a) Zeitleiste

Zeitleiste

 

1525

 

Erste reformatorische Unruhen in Münster

1531

 

Bernhard Rothmann, Kaplan an der Mauritzkirche, predigt evangelisch.

1532

Februar

Rothmann wird als Pastor der Lambertikirche eingesetzt.

Februar

Ein Bürgerausschuss erwirkt die Einsetzung evangelischer Prediger an allen Stadtkirchen.

September

Beginn der, teils auch gewaltsam ausgetragenen Auseinandersetzungen zwischen Fürstbischof Franz von Waldeck und der Stadt um Rücknahme der Neuerungen

1533

Februar

Dülmener Vertrag: Anerkennung der städtischen Reformation in Münster durch den Fürstbischof und des katholischen Gottesdienstes in Dom und Klöstern durch die Stadt

 

März

Erster „Bildersturm“. Entfernung und Zerstörung von Altären und Heiligendarstellungen aus den Pfarrkirchen

 

Juli

Rothmann erläutert in einer Eingabe an den Rat seine Kritik an der Kindertaufe

 

August

Öffentliche Disputation über die Kindertaufe. Verbot der Kritik an der Kindertaufe durch den Rat

 

September

Verweigerung der Kindertaufe durch Hermann Staprade in der Lambertikirche. Schließung der Kirchen durch den Rat. Versetzung Rothmanns an die Servatiikirche

 

Oktober

„Van beyden sacramenten, doepe unde nachmaele“. Erste Hauptschrift Rothmanns zur Begründung der Erwachsenentaufe

 

November

Unruhen in der Stadt. Schließung auch der Servatiikirche. Verkündung einer lutherischen Kirchenordnung durch den Marburger Theologen Dietrich (Theodor) Fabricius

1534

Januar

Beginn der Erwachsenentaufe in Münster durch holländische Täuferboten. Jan van Leiden kommt in die Stadt. Forderung des Fürstbischofs, die Verantwortlichen auszuliefern

 

11. Februar

Stadtrat liefert Täufer nicht aus. Katholische und gemäßigt evangelische Einwohnerschaft verlässt die Stadt

 

23. Februar

Jährliche Ratswahl: Beginn der Täuferherrschaft. Vom Fürstbischof angeworbene Landsknechte beginnen mit Belagerung. Alt- und neugläubige Reichsfürsten, darunter auch Landgraf Philipp von Hessen, unterstützen dabei Franz von Waldeck. Einführung der Pflichttaufe. Vertreibung von Taufunwilligen.

 

Letzte
Februarwoche

„Bildersturm“ im Dom und in den Klöstern. Inbesitznahme des Dombezirks, der zuvor der Geistlichkeit vorbehalten war

 

März

Einführung der Gütergemeinschaft. Die Propheten Jan van Leiden und Jan Matthijs erklären Münster zum „Neuen Jerusalem“ und verkünden die Wiederkehr Christi. Zuzug von Täufern in die Stadt. Vernichtung des Ratsarchivs. Kritische Äußerungen Hubert Rüschers, wofür er von Jan Matthijs erschossen wird.

 

April

Jan Matthijs wird vor der Stadt von den Belagerern getötet. Auflösung des Stadtrats, Einführung des „Ältestenrats“, der aus 12 Mitgliedern bestand, unter denen auch Zugereiste waren.

 

23. Mai

Erster Sturmversuch der Belagerer misslingt.

 

Juni

Einige Landsknechte laufen zur Stadt über. Hinrichtungen von Landsknechten wegen Trunkenheit u. ä.

 

Juli

Wegen überwiegender Mehrheit der Frauen, Einführung der Vielfrauenehe.

 

30. Juli:

Aufstand, angeführt von Hermann Tilbeck, gegen die Stadtführung unter Jan van Leiden misslingt. 47 Verschwörer werden hingerichtet.

 

31. August

Zweiter Sturmversuch der Belagerer. Nach dessen Scheitern wird eine neue Taktik gewählt: Aushungerung der Stadt.

 

September

Der Prophet Dusentschuer erklärt Jan van Leiden zum König. Absetzung der zwölf Ältesten und Schaffung neuer Ämter und eines Hofstaats. Entfaltung von königlichem Prunk.

 

Oktober

Rothmanns Hauptschrift, die „Restitution“, wird veröffentlicht.

 

12. Oktober

Die Einwohner wurden von der Stadtführung angewiesen, die Stadt zu verlassen. Nach dem gemeinsamen Abendmahl verkündete Jan van Leiden, nicht mehr König zu sein, da ihn Gott abgesetzt habe. Dusentschuer entsandte einige Prediger in umliegende Orte. Sie wurden gefangen und hingerichtet. Weiters sprach der Prophet, dass Gott van Leiden befehle König zu sein und die Gottlosen zu strafen. Der wieder eingesetzte König ließ sich einen Landsknecht aus dem Gefängnis zu sich bringen und enthauptete ihn eigenhändig.

 

Dezember

Der Versuch scheitert, in den Niederlanden ein Entsatzheer aufzustellen.

1535

22. Juni

Eroberung der Stadt nach Verrat. Ermordung der Männer, Vertreibung der Frauen.

1536

22. Januar

Hinrichtung der drei Täuferführer Jan van Leiden, Bernd Knipperdollinck und Bernd Krechtinck vor dem Rathaus. Die Leichen werden in eisernen Körben am Lambertiturm zur Schau gestellt.

1541

 

Wiederherstellung der städtischen Privilegien außer Ratswahl und Gildeverfassung durch Fürstbischof Franz von Waldeck.

1553

 

Wiederzulassung der Ratswahl und einer eingeschränkten Gildeverfassung durch Fürstbischof Franz von Waldeck.

Literaturhinweis:

Rommé, Barbara (Hg.), Münster, „Das Königreich der Täufer“, Band 1: Reformation und Herrschaft der Täufer in Münster, Band 2: Die münsterischen Täufer im Spiegel der Nachwelt, Münster 2000.

Verfasser: Zolenek Zeman 



Erstellt: 30.10.2008

Zuletzt geändert: 05.11.2008


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