Fachportale

Fachportale

 

bearbeitet von Peter Miesbauer 

 

Portale sind Anwendungen im Internet, die dem User eine Bündelung von Angeboten, Diensten und Informationen bieten, meist zu einem bestimmten Thema oder Unternehmen. Basiert dies auf einem mehr oder weniger wissenschaftlichen Unterbau, spricht man von Fachportalen.

Historicum.net

URL: www.historicum.net

(Untertitel: „Geschichtswissenschaften im Internet“) richtet sich nach eigener Aussage an „…Studierende in den ersten und mittleren Fachsemestern ebenso wie an Lehrende, an (Nachwuchs-)Wissenschaftler sowie an eine breitere geschichtsinteressierte Öffentlichkeit.

Seit inzwischen über zehn Jahren bietet die Plattform, deren Redaktion in München an der bayerischen Staatsbibliothek angesiedelt ist, nach „Länder(n)“ (inzwischen 11 europäische Länder) und „Themen“ (von den Hexenverfolgungen über die napoleonische Zeit bis zum Bombenkrieg) sortiert Wissenswertes zur Neuzeit. Die Aufmachung der Seite ist ansprechend schlicht gehalten und meines Erachtens recht übersichtlich, man findet sich selbst beim ersten Besuch schnell zurecht und navigiert einfach und flüssig durch die angebotenen Inhalte. Hinter dem Punkt „Recherche“ verbirgt sich eine Linksammlung zu online verfügbaren Informationsressourcen wie digital verfügbaren Zeitschriften, digitalisierten Quellen, anderen Fachportalen, Lexika et cetera. Im Abschnitt „Lehren & Lernen“ finden sich Einführungen in das wissenschaftliche Arbeiten, Rezensionen und Tutorials, vor allem zum Einsatz von Computern und Internet in geisteswissenschaftlichen Studien und im Unterricht. Zudem finden sich noch (etwas versteckt als Icons getarnt im rechten oberen Eck der Startseite) Verlinkungen zu den Onlinejournalen „Sehepunkte“ (Geschichtswissenschaften), „Zeitenblicke“ (frühneuzeitliche Geschichts- und Kunstwissenschaften) und „Lesepunkte“ (Rezensionsjournal für Schüler und Schülerinnen). Der Newsletter der Plattform schließlich erscheint inzwischen monatlich und weist vor allem auf neue Inhalte und Änderungen hin.

Die einzelnen Artikel auf historicum.net sind stets mit Erstellungsdatum und Datum der letzten Änderung versehen, was die Recherche und Zitierbarkeit ungemein vereinfacht.

Aufgrund der Menge des Textflusses und der deswegen recht kleinen Schrift wäre allerdings in Zeiten heutiger hochauflösender Monitore eine Serifenschrift zur Verbesserung der Lesbarkeit eindeutig die bessere Wahl gewesen.

Die plattformimmanente Suchfunktion chronicon.de, ebenfalls von der bayerischen Staatsbibliothek betrieben, durchsucht unter anderem deren Kataloge, diverse bibliographische Datenbanken und natürlich auch den Inhalt von historicum.net.

Dies alles zusammen macht historicum.net zu einem äußerst nützlichen Instrument historischer Online-Forschung, vor allem für Studierende. Im vertieften Gebrauch erschließen sich aber auch dem fortgeschrittenen Historiker neue interessante Entdeckungen, vor allem im Bereich der Linksammlung.

Humanities, Sozial- und Kulturgeschichte (H-Soz-u-Kult; HSK)

URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de

bietet eine Plattform für Kommunikation und Information für Historikerinnen und Historiker. Hier können eigene Beiträge veröffentlicht, Neuigkeiten in Erfahrung gebracht und fachwissenschaftliche Nachrichten und Publikationen rezensiert und diskutiert werden. Redaktion und Betreuung obliegen dem Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin, das Fachportal ist Teil des Angebots von Clio-Online (siehe unten).

HSK ist in der Aufmachung ebenfalls recht übersichtlich gehalten, die Farbgebung in hellem Grau und dunklem Gelb ist unaufdringlich und gut sichtbar, allerdings wird auch hier eine serifenlose Schrift verwendet. Die einzelnen Rubriken sind verständlich benannt, so bietet „Chancen“ eine Liste aktueller Stellenausschreibungen für Historikerinnen und Historiker, Stipendien und andere Fördermöglichkeiten, aber auch aktuelle Studiengänge und Wohnungsangebote. Des Weiteren finden sich Rezensionen sowohl von Fachliteratur, digitaler Medien und Online-Angeboten, Tagungsberichte, Termine (meist von Tagungen) und Linklisten sowohl für Webseiten (Hier wären zumindest kurze Kommentare hilfreich, da außer Datum, Titel des Links und Verfasser der Verlinkung keine anderen Informationen erhältlich sind. Eine Suche innerhalb der gesammelten Links ist zwar möglich, allerdings ergibt sich auch hier keine weitergehende Überschaubarkeit, da der Benutzer nicht sofort ersehen kann, warum z. B. „Die Geisteswissenschaften in den deutschen Feuilletons (28.03.-03.04.2007) unter dem Suchbegriff „Reformation“ aufscheint, ebenso wie Fachzeitschriften.

Sämtliche Artikel sind überschaubar gehalten, Autor und Datum sind sofort ersichtlich und somit leicht zu zitieren.

Monatlicher Newsletter und eine seiteninterne Suchfunktion sind ebenfalls vorhanden, wobei die einfache Suche allerdings recht unüberschaubar eine Unmenge von Ergebnissen liefert. Die angebotene Einschränkung nach regionalen, epochalen und thematischen Schwerpunkten schafft hierbei aber rasch Abhilfe.

Virtual Library Frühe Neuzeit

URL: www.historisches-centrum.de/index.php?id=66

erschließt nach eigenen Angaben „Datenquellen nach qualitativen Kriterien. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf wissenschaftlichen Ressourcen aus dem deutschsprachigen Raum.“ Betrieben vom Historischen Centrum Hagen und als Teil der größeren Virtual Library Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg sowie der Virtual Library History des European University Institute in Florenz finden sich hier Linklisten zu den verschiedensten Themen vom 15. Jahrhundert bis in napoleonische Zeiten. Neben der historischen Katalogisierung finden sich auch Links zu historischen Einrichtungen und Online-Angeboten zur Thematik. Die übergeordnete Homepage des Historischen Centrums selber bietet außer der VL noch einiges mehr an, was aber nicht im Bereich unseres Interesses liegt.

Die neben der Katalogisierung bestehende Suchfunktion der VL Frühe Neuzeit ist minimalistisch gehalten und liefert zum Stichwort „Reformation“ 21 Treffer (15. 2. 2012), von der Homepage des Melanchthonhauses in Bretten über historicum.net bis zum Centre for Reformation and Renaissance Studies der Universität Toronto.

Clio-online

URL: www.clio-online.de

bietet laut eigener Aussage „für die Geschichtswissenschaften im deutschsprachigen Raum einen zentralen Einstiegspunkt in das Internet“. Ohne eigene Inhalte anzubieten, vernetzt Clio die Angebote von inzwischen 24 nationalen und internationalen Partnern (darunter selbstverständlich auch historicum.net und HSK).

Damit ermöglicht Clio:

  • Fachkommunikation und -information in thematischen Online-Foren

  • Elektronische Veröffentlichungs- und Vertriebsformen sowie langfristige Archivierung von Online-Angeboten

  • Metasuchmaschine für die zentrale Recherche in einer Vielzahl historischer Datenbanken

  • Plattform für die Personalisierung und Verwaltung von Informationsdiensten

  • Suchmaschine für online verfügbare Rezensionen

  • Verzeichnisse und Subject Gateways zur Recherche über Webangebote, Institutionen und Wissenschaftler/innen

 

Wie bei historicum.net und HSK ist die Seite recht übersichtlich aufgebaut und intuitiv einfach zu bedienen, die einzelnen Menüpunkte sind verständlich benannt, nur der Punkt „Guides“ sorgt anfänglich für Verwirrung. Dies legt sich jedoch dank der dort sofort zu erlesenden Beschreibung, dass hiermit keineswegs Personen gemeint sind, die historische Stadtführungen anbieten, sondern vielmehr Basiswissen durch Überblicksartikel vermittelt werden soll.

Die angebotene Metasuche mit ihren Auswahl- und Optionsmöglichkeiten ermöglicht ein sehr zielorientiertes Suchen und ist ebenso leicht verständlich und einfach zu bedienen wie Clio insgesamt.

Empfohlene Zitierweise

Miesbauer, Peter: Fachportale, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/2u6/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 09.05.2012

Zuletzt geändert: 09.05.2012


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