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Glossar D

 

Dackefehde

In der Dackefehde, dem größten Bauernaufstand in der nordischen Geschichte, konnten die Bauern den Söldnern Gustav Erikssons ein Jahr lang Widerstand leisten und die lokale Verwaltung übernehmen. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Damenfriede von Cambrai

Der zweite Krieg zwischen Karl V. und Franz I. wurde am 5. August 1529 mit dem Damenfrieden von Cambrai, nachdem bereits im Juni 1529 Papst Clemens VII. durch den Frieden von Barcelona aus dem Krieg ausgeschieden war, beendet. Als Damenfriede wurde dieses Abkommen deswegen bekannt, weil die Tante Karls V., Margarete von Österreich, und die Mutter Franz I., Louise von Savoyen, als Bevollmächtigte beider Majestäten den Friedensvertrag ausgehandelt hatten. Frankreich verzichtete in dem Frieden abermals auf die Lehnshoheit über Flandern und Artois, sowie auf sämtliche Ansprüche in Italien. Im Unterschied zum Vertrag von Madrid akzeptierte aber Karl V. den Verbleib der Bourgogne bei Frankreich, womit die Teilung des burgundischen Erbes bestätigt wurde. Außerdem ließ Karl V. die beiden seit 1526 festgehaltenen Söhne Franz I. gegen die Zahlung von zwei Millionen Golddukaten frei. Darüber hinaus versprach Franz I. die Heirat von Karls Schwester Eleonore, die am 7. August 1530 auch stattfand. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 1b habsburgisch-valoischer Machtgegensatz

Dänemark, Königreich

Die Dänen waren ab dem 8.Jh. eine starke Zentralmacht in Skandinavien. Sie dehnten ihren Machtbereich auch auf Island und Grönland aus. Im 10.Jh. setzte die Christianisierung ein. Im 12. und 13.Jh. konnten die Dänen ihren Machtbereich weit nach Osten ausdehnen und eine nordeuropäische Großmacht schaffen. 1380 schloss sich Dänemark mit Norwegen zusammen. 1389 konnte dann auch Schweden erobert und 1397 die Kalmarer Union ausgerufen werden, in der alle drei Länder vereint werden sollten. Dänemark behielt sich den Führungsanspruch vor. Das wurde immer wieder von Schweden untergraben, die zeitweilig aus der Union ausschieden, bis dies im Jahr 1523 endgültig gelang. In dieser Zeit fiel Dänemark unter den Einfluss der Hansestadt Lübeck. Während der Herrschaft des Königs Christian III. (1534 – 1559) konnte sich die Reformation in Dänemark durchsetzen. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Dänemark-Norwegen, Kopenhagener Universität

Die Kopenhagener Universität hatte 1530 wegen der evangelischen Bewegung den Lehrbetrieb eingestellt. Nach 1537 wurde sie nach Vorbild der Wittenberger Universität wieder eröffnet. Die Stiftungsurkunde von König Christian III. legte fest, dass Jura, Medizin, die christliche Theologie, Latein, Griechisch und Hebräisch unterrichtet werden sollte. Die Kopenhagener Universität sollte gelehrte Männer für den geistlichen als auch weltlichen Bereich hervorbringen. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Dänemark-Norwegen, Rezeption reformatorischen Ideengutes

In Norwegen fand der evangelische Glauben in der Bevölkerung kaum Unterstützung. Die Regierung wollte die Reformation trotz überwiegend katholischer Kirche durchsetzen. Während der ganzen Reformationszeit blieb die Priesterschaft katholisch, die Reformation von oben herab eingeführt. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Dänemark-Norwegen, Superintendenten

die vormals katholischen Bischöfe wurden durch neue lutherische Bischöfe ersetzt, die die Priesterschaft in der reformatorischen Lehre unterweisen und der Bevölkerung das evangelische Christentum näher bringen sollten. Die sieben Neuernannten, unter denen sich einige Prediger und bekannte Reformatoren befanden, wurden zu zentralen Persönlichkeiten beim Aufbau der lutherischen Kirche in Dänemark. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Dessauer Bündnis

Nachdem die Bauern im deutschen Bauernkrieg niedergeworfen wurden, schlossen sich einige weltliche und geistliche Fürsten am 19.07. 1525 zusammen. Obwohl dieses Bündnis als „katholisches“ Bündnis in der Forschung firmiert, handelt es sich beim Dessauer Bündnis: a) nicht um eine verbindlich eingegangen Verpflichtung, und damit um ein Bündnis, der Anwesenden, sondern um eine formlose Abrede; b) um die Bestätigung der bereits zuvor in Mühlhausen eingegangenen gegenseitigen Schutzzusage Albrechts von Mainz und Magdeburgs, dessen Bruder Kf Joachim und den Hzgen Georg v. Sachsen und den Welfenherzögen Heinrich und Erich in Anbetracht des gestörten Landfriedens. Hzg Georg ist bestrebt, die anderen dafür zu gewinnen, daran mitzuwirken, daß die ‚lutherische Sekte‘ als ‚Wurzel‘ des „Bauernkrieges“ ‚ausgerottet‘ wird. Wichtige Mitglieder waren: Kurfürst Albrecht von Mainz und Erzbischof von Magdeburg, Kurfürst Joachim I. von Brandenburg, die Herzöge Georg von Sachsen, Heinrich von Braunschweig – Wolfenbüttel, Erich von Braunschweig- Calenberg, und die Bischöfe der Mainzer Kirchenprovinz. Der „Dessauer Abschied“ ist gedruckt bei: Felician Gess, Akten und Briefe zur Kirchenpolitik Herzog Georgs von Sachsen, Bd. 2: 1525-1527, ND Köln/Wien 1985, 352f. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 2b Konfessionelle Bündnisse und militärische Exekution

 



Erstellt: 12.06.2006

Zuletzt geändert: 13.06.2006

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