V. Briefe der Pompadour

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V. Die Briefe der Madame de Pompadour - von Veronika Diem

1. Einleitung

Andrea Weisbrod sichtete für ihre im Jahr 2000 erschienene Arbeit "Macht und Mythos der Pompadour" unter anderem die gesamte Korrespondenz der Madame de Pompadour neu. Bezug nehmend auf die Ergebnisse dieser Arbeit werden im Folgenden die Briefe der Mätresse gesichtet.

Es gilt sowohl die wirklich von ihr stammenden Schreiben, also die Originale, als auch die ihr nur zugeschriebenen, nachweislich unterstellten und nicht wirklich zuordenbaren Briefe zu benennen, also die Fälschungen von der echten Korrespondenz zu trennen. Der Begriff "Fälschung" wird in diesem Zusammenhang nicht herabmindernd verwendet: der dritte Abschnitt wird zeigen, welche Absichten hinter den Ausgaben von gefälschten Pompadour-Briefen steckten.

Briefe am französischen Hof des 18. Jahrhunderts

Briefe dienten im 18. Jahrhundert zur Kontaktpflege und zur Aufrechterhaltung von örtlich entfernten, aber auch innerhöfischen Beziehungen. Es wurden sehr viele Briefe geschrieben, die deshalb in der Regel nicht besonders lang waren.

Auch unterlagen Briefe, ebenso wie der Bereich der Etikette, bestimmten stilistischen und inhaltlichen Regeln. Es gab Bücher, die die Fähigkeit des Briefeschreibens lehrten. So sollte ein Brief nicht wohl überlegt und bemüht wirken, sondern vielmehr wie eine leichthin, gewissermaßen ohne große Anstrengung verfasste Nachricht, die kurz und knapp mehrere Themen streifte.

Zur Zeit der Madame de Pompadour gab es kein Briefgeheimnis. Bei einem Brief, der den normalen Postweg nahm, also nicht durch einen vertraulichen Boten überbracht wurde, bestand immer die Möglichkeit, dass Dritte den Inhalt erfahren konnten. Sandte man einen Brief auf dem normalen Postweg, so war das ein Beweis für die Redlichkeit des Absenders. Daher wurden diese "zugänglichen" Briefe auch zur gezielten Verbreitung einer gewünschten Selbstdarstellung benutzt.

Die Zeitspanne zwischen dem Absenden und dem Ankommen eines Briefes war gewöhnlich groß und es war durchaus möglich, dass er nie ankam.

 

Empfohlene Zitierweise

Diehm, Veronika: 1. Einleitung. Aus: Madame de Pompadour - Die Briefe der Madame de Pompadour, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/5u/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 16.03.2006

Zuletzt geändert: 16.03.2006


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