Grundlagentext

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Johannes Burkhardt

Reichskriege in der frühneuzeitlichen Bildpublizistik

Unter Mitarbeit von Jutta Schumann

 

[51] Wer je mit Flugblättern, Flugschriften und anderem Kleinschrifttum der Frühen Neuzeit zu tun hatte, das der tagespolitischen Aktualität der Epoche verpflichtet war, kann nicht darüber hinwegsehen, daß Krieg eines der bevorzugten Themen der Zeit war. Vieles davon ist bebildert, besonders und fast ausschließlich die Einblattdrucke der Flugblattliteratur, und an vielen Kriegen waren das Reich, der Kaiser, die Reichsterritorien beteiligt. Wenn die Bilder des Reiches erschlossen werden sollen, muß auch nach der Bildpublizistik in den Reichskriegen gefragt werden.

Angesichts der frühneuzeitlichen Kriegsverdichtung in Europa, die im ausgehenden 15. Jahrhundert begann, im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte und sich bis weit ins 18. Jahrhundert hineinzog und den Frieden zeitweise fast zum Verschwinden brachte, [1] tut es not, eine Auswahl zu treffen. Die folgende Recherche hält sich an drei Untersuchungsfelder, die als notorische und damit publizitätsträchtige Gewaltreihen gelten können, und in die das Reich ohne Zweifel in vielfältiger Beziehung verwickelt war. Es gilt dies erstens für die Türkenkriege, die sich mit Höhepunkten im 16. und ausgehenden 17. Jahrhundert fast über die ganze Frühe Neuzeit ziehen. Das zweite Thema ist der Dreißigjährige Krieg, der als europäischer Staatsbildungskrieg, aber auch als Reichs- und Religionskrieg viele Interpretationsmöglichkeiten enthält und nach der Reformationszeit den zweiten großen Höhepunkt der deutschen Flugblattproduktion darstellt. Und drittens bieten sich die Kriege gegen Ludwig XIV. an - also die Kriegsserie von 1667 bis 1697 und der Spanische Erbfolgekrieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts - die zum großen Teil auch formell als Reichskriege geführt wurden und so einschlägiges Material erwarten lassen.

Quellengrundlage bilden die Einblattdrucke und Flugschriften, berücksichtigt werden aber auch Holzschnitte oder Kupferstiche in einschlägigen Traktaten und Werken, wenn es sich also eigentlich um bebilderte "Wortpublizistik" handelt. Die Ermittlungen gehen von den bekannten Editionen und Sammlungen aus. [2] Eine [52] Bibliotheksrecherche in der Druckerstadt Augsburg, der Stadt des deutschsprachigen Kleinschrifttums sowie der Holzschneider und Kupferstecher, bringt besonders für die Zeit der späteren Türkenkriege und der ludovizianischen Kriege willkommene Ergänzung. [3]

I. Türkenkriege

Im populären Bewußtsein ist die "Zeit der Türkenkriege" das ausgehende 17. und frühe 18. Jahrhundert mit der großen Belagerung Wiens 1683 und den Schlachtensiegen des Prinzen Eugen. In der ersten osmanischen Expansion im 16. Jahrhundert aber war die Tagespublizistik noch wichtiger. Warum, hat Winfried Schulze gezeigt: Die äußere Bedrohung hielt damals das Reich zusammen und sorgte dafür, daß Steuern eingingen. Dazu aber mußte die Gefahr gebührend bewußt gemacht und herausgestrichen werden. Dem diente eine möglichst schnelle und dichte Information, eine prognostische Deutung und Interpretation der Bedrohung, die zur Identifikation einlud, und auch nicht wenig an drastischer Propaganda. [4] Schulze hat das an Texten untersucht - wie weit waren Bilder beteiligt?

Mehr als in Flugblättern wird man in diesem Fall in den Flugschriften und Traktaten fündig, die eine breite Spur von Turcica in den deutschen Bibliotheken hinterlassen haben. Die Bildphantasie wird vor allem von der Darstellung von Grausamkeiten angeregt. Das Programm ist einfach: Türken morden und schänden Frauen, spießen Kinder auf oder hauen sie entzwei, verschleppen Christen oder veranstalten Massenhinrichtungen. Die Ikonographie ist bekanntlich beeinflußt vom bethlehemitischen Kindermord, aber dieser kunstgeschichtliche Ursprung unter Beteiligung namhafter Künstler wie Hans Weigel setzt sich in naiverer, aber sicher medienwirksamerer Form auf den Titelgraphiken der Traktate fort, [5] zum Beispiel auf [53] einem Liederbuch gegen den "blutdürstigen Erbfeind von 1542" [6] oder noch bald anderthalb Jahrhunderte später in der Wiederauflage einer antitürkischen Lutherschrift von 1664. [7] Ein Blatt aus dem Großen Türkenkrieg von 1594 zeigt eine Massenhinrichtung durch Pfeil und Bogen, in siedenden Kesseln und durch Pfählung zu einer Schlachtbeschreibung, die dafür gar keinen Anlaß oder Vorwand bietet. [8]

Außerdem gibt es natürlich wie in jedem Krieg die mehr informativen Militaria wie Stadtbelagerungen aus der Vogelperspektive oder Schlachtszenen von teilweise hoher topographischer oder künstlerischer Qualität. [9] Vor allem aber finden sich symbolische Kampfgruppen auf Titelblättern, Fußsoldaten gegen Fußsoldaten oder Reiter gegen Reiter. [10] Freund und Feind sind stärker als sonst auf europäischen Schlachtbildern durch Kleidung und Utensilien kenntlich gemacht: Die Türken tragen Turban und Krummschwert, christliche Reiter häufig Rüstungen und Helme. Das erleichterte die Unterscheidung und ermöglichte die Identifikation.

Solche Bilder wirkten zweifellos motivierend und konnten so Abwehr und Steuerbereitschaft fördern, waren also von politisch-funktionaler Bedeutung im Reich. Aber das Reich erscheint in ihnen nicht selbst im Bildprogramm. Es gibt in diesen Kriegen nur zwei Motive, die das Reich selbst ins Bild rücken können: der Reichsadler oder die Kaisergestalt.

Der Reichsadler kommt durch kaiserliche Türkenerlasse ins Spiel, in seiner heraldischen, oft aber aufwendig zwischen Säulen des Herkules gestalteten Form. [11] [54] Der Wappengeschichte entsprechend ist es in dieser Zeit durchgehend die im 16. Jahrhundert amtliche zweiköpfige Version, meist auch jeweils mit dem Nimbus des "Heiligen" Römischen Reiches. [12] Die Deutung, daß dieser ursprünglich byzantinische Adler mit zwei Köpfen für das römische und griechische Kaisertum stehe, der griechische aber den Türken zum Opfer gefallen sei, findet sich in einer späteren Flugschrift, doch trägt gerade sie kein Reichsadlersymbol. [13] Auch im Bildprogramm mit den Türkenkriegen wird der Reichsadler auf einigen Schlachtenbildern zusammengebracht, in denen er auf Feldzeichen oder Fahnen erkennbar ist. So wird in einer Flugschrift zur ersten Belagerung Wiens 1529 ein Landsknechtstrupp mit einem großen - einköpfigen nicht nimbierten - Adler als kaiserlicher identifiziert, [14] etwas häufiger im Großen Türkenkrieg. [15] "Vor dem kaiserlichen Adler ... flüchtige und besiegte Türcken=Schwarm" lautet eine Schlagzeile unter einem Türkenschlachtenblatt von 1738, [16] aber wenn man aufgrund so großer Worte nach gewaltigen Adlerschwingen sucht, sieht man sich getäuscht; nur am linken Bildrand ist mit einiger Mühe eine winzige Fahne mit dem Feldzeichen zu entdecken. [17] Eine andere Möglichkeit, den Wappenvogel heraldisch oder figürlich ins Bild zu rücken, bot die Darstellung der gegen die Türken verbündeten Mächte im 16. Jahrhundert. Der Adler konnte aber auch den spanischen König im Verein mit dem venezianischen Löwen und Papstsymbolen repräsentieren. [18] [55]

Bildkräftiger und patriotisch motivierender wird der Adler in den späteren Türkenkriegen. Das Frontispiz einer in Wien gedruckten Beschreibung der großen Türkenbelagerung von 1683 läßt einen gewaltigen barock bewegten zweiköpfigen Adler mit den Reichsinsignien Krone, Zepter und Schwert schützend über einem halbnackten Kind inmitten kriegerischen Arsenals schweben. [19] Die Banderoleninschrift "Wien kann ihren Feinden trutzen, wann sie diese Helden schutzen", läßt auch die Deutung zu, daß der an einem figürlichen Adler ungewöhnliche zweite Kopf auf den Polenadler und die rettende Hilfe des Polenkönigs Sobieski verweisen soll. So wie hier wird fortan gern die Bildsymbolik des Adlers in Kupferstichen als natürliche Tierfigur ausgestaltet und damit eine neue reichspatriotische Bildqualität erreicht. Dazu kommt, daß das Bildsymbol nun auch gern pointiert in die Titel aufgenommen und so verstärkt und erläutert wird. "Sieg=gekrönter Feld=Zug deß Adlers und Leuens" heißt eine Schrift, die des kaiserlich-venezianischen Doppelsieges bei Mohacs und Morea gedenkt, und auf deren korrespondierendem Titelkupfer der vorwärtsschreitende Mars von Adler und Löwe flankiert wird. [20] Zu allem Überfluß soll diese in Nürnberg gedruckte Schrift "durch Martialem Adlerhold" verfaßt sein. "Adlers=Schwung" [21] und "Adler=Blitz" heißen weitere, die letztere einen geradezu verrenkt zuckenden Adler über einem zerschmetternden Türkenheer zeigend. [22] Auch der anderstitelnde "Kriegs=Helm", der des Kaisers nämlich, läßt von zwei Putti statt eines Nimbus einen Kriegshelm über einem Adler halten, der seinerseits einen Turban in seinen siegreichen Krallen hält. [23] Während in den Türkenschriften des 16. Jahrhunderts auf die Synchronisation von Bild und Text offenbar kaum Wert gelegt worden war, erreicht sie hier die der barocken Ästhetik eigene Übertreibung, die aber sicher den Propagandawert solcher Bilder erhöhte.

Ein weiteres Bildmotiv ist die Konfrontation von Identitätszeichen wie Reichsadler und türkischer Halbmond auf Fahnen oder als ornamentale Wappensymbole. Häufig aber sind es die personalen Herrschergestalten des Kaisers und des Sultans, die [56] einander gegenübergestellt werden. Das Feindbild des Sultans wurde im 16. Jahrhundert mit den sogenannten "Absagebriefen" gepflegt, fiktive Kriegserklärungen, die durch ihre maßlose Sprache das Bedrohungsgefühl und die Abwehrbereitschaft im Reich stärken sollten. [24] Schon hier figuriert der zumeist darauf abgebildete Sultan als der "türkische Kaiser", [25] oft wurden beide Kaiser einander gegenübergestellt, personal faßbare Vertreter zweier Universalansprüche. "Karolus römischer Kayser Ertzherzog von Österreich und Beschyrmer der Christenhait" steht in der ritterlichen Variante über dem einen Reiter geschrieben, "Suldan Suleyman türkischer Kayser ein erbfeind deß christlichen Glaubens" über dem an der Spitze seines Heereszuges ihm Entgegenreitenden. [26] Eine Variante dazu zeigt 1596 den Kaiser in höfischer Tracht mit den Reichsinsignien im Kontrast zum Sultan mit einem Krummschwert, das jedoch abwärts zeigt, denn die Schrift prophezeit ihm seinen Untergang. [27] Auch barocke Blätter pflegen diese Konfrontation figürlich oder in Wappensymbolen, beides zusammen zum Beispiel im "Adlers=Schwung". [28]

Alles in allem bleiben diese heraldisch-titularischen Bezüge aber eine doch eher kümmerliche Visualisierung des Reichsnexus der Türkenkriege. Das gilt zunächst quantitativ. Von den 102 Bildproben des die Turcica des 16. Jahrhunderts verzeichnenden Göllner läßt sich nur bei sechs Bildern ein klarer Reichsbezug erkennen, von denen fünf aus der Zeit vor 1550 stammen. Auch wenn das nur eine Bildauswahl ist, so würden, wenn sie repräsentativ ist, 94 % der Türkenkriegsbilder den Reichsbezug in keiner Weise visualisieren. Selbst der Reichsadler auf Schlachtenszenen ist eher die Ausnahme. [29] Vor allem aber qualitativ bleibt die Bildphantasie doch weit hinter der der Reformationszeit zurück. Vergleicht man etwa [57] das satirisch und polemisch inspirierte Bildgefecht Luthers mit dem Papsttum auf den Flugblättern der 1520er Jahre, dann wirken die figürlichen Gegenüberstellungen von Kaiser und Sultan überaus blaß; erst die Wortzutat gibt zu erkennen, für wen man überhaupt Partei nehmen soll. Trotz der von Schulze nachgewiesenen reichischen Funktionalität fehlt es zudem an Bildvorstellungen, die den Krieg als Reichskrieg ausweisen. Selbst der Kaiser steht noch fast ausschließlich für die Christenheit, nicht für das Reich; vom bellum sacrum führt offenbar kein Weg zum sacrum imperium. Erst im 17. Jahrhundert wird das Wappentier dann ästhetisch flügge und reichspatriotisch genutzt, mehr an Bildsymbolen aber findet sich auch nicht. In einem warnenden Türkentraktat von 1664 wird eine geographische Europafigur namens Christenheit beschrieben, deren eiserne Brust "das Römische Reich und liebe Teutschland" bildet und deren Körperteile vom türkischen Krebs gefressen werde. Man sieht es förmlich vor sich, wie Nase und Ohren abgeschnitten werden und nun schon der Hals bedroht ist - nur nicht im Bilde. Das Frontispiz zeigt eine Harmlosigkeit. [30] Die Bildkraft des Reiches hat in den Türkenkriegen trotz einiger interessanter Funde doch seine Grenzen.

Ein technischer Grund liegt in der Wiederverwendung der Holzschnitte, die wenig Spezialisierung und Bild-Textbeziehung erlaubt und im 16. Jahrhundert immer mehr zunimmt. [31] Die schnelle Information rangierte vor ausgefeilter Bildpropaganda. Auch war die türkische Expansion in Ungarn und Kroatien, die doch nur zweimal Wien erreichte, vielleicht nicht in einem solchen Maße eine Hausangelegenheit des Reiches wie die Reformation, die auch in der eigenen Erfahrung nach neuen Bildern suchte. Neben solchen technischen und äußeren Erklärungen wäre jedoch auch eine ideengeschichtliche mitzusehen. Das gegen die Türken Krieg führende Subjekt sind die Christen, das "christliche Kriegsvolk", und man kämpft, wie es noch im 17. Jahrhundert heißt, gegen den "Erbfeind christlichen Namens" [32]. Das ist die Christianitasvorstellung, die sich aus der Tradition der "heiligen Kriege" gegen die Ungläubigen ihre Militanz bewahrt hat. In der imperialien Konzeption des Reiches, die erst spät und nur in der verklausulierten, stets auch auf den Kaiser bezogenen [58] Adlersymbolik für die Türkenkriege wirklich bildhaft nutzbar wird, scheint hingegen etwas zu liegen, das die Bildphantasie verstellt. Dies bedarf am Ende noch einer genaueren Klärung.

II. Der Dreißigjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg ist der Flugblattkrieg überhaupt. Weitaus am stärksten von allen Kriegen ist die Konfliktreihe, die schon von der zeitgenössischen Publizistik zu einem einzigen dreißigjährigen Krieg durchgezählt worden ist, [33] von deutschen Einblattdrucken begleitet worden. Das für die Reformationszeit so charakteristisch gewordene, mit erläuternden Kurztexten versehene Bildmedium fand hundert Jahre danach seinen zweiten und letzten großen Anwendungsfall, einst im Holzschnitt, jetzt vornehmlich als Kupferstich oder Radierung. Die Dichte und Kraft dieser einzigartigen bildlichen Überlieferung ist so stark, daß ihre Tradition, Rezeption und Reproduktion bis heute wohl dazu beigetragen hat, daß dieser Krieg der bekannteste frühmoderne Krieg überhaupt geblieben ist. Allerdings bestimmt die Suggestivkraft der Bilder, die auch falsche oder einseitige Deutungen der Kriegshelden und ihrer Motive am Leben hält, die historische Wahrnehmung bis heute mit.

Der Flugblattkrieg war in besonderem Maße ein Krieg der Personen. Die Unübersichtlichkeit des Geschehens, die es selbst der Forschung erschwert haben, von der Chronologie der laufenden Ereignisse zur Analyse der historischen Stukturen vorzudringen, [34] ist schon zeitgenössisch im Bild des Irrgartens oder des Hummelkäfigs festgehalten worden. [35] Da war es einfacher, sich an die handelnden Personen zu halten, die Vielzahl der Kriegsherren und Generäle, die das Zeug dazu hatten, es zu Helden oder Antihelden zu bringen. Das waren zu Beginn des Krieges vor allem der neue böhmische König Friedrich V. von Kurpfalz, der sich wegen seiner kurzen [59] Regierungszeit den Spott zahlloser Flugblätter zuzog und als Winterkönig in die Geschichte eingegangen ist, Kaiser Ferdinand II. als siegreicher Gegner, gelegentlich auch andere Fürsten wie Maximilian von Bayern oder der sächsische Kurfürst, Generäle wie Mansfeld und Spinola und vor allem Tilly. [36]

Wallenstein und auch Richelieu kommen seltener vor; aber alle anderen in den Schatten stellte die Gestalt Gustav Adolfs. Sogar die militärischen Blätter waren in dieser Zeit stark personalisiert. Neben die traditionellen Bilder von Belagerungen und Schlachten trat zum Beispiel ein Bildtyp, der den siegreichen Feldherrn im Zentrum einer spiralenförmig angeordneten Erfolgsspur mit medaillenartigen Abbildungen eingenommener Plätze zeigt. In einem Ornament aus über fünfzig deutschen Ortsnamen sieht man so schon 1621 den spanischen Oberkommandierenden Spinola, in einer Replik erscheint zehn Jahre später in einer Erfolgsspirale von weit über hundert Namenstrophäen das Portrait Gustav Adolfs. [37] Panegyrik und Satire, Helden und Antihelden bilden die Grundformen personenbezogener Bildkommentierung des Krieges, auf die hier nicht weiter einzugehen ist.

Fragt man nach dem Deutungspotential des Krieges, so halten sich die Bilder in erster Linie an die Religion. Es war zunächst das erste große Reformationsjubiläum von 1617, das schon im Vorfeld des Krieges das konfessionelle Thema in den Vordergrund rückte und mit militanten Pointierungen nicht nur in den Krieg, sondern auch in seine Bildpublizistik führte. [38] Katholische Spottblätter, die zum Jubiläum einen trinkfreudigen Reformator zeigen, setzen sich zum Beispiel in der Flucht eines beleibten "Luther" aus Böhmen fort. [39] In umgekehrter Parteinahme ging es vor allem gegen den Jesuitenorden, der gern als kriegslüstern ins Bild gesetzt wurde. Auf einem [60] besonders grimmigen Blatt flankieren Papst und Kardinal eine wappenähnliche Kanone, die mit Jesuiten bemannt und zusätzlichen Waffen bestückt ist. [40] Nach der Anfangsphase erreicht diese Deutung des Krieges einen zweiten Höhepunkt beim Eingreifen Gustav Adolfs um 1630. "Schwedische Rettung der Christlichen Kirchen" heißt zum Beispiel ein Blatt, auf dem der Löwe Gustav Adolf von seinem Schiff an Land springt, um der Papsthydra die Köpfe abzuschlagen und das von ihr bewachte allegorische evangelische Kirchengebäude zu befreien. [41] Bald darauf sieht man dann den Löwen durch die "Pfaffengasse" rennen, entweder durch einen Waldweg oder über eine Rheinlandkarte, um wie in der Kleruskritik der Reformation "feistes Klostervolck" zu verjagen. [42] Durch alttestamentliche Gleichsetzungen mit Moses, Judas Makkabaeus oder Gideon wird der Schwedenkönig als gottgesandter Heilsbringer ausgewiesen und konfessionell in Anspruch genommen. [43] Solche manchmal bis an die Schwelle des "heiligen Krieges" führenden Deutungen des Krieges als Religionskrieg sind eigentlich schon ein Reichsproblem. Denn es ging ja religionspolitisch auch um die rechte Auslegung des Reichskonfessionsrechts von 1555 zwischen den reichsständischen Religionsparteien.

In einigen Fällen wird der politische Bezug des Religionsproblems auch im Bilde dargestellt. Auf einem kursächsischen Jubiläumsblatt von 1617 weisen im Bildzentrum die Reformatoren Luther und Melanchthon am Altar auf das Wort Gottes hin. Flankiert und beschützt aber werden sie von zwei sächsischen Kurfürsten, zu ihrer Rechten von dem 1517 regierenden Friedrich dem Weisen und zu ihrer Linken von dem "itzigen Churfürsten frumb" Georg von Sachsen, der das Kurschwert gerechter Fürstenherrschaft auf den Altar pflanzt. [44] Der Kur- und Länderwechsel zwischen ernestinischer und albertinischer Linie der Wettiner wird geschickt überspielt und eine wehrhafte Kontinuität des evangelischen Kurstaates proklamiert - ein Denkmal der Einheit von Staat und Konfession in einem deutschen Musterterritorium zu Beginn des Krieges. Ein Pendant mit Reichsbezug ist ein Blatt zum Jubiläum der Augsburgischen Konfession, das ins Kriegsjahr 1630 fiel. Luther setzt hier vor einer [61] Reihe der historischen Bekennerfürsten das Licht des Evangeliums auf den Altar. Der Kurfürst von Sachsen hebt von der anderen Seite des Altars her die Confessio Augustana empor und einem schwebenden kaiserlichen Reichsadler entgegen. Dieser berührt sie mit dem lorbeerumkränzten Reichszepter bestätigend, was zum Jubiläumstermin historisch verfrüht war, denn Karl V. hatte 1530 ja die Bekenntnisschrift noch zurückgewiesen, aber politisch Sinn macht, denn der Adler hält außerdem mit seinem Gefieder ein auf den Altar blasendes Unwetter ab. [45] Hier war angesichts des Restitutionsedikts von 1629 wohl der Wunsch der Vater des Gedankens, die bildhafte Einklagung des Schutzes der im Augsburger Religionsfrieden rechtlich anerkannten evangelischen Bekenntnisschrift des Reiches mit einem Appell an die Protektion des Reichsadlers.

Auch auf katholischer Seite gibt es gleichzeitig eine listige konfessionelle Inanspruchnahme des Wappentieres. In einer Parteischrift, die in der bekannten katholischen Druckerei am Frauentor in Augsburg gedruckt wurde, interpretierte Johann Bilger den Sieg in Böhmen als Wunder und Strafe Gottes gegenüber den Ketzern, fordert dann aber die "Uncatholischen Patrioten und Landfürsten" auch mit reichspatriotischem Gestus zur Bekehrung auf, unter anderem unter Bezugnahme auf den "edlen Reichsadler". [46] Auf dem Titelblatt erscheint der heraldische Reichsadler mit zwei Köpfen, aber zwischen ihnen ist ein Kruzifix im Strahlenkranz auf einer Rotunde eingepaßt, und eine Textstelle kann als konfessionelle Legende dienen. [47] Nachdem die Böhmen geschlagen seien, die Protestanten ihre Kriegsknechte abdankten, soll auch der Leser seinen Abschied von ihnen nehmen und sich bekehren: "die Paßporten begehre/sie verlaß/und dich under das Sighafft Fähnlein deß Triumphirenden H. Creutz Christi/in der allgemainen Kirchen und grossem Feldläger der gantzen Welt einstelle". [48] Der in den Adler integrierte Reichsapfel soll also wohl an den katholischen Universalanspruch des Reiches erinnern. Versteckt ist die Reichssymbolik auch auf anderen konfessionellen Blättern des Krieges zu entdecken, denn die jesuitische zweirohrige Kanone wirkt mit ihrem Vogelkopf wie eine Verkehrung des Reichswappens, [49] der Löwe jagt den Ligabären an einem im Gezweig verborgenen Reichsadler vorbei, [50] und der Papstdrache hockt auf den umgeworfenen [62] Säulen evangelischer Reichsstände. [51] Zumindest marginal haben die Religionsbilder öfter Reichsbezüge.

Ein besonders anschauliches und aussagekräftiges Beispiel für die Verbindung von Politik und Religion im Reich wird auf einer Flugblattserie greifbar, die sich wie eine dreiteilige Bildergeschichte über die Motive, Legitimationen und Ziele der schwedischen Intervention lesen läßt. Auf dem ersten Bild nimmt im Vordergrund der "König in Schweden" friedeschließend Abschied vom "König in Polen", um sich dem Reich zuzuwenden. Ein Gebirge, vor dem die Könige stehen, trennt symbolisch das polnische Schlachtfeld auf der linken Bildhälfte vom neuen Aktionsraum auf der rechten, in dessen Hintergrund in der Ferne "Das Römische Reich" als Stadtsilhouette mit reichsadlergeschmücktem Stadttor erkennbar ist. Alles weist den sich schon in halber Körperdrehung befindlichen König dorthin: ein Engel mit ausgestrecktem Arm, die am Wegesrand bittend die Arme hebende Gestalt der "christlichen Kirche", die aus den Wolken schauende Hand der Vorsehung und nicht zuletzt die künstlerische Absicht der in diese Richtung verweisenden Bildperspektive - eine suggestive Visualisierung der im Waffenstillstand mit Polen von 1629 angelegten Prioritätsentscheidung Gustav Adolfs für eine Intervention im Reich. [52] Denn schon rollt auf dem nächsten Bild ein Kriegs- und Triumphwagen mit dem König in Ritterrüstung durch eine Landschaft voller allegorischer und realgeschichtlicher Anspielungen auf das herangerückte Reichssymbol zu, auf dessen Burgberg man Kaiser und Kurfürsten angedeutet sieht. "Vertriebene Fürsten" schieben den politischen Wagen, die bittende Kirche, nun gar mit verbundenem Mund, hält an der konfessionellen Deutung fest, und die Hand Gottes führt die allegorisch buntgemischten Zugtiere bereits an einem langen Faden durch das Stadttor des Reiches. [53] Des Helden Ankunft sieht man in variierender Fortsetzung als Eintritt in den Reichssaal, als solcher ausgewiesen durch den Reichsadler an der Stirnwand des Raumes, eine an Reichstagssitzungen gemahnende Kurfürstengruppe mit dem Kaiser und die Wappenfahnen deutscher Territorien an der Längswand. Tilly kann den von Kirche und Engel geleiteten König nicht am Eintritt hindern. Szenen von Raub, Mord und Gewalt veranschaulichen den Programmpunkt "kläglicher Zustand im Römischen Reich" und geben zu erkennen, daß hier nicht nur ein Konfessionspolitiker, sondern ein Ordnungspolitiker erbeten und begrüßt wurde. [54]

Die Bildsequenz hat nämlich eine gleichsam kleingedruckte, aber sorgfältig durchgehaltene Pointe. Über dem polnischen Schlachtfeld fliegt ein Greifvogel dem [63] König nach, der einen Hut im Schnabel trägt, eine Anspielung auf eine Anekdote bei Livius, [55] die möglicherweise mit einer schwedischen Kriegsanekdote kombiniert wurde. Bei Livius nimmt ein Adler dem Feldherrn Tarquinius Priscus den Feldherrnhut vom Kopf und setzt ihn ihm wieder auf, um ihm seine künftige Königsherrschaft in Rom zu prophezeien. Im ersten Bild trägt der Vogel dem Schwedenkönig den Hut gleichsam nach, im zweiten Bild flattert er schon dem Triumphwagen Gustav Adolfs voran, um ihm den Weg ins "Römische Reich" zu weisen. Im dritten Bild fliegt er beim Eintritt Gustav Adolfs in den Reichssaal schon zielstrebig auf den Kaiserthron zu. Das auch im Text angedeutete Detail plaudert inmitten all des anderen allegorischen Ornaments mehr aus als man schon öffentlich sagen durfte: den Griff Gustav Adolfs nach dem Kaisertum. Während die Flugblattpropaganda sonst fast ausschließlich auf den konfessionell-providentiellen Aspekt abhebt und die sich in den schwedischen Quellen findende universalmonarchische Zielsetzung verschweigt, deutet sich hier ein Ausgleich im Sinne eines evangelischen Kaisertums im Bilde an. Schon wurden Stammblätter gedruckt, um dem "falschen Wahn" entgegenzutreten, als ob die Schwedische Majestät "keines Teutschen Geblüts und Herkommens" wäre und darum "im Römischen Reich und Boden nichts zu thun" hätte. [56] Angesichts des Konubium des europäischen Hochadels fiel der Nachweis nicht schwer, daß Gustav Adolf vielmehr auch verwandschaftlich "mit den Hauptgliedern deß rein Evangelischen Römischen Reichs gantz unaufflößlich verbunden" sei. [57]

Wie aber steht es mit dem reichspolitischen Deutungspotential außerhalb des Religionsbezuges im Bilde? Wenn nicht reale Personen auftraten, hüllten sich die Flugblätter der Kriegsparteien gern in die beliebte Tiermetaphorik. Dabei traten vor allem Wappentiere als handelnde Subjekte auf, der Adler für Kaiser und Reich, der Löwe erst für den pfälzischen oder böhmischen, dann für den schwedischen "Löwen aus Mitternacht". "Deß Adlers und Löwen Kampff" aus dem Böhmenkrieg zeigt zum Beispiel, wie die Gegner um die Wette von verschiedenen Seiten her die Treppen zur bekrönten Siegessäule hinaufeilen, gehindert von den jeweiligen Verbündeten des anderen. Das Spiel erscheint noch offen und wird mit geradezu paritätischer Unparteilichkeit als Wettkampf präsentiert. Aber der Kaiseradler als gleichgeordneter Wettbewerber und die böhmische Erhebung als persönliche Kronstreitigkeit? So [64] anschaulich Spinola den pfälzischen Löwen am Schwanz festhielt, traf solch Visualisierung doch wenig von den Konfliktursachen, Legitimationen und Rechtsverhältnissen im Reich. [58] In anderen reichspatriotischen Folgeblättern der gleichen Motivgruppe sitzt dann der "triumphierende" oder "wachende" Adler auf der Siegessäule, umgeben von zumeist feindlichen oder lauernden Mächten in Menschen- oder Tiergestalt, und die "Reichsgenossen" werden zum Beistand aufgefordert. [59] Eine Variante, die den Adler auf einem Chronos-Rad zeigt, versinnbildlicht den Reichsnexus der böhmischen Ereignisse. "Auß Böhmen kam ein böser Wind", heißt es, und hier sieht man ein kleines Glücksrad im verkehrten Stand mit dem Löwen obenauf. Im Zentrum aber steht das Rad des Reiches, auf dem obenauf der Adler thront und der Löwe heruntergefallen ist. [60] Diese Zeit nach dem böhmischen Krieg war überhaupt von einer relativ kaisernahen reichspatriotischen Publizistik gekennzeichnet, in der vor allem der Reichsadler Konjunktur hatte. [61] Ein Flugblatt erzählt 1622 in Wort und Bild drei Jagdgeschichten von mannsgroßen räuberischen Adlern, die nur mit Mühe erlegt werden konnten, und prognostiziert daraus politisches Unheil: Es seien "Boten frembder Gäste, die in das Teutsche Land/ auß fremden Landen" einfallen möchten. [62] Dagegen hilft nur eins: "Römischer Adler schwing dich auff...". Solche integrativen Kampfaufrufe für ein wehrhaftes Reich - "keim frembden Adler laß dein Reich" - sind allerdings in der Flugblattliteratur selten und erscheinen auch nach dem Prager Frieden, der ausdrücklich zur Vertreibung der fremden Mächte geschlossen war, nicht in Bildern. [63] Nur in den Titelkupfern der juristisch-gelehrten [65] Reichspublizistik wird das Motiv einmal ikonographisch umgesetzt. Bei Chemnitz vergreifen sich auswärtige Mächte, zu denen der kaiserfeindliche Publizist auch die Habsburger rechnet, am Reichsgefieder; in einer Replik eines Kollegen schleudern Blitze des Reichsadlers sie zurück - aber erst nach dem Dreißigjährigen Krieg. [64]

Kaum ins Bild rücken auch die Reichsstände als Reichsstände. Wenn einzelne Reichsstände erscheinen, dann buntgemischt mit Heerführern und auswärtigen Potentaten. Die in diesem Staatsbildungskrieg ohnehin noch nicht weit vorgedrungenen Bemühungen, die Mächtigen und Herrschenden nach ihrer staatsrechtlichen Stellung zu sortieren, sind in der Logik der Bilder damals überhaupt noch nicht zu bemerken. Immerhin gibt es ein Blatt, in dem ein französisch-schwedisches Bündnis mit Reichsständen durch ein Arrangement der zwei Kronen mit dem sächsischen Kurhut und einem brandenburgischen Szepter beschworen wird. [65] Auf einem anderen reichen sich Gustav Adolf und die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg die Bundeshand. [66] Aber das eigentlich verfassungspolitische Programm, die Sorge der Reichsstände um ihre Libertät, rückt kaum in das Blickfeld.

Alles in allem hat der Dreißigjährige Krieg eine reiche Bildphantasie freigesetzt, die sich jedoch weniger an Bildern des Reiches als an einzelnen Personen und Ereignissen entzündet, auf die hier nicht weiter einzugehen ist. [67] Die Hauptdeutungsperspektive der Bilder ist der Religionskrieg, über den auch Reichsbezüge ins Bild finden, vor allem in der politisch-konfessionellen Zielsetzung Gustav Adolfs. In der Tier- und Wappenmetaphorik spielt der Adler als Kaiser- und Reichsadler eine relativ dichte und aktive, mehr oder weniger reichsgerechte Rolle. Wenig bildhaft erfaßt sind die genuin politischen Ursachen des Krieges sowie die Motive und Legitimationen der Kriegsparteien. Der Reichsverfassungskrieg, also die Auseinandersetzung zwischen [66] den Polen eines kaiserlichen Absolutismus und der reichsständischen Libertät, findet ikonographisch praktisch nicht statt. Daß der nachträgliche Analyseaspekt des Staatsbildungskrieges nicht erkannt wird, kann nicht verwundern, aber auch der in der Wortpublizistik angelegte integrative Appell an das Reich gegen die auswärtigen Kriegsmächte wird nur sporadisch aufgenommen und entfaltet sich nicht zu einem kontinuierlichen Bildprogramm. Die Bilder des Reiches sind im Dreißigjährigen Krieg abwechslungsreicher als in den Türkenkriegen, aber es ist bei der besonders reichen Bildüberlieferung des Krieges doch nur ein kleiner Teil, und er deckt nur begrenzt die spezifischen Reichsprobleme des Krieges im Bilde ab.

III. Die Kriege gegen Ludwig XIV.

Die Zeit der Flugblätter war nach dem Dreißigjährigen Krieg bald vorbei. Als Bildmedien, die auf die aktuellen Ereignisse reagierten, verblieben die Malerei oder die vom Text gelöste Graphik. In Kriegsdingen folgte eine Zeit der barocken Schlachtenmalerei und der Militärstiche. Anlaß dazu bot neben den Türkenkriegen zunächst vor allem ein Herrscher, dessen bellizistische Disposition unlängst treffend mit dem sarkastisch abgewandelten Wort "La guerre - c'est moi" gekennzeichnet worden ist. [68] So sind denn auch von Sébastien Leclerc und anderen die Eroberungen von "Louis le Grand" in Gemälden und Stichen verherrlicht worden [69]. Der dekorative Pferdemaler Georg Philipp Rugendas und der Augsburger Kupferstecher Abraham Drentwett taten es ihm in Deutschland nach - in neutraler oder eigentlich gar nicht an Politik, sondern am höfischen Kriegs- und Reitergenre interessierter Form. [70] Die Repraesentatio Belli, eine Kupferstichfolge von Militäraktionen des Spanischen Erbfolgekrieges, die in der Reichsstadt Augsburg gestochen und gedruckt wurde, ist eher kaisertreu, aber kleine Aufmerksamkeiten wie ein Reichsadler im üppigen [67] Rahmenwerk der Schlacht bei Höchstädt bieten doch wenig an reichspatriotischer Ikonographie in einer eben doch primär ästhetisch interessierten Bildchronik. [71]

Das war in der Publizistik der Zeit ganz anders. Nach einer Phase, in der die Politik der Reichsstände gegenüber Frankreich im Zeichen des ersten Reichsbundes eher positiv eingenommen war, schwenkten die öffentliche Meinung und Politik im Laufe von vier ludovizianischen Kriegen, die wie Etappen eines dreißigjährigen Expansionskrieges von 1667 bis 1697 wirkten, vollkommen um. [72] Die expansiven Kriege gegen Flandern und die Niederlande, von denen auch Reichsterritorien betroffen waren, alarmierten die Öffentlichkeit so, daß die Beistandsleistungen einzelner Reichsstände und Reichskreise sich 1674 zu einem allgemeinen Reichskrieg gegen Frankreich verdichteten - nach der neueren Forschung nur zu einem informellen, nach der neuesten aber sogar zu einem in den Formen der Zeit erklärten Reichskrieg. [73] Der "Kalte" Krieg der Reunionen mit dem Höhepunkt der militärischen Besetzung und Annexion Straßburgs 1681 und der Pfälzische Erbfolgekrieg, in dem die französische Armee die Ressourcen des besetzten Landes ausbeutete und bei Rückzügen zerstörte, hat im Reich eine fast einmütige Welle publizistischer Empörung ausgelöst, in der sich die Parteistellung anders als im Dreißigjährigen Krieg von selbst verstand. Keine Frage, daß der Pfälzische wie auch der Spanische Erbfolgekrieg wieder in aller Form als Reichskriege gegen Frankreich geführt wurden. [74] Publizistisch waren es die Kriege [68] der Flugschriften und politischen Traktate, die nach einer literarischen Provokation aus Frankreich [75] von so renommierten Verfassern wie dem österreichischen Staatsmann Lisola [76] oder dem Philosophen Leibniz stammen konnten, [77] zumeist allerdings anonym oder pseudonym erschienen. Stilprägend war hier allerdings nicht das Bild, sondern das Wort, vor allem das Scheltwort, gleichsam als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

Das Bild kommt dabei aber doch in propagandistischen Illustrationen und wohlgewählten Titelelementen ins Spiel. Auf einer früheren Warnschrift starrt den Leser als Blickfang unter der plötzlich in Riesenlettern fallenden letzten Titelzeile "Eröffnung der Augen" auch noch ein überdimensionales Augenpaar an, als Signal, daß ihm hier durch Übersetzung und Kommentierung einer reichsfeindlichen französischen Schrift buchstäblich über die Pläne Frankreichs "die Augen geöffnet" werden sollen. [78] Das wirkungsvollste Bild aber war das Feindbild. Ein "Frantzösischer Soldaten=Teufel" [79] oder die "Französische Grausamkeit in Heidelberg" bieten Anlaß zu entsprechenden Illustrationen, [80] noch bildkräftiger aber waren Personalisierungen. "Deß Weit-bekandten Mordbrenners de la Brosse Grausamme Thaten" im Elsaß geben 1677 Gelegenheit, auf dem Titelvorblatt die in realistischer Manier gegebene Halbfigur eines wahrhaft böse blickenden Finsterlings [69] mit scharfkantigem geschwärzten Gesicht und der Bildaufschrift "Mord=brenner" zu präsentieren. [81] Der "Mordbrenner" des nächsten Krieges war de Mélac, einer der Verwüster der Pfalz, der nicht unverdient vor einem seiner Werke, der brennenden Reichsstadt Worms gezeigt wird. [82] Ideologiekritisch argumentiert der "Abgezogene Frantzösische Staats=Rock/und Teutsche Schutzmantel" gegen die angeblich wohlmeinende französische Reichspolitik und zeigt dazu einen satirisch modisch stilisierten "Höffling". [83] Auch Ludwig XIV. selbst wird nicht geschont, zum Beispiel in der Verkehrung einer "Ehren-Seule" zum Pasquille. [84] Das alles aber war des Reiches Feindbild, nicht das Bild des Reiches.

Einen interessanten Reichsbezug bot die Lehre von den Weltmonarchien. Nach der alten Reichsideologie war das Römische Reich mit seiner deutschen Fortsetzung in der im Alten Testament im Buch Daniel prophezeiten Abfolge von vier Reichen bis zum Weltuntergang das vierte und letzte. Jeder andere Universalanspruch führte sich in deutschen Augen als "fünffte Monarchie" selbst ad absurdum. [85] Protestantische Reichspatrioten hatten in diesem Sinne schon im Dreißigjährigen Krieg den Herrschaftsanspruch der Spanier oder aber der Jesuiten als "fünffte Monarchie" zurückgewiesen. In sinnbildlicher Darstellung dieses Scheltworts überdeckt einmal ein Jesuitenhut illegitim die Reichsinsignien. [86] Der Vorwurf, eine fünfte Universalmonarchie errichten zu wollen, wurde nun aber vor allem gegen Frankreich erhoben und endete auf dem Höhepunkt der Erfolge von Kaiser und Reich im Spanischen Erbfolgekrieg 1706 in einer exzessiven Bildphantasmagorie: in einem Leichenzug, in dem die fünfte Monarchie zu Grabe getragen wird. Eine ganze Schrift ist um diesen bildhaften und auch abgebildeten Einfall geschrieben worden, die in einer Leichenrede der historischen Entwicklung des französischen Universalanspruchs [70] nachgeht, im Trauerzug auch die frankophilen Reichsfürsten von Köln und Bayern namhaft macht und satirische Trauer-Arien singt. "O Jammer! O Elend! O Schade! die fünffte Monarchie ist todt! Ihre Wiederkunfft in der Welt darff weiter nicht gehoffet werden", [87] höhnt der reichspatriotische Grabredner hochbefriedigt, wenn auch noch voreilig. [88]

In diesem antifranzösischen Kontext bekommt auch der Reichsadler neuen Sinn. Nicht nur, daß er nun als ein problemloses Identifikationssymbol von Kaiser und Reich diente und wie auf den späteren Türkenblättern oft figürlich als ein recht wehrhafter Vogel dargestellt ist, [89] er schafft nun auch in Konfrontation zu französischen Gegenwappen klare Fronten. Das Feindsymbol konnte die Bourbonenlilie sein, die zum Beispiel in sonderbarer Metaphorik als "Fehlgebährende Lilie" den Reichsadler heraldisch zur Welt bringt. [90] Vor allem aber bekommt er nun einen Gegenvogel: den gallischen Hahn. Schon im 16. Jahrhundert hält ein noch sehr heraldischer Reichsadler einen zerzausten gallischen Hahn in seinen Fängen. [91] Auch auf einem der schwedischen Glaubensstreiterallegorien des Dreißigjährigen Krieges kann man ihn als skurriles realistisches Detail auf dem Mastbaum des königlichen Schiffes entdecken, [71] und zwar einen Geldbeutel haltend, was in diesem Kontext wohl nicht die französische Finanzierung des heiligen Unternehmens desavouieren soll, sondern wie eine Art wohlgefälliges Scherflein zur Kollekte zu interpretieren wäre. [92] Nun aber ziert der Hahn Titel wie "Der Teutschen Wächter=Stimme über das gefährliche Hahnen Geschrey/An die Sämbtlichen Chur=Fürsten und Stände des Heil. Römischen Reiches", wobei 1674 noch hinter das Wort Hahn die Erläuterung "Frantzosen" eingeschoben ist und die Schrift unmißverständlich in "Germanstadt" gedruckt ist. [93] "Der erfährte Hahn" des pseudonymen Herrn "von Teutoburg" prophezeit hingegen den Ausgang des Krieges auf dem Vorsatzblatt mit einem Sturz mythologischer Gestalten aus den Wolken, mit denen gleich ein halbes Dutzend Hähne in den Untergang stürzt. [94]

In der Konfrontation von Adler und Hahn konnte auf Abbildungen auch verzichtet werden. Denn das versinnbildlichte Feindbild ist zur inneren Anschauung geworden, die auch mit bloßen Worten abrufbar war. Unter dem überdeutlichen Pseudonym "Germanico Hanenfeind" [95] wird zum Beispiel rein verbal dem "Siegreichen Adler" der "Räuber-Hahn" gegenübergestellt. [96] In einem anderen Beispiel begegnet der Adler dem Hahn mit dem Gruß "Läßt du noch immer fort, du stolzer Frantz, dich sehen? Wirst noch ferner auch den roten Kamm aufblähen?". Aus solchen Gegenüberstellungen können sich auch ganze Streitgespräche entwickeln, in denen der Hahn die französische Reichspolitik offenbart und vom Adler reichspatriotisch belehrt wird, nach dem Muster:

Hahn: Doch will ich auf meine Seit die siben Chur=Hüt bringen/
Ohn welche LEOPOLD sich nicht gar hoch wird schwingen.

Adler: Die siben Chur=Hüt stehn allzeit dem Kayser bey;
Die mit ungleicher Zahl erweisen gleiche Treu. [97] [72]

Am Ende wünscht der Adler den Hahn zum Teufel und fordert den Rhein und das Elsaß zurück. In einem anderen Fall wird die Götterversammlung, die mythologisch eingekleidet das Reich symbolisiert, von einem "unverschämten Thiere, einem zwar dem äußerlichen Ansehen nach wohlgestaltem, aber sonst gleichwohl vermessenen und freveln Haane" gestört, der aber am Schluß mit seinem Begehren abgewiesen wird. Obwohl auch gegen den Kaiseradler konfessionspolitische Bedenken vorliegen, wird der mit dem "ihm zugeteilten Misthaufen" nicht zufriedene Hahn als die größere Bedrohung des Reiches angeprangert. [98] Das deutsche Wappentier kann hier recht militante frühnationale Züge annehmen, die man aber auch situationsbedingt und funktional sehen muß und die dann doch keine dauerhafte Bildtradition des Reiches begründeten.

Was vollends die ikonographisch ausgeführte Seite angeht, so darf man sich keine übertriebenen Vorstellungen von der Bildbezogenheit dieses Flugschriftenkrieges machen. In der Flugschriftensammlung von Gustav Freytag sind von 111 einschlägigen Titeln nur 12 mit Bildern oder Bildsymbolen versehen. Im Augsburger Bestand der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek sind von 204 Flugschriften und Abhandlungen zu den Kriegen Ludwigs XIV. nur 17 bildlich ausgestattet. Das ergibt in hoher Übereinstimmung der beiden Zählungen, daß der Anteil der reinen Wortpublizistik etwa 90 % beträgt. Nur jede zehnte Propagandaschrift gegen Ludwig XIV. bezog also überhaupt das Medium des Bildes ein, und das war nur in etwa der Hälfte der Fälle reichsrelevant. Bei allen durchaus interessanten Funden muß also auch gesagt werden, daß danach gesucht werden mußte und sie so repräsentativ, reichhaltig und reichisch aufschlußreich nicht sind. Hier bestätigt sich der Eindruck, daß das Reich in seinen Kriegen gar nicht so leicht zu adäquaten Bildvorstellungen gelangte. Hat es sich mit anderen Themen leichter getan?

IV. Friedensbilder

Das Thema Reich und Krieg erfaßt nur die eine Seite der Medaille und vielleicht die weniger reichstypische. In den Türkenkriegen fiel auf, daß vom bellum sacrum eigentlich keine Brücke zum sacrum imperium führte. Denn der "Heilige Krieg" war [73] Sache der Christenheit, des Papstes und des Kaisers als ihres obersten Repräsentanten und nicht oder erst sekundär des Reiches als eines imperialen Rechts- und Friedenssystems. Darum fehlten, bis der säkularisierte barocke Kraftadler sich wenigstens leihweise dieser Schlachtfelder annahm, abrufbare militante Bildtraditionen für die Propaganda im Reich. Im Dreißigjährigen Krieg war die Bildkommentierung aufgrund des hohen Bewältigungsdruckes noch reicher, in ihrer Ratlosigkeit hielt sie sich aber an die politisch oder militärisch handelnden Personen und ihre Symbole. Die militante Pflege der Kriegsparteien findet hier aus der Perspektive der Religion ins Bild, nie aus der des Reiches. In den ludovizianischen Kriegen schließlich wurde die Publizistik des Reiches militant, wenn auch situationsbedingt in reduzierter Bildumsetzung. Bei aller Penetranz der Stereotypen beschränkt sich aber die kämpferische Phase des Reichsadlers doch ausschließlich auf die Defensive, was damals nicht selbstverständlich war. In allen Fällen sind also Reich und Krieg nur sehr begrenzt eine Verbindung im Bilde eingegangen, und es spricht viel dafür, daß dies an der Bindung des Reiches an den Frieden lag. Krieg war offenbar für die Reichssymbolik kein dankbares Thema. Was die Bildphantasie in den Reichskriegen selbst in funktional naheliegenden Fällen verstellt oder doch begrenzt, scheint die traditionelle und konstitutionelle Friedfertigkeit der Institution des Reiches selbst gewesen zu sein.

Die Gegenprobe ist an des Reiches ikonographischer Haltung zum Frieden zu nehmen. Für die Türkenkriege wäre dies freilich ein illusorisches Unterfangen - an wirklichen Friedensschlüssen fehlt es hier nicht erst in der Publizistik, sondern in der historischen Realität. Die befristeten Waffenstillstände, die von beiden Seiten zunächst nur als notweniges Übel angesehen wurden und erst in einer langen Entwicklungsgeschichte gegen Ende des 17. Jahrhunderts völkerrechtliche Formen annahmen, wurden nicht gefeiert und publizistisch aufbereitet wie Friedensschlüsse innerhalb der Christenheit. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich ein Zeremoniell sogenannter Großbotschaften, in denen sich anläßlich der Waffenstillstände die konkurrierenden Mächte durch repräsentativen Aufwand gegenseitig zu übertrumpfen suchten, um ihren eigentlich einander ausschließenden Universalherrschaftsanspruch zu demonstrieren. Davon gibt es auch Bildüberlieferung, die in einem Beispiel von 1665 eine Konfrontation von Halbmond und Adler zeigt, die aber nicht über die Bildsprache der Kriege selbst hinausgeht und darum für die Friedens- und Reichsbezüge weniger relevant ist. [99] Ein breites Beobachtungsfeld eröffnet jedoch der Dreißigjährige Krieg, [74] der mit den Höhepunkten des Prager Friedens von 1635 und dem Westfälischen Frieden auch dem Friedensthema publizistisch Raum gab.

Wenn man nach der Wirkungsrichtung der Medien zwischen Krieg und Frieden fragt, dann wäre im Falle des Dreißigjährigen Krieges eine recht ausgeglichene Bilanz zu ziehen. [100] Auf der einen Seite gab es eine kriegstreibende und kriegsverlängernde Publizistik, die an Militanz und Durchhaltewillen der Konfessionen appellierte, und an der auch die Bildpublizistik in den bezeichneten Grenzen Anteil hatte. Vielfach sind jedoch selbst solche Blätter auch in ihrer Parteilichkeit gemäßigt und friedensbereit, und eine breite Mittelgruppe scheint mehr das Informationsbedürfnis zu befriedigen oder dem satirischen Unterhaltungsbedürfnis zu dienen. Auf der Gegenseite aber durchzieht den ganzen Krieg auch eine Publizistik, die in Wort und Bild den Krieg beklagt und den Friedenswillen stärken will. Da gibt es den kritischen "Geistlichen Rauffhandel" dreier personifizierter Konfessionsvertreter im Bilde, [101] die illustrierten Warnungen vor dem leichtsinnigen "Kriegsspielen" [102] oder das mit seinem Wolfsrachen land- und leuteverschlingende Schreckenstier "Krieg". [103] Da wird ein illustriertes Friedensgespräch "der Götter" von Hans Sachs beziehungsvoll wiederaufgelegt, [104] verweisen Orakel zur Abwechslung auf bevorstehende Friedensschlüsse [105] oder werden Banderolen oder Kommentare mit friedensfreundlicher Spruchweisheit um die Bilder geflochten. Die Friedenspublizistik ist keineswegs vorherrschend, sondern hält der expliziten Militanz etwa die Waage, aber das ist mitten in einer Kriegssituation nicht wenig, im historischen Vergleich gesehen eigentlich sogar spektakulär.

Natürlich verstärken die Friedensbilder oft einfach die ohnehin laufenden Trends, besonders im im Umkreis der Friedensschlüsse. So hat der Prager Friede von 1635 in Vor- und Nachbereitung auch Bildpublizistik veranlaßt, auf der zum Beispiel Theologen den Religionsausgleich vorwegdiskutieren [106] oder eine friedenskritische Stimme in Gestalt des Geistes von Gustav Adolf am Bette des Kurfürsten von Sachsen [75] erscheint, aber Widerspruch erfährt. [107] Eine sehr schöne auf das Reich bezogene Versinnbildlichung findet der Prager Frieden. Der Kaiser und der Kurfürst von Sachsen sitzen zur linken und rechten Seite des als Frauenfigur dargestellten Römischen Reiches, in deren Schoß die Friedenspersonifikation ruht. [108] Vor allem aber wurde das Jahrhundertwerk des Westfälischen Friedens einschließlich der Vorfriedensschlüsse und nachträglichen Exekutionsverhandlungen in seiner Bedeutung erkannt und in beträchtlicher Dichte auch im Bilde gefeiert. Wie die oft dazugehörige Gelegenheitsdichtung sind diese Bilder natürlich aus gegebenem Anlaß entstanden und werden das, was sie nach dem politischen Terminkalender loben sollen, nicht tadeln. Aber der festgehaltene Aufwand der Schallenden Hörner und rollenden Kutschen, Feuerwerke und Weinströme, der Jubelmünzen und Friedenspfennige spiegelt doch auch die Erleichterung über den Friedensschluß und die ihm gegebene Bedeutung wieder. [109] Und es ist von Interesse, in welcher Weise ein Friede gelobt wird. Die triumphalistische Ikonologie der klassischen Tradition, nach der ein Friede die Folge des eigentlich gefeierten Sieges ist, spielt hier keine Rolle; die Göttin im Triumphwagen ist nicht Victoria, sondern Pax, und es gibt hier weder Sklaven noch eine Überformung durch Herrschaftssymbole. Der berühmte Postreiter mit der Friedensbotschaft, der zwischen den Hauptstädten der Signatarmächte Wien, Paris und Stockholm reitet, und dann noch per Nachdruck durch die kommende politische Geschichte, [110] feiert mit dieser Gleichordnung der Mächte das neue Friedenskonzept, in dem der Friede an sich ein Wert ist. Der Text erwartet sich vor allem das Wiederaufblühen von Handel und Wandel davon. Charakteristisch für diesen friedfertigen, nicht triumphalen Frieden ist ein Blatt, auf dem die "Friedens=Freude" nach einer der traditionellen Pax-Personifikationen als Frauengestalt mit Ölzweig und Füllhorn dargestellt wird. [111] Eindrucksvoll wird ihr auf der rechten Bildseite eine [76] dunklere Figur mit kriegerischen Attributen entgegengesetzt, die in der Rückschau "Krieges=Leid" repräsentiert. Nicht politische Nebenzwecke, sondern der Friede als gelungener Kompromiß, als langersehnter Kulturzustand und als positiver Wert ist es, der im Bildprogramm des Westfälischen Friedens gleichsam als Erfüllung der Friedenspublizistik gefeiert wird.

Bei der Pflege und Ratifizierung dieser Friedensbereitschaft hat nun das Reich und seine Symbolik eine besondere Rolle gespielt. Fast alle Friedenswünsche auf den Flugblättern haben einen reichspatriotischen Unterton. Es ist deutlich der Gedanke an das Reich, der die konfessionelle Militanz abbremst und Friedensfähigkeit begründet. Ein Blatt protestantischer Herkunft von 1620 zeigt als Blickfang im Vordergrund die zerbrochene Statue der Danielischen Reiche, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die ein Religionskrieg für das Reich bringen würde. Im Bildzentrum schwebt als Hoffnungsträger ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen zwischen einer katholischen und einer protestantischen Religionspartei - ein reichspatriotischer Verständigungsappell mit reichischen Bildelementen, die so klar sind, daß sie der langen Textbeigabe eigentlich gar nicht mehr bedürften, wenn nicht sie allein zu erkennen gäbe, daß dies ein maßvoller Appell der evangelischen Seite an die katholische und den Kaiser war. [112] Ähnlich endet das Blatt, auf dem der Geist Gustav Adolfs den Prager Frieden kritisiert, mit dem Appell an das umgeschwenkte Sachsen, nun beim Kaiser ein gutes Wort für einen gerechten Gesamtfrieden zum Wohle des Reiches einzulegen. [113] Auch katholischer Reichspatriotismus in friedfertiger Absicht fand ins Bild. Im Vorfeld des Westfälischen Friedens erschien eine Ständepyramide, in der traditionell der Papst die oberste Position einnahm, die aber den Konfessionsgegensatz eigentümlich ignorierte oder überspielte. [114] Alle Stände in der etwas bunten Reihe aus Reichs-, Adels-, Kirchen- und Berufsständen betonen ihre Friedensbereitschaft und Reichstreue. Eine Kartusche zieht das Fazit:

    "In diesem sind Wir all verpflichtt
    Waß in dem Römischen Reich geschicht
    zu halten ds recht vnd Gerechtigkeitt [77]
    Den Lieben Friedt vnnd Einigkeitt
    Den Woll Vns Gott bestendig geben
    Hier Zeitlich gluck, dortt Ewig leben." [115]

Eine besondere Rolle als bildliches deutsches Identifikationssymbol spielte im Dreißigjährigen Krieg die "Germania" oder eine entsprechend als "Teutschland" ausgewiesene Frauengestalt. Diese einmal als unterworfene Provinz in die römische Ikonologie eingebrachte Sklavin der Cäsaren hatte sich selbst als ein Kaisersymbol emanzipiert und wurde seit dem 17. Jahrhundert auch für das deutsche Land gebraucht. [116] In einem Blatt von 1620 sieht man sie als zentrale Gestalt in der Bildmitte mit den Reichsinsignien versehen, und in der Radierung selbst als "Germania" ausgewiesen. Die Emblematik ist leicht lesbar: Deutschland steht zwischen den Säulen von Krieg und Frieden; nur das Band der Liebe und das zentrale Pfeilbündel der Einigkeit aller kann ihm helfen. [117] Peter Paul Rubens hat die Germania in diesem Krieg auch für ein kriegerisches Ereignis in Anspruch genommen oder doch für eines mit Kriegsfolgen: die Begegnung der beiden habsburgischen Ferdinande vor dem gemeinsamen Schlachtensieg von Nördlingen 1635. In einer multimedial in Szene gesetzten Ehrenpforte kniet sie im schwarzen Trauergewand auf einem Schild mit dem Reichsadler, vielleicht um sich von den sich die Hand reichenden Habsburgervettern helfen zu lassen, vielleicht nur als Personifikation des Orts des Geschehens. Ikonographisch ist die gebückte Haltung ein Rückgriff auf antike Besiegte, aber sie kennzeichnet nun ein den Betrachter fragend ansehendes Kriegsopfer des Dreißigjährigen Krieges. [118] Frauengestalten in bedrängter Situation oder trauernder Haltung repräsentieren auch im Umkreis des Westfälischen Friedens "Teutschland". Auf einem holländisch-deutschen Flugblatt, das im Hintergrund die Unterzeichnung des Friedens zu Münster zeigt, wischt im Vordergrund die Frauengestalt des Friedens der in Trauerkleidung knieenden weiblichen Personifizierung "Teutschland" die Tränen ab. [119] Und auf einem Nachkriegsblatt mit Rückbezug auf den Westfälischen Frieden kauert die germanische Frauenfigur inmitten der Kurfürstengruppe zu Füßen des Kaisers und hilft ihm nun, [78] die Reichsinsignien zu halten. [120] Ganz ersichtlich war die Symbolik der folgenreichen deutschen Identifikationsfigur eine ganz andere als dann in den militanten und nationalistischen Stilisierungen des 19. Jahrhunderts. Neben der Germania spielt auch die ikonographisch ähnliche Gestalt der Europa in der Bildgraphik eine Rolle, jedoch kommt der spezifisch deutschen Figur durchaus ein besonderer Sinn zu. [121] Die Gestalt konnte aktiv für die friedenswahrende Einheit der Reichsstände stehen oder als passives Opfer für den Kriegsschauplatz Deutschland, so oder so aber als eine reichspatriotische Identifizierung mit dem Friedensideal.

Die Blätter dieser Zeit zeigen denn auch eine wechselseitige Durchdringung der Friedens- und Reichssymbolik. In dem stilisierten Europa des berühmten Postreiterblattes sind gleich drei Reichsadler untergebracht, auf der Brust des Reichspostkuriers aus Münster, auf dem Wirtshausschild unweit Wiens und auf der Standarte der himmlischen Fama, mit der ein Friedensengel die gute Nachricht in die Reichsgegend bläst. [122] Auf dem Doppelbild, das Friedensfreude und Kriegsleid gegenüberstellt, ist als Blickfang auf dem Baum, der als Blatteiler fungiert, ein großes Reichswappen über den kleinen Wappenschildern von Frankreich und Schweden angebracht. Das sagt deutlich, für wen der Friede die größte Freude war. [123] Die Geschlechts- und Heiratsmetaphorik in der barocken Titelei und Symbolik der Jubelblätter bringt auf andere Weise Deutschland und den Frieden in eine Familie. [124] Eine enge Verbindung des europäischen Friedens mit dem Reich zeigt ein Blatt, das die Gruppe der friedenschließenden drei Souveräne ins Zentrum rückt, nichtsdestoweniger aber "Abbildung deß hocherwünschten Teutschen Friedens" heißt. Der erhöht thronende Kaiser behält in der Tat gegenüber den stehenden souveränen Juniorpartnern Ludwig XIV. und Königin Christine einen Vorzugsplatz. Neben einer Schar Gesandter umringen und umschweben dieses Tableau ein kunstvolles Arrangement aus Germania, Reichsadler sowie anderem reichischen Inventar und aus Friedenssymbolen wie Ölzweig, Engel und Rüstungstrümmer. [125] Der rhetorische [79] Gestus solcher Zuordnungen ist nicht nur die Freude, daß das Reich seinen Frieden bekam, sondern die Behauptung, daß beides innerlich etwas miteinander zu tun habe.

Dies behauptet auch in ausgefeilter Abstimmung von Bild- und Textsprache Sigmund von Birken in seiner Schrift "Teutschlands Krieges=Beschluß und Friedens Kuß". [126] Der Titel nimmt das Friedensmotiv des Kusses von Pax und Iustitia auf, das in der Renaissance-Ikonologie zum Friedens- und Herrschaftszeichen des frühmodernen Staates aufgebaut worden ist. [127] Hier aber hält nun das auf dem Titelblatt vereinte Paar "Recht" und "Frieden" ein blumenumkränztes Reichsadlerwappen empor. Der lateinische Sinnspruch lautet in der freien Übersetzung des Barockpoeten "Nimmer reisse dieses Band, so wohnt Glück und Ehr im Land". [128] Unmißverständlich wird in diesem allegorischen Friedensschauspiel die Iustitia-Ikonologie eingedeutscht und von der wiederhergestellten Identität von Rechts- und Friedensordnung des Reiches alles Glück erwartet.

Wie eine Explikation der verfassungspolitischen Grundlagen dieser Rechts- und Friedensordnung des Reiches, deren Aufrechterhaltung und Wiederherstellung als innerster Impuls der Friedenspublizistik erkennbar wird, wirkt der Kupferstich von Abraham Aubry, der den Kaiser 1653 im Halbrund der Kurfürsten inmitten einer angedeuteten Reichsversammlung zeigt. [129] Der Reimchronist des Dreißigjährigen Krieges Georg Greflinger hatte 1643 "Des jeztigen Deutschlands Erbärmliche Beschaffenheit" beklagt und feierte nun als Selbstreplik "unsers heiligen Deutschlands" Frieden und Einigkeit, insbesondere die "Vereinigung des Christen Reichs Haupt mit seinen Gliedern" [130]. Das Blatt ist deutlich auch eine Veranschaulichung des Regensburger Reichstages, auf dem der Westfälische Frieden als Reichsgrundgesetz ratifiziert wurde. Daß das schöne Bild der Eintracht nicht ganz der Realität des Reichstags entsprach, ist das eine, wiewohl der Abstand so groß nicht war, wie man gemeint hat. Denn einerseits wird die reichsständische Grundloyalität heute [80] höher eingeschätzt und andererseits hilft auch im Bilde die Germania dem Kaiser den Reichsapfel tragen, will also mitreden. Aber als Ideal ist hier die verfassungspolitische Grundlage der Rechts- und Friedensordnung des Reiches im bildlichen Klartext veranschaulicht.

Bleibt eine Affinität des Reiches zum Frieden auch danach noch in der Bildpublizistik sichtbar? In der Ikonographie der alljährlich der Augsburger Schuljugend dedizierten Blätter zum Friedensfest spielen Reichsadler, Kaiser und Kurfürsten eine zeitlang eine Rolle, um den Religionsfrieden zu preisen, doch drängen später biblisch allegorische Motive in den Vordergrund. [131] Aus der Zeit der ludovizianischen Kriege gibt es in diesen Medien nur Weniges oder es ist nur wenig bekannt, aber darunter Bemerkenswertes. Im Frieden von Nimwegen, der mit dem Frieden des Kaisers und seiner Verbündeten auch den ersten Reichskrieg beendete, gab es für das Reich nichts zu feiern - als den Frieden als solchen. So sah es auch ein in der Reichsstadt Ulm erschienenes Bildblatt, das "die verwandelte Krieges=Last in höchst=erwünschte Friedens=Lust" darstellte. [132] Der aus realistischen und allegorischen Bildelementen bestehende Holzschnitt zeigt nichts vom Reich, versammelt aber gleich auf drei Ebenen eine Vielzahl von Friedenssymbolen. Die Friedensbotschaft wird von dem auch in dieses Bild hineinsprengenden Postreiter überbracht, von publikumsumlagerten Zeitungsverkäufern ausgerufen und von himmlischen Schalmeien verkündet. Als Erinnerungszeichen an den vergangenen Krieg ist das übliche zerbrochene Kriegsgerät, ein Kriegsopfer und eine Ruine zu sehen. Die eigentliche Friedenssymbolik hält sich an Friedensengel, Friedenstaube mit Ölzweig, einen Regenbogen und an eine Schmiede, in der sozusagen "Schwerter zu Pflugscharen" umgeschmiedet werden. [133] Der Text jedoch identifiziert die bebaute Kulturlandschaft an einem Gewässer als das "Teutsche Land ", die Kriegsschäden als die der vergangenen Jahre unter Nennung des Elsaß und mündet in ein Gedicht, das einen Bogen vom Reich zum Frieden schlägt: "Ach! beglücke unsern Kayser/Und der Teutschen Fürsten=Saal!" beginnt es, und endet mit dem Wunsch: "Ja laß auch deß Feindes Gedancken/Nimmermehr vom Frieden wancken." [134] [81]

Erstaunlich ist, daß selbst der ""Regensburger Stillstand", der mit der vorläufigen Anerkennung der Reunionen und damit dem Abtritt des Elsaß in schwieriger politischer Lage kaum einen Anlaß zur reichspatriotischen Begeisterung bieten konnte, mit einem reichsbezogenen Friedensblatt geehrt wurde. Zu sehen ist ein emblematisches Arrangement von Wappen und Friedenszweigen rund um den im Schattenriß gezeigten Reichsadler, das eine Banderole als "Lang-Verlangte Friedenstractaten" kommentiert. [135] Eine Reihe weiterer Friedenszeichen und Sinnsprüche empfehlen den Frieden als die bessere Lösung, und das Titelblatt, in dem der Vertrag auch als "Waffen=Stillstand" bezeichnet wird, bietet noch den Reim als bündige Interpretationshilfe: "Der Stillstand ist/GottLob/getroffen/Zum Fried stehn Thür und Thor itzt offen" [136].

Zwar gibt es das recht triumphalistische Reiterbild Karls VI. in der Ehrenpforte zum Frieden von Rastatt und Baden in der Augsburger Kupferstichfolge Repraesentatio Belli, aber dies ist mehr konventionelle Herrscherpose als Ausdruck einer besonderen habsburgischen Staatsideologie. [137] Die Druckpresse der Reichsstadt, die als graphische Werkstatt für das Reich fungierte, empfahl jedenfalls ihrer Kundschaft mit dieser Darstellung das Reichsoberhaupt als Garanten des Friedens.

Diese wenigen Blätter, die mitten in der Abwehrpublizistik gegen den expansionistischen Universalmachtsanspruch Ludwigs XIV. doch historisch bemerkenswert sind, können allerdings nicht als repräsentative Traditionsbürgen gelten. Aber diese Ausdünnung ist Ausdruck des Zurücktretens der Bildmedien in der politischen Kultur und wohl auch der Bedeutung des einzelnen Friedensvertrages in der erneuten Kriegsserie nach dem Westfälischen Frieden, nicht eines Nachlassens des friedensbewußten Reichspatriotismus. Denn die Friedensleistung des Reiches und ihre Symbolik war nicht an das historische Ereignis des Friedensschlusses oder sonst an eine Bildchronistik der laufenden Ereignisse gebunden. Die Bilder des Reiches haben sich gerade in dieser Zeit der barocken Emblematik verfestigt, parallel zur [82] abschließenden Institutionalisierung der Reichsverfassung und ihrer Organe. In der institutionalisierten und symbolisch ausformulierten deutschen Rechts- und Verfassungsordnung sind sie alle auch Friedensbilder. [138]

Die Recherche zu den Bildern des Reiches in seinen Kriegen ergibt so zunächst, daß dies eine nur begrenzt ikonographisch umsetzbare Beziehung war, weil sie dem Selbstverständnis des Rechts- und Friedenssystems Reich widersprach. Bemerkenswert sind nur die militanten, aber defensiv kommentierten Varianten des Reichsadlers. Selbst in den Kriegen des 17. Jahrhunderts läßt sich eine Interpretationslinie erkennen, in der Reich und Frieden in der Kriegssituation zum Gegengewicht wurden und in ihren Bildmotiven, Bild-Text-Kombinationen und im historischen Aussagegehalt kohärenter zusammengeführt wurden. Auch außerhalb des ereignisgeschichtlichen Kontextes von Krieg und Frieden ist zudem die friedwirkende Pflege der Reichsidee in Rechnung zu stellen, wie sie in den bis in den Alltag reichenden Symbolen und Ikonen der Reichsverfassung und ihrer Institutionen entgegentritt. Das Bild des Reiches spiegelt so auch im Kriege sozusagen als Sonderfall unter erschwerten Bedingungen einen in Wort und Bild sehr viel grundsätzlicher zu fassenden Sachverhalt: die Affinität, die das Reichssystem zur Idee des Friedens in der Geschichte der Frühen Neuzeit hatte.

 

Anmerkungen

[1] J. BURKHARDT, Der Dreißigjährige Krieg, Einleitung, Frankfurt/M. 1992, S. 9-28.

[2] Zu den Flugblättern siehe D. ALEXANDER/W. L. STRAUSS, The German Single-Leaf Woodcut 1600-1700, 2 Bde., New York 1977; W. A. COUPE, The German Illustrated Broadsheet in the Seventeenth Century, 2 Bde., Baden-Baden 1966; W. HARMS (Hg.), Deutsche illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts. Kommentierte Ausgabe, 4 Bde. (1980-1989), hier v. a. Bd. 2, München 1980, und Bd. 4, Tübingen 1987; J. R. PAAS, The German Political Broadsheet 1600-1700, 4 Bde., Wiesbaden 1985-1994; W. L. STRAUSS, The German Single-Leaf Woodcut 1550-1600, 3 Bde., New York 1975. Zu den Flugschriften: P. HOHENEMSER, Flugschriftensammlung Gustav Freytag, Hildesheim 1966; H.-J. KÖHLER (Hg.), Flugschriften des frühen 16. Jahrhunderts. 1501-1530, Leiden 1978-1987, sowie DERS. (Hg.), Flugschriften des späteren 16. Jahrhunderts. 1531-1600, Leiden 1990-1994.

[3] Gesichtet wurden neben dem bereits edierten Material die Flugschriften der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (im folgenden zitiert mit SStBA) und der Universitätsbibliothek Augsburg, Öttingen-Wallerstein-Bibliothek (im folgenden zitiert mit ÖWB). Außerdem wurde anhand des Marburger Indexes die Graphische Sammlung Nürnberg untersucht.

[4] W. SCHULZE, Reich und Türkengefahr im späten 16. Jahrhundert, München 1978.

[5] STRAUSS (wie Anm. 2), Bd. 3, S. 1111.

[6] Je nach/folgend Vier neuwe klägliche ... Lieder/wider den Blutdurstigen Erbfeind ... den Turgken, 1542. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° Nr. 92.

[7] Doctor Martin Luthers Erschreckliche Türcken Propheceyung, Wittenberg 1664. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° Nr. 237.

[8] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 76.

[9] Vgl. beispielhaft zu den informativen Militaria HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 58; Bd. 4, Nr. IV, 66; Nr. IV, 71; Nr. IV, 75; Nr. IV, 278; Nr. IV, 282-284. Zur hohen künstlerischen Qualität dieser Darstellungen besonders A. PETROVA-PLESKOTOVA, Das Türkenthema in der slowakischen Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Die Türken vor Wien. Europa und die Entscheidung an der Donau 1683, hg. vom Historischen Museum der Stadt Wien, Salzburg u.a. 1982, S. 273-283. Eine erste Typologisierung von Schlachtendarstellungen findet sich bei M. JUNKELMANN, Gottes Kriege, Gottes Siege. Zur Darstellung des Dreißigjährigen Krieges in der fürstlichen und kirchlichen Repräsentationskunst. In: D. H. VOGES (Hg), Frieden ernährt, Krieg und Unfrieden zerstört (= Jahrbuch des Historischen Vereins Nördlingen 27), Nördlingen 1985, S. 221-263, hier S. 234-240.

[10] Die Belegerung der Statt Wien in Osterreych/von den aller grawsamesten Tyrannen und verderber der Christenheit genant der Türckische Kayser, 1529. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° 35 u. 36; sowie Soli Deo Gloria. Newe Zeittung/Warer erhaltenen und erlangter Victori., 1593. In: C. GOELLNER, Turcica, 3 Bde., Bukarest/Berlin/Baden-Baden 1961-1978, hier: Bd. 2, Abb. 34.

[11] Zum Beispiel bei der Flugschrift Römischer Keyserlichen Mayestat außschreiben und vermanung/an alle stend der Christen=heyt/den Turcken/zug betreffendt, 1532. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° Nr. 36. Vgl. dazu grundsätzlich F. GALL, Österreichische Wappenkunde, Wien 1977, S. 44.

[12] R. A. MÜLLER, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Anspruch und Bedeutung des Reichstitels in der Frühen Neuzeit, Regensburg 1990.

[13] Lährma-Trummel/Oder Ein Treue Ermahnung an alle Christlichen Mitglieder des Röm. und anderer Reiche im gantzen Europa, 1664. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5915, S. If.

[14] Die Belegerung der Statt Wien in Osterreych/von dem aller grausamsten Tyrannen ... den Tyrckischen Keyser/genandt Sultan Solimayn/newlich beschehen, 1529. In: GOELLNER (wie Anm. 10), Bd. l, Abb. 17.

[15] Vgl. dazu das Flugblatt Newe Zeytung auß der Reuschischen Lemberg den 6. January, 1595 im Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 26474, Kapsel 1327 sowie Schlacht bei Eger 1596, Radierung von Giacomo Franco, Wien, Graphische Sammlung Albertina, abgebildet in: K. VOCELKA, Die politische Propaganda Kaiser Rudolfs II. (1576-1612), Wien 1981 (= Veröffentlichungen der Kommission für die Geschichte Österreichs Bd. 9), Abbildung 8b.

[16] Der Vor dem kayserlichen Adler bey Cornia ... flüchtige und besiegte Türcken=Schwarm,1738. SStBA Einblattdrucke.

[17] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 55 (Reichsadler doppelköpfig, nimbiert); Bd. 4, Nr. IV, 89 (Reichsadler doppelköpfig, nicht nimbiert).

[18] Vgl. dazu bei GOELLNER (wie Anm. 10), Bd. 2: G.B. Nazari, Discorso della Futura Vittoria, 1570 (Abb.17); Antonio Egizio, Avisi Particulari, 1571 (Abb. 19) sowie Ragvaglio Particulare della vittoria dell'armata Christiana contra la Turchesca, 1571 (Abb. 24).

[19] N. HOCKE, Kurtze Beschreibung/Dessen Was in wehrender Türckischen Belägerung der Kayserlichen Residentz Statt WIEN ... passiret, Wien 1685, Titelkupfer. ÖWB 02 IV. 13.4.50.

[20] Sieg=gekrönter Feld=Zug Deß Adlers und Leuens im Jahr 1687, Nürnberg 1687, Titelkupfer. ÖWB 02 IV.13.4.93.

[21] J. C. FEIGIUS, Wunderbahrer Adlers=Schwung, 2 Bde., Wien 1694, Titelkupfer. ÖWB 02 IV.13.4.88-1 und 2.

[22] E. FRANCISCI, Der blutig=lang=gereitzte/endlich aber Sieghafft=entzündte/Adler=Blitz, Nürnberg o. J., Titelkupfer. ÖWB 02 IV. 13.4.92.

[23] C. BOETHIUS, Ruhm=Belorberter Triumph=leuchtender/und Glantz=erhöheter Kriegs=Helm ... Wider den Blut=besprengten Türckischen Tulband, Nürnberg 1688, Titelkupfer. ÖWB 02 IV. 13.4.89.

[24] GOELLNER (wie Anm. 10), Bd. 3, S. 23.

[25] Zeitung/Von deß Türckischen Keysers abgesandten Feindsbrieff/so er ... Keyser Rudolpho ... vberschickt hat, 1593. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° Nr. 171.

[26] Des Türckischen Kaysers Heerzug, wie er von Constantinopel ... gen Kriechischen Weyssenburg kummen , Nürnberg 1530. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° Nr. 44.

[27] Astronomisch Schreiben ... Von deß Jetzigen Türckischen Reichs Vntergang, 1596. SStBA Türkenkriege Flugschriften 4° Nr. 194.

[28] FEIGIUS (wie Anm. 21), Titelkupfer. Als weitere Beispiele sind zu nennen: Entsatz von Wien 1683, Kupferstich und Radierung von Joachim Wichmann, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien, abgebildet in: G. MRAZ, Prinz Eugen. Ein Leben in Bildern und Dokumenten, München 1985, hier S. 54 sowie Titelblatt eines Türkenkalenders mit Karl VI. und Ahmed III., anonymer Kupferstich, Heeresgeschichtliches Museum Wien, abgebildet in: MRAZ (wie oben), S. 176. Auch in den Friedensbildern der Stadt Augburg findet sich eine Gegenüberstellung von Kaiser und Sultan. Vgl. dazu H. JESSE, Friedensgemälde 1650-1789. Zum Hohen Friedensfest am 8. August in Augsburg, Augsburg 1981, hier das Blatt zum Jahr 1664, S. 108f.

[29] Bei GOELLNER (wie Anm. 10) nur bei 2 Bildern von 26.

[30] Lährma-Trummel (wie Anm. 13), S. 2f.

[31] Vgl. dazu GÖLLNER (wie Anm. 10), Bd. 3, S. 20 sowie R. BRÜNING, "Kriegs-Bilder". Wie Flugschriften über die Schlacht bei Pavia (1525), den Sacco di Roma (1527) und die Belagerung Wiens (1529) berichten. In: Militärgeschichtliche Mitteilungen 45 (1989), S. 13-44, hier S. 29f.

[32] H. H. HOFMANN, Quellen zum Verfassungsorganismus des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1495 - 1815, Darmstadt 1976, S. 250 (1683). Vgl. auch F. BOSBACH: Der französische Erbfeind. Zu einem deutschen Feindbild im Zeitalter Ludwigs XIV. In: DERS. (Hg), Feindbilder. Die Darstellung des Gegners in der politischen Publizistik des Mittelalters und der Neuzeit, Köln u. a. 1992 (= Bayreuther historische Kolloquien Bd. 6), S. 117-139, hier v. a. S. 121-126.

[33] Vgl. K. REPGEN, Seit wann gibt es den Begriff "Dreißigjähriger Krieg"? In: Weltpolitik, Europagedanke, Regionalismus. Festschrift H. Gollwitzer, hg. v. H. DOLLINGER u. a., Münster 1982, S. 59-70; K. REPGEN, Noch einmal zum Begriff "Dreißigjähriger Krieg". In: Zeitschrift für Historische Forschung 9 (1982), S. 347-352; K. REPGEN, Über die Geschichtsschreibung des Dreißigjährigen Krieges, In: DERS. (Hg.), Krieg und Politik 1618 - 1648, München 1988.

[34] Zur umfassenden Analyse vgl. BURKHARDT (wie Anm. 1), die Hauptstruktur: J. BURKHARDT, Der Dreißigjährige Krieg als Staatsbildungskrieg. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Jahrgang 45, Heft 8, August 1994.

[35] Vgl. dazu M. BOHATCOVA, Irrgarten der Schicksale. Einblattdrucke vom Anfang des Dreißigjährigen Krieges, Prag 1966. Konkret im Bild festgehalten wird dieser Eindruck bei der Flugschrift von Julius Wilhelm Zincgref, Quotlibetisches Welt und Hummel Kefig: Darinnen das jetziger Zeit gegenwertiges Tyrannisirende, räuberische Weltgetümmel, Gehümmel unnd Getrümmel... gleichsam als in einem klaren Spiegel vor Augen gestellet, und erwiesen wird, o. O. 1632. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5529.

[36] Zu Friedrich V. vgl. HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 152-156, 179 und 181; zu Kaiser Ferdinand II. vgl. HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 161-162; zu Tilly vgl. HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 166, 238, 256, 257.

[37] Zu Spinola vgl. HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 219; zu Gustav Adolph vgl. HARMS (wie Anm. 2) Bd. 4, Nr. IV, 132. Nicht spiralenförmig, sondern viereckig angeordnet bei Siegen von Spinola: HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 134; bei Gustav Adolph: HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV 220. Kubusförmig bei Siegen von Gustav Adolph, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 16576, Kapsel 1314.

[38] Vgl. dazu BURKHARDT (wie Anm. 1), S. 128-132, sowie J. BURKHARDT, Reformations- und Lutherfeiern. Die Verbürgerlichung der reformatorischen Jubiläumskultur. In: D. DÜDING u. a. (Hg.), Öffentliche Festkultur. Politische Feste in Deutschland von der Aufklärung bis zum Ersten Weltkrieg, Hamburg 1988, S. 212-236; R. KASTNER, Geistlicher Rauffhandel. Form und Funktion illustrierter Flugblätter zum Reformationsjubiläum 1617 in ihrem historischen und publizistischen Kontext, Frankfurt/M. u. a. 1982 ( = Mikrokosmos. Literaturwissenschaft und Bedeutungsforschung Bd. 11).

[39] So z. B. bei D. M. Luthers Jubel Glaß. In: HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 119 und MARTIN LVTHER. Nuhn Muess es Ia gewandert sein. In: HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 168.

[40] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II 158. Vgl. zur "Wappenparodie" H.-M. KAULBACH, Bombe und Kanone in der Karikatur, Marburg 1987, S. 17ff.

[41] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II 218.

[42] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II 237 und 299.

[43] S. S. Tschopp, Heilsgeschichtliche Deutungsmuster in der Publizistik des Dreißigjährigen Krieges. Pro- und antischwedische Propaganda in Deutschland 1628 bis 1635, Frankfurt/M. u.a. 1991 ( = Mikrokosmos. Beiträge zur Literaturwissenschaft und Bedeutungsforschung Bd. 29).

[44] Christo Soteri Veritatis Vindici, Lucis Evangelicae Restitutori. In: A. MARSCH, Bilder zur Augsburger Konfession und ihren Jubiläen, Weißenhorn 1980, hier Abb. 43. Vgl. dazu auch KASTNER (wie Anm. 38) Abb. 11.

[45] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 214.

[46] J. BILGER: Veridicus Germanus. Der Teutsche Warsager. Warhaffte Ursachen deß Lobs und Preyß Gottes, Augsburg 1630, gedruckt in Augsburg durch Andreas Aperger auf unser Frauen Tor. In: Gustav Freytag Flugschrittensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5375, hier S. 184.

[47] BILGER (wie Anm. 46), Titelblatt.

[48] BILGER (wie Anm. 46), S. 190.

[49] HARMS (wie Anm. 40).

[50] HARMS (wie Anm. 42).

[51] HARMS (wie Anm. 41).

[52] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 260.

[53] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 261.

[54] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 262.

[55] T. Livius, Ab urbe condita I, 34, 8ff. Vgl. dazu auch den Kommentar bei HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, S. 452.

[56] M. MICHAEL, Agnaten- und Stamms-Linien Königlicher Majestät Gustavi Adolphi zu Schwede, Gothen und Wenden, Nürnberg 1632. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5519, hier S. 5.

[57] MICHAEL (wie Anm. 56), S. 5.

[58] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 178.

[59] Wachender Adler in: K. KUNZE, Der grosse Krieg von 1618 - 1648. In: H. PLETICHA (Hg.), Deutsche Geschichte Bd. 7. Dreißigjähriger Krieg und Absolutismus 1618 - 1740, Gütersloh 1983, S. 13-71, hier S. 42. Die Bildunterschrift bei Kunze "Im Krieg und in Glaubenssachen gilt es, wie der Adler ein wachsames Auge zu haben auf Menschen und Welt" verfehlt den politischen Sinn des Bildes, obwohl er aus der mitgegebenen Geschichte eindeutig hervorgeht.

[60] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 112.

[61] Vgl. dazu: Eigentliche Abbildung des Winterkönigs, abgebildet in: Die Fliegenden Blätter des XVI. und XVII. Jahrhunderts, in sogenannten Einblatt-Drucken mit Kupferstichen und Holzschnitten; zunächst aus dem Gebiete der politischen und religiösen Caricatur. Aus den Schätzen der Ulmer Stadtbibliothek wort- und bildgetreu herausgegeben von J. SCHEIBLE, Stuttgart 1850, Neudruck Hildesheim 1972 (= Volkskundliche Quellen 1), hier S. 30f. sowie "Es ist keine Obrigkeit ohn von Gott... (um 1622/1625), Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. MB 24876, Kapsel 1313a und "Keyserliche Schlacht und Victoria in Böhmen..." 1620, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 411 Kapsel 1313.

[62] Newe Zeitung Von dreyen vberauß grossen Adlern, Welche in kurtz verschinen Mertzen/im Teutschland geschossen worden. In: ALEXANDER/STRAUSS (wie Anm. 2), Bd. 2, S. 550.

[63] Der Prager Friede wurde schon zeitgenössisch publiziert: Warhafftiger Abtruckh/Deß Zwischen der Käys: May: Unsers Allergnädigsten Herrn/etc. der Churfürstl.: Durchl: zu Sachsen/auffgerichten gemainen Friedens Schluß/und deßwegen ergangenen Kays: publication Patents, Wien 1635. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5586. Als Beispiel für die Verwicklung aller Potentaten in den Krieg vgl. Groß Europisch Kriegs=Balet/getantzet durch die Könige vnd Potentaten/Fürsten vnd Respublicken/auff dem Saal der betrübten Christenheit. In: H. WÄSCHER, Das illustrierte Flugblatt, Bd. 1: Von den Anfängen bis zu den Befreiungskriegen, o. O. 1955, hier S. 48.

[64] H. a LAPIDE (= Chemnitz), Dissertatio de ratione Status in imperio nostro Romano-Germanico, Freistadt 1647, Titelkupfer sowie David Fratuscus, Antihippolithvs seu calamus apologeticus (1652), Titelkupfer. Beide Titelblätter werden ausführlich besprochen bei B. ROECK, Titelkupfer reichspublizistischer Werke der Barockzeit als historische Quellen. In: Archiv für Kulturgeschichte 65 (1983), S. 329-370, hier Abb. 7 und 8.

[65] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 302.

[66] Vgl. als ein Beispiel dazu: "Schwedischer Bundt/Mit zweyen Churfursten/Sachsen vnd Brandenburg, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 479, Kapsel 1313a.

[67] Vgl. zur Übersicht BURKHARDT (wie Anm. 1).

[68] J. KUNISCH, La guerre - c'est moi! Zum Problem der Staatenkonflikte im Zeitalter des Absolutismus. In: DERS., Fürst - Gesellschaft - Krieg. Studien zur bellizistischen Disposition des absoluten Fürstenstaates, Köln u. a. 1992, S. l - 41; in Auseinandersetzung mit E. KRIPPENDORFF, Staat und Krieg. Die historische Logik politischer Unvernunft, Frankfurt/M. 1985.

[69] Vgl. dazu W. SCHWARZ, Repraesentatio Belli - Eine Kupferstichfolge zum Spanischen Erbfolgekrieg aus dem Augsburger Verlag Jeremias Wolff. In: Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben 84 (1991), hier S. 179f.

[70] Vgl. dazu A. HELD, Georg Philipp Rugendas (1666 - 1742). Gemälde und Zeichnungen, Diss. Universität Eichstätt 1994 (im Druck).

[71] Repraesentatio Belli, Taf. 12, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg; bei SCHWARZ (wie Anm. 69), Abb. 14, S. 167.

[72] Zur Situation im Reich nach 1648 vgl. K. O. v. ARETIN, Das Alte Reich 1648 - 1806, Bd. 1: Föderalistische oder hierarchische Ordnung (1648 - 1684), Stuttgart 1993; K. P. DECKER, Frankreich und die Reichsstände 1672 - 1675. Die Ansätze zur Bildung einer "Dritten Partei" in den Anfangsjahren des Holländischen Krieges, Bonn 1981 (= Pariser Historische Studien Bd. 18); A. SCHINDLING, Reich und habsburgisch-bourbonischer Antagonismus in der Epoche des Westfälischen Friedens und des Immerwährenden Reichstags. In: H. DUCHHARDT (Hg.), In Europas Mitte. Deutschland und seine Nachbarn, Bonn 1988, S. 118-122 und DERS., Die Anfänge des Immerwährenden Reichstags zu Regensburg, Mainz 1991.

[73] Vgl. dazu C. KAMPMANN, Reichstag und Reichskriegserklärung im Zeitalter Ludwigs XIV. In: Historisches Jahrbuch 113 (1993), S. 41-59 und K. MÜLLER, Zur Reichskriegserklärung im 17. und 18. Jahrhundert. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 90 (1973), S. 246-259.

[74] Zur Publizistik und dem Umschwung des Meinungsbildes vgl. BOSBACH (wie Anm. 32); J. HALLER, Die deutsche Publizistik in den Jahren 1668 - 1674, Phil. Diss., (Heidelberg 1892); K. HÖLSCHER, Die öffentliche Meinung in Deutschland über den Fall Straßburgs während der Jahre 1681 bis 1684, Phil. Diss., (München 1896); F. KLEYSER, Der Flugschriftenkampf gegen Ludwig XIV. zur Zeit des pfälzischen Krieges, Berlin 1935; G. MENTZ, Die deutsche Publizistik im 17. Jahrhundert, (Hamburg 1897); R. MEYER, Die Flugschriften der Epoche Ludwigs XIV. Eine Untersuchung der in schweizerischen Bibliotheken enthaltenen Broschüren (1661 - 1679), (Basel u. a. 1955); C. RINGHOFFER, Die Flugschriftenliteratur zu Beginn des spanischen Erbfolgekrieges, (Berlin 1881); P. SCHMIDT, Deutsche Publizistik in den Jahren 1667 - 1671. In: MIÖG 28 (1907), S. 577-630; H. v. ZWIEDINECK-SÜDENHORST, Die öffentliche Meinung in Deutschland im Zeitalter Ludwigs XIV. 1650 - 1700, Stuttgart 1888.

[75] A. AUBERY, Des iustes prétentions du Roi sur l'Empire, 1667. Vgl. dazu auch W. DOTZAUER, Der publizistische Kampf zwischen Frankreich und Deutschland in der Zeit Ludwigs XIV. Der Publizist Antoine Aubery und seine Gegner (1667 - 1669). In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 83 (1974), S. 99-123.

[76] F. v. LISOLA, Bouclier d'Estat, 1667. Vgl. dazu auch A. F. PRIBRAM, Franz Paul Freiherr von Lisola (1613 - 1674) und die Politik seiner Zeit, (Leipzig 1894) und DOTZAUER (wie Anm. 75), S. 113f. Zur publizistischen Bedeutung und Wirkung Lisolas jetzt neu: M. BAUMANNS, Das publizistische Werk des kaiserlichen Diplomaten Franz Paul Freiherr von Lisola (1613-1674). Ein Beitrag zum Verhältnis von Absolutistischem Staat, Öffentlichkeit und Mächtepolitik in der frühen Neuzeit, Berlin 1994 (= Historische Forschungen Bd. 53).

[77] G. W. LEIBNIZ, Bedenken welchergestalt Securitas publica interna et externa und Status praesens im Reich auf festen Fuß zu stellen, 1670.

[78] Frantz von Warendorps Hand=Brieff/An Ihr Durchl: dem Hertzogen zu Oßnabrugk/Wobey des Fürnehmen Frantzösischen Ministri Mons. de Verius ungereimbtes ... falsches Vorgeben bestermassen widersprochen/und der Gebühr nach widerleget wird. Aus dem Frantzösichen treulich ins Teutsche versetzet zu Eröffnung der Augen, 1674. SStBA Flugschriften 4° Nr. 1915. Frantz von Warendorp ist ein Pseudonym von Franz Paul Freiherr von Lisola. Vgl. dazu BAUMANNS (wie Anm. 76), S. 367.

[79] Frantzösischer Soldaten=Teufel, 1677. ÖWB 02 IV. 13.4.208.

[80] Umständliche Beschreibung Der Französ. Grausamkeit in Heydelberg, 1688. Flugblatt nach einer Radierung von J. J. Felsecker. In: S. FIEDLER, Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Kabinettskriege, Koblenz 1986 (= Heerwesen der Neuzeit Abt. II), hier Abb. 71.

[81] Deß Weit=bekandten Mordbrenners De La Brosse Grausamme Thaten/Welche er in diesem 1677sten Jahr in dem Elsasß verübet. SStBA Flugschriften 4° Nr. 1941.

[82] Eigentliche Abbildung des Franzoeischen Mordbrenners de Melacc. In: W. WEISMANTEL, Das Reich vom westfälischen Frieden bis zum Ende des nordischen Krieges. In: PLETICHA (wie Anm. 59), S. 169-233, hier S. 217.

[83] Wahrmund Anonymus, Der Abgezogene Französische Staats=Rock/und Teutsche Schutzmantel, 1675. SStBA Flugschriften 4° Nr. 1927.

[84] Beschreibung Der Ruhm=sücht= und Hochmüthigen Ehren=Seule/Welche Ludovico XIV. Könige in Franckreich/Auff dem Platz Sainte Victoire zu Pariß auffgerichtet worden, Durch den Mareschal und Hertzog de la Feuillade. Wobey mit angefüget einige Gegen=Schrifften ... in Teutscher Sprache für Augen gestellet, Straßburg 1690. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 6033.

[85] Vgl. zur Universalmonarchie F. BOSBACH, Monarchia universalis: ein politischer Leitbegriff der frühen Neuzeit, Göttingen 1988 (= Schriftenreihe der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Bd. 32).

[86] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 297.

[87] Kurtzer Entwurff, Was Bey solenner Beerdigung Der Fünfften Monarchie, In dem Castro-Doloris, In der Procession, In der Parentation etc. Zu Pariß den 20. Junii Anno 1706. merckwürdig vorgegangen, Naumburg 1706. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 6098, hier vorletzte Seite.

[88] Vgl. J. BURKHARDT, Geschichte als Argument in der habsburgisch-französischen Diplomatie. Der Wandel des frühneuzeitiichen Geschichtsbewußtseins in seiner Bedeutung für die Diplomatische Revolution von 1756. In: Staatensystem und zwischenstaatliche Politik in der Frühen Neuzeit (im Druck).

[89] Z. B. bei Send=Schreiben eines Für seinen Kayser und das Reich aufrecht und redlich gesinneten Teutschen Patriotens, An einen seiner Freunde/Worinnen Derselbe seine Gedancken über zwey ohnlängst in Druck erschienene höchst=ärgerliche und Ahndens=würdige Schrifften freymüthig eröffnet, (1742). ÖWB 02 IV. 14.2.72; Kayserliche und Frantzösiche Kriegsgeschichte vom Jahr 1676, Straßburg 1676. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5954; sowie Das von Frankreich zwar verunruhigte doch dabey allarte Teutschland: Oder kurtze und wahrhafftige Vorstellung alles deßjenigen, was von dem Einfall der französischen Armee in Teutschland am Rhein An. 1688 ab bis in den Mertzen des 1689. Jahrs, sich ... zugetragen, 4 Bde. (1689-1691), Titelkupfer. ÖWB 02 IV. 13.8.81-1 bis 4. Als Flugblätter sind zwei Darstellungen aus der Graphischen Sammlung Nürnberg interessant: "Wunderns-würdige Erscheinung...", 1706, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 24658, Kapsel 1204, und "Das vom Glück verlassene Und In Traur gesetzte Franckreich" 1708, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 25056, Kapsel 1314a.

[90] Z. B. Die schwangere/Aber Einen Fehlgebährende Lilie. ÖWB 02 IV. 13.4.200 angeb. 13. Vgl. für Lilien zur Identifikation auch: Das von Franckreich zwar allarte ... (wie Anm. 89), Titelkupfer.

[91] Apographum Emblematis in Pacificationem Caroli ... 1544, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 5041, Kapsel 1313.

[92] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 218.

[93] Der Teutschen Wächter=Stimme/über das gefährliche Hahnen(Frantzosen) Geschrey/An die Sämblichen Chur=Fürsten und Stände des Heil. Römischen Reichs kläglich gerulfen, Germanstadt 1674. SStBA Flugschriften 4° Nr. 1914.

[94] Der Erfährte Hahn/Oder Kurtze Vorstellung desienigen/was muthmassentlich von dem außgang dieses blutigen Kriegs zu hoffen/ob Franckreich sein vorgesetztes ziel erreichen werde? Entworffen durch Ernst Friedrich von Teutoburg, Freystatt 1678. ÖWB 02 IV. 13.4.208 angeb. 3.

[95] Das Blätlein wendet sich: Das ist/Offenbahre Verruckung/Deren von An. 65. bis auf dieses 1674. Jahr Frantzösischer Seits geführten CONCEPTEN Offenhertzig an Tag gegeben von Germanico Hanenfeind, 1674. SStBA Flugschriften 4° Nr. 1901.

[96] Der wolaußgemästete Aber auch vom Siegreichen Adler wolberupffte Rauber=Hahn. An statt einer Neu Jahrs=Gab/Gespräch=Weiß auf dem Schau=Platz Lateinisch vorgestellet ... In teutsche Reimen übersetzt, 1688. ÖWB 02 IV. 13.4.212 angeb. 8.

[97] Der wolaußgemästete ... Rauber=Hahn (wie Anm. 96), S. A3.

[98] Des Großen Herrschers Jupiters und der gesammten Götter=Schaar gehaimer Rath=Schluß und Un=Muth über des freveln/trotzigen und verwegenen Vogels des Haanen/Wider Einen muthigen und siegreichen Adler und starcken Löwen/gethane vermessene und unverschämte Proposition; Das ist: Wie das der wohl proportionirte und unvergleichliche practische stolze Mist=Vogel der Haan/Mit seinem geizigen und unersättlichen Kropffe den grossen Reichs=Rath nach vielen gaucklerischen Ceremonien endlich vorgelassen/und erschienen, 1674. ÖWB 02 IV. 13.4.201 angeb. 9.

[99] Vgl. zu den Großbotschaften E. ElCKHOFF, Venedig, Wien und die Osmanen. Umbruch in Südosteuropa 1645 - 1700, Stuttgart 1988, S. 222-227. Hier vor allem das den Austausch einer Großbotschaft bei Szön betreffende Bild von 1665 auf S. 223. Auch Hans-Martin Kaulbach hat in seinen Forschungen zur Geschichte der Friedensdarstellungen Bilder eines Friedensschlusses mit dem Osmanischen Reich erst für das 18. Jahrhundert gefunden. Für diesen und einige weitere freundliche Hinweise, die einige kunsthistorische Ergänzungen und Detailverbesserungen ermöglichten, danke ich dem ebenfalls auf diesem Felde forschenden Nachbarwissenschaftler sehr herzlich.

[100] Zu Krieg und Frieden als Medienereignis vgl. BURKHARDT (wie Anm. 1), S. 225-232.

[101] Geistlicher Rauffhandel. In: KASTNER (wie Anm. 38), Abb. 1.

[102] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 166.

[103] BOHATCOVA (wie Anm. 35). Abb. 111.

[104] Concilium Deorum, Das ist: Allgemeiner GötterRath. In: HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 236.

[105] ALEXANDER/STRAUSS (wie Anm. 2), Bd. 2, S. 551.

[106] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 310.

[107] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 240.

[108] Vgl. dazu die sich leicht voneinander unterscheidenden Flugblätter "Des H. Römischen Reichs von Gott eingesegnete Friedens-Copulation" von 1635, Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 648, Kapsel 1220 sowie die Abbildung in: Illustrierte Flugblätter aus den Jahrhunderten der Reformation und der Glaubenskämpfe. Kunstsammlung der Veste Coburg hg. v. W. HARMS, Coburg 1983, hier S. 209.

[109] Vgl. dazu z. B. HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 323, 326 und 328, sowie Bd. 4, Nr. IV,253.

[110] Zum Postreiter 1648 vgl. HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 254; zum Bild des Postreiters 1674 vgl. ALEXANDER/STRAUSS (wie Anm. 2), Bd. 2, S. 789.

[111] C. RIPA, Iconologie, übers, v. J. BAUDOUIN, Paris 1644 (Nachdruck in: The Renaissance and the Gods, 29), S. 138. Vgl. dazu HARMS (wie Anm. 2) Bd. 4, Nr. IV, 260. Zur Entwicklung der frühneuzeitlichen Pax-Figur vgl. auch H.-M. KAULBACH, Friedenspersonifikationen in der frühen Neuzeit. In: B. TOLKEMITT/R. WOHLFEIL (Hg.), Historische Bildkunde: Probleme - Wege - Beispiele, Berlin 1991 ( = Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 12), S. 191-210.

[112] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 108.

[113] HARMS (wie Anm. 107).

[114] Über der geistlich-weltlich gemischten Rangreihe zur Linken sagt eine Kartusche: "Wir sampt stehen allzugleich/getrewlich fur ds Römische Reich /Was Ihre Päbstlich heyligkeitt/gebiethen thut sind wir bereytt./ Der Christlichen Kirchen vorzustehen/Mit reyner Lehr recht fürzugehen. In: HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 258. Ob in den letzten beiden Zeilen die "reine Lehre" im evangelischen Sinne gemeint ist, also damit einem anderen Sprecher in den Mund gelegt wird, oder ein eigentlich evangelischer Begriff katholisch integrativ in Anspruch genommen wird, bleibt unklar oder bewußt offen.

[115] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 258.

[116] Vgl. zur Germania E. TRZINSKI, Studien zur Ikonographie der Germania, Recklinghausen 1990.

[117] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 165. Der Text dazu ist papstkritisch kaisertreu, also reichisch lutherisch.

[118] TRZINSKI (wie Anm. 116), S. 244, Abb. 86. Zur Germaniadarstellung bei Rubens vgl. auch JUNKELMANN (wie Anm. 9), S. 249-252.

[119] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 256.

[120] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 267. Als ein späteres Beispiel zum Westfälischen Frieden ist ein Blatt von 1736 zu nennen, das ebenfalls die Germania zeigt. Vgl. dazu J. G. v. MEIERN, Acta Pacis Executionis Publica, Oder Nürnbergische Friedens-Executions-Handlungen und Geschichte, Bd. l, Hannover 1736, Titelkupfer.

[121] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. 223.

[122] HARMS (wie Anm. 110).

*

[123] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 260.

[124] "Des Friedens mit Teutschland Verlöbnißfest", HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 324, "des Friedens Vermählung mit Teutschland" HARMS (wie Anm. 2), Bd. 2, Nr. II, 368; Varianten Nr. II, 327 und 328.

[125] HARMS (wie Anm. 2), Bd. 4, Nr. IV, 259.

[126] S. v. BIRKEN, Teutschlands Krieges=Beschluß/und Friedens Kuß, beklungen und besungen In den Pegnitzgefilden von dem Schäfer Floridan, 1650. In: Gustav Freytag Flugschriftensammlung (wie Anm. 2), Nr. 5805; zu Sigmund von Birken und der von ihm verfaßten Beschreibung des habsburgischen Feuerwerks aus Anlaß des Friedensschlusses von 1648 vgl. E. FÄHLER, Feuerwerke des Barock. Studien zum öffentlichen Fest und seiner literarischen Deutung vom 16. bis 18. Jahrhundert, Stuttgart 1974, hier S. 151-159 sowie zur Erklärung des Titels S. 171 f.

[127] Vgl. allgemein zur Pax-Figur: KAULBACH (wie Anm. 111), S. 191-209.

[128] BIRKEN (wie Anm. 126), Titelblatt.

[129] Ähnliche Blätter dominieren auch in der Anfangszeit des Augsburger Friedensfestes mit dem besonderen Akzent, daß das Reich auch für den Schutz der evangelischen Religion steht. Vgl. dazu JESSE (wie Anm. 28), hier besonders die Bilder aus den Jahren 1657 (S. 94), 1658 (S. 96) und 1660 (S. 100).

[130] HARMS (wie Anm. 120).

[131] Vgl. dazu JESSE (wie Anm. 28), S. 86-108. Forschungen zu den süddeutschen Friedensfesten werden zur Zeit von Ciaire Gantet durchgeführt.

[132] Die verwandelte Krieges=Last in höchst=erwünschte Friedens=Lust, 1679. In: ALEXANDER/STRAUSS (wie Anm. 2), S. 576.

[133] Vgl. dazu H.-M. KAULBACH, "Schwerter zu Pflugscharen" - Abrüstung und Rüstungskonversion in der Kunst. In: D. BALD (Hg.), Rüstungsbestimmte Geschichte und das Problem der Konversion in Deutschland im 20. Jahrhundert, Münster 1993 (= Jahrbuch für Historische Friedensforschung Bd. 1), S. 113-142.

[134] Die verwandelte Krieges=Last (wie Anm. 132). Eines der wenigen Flugblätter, die sonst zu diesem Frieden ausfindig gemacht werden konnten, betont durch die Medaillons der Herrscher den europäischen Zusammenhang, preist aber im Text besonders den friedliebenden Kaiser und geht dann etwas skeptischer auf den Friedenswillen Ludwigs XIV. ein. "Eigentliche Vorstellung Des vor kurtz verwichener Zeit Zwischen unterschiedlichen Hohen Potentaten in Europa geschlossenen Höchst-erfreulichen Friedens", Marburger Index, Graphische Sammlung Nürnberg, Inv. Nr. HB 21710, Kapsel 1220.

[135] Der zwischen der Röm. Kaeyserl. Majest. Dem H. Röm. Reich/ Und Koenig in Spanien einer/ Und dem Allerchristlichstem Könige in Franckreich/anderer Seits... geschlossene Waffen=Stillstand, 1684. SStBA Flugschriften, Nr. 4° Nr. 1983, Titelblatt.

[136] Der zwischen der Röm. Kaeyserl. Majest. ... (wie Anm. 135), Titelblatt.

[137] Vgl. die ikonologische Analyse bei SCHWARZ (wie Anm. 69), Abb. 18. Zur habsburgischen Staatsideologie und den kaiserlichen Reiterstandbildern F. MATSCHE, Die Kunst im Dienst der Staatsidee Kaiser Karls VI. Ikonographie, Ikonologie und Programmatik des "Kaiserstiles", 2 Bde., Berlin u. a. 1981, hier besonders S. 60-63.

[138] Vgl. dazu besonders R. A. MÜLLER im gleichen Band.

 

Grundlage dieser digitalen Fassung:

Johannes Burkhardt: Reichskriege in der frühneuzeitlichen Bildpublizistik, in: Rainer A. Müller (Hg.): Bilder des Reiches. Tagung in Kooperation mit der schwäbischen Forschungsgemeinschaft und der Professur für Geschichte der frühen Neuzeit der Katholischen Universität Eichstätt im Schwäbischen Bildungszentrum Kloster Irsee vom 20. März bis 23. März 1994, Sigmaringen: Jan Thorbecke Verlag 1997, S. 51-95.

Der Druckfassung sind zwölf Tafeln mit Abbildungen beigefügt, die aus technischen Gründen nicht in die digitale Version integriert werden konnten.

 

Empfohlene Zitierweise

Burkhardt, Johannes: Reichskriege in der frühneuzeitlichen Bildpublizistik, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/8y/

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Erstellt: 09.03.2006

Zuletzt geändert: 09.03.2006


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