen Meringen gekommen sei, sei das Esslinger und Ulmer Volk weg gewesen und gen Kostanz gegangen, wohin er den. folgenden Tag auch geritten sei, und von Jacob Ehinger und Stöbenhaber und andern Hauptleuten erfahren habe, dass die Städte viele Leute geurlaubt hätten, worauf er und Ebinger den fremden Knechten allen auch Urlaub gegeben habe, so dass sie jetzt noch fünfundsiebenzig Söld (also nicht so viele Knechte, weil darunter auch Doppelsöldner waren) haben, die sie, wofern es Friede werde, mit dem Fähnlein heimzubringen gedenken. - Auf Begehren des Hans Truchsess, ihm die ganze Anzahl, die ihm zugeordnet sei, zu schicken, weil sich die Hauptleute beklagen, dass sie, ungeachtet der Friede (Stillstand) am 25. Aug. ausgehe, und sie gewarnt worden seien, der Feind werde in die Au fallen, fast keine Knechte daselbst haben, antworteten die Städte, er könne aus dem Abschied zu Ulm sehen, dass sie keinen Befehl hätten, doch sehen sie für gut an, dass die 400 Knechte, so zu Ulm zugesagt worden seien, in die Au gelegt würden, bis der Tag (zu Basel?) verginge, und man sähe, ob es gerichtet werde oder nicht. - Vom Bericht höre er ebenso wenig als von einem neuen Angriff. Der römische König habe Sorge wegen des Berichts: denn der König von Frankreich habe dem Herzog von Mailand Alexandria im Sturm weggenommen, worin 1000 Kürassiere und 4000 Fussknechte gelegen seien, 500 Kürassiere seien herausgekommen, die übrigen alle aber erschlagen; er habe, wie er vermeine, auch Mailand genommen; die Venediger haben ihm auch eine Stadt genommen, die Sage gehe, das ganze Land sei umgeschlagen, und der Herzog mit Weib und Kind und dem Schatz in das Gebirge oder gen Insbruck geflohen; es sei zu besorgen, der König von Frankreich werde die römische Krone empfahen. - Die königlichen Räthe seien noch zu Basel, der Fürsten Volk alles, ausser des Bischofs von Augsburg 200 Knechte in der Au, und 40 Pferden in Kostanz, sei heim.

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Meringen, 23. August 1499.

Hans Ungelter an Esslingen.

Graf Haug und Jacob Ehinger seien nicht auf dem Tag zu Basel gewesen. Der König habe Graf Hugen auf dem Tag zu Ulm haben, Ehinger aber allein mit seinen Räthen nach Basel schicken wollen, welches dieser, und mit Recht nicht gethan habe. - Es sei wenig Hoffnung da, dass die Sache gerichtet werde; es soll noch ein Tag der Fürsten und anderer Verwandten des Reichs zu Worms gehalten, und darauf berathschlagt werden, wie man diesem schweren Handel Fürstand thun solle. - Die Fussknechte der Städte haben sie gen Kostanz geschickt, die Raisigen liegen noch im vorigen Lager. Jetzt habe Esslingen noch mit den Doppelsölden gerechnet 111 Fussknechte und 18 Pferde, 22 weniger als die Anzahl sei, der Kosten belaufe sich noch wöchentlich auf 170 fl.

 

24. August 1499.

NB. Um diese Zeit: Die schwäbischen Bundesstädte halten es nicht für räthlich, den Herzog von Mailand in den Bund zu nehmen.

 

24. August 1499.

Constantin Ebinger an Esslingen.

Das Volk des Reichs und des Bunds, das zu Stockach gelegen sei, und worunter von den Städten 1000 Mann gewesen, sei kürzlich nach Kostanz verlegt worden. Hans Ungelter sei mit dem Stettmeister von Halle zum König gen Neuenburg am Rhein bei Freiburg geschickt worden. Die Schweizer sollen bei Schafhausen, Stein und Diesenhofen 30,000 Mann stark sein, und sich vor Gottlieben lagern wollen; sie warten nur noch, obgleich kein eigentlicher Waffenstillstand sei, bis der Bericht zu Basel geschlossen oder verworfen werde; sonst aber thue jeder Theil gegen den andern, was er könne. - Hans Truchsess, Hauptmann zu Kostanz, habe ihm gesagt, der König habe nach 3000 Knechten, die noch in Geldern liegen, geschickt, sie in Sold zu nehmen.

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25. August 1499.

Zu bericht der gegenwurtigen uffrur sint dise nachgeschriben artickel uff baider tail ferrer anbringen abgeredt.

Namlich am ersten das die sechs gericht im Brettigau, so die kö. Mt. als ertzherzog zu Osterreich von dem von Metsch erkoufft, und die seiner Majestat vormalen geschworen haben, widerum weitter hulden und schweren, und die andern zway gericht, so noch nit geschworen haben, seiner Majestat schweren und tun sollen in allermasz, wie sie vormalen dem von Metsch getaun haben, doch das die kö. Mt. jnen diszer uffrurn halb dehain ungnad oder straff ufflegen, sonder sy gnedigklich, wie sy n sein Mt. jn kouffsweiss kommen sint, haben und beleiben lassen solle.

Zum andern, das umb der spen zwischen dem bischoff zu Chur seinem stifft und den gotzhawszleuten, und kö. Mt. von wegen der grafschaft Tyrol u. s. w. erwachsen, darum vormals anlasz und vertrag angenomen sint, widerum zu rechtlichem usztrag komen und verfangen werden sollen. uff u. s. w.

Zum dritten, das alle handlung in disem krieg ergangen, es sey mit todslag, nam brand, oder in ander weisz, baiderseits gegen ainander bericht hin und ab, und niemands desshalb dem andern kainen wandel oder abtrag schuldig sein soll.

Zum vierden, der eingenomen und eroberten sloss, stettn, landtschafften und oberkaiten halben soll yede parthey der andern alles das, so si ir in disem krieg abgewonnen und jn ir gewaltsamj bracht hat, widerum zu lassen in dem wesen, als es yetzo ist, und die undertaunen jr pflicht ledig zelen, doch unverzogen und vorbehalten der rechtung und pflicht, so yemands vor dem krieg daran gehapt hat, auch das uff baiden tailen gaistlich und weltlich, zu dem jren, es sey aigen, lehen, pfantschafft, zinsz, zehenden, güllt und gut, erbschafften, schulden und anders, so ain yeder am eingang disz kriegs jnngehabt hat, wider komen, und darzu gelassen werden soll.

Zum fünfften, das by hohen penen leybs und gutz fürkomen, damit hinfüro uff baiden tailen die schmahwort nicht mer, als biszher beschehen ist, geübt und geprawcht werden, wöllicher aber dasselb überfur, das er durch sein oberkait gestracks und on fürhalten gestrafft werd.

Zum sechsten des hinfüro der widerparthey niemands, so under der andern parthey gesessen ist, zu burgerrecht, landtrecht, schutz, schirm, versprechen, oder ainich verwandtschaft annemen, auch das die widerparthei noch die jren kain sloss, stett oder herrschafften under der andern parthey mit kauff oder wechsel an sich bringen, one der landtschafft oder oberkait, under der sollichs gelegen ist, gunst und willen; aber umb ander gueter, zins, zehenden, rendt und gült mag ain yeder das sein verkouffen, verwechseln und damit handlen frei und unverhindert.

Zum sibenden, das all brandschatz und schatzgeld der gefangnen die noch nit bezalt sint, hin und ab sein, und die gefangnen baiderseits uff ain zimlich urfehde und bescheiden atzgelt ledig gezelt werden sollen.

Zum achtenden, das ain usstrag zwischen dem haws Oesterreich, seinen undertaunen und zugehörigen ains, und gemainen aidtgenossen, jren undertaunen und zugehörigen anders tails, umb all spen und stoss ungewägert uff zway end, nemlich uff ain bischoff zu Costanz und burgermaister und klainen rat der statt Basel jn aller form und mass, wie der vor im erbfriden begriffen ist, in der ewigkeit verfangen, und in disem bericht gefasset, und das sollicher vertrag in gleicher form uff den pundt zu Swaben und sein zugehörigen gestellt werde, die zwölff jar uss die am jüngsten von kö. Mt. erstreckt ist.

Zum neunden, das damit die kö. Mt. uss gnaden uff hin und abthun all und yegelich vehden, acht, procesu und beschwerungen, so in dem krieg oder vor dem krieg wider die aidtgenossen, ir undertaun, zugehörigen oder verwandten iemals gesundert oder aussgeschlossn, usgangen sint, und sy also zu gnaden und hulden als ain glied des hailigen reichs kommen lassen, und das sunst umb alle andern sachen, so hierjn nit begriffen sind, baid tail bleiben sollen, wie vor dem krieg gestanden und gekomen sind.

Und sonders so bitten gemain aidgenossen die kö. Mt. gar demütigclich, herrn graf Jörigen von Suntgaw seinen atzt zu bedingen und zu empfahen.

Zu Beschluss sollchs fridens tut die kö. Mt. jrs tails darein beschliessen, das haus zu Oesterreich, den hertzogen zu Mayland und alle andere churfürsten, fürsten und stend des hailigen reichs.

Item dagegen, so thund gemain aidgenossen jeglichen zu sollichem friden einschliessen, den kunig zu Frankreich und alle die, so mit jnen jn gemains oder aynung sein. Und haben baid tail sollich artickel und maynung in abschidsweys anzubringen und darumb weiter antwurt zu geben angenomen, darauf ain ander tag gen Schafhawsen gesetzt auf mitwochen nach St. Veronentag, nechstkomend zu nacht an der herberg zu sein.

Zu gezeugniss sind diser abschidzedel zwen in gleich laut gemacht, und ein des edeln, wolgebornen herrn Galazer Visconter herzoglicher botschafft und undertäniger diser sach eingedruckten sigel bewart und jeder parthej. ainen geben; zu Basel sontag nach Bartholomäustag anno u. s. w. 99.

Esslinger Archiv conv. Via

 

28. August 1499.

Von gottes gnaden Casimirus margraf zu Brandenburg u. s. w.

Wohlgebornen u. s. w. lieben getreuen hern und fründ, wir sein als hewt uff sonder bevelh rö. kö. Mt. unsers allergnedigsten hern vater, oheim und gnedig hern Fridrichen marggraven zu Brandenburg u. s. w. Jorigen pfaltzgrave bei Reine und hertzogen jn Bayrn und andrer kn. Mt. Staate über die artickel des fridens, so yetzo auff dem tag zu Basel zwischen derselben kn. Mt. und den Schweitzern angesehen ist, gesessen und darüber gerathschlagt, das nach gestalt der leuff, so yetzo vor augen sein, wa anders dem hertzogen zu Mayland, der dann durch den kunig zu Frankreich und die Venediger mit höreskraft überzogen, ist hilff durch die kö. Mt. und hailig reich beschehen, und bei dem hailigen reich behalten werden sol, kö. Mt. söllich bericht wol anzunemen sei, dass dieselben fürsten kö. Mt. staat und wir auch kö. Mt. dermassen zugeschriben haben. Und was uns ferrer begegnet, wöllen wir euch auch zu wissen thun, und als in ainem artickel steet, zum achten, das ain ausstrag zwischen dem hawss Oesterreich u. s.w. und zuletst in demselben artickel gemellt wirt, und das solcher vertrag in gleicher form auff den bundt zu Schwaben und seinen zugehörigen gestellt werde, die zwölff jar aus, die am jüngsten vor kö. Mt. erstreckt ist u. s. w. Wa nun ewer mainung nit wär, oder gelegen sein wöllt, den bischove zu Costantz und statt Basel, wie dann angezaigt ist, dermassen anzunemen, auch das solchs lenger denn zwelff jar euch anzunemen gefällig sein wölle, das mügt jr uns gen Basel fürderlich berichten, so versehen wir uns, das sy euch ander richter und obman, dann obgeschriben stet, und die zit nicht zwelff jar allain, sonder für und für bewilligen und nit abschlagen werden. Oder ob euch gelegen sein wöllt, wenn hinfür ainer aus dem bundt zu ainem Schweytzer zu clagen, oder zu sprechen gewonne, und hinwiderumb ain Schweytzer zu ainem pündtischen, das dann, da ain andrer obman durch baid partheyen gesetzt und bestimpt würde, gedenken wir, das werde auch bewilligt und zugelassen, und nemlich also, das der clager, wöllicher dann der ist, ainen obman in des antwurters landen, da er dann gesessen ist, mitsampt den zusatzen nennen söll. Sollichs alles wollten wir euch guter maynung unverkündt nit lassn, euch darnach wissen zu richtn, wir schicken euch auch hiemit zu copey des betrags, als jr sehen werdent, die kö. Mt. wirdet auch yezo uff künfftigen tag gen Villingen kommen, oder jr treffenlich botschaft daselbshin verordnen, und der und anderer sachenhalben mit euch ferrer handeln und reden. Geben zu Freiburg jm Breissgau an Mitihen, Sant Augustinstag anno u. s. w. 99.

Gemainen haubtlewten und raeten des bundts zu Schwaben, yetzo zu Ulm versamelt.

Senkenberg'sches Bundbuch nach der Schmid'schen Sammlung Nro. 4.

 

18. August 1499.

Maximilian I. an die Bundesversammlung zu Ulm.

Erwirdigen u. s. w. und lieben getrewen, wir schicken euch hiemit die artickel der abred zwischen uns und den Schweytzern auff dem gehalten tag zu Basel auffgericht, wölche artickel sich etwas zu ainer richtung vergleichen wöllen, angesehen den grossn fürschlag, so der kunig von Frankreich aber unsern schwager und fürsten, der hertzogen zu Maylandt hat, der ain glid des hailigen reichs und sawl, darauff unser kaiserthumb gegründt ist. Dann wa Mayland, des got verhüeten wöll, verloren und durch Franckreich erobert werden söllte, ist gut zu ermessen, das nit anders hernach volgen, dann das das kayserthumb von teutscher nation dardurch getrungen wurde, dweyl wir aber solch artickel des reichs stenden und haubtlewten, auch unsern raten gen Villingen, jren rat und gut bedünken nach zu beratschlagen zugesandt haben, und dann auff mitwoch yetzo künfftig uff dem tag zu Schafhawsen söllicher frid endtlich zugesagt oder abgeschlagen werden soll, demnach begern wir an euch all, und ewer yeden besonder mit ernstlichem vleyss, jr wollent euch samentlich und sonderlich zu Ulme erheben, und mit vollmächtigem gewalt gen Rewtlingen füegen, daselbs jr unser rät auch fünden werden, witter allda zu handeln, ob der frid. beschlossen würd, was dann ferrer zu nutz auffnemen und handhabung des hailigen reichs und schwabischen bundts fürgenomen und gehandelt werden söllte, und ob sach wäre, das ewer ainer oder mer witters gewalts oder bevelhs von seinen mitverwanten notturfftig wurde, ist unser beger und maynung, das jr auch destmynder fürderlich gen Rewtlingen füegent und umb solchen ferrern gewalt oder bevelh widerumb zurugk schicket, dann euch derselb on verziehen nachgesandt werd, und euch hierjnn gehorsamlich und dermassen halten, als wir uns zu euch ungezweyfelt versehen, daran thut jr unser maynung und gut wolgefallen, gnadigclich gegen euch, geben von mittwoch nach Bartholomej des hailigen zwelffbotn anno u. s. w. 99, unsers reichs jm 14 jar.

Ir sollent auch die eingeschlossen artickel, ob die anzunemen oder abzuschlahen seien, berathen, und ewer gut beduncken und rathschlag den andern ewern mitverwandten, haubtlewten und räten des pundts gen Villingen, dahin wir sy beschriben haben, eylends verkunden, also das derselb ewer ratschlag uff sontags aubents gewisslich daselbs sei zu Villingen.

Ad mandatum domini regis in consilio

Esslinger Archiv Conv. Via

 

28.August 1499.

Auf das königliche Mandat (v. 28. Aug.) schickt der Bund Graf Haug von Werdenberg, Ulrich von Westerstetten, Jörgen von Freiburg, Dr. Conr. Peutinger, Mich. Senft und Clem. Reichlin nach Reutlingen. Diese letztere zeigen am 9. Sept. den Städten an dass sie zu Reutlingen anfangs Niemand von der königlichen Majestät wegen angetroffen; darauf seien sie von der königlichen Majestät gen Tübingen und darnach in das Feld heraus beschieden worden, worauf sie erst mit der königlichen Majestät wieder gen Reutlingen gekommen seien, woselbst der König ihnen angezeigt, Frankreich habe den Herzog von Mailand mit grosser Macht überzogen, ihm Alexandria und andere Plätze genommen, und Pavia belagert; der Pabst habe öffentlich erklärt, er wolle den König von Frankreich zum römischen Kaiser krönen, und ihm viel Hülfsvolk geschickt; die Venediger liegen auch mit grosser Macht wider Mailand; der Herzog sei von Mailand entwichen, und werde nun in Insbruk sein; der abgeredte Bericht mit den Schweizern habe sich zerschlagen, weil diese das Landgericht in Thurgau, das den von Kostanz gehöre, und eroberten Plätze haben behalten wollen. Aller dieser Ursachen wegen werde der römische König wohl selbst auf den Tag gen Ulm (Sonntag nach Matthäus) kommen und alle vom Adel zur Annahme des 12järigen Bundes erfordern. Die Städte sollen unterdessen - dazu ermahnt diese Botschaft - überlegen, was zu thun sei, wenn der Adel nicht in den Bund treten wolle, ob sie nämlich dennoch mit den Fürsten und denjenigen vom Adel, die ihn annehmen, darin bleiben wollen, und was anzufangen sei, wenn er sich des Adels wegen gänzlich zerschlüge, ob sie es nämlich, um in diesen schweren Zeiten nicht ganz zertrennt zu werden, nicht für gut hielten, sich mit den Churfürsten und Fürsten, oder unter sich selbst zu verbinden.

Heilbronner Archiv Nro. 27.

 

29. August 1499.

Constantin Ebinger an Esslingen.

Es sei Friede (Waffenstillstand) bis auf Nativitatis Maria verkündet worden. Graubünder, die in's Walgau eingefallen seien, und viel Vieh weggetrieben haben, seien wieder geschlagen und ihnen das Vieh wieder abgenommen worden.

Esslinger Archiv conv. Via

 

5. September 1499.

Hans Ungelter an Esslingen von Reutlingen aus.

Der König sei gen Reutlingen gekommen und habe mit Herzog Ulrich im Schönbuch gejagt. - Der König sei mit den Schweizern über alle Artikel eins, ausser über das Landgericht im Thurgau, welches Kaiser Sigmund an die von Kostanz versetzt habe; sie verlangen, dass er es von den Kostanzern lösen und ihnen versetze. Das wäre für die Kostanzer schwer, da es bis an die Stadt reiche. - Er könne nicht erfragen, wo der König aus wolle. Der König von Frankreich habe dem Herzog von Mailand viel Lands genommen. - Der König habe an die Städte und andere vom Bund begehrt, ihr Volk noch eine kurze Zeit im Lager zu lassen, wenn gleich der Bericht vor sich gehe. Wann die Schweizer dem Herzog von Mailand etliche Knechte schicken werden, dann sei keine Sorge mehr. Die Schweizer sollen mit Macht heraus zu brechen drohen, wenn der Bericht nicht zu Stande komme.

Esslinger Archiv convol. Via

6.September 1499.

 

Markgraf Kasimir von Brandenburg und die anderen königlichen Räthe schreiben von Basel aus an Hansen Truchsess zu Waldpurg, d. j. Hauptmann zu Kostanz: da der Bestand mit den Schweizern am

8. Sept. ausgehe, und man sich keines Friedens versehe, so soll er Aufsehen haben, damit ihm der Feind keinen Schaden zufüge.

 

6. September 1499.

 

Königliches Mandat an Prälaten, Grafen, Freien, Herrn und Edle in Schwaben (Sonntag nach Matthäi) von Reutlingen aus, auf dem gemeinen Bundestag in Ulm zu erscheinen, und den 12järigen Bund anzunehmen. Alsdann werde er ihre Beschwerden anhören und ihnen abhelfen. Wird bei schwerer Ungnade und Strafe geboten.

Burgmeister Cod. dipl. equestr. I., 1464. Auch einzeln gedruckt.

 

6. September 1499.

Königliches Mandat den zwölfjährigen Bund anzunehmen.

Wir Maximilian u. s. w. enbieten den ersamen und edeln unsern andechtigen und des reichs lieben getrewen, allen prelaten, graven, freyen, herren und edln, so jn der achten und dreijarigen ainigung unsers königlichen pundts des lands zu Schwaben gewesen, und in demselben lande gesessen sein, den diser unser kuniglicher brief verkündet wirdet, unser gnad und alles gut, wiewol wir euch vormals ernstlichen gebotten haben, auch in unser zwelffjarig erstreckung des bemelten bundts zugeben, mit dem anhang, das wir alsdann ewer beschwerungen, so jr in demselben bundt zu haben vermanet, hören, und jn leidenlich weeg und mittel setzen wollen, so seiet jr doch in solchem bisher ungehorsamlich erschinen, das uns von euch zu verachtung und missfallen raichet, und nachdem wir auff dem tag, so von gemainem pundt auff sontag nach St. Matheus tag schirst gen Ulm gesetzt ist, gewisslich in aigner person sein werden, gebieten wir euch allen, unwer yedem von romischer kunigclicher macht ernstlich mit disem brif, und wöllen, das jr all in aignen personen oder wölcher eehaft nothalben nit komen möcht, durch sein vollmechtigen anwälde, auff den obgemelten tag bei uns zu Ulm erscheinet, und ewer kainer ausbeleibe, noch auff den andern waiger oder verziehe, als lieb euch seie, unser schware ungnad und straffe zu vermeiden, so wollen wir auff demselben tag alle ewer obberürt beschwerungen gnadigclichn hören, und die in zymlich und leidenlichen weg und mittel kören, daneben und auff demselben tag sol der gemain haubtman des adels erwölt, und jme seine rät zugeordnet werden, und jr tuet daran unser ernstliche maynung. Geben zu Rewtlingen am sechsten tag des monats Septembris anno dominj u. s. w. 99. unserer reich des romischen jm vierzehenden und des hungrischen jm zehenden jaren.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4 aus dem Senkenberg'schen Bundbuch.

 

9. September 1499.

Königliches Mandat, die Bundeshilfe gegen die Schweizer zu schicken.

Wir Maximilian u. s. w. embieten den u. s. w. allen prelaten, freien, herren und edlen, auch den von stettn, so mit disem unserm kunigclichen brief ermant werden, unser gnad u. s. w. ersamen u. s. w. Wiewol wir uns auf dem tag, so zwischen uns und den Schweytzern yetzo zu Basel gehalten ist, denselben Schweytzern uns und dem hailigen reich zu gutem ainer zimlichen rachtung geflissen haben, so ist doch solche rachtung von jnen gantz abgeschlagen aus den ursachen, das wir jnen das landgricht zu Costentz, den Schwaderwald und dartzu die schloss und flecken, so sy erobert haben, nicht nachlassen wöllen, das dann dweyl dem hailigen reich unüberwintlichen schaden und abbruch daraus erwachsen wurde, als jr selbs ermessen mügt, in kain weg zu thun ist, desshalben wir des überzugs von jnen alle tag widerumb gewiss sein, dann sy sich mit jrem geschütz und lewten gentzlich darnach gericht und willens haben, yetzo von stund die statt Costentz die Maynaw oder Zell und ander anstossend besetzungen und flecken zu überziehn und zu beschedigen, dweyl nun der merer tail volcks abgezogen, und nyemands oder gar wenig in denselben anstossenden besetzungen ist, dardurch die Schweitzer in der eyl iren willen erlangen, und ettwevil derselben besetzungen, schloss, stett und flecken erobern möchten, darumb die gross notturfft erfordert, sich eylends mit ainer gegenwär darein zuschicken, damit gegen solchem jrem eylenden überfall die besetzungen versehen bis auf dem tag, so von gemainem bundt auff nechsten sonntag nach St. Matheus tag gen Ulm angesetzt ist, verrer hierjn der notturfft nach müg gehandelt werden. Demnach empfelhen wir euch allen und ewer yedem von romischer kö. macht bei vermeidung unser und des reichs schweren ungnad und straff ernstlich mit disem brief gebiettent und wöllen, das jr von stund zu angesicht ditz briefs mit der anzal volcks zu ross und fuss, als zu Costentz der abschid gewesen ist, oder doch so maist, als jr mügt, gen Hüfingen am Hewgew zu unsern raten und haubtlewten, so wir daselbsthin verordnet haben, ziehet, daselbs werdet jr bei jnen weitern beschaid finden, und hierjn nit samig seyn, noch kainer auff den andern waigern oder verziehen, sonder uns und euch vor unwiderbringlichem schaden und verderben verhietten, als jr uns und euch selbs ewern eren und pflichten, auch den obgemelten abschid nach zu thun schuldig seit, und wir uns gentzlichen zu euch verlassen, daran thut jr unser ernstlich maynung. Geben zu Ulm am newnten tag des monats September nach cristi geburt vierzehenhundert und neunundneuntzigsten unser reiche, des römischen im vierzehenden und des hungerischen ym zehenden jaren.

Ad mandatum domini regis proprium.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. nach dem Senkenbergischen Bundbuch.

 

12. September 1499.

Prälaten, Grafen, Ritter und Knecht der Gesellschaft im Hegow und am Bodensee schreiben an Graf Haugen und Hans Langenmantel.

Die Schweizer haben einen neuen Stillstand bis auf den 16. September angeboten. Da sich aber keines Friedens zu versehen sei, und die Feinde mit Macht über die vom Bund ziehen wollen, so sollen sie, da jetzt in allen Besatzungen nicht über 900 Knechte seien, ausschreiben, dass die Anzahl des geordneten Zusatzes unverzüglich gefertiget werde, damit die Besatzungen bis auf den Tag gen Ulm desto besser mögen behalten werden.

Die Städte werden von den höheren Ständen ohne ihr Zuthun angeschlagen.

Heilbronner Archiv Nro. 27.

 

13. September 1499.

Hans Ungelter der Jüngere an Bürgermeister und Räthe zu Esslingen.

Von den königlichen Räthen, die noch zu Basel seien, seien gen Ueberlingen in die Versammlung Schreiben gekommen, dass der Friede bis auf Mittwoch vor Michaelis (24. Sept.) erstreckt sei, aufs höchste gebeten worden, der weile stille zu stehen; andere seien da, die bis auf den nächsten Mittwoch lauten (17. Sept.), da der Friede ausgehen soll; welches wahr sei, wisse man nicht. - Die Hegower und die obern Städte haben einen Tag gehalten, wie sie sich, wenn die Schweizer wieder herauskämen, halten wollten, bis man ihnen zu Hilfe käme; auch haben sie gebeten, desswegen an die Hauptleute zu schreiben, dass man ihnen dann zuziehe. Er habe dem Constantinus Ebinger, Hauptmann des Esslingischen Volks, befohlen, bis in 50 - 60 Knecht zu urlauben. - Die Versammlung habe ihn gebeten, gen Kostanz und in die Au zu reiten, um den Knechten in der Au einen andern Hauptmann zu geben, bis auf weitern Befehl: denn Markgraf Friedrich, der den Städten vorher einen Hauptmann geliehen habe, habe ihn zurückgefordert; die Sage gehe, er wolle an die von Nürnberg. Von Kostanz aus wolle er, ob Gott will, heimwärts reiten.

Esslinger Archiv conv. Via

 

22. September 1499.

Der wirkliche Friedensvertrag (Sonntag St. Moriztag, 22. Sept.) steht in Waldkirch Bd. I. Anhang Nro. XVIII. und in Alb. Jägers Engadeiner Krieg pag. 224.; die am 4. Aug. zu Basel entworfenen Friedenspräliminarien ebendas. Pag. 242.

 

Urkunden zur Geschichte des Schwäbischen Bundes (1488-1533.), hrsg. von Karl Klüpfel, 1. Teil, Stuttgart 1846, S. 272-387

Bearbeitung: Klaus Graf 

Empfohlene Zitierweise

Klüpfel (Hg.), Karl: Akten zum Schwabenkrieg. Ordnung gegen die aidgenossen zu Costantz by gantzer versammlung beschlossen uff Sebastiani anno 99, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/6kz67/

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Erstellt: 31.01.2006

Zuletzt geändert: 31.01.2006


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