a) Niederer Adel

Der niedere Adel und die Reformation

 

Der Ritterstand befand sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts bedingt durch den allgemeinen strukturellen Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen in einer Krise. Ihnen machte vor allem der Machtanwuchs des aufstrebenden Bürgertums, die verstärkte Geldwirtschaft und der Verstaatlichungsprozess in Form von Bürokratisierung, Verwissenschaftlichung und einer zunehmenden Verschriftlichung zu schaffen. [1] Da die Ritterheere verstärkt durch Söldnerheere ersetzt und sie so ihrer spezifischen militärischen Funktion enthoben wurden, verschlechterte sich die ökonomische Situation des Ritterstandes zunehmend. [2] Hinzu kam auch, dass der Ritterstand durch den Verlust des Fehderechts ein großes Maß an Eigenständigkeit und politischen Einflusses einbüßte. Da viele Adelige die Fehde als Vorwand zum Raub missbrauchten, wurde im Ewigen Landfrieden von 1495 ein generelles Fehdeverbot erlassen. [3] Trotz des Verbots griff der Ritterstand jedoch weiterhin auf diese Methode zurück, um einen Teil seines einstigen Einflusses und Reichtums zurück zu gewinnen.

Somit ist neben den Bauernaufständen auch der niedere Adel als ein weiterer bedeutender Unruhepol dieses Zeitalters zu nennen, der den Religionsdissens als Katalysator zu nutzen wusste, um eigene Interessen zu verfolgen.

Zwei exemplarische Beispiele seien diesbezüglich genauer betrachtet - Franz von Sickingen und Ulrich von Hutten

Verfasserin: Ruth Rembart 

 

Literaturhinweise:

Endres, Rudolf, Adel in der frühen Neuzeit, München 1993 (=Oldenbourg, Enzyklopädie deutscher Geschichte; Bd. 18)

Köpf Ulrich (Hg.), Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung. Reformationszeit : 1495 – 1555, Stuttgart 2001.

Schnabel-Schüle, Helga, Die Reformation 1495-1555, Stuttgart 2006.

Seipel, Wilfried (Hg.), Kaiser Karl V. 1500-1558 - Macht und Ohnmacht Europas, Milano 2000.

Weiterführende Literatur:

Rössler, Hellmuth (Hg.), Deutscher Adel 1430-1555, Darmstadt 1965 (=Schriften zur Problematik der deutschen Führungsschichten in der Neuzeit, Bd.1)

Rössler, Hellmuth (Hg.), Deutscher Adel 1555-1740, Darmstadt 1965 (=Schriften zur Problematik der deutschen Führungsschichten in der Neuzeit Bd.2)

Anmerkungen

  • [1]

    Endres, Rudolf, Adel in der frühen Neuzeit, München 1993 (=Oldenbourg, Enzyklopädie deutscher Geschichte; Bd. 18) S. 60.

  • [2]

    Schnabel-Schüle, Helga, Die Reformation 1495-1555, Stuttgart 2006. S 139.

  • [3]

    Endres, Rudolf, Adel in der frühen Neuzeit, München 1993 (=Oldenbourg, Enzyklopädie deutscher Geschichte; Bd. 18) S. 60.



Erstellt: 28.10.2008

Zuletzt geändert: 05.11.2008


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