Magisterarbeiten

  / historicum.net / Themen / Hexenforschung / Themen/Texte / Magisterarbeiten

Ivette Nuckel

Hexenprozesse während des 16. und 17. Jahrhunderts. Ein Vergleich zwischen Bremen und Oldenburg.

oder....

„Als auf dem Jodutenberge die Feuer schwelten...“.

 

Magisterarbeit zur Erlangung des Grades einer Magistra Artium M.A. vorgelegt am Fachbereich 8, Geschichte der Universität Bremen am 7. Januar 2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Die Entstehung des Hexenbegriffes und die Entwicklung vom Ketzer- zum Hexenprozess.

1.2. Die Höhepunkte der Hexenverfolgung.

1.3. Die ersten Stimmen gegen die Hexenprozesse und das Ende der Hexenverfolgung.

1.4. Forschungsliteratur und Quellen.

2. Hexen- und Zaubereiprozesse in Bremen während des 16. und 17. Jahrhunderts.

2.1. Hexenverfolgung in Norddeutschland.

2.2. Hexenverfolgung in Bremen während des 16. und 17. Jahrhunderts.

2.2.1. Die Vorstellung von der Zauberei und die erste Ketzerverfolgung in Bremen bis 1500.

2.2.2. Die ersten Zaubereiprozesse in der Stadt Bremen bis 1550.

2.2.3. Hexen- und Zaubereiprozesse in der Stadt Bremen bis 1603.

2.3. Ratsgericht und erzbischöfliches Vogtgericht – Vom rechtlichen Umgang mit der Hexe in Bremen.

2.4. Religiöser Hintergrund der Hexenverfolgung in Bremen.

2.4.1. Katholische Zeit bis 1522.

2.4.2. Die Reformation in Bremen und ihre Folge für die Hexenprozesse.

2.4.3. Hexenverfolgung in der Zeit des Calvinimus.

3. Hexenprozesse in der Stadt und der Grafschaft Oldenburg.

3.1. Vier Prozesse in der Stadt Oldenburg von 1497 bis 1589 und ein kurzer Überblick über die Hexen- und Zaubereiprozesse in der Grafschaft Oldenburg.

3.2. Ratsgericht und gräfliches Vogtgericht – Die Verhandlung von peinlichen Halsgerichtsfällen in der Stadt Oldenburg.

4. Vergleich der Hexen- und Zaubereiprozesse von Bremen und der Stadt Oldenburg mit Hilfe einer Rechtsbelehrung von 1545.

4.1. Rechtsbelehrung von dem Rat der Stadt Bremen an den Rat der Stadt Oldenburg von 1545.

4.2. Analyse der Rechtsbelehrung von 1545 unter dem Aspekt des Vergleiches der Rechtspraktiken in Hexen -und Zaubereifällen der Städte Bremen und Oldenburg.

5. Zusammenfassung der Analyseergebnisse und Resümee.

6. Literaturverzeichnis.

1. Einleitung.

<1>

„Hu ! Da fing sie an zu heulen, ganz grauselich; aber Gretel lief fort, und die gottlose Hexe mußte elendiglich verbrennen.“ [1] In diesem alten Märchen, welches die Gebrüder Grimm im 19. Jahrhundert aufsammelten und veröffentlichten, wird die Hexe in ihrer vollkommenen und sagenhaften Gestalt dargestellt, die auch heute noch in der Vielzahl der Köpfe der deutschen Bevölkerung herumgeistert. Hässlich, mit Warzen bestückt und hungrig auf Kinder, das sind die Synonyme mit denen im Allgemeinen eine Hexe beschrieben wird. Viele Menschen glauben, dass die Vorstellung und die Angst vor der Hexe in das finstere Mittelalter gehören und heute keine Bedeutung mehr haben. Doch ist die Furcht vor der Hexe keineswegs ausgestorben. Während in afrikanischen Gebieten noch wahre Hexenjagden veranstalten werden, zeigt sich, dass in dem aufgeklärten Europa der Hexenglaube ganz und gar nicht verloren gegangen ist. In einer Meinungsumfrage von 1973 [2] lag der Anteil der an Hexen glaubenden Deutschen bei ca. 11 %. Bei einer 1986 durchgeführten Umfrage durch das Forsa Institut hielten 23 % der Deutschen das Anwünschen von Krankheiten für möglich und immerhin 13 % die Hexerei und 21 % den Krankheitszauber für denkbar. [3] In Übereinstimmung mit der hässlichen Hexe in Grimms Märchen, stellen sich die deutschen Befragten die Hexe eher als alt, auf dem Land lebend und mit geringer Bildung und niedriger gesellschaftlicher Position ausgestattet vor. [4] Aber nicht nur in Umfragen lässt sich eine konkrete Vorstellung von Hexerei nachweisen. In den letzten Jahren ist es zu einem regelrechten „Hexen-Boom“ in Deutschland gekommen. Bücher wie Harry Potter oder Fernsehserien wie „Charmed – Zauberhafte Hexen“ liefern noch ein recht freundliches Bild von dem Zauberer oder der Hexe. Auf eine regelrechte perverse Spitze wurde die Angst vor der Hexe in dem überaus erfolgreichen Hollywood-Streifen „Blairwitch Project“ [5] getrieben. Diese real vorgeführte Angst in „Blairwitch Project“ lässt zumindest erahnen, welche Vorstellungen die Menschen in der Frühen Neuzeit getrieben haben könnten, Frauen, Männer und auch Kinder der Hexerei zu bezichtigen, damit die Gerichte ihre Todesurteile verhängen konnten.

<2>

Auch in der Hansestadt Bremen ist der Glaube an die Hexe immer noch nicht verloren gegangen. Gerade ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen kann man häufig beobachten, wie sie am Domshof auf den Stein der Gesche Gottfried spucken. [6] Obwohl Gesche keinesfalls als Hexe verurteilt wurde, sondern als überführte Giftmörderin, gilt sie in der bremischen Bevölkerung als üble Zauberin, der man sein Missfallen durch das Spucken kenntlich macht. Der Stein übrigens weist die Stelle auf an der Gesche den Feuertod starb.

Dieser Fall und auch andere kleinere Geschichten, die ich während meiner Kindheit von Verwandten hörte, veranlassten mich, mir die Hexenverfolgung und -verbrennung in Bremen genauer zu betrachten. Während meiner Untersuchungen zu den Hexen- und Zaubereiprozessen in Bremen stieß ich auf eine Rechtsbelehrung, die der Bremer Rat an den Rat von Oldenburg verschickt hatte und dem Rat von Oldenburg darin Anweisungen erteilte, wie mit Frauen, die der Zauberei bezichtigt wurden, umzugehen sei. Es stellte sich mir die Frage, warum Oldenburg sich überhaupt an Bremen wandte, um diese Information zu erhalten und in welcher Beziehung beide Städte miteinander verbunden waren, so dass ich mich entschloss beide Städte in Bezug auf ihre Hexenprozessaktivitäten zu untersuchen und miteinander zu vergleichen.

Im Folgenden soll zunächst ein kurzer Überblick über die Entstehung des Hexenbegriffes und die Entwicklung des Hexenprozesses, die Höhepunkte im 16. bis 18. Jahrhundert und das Ende bzw. die Gegner dieses Verfolgungswahns dargestellt werden. Ein Überblick über die aktuelle Forschungsliteratur und Quellenlage in Bremen und Oldenburg wird die Einleitung abschließen. Im zweiten Kapitel erfolgt die Untersuchung der Stadt Bremen von der ersten Ketzerbewegung bis zum Ende der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert.

Immer wieder stellt sich bei der Untersuchung von Hexenprozessen und ihren Folgen die Frage nach der Ursache für das recht plötzliche Interesse an der Verfolgung von Verdächtigen der Zauberei. Zwei Ansätze werden dabei häufig besonders betrachtet und analysiert, nämlich die juristische Grundlage und die Konfession der einzelnen Regionen und ihrer Gerichtsherren und Gerichtsdiener. Diese beiden Komponenten werden in Kapitel 2.3. und 2.4. für Bremen und in Kapitel 3.2. für Oldenburg genauer dargestellt. Die allgemeinen Hexenprozessaktivitäten der Residenzstadt Oldenburg werden in Kapitel 3 mit Beispielen veranschaulicht.

Im vierten Kapitel wird die Rechtsbelehrung unter Heranziehung der bisherigen Untersuchungsergebnisse analysiert, während das letzte Kapitel eine Zusammenfassung der bisherigen Analyseergebnisse und ein Fazit beinhaltet.

<3>

Da nicht alle Prozesse, die in Bremen und auch anderswo stattgefunden haben als Hexenprozesse bezeichnet werden können, soll im Folgenden unter Zauberern und Zauberinnen nur jene Menschen verstanden werden, die sich der einfachen volkstümlichen Zauberei mit Beschwörung, Kräutern, Steinen, Knochen usw. verschrieben haben. Wenn allerdings Teufelspakte, Luftfahrten, Hexensabbate und Teufelsbuhlschaften in den Quellen Erwähnung finden, soll von Hexen gesprochen werden. Magier sind Forscher, die wissenschaftlich mit der magia naturalis umgehen oder auch ihr Gedankengut aus magischen Büchern mit „wissenschaftlichen“ Anspruch entnehmen. [7] Ebenso hat die Hexenforschung Einzelprozesse, so genannten small panic trails, mit 4-19 Opfern unterschieden von größeren Hexenverfolgungen mit zwanzig und mehr Opfern, den large-scale witch-hunts [8], so dass diese Definition hier ebenfalls Anwendung findet.

1.1. Die Entstehung des Hexenbegriffes und die Entwicklung vom Ketzer- zum Hexenprozess.

Fragt man einen durchschnittlichen Bürger nach dem Ursprung des Hexenbegriffes, bzw. der Zauberei, wird häufig das Hochmittelalter, meist das 13. und 14. Jahrhundert, genannt. Doch der Glaube an die Hexe, bzw. in erster Linie an die Zauberei und seiner schädigenden Wirkung ist weit aus älter. Prähistoriker legen bei einer Reihe von Artefakten, Felsbildern und Höhlenmalereien magisch-religiöse Bezüge nahe. Jedoch erst mit dem Beginn der Schriftlichkeit kann eine gesicherte Aussage über die ersten Erscheinungen von Zauber- oder Dämonenglauben gemacht werden. So lässt sich feststellen, dass Beschwörungen und Texte zur Hexenabwehr zu den ältesten überlieferten Stoffen der Menschheit gehören. [9]

<4>

Im Zwölftafelgesetz (450 v. Chr.), der ältesten römisch-rechtlichen Strafbestimmung, finden sich Verbote von Schadenzauber und Zauberflüchen [10], wobei der Begriff Hexe den Römern jedoch weitgehend unbekannt war. Durch die zunehmende Christianisierung wurden die Bestimmungen für den Schadenzauber nach und nach neu geregelt. Aus der Zeit Konstantins des Großen († 337 n. Chr.) waren nach einer kaiserlichen Verordnung Schadenzauber sowie Erweckung sexueller Begierde mit Hilfe von Zauberei mit der Todesstrafe zu ahnden, während jedoch die Anwendung magischer Hilfsmittel als durchaus nützlich angesehen wurde. Kaiser Konstantin II. führte 357 n. Chr. generell die Exekution durch das Schwert für alle zauberischen Praktiken und für Wahrsagerei ein, welche in den Quellen meist allgemein als maleficii bezeichnet werden. [11] Aber auch in den Volksrechten und Rechtssammlungen des Mittelalters finden sich Anordnungen gegen Schadenzauber, meist Ernte oder Saatzauber, die einen Schadensausgleich durch Sühnegeld, und in Fällen der Nichtleistung, den Ausgleich durch den Feuertod vorsahen.

Die Kirche sah im Schadenzauber, den sie für durchaus real hielt, einen Beweis für den Götzendienst der Zauber und Zauberinnen gegenüber dem Teufel. Denn die Verfolgung solcher Menschen erhielt durch Exodus 22,18 „Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen“ [12] gewissermaßen eine göttliche Autorität und Auftrag. Auf dieser Grundlage entwickelte der Heilige Augustin († 430) seine verhängnisvolle Theorie des Teufelspaktes, in welcher der lüsterne Nachtdämon (incubus) den Frauen nachstellt. [13]

<5>

Die Ketzerinquisition, die häufig als prozessrechtliches Fundament für die spätere Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit angenommen wird, erwies sich vor der Einführung des Inquisitionsprozesses durch Papst Innozenz III. († 1216) als recht mühsam. Denn zur Eröffnung eines vor 1215 gängigen Akkusationsprozesses [14] fehlten vielfach die Kläger, die bereit waren gegen solch mächtige Kleriker vorzugehen. Auch die Infamationsprozesse [15], die mehrfach eingesetzt wurden, erwiesen sich zunehmend als ungeeignet. [16] Erst durch den von Papst Innozenz III. geschaffenen Inquisitionsprozess, der seine gemeinrechtliche Sanktion durch das 4. Laterankonzil im Jahre 1215 erhielt, wurde nun die Einleitung des Verfahrens von Amts wegen, also ex officio, angestrebt. Es sollte vor allem als eine Art Disziplinarmaßnahme gegen hochrangige Bischöfe oder Äbte, denen man Amtsmissbrauch, Simonie, Verstoß gegen die Sitten oder eben die Abweichung von der Glaubenslehre, der sog. Häresie oder auch Ketzerei vorwarf, gelten. [17] Bei der Untersuchung, der inquisitio, ging es um die Ergründung der Wahrheit, wobei nun insbesondere die Zeugenbefragung als schwer belastendes Beweismittel zugelassen wurde. Auch konnten die Beschuldigungen nun nicht mehr mit einem Reinigungseid [18] ausgeräumt werden. Dennoch verfügten die Beklagten über weitgehende Verteidigungsmöglichkeiten, wie Bekanntgabe der Anklagepunkte und der Namen der Zeugen oder Zulassungen von Eingaben.

Mit der Bulle Ad extirpanda des Papstes Innozenz IV. († 1245) wurde das Inquisitionsverfahren als Ausnahmeverfahren festgeschrieben. Die Einleitung eines solchen Verfahrens wurde in die Hände bevollmächtigter Inquisitoren gelegt und eine einfache Denunziation war ausreichend und sogar erwünscht, denn mit der Unterlassung einer Anzeige machte man sich selber strafbar. Als Ankläger und auch Zeugen waren alle Personen zugelassen, also auch solche, die in einem normalen Strafverfahren keine Rechtsfähigkeit besaßen, insbesondere Frauen, Kinder, Kriminelle, Ehrlose, Komplizen und Unfreie. Zur Geständniserzwingung galt die Zulassung zur Folter als anerkanntes Mittel. Auch war die Verurteilung des Beklagten auf bloßen Verdacht hin anwendbar und die Verteidigungsmöglichkeiten wurden stark eingeschränkt. So durften die Namen der Zeugen geheim bleiben, Advokaten brauchten nicht zugelassen werden und wenn diese einen Angeklagten hilfreich unterstützten, begaben sie sich in die Gefahr selber in den Verdacht der Ketzerei zu geraten. [19] Die relapsi [20] waren unverzüglich der weltlichen Gerichtsbarkeit zur Exekution zu übergeben. Zusammenfassend oblag die Verfolgung der Ketzer in erster Linie der Kirche, die Prozesse wurden von geistlichen Richtern geführt und nur allein die Vollstreckung des Urteils fiel dem weltlichen Arm zu. [21]

<6>

Der Ketzerbewegung unterstellte man nicht nur den Glaubensabfall, sondern auch magische Praktiken, Teufelsanbetung, Opferung von Neugeborenen und wollüstige Ausschweifungen. In eben diesem Glauben an das Treiben der Ketzersekte liegt die Keimzelle für die spätere Vorstellung des Hexensabbats. [22] Die neuere Forschung hat deutlich gemacht, wie sehr das Judenschemata die Ausbildung des Hexenschemata beeinflusst hat, denn nicht umsonst wurden die Zusammenkünfte der Hexen und auch Ketzer mit dem hebräischen Wort Synagoge oder eben Sabbat bezeichnet. [23] Die Zauberei wurde somit zu einem Sonderfall der Ketzerei, wobei das crimen magiae [24] als crimen exceptum [25] geradezu die Aufmerksamkeit der Ketzerinquisition verlangte. Papst Johannes XXII. († 1334) ordnete in seine Bulle Super illius specula (1326) an, dass Schadenzauber nach den Strafbestimmungen gegen Ketzer zu ahnden sei, so dass es erstmals zu einer großen Verfolgung von Zauberern durch die Inquisition zwischen 1320 und 1350 kam. [26]

In den Jahren zwischen 1430 und 1500 waren neben Inquisitoren auch schon weltliche Gerichte an der Verfolgung von Hexen beteiligt. Die Auswüchse der weltlichen Gerichtsbarkeit in Bezug auf die Hexenprozesse wird besonders in den Ländern deutlich, in denen die Verfolgung des Hexereideliktes ganz in den Händen der kirchlichen Inquisition lag, z.B. in Portugal, Spanien und Italien. Hier kann man gerade bei den neuzeitlichen Inquisitionsbehörden einen bedachtsamen, wenn nicht sogar vorsichtigen Umgang mit dem Hexereidelikt feststellen, so dass z.B. die Folter von der Inquisition nur sehr gemäßigt eingesetzt wurde. Ebenso erhielten viele Verdächtige die Möglichkeit sich mit Hilfe eines Anwaltes zu verteidigen. Dies hatte zur Folge, dass Todesurteile durch die kirchliche Inquisition nur in einer sehr geringfügigen Anzahl verhängt wurden. [27]

1.2. Die Höhepunkte der Hexenverfolgung.

<7>

Für die Entstehung des Begriffes Hexe gilt die Spanne zwischen 1435 und 1500 als entscheidendes Stadium. Hier wurden die Teufels- und Dämonenlehre, der Volksaberglaube, die zauberischen Praktiken und die Vorstellungen vom nächtlichen Flug der Unholde sowie Ketzersabbaten zu einem rechtlichen übertriebenen häretischen Bild verbunden. Es entstanden für den Hexenbegriff fünf Kerndelikte: Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft, Hexenflug, Hexensabbat und Schadenzauber. Gerade in den Hexensabbaten lag auch die große Bedeutung, die der durch Folter erpressten Angaben von Namen vermeintlicher Mittäter in den Prozessen zukam. Denn zur Verschwörung bedurfte es neben dem Teufel weitere Komplizen, welche sich auf dem Hexensabbat trafen. [28]

Das schwytzerdütsche Wort hexerye, das erstmals in einem Verfahren gegen einen Mann Namens Göbler im Jahre 1419 in Luzern in Prozessprotokollen auftaucht, wurde in Deutschland auf das neuere Schwerverbrechen übertragen. [29] Bezeichnend für das 15. Jahrhundert ist dabei, das sämtliche frühen Verfolgungen und auch Papstdekrete sich gegen Männer und Frauen gleichermaßen richteten. [30]

Das neue Medium Buchdruck verlieh dem Glauben an die geheime Hexensekte, deren Mitglieder die christliche Gemeinschaft verließen, Gott abschworen und einen durch Geschlechtsverkehr mit dem Teufel besiegelten Pakt schlossen, zusätzlichen Auftrieb und sorgte für die weite Verbreitung. Aber nicht nur gedruckte Dämonenliteratur in Buchformat erlebte einen wahren Boom, sondern auch Einblattdrucke und Flugschriften sorgten für eine breite Zirkulation des Hexereiglaubens, so dass gerade Hexendarstellungen einen riesigen Absatz erzielten. Der „Malleus Mallificarum“, der Hexenhammer, war dabei das erfolgreichste Druckerzeugnis. Heinrich Kramer, genannt Institoris, verfasste diesen zusammen mit Jakob Sprenger als Kommentar zur Bulle Summus desiderantes affectibus (1484) des Papstes Innozenz VIII. (†1492) [31], den Kramer 1480 in Rom besuchte und eben diese Bulle von ihm erwirkte. [32] Hier wurde nun die Notwendigkeit der Hexeninquisition im Deutschen Reich autorisiert und Kramer zum päpstlichen Beauftragten ernannt. Kramer empfahl der weltlichen Gerichtsbarkeit dringend sich mit dem Verbrechen der Hexerei zu beschäftigen, dabei erschien ihm die Einleitung eines Verfahrens von Amts wegen aufgrund einer Denunziation als Erfolg versprechend. [33] Der Bischof von Brixen, Georg Golser (†1489) hielt Kramer allerdings für nicht ganz zurechnungsfähig [34] und bezeichnete ihn des hohen Alters wegen als „ganz kindisch“ geworden. Golser suspendierte Kramer und forderte ihn auf die Diözese zu verlassen. Die verdächtigen Frauen, welche zuvor durch Kramers Hetze gefänglich eingezogen wurden, ließ man umgehend frei und so ist für die Regierung der Grafschaft Tirol nie wieder eine Hexenverfolgung protokolliert. [35]

<8>

Ein weiteres ausgesprochenes wichtiges Medium war die Predigt. So wurden z.B. frühe Hexenhinrichtungen in Todi und Rom nach 1425 durch gezielte Predigtkampagnen Bernhardins von Sienna ausgelöst. [36] Das Verfolgungsbegehren kam häufig von der unteren Bevölkerungsschicht und jene wurden nun in diesem Glauben durch die Predigten ihrer Pfarrer und Pastoren gefestigt. [37]

Doch gab es schon zu Beginn der Hexenverfolgung durchaus Gegner dieser Prozessart. So lehnten etwa der Arzt und Philosoph Agrippa von Nettersheim (†1535) und der Humanist Erasmus von Rotterdam (†1536) den Glauben an Hexerei strickt ab. [38] Erasmus von Rotterdam zeichnet in seinem „Lob der Narrheit“ bis ins kleinste Detail das Portrait eines Inquisitors, der hinter allem was er nicht versteht, den Teufel wittert und sämtliche Widersprüche mit Hilfe des Scheiterhaufens erledigen will. [39]

Die „Constituto Criminalis Carolina“, die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V., schlug eine andere Richtung ein. In diesem wichtigsten deutschen Strafgesetzbuch wurde im Artikel 109 festgelegt, dass nur bei erwiesenem Schadenzauber die Verurteilung auf dem Scheiterhaufen erfolgen durfte. Dies sollte entweder durch die Bestätigung zweier Tatzeugen oder eines glaubwürdigen Geständnisses erfolgen, welches man auch mit Hilfe der Folter erreichte. Die Carolina spricht zwar immer wieder von der Wichtigkeit eines gerechten und vernünftigen Richters, welcher die Anwendung der Folter vernünftig einsetzen sollte, ihrer tatsächlichen Ausführung war aber keine Grenzen gesetzt. [40]

<9>

Die in den Geständnissen gelieferten Wetter- und Schadenzauber gaben eine schlüssige Erklärung für die real existierende Krisen- bzw. Notzeit, welche die Bevölkerung gerade im 15. Jahrhundert durch Klimaverschlechterung wie Missernten, Wetterkatastrophen und die daraus resultierende Teuerung, Unternährung, Seuchen sowie Vieh- und Menschensterben, erlebten. [41] Gerade die kleine Eiszeit bedingte langfristige Preissteigerungen, so dass in vielen Regionen wie z.B. in Bayern, Kurtrier und Schleswig-Holstein Perioden der extremen Teuerung mit Perioden der extremen Hexenverfolgung zusammenfielen. Dennoch ist ein einfacher und unmittelbarer Zusammenhang zwischen Krisenphänomenen und Hexenverfolgungen nicht unweigerlich zu ziehen, denn vielmehr ist ein latentes Klima aus Angst, Missgunst, Neid, Habgier und Existenzangst als Grund für die Verfolgungen anzunehmen. [42] Wie schon ausgeführt, ging die Initiative von Hexenverfolgungen in der Regel von der Bevölkerung aus, die nunmehr durch Krisen und Anti-Hexen-Propaganda sensibilisiert war. Sie sorgte für die Denunziationen und Zeugnisse, welche für das Hexenverfahren als belastende Aussage gegen die angeblichen Malefikanten notwendig waren. [43]

Für weite Teile des Deutschen Reiches und für das Herzogtum Luxemburg sind so genannte Hexenausschüsse belegt, welche als von den Gemeinden berufende Gremien den expliziten Auftrag erhielten, gegen verdächtige Personen Indizien und belastenden Material zu sammeln. So kam es z.B. in Schleswig-Holstein zu regelrechten „Bürgervereinigungen“. Allerdings konnten Serien von Hexenprozessen nur dann in Gang gebracht werden, wenn die jeweilige Obrigkeit bereit war, ihren Justizapparat in den Dienst der Verfolgung zu stellen. Denn dort, wo die Obrigkeiten die Verfolgungswünsche der Bevölkerung konsequent unterdrückten, fanden wie z.B. in Kurpfalz auch keine Hexenprozesse statt.

<10>

Eine weitere wichtige Rolle spielten die juristischen Fakultäten der Universitäten, an denen ganze Generationen von Juristen und Rechtsgelehrten, die als Gutachter, Schöffen und Richter späterer Hexenverfahren agierten, ausgebildet wurden. [44] Denn gerade diese unzähligen Gerichtspersonen, Gutachter, Kommissare und Notare erlangten durch ihre Beschäftigung in den Hexenprozessen oft eine bemerkenswerte soziale Machtstellung, welche auch mit finanziellen Vorteilen verknüpft waren. [45] Mit der Führung von Hexenprozessen konnte man tatsächlich Prestige erwerben, den sozialen Status steigern, die Karriere begünstigen und nicht zuletzt Profit erwirtschaften. [46] Nicht umsonst wurde von manch wohlhabenden Angeklagten der Vorwurf erhoben, man habe ihn oder sie ganz bewusst als nächstes Opfer ausgewählt, um mit seinem oder ihrem Geld die noch ausstehenden Kosten der weniger erträglichen Prozesse zu decken. Die Praxis solcher Amortisierungsgeschäfte hing mit der Prozessfinanzierung zusammen. Nach den Vorschriften des akkusatorischen Verfahrens mussten der oder die Privatkläger die Aufstellung der Anklageschrift, die Beibringung der Zeugen und die Indizien, wie Besagung und Denunziation vorfinanzieren. Diese Auslagen wurden entweder über die Prozesskostenrechnung erstattet oder eben aus dem konfiszierten Gut der verurteilten „Hexe“ eingezogen. Unbeglichene Ausgaben, vor allem bei ärmeren Hingerichteten, wurden kurzerhand den wohlhabenden Angeklagten auf die Rechnung geschrieben. [47]

Immer wieder wird von „Laienhistorikern“ im Zusammenhang mit den verurteilten Frauen, die These aufgestellt, dass gerade Hebammen und heilkundige Frauen, die am stärksten verfolgte Gruppierung waren. Gerade die Thesen der Bremer Soziologen Gunnar Heinsohn und Otto Steiger in ihrem Buch „Die Vernichtung der weisen Frauen. Hexenverfolgung, Kinderwelten, Menschenkontrollen, Bevölkerungswissenschaft...“ aus dem Jahre 1985 belasten die notwendigen und sinnvollen Dialoge zwischen wissenschaftlicher Forschung und einem an den Themen Hexen und Hexenwahn, Magie und Volksmedizin tief interessiertem Publikum. Heinsohn und Steiger fordern einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Hexenverfolgung und dem Wissen um die Möglichkeiten der Praktiken zur Geburtenkontrolle durch Empfängnisverhütung und Abtreibung. Doch so ganz lässt sich diese These nicht halten, da Hebammen unter den Prozessopfern nur in minimaler Zahl vertreten sind. [48] Von den rund 60.000 verurteilten Menschen waren gerade mal ca. 200 Frauen von Beruf Hebammen. Es sind sogar Prozessprotokolle erhalten, in denen Hebammen als Sachverständige beteiligt waren. [49] Kölner Prozessakten belegen eindeutig, dass in schweren Krisensituationen und Unglücksfälle, wie der Tod oder die ernsthafte Erkrankung eines Neugeborenen, den Hebammen nicht als Kunstfehler sondern als Schadenzauber ausgelegt wurden. Dadurch wurden sie zu Hexen und nicht wegen der Verbreitung des Wissens über die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung bzw. der Abtreibung. [50]

<11>

Wie auch bei der weit verbreiteten These über verurteilte Hexen, die vornehmlich als Hebammen tätig waren, wird auch heute noch vielfach von Millionen von Opfern der Hexenverfolgung gesprochen. Doch gehen vorsichtige Schätzungen inzwischen von etwa 60.000 Hinrichtungen aus, wobei das Zentrum aber nach wie vor im Deutschen Reich gelegen haben wird. [51] Zum Vergleich wurden in ganz Skandinavien nur ca. 2.000 Menschen zum Tode aufgrund der Hexerei verurteilt. Davon waren es in Schweden 300, Finnland 115, Norwegen 350 und in Dänemark immerhin 1.000 Menschen. [52] Ebenso ist der zeitliche Höhepunkt der Hexenverfolgung nicht, wie häufig angenommen, im Mittelalter, bzw. im 13. und 14. Jahrhundert anzusetzen. Die massenhafte Verfolgung beginnt etwa 1560, im Zusammenhang mit schweren Krisenphänomenen, Klimaverschlechterungen und Teuerungen, und reicht bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. [53]

1.3. Die ersten Stimmen gegen die Hexenprozesse und das Ende der Hexenverfolgung.

<12>

Im Laufe der Frühen Neuzeit wurden die Stimmen gegen die Hexenprozesse immer lauter und vielfältiger. Nach Johann Lindens († nach 1627) Meinung waren Hexenprozesse entweder aus hysterischer Angst oder aber aus pragmatisch eigennützigem Interesse geführt worden. So stellte er fest, dass die kurfürstlichen Beamten, die Amtleute, Richter, Notare und Henker aus purer Geldgier und Renommiersucht dem Druck von unten - von der Bevölkerung - nachgaben und sich aus dem Besitz der Hingerichteten die Taschen gefüllt haben. Cornelius Loos (†1596) bemerkte zynisch, dass auf der Folterbank das Blut unschuldiger Menschen vergossen und durch „Alchemie“ aus Menschenblut Gold und Silber gemacht worden sei. [54]

Getrieben vom Mitleid für die Opfer und Wut auf die brutalen Verfolger erschien 1585 mit den „Christlich Bedenken von Zauberey“ des Heidelbergers Professors Hermann Witekind (†1603) eine frontale Kritik an der Verfolgung, gepaart mit der originellen Idee, dass Menschen, die sich selber für Hexen hielten, nicht Strafe, sondern Liebe und Zuneigung benötigten, um ihre Geisteskrankheit überwinden zu können. In dem „Gründlichen Bericht von Zauberey“ des calvinistischen Pfarrers Anton Praetorius (†1625) fand diese Argumentation eine Fortsetzung. [55]

Der Jesuit Friedrich von Spee verfasste unter großen Anfeindungen seine berühmte „Cautio Criminalis“, welche im Jahre 1631 zunächst anonym erschien. Unter der scheinbaren Prämisse, dass es Hexen gäbe, unterzog er den Hexenprozess einer so radikalen Kritik, die selbst hartgesottene Zeitgenossen beeindruckte. [56]

Mit der Professionalisierung und Säkularisierung der gebildeten Elite wurden größere Hexenverfolgungen zum unerwünschten Störfaktor, ja sogar zum Skandal. [57] Doch erst die letzte legale Hexenhinrichtung, die zum Entsetzen der protestantischen Öffentlichkeit in dem reformierten Schweizer Kanton Glarus durchgeführt wurde, rief 1782 europaweit Empörung hervor. [58] Die erregte öffentliche Debatte um den „Justizmord“ an Anna Göldin zog einen endgültigen Schlussstrich unter die Hexenprozesse im deutschsprachigen Raum. 1787 enthielt das Strafrecht des Kaisers Joseph II. keine Artikel mehr über die Zauberei. Die Französischen crimes imaginaires wurden erst nach der Französischen Revolution, 1791, endgültig aus den Rechtsbestimmungen gestrichen. Zusammenfassend dürften in den meisten Ländern im Zuge der generellen Strafrechtsreform die Magiedelikte um 1800 beseitigt worden sein. [59]

Langfristig gesehen trugen aber auch stabilere wirtschaftliche, politische und soziale Verhältnisse sowie bessere Bildung, medizinische Versorgung und staatliche Amtfürsorge dazu bei, nicht unbedingt den Hexenglauben, aber doch die konkret gegen den Nachbarn gerichtete Furcht vor der Verhexung und Schadenzauber den Nährboden zu entziehen. [60]

1.4. Forschungsliteratur und Quellen.

<13>

Hexenprozesse sind erstmals im 19. Jahrhundert zum Thema in der deutschen Geschichtswissenschaft geworden. So legte Eberhard David Hauber im 18. Jahrhundert (1738-1741) unter dem Titel "Bibliotheca Acta et Scripta Magica" eine mehr oder weniger brauchbare Sammlung von Aktenstücken und älteren Schriften an und Georg Conrad Horst veröffentlichte zwischen 1821 und 1826 seine „Zauberbibliothek“. Eine Art kommentierte Teilübersetzung des Hexenhammers lieferte Johann Moritz Schwager 1784 (Nachdruck 1970) unter dem Titel „Versuch einer Geschichte der Hexenprozesse“. Wilhelm G. Soldan publizierte 1843 die erste wirkliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Hexenverfolgung unter dem Titel „Geschichte des Hexenprozesses“. Überarbeitet wurde diese Ausgabe 1879 von seinem Schwiegersohn Heinrich Heppe und 1911 ein weiteres Mal von Max Bauer, so dass bis 1972 der so genannte Soldan-Heppe-Bauer stets neu aufgelegt wurde. [61]

Zweierlei Arten von Untersuchungen waren bis in die 80er des 20. Jahrhunderts populär. Zum einem die juristischen Untersuchungen, deren Interesse sich auf den Verfahrensablauf richten und zum anderen jene die den Charakter von Aktenpublikationen tragen. Diese doch zahlreichen Aufsätze dieser Art zielen meist auf einen engen geographischen Bereich ab, einem Gerichtsbezirk oder einem Kirchenspiel. [62]

<14>

1987 wurde die Arbeitsgemeinschaft „Hexenprozesse im Trierer Land und in Luxemburg“ [63] gegründet, welche interessante und ebenso neue Erkenntnisse zu der Hexenverfolgung liefert. Ein weiteres großes Projekt ist der 2001 gegründete „Arbeitskreis für Norddeutsche Hexenforschung“ [64]. Gründungsmitglied Karin Moeller hat mit ihren Veröffentlichung zu den mecklenburgischen Hexenprozessen gewisse langfristige Meinungen, wie z.B. dass in protestantischen Gegenden weniger Prozesse vorkamen als in katholischen, stark revidiert.

Dennoch ist auffällig, dass gerade die alten Schriften wie die von Soldan-Heppe-Bauer und Joseph Hansen immer wieder zu Untersuchungszwecken herangezogen werden. Problematisch ist dies allerdings im Hinblick auf die in den letzten Jahren stark erneuerten Forschungsergebnisse. So kursieren nicht zuletzt wegen dieser alten Veröffentlichungen noch immer die Gerüchte, dass Millionen von Menschen während der Hexenprozesse ums Leben kamen, gerade Hebammen und heilkundige Frauen im Visier der Verfolger lagen und die größte Verfolgungswelle im Hochmittelalter lag.

Dabei sind jüngere Veröffentlichungen in den letzten Jahren sehr zahlreich erschienen und bieten einen guten Überblick mit eben den neusten Forschungsergebnissen. Ganz besonders ist dabei Wolfgang Behringer zu empfehlen, der in größeren und auch kleineren Schriften die neue Forschung tatkräftig unterstützt.

2002 fand im Deutschen Historischen Museum eine Ausstellung mit dem Titel „Hexenwahn - Ängste der Frühen Neuzeit“ statt. Diese Ausstellung fasste die Forschungsergebnisse der letzten Jahre explizit zusammen und bot dem Zuschauer einen umfassenden Überblick zu den einzelnen Themen. Der dazugehörende Ausstellungskatalog, bzw. Museumsband ist im Buchhandel erhältlich und enthält Aufsätze von renommierten Hexenforschern.

<15>

Für die Bremer Hexenprozesse gibt es bisher nur eine ausführliche Darstellung [65], nämlich von Herbert Schwarzwälder, der einen umfassenden Überblick 1959 und 1961 in den Bremer Jahrbüchern Band 46 und 47 veröffentlichte. Ein Jahre zuvor hatte er ebenfalls einen Aufsatz zu den Zauberformen der Bremer Hexen in „Heimat und Volkskunde“ Jahrgang 1958 publiziert. Seine ausführliche Bearbeitung der Quellen, die er vollständig erfasste, zeigt allerdings gewisse Defizite. So wird zwar eine insgesamt umfangreiche Zusammenfassung über die Hexenprozesse gegeben, die Umstände, wie Krisen, Notsituationen, Konfessionskämpfe und städtische Umgebung werden dabei kaum berücksichtigt. Einzig Ergebnisse wie z.B., dass in Bremen die Konfession kaum ausschlaggebend für eine Hexenverfolgung war, werden angegeben, aber kaum begründet. Dennoch bleibt für die Betrachtung der Bremer Hexenprozesse die Ausarbeitungen Herbert Schwarzwälders unverzichtbar. In seiner Einleitung zu „Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen. Erster Teil“ von 1959 stellt er die Quellenlage der Bremer Hexenprozesse dar, welche sich in erster Linie in den so genannten Nequamsbüchern befinden. Dabei stellt er fest, dass es als einigermaßen gesichert gelten kann, dass es keinen Prozess in Bremen gibt, der noch in unbekannten Quellen verborgen sein könnte. [66] Unter Nequamsbücher [67] oder auch Schwarze oder Malefizbücher verstand man in Bremen eine seit dem 16. Jahrhundert angelegte Sammlung von Aufzeichnungen über Kriminalfälle, wie sie in vielen deutschen Städten seit derselben Zeit oder später vorgenommen wurde. Allerdings wurden diese in den anderen Städten nicht Nequamsbücher genannt und so lässt sich diese Bezeichnung nur noch einmal für Soest nachweisen. [68] Es gingen unter diesem Namen in Bremen seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch die eigentlichen Protokollbücher des Judicii Criminalis ein. [69] Seit 1976 befinden sich die Nequamsbücher vollständig im Bremer Staatsarchiv unter den Siegeln 2.D.16.b.2. Bänder 2-7. Wie H. Hertzberg in seiner Veröffentlichung „Das älteste bremische Nequamsbuch und seine Fortsetzungen“ feststellte, erfassen diese aber nicht vollständig den gesamten Zeitraum vom 14. Jahrhundert bis 1809 [70], sondern weisen gerade im 16. Jahrhundert starke Lücken auf. So sind wir für die Zeit zwischen 1421 bzw. 1440 bis 1570 und ab 1611 aufgrund von Kriegsverlusten des Bremer Staatsarchivs auf die gekürzten und in hochdeutsche Sprache übertragenden Sammlungen Stövers und Hermann Post von 1699 und aus dem 18. Jahrhundert angewiesen. Leider geben diese die Vorlage häufig nicht vollständig wieder, was sich vor allem im Vergleich mit den noch erhaltenen Gerichtsprotokollen von Zaubereiprozessen nachweisen lässt. Jene Gerichtsprotokolle sind im Originaltext nur für den Zeitraum zwischen 1570 und 1611 vorhanden. [71] Für die Zeit zwischen 1534 bis 1549, 1552 bis 1554 und 1556 bis 1568 lassen sich die Lücken im Nequamsbuch nicht mehr schließen. [72] Die erhaltenen Gerichtsakten beinhalten häufig nur die vom Kämmerer im Gefängnis aufgenommenen Urgichten [73], die gelegentlich bei der Verhandlung vor dem Rat verbessert und dann von dem Actuariis [74] in Reinschrift übertragen wurden. [75] Weitere lose Gerichtsakten finden sich noch für die Jahre 1596-97, 1603 und 1751, welche mittlerweile ebenfalls in den Nequamsbüchern im Bremer Staatsarchiv einsehbar sind. [76]

<16>

Doch nicht nur die Gerichtsprotokolle gelten als Quellen für die Bremer Hexenprozesse, sondern auch weitere Schriften wie 1583 Johann Ewichs Buch „Von der Hexen, die man gemeiniglich Zauberin nennet, oder auff niedersächsisch Toverschen ...“, 1603 das veröffentlichte Edikt des Erzbischofs Johann Friedrich und die 1647 in Bremen gedruckte Übertragung der „Cautio Criminalis“ Friedrich von Spees. [77] Ein ebenso interessantes wie auch wichtiges Dokument ist ein Brief des Johannes Molanus, dem Rektor der Bremer Lateinschule an Johann Weyer, aus dem Jahre 1566. Hier liefert uns Molanus die Sichtweise eines hochrangigen Bürgers zu den Hexenprozessen.

Die für diese Arbeit entscheidende Quelle ist die Rechtsbelehrung des Bremer Rates an den Oldenburger Rat, 1545, die vor allem über die Zulassung erfolterter Geständnisse als Beweismittel aufklärt. [78]

Für Oldenburg findet sich leider überhaupt keine Darstellung zu Hexenprozessen, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass hier ausgesprochen wenige Prozesse stattgefunden haben. Einzig vier Quellen lassen auf einige wenige Prozesse schließen. So befinden sich im Oldenburger Urkundenbuch eine Urgicht von 1497 und zwei Rechtsbelehrungen von 1534 und 1545 aus Bremen, die sich mit dem Thema Zauberei beschäftigen. Im Niedersächsischen Staatsarchiv in Oldenburg ist ebenfalls noch ein Protokoll unter dem Siegel Best. 262, 1.E.DA Nr.2 zu finden, welches die Zeugenaussagen zu einem Zaubereiprozess gegen Katharina Deters aus dem Jahre 1589 beinhaltet. Weitere Quellen finden sich für das oldenburgische Herrschaftsgebiet wie Delmenhorst seit 1542, Varel von 1577 bis 1647 und Harpstedt.

2. Hexen- und Zaubereiprozesse in Bremen während des 16. und 17. Jahrhunderts.

2.1. Hexenverfolgung in Norddeutschland.

<17>

Im Norddeutschen Sprachgebiet ist der Begriff Hexe nahezu unbekannt. Hier waren die Toverschen (oder. Toewerschen), wie sie im Niederdeutschen nach dem Topf, in dem sie ihre Schadensgifte brauen, die gebräuchliche Bezeichnung. Denn gerade der Giftzauber oder allgemein der Schadenzauber war in Norddeutschland mit seinen Getreideanbaugebieten das vorherrschende Delikt, im Gegenteil zu Süddeutschland, wo die Unwetterzauber vielfach belegt sind. [79]

Im Gegensatz zu der noch häufig angenommenen These, dass in Norddeutschland verhältnismäßig wenige Hexen, bzw. Toversche, verbrannt worden sind, zeigen die Forschungsergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern das genaue Gegenteil. In diesem bevölkerungsarmen Landgebiet lassen sich insgesamt 4.000 Prozesse nachweisen, bei denen fast 2.000 Menschen zu Tode kamen. Erstaunlich ist dabei, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern diese Verfolgungsintensität fast isoliert entwickelte, welche sich deutlich von der Verfolgung in den benachbarten Territorien abhebt. [80]

Für die beiden Landesteile Schleswig und Holstein können im Zeitraum von 1530 bis 1735 etwa 846 Hexenprozesse ausgemacht werden, [81] eine für den restlichen Norddeutschen Bereich doch relativ hohe Anzahl.

Anders sieht dies in den großen Hansestädten wie Hamburg mit 50, Lübeck mit 47, Wismar mit 39, Rostock mit 107 und Stralsund mit 31 Hexenprozessen aus. Die Gründe liegen möglicherweise in dem Desinteresse der Ratseliten an einer umfangreichen Verfolgung. Denn eine Ausdehnung der Verfolgung auf die breite bürgerliche Schicht hätte unter Umständen nicht nur den sozialen Frieden der Städte belastet, sondern die wirtschaftliche wie rechtliche Balance der Städte gefährden können. So versuchte man auch in der Folter erpresste Benennungen von anderen vermeintlichen Hexen weitgehend geheim zu halten, um eine hysterische Steigerung von Anschuldigungen zu verhindern. [82] Witwen, Bettlerinnen und Vaganten zählten dabei zu den Hauptgruppen der Angeklagten.

<18>

Betrachtet man sich die Protokolle zu Hexenprozessen in Niedersachsen wird deutlich, dass ein Großteil nicht von den zuständigen Gerichten, sondern von den umliegenden Juristenfakultäten, welche in Niedersachsen vornehmlich die Universitäten in Helmstedt und Rinteln waren, entschieden worden sind. Denn die Praxis im 16. und 17. Jahrhundert lief in der Regel darauf hinaus, die Akten an eine Fakultät zu schicken und sich das fertige Urteil geben zu lassen. [83] Die Blütezeit der Universität von Helmstedt fällt ins 17. Jahrhundert und sie gehört zu den Fakultäten, die sich, neben der Universität von Rinteln, von allen untersuchten Hochschulen der Zeit am meisten mit Hexenprozessen beschäftigte. [84] Während das Rintelner Universitätsarchiv verloren gegangen ist, bewahrt das Archiv in Wolfenbüttel den vollen Quellenbestand zur Spruchtätigkeit der Universität Helmstedt auf. [85] So verfassten die Helmstedter Juristen 423 Gutachten zu Hexenprozessen, die 562 Entscheidungen beinhalteten. [86] Die Entscheidungen betrafen in der Regel drei große Komplexe: Bestrafung, Ermittlung, Entlassung [87] und boten den Universitäten bei 2 Talern pro studio et labore eine hervorragende Einnahmequelle. [88]

Die Hauptbezieher dieser Gutachten waren zunächst einmal die unmittelbar benachbarten Gebiete, mit Städten wie Braunschweig, Wolfenbüttel, Halberstadt und der braunschweigisch-wolfenbüttelschen Exklave Calvörde. Ebenso konzentrierten sich die Gutachten im Raum zwischen Leine und Weser mit den Schwerpunkten: Göttingen, Densen, Poppenburg, Calenberg, Hannover, Neustadt am Rübenberge, Rehburg und Petershagen. Weitere Empfänger sind Herford, Altmark und Prignitz sowie die Herrschaft Stavenow. [89]

<19>

Noch in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts laufen im Niedersächsischen Gebiet die meisten Prozesse aus. Einer der möglichen Gründe mag die „Cautio Criminalis“ Friedrich von Spees gewesen sein, die ebenfalls ausschlaggebend für das endgültige schwedische Verbot [90] der Hexenprozesse in Bremen und Verden 1649 war. [91] Eine, in der Literatur immer wieder erwähnte Ansicht, dass die Prozesse durch die Aufklärung, d.h. in erster Linie durch die Schriften des Christian Thomasius, beseitigt wurden, trifft somit im niedersächsischen Gebiet nicht zu, da zu diesem Zeitpunkt die Hexenprozesse in entscheidendem Maße verschwunden waren. Dies wird auch an den Juristenfakultäten deutlich, bei denen sich der Inhalt der Gutachten ändert und sich ihre Anzahl reduziert. [92]

Insgesamt ist zu vermerken, dass das von Konfessionskämpfen wenig berührte Niedersachsen eine sehr viel geringere Zahl von Hexenprozessen aufweist, als die westfälischen [93] und eben auch die mecklenburgischen Gebiete.

2.2. Hexenverfolgung in Bremen während des 16. und 17. Jahrhunderts.

2.2.1. Die Vorstellung von der Zauberei und die erste Ketzerverfolgung in Bremen bis 1500.

<20>

Für das mittelalterliche Bremen liefert uns Adam von Bremen eine Reihe von Berichten über den Umgang mit Zauberei, Aberglauben und heidnischen Dämonenkulten. [94] So erfahren wir unter anderem, dass der Erzbischof Adalbert (1043-1072) bei seiner Hofhaltung eine Schar von bezahlten Gauklern, Ärzten, Schauspielern, Schmarotzern, Traumdeutern und auch Schwätzern um sich hatte. [95]

Den wohl größten Einschlag erfuhr das mittelalterliche Bremen bei dem Kreuzzug gegen die Stedinger von 1230 bis 1235. Denn obwohl es sich eigentlich um einen Streit um die politische Macht im Stedinger Land handelte [96], weitete sich dieser in ungeahnte Dimensionen aus. Denn man warf den Stedinger eben nicht nur politischen Widerstand gegen den Erzbischof, sondern auch Ketzerei und Zauberei vor. Man wird annehmen dürfen, dass sich bei den Stedinger Marschbauern noch manches altes heidnisches Brauchtum sehr zum Ärger der Kirche erhalten hatte. Bei strenger Auslegung kann man dies auch als culturum demonum bezeichnen. Besonders beliebt war zu dieser Zeit Zauberei mit Wachsbildern (cerea simulcara faciunt), welche wohl auch die Stedinger betrieben. Dem Erzbischof und der bremischen Provinzialsynode gelang es jedenfalls, 1230, Papst Gregor IX. auf diesen Fall aufmerksam zu machen und ihn zu einem Kreuzzugsaufruf zu veranlassen, wobei eben aus den kleinen Zaubereien der Stedinger Satanswerk und Abfall vom christlichen Glauben, also Ketzerei gemacht wurde. Der Erzbischof brachte 1230 eine Klage wegen kirchlichen Vergehens vor die Provinzialsynode, durch deren Urteil die Stedinger nun endgültig zu Ketzern erklärt und exkommuniziert wurden. [97]

Der Erklärung der Stedinger als Ketzer blieb allerdings vereinzelt in Norddeutschland für das Mittelalter zurück, denn weder die kirchlichen noch die weltlichen Quellen geben Hinweise auf weitere Maßnahmen gegen Ketzerei und Zauberei. [98] Einzig ein Artikel im Bremer Stadtrecht von 1303 enthält Anweisungen zum Umgang mit Zauberern und Zauberinnen. [99]

Straffrei blieb im mittelalterlichen Bremen auch der Heilzauber, der sich bis in die führenden Familien großer Beliebtheit erfreute. Dies zeigt sich mit aller Deutlichkeit im „Arzneybuch“ des Arnold Doneldy von 1382. In diesem werden Anleitungen zu zahlreichen Salben und Pulvern gegen Leiden und Krankheiten gegeben und manch Beschwörungsformel ist ebenso zu finden. Die Art der Rezepte begründen sich aus der Magia naturalis, dem Glauben also, dass gewissen Tieren, Gegenständen und Naturvorgängen Kräfte innewohnen, die bei bestimmter Zusammenstellung und richtiger Verwendung durch einen Kundigen unvorhergesehene und irgendwie wunderbare, in ihrem Wesen aber doch als natürliche angesehene Folgen haben können. [100] Dies erklärt, dass in vielen Wohnungen etwas zu finden war, was man als Hexensalbe und zauberische Materien bezeichnen konnte. [101]

Somit lässt sich für das mittelalterliche Bremen ein recht sorgloser Umgang mit scheinbar magischen Materien erkennen.

2.2.2.     Die ersten Zaubereiprozesse in der Stadt Bremen bis 1550.

<21>

Mit der Verurteilung der Geseke Bruns im Jahre 1503 beginnt nun auch in Bremen die Zeit der Verfolgung von Zauberern und Zauberinnen. Dieser Fall, der nur in den Ratsdenkelbüchern des Daniel von Bürens überliefert ist, endete mit der Verbrennung der Delinquentin auf dem Scheiterhaufen wegen Beschuldigung der Zauberei und möglicherweise auch wegen des Umganges mit dem Teufel oder Dämonen. [102]

Auf geistige Fürbitte durch den päpstlichen Legaten und Kardinal Raimund von Gurk bei seinem Besuch in Bremen wurde die Verbrennungsstrafe für zwei Zauberinnen im Frühjahr des gleichen Jahres aufgehoben und beide entlassen. Dieser Staatsbesuch und der Bericht über die Begnadigung gehört zu den ausführlichst dargestelltesten Berichten von Zeitgenossen. [103]

Die erste berufsmäßige Zauberin wurde 1508 nicht wegen Zauberei verurteilt, sondern wegen Diebstahles gehängt. [104] G. v. Santen übte sich im sogenannten Schatzsuchen mit einem Spiegel, was ihr die Möglichkeit bot, gestohlenes Gut oder Geld wiederzufinden [105] und wofür sie ein Entgelt forderte. Das sie eine geschworene Bürgerin [106] war, scheint für die Urteilsfindung keine Rolle gespielt zu haben und ebenso lässt sich der Schluss ziehen, dass die Wahrsagerei in der Frühzeit der Zauberprozesse noch keine große Bedeutung hatte. Dies ändert sich entscheidend im 17. Jahrhundert, wo die Wahrsagerei mit neuen Gesetzen, bzw. Statuten streng bestraft wurde. [107]

<22>

Der erste in den Nequamsbüchern verzeichnete Prozess wurde 1513 gegen Unke Speckhals aus Oldenburg geführt. Ihr Zauber richtete sich gegen den gerichtlichen Ankläger - vermutlich ein Geistlicher - ihres Sohnes [108], bei dem sie einen so genannten Bann- und Grenzzauber anwandte, indem sie mit einem weißen Stecken verkehrt herum den Kirchhof umwandelte. [109] Zusätzlich wird in den Prozessakten noch erwähnt, dass sie Liebeszauber anwandte [110], wobei sie die Hilfe des Teufels in Anspruch nahm [111], somit kann von einem ersten Teufelspakt gesprochen werden. Wie auch Geseke Bruns wurde sie zum Tode durch den Scheiterhaufen verurteilt.

Im gleichen Jahr findet sich eine Art Sammelprozess, in den insgesamt drei Personen verstrickt sind. J. Jebbelmann [112] wollte sich seiner Frau entledigen, um mit seiner jungen Geliebten die Jungfer Bartke zusammen sein zu können. Dabei wandte er einen Fußspurzauber an, indem er die Fußspuren seiner Frau ausstach und sie in den Rauch hängte, um diese dann mit Nadeln zu durchstechen. [113] Veranlasst wurde die Klage vor dem Rat durch seine „geschädigte“ Ehefrau. Durch die Fürsprache seiner Verwandten, vielleicht auch Bekannten, wurde seine Verbrennungsstrafe zum Tod durch das Schwert gemildert. [114] Seiner Geliebten, die Jungfer Bartke, wurde diese Milde nicht zuteil und sie wurde zum Tod durch verbrennen verurteilt. In ihre Urgicht gab sie zusätzlich an, dass sie einen Liebeszauber [115] anwandte, welchen sie bei Drutke Plumers gelernt hatte. [116] Durch die Denunziation der Jungfer Bartke wurde nun auch Drutke Plumers inquisitorisch behandelt und gestand nun ihrerseits den Tod mehrerer Kinder verursacht [117], Hermann Stoffregen, einen Bürger der Stadt Bremen, durch Zauberei krank und bettlägerig gemacht und verschiedenen Personen das Zaubern gelehrt zu haben. Auch sie wurde wie die Jungfer Bartke lebendig verbrannt. [118] Ob man hier nun von einem echten Sammelprozess mit Besagungen sprechen kann ist nicht eindeutig zu beantworten. Auffällig ist eben nur, dass alle drei Angeklagten in irgendeiner Form miteinander verbunden waren und sich gegenseitig denunzierten. Typisch für die Bremer Gerichtsprechung ist dabei die Tatsache, dass nur Männern die Gnade der Milderung der Todesstrafe vom Feuer zum Schwert zuteil wurde. [119]

<23>

Ebenso 1520 bei Johann Polemann, der wie v. Santen die Schatzsuche mit Spiegeln betrieb [120] und außerdem als Kristallseher sein Geld verdiente. [121] Dadurch, dass er die Zauberei mit Hilfe des Teufels ausübte [122] wurde er als Zauberer aus ungelover [123] zunächst zum Scheiterhaufen verurteilt. [124] Doch auch hier erreichten es die Verwandten oder Bekannten, durch Fürbitte und Stellung eines Bürgens, die Todesstrafe zu mildern und Polemann wurde somit durch das Schwert gerichtet. [125]

Gleichermaßen erstaunlich ist die milde Bestrafung für die geplante, aber eben nicht durchgeführte Bezauberung wie z.B. die Vergiftung in den Fällen von 1515 bei Heinrich Hoysmann [126] und G. Mosemann. Beide kochten einen Saft aus Kräutern und Wurzeln, wurden aber für diesen Gifttrank, da er nicht zur Anwendung kam, nur mit Staupenschlag oder Ohrenabschneiden bestraft. [127] Die gleiche Bestrafung findet sich auch in einem Prozess von 1528 bei einem missglückten Vergiftungsversuch. [128]

<24>

1515 gab es einen Prozess, der sich erstmals, für die Landregion typisch, mit dem so genannten Milchzauber beschäftigte. Severin Fricke zog mit einer Butterkarne vor den Toren Bremens und der Grafschaft Hoya umher und bot einen Gegenzauber gegen Milchzauber an, indem er das Milchen der Kühe zuwege brachte. [129] Bestraft wurde er allerdings nicht wegen der Zauberei, sondern wegen Wahrsagerei und ganz besonders wegen des Tatbestandes des Betruges. Problematisch war zudem sein Zauberbuch [130], in dem ein Milchsegen vorhanden, der aber sehr viel heidnischen, teuflischen und kabbalistischen Inhaltes war. [131]

Ein besonders komisch anmutender Fall findet sich für das Jahr 1533 bei dem Prozess gegen Jochym Dortmann. Dieser hatte zunächst selbst einen Prozess durch Denunziation gegen viele Frauen wegen Zauberei erwirken wollen und war vor dem Rat abgewiesen worden. Er bot nun, denn für eine Klage konnte er wohl keine Kaution stellen, Sicherheitshaft für einen Akkusationsprozess an. Der Rat beschloss aber Dortmann nun selber, wohl aufgrund seines schlechten Leumunds, inquisitorisch zu untersuchen und verurteilte ihn wegen Beziehungen zu einem Geist und Milchzauber [132] zum Tode durch das Schwert. [133] Auch hier war es übrigens die Fürbitte seiner Verwandten, welche die Milderung der Strafe erreichten. Warum der Rat nun plötzlich Dortmann als Verdächtigen einzog bleibt unklar. Möglicherweise fühlte sich der Rat durch Dortmanns aufdringliches Verhalten angegriffen. Denn auch in anderen Angelegenheiten ließ es der Rat in Bremen nicht gerne zu, dass jemand ihm „Inkompetenz“ vorwarf.

Die erste Hexe erscheint in Bremen, wenn auch in etwas unvollkommener Form, 1533. Gebke Rehborgs aus Diepholz wurde wegen Zauberei eingezogen und gestand Zauberei mit Weihwasser [134] und Zauberei mit geweihtem Salz auf Diebesknochen als Diebesnachweis [135], sowie einen Teufelsbund. [136] Ihr Zauberbuch und ihre Zaubermaterialien wurden öffentlich verbrannt, wohl um den schädigen Einfluss dieser Materialien zu entschärfen. [137] Die typischen Zusätze wie Hexensabbat und die dazugehörende Denunziation bzw. Benennung anderer Teilnehmer und damit Hexer und Hexerinnen fehlt in der Urgicht allerdings noch völlig. [138] Dies lässt darauf schließen, dass zwar die Hexe als Dienerin des Teufels in Bremen bekannt war, gewisse Einzelheiten über ihr Treiben hingegen noch nicht.

<25>

In das gleiche Jahr fällt eine weitere Verurteilung eines berufsmäßigen Zauberers. Johann Elers aus Neuenburg in Oldenburg wurde Milchsegen [139] mit anrüchigen Zeremonien zur Last gelegt. Anrüchig war der Milchsegen deswegen, weil Elers nicht die Christlichkeit zur Hilfe anrief, sondern eben den Teufel selbst [140] und mit ihm sogar einen Pakt, jedoch ohne irgendeiner sexuellen Note, einging. [141]

In der Zeit zwischen 1534 und 1550 fehlen jegliche Aufzeichnungen über weitere Prozesse. Dies besagt jedoch nicht, dass mit Gewissheit angenommen werden kann, dass keine weiteren Prozesse stattgefunden haben. Hinweise, wie in einer Rechtsbelehrung von 1545 lassen durchaus den Schluss von weiterer Prozessaktivität zu. [142]

Die starke Vertretung des männlichen Geschlechtes bei den Prozessen wirkt im Vergleich zu anderen Regionen im deutschsprachigen Raum sehr ungewöhnlich. Immerhin wurden von 18 Prozessen, 9 gegen männliche Mitbürger geführt. Bei den Tatbeständen des Jochym Dortmann, 1530, und Johann Polemann, 1520, kam es nicht zu einer Verurteilung wegen Schadenszauber, sondern wegen zauberischen Unglaubens. So wurde Dortmann wegen seiner Beziehung zu einem Geist und Polemann wegen seiner Nachweisungen mit Hilfe des Teufels verurteilt, wobei bei beiden das Urteil vom Feuertod zum Tod durch das Schwert gemildert wurde. [143]

<26>

In Bremen gab es bis etwa 1530 nur bei vollendetem Schadenzauber und in wenigen Fällen auch für Zauber ohne Schadenfolge bei Zuhilfenahme von Teufel und Dämonen - also bei Glaubensabfall - die im Stadtrecht vorgesehene Verbrennungsstrafe, nicht aber bei jeglichem Zauber und bei Zaubereiversuchen wie Wahrsagerei. [144] Überschaut man jedoch die Prozesse bis 1530 wird deutlich, dass es sich in acht von elf Fällen um vollendeten Zauber gegen Leben und Gesundheit anderer Personen handelte.

Die Jahre um 1530 beinhalten einen weiteren starken Einschnitt in den Anklagepunkten und Urgichten. Der persönliche Umgang mit dem Teufel, wie bei Gebke Rehborgs, Jochym Dortmann und Johann Elers tritt verstärkt in den Geständnissen auf und wird zu einem hervorstechenden Anklagemerkmal. Ebenso werden die gestandenen Zauberformen vielseitiger und die Urgichten insgesamt reichhaltiger und länger. [145]

Dennoch fehlen für die frühe Phase bis 1534 Begriffe wie Luftfahrten und Hexensabbate [146], so dass die volkstümlichen Zauberformen durchaus noch im Vordergrund stehen und nicht von der theologischen Teufels- und Hexendogmatik überwuchert sind. Dies zeigt sich ebenfalls in der Tatsache, dass sich der harmlose Zauber in Bremen allgemeiner Beliebtheit erfreute und auch ehrliche in keiner Weise verdächtige Leute sich Rat und Hilfe bei Zauberern suchten. So fanden Zauberer, wie 1515 Severin Fricke für seinen Milchzauber, reiche Belohnung und konnten, wie 1520 Johann Polemann, mit einem reichen Zustrom der Bremer Bürger rechnen. [147]

2.2.3. Hexen- und Zaubereiprozesse in der Stadt Bremen bis 1603.

<27>

Ab 1550 lassen sich in Bremen erneut Prozesse gegen Männer und Frauen nachweisen, wobei jetzt tatsächlich ein Übergang vom Zaubereiprozess zum eigentlichen Hexenprozess zu bemerken ist. Diese Einteilung ist jedoch für Bremen nicht ganz unproblematisch, da in Anbetracht der eigentlichen Definition der Hexe, nur bei zwei Prozessen von wirklichen Hexenprozessen gesprochen werden kann. Woher diese Auffassung der Hexe in Bremen aufgenommen wurde, kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden, so dass man daher auch mit der Möglichkeit der selbständigen Entwicklung dieser Vorstellung bei uns rechnen kann. [148] Eine Aufnahme durch die Verbreitung des „Hexenhammers“ kann für Bremen dagegen fast ausgeschlossen werden. Herbert Schwarzwälder stellt dazu fest, dass es nicht mal ohne weiteres angenommen werden kann, dass dieser in Bremen überhaupt bekannt war. [149] Ebenso finden sich für Bremen keinerlei Anhaltspunkte, dass man die Zaubereiverbrechen als ein crimen exeptum, ein außergewöhnliches Verbrechen ansah, wie es der „Malleus Maleficarum vorschrieb. [150]

Obwohl für Bremen nicht ein einziger Fall überliefert ist, wo eine Bürgerin oder Bürger, die maßgeblich an der Stadtpflege wie Bürgerschaft oder ähnlichem beteiligt war dem Hexereivorwurf ausgeliefert wurde, gab es bis 1603 zwei Fälle, wo Scharfrichter plötzlich vor dem Rat als Angeklagte standen. [151] 1550 wurde der Scharfrichter Adelarius zum Tode durch den Scheiterhaufen verurteilt, was ebenfalls durch Fürbitte zum Tode durch das Schwert gemildert wurde. [152] Neben seinen zauberischen Aktivitäten zur Aufhebung von Milchzauber [153], gestand er die Beschwörung eines Kristalls und einen Teufelspakt. Der Grund für seine Anklage lag an dem ärgerlichen Zufall, dass eine Person, dem er den Tod gewünscht hatte, dann auch tatsächlich verstarb, so dass eine Anklage wegen Hexerei nicht mehr abzuwenden war. [154]

15 Jahre später kam es zu einem Prozess gegen den Scharfrichter Meister Max, der wegen Verzauberung bzw. Vergiftung des Viehs auf der Bürgerweide angeklagt wurde. Aufgrund der vorgeschriebenen schlüssigen Beweisführung, die der Rat stets verordnete [155], wurde eine genaue Untersuchung des Falles angeordnet. Diese führte zu dem Ergebnis, dass nicht Bezauberung, sondern eine natürliche Ursache für das Viehsterben verantwortlich war. Man hatte die Tiere aufgeschnitten und Blutegel in ihnen gefunden, die sie beim Trinken zu sich genommen haben müssen. [156] Meister Max wurde somit gegen Urfehde [157] freigelassen. [158]

<28>

Dass aber nicht nur der endgültige Beweis für die Unschuld des Angeklagten zu der Freilassung gegen Urfehde führte, beweist ein Fall von 1558. Medje Fybelrings hatte die an ihr begangene Folter in allen Graden überstanden und wurde daraufhin freigelassen. [159] Eine Tatsache, die eben auch beweist, dass eine Verurteilung in Bremen nicht um jeden Preis verhängt, sondern sorgfältig abgestimmt wurde. Auch G. v. d. Hude wurde nach ihrer Gefangensetzung 1559 auf Hurrelberg [160] gegen Urfehde freigelassen. [161] Ob der Umstand, dass sie eine angesehene und wohlhabende Frau war, die Urfehde begünstigte bleibt unklar, ist aber auch nicht auszuschließen.

Von einem wirklichen Hexenprozess mit den Sammelbegriffen Teufelsbund, Luftfahrt und Hexensabbat kann erstmals 1559 bei der Anklage der Alcke Boges gesprochen werden. Dieser Prozess wurde von Neuenkirchen nach Bremen gezogen, wohl deswegen, weil sich Neuenkirchen nicht in der Lage fühlte, hier ein Urteil zu sprechen. Ein Teil des Geständnisses der Alcke Boges wurde durch einen weiteren vorangegangenen Prozess im adligen Gericht Meyenburg teilweise festgelegt [162], wie z.B. die Mitgliedschaft in einem Hexenorden. [163] Alcke erklärte in ihrer Urgicht: „Hätte nun 2 jahr zur Hexenzunft gehöret und sich doch nur 2 mahl eingefunden.[...] Wenn ihr buhle mit Sie Zuschaffen haben wollen, waren sie nach der Schelling hinab über seithe gegangen...“. [164] Die Begriffe Teufelsbund, der sich in Form von einer Verlobung vollzog und Hexensabbat wurden in dem späteren Bremer Prozess jedoch hinzugefügt. Die Beschreibung des Hexensabbats, wie es uns auch 1603 bei dem Prozess gegen Kramers und Stubben geschildert wird, kann sich mit einem groß angelegten Blocksbergtreffen längst nicht messen. So ist die Anzahl der Mitglieder auf zumeist zwei, manchmal drei und höchstens sieben angegeben. Dies hatte ebenfalls zur Folge, dass in Bremen niemals mehr als drei Personen in einen Prozess verwickelt waren, so wie es im übrigen niederdeutschen Bereich mit Ausnahmen [165] ähnlich war. [166]

<29>

Einen besonders spektakulären Fall lieferte Gredje von Essen 1565 als so genannte Essemannsche, der als einziger Hexenprozess Einzug in die Rennersche Chronik erhielt. Immerhin hatte Renner von den 39 Zeilen, die er den Ereignissen des Jahres widmete, allein 18 auf diese Sache verwendet. Neben den Gerichtsquellen wird sie ebenfalls in einem Brief des Johannes Molanus, dem Leiter der Lateinschule und der damals mit Wissen und Willen des bremischen Rates zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in Duisburg weilte [167], an Johannes Weyer, dem Leibarzt des Herzog Wilhelm III. von Jülich-Cleve-Berg, erwähnt. [168] Johann Weyer hatte sich schon früh in seinen Schriften gegen die Hexenprozesse ausgesprochen. Dem Brief nach zu urteilen, hatte Weyer nach dem Ausgang und den Verlauf des Prozesses gefragt und Molanus machte ihm nun die Angaben.

Quod quaeris de sage, ignosce, si nihil comperti, sed ea tatum quae abEwichio Doct. allisque fide dignis obiter audivi fiderliter indicabo. [169]

Der Haftbefehl gegen die Essemannsche wurde von dem Rat erlassen, als auswärts einige Hexen die wohlhabende Witwe als ihre Lehrmeisterin bezichtigten. [170] Nach ihrer Verhaftung durch den Markvogt Frantz gab sie ein umfassendes Geständnis ab und erklärte, dass sie dem Glaser Gerd Grawe Kraut, Wurzeln und dergleichen in einen Topf gab, um ihm eine Krankheit anzuzaubern. Als Grund gab sie an, dass er sie ein ganzes Jahr ohne Fenster sitzen ließ und entgegen seines Versprechens dieses nicht repariert hatte. Ebenfalls in ihrer ersten Aussage nannte sie eine Reihe von Mitschuldigen, so z.B. die Ehmkersche, deren Tochter und ihre Magd Wübke und als Lehrmeisterin ein altes Weib Namens Alke Gerken. [171] Ebenso erwähnte sie noch eine Anzahl von angesehenen Matronen der Stadt Bremen als Hexen, deren Namen das Gericht jedoch konsequent unterdrückte. [172] Dieser Versuch des Rates einen Prozess nicht ausweiten zu lassen findet sich häufig in den Prozessakten und vor allem noch einmal in dem Prozess von 1603. [173] Die Ehmkersche und ihre Tochter wurden zunächst gefänglich eingezogen aber kurze Zeit später gegen Urfehde freigelassen. [174]

So starb die „Hexe“, die Essemannsche, nur wenige Tage später in der Nacht zum 16. August im Osterzwinger [175] an den Folgen der Tortur. Ihre Leiche ließ man im Zwinger liegen. [176] Während die anderen Quellen diesen Tod unumwunden zugeben, äußert sich Molanus nur sehr verhalten.

An rigore torturae, an legitima poena, an sua manu, an morbo aliqui incertum. [177]

<30>

Obwohl Gredje von Essen nun gestorben war, wurde sie dennoch am 21. August 1565 - das zumindest melden alle Quellen einheitlich - gegen 10 Uhr morgens von dem Fuhrmann Johannes Gödjens in einem Sarg auf einer großen Karre vor das Vogtgericht gefahren. Dort wurde ihr Bekenntnis, dass die Quelle als ein freiwilliges in und außer Pein gegebenes nennt, verlesen und die Leiche zum Feuertod durch den Gerichtsherr Ratman Raetje Gröning [178] verurteilt. Die Exekution fand auf dem Richtplatz auf dem Jodutenberge statt und wurde durch den Scharfrichter Meister Max , der später selbst in Zaubereiverdacht geriet, vollzogen. [179]

Doch leider weitete sich diese Tragödie auch auf die Angehörigen der Essemannsche aus, nämlich auf den Bruder. Dieser hatte seinen eigenen Besitz mit den Jahren glücklich vermehrt und es wurde nun gemunkelt, dass seine Schwester ihn bezaubert hatte, um ihn so reich werden zu lassen. Nachdem auch noch die Verwandten anfingen ihn zu verfolgen, versuchte er sich selbst das Leben zu nehmen, indem er sich in die Fluten der Weser warf und als dies nicht glückte, sich mit einem Schwert erstach. [180] Molanus dazu:

Frater cum annis aliquot rem familarem satis feliciter amplificasset, postea coepit ita misere exagitari, ut subinde retractatus sit ab agnatis, cum sese ipse in Visurgim amnem praecipitasset. Tandem arrepto ferro cum sibi manus intulisset, paucis post diebus extinctus est. [181]

<31>

Doch nicht nur diese Familientragödie war bezeichnend für diesen Fall, sondern auch die plötzlichen magischen Ereignisse, die vier Monate nach dem Tod der Essemannsche geschahen. Denn bei helllichtem Tage sei aus dem hohen und trockenen Gebälk des Hauses der Gredje von Essen, in welches inzwischen neue Mieter eingezogen waren, in reichlicher Fülle eine Masse getröpfelt, die vor den Augen des Volkes, das den Markt zum Anblick des Schauspiels verlassen hatte, von Seeleuten als Butter erprobt worden sei. [182] Auch Molanus berichtet von diesem Schauspiel, welches ihm allerdings erst Tage später von T.H. - der Name wird nicht ausgeschrieben - erzählt wurde.

Sed meminierit T.H. me nihil explorati habere, tantum a quamplurimis audita commemorane. [183]

Dieser Prozess dürfte sicherlich einer der spektakulärsten und aufregendsten für die Bremer Bürger gewesen sein, da sie ohnehin in Bremen nicht viele Hexenverbrennung erleben durften – für die Zeit von 1500 bis 1603 sind es insgesamt 14, davon 2 als Leichen – und zudem die magischen Ereignisse als Augenzeugen mit ansehen durften.

<32>

Wie bei v. Essen führte nicht immer nur eine Verurteilung zum Tod des Delinquentin, auch konnte der Tod im Gefängnis selber eintreten, so auch 1575 bei Gesche Meier. Sie wurde als berufsmäßige Zauberin auf Natel gefangen gesetzt [184] und gestand unter Folter Diebeszauber und Liebeszauber. Ob Folter oder schlechten Bedingungen für ihren Tod verantwortlich waren bleibt unklar. Dennoch starb sie auf Natel und wurde nicht wie G. v. Essen nachträglich verbrannt, sondern ohne Urteil auf dem Rembertikirchhof beigesetzt. [185]

1575 kommt es zu einem Doppelprozess gegen Katrin Statlander und Harmen Botesack. Katrin Statlander hatte mit einem Hexenpulver aus Fröschen und Erde [186] einem Kranken versucht zu helfen, der aber dennoch gestorben war. [187] In ihrer erfolterten Urgicht gibt sie zudem den Zauber mit Haaren und Fingernägeln, Liebeszauber [188] und Zauberei mit Hilfe von Ungeziefer, Schlangen und Adler, die im Leibe ausgebrütet wurden, an. [189] Besonders schwerwiegend waren noch die Details über ihren Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft [190] und der Besuch eines Hexensabbats mit der Benennung des Harmen Botesacks. Die Statlander hatte zwar ihr Geständnis widerrufen, der Rat allerdings betrachte ihre Gicht als bestätigt und verurteilte sie zum Tod durch Verbrennen. [191] Der auf Natel gefangen gesetzte Harmen Botesack hatte mehr Glück. Trotz Folter gestand er nur den Betrug mit Arzneien, was ihn eben mehr als Quacksalber auszeichnete [192], als einen Hexer. Somit wurde er auch nicht als Teufelsbündner bestraft [193], sondern nach überstandener Folter gegen Urfehde freigelassen [194], wobei allerdings die Fürbitte seiner Verwandten einen großen Teil dazu beigetragen haben können. [195]

<33>

Im Jahre 1603 rauchen die letzten Scheiterhaufen für zwei Hexen aus Bremen. Gretje Kramers und Pellcke Stubben denunzierten sich gegenseitig als Zauberinnen und beschrieben in ihren erfolterten Urgichten ausführlich ihren zauberischen Untaten, Teufelsbuhlschaften und einen Hexensabbat. Beide Angeklagten waren miteinander verwandt und die Jüngere (Stubben) hatte von der Älteren (Kramers) die Zauberei gelernt, so dass beide Aussagen in den Protokollen inhaltlich sehr ähnlich ausfallen. [196] Hermann Tardel hatte beide Geständnisse vollständig in der Niederdeutschen Zeitschrift für Volkskunde Jahrgang 16 transkribiert und veröffentlicht.

Neben allerlei Zauberwerk wie Mäusemachen, Hexensalbe aus Eierschalen und Haaren, Zauberbüchern und natürlich auch der ausführliche Bericht über die Teufelsbuhlschaft auf dem Bremer Domplatz, wird auch ein Gelöbnis an den Teufel erwähnt. Dieses hatte Stubben bei ihrer Urgicht angeben, als sie von der Begegnung mit einem Knaben aus dem Gymnasium Illustre sprach.

Ick gelove an den bosen Geist, eine allgemeine bose Kercke, de gemenschip der bosen. [197]

Die von Kramers und Stubben erwähnte Catrinen als Lehrmeisterin der Kramer [198], könnte möglicherweise Catrine Halmecken sein, welche 1564 auf Hurrelberg gefangen gesetzt wurde. Sie war schon vor Jahren vom Drosten von Bederkesa eingeliefert und vermutlich wegen Schwierigkeiten der Sache dem Rat von Bremen überlassen worden. Eine Verurteilung erfolgte allerdings nicht und sie wurde gegen Urfehde freigelassen. [199] So hat Kramers die Halmecken möglicherweise noch persönlich gekannt, da sie schließlich um einiges älter gewesen sein musste, als ihre Nichte Stubben. Stubben erwähnt in ihrer Urgicht, dass sie die Zauberei 8 Jahre bei ihrer Tante Grettke Kramers gelernt hatte und das vor über 20 Jahren, also etwa 1583. [200] Nimmt man an, dass auch Kramers zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren der Zauberei mächtig war, liegt eine Verbindung mit der Halmecken durchaus nahe.

Stubben erklärte außerdem, dass im vergangenen Sommer Kramers sie erneut zur Zauberei und Teufelsbuhlschaft gezwungen habe, denn, so erklärte Stubben, habe Kramers ihr mitgeteilt, dass der Teufel sie reiche machen würde. [201] Reich wurden beide zugegeben nicht, denn das Geld, welches der Teufel ihnen gab, verwandelte sich am folgenden Tag in Pferdemist. [202] Eine Aussage, die sich häufig auch in anderen Urgichten im gesamten Deutschen Reich wieder findet. Zudem gestand Stubben, dass sie mit einer Salbe, die sie zusammen mit Kramers hergestellt hatte, fünf Kühe und zwei Ochsen des S. Dirich umgebracht hatte. [203] Dies ist wiederum eine gelungene Erklärung für plötzliches Viehsterben, wie wir es schon bei dem Scharfrichter Meister Max 1565 erlebt haben. Bei der Erwähnung des Hexentanzes auf der Bischofsnadel werden von Stubben als auch von Kramers keine weiteren Personen genannt. [204] Einzig die Buhlerinnen, die der Teufel Stubben zur Verfügung stellte, um junge Knaben zu betören, werden namentlich erwähnt. [205]

Für den Rat schienen beide Aussagen ausreichend für eine Verurteilung zu sein. Kramers, die an den Folgen der Folter starb – in dem Protokoll wurde vermerkt, der Teufel sei des Nachts in ihre Zelle gekommen und habe seine Hände um ihren Hals gelegt [206] - wurde zur Urteilsverkündung auf einem Karren zum Vogtsgericht gebracht und zum Feuertod verurteilt ebenso wie Stubben, die allerdings lebendig verbrannt wurde.

<34>

Neben Alcke Boges von 1559 waren diese beiden Frauen die einzigen wirklichen Hexen, die in Bremen verurteilt wurden. Allen anderen Prozessen fehlen häufig die kompletten Sammelbegriffe, so dass zumeist entweder ein Hexensabbat oder eine Teufelsbuhlschaft erwähnt werden, aber nicht beides zusammen.

Interessanterweise werden von den 22 Personen, die zwischen 1558 und 1603 der Zauberei und Hexerei bezichtigt werden, nur sechs zum Tode verurteilt. Zwei von diesen Todesurteilen wurden durch das Schwert ausgeführt. Insgesamt finden sich 14 Urfehdeschwüre, was fast 2/3 der gesamten Prozessaktivität dieser Zeit ausmacht, im Vergleich zu der Zeit zwischen 1500 und 1550, wo sich gar keine Urfehdeschwüre und nur vier milde Strafen wie Stadtverweisung oder Ohrenabschneiden finden lassen. Auffällig für die Zeit von 1558 bis 1603 ist der große Überschuss an Frauen bei den Hexenprozessen. Gerade mal vier Männer werden in diesem Abschnitt der Hexerei bezichtigt, wovon allerdings nur einer eine Freilassung gegen Urfehde erhielt [207]. Diese doch relativ milde Gerichtspraxis des Bremer Rates lässt sich entweder aus der allgemeinen Gerichtspraxis [208] oder aus dem konfessionellen Übergang vom Luthertum zum Calvinismus [209] erklären.

2.2.4.     Das Ende der Hexen- und Zaubereiprozesse in der Stadt Bremen.

<35>

Über die Gründe für das doch recht plötzliche Verschwinden der Hexe aus den Protokollen der Bremer Gerichte gibt es vielfache Antworten. Gerhard Schormann geht davon aus, dass durch das Verbot der Königin Christine vom 16. Februar 1649, die Stifte Verden und Bremen endgültig die Prozesse einstellten. Er schränkt diese These aber mit dem Vermerk ein, dass es noch vereinzelt zu Verstößen vor allem im Stift Verden kam. [210]

Das Reskript der Königin wurde veranlasst durch einen Sammelprozess in Verden 1647-1649. [211] Eingeleitet wurde dieser Prozess durch den Magister Hinrich Rimphof († 1655), der ab 1638 Domprediger in Verden war. Schon vor seiner Tätigkeit in Verden beschäftigte er sich viel mit Hexensachen, dass zumindest wird aus seiner Schrift der „Drachenkönig“ von 1647 deutlich. [212] Als er nun in Verden tätig wurde, begann er in jedem Winkel Hexen zu wittern und gelangte durch die Aussage eines neunjährigen Mädchens 1646 endlich an sein Ziel. Anna Garbers berichtete ihm, dass in ihrem siebten Lebensjahr ihre Großmutter Wobbecke ihr das Zaubern gelehrt hatte [213], so dass Rimphof, nach Erfolterung eines umfangreichen Geständnisses, die Großmutter gefänglich einziehen ließ. Sie starb am 29. März 1647 auf der Folterbank. Aufgrund der Denunziation der Großmutter wurden nun 13 weitere Personen zur Rechenschaft gezogen, wovon drei Frauen während der Folter verstarben und drei weitere am 4. August 1647 durch das Feuer hingerichtet wurden. Problematisch wurde dieser Prozess allerdings durch die Benennung einiger hoch angesehener Verdener Bürgerinnen und Bürger, wie der Senior des Rates Franz Pfanning, die Ehefrau des präsidierenden Bürgermeisters Katharina Wolpermann und die Ehefrau eines weiteren Ratsverwandten Dibbeke Wolf. [214] Frau Wolf war im letzten Augenblick noch geflüchtet, was ihr aber als stärksten Schuldbeweis ausgelegt wurde und die Familien Pfanning und Wolpermann setzten nun alles daran ihre inhaftierten Ehefrauen und Ehemänner freizubekommen. Nachdem sie mehrere Gutachten von Dr. jur. Simon Gograven, dem erzbischöflichen bremischen und bischöflichen verdischen Vizekanzler, ausstellen ließen, die allerdings keine Wirkung einbrachten, beschwerten sie sich bei der kaiserlichen Majestät zu Schweden des Stifts Verden verordneter Regierung. Währenddessen wurden die Frauen Wolpermann und Pfanning peinlich verhört. [215] Der Zufall wollte es, dass der schwedische Feldprediger Johann Seifert aus Ulm bei seinem Aufenthalt in Verden von dem Prozess hörte und nun beschloss energisch dagegen vorzugehen. Denn vor allem durch die „Cautio Criminalis“ Friedrichs von Spee war er zu der Überzeugung gelangt, dass Hexen möglicherweise existieren, dass viele Angelegenheiten, die man den Hexen zuerdachte auch durchaus aus natürlichen Ursachen zu erklären seien. So beschloss er die „Cautio Criminalis“ ins Deutsche zu übersetzen und sie dem schwedischen Gouverneur Graf Königmarck zu widmen. [216] Seine Übersetzung trug den Titel „Gewissens-Buch; Von Prozessen gegen die Hexen“, wobei Seifert nicht nur eine Übersetzung abgab, sondern eine auf den Zweck der Wirksamkeit hin gearbeitete Inhaltsangabe, so dass manche gewählten Ausdrücke derber als der Urtext erscheinen. Zudem kennzeichnete er die wichtigsten, auf den Verdener Hexenrichter passenden Passagen mit einem NB. [217] Rimphof reagierte auf das Buch sehr entrüstet und schrieb nun eine Gegenschrift, den „Drachenkönig“, der am 21. Oktober 1647 erschien. [218] Doch hatte Rimphof mit diesem Schriftstück kein Glück, denn er hatte sich nun erst recht als einen in mittelalterlichen Aberglauben und törichten Vorurteilen befangenen Menschen gezeigt. [219] So schalteten sich die schwedischen Behörden auch nicht wegen seinem Werk in die Prozessführung ein, sondern wegen der Schrift Seiferts. Sie verlangten vom Rat der Stadt Verden unter Androhung von 1.000 Goldgulden die sofortige Freilassung der Angeklagten Wolpermann und Pfanning. Als darauf nicht reagiert wurde, setzte die schwedische Regierung eine besondere Kommission ein, um in diesem Fall zu vermitteln. [220] Als dies auch keine Wirkung zeigte, wandte sich der Magistrat direkt an die schwedische Königin, die zunächst einen Bericht der Kommission einforderte und dann am 16. Februar 1649 folgendermaßen entschied: „... alle fernere Inquisition und Prozeß in diesen Hexen-Unwesen einstellet und die diesfalls allbereit kaptavierte wieder relaxierte und in integrum restituierte...“ [221] Für Verden war hiermit ein endgültiges Ende der Hexenprozesse eingeleitet.

<36>

Für Bremen hatte dieses Reskript zwar auch eine bindende Entscheidung, war aber kaum ausschlaggebend für die Einstellung von Hexenverfahren. Denn in Bremen wurden - wie schon in Kapitel 2.2.3. ausgeführt - 1603 die letzten Hexen verbrannt. Doch auch vorher waren in Bremen hochrangige Stimmen laut geworden. Schon 1584 verfasste der Stadtphysikus Johann Ewich eine Schrift mit dem Titel: „Von der hexen, die man gemeiniglich Zauberin nennet, oder auff niedersächsisch Toverschen, Natur, Kunst, Macht und Thaten: Item von den Werckzeichen haben sie zu erkennen: und straff damit sie zu züchtigen. Ein billich und rechtmessig bedenken“. Dieses dreiteilige Schriftstück, welches zunächst in lateinischer Sprache und später in deutscher Sprache erschien, behandelt die Themen was Hexen leisten können und nicht, woran man Hexen erkennen kann und wie sie zu strafen oder zu züchtigen sind. Ewich lässt zwar keinen Zweifel an der Existenz von Hexen aufkommen, schränkt ihren Handlungsspielraum aber stark ein. Schließlich sei nur Gott in der Lage Wunder und Wundersames zu erschaffen und nicht die Hexe, selbst wenn sie sich mit dem Teufel verbünde, der seine Handlungen eben auch nicht ohne Gottes Willen ausführen könne. Zudem stellt er zum Ende seiner Schrift fest, dass mit blossen worten, wünschen oder einbilden kan man nicht vergifftig machen, das andern schädlich sey. [222] So ist für Ewich vor allem wichtig, vernünftig und besonnen mit der Prozessführung umzugehen. Schon die Benennung durch andere Hexen oder Personen mit einem schlechten Leumund lehnt er kategorisch ab.

Das gemein geschrey oder gerücht gibt nicht gewisse Kundschaft. [223]

<37>

Auch die Anwendung der Tortur zur Geständniserzwingung scheint für ihn kein ratsames Mittel zu sein. So stellt er fest, dass es klüger sei, erst bei Gewissheit die Folter als Mittel zur endgültigen Absicherung einzusetzen. [224] Aber auch die Unterbringung der vermeintlichen Hexe soll nicht als Strafe und die Gefängnisse nicht als grausam oder höllisch gelten. [225]

Ja daß etliche lieber sterben wöllen, dann diselben lenger bewohnen. [226]

Die größte Dummheit, die während einer Beweisführung eingesetzt werden kann, ist für Ewich die so genannte Wasserprobe. Er erwähnt sie, obwohl sie in Bremen nie zum Einsatz kam. Bei der Wasserprobe wurden die Hände und Füße kreuzweise gebunden und der Delinquent von dem Scharfrichter aufs Wasser gelegt oder auch geworfen. Ging die Angeklagte unter so war sie unschuldig und sofort zu entlassen. Schwamm sie allerdings auf dem Wasser, galt sie als schuldig überführte Hexe. Und obwohl diese Art der Ordalienmentalität schon im Mittelalter als unsinnig bewiesen wurde, fand sie gerade in der Frühen Neuzeit bei den Hexenprozessen rege Anwendung. Auch ein Gutachten der Theologischen Fakultät von Wittenberg aus dem Jahre 1654 zeigt deutlich, wie die landläufige Meinung über diese Probe ist. Dass nämlich ein natürlicher schwerer Leib, zumal wenn er sich nicht regen noch bewegen kann, in natürlicher Weise oben auf dem Wasser wie eine Blase oder Wollsack empor schwimmen sollte, wird für unmöglich angesehen. [227] Zu dieser Überzeugung gelangte man, da ja der Teufel ein leichtes flüchtiges Wesen ist, welches in den Körper des Delinquenten einfährt und dieser somit leichter als sonst sein müsste, was eben durch die Wasserprobe beweisbar sei. Für Ewich ist diese Fabel zugleich gefährlich und auch gottlos [228], so dass er sich sogar zum Sarkasmus hinreißen lässt.

Oder kan er das thun, warumb werffen sie die nicht auch auß der höhe nider sich, daß sie in der Lufft, wie die Vögel des Himmels sich schwingen. [229]

<38>

Doch eines der wichtigsten Punkte in Ewichs Schrift ist seine Ansicht zur Strafe der vermeintlichen Hexe. Eine Bestrafung steht für ihn allerdings außer Frage, doch soll diese Strafe eben nur den recht schuldigen, offentlich und rechtmessigen den uberzeugeten zugelegt werden. [230] Ebenso soll man sie nach der gelegenheyt der unthat, deß alters, der langen zeit unnd nach anderen umbstenden [231] bestrafen.

Eben diese genannten Punkte in Ewichs Schrift finden sich nun 1603 auch in dem „Edikt in Zaubereisachen“ des Erzbischof Johann Friedrichs († 1634) wieder. Es sollte die übelsten Auswüchse der Hexenprozesse verbieten und an die menschliche Vernunft appellieren. [232] Johann Friedrich forderte, dass niemand, der sonst einen guten Leumund besitzt und unverdächtig ist auf bloßen entweder freiwilligen oder erfolterten Verdacht von bösen Weiber und verzweifeleten Hexen hin gefänglich eingezogen werden soll. [233] Dies sollen vor allem die vernünftigen und christlichen Richter sicherstellen, die bei sich zu ermessen haben, was für Glauben deren Bekandtnus und Besaghung jegen andere Leute und unverdechtige, unverleumbde Personen zuzustellen, welche dem Erzb- und Erbfeindt menschlichen Geschlechtes dermaßen ergeben seindt. [234]

Sollte die Schuld so weit bewiesen sein, konnte eine peinlicher Befragung erfolgen, wobei zwei gute Zeugen, die unverleumbd undt sonst mit keiner rechtmeßigen Ursach zu verwerfen sein, anwesend sein sollten. [235] Über die Anwendung der Folter lässt Johann Friedrich nur beschließen, dass hierbei Maß zu halten sei und dass die peinliche Frage nach Gelegenheit des Arghwohns der Person viel, oft oder wenigh, hart oder linder, nach Ermeßigungh eines guten, vernunftigen Richters furgenommen werden soll. [236]

Bei einer widerrechtliche angewandten Marter bzw. Folter, die z.B. ohne Beweise angesetzt wird, beschließt Johann Friedrich, dass das daraus erfolgte Geständnis als ungültig erklärt wird, diesem nicht zu glauben sei und auf gar keinen Fall darauf verurteilt werden darf. [237] Denn ein Geständnis aus einer peinlichen Befragung heraus, wird erst gültig, wenn er seine Sagh und Bekandtnuss thuen, so er von der Marter gelassen ist. [238] Sollte der Beschuldigte sein Geständnis auch nach der Folter bestätigen, so muss diese Urgicht in Gegenwart zweier Gerichtsherren durch den Gerichtsschreiber verlesen werden und nochmals gefragt werden, ob der Angeklagte bei diesem Geständnis bleibt.

Die Wasserprobe, die auch schon Ewich als teuflisches Werk bezeichnet, wird ebenso von Johann Friedrich aufs schärfste kritisiert und konsequent verboten. [239]

<39>

Zusammenfassend lässt sich sagen, obwohl die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. bindend für alle Gebiete im Deutschen Reich war, erschien es Johann Friedrich für notwendig die wichtigsten Punkte der HGD in sein Edikt aufzunehmen und für bindend zu erklären.

Und obwohl Bremen schon sehr früh nach der Peinlichen Halsgerichtsordnung seine Mahlefitzfälle verhandelte, zeigt sich, dass ab 1603 eine grundsätzliche Änderung in der Prozessführung und auch Urteilsfindung erfolgte.

Der Rat begnügte sich nicht mehr damit möglichst reichhaltige und schauerliche Geschichten als Urgichten aufs Papier zu bringen, sondern suchte eher den wirklichen und auch beweisbaren Zauber, wie Wahrsagerei, Planetenlesen, welche in erster Linie von einfachen Leuten und nicht von gelehrten Zauberern wie im 16. Jahrhundert betrieben wurden. [240] Denn drei Dinge standen nach 1603 im Vordergrund: 1. die Wahrsagerei wie Planetenlesen, Handliniendeutung, Kristalllesen, Nachweisung von Diebesgut usw., 2. Teufelsbesessenheit und 3. der Amulett- und Heilzauber. [241] Der Heilzauber wird nach 1603 nur noch einmal erwähnt und zwar 1717 bei C. Saemann [242], die mit Ermahnung durch einen Prediger verurteilt wurde. [243] Dass nicht weitere Prozesse wegen Heilzauber genannt werden, liegt vermutlich darin begründet, dass man ihn durchweg für harmlos hielt und daher nicht vor die Obrigkeit brachte. [244] Das gleiche gilt auch für den Amulettzauber, der z.B. 1673 bei einem Zauberer in Arsten und zuletzt 1717 bei C. Saemann [245] erwähnt wird. [246]

<40>

Es zeigt sich deutlich, dass im 17. Jahrhundert nur noch die Zauberformen wie Wahrsagerei, Planetenlesen und Handliniendeutung nicht mehr, wie im 16. Jahrhundert nur als einfacher Betrug, sondern als Teufelswerk, als Verleitung durch den Satan und vor allem als Verspottung der Vorsehung Gottes angesehen wird. [247] Dennoch finden sich auch weiterhin Teufelspakte und Teufelsbuhlschaften in den Urgichten wie z.B. bei Anna Volckers 1627 bis 1632 [248] und Anna Bartels 1651 und 1675 [249]. Diese sind in ihrer Form so angelegt, dass sie den Angeklagten als weniger schuldig als bisher erscheinen lassen, so dass die Angelegenheit durch Gebete und nicht durch den Scheiterhaufen bereinigt wird. [250] Gar nicht mehr aufgeführt sind Begriffe wie Hexensabbat oder Hexenritt, so dass damit auch die Vorstellung einer Hexenzunft und die damit verbundene Benennung anderer Mitglieder nicht mehr vorhanden sind. [251]

Anders ist dies bei der Teufelsbesessenheit, die nach 1603 noch recht häufig in den Protokollen anzufinden ist. Vielfach wurde diese jedoch nicht als Krankheit, wie Epilepsie ausgelegt und dementsprechend zumeist mit Ermahnung durch einen Prediger oder Gebeten abgeurteilt [252] wie 1635 bei Gerlach von Aschen, 1639 bei Anna Dincklage [253] und zuletzt 1675 bei Baar.

Obwohl nach der Verurteilung Kramers und Stubben die Verbrennung von Hexen nicht mehr erfolgte, hatte man theoretisch noch nicht auf den Flammentod für Zauberei mit Glaubensabfall oder Schadenfolge verzichtet, wie das Statut 200 [254] der Statua Reformata - 1606 von dem Bürgermeister Heinrich Krefting entwickelt [255] - beweist. Gebrauch machte der Rat allerdings nicht davon, was Schwarzwälder daraus erklärte, dass der Rat keineswegs nicht konnte, sondern nicht wollte. [256] Mir erscheint eher das Edikt in Zaubereisachen Johann Friedrichs für glaubwürdiger, da wie schon erwähnt eine Verurteilung der Angeklagten nur dann erfolgen kann, wenn der Zauber tatsächlich nachgewiesen wurde. Was allerdings bei einem Großteil der Zauber nicht möglich gewesen sein dürfte. Wie Schwarzwälder allerdings treffend bemerkt, scheint das Misstrauen des Bremer Rates gegen die Beweismittel der Zauberei so groß gewesen zu sein, dass sie lieber hundert Schuldige laufen ließen, als nur einen Unschuldigen zu richten. [257] Dies deckt sich vor allem mit der Rechtsbelehrung an den Rat in Oldenburg von 1545. [258]

<41>

Nach 1603 begnügte man sich eher mit der Strafe, wie sie in der Statua Reformata unter dem Statut 201 für Wahrsagerei und Zwiesprache mit dem Teufel vorgesehen war, nämlich der Stadtverweisung mit oder ohne Staupenschläge oder noch milder mit der Ermahnung durch einen Prediger [259], der zu fleißigen Kirchenbesuchen und Gebeten aufforderte. Als weitere Kirchenstrafen finden wir noch den vorübergehenden Ausschluss aus dem Abendmahl. [260]

Auch war die Erfolterung von Geständnissen nicht mehr notwendig, so dass sie aus den Protokollen fast völlig verschwindet. Nur 1640 wurde noch einmal mit aller Härte gerichtlich zugegriffen. Heinrich Kattau, ein Marktvogt [261], und seine Ehefrau wurden gefänglich eingezogen, wegen eines ausgeführten Nestelzaubers (Impotenzzauber) [262] und durch alle Grade gefoltert. [263] Beide gestanden ihre Untaten, erwähnten noch ein Zauberbuch und wurden schließlich gemäß der Statua Reformata mit Stadtverweisung und Staupenschläge bestraft [264]. Dazu kam auch noch die Ermahnung durch einen Prediger. [265]

<42>

1635 kommt es in Bremen noch zu einem recht kuriosen Fall in Form eines Werwolfes. Johann Ribbeken, ein Landstreicher, der gebürtig aus Kirchlinteln stammte, kam in den Ruf ein Werwolf zu sein, da er dies gegenüber ein Paar Kindern in Bremen erklärte, vermutlich um sie zu erschrecken. Dennoch wurde er gefänglich eingezogen und verhört, wobei der Rat der Stadt Bremen feststellte, dass er den Eindruck machte, nicht mehr ganz bei Sinnen zu sein und ihn wieder freiließ mit der Auflage die Stadt zu verlassen. [266]

Durch das Gymnasium Illustre wird deutlich, dass in Bremen ein neuer Geist der Wissenschaftlichkeit einzog. Im Lehrbetrieb wurden vermehrt Professoren der Medizin eingestellt und die Naturwissenschaften nunmehr im Wesentlichen am Gegenstand selber und nicht mehr als spitzfindige Auslegung antiker Wissenschaften betrieben. [267] Doch völlig aussterben tat der Gedanke an Zauberei in Bremen zunächst nicht. Dies zeigt sich an der Vorsicht und Vernunft Bremer Professoren, wenn sie 1629 alles, was bei alchemistischen Experimenten den Verdacht der Zauberei hervorgerufen haben sollte, den Beauftragten des Reformierten Ministeriums als naturalis vel artificiosa vel nugatoria [268] darstellten. Dennoch empfahlen besorgte Bremer Geistliche in ihren Konventen weiterhin sorgfältig daraus zu achten, ob nicht irgendwas den Verdacht der Zauberei bestätigen könnte. [269]

Entscheidend für den Abbau des Hexereibegriffes in Bremen, war die Tatsache, dass man in den Kreisen der Obrigkeit nicht mehr recht an den Kollektivbegriff der Hexen glaubte und vor allem an der sicheren Beweisbarkeit des Schadenzaubers und Hexenwesens zweifelte. [270]

Schaut man sich die Gesamtzahl der Prozesse an, wird ab 1604 deutlich, dass es keine Urfehdeschwüre mehr gibt und sämtliche Angeklagten als Schuldig verurteilt werden. Zwar sind die Strafen nicht mehr lebensbedrohlich, dennoch hatte auch eine Stadtverweisung schlimmste Folgen für den Delinquenten. Denn schließlich wurde ihm sein gesamter Besitze entzogen und er war auf die mögliche Hilfe von Verwandten die vielleicht im Umland lebten, angewiesen. War dies nicht der Fall, blieb dem Schuldigen nur die Möglichkeit der Bettelei und des Vagabundenlebens. Nach 1603 gibt es keinen Fall mehr, wo die Angeklagten als unschuldige den Gerichtssaal verließen.

<43>

In Bremen sind während der Zeit von 1503 und 1751 62 Personen mit der kirchlichen oder weltlichen Obrigkeit in Berührung gekommen weil ihnen zauberische Betätigung, Besessenheit usw. vorgeworfen wurde. [271] Insgesamt wurden von den 22 Männern und 40 Frauen, 14 gegen Urfehde entlassen, 10 der Stadt verwiesen und 10 durch einen Prediger ermahnt. 4 weitere erhielten Staupenschläge oder Abschneidung der Ohren. 12 starben den Feuertod, davon zwei als Leichen, 5 andere wurden gehängt und eine Frau geköpft. Zwei Personen kamen im Gefängnis zu Tode und erhielten ein Begräbnis. Die Anwendung der Folter kann bei zehn Angeklagten nachgewiesen werden, wobei die Zahlen sicherlich höher liegen, aber eben nicht viel höher. [272]

2.3. Ratsgericht und erzbischöfliches Vogtgericht – Vom rechtlichen Umgang mit der Hexe in Bremen.

<44>

In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts entstand, wohl unter Einfluss der Ketzerbewegung, ein Artikel des Sachsenspiegels [273] , der unter anderem für Ketzer und Zauberer den Scheiterhaufen androhte. [274]

Swelik kersten man eder wil unghelovich is unde mit tovere umme gad unde mit vergiftnisse unde des verwunnen wirt, den sal men up ener hort bernen. [275]

In ähnlicher Formulierung wie im Sachsenspiegel ging diese Bestimmung dann ins Hamburger Stadtrecht von 1270 ein, allerdings mit einer entscheidenden Abänderung. Diese bedeutete, dass das Überführen sehr eng als „auf frischer Tat ertappen“ ausgelegt wurde.

So welk kersten man ofte wiff, de ungelovich is ofte mit toverie ummegeit ofte mit vergiftnisse, unde mit der verschen dat begrepen wert, de schal men uppe der hort bernen. [276]

Entscheidend für Bremen ist nun, dass dieser Hamburger Artikel fast vollständig in das Bremer Stadtrecht von 1303/1308 übernommen wurde. Auch in die Stadtrechte von 1428 und 1433 wurde es ebenfalls unverändert eingetragen. [277] Der Artikel IV,77 fordert für die Bestrafung zum Scheiterhaufen wegen Zauberei die sog. Handhaftigkeit.

So welc kersten man oft wif, dhe unghelovich is, ofte mit tovere umme geyt, ofte mit verghifnisse, unde mit ther verschen dat begrepen wert, dhe scal men uppe dhe hort bernen; unde also scal men oc don enen verradere. [278]

<45>

Diese Bestrafung wurde erst möglich, durch die Zeugen, welche die Ergreifung des Täters sicherstellten und über die Tat später vor Gericht Auskunft gaben. Die Zeugen wurden alarmiert und auf den Plan gerufen durch das Gerüfte, den Hilferuf oder das Klagegeschrei. [279] Der Missetäter wurde dann vor das Gericht geführt, wo die Verurteilung ohne förmliche Klage erfolgte, nachdem derjenige, der das Gerüfte erhob und seine Zeugen die Tat beschworen hatten. [280]

Wie diese Handhaftigkeit in Zaubereifällen vonstatten ging ist nur schwer vorstellbar, sie lag vermutlich dann vor, wenn jemand bei seinen zauberischen Praktiken „in flagranti“ erwischt wurde. Wie schon in Kapitel 2.2.1. ausgeführt, ist für die Zeit bis 1500 kein einziger Zaubereiprozess überliefert, so dass anzunehmen ist, dass gerade die Handhaftigkeit im Bremer Stadtrecht diese Prozesse zu einer Seltenheit machten, sie vielleicht sogar verhinderten. Denn in Hamburg, wo ebenfalls die Handhaftigkeit Voraussetzung für den Scheiterhaufen war, gab es 1444, 1458 und 1482 doch einige Zaubereifälle mit Todesurteilen. [281]

Bevor Kaiser Karl V. seine Peinliche Halsgerichtsordnung als bestehende Verfassung in Kraft treten ließ, waren Hexen- oder Zaubereiprozesse in erster Linie in den Händen der kirchlichen Obrigkeit. Wie schon in der Einleitung ausgeführt, war es in erster Linie der „Malleus Maleficarum“, der dafür sorgte, dass sich nun auch die weltliche Obrigkeit vermehrt mit dem Hexereidelikt beschäftigte.

Wie die kirchliche Gerichtsbarkeit solche Fälle in Bremen verhandelte, bleibt uns, aufgrund des Nichtvorhandenseins von Prozessakten und Prozessen bis 1500, unklar. Die Begnadigung zweier Zauberinnen im Jahre 1503 ist mehr ein Zeichen kirchlichen Erbarmens an einem Festtage, als die eigentliche kirchliche Handhabung selbst. Es zeigt sich für die Zeit von 1500 bis zur Reformation 1525, dass die katholische Kirche keine Verfahren an sich zog. Daher lässt sich der Eindruck gewinnen, dass der Bremer Rat auch schon in den Jahrzehnten vor der Reformation alle Fälle von Zauberei vor sein Tribunal brachte. [282]

<46>

Aufgrund eines Privilegs des Kaiser Ottos I. war der Gerichtsherr in Bremen der Erzbischof, der seine Gerichtsbarkeit über einen Vogt ausüben ließ. [283] Das Ratsgericht war hingegen nur zuständig, wenn der Beklagte sich ihm unterwarf. [284] Obwohl die eigene Gerichtsbarkeit des Rates zwar bestand, war sie dennoch nicht rechtlich gefestigt, dies geschah erst durch einen entsprechendes Privileg durch Kaiser Karl V. Am 15. Juli 1541. [285] Der Bitte des Rates nach, wurde den Bürgermeistern und dem Rat „dise besondere Gnad und Freyheit gethan, gegünt, erlaubet und zugelaßen..., daß sie nun hinfuran zu jederzeit, als solches die Nothturfft erfordert, zwo oder drey erfahrne verständige Persohnen aus ihrem Raht zusambt ainen Rechtsgelehrten verordnen und setzten, die in allen Sachen, da die Heubtsuma nit über zwayhundert Gulden an Golde erträget, zu erkennen haben...“ [286]. Doch für den Rat der Stadt Bremen war ein Privileg vom 1547 weitaus entscheidender. In ihm wurde festgesetzt, dass sie im Falle, dass der Vogt bei dem Gericht beisitzt und sich als nicht tauglich erwies, der Rat sich dem erzbischöflichen Befehl eigenmächtig entziehen und zur Exekution des Urteiles schreiten durfte. Dieses Privileg wurde am 22. November 1554 erneut durch den Kaiser bestätigt und mit dem Zusatz versehen, dass die Berufung an das Reichskammergericht erschwert wird. [287]

So galt in allen Hexen- bzw. Zaubereiprozesse der Rat als erste Instanz, der diese Fälle von Amts wegen, ex officio, aufgriff. Zwar war eine Anbringung der Klage vor dem erzbischöflichen Vogt durchaus möglich, der Beklagte war dann aber unbedingt zur Einlassung gezwungen. Wenn der Kläger vor den Rat ging, dann war es dem Beklagten gestattet die Klage vor dem Vogt in erster Instanz zu verlangen. Das Ergebnis war aber häufig so, dass der Vogt den Fall wegen der Schwierigkeit der Materie sogleich an den Rat überwies, so dass eine Eingabe vor dem Vogt keine Vorteile für den Kläger oder auch den Beklagten einbrachte. Die ländlichen Richter der Umgebung sendeten ihre Malefikanten ohne Gerichtsverhandlung unmittelbar nach Bremen, so dass also schon im 16. Jahrhundert die Verbrechen - jedenfalls die Zaubereidelikte - in erster Instanz an den Bremer Rat weitergeleitet wurden. [288]

<47>

Bis 1500 wurde in Bremen allgemein die Akkusation gefordert, dies ergibt sich zumindest aus einer Rechtsbelehrung des Bremer Rates an den Oldenburger aus dem 15. Jahrhundert, in der ausgeführt wird, dass der Vogt und der Rat nur die Dinge richten können, die auch vor ihnen geklagt werden. Aber auch zwei andere Gründe mögen den einen oder anderen dazu veranlasst haben, auch nach 1500 eine Klage einzubringen. Entweder der Hass gegen eine bestimmte Person [289] oder aber die feste Überzeugung, dass eine Schädigung am eigenen Leib und Gut auf Bezauberung zurückzuführen sei. [290]

Dennoch wurde es nach 1500 in Bremen mehr und mehr zur Regel, dass ein schlechter Leumund die Aufnahme eines Prozesses durch den Rat selbst bewirkte. [291] Insgesamt wird man aber sagen können, dass ohne vorherige Zustimmung der Obrigkeit nur selten Akkusationsprozesse in Zaubereisachen aufgenommen wurden und dass auch keiner von ihnen zu einem Erfolg des Klägers führte [292] . In den Fällen, in denen der Rat einer Klageerhebung zustimmte, war er auch bereit den Kläger mit Mitteln wie Zeugenverhöre, Augenschein oder Tortur zu unterstützen. [293]

Ab 1550 war es dann auch überhaupt nicht mehr die Akkusation, die in Bremen die meisten Zaubereiprozesse eröffnete, sondern die Denunziation, bzw. der schlechte Leumund des Malefikanten. Die Beweisführung wurde dabei vollständig vom Rat übernommen. [294]

Das Verfahren fand aber nur dann Aufnahme, wenn Ursache und Indizien genug vorhanden waren. Diese Art Vorzensur war in Bremen anscheinend strenger als in anderen Städten, was möglicherweise der Hauptgrund für die recht geringe Anzahl an Zaubereiprozesse ist. Dies zeigt sich auch in den Prozessen ab 1558 in den immerhin 14 Freisprüche gegen Urfehden erteilt wurden, was mehr als die Hälfte der Prozesse bis 1603 in Anspruch nahm. [295]

Dennoch bleiben genug Fälle übrig, in denen die gegenseitige Benennung zu weiteren Zaubereiprozessen führte. Denn die Beurteilung dieser Namensnennungen und Beweismittel lagen vollständig in den Händen des Rates. [296] Die Benennung aber von vornehmen Personen konnte, wie in anderen Städten, zu einer heillosen Verwirrung führen, was anscheinend für den Bremer Rat noch mehr Grund war besondere Vorsicht walten zu lassen [297]. [298]

<48>

Obwohl das Stadtrecht von 1303/1308 weiterhin in vollem Maße gültig war, zeichnet sich ab 1532 einen erheblichen Einfluss der Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. ab. In drei Artikeln (44, 52, 109) wurden der Umgang und die Bestrafung für Zauberei gesetzlich festgesetzt. Artikel 44 gibt dabei an, wann eine peinliche Befragung wegen Verdachts der Zauberei erfolgen darf. Artikel 52 legt fest, wie mit dem Angeklagten vorzugehen ist, sofern er seine Tat bekennt. Der wohl wichtigste Artikel für die Strafrechtspflege der Hexenprozesse, auch in Bremen, dürfte der Artikel 109 sein, der die Bestrafung für Zauberei festlegt.

Straff der zauberey - Item so jemandt den leuten durch zauberey schaden oder nachtheyl zufügt, soll man straffen vom leben zum todt, unnd man soll solche straff mit dem fewer thun. Wo aber jemandt zauberey gebracht, unnd damit niemant schaden gethan hett, soll sunst gestrafft werden, nach gelegenheit der sach, darinnen die urtheyler radts gebrauchen, wie von radt suchen hernach geschriben steht. [299]

Dennoch finden sich bis 1532 mehrmals Todesurteile, obwohl eine Schädigung durch den Angeklagten nicht bewiesen werden konnte. [300] Ab 1550 wird auf den Nachweis von Schadenzauber sehr viel mehr Aufmerksamkeit verwendet, so dass sie in den Protokollen tatsächlich als Hauptanklagepunkt durchweg auftauchen. [301]

<49>

Wenn aber hinreichende Verdachtsmomente gegeben waren, sorgte der Rat für die Gefangensetzung der Angeklagten, was in erster Linie durch den Marktvogt geschah. Da Bremen keinen besonderen Hexenturm, wie andere Städte besaß, wurden die Zauberer und Zauberinnen in die gewöhnlichen Gefängnisse inhaftiert. Häufig werden hierbei der Hurrelberg, der Ostertorzwinger oder die Natel genannt. Im Vergleich zu anderen Städten [302] scheint die Gefängniszeit selten länger als einige Wochen gedauert zu haben. [303]

Nach der Einlieferung in das Gefängnis begann der Rat die Beweise zu sammeln und zu sichern. Als erstes wurden die vom Kläger oder Denunzianten genannten Zeugen verhört, wobei das Gericht bestimmte, wer verhört werden sollte und wer nicht. Die übliche Gegenüberstellung mit dem Verdächtigen fand in Bremen beim Verhör wohl in der Regel nicht statt, um eine Befangenheit des Zeugen zu verhindern. [304] Geleitet wurde das Verhör durch einen Kämmerer, also einem jüngeren Ratsherren, bei dem ein Aktuar, ein Protokollant, anwesend war. Stattgefunden hat das Verhör in einer Amtstube des Rathauses. Die Anwesenheit eines Aktuars sicherte bis 1558 aber noch lange nicht ein ausführliches Protokoll. Diese waren vor 1558 noch häufig sehr unzulänglich aufgezeichnet, da auch die Verfahren in erster Linie mündlich verhandelt wurden. Die Protokolle ab 1558 werden stetig ausführlicher und wirken manchmal nahezu wörtlich. [305]

Ebenso setzte sich in Bremen die Inodeität der Zeugen durch. Die Aussagen von zwei unbescholtenden Zeugen wurden als ausreichend erachtet, um die Folter des Angeklagten zu beschließen. [306] Aber auch Beweismittel, die auf zauberische Betätigung schließen lassen wurden in Bremen angenommen. Dies waren z.B. Zauberbücher und verschiedenartige Materien, wie Zaubersalben etc.. Ansichten wie in dubio pro reo waren selbstverständlich auch in Bremen nicht zu finden, denn der Rat war stets darauf bedacht die Schuld des Malefikanten zu beweisen.

<50>

Wie schon in Kap. 2.1. beschrieben, erfolgte in den ländlichen Regionen Norddeutschlands nach dem Verhör der Zeugen die Aktenversendung in eine juristische Fakultät, damit ein Urteil oder die weitere Handlung angeordnet werden konnte. In Bremen hielt man sich politisch und auch juristisch durchaus in der Lage in Halsgerichtsfällen selbst zu entscheiden, so dass eine Aktenversendung nicht zu finden ist. [307] Denn schließlich habe man genug Doctores und Gelehrte, die mehr als genug in der Lage waren in Zaubereiangelegenheiten zu urteilen. Zudem war so ein Gutachten teuer und hätte von dem begehrenden Teil finanziert werden müssen, was in der Zeit ab 1520 ausschließlich der Rat der Stadt Bremen selbst war. [308] Einzig in Zivilprozesse sind einige Versendungen der Akten an Juristenfakultäten nachweisbar. [309]

Der Kern des ganzen Hexenprozesses war aber die Befragung bzw. das Verhör des Delinquenten, welches ein umfassendes Geständnis, bzw. Gicht zum Ziel hatte. Dieses Verhör wurde, wie auch bei den Zeugenverhöre, von einem Kämmerer durchgeführt und ein Aktuar protokollierte die Aussage in Stichworten. Wie genau diese Verhöre ausgesehen haben ist leider nicht nachweisbar, da diese „Stichwort-Protokolle“ im Original nicht mehr vorhanden sind, es ist aber anzunehmen, dass diese Verhöre in erster Linie darauf abzielten die Zeugenaussagen zu bestätigen. Des Öfteren wurde dem Malefikanten beim Verhör bedeutet, er möge im Guten gestehen, weil man ihn sonst peinlich befragen müsste. In den meisten Fällen jedoch war der Angeklagte zunächst nicht bereit ein solches Geständnis abzulegen, denn damit hätte er sein eigenes Todesurteil beschlossen. So leugnete er alles oder jenes, was ihn besonders belasten würde. [310]

In den Regionen um Bremen herum wird immer wieder davon berichtet, dass die Angeklagten eine Wasserprobe forderten, um ihre Unschuld zu beweisen. Wie schon in Kap. 2.2.4. war dies für den Bremer Stadtphysikus Johannes Ewich eine Gotteslästerung und überhaupt nicht akzeptabel. Dies scheint in Bremen allgemeine Meinung gewesen zu sein, denn für die Stadt ist nicht ein Fall von Anwendung solcher Gottesurteile überliefert. [311]

Kam der Kämmerer also mit der einfachen Befragung nicht zum Ziel erfolgte die peinliche Befragung. [312] Ebenso wie die Befragung fand auch die Folterung im Gefängnis in besonders eingerichteten Räumen statt und wurde durch den Scharfrichter durchgeführt, der meistens den Namen Meister Hans trug. Auf Anweisung des Kämmerers und in Gegenwart des Aktuars führte er dann die Folterung durch, wobei über die technischen Vorgänge nichts aus den Protokollen zu erfahren ist. Nur 1640 findet sich in einem Protokoll die Bemerkung, dass die Malefikanten durch alle Grade gefoltert wurden. [313] Wie auch in anderen Teilen des Deutschen Reiches dürfte der erste Grad das Zeigen der Folterinstrumente gewesen sein, der zweite und dritte das Anlegen von Bein- oder Daumenschrauben und den Abschluss bildete der vierte Grad mit dem Strecken auf einer Bank. Interessant ist dabei die Vorgabe, dass wohl aufgrund der starken körperlichen Belastung das Foltern von schwangeren Frauen nicht gestattet war. [314] Ebenso sind in Bremen Fälle zu finden, in denen die Freilassung des Angeklagten angeordnet wurde, da er die Folter ohne Geständnis überstanden hatte. [315] Ungeklärt bleibt allerdings die Frage, wann genau die Folter im Bremer Strafprozess eingeführt wurde. [316]

<51>

War aber nun die Folter in einem Prozess zugelassen, dann wurde sie solange durchgeführt bis auch die letzte Unebenheit im Protokoll verschwunden war und der Zauberer dem geglätteten Endprotokoll, der so genannten Urgicht, zustimmte. [317] Führte die Folter aber zu keiner Urgicht und blieb auch sonst ergebnislos wurde der Angeklagte wieder zu entlassen. Dies geschah immer gegen die so genannte Urfehde, wofür für die Einhaltung eines solchen Versprechens der Freigelassene einen Bürgen stellen musste. Neben diesem eigentlichen Geständnis der Tat, welches aber nun ohne Folgen blieb, war der Angeklagte aber noch nicht entlassen, denn die Kosten des Verfahrens wurden ihm vollständig zu Lasten gelegt. [318]

Wenn die Folterung und die Befragung des Angeklagten erfolgreich verliefen, wurde nun die Urgicht vor dem Ratsgericht verlesen, wonach dann die Verhandlung in Gegenwart der Zeugen, Kämmerer und des Angeklagten wohl durchweg mündlich abgehandelt wurde. Der Rat hatte dabei ein Fragerecht, welches er auch sehr häufig gebrauchte. Die Verhandlung selber wurde wie aus den Akten des Obergerichts zu entnehmen ist, nur sehr unzulänglich protokolliert. [319]

Einige Tage nach dem Todesurteil des Rates wurde das Vogtgericht einberufen. Denn Bremen war in der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts weiterhin ein Erzstift des Bischofs und dieser stellte seit alter Zeit her einen Vogt als seinen Vertreter vor Gericht, der letztendlich das Recht besaß das Urteil zu bestätigen oder auch nicht zu bestätigen. Wie schon ausführlich dargestellt, wurde dem Bremer Rat 1547 durch Kaiser Karl V. das Privileg eingeräumt, dass wenn der Vogt sich als nicht zurechnungsfähig erwies, der Rat einschreiten, den Vogt seines Amtes entheben konnte, und das Urteil vollstrecken durfte. Somit war die Anwesenheit des Vogtes mehr eine „Schau-Angelegenheit“, als eine wirkliche Notwendigkeit. Der pro temporere [320] präsidierende Bürgermeister teilte nun dem Vogt mit, dass ein armer Sünder zum Tode verurteilt worden sei und gerichtet werden müsse und er deswegen gerufen wurde, damit er das Gericht bekleide. Der Vogt nahm unter dem zweiten Rathausbogen Platz und der Rat bat den Scharfrichter vor sich und teilte ihm das Urteil mit. Ein Aktuar trat nun vor den Vogt und forderte ihn auf, dass er ein Gutding hege. Nachdem der Vogt diesem Wunsch nachkam, verlas der Aktuar die Urgicht und forderte den Vogt auf, er möge den Malefikanten fragen, was er dazu zu sagen habe. Manchmal kam es vor, dass der Aktuar das Protokoll nicht vollständig verlas und Angelegenheiten wie Namen von angesehenen Bürgerinnen oder unzüchtige Berichte ausließ. Der Angeklagte bestätigte nun häufig die Urgicht kurz, denn wenn er sie leugnete, was recht selten vorkam, ordnete der Rat eine erneute Befragung in einem Gefängnis an. [321]

<52>

Der Vogt hatte das Recht Einspruch gegen das Urteil einlegen zu können, was ihm allerdings nach dem Privileg von 1547 fast unmöglich gemacht wurde, so dass er nur einmal 1603 bei dem Prozess gegen Kramers und Stubben davon Gebrauch machte. Der Rat seinerseits machte Gebrauch von seinem Privileg und enthob den Vogt, so dass die Verurteilung beider Hexen bestimmt werden konnte. [322] Dennoch gab es auch Begnadigungsfälle, die aber immer den Tod des Angeklagten zur Folge hatte. Es wurde dabei nicht der Scheiterhaufen angeordnet, sondern der Tod durch das Schwert, was als eine ehrliche Todesart angesehen wurde und dabei aber nur den Männern zuteil wurde. [323]

Der damalige übliche Richtplatz war der Jodutenberg vor dem Doventor, wo der Verurteilte nach dem endgültigen Urteil durch den Vogt sogleich hingeführt wurde. Möglicherweise wurde hier noch einmal die Urgicht vor dem versammelten Volk verlesen und mit einer moralischen Einleitung versehen. Anschließend schichteten die Henkersknechte den Scheiterhaufen auf und der Verurteilte wurde hingerichtet. [324]

2.4. Religiöser Hintergrund der Hexenverfolgung in Bremen.

<53>

Herbert Schwarzwälder erklärte in seiner Publikation „Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen. Erster Teil.“, dass die Konfession der Ratsherren und die Einführung der Reformation bzw. die Konsolidierung des Calvinismus keine Einfluss auf die Hexen- und Zaubereiprozesse in Bremen hatten. Bei meinen Untersuchungen stieß ich allerdings auf gegenteilige Beweise, die ich nun im Folgenden darstellen möchte. Dabei soll zunächst die Zeit bis 1522, in der Bremen noch vollständig katholischen Glaubens war, in Hinblick auf die Prozess-Aktivitäten in Zaubereisachen untersucht werden. Für die Analysen der Reformations- und Calvinistischen Zeit werde ich vorab einen kurzen Überblick über die geschichtlichen Hintergründe geben und dann beide Zeitabschnitte auf die Frage hin prüfen, ob die Konfessionsänderungen eine Einwirkung auf die Gerichtsverfahren zeigen.

2.4.1. Katholische Zeit bis 1522.

Schaut man sich die Prozesszahlen vor der Reformation genauer an, wird deutlich, dass in der katholischen Zeit Bremens seit Beginn des 16. Jahrhunderts eine verhältnismäßig stärkere Verurteilung zum Feuertod der Hexen vorzufinden ist, als irgendwann später in der Zeit der Reformation oder der Konsolidierung des Calvinismus. Ob diese Zahlen aufgrund der katholischen Kirche zu sehen sind, ist nicht nachweisbar. Wie schon in Kap. 2.3. ausgeführt, hatte die katholische Kirche in Bremen kaum Einfluss auf die Gerichtspraxis. Sie war zwar vertreten durch den Erzbischof bzw. seines Vogtes, dieser hatte aber kaum die Möglichkeit seine Interessen gegen den Rat durchzusetzen, so dass schon vor der Privilegiengebung seitens Kaiser Karl V. im Jahre 1547 nicht wirklich von einem richtigen erzbischöflichen Vogtgericht die Rede sein kann. Ebenso lassen die Anklagepunkte und Denunzierungsgründe eher auf nachbarschaftlichen Neid und verwandtschaftlichen Hass schließen, als auf christlich katholische Einwirkungen auf die Bevölkerung. So lässt sich die relativ hohe Anzahl von Anklagen und Verurteilungen bis 1525 eher auf die juristischen Begebenheiten zurückführen, als auf die katholische Kirche. Denn die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. erschien erst 1532, so dass eine Anklage aufgrund von Denunziationen jeglicher Personen möglich war und auch die Verurteilung auf Verdacht von Schadenzauber erfolgen konnte.

2.4.2.    Die Reformation in Bremen und ihre Folge für die Hexenprozesse.

2.4.2.1. Kurzer Überblick über die Reformation in Bremen.

<54>

Als 1522 der Augustinermönch Heinrich von Zütphen in Bremen Anfang November eintraf, wurde er sogleich von einigen Bürgern dazu gedrängt zu predigen und tat dies am 9. November in der Kapelle der St. Ansgariikirche. Laut Aussage einiger anwesender Zeugen soll er dabei Anstößiges gesagt haben. [325] Durch diese Äußerungen geriet Zütphen sogleich in Konflikt mit dem Domkapital und dem Ansgariikapital, welches ihm weitere Predigten in seiner Kirche untersagte. Der Rat hingegen erklärte sich für nicht kompetent, stand aber wohl in der Mehrheit auf der Seite Zütphens. Die Geistlichkeit suchte nun Hilfe bei dem Erzbischof Christoph von Verden, der eine Gesandtschaft nach Bremen anordnete, um damit die Auslieferung Zütphens zu erwirken. Zwischen Bremen und dem Erzbischof drohte sich ein Kompetenzstreit anzubahnen und der Erzbischof brachte diesen Streit am 11. Dezember vor den Landtag in Basdahl. Ein weiterer Schlichtungsversuch der Stände fand am 20. Dezember auf der Giehler Mühle statt, wo sich Bremen zum Schutz des Mönches verpflichtete, so lange ihm nichts Nachteiliges nachgewiesen werden würde. Am 10. März 1523 fand in Buxtehude eine Provinzialsynode statt [326] und es erschien Zütphen ratsamer zu sein, seine Auffassungen in Thesen niederzulegen, diese nach Buxtehude zu schicken und selber nicht dorthin zu gehen. Doch auch diese Synode blieb ohne Einigung, so dass am 21. Mai Ratsgesandte sehr bestimmt gegenüber Erzbischof Christoph auftraten und bestimmten, dass in Nürnberg der Reichstag ein Konzil zur Behandlung der Glaubensfrage verlangt habe und man bis dahin oder auch bis zu einer gerechten Untersuchung der Lehren Zütphens nichts gegen seine Lehren unternehmen wollte. [327] Als nun im August die Mönche des Paulsklosters jenes verließen, rissen einige übereifrige Bürger dieses Kloster sogleich ab, was der Erzbischof als einen Schlag gegen die Kirche auffasste. [328] Ab 1524 begann man nun zögernd doch mit großer Konsequenz neue Prediger anzustellen, so dass Jakob Probst aus Ypern in der Liebfrauenkirche und Johann Timann aus Amsterdam an der St. Martini angestellt wurden. [329]

<55>

Am 1. September 1524 lud Erzbischof Christoph erneut zu einem Landtag in Basdahl, wo er sich zufrieden geben wollte, wenn die Stadt Zütphen ausliefere und für die Zerstörung des Paulsklosters 100.000 Gulden bezahlen würde. Die Gesandten jedoch lehnten diese Forderungen ab [330] und Zütphen verließ im November die Stadt, da er von dem Pfarrer von Meldorf eingeladen wurde nach Dithmarschen zu kommen. Dort wurde er dann von aufgebrachten Bauern im Auftrag der katholischen Kirche aufgegriffen und verbrannt. [331] Noch im Jahr 1525 begannen die Pfarrer in fast allen bremischen Kirchen die katholische Messe nicht mehr zu lesen, wobei diese Entwicklung im Jahr 1528 ihren endgültigen Abschluss fand. [332] Zwei Jahre blieb es nun relativ ruhig in Bremen bis 1529 der Erzbischof Christoph ein Mandat vor dem Reichskammergericht gegen die Stadt erwirkte. Die Schwierigkeiten für Bremen bestanden vor allem darin, dass die Reichstagsbeschlüsse nur den Reichsstädten eine gewisse Selbstentscheidung in Religionsfragen zubilligten, nicht aber den Landesständen und Bremen war ein Landesstand des Erzstiftes. Fünf Monate später im November reichte Bremen eine Gegenklage gegen den Erzbischof ein und wies dabei auf zahlreiche Gewalttaten des Landesherren hin, woraufhin 1530 der Erzbischof zu Einhaltung des Landesfrieden verpflichtet wurde. [333] 1534 konnte nun endlich ein Kompromiss mit dem Erzbischof gefunden werden, indem unter anderem die Frage des katholischen Gottesdienstes bis zum allgemeinen Konzil vertagt werden sollte. Als Gegenleistung erließ der Rat dem Erzbischof offenbar eine hohe Geldsumme. Vor allem wurde der Kirche jetzt eine feste Ordnung gegeben, wobei die Prediger den Auftrag erhielten einen Entwurf zu liefern. Diese neue Kirchenordnung wurde 1534 vom Rat genehmigt und ging noch im gleichen Jahr in Druck. [334] Der neue Glaube sicherte sich in Bremen zusehends und war auch nicht mehr aufzuhalten. Dies musste auch Kaiser Karl V. feststellen, als er im Jahre 1541 zwischen die Fronten von dem Erzbischof und der Stadt Bremen geriet. Auf dem Reichstag von Regensburg, bei dem auch der Kaiser zugegen war, erreichten der Bürgermeister Diedrich Vasmer, der Ratsherr Johann Havemann und fünf weitere Ratsgesandten sogar sieben Privilegien, die eine wesentliche Erweiterung der bisherigen Rechte beinhalteten. [335] Immerhin erlangte der Erzbischof 1544 eine kaiserliche Erklärung, nach der die Privilegien keineswegs die Rechte des Erzstiftes verkürzen sollten. [336] 1548 kam es erneut zu Schwierigkeiten mit dem Kaiser, was Bremen fast die Reichsacht einbrachte. Denn als der Kaiser Gehorsam und 100.000 Gulden Bußgeld von der Stadt verlangte, lehnte diese ab, sowie bei weiteren Schlichtungsversuchen zwischen Erzbischof und Bremen. Sie wollte keine Konzessionen in Religionsfragen machen. Erst am 15. Dezember 1552 schaffte es die Regentin der Niederlande einen Vertrag zwischen dem Kaiser und der Stadt Bremen zu schließen. Bremen musste zwar auf die Lehnshoheit im Harlinger Land - ein lang gehegter Streitpunkt zwischen Bremen und dem Erzbischof - verzichten, wurde aber kaum zu weiteren Zugeständnissen veranlasst. [337]

2.4.2.2. Die Auswirkungen der Reformation auf die Hexenprozess in Bremen.

<56>

Der Einzug der Reformation hatte in Bremen wohl kaum einen größeren Einfluss auf die Verfolgungsaktivitäten gegen die Hexen, denn der Höhepunkt liegt zweifelsohne in der protestantischen Zeit, ja sogar in der Übergangsphase zum Calvinismus. Immerhin lässt sich für die Zeit zwischen 1522 und 1555 sogar eine Abschwächung der Verurteilungen nachweisen. Ob dies allerdings wirklich nur an der Reformation liegt, mag bezweifelt werden, da uns für die Zeit zwischen 1539 und 1549 sämtliche Zeugnisse und Protokolle fehlen.

Denn Luther selber war im eigentlichen Sinne kein Gegner der Hexenverfolgung. Schon die katholische Kirche benutzte Exodus 22,17 zur Legitimation der Verfolgung von Zauberern und Zauberinnen. Allerdings übersetzte die katholische Kirche den Vers mit „Die Zauberer sollst du nicht leben lassen“, was Malefikanten beiderlei Geschlechts einschloss. Luther hingegen benutzte die aus dem hebräischen Original stammende - grammatikalische richtige - weibliche Form. [338] In seinen Äußerungen bezüglich der Hexen selbst ist aber eine reine Fokussierung auf das weibliche Geschlecht nicht zu finden. Hier urteilte Luther im Einklang mit den katholischen Stimmen.

... weil Zäuberei ein schändlicher, gräulicher Abfall ist, da sich einer von Gott, dem er gelobt und geschworen ist, zum Teufel, der Gottes Feind ist, begibt, so wird sie billig an Leib und Leben gestraft. [339]

<57>

Daher forderte er in der Konsequenz die gleiche Strafe wie die eifrigsten Protagonisten der Hexenverfolgung, teilte jedoch den Glauben an die teuflischen Sekten von Hexen und Hexern nicht in derselben Weise. Denn für ihn war es von Bedeutung, dass Hexen nur im Rahmen des göttlichen Willens agieren konnten, genauso wie der Teufel selbst. Die Strafwürdigkeit ergab sich demnach einzig aus dem Willen der Hexe, sich dem Bösen dienstbar zu unterwerfen. Daher forderte Luther ein Ende von Magie, Zauberwerk aber auch Aberglauben und kriminalisierte auf breiter Ebene sämtliche volksmagischen Praktiken. [340]

Diese Auffassung Luthers spiegelt sich allerdings sehr wohl in den Urgichten der Reformationszeit wieder. Bis 1520 wird deutlich, dass die Zauberin oder der Zauberer in Bremen zwar gelegentlich die Hilfe des Teufels in Anspruch nahmen, sich aber nicht mit ihm verbündete und keine Allianz mit ihm bildeten. Ab ca. 1530 wird der Teufel in den Urgichten zunehmend „aktiver“ und auch die Abschwörung vom Glauben zeichnet sich zunehmend ab.

Die protestantische Kirchenordnung von 1534 befasst sich ebenfalls mit dem Thema der Zauberei. Sie sah unter anderem für byloven, worunter ganz allgemein die Abweichung von der herrschenden kirchlichen Lehre (auch Zauberei und Ketzerei) zu verstehen ist, den Bann, das heißt den Ausschluss vom Abendmahl vor. [341] Inwiefern dieses in der Praxis angewendet wurde, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Dies mag vielleicht aber auch daran liegen, dass in der Zeit bis 1558 der Hauptteil der Angeklagten Frauen und Männer zum Tode verurteilt und in nur vier Fällen Stadtverweisung angeordnet wurden.

    2.4.3.     Hexenverfolgung in der Zeit des Calvinimus.

2.4.3.1. Kurzer Überblick über die Konsolidierung des Calvinismus in Bremen.

<58>

1547 kam Albert Rizäus Hardenberg nach Bremen und wurde auf Empfehlung des Grafen Christoph von Oldenburg der neue Prediger am Dom. Zunächst blieb es in Bremen recht ruhig bis es 1555 zu Streitigkeiten zwischen ihm und Johann Timann kam. Dabei ging es um das Abendmahl, von dem Hardenberg behauptete, dass in Brot und Wein zwar Leib und Blut Christi wirksam seien, dass sie aber nicht substantiell Leib und Blut Christi sind, wie Tiemann nach dem Vorbild Luthers weiterhin behauptete. Die Auffassungen Hardenbergs standen somit denen von Zwingli und Calvin recht nahe, was ihn bei den Lutheranern ziemlich verdächtig machte. [342]

Der Streit entbrannte dann endgültig um die Ubiquität [343] und der Rat sah sich hineingezogen, da Timann ihm das Buch „Allerlei übereinstimmende Sätze von der wahren und katholischen Lehre des Abendmahls“ gewidmet hatte. Aber auch die Tatsache, dass sich ein Konflikt anbahnen konnte, der durch eine Abweichung von der Augsburger Konfession außenpolitische Schwierigkeiten heraufbeschwören konnte, trug zu der Einmischung des Rates bei. Eine Einigkeit herrschte im Rat allerdings nicht, denn Bürgermeister Daniel von Büren der Jüngere [344] und drei Ratsherren hielten zu Hardenberg. Ebenso stellten sich ohne besonderes Zutun Hardenbergs die Masse der mittleren und unteren Bürgerschichten auf seine Seite und rüttelten somit an der Allgewalt des Rates und der Prediger. [345] Selbst als am 17. Februar 1557 Johann Timann verstarb hatte der Streit kein Ende, so dass sich seit dem 13. April auf Drängen der Städte Lübeck, Hamburg und Lüneburg, König Christian III. von Dänemark einmischte und forderte, dass sich Bremen dem „Wolfe“ entledigen sollte. [346] Auch der neue Erzbischof Georg, der ein mild-katholischer friedfertiger Mensch war, versuchte 1558 in dem Streit zu vermitteln. Auf einem, von ihm einberufenen Landtag in Basdahl im April lehnte er zunächst einmal eine Verdammung Hardenbergs grundsätzlich ohne Nachweis von Irrlehren ab, während der Rat sich beständig weigerte irgendwelche Universitätsgutachten anzuerkennen. [347] Eine Praxis, die sich auch in dem Umgang mit Hexerei- und Zaubereidelikten wieder findet. 1561 verließ Hardenberg mit seiner Frau die Stadt und stand dann unter dem Schutz des Grafen Christoph von Oldenburg, doch in Bremen beruhigten sich die Gemüter nicht. [348] Am 3. Januar 1562 wurde ein Anschlag am Rathaus gemacht, worin Hardenberg zum Ketzer erklärt und es untersagt wurde seine Lehren heimlich oder öffentlich zu unterstützen. [349] Nun traten neben Daniel von Büren noch 20 Bürger mit einem Sprecher vor und übergaben eine Liste von Forderungen, die auf Aufhebung aller Maßnahmen gegen die Anhänger Hardenbergs hinausliefen. [350]

<59>

Als der Rat nach dem Willen der Gemeinde aufgeforderte wurde, außerhalb der Stadt zu klären, dass Bremen sich zur Konfession halte und dass man sich in kirchlichen Fragen vertagt habe, da waren viele Ratsherren nicht dazu bereit. So zogen dann seit Gründonnerstag zahlreiche Bürgermeister und Ratsherren aus der Stadt. Von Rat und Wittheit waren außer Daniel von Büren und seinen drei Freunden nur noch drei weitere Ratsherren zurückgeblieben. [351] Der Erzbischof in Verden versuchte am 28. Mai erneut eine Schlichtung, wo Bericht und Gegenbericht vorgetragen wurden. Die Ausgewichenen lehnten den Erzbischof allerdings als Schlichtungsinstanz ab, weil sie annahmen, dass er gegen sie gestellt sei und wandten sich mit ihrer Klage am 1. Juni an den niedersächsischen Kreistag in Lüneburg. [352] 1567 kam es endlich zu einer Einigung zwischen der Stadt Bremen und den Ausgewichenen. Man verpflichtete sich beiderseits auf die Augsburger Konfession; die Ausgewichenen sollten als einfache Bürger zu ihrer Familie und ihrer [353] Habe nach Bremen zurückkehren dürfen, zudem mussten sie einen neuen Bürgereid schwören und konnten wieder in den Rat gewählt werden. Dieser so genannte Verdener Vertrag wurde am 3. März in Verden unterzeichnet. [354]

Doch nahm die Konsolidierung des Calvinsmus kein Ende. Im Sommer 1571 versuche der Herzog Julius von Braunschweig noch einmal die bremischen Prediger an das lutherische Glaubensbekenntnis zu binden, doch hatte er damit keinen Erfolg. [355] Die endgültige Annahme der calvinistischen Glaubenslehre dürfte mit dem Eintreffen Chirstoph Petzel, 1580, angenommen werden. Mit seiner Übernahme der Predigten an der St. Ansgarii gerieten die kirchlichen Angelegenheiten immer mehr unter seinen Einfluss [356] und da er eng mit Bürgermeister Daniel von Büren verbunden war sorgte er auch im städtischen Leben für Neugestaltungen. [357]

2.4.3.2. Die Auswirkung des Calvinismus auf die bremische Hexenverfolgung.

<60>

Jean Calvin selber stand zu den Hexenprozessen ähnlich wie Luther. So sprach er von einem ständigen Kampf, den die Christenheit gegen den Teufel zu führen hätte. [358] Zu den Zauberinnen sagte Calvin, dass die Bibel es uns lehrte, dass es Zauberinnen gebe und dass sie getötet werden müssen. Gott, so Calvin, befiele ausdrücklich, dass alle Hexen und Zauberinnen hinzurichten seien; und dass dieses Gesetz Gottes allgemeingültig sei. [359] Seiner Ansicht nach, sollte die Staatsregierung die Zauberer zur Ehre Gottes ausrotten und mit Feuer und Schwert gegen die Feinde Gottes vorgehen. [360] So wurden kurz nach Calvins Einzug in Genf 1545 mehrere Männer und Frauen als Hexen verbrannt und Calvin drängte aktiv auf Ausdehnung und Verfolgung der Hexen. [361]

Diese Handlung und Ansichten Calvins stehen sehr im Gegensatz zu den calvinistischen Generalstaaten, die den Hexenjagden eher skeptisch gegenüberstanden. [362] So lehnten in einigen deutschen Ländern, darunter die calvinistische Kurpfalz die Regierungen Hexenhinrichtungen generell ab. [363] Es gibt aber auch andere Stimmen, wie z.B. in der Grafschaft Hessen-Kassel, die seit 1604 calvinistisch wurde und über 250 Prozesse durchführte. [364]

<61>

Aber auch für Bremen lässt sich eine Änderung in der Hexenverfolgung und Verurteilung in der Zeit zum Übergang zum Calvinismus feststellen. Bis ca. 1558 betrug die Anzahl der Zaubereiprozesse insgesamt 18 mit etwa 14 Todesurteilen durch Verbrennung, Köpfung oder Hängung. Stadtverweisungen sind in dieser Zeit etwa viermal nachzuweisen. Urfehdeschwüre sind für diese Phase überhaupt nicht belegt. Mit dem Übergang zum Calvinismus ändert sich dieses Bild stark. So wurden zwar bis 1603 ca. 22 Personen als Zauberer oder Zauberinnen angeklagt, aber nur etwa 6 wurden durch den Feuertod bestraft. Insgesamt sind für diese Zeit 14 Urfehdeschwüre nachweisbar (Siehe Abbildung 1), was angesichts der deutschlandweiten Entwicklung sehr ungewöhnlich erscheint. Zwar musste der Angeklagte bei der Urfehde zugeben, dass er eigentlich schuldig sei und sein Leumund dürfte für die nachkommende Zeit zerstört gewesen sein, doch gilt diese Art der Verurteilung als relativ milde. Ob diese Zahlen einzig auf den Calvinismus zurückzuführen sind, bleibt unklar. Sie zeigen aber trotzdem schon im Vergleich mit anderen calvinistisch geprägten Regionen, wie z.B. Emden [365], was in Größe und Umfang ungefähr der Stadt Bremen entspricht, wo 1544 eine Hexe den Feuertod starb, durchaus eine mögliche Erklärung. Dieser Fall in Emden ist der einzige Fall, der überliefert ist und zudem in die calvinistische Zeit der Stadt gehört.

Abb. 1: (Zur Vergößerung klicken.)

Für Bremen lässt sich jedenfalls feststellen, dass möglicherweise die Annahme der calvinistischen Lehre die Hexenprozessaktivitäten durchaus verändert und zu einer milderen und besonneneren Urteilsfindung beigetragen hat.

3. Hexenprozesse in der Stadt und der Grafschaft Oldenburg.

3.1. Vier Prozesse in der Stadt Oldenburg von 1497 bis 1589 und ein kurzer Überblick über die Hexen- und Zaubereiprozesse in der Grafschaft Oldenburg.

<62>

Für die Stadt Oldenburg lassen sich im Untersuchungszeitraum lediglich zwei Prozesse als gesichert nachweisen, zwei weitere können angenommen werden. Gerhard Schormann stellt dazu fest, dass wenn jeder Hinweis auf solche Prozesse fehlt, eine Massenverfolgung ebenso unwahrscheinlich ist. Der Quellenbestand des 16. und 17. Jahrhunderts kann in der Stadt Oldenburg keinesfalls als ungewöhnlich schlecht bezeichnet werden, dennoch erwähnt Schormann nur einen einzigen Prozess als gesichert und zwar ein Zeugenverhörprotokoll, welches sich im Niedersächsischen Staatsarchiv Oldenburg befindet. [366]

Dennoch ist die Anklage gegen Zauberinnen schon früher belegt. Als erstes Protokoll lässt sich eine Urfehde aus dem Jahr 1497 dokumentieren. Mette Gerd Meygers husfrowe borgersche tho Oldenborch schwörte der Stadt Oldenburg am 10. November 1497 Urfehde. [367] Die Bezeichnung Bürgerin zu Oldenburg muss dabei noch lange nicht heißen, dass Mette tatsächlich von Geburt an eine borgersche der Stadt war. In Oldenburg war es jedoch Praxis, dass jeder Zuwanderer, der das oldenburgische Bürgerrecht gewinnen wollte, in der Lage sein musste, sich und seine Familie ernähren zu können. Dennoch gibt es Ausnahmen, so dass sich gelegentlich Mägde unter den neu aufgenommenen Bürgern finden und nicht selten wurde auch gleich die Ehefrau eines Zuwanderers mit dem Bürgerrecht ausgestattet. [368] Zuwanderer mussten der Stadt Oldenburg ein Bürgergeld zahlen, sich also sozusagen „einkaufen“. Zudem mussten alle, die ins Bürgerrecht eintraten, ob sie nun zugewandert oder einheimische Bürgerkinder waren, den Bürgereid leisten. Dabei gelobten und schwörten sie dem Rat und der Stadt getreu zu sein, sich in ihren Rechtsangelegenheiten an die städtische Gerichtsbarkeit zu wenden, aber auch sich der gesamtstädtischen Verpflichtungen gemäß in Treue an die Grafen zu halten. [369] In dem Urfehdeschwur der Mette ist zudem noch die Bezeichnung husfrowe von Interesse, da diese normalerweise nicht den Zusatz Bürgerin erhielten und wenn, dann nur sehr selten. [370]

<63>

Doch was waren die Anklagepunkte gegen Mette. Sie gestand dass sie tho der galgen was ghegan (...) und sned dar III spone af unde lede se an en kros vul beres und gaf enen knechte Roben ghenompt tho drynken vor dat kolde. [371] Dies geschah wohl aus dem guten Glauben, dass die dem Galgenholz bleibend innewohnende Lebenskraft der Gehängten den Kranken Robert von seinem Schüttelfrost, bzw. seiner Erkältung befreien könnte und ihm wieder auf die Beine helfen würde. [372] Diese Anwendung eines Heilzaubers scheint für die Stadt Oldenburg keine Seltenheit gewesen zu sein, wurde aber anscheinend nicht sehr häufig geahndet. Dieser Umstand erklärt sich in erster Linie daraus, dass bis 1597 kein Mediziner in der Stadt Oldenburg lebte. Dieser, von Graf Johann VII. 1597 berufene, akademisch ausgebildete Mediziner war auch dann zunächst für die Gesundheit der Grafen und ihren Hofstaates verantwortlich. [373] Bis zum Eintreffen des Mediziners, waren die Oldenburger Mitbürger hauptsächlich auf die Hilfe eines Baders oder Barbierers angewiesen. Bis 1585 hatten sich in Oldenburg fünf Barbiere niedergelassen und erreichten von Graf Johann VII. ein Amt, bzw. bekamen ein Zunftrecht beurkundet. Dieses grenzte die Anzahl der Barbiere auf stetig fünf Menschen ein, die den Funktionen ihres Barbieramtes nachkommen sollten und zwar nicht nur für die Stadt, sondern auch in den Dörfern der „Hausvogtei“ rings um Oldenburg. Die Beschreibung ihrer Tätigkeit konzentrierte sich vor allem auf den Umgang mit Menschen, die verwundet oder ansonsten krank waren. Die Barbiere ihrerseits ließen sich, mit Einführung des Zunftrechtes - und sicher auch vorher - gut bezahlen und achteten peinlich darauf, dass ihrer nicht mehr als fünf Meister im Amt waren. [374] Dieser Zusammenschluss der fünf Barbiermeister zur Zunft beinhaltete selbstverständlich ein Tätigkeitsverbot für Personen, die sich ohne Zunftangehörigkeit mit ihren Heilpraktiken an Patienten versuchten. Doch gab es Krankheiten genug, für welche die Barbiere nicht ausgebildet waren und für deren Heilung die Betroffenen anderweitige Auskünfte und Hilfen suchen mussten. [375] Und so wandte sich der Knecht Robert gewiss an Mette Gerd Meygers, um von ihr Hilfe für seinen Schüttelfrost zu erhalten.

<64>

Mette war sich ihrer Verfehlung anscheinend bewusst, denn sie gestand unghepeinigt [376], das heißt ohne Anwendung der Folter und ihr wurde somit die Gnade des Grafen Johann V. zuteil. Die Erwähnung der Folter lässt immerhin darauf schließen, dass diese Art der Wahrheitsfindung in Oldenburg keineswegs unbekannt war und wohl auch angewandt wurde. [377] Jedenfalls befreite Graf Johann V. die arme Angeklagte aus der Haft und weiterer Strafverfolgung, was in der Urgicht mit einer schon fast überheblichen Ehrenbekundigung genau festgeschrieben wird.

... doch gnade varth ik an den eddelen wohlgebarenen juncheren Johanne tho Oldenborch unde Delmenhorst greven dorch synen gnaden, vruntlik bede gheschen an den rat tho Oldenborch vrig qwid leddich und los, synen gnaden untwidet ... [378]

Ob allerdings einzig die Fürsprache des Grafen für die Freilassung von Mette gesorgt hatte, ist nicht eindeutig zu belegen. Denn als Bürgen dieses Urfehdeschwures werden Gerd Meyger und seine Söhne Dirik Wadenbeke und Gerd Meyger der Junge [379] genannt, so dass ebenso daraus zu folgern ist, dass die Fürsprache und Bürgschaft der Familie von Mette für ihre Freilassung verantwortlich sind.

Die Zeugen, die diese Urfehde siegelten waren ein Ratmann, Knappe Ertmann Menstorp und der Drost Gevert von der Bollen. Der Drost verfügte über eine der wichtigsten und herausragenden Position im gräflichen Dienst. Er war ein Mann, der unterschiedliche politische, militärische, ökonomische und auch richterliche Kompetenzen in seinem Amt verband. [380] Zu seinen Hauptaufgaben gehörten die Landesverteidigung und der lebenswichtige Deichbau an den Seeküsten und Flussufern. Zudem war er für die Organisation des gräflichen Hofes verantwortlich und kontrollierten dort die öffentlichen Einnahmen. Als stimmberechtigtes Mitglied gehörte er dem Hofgericht an und wohnte eben auch den Gerichtssitzungen bei. Dabei verfolgte er Gesetzesbrecher, brachte sie in Haft und leitete die gerichtliche Untersuchung. So hatte der Drost neben dem gräflichen Vogt eine Vertretungsposition des Grafen inne. Erst als zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Schreibstube des Grafen zugleich die Funktionen des Hofgerichtes wahrnahm und diese somit zur Kanzlei wurde, entstand dem Drost in der Person des Kanzlers eine erhebliche Konkurrenz. [381]

<65>

Für die Urfehde von Mette ist dabei entscheidend, dass der Drost als Zeuge unterzeichnete und vermutlich auch die Leitung dieser Gerichtsverhandlung innehatte. Zudem dürfte er Mette auch in Haft genommen haben. Wodurch bzw. durch wen Mette allerdings denunziert wurde, wird in dieser Urfehde nicht genannt.

In der Urfehdeabschrift wird am Ende erwähnt, dass sie gescreven na der bort Christi unses hern dusent vierhundert unde seven unde negentlich des avendes Martini episcopi. [382] Dies lässt den Schluss zu, dass diese Urfehde von einem amtlichen Gerichtsschreiber verfasst wurde. Und tatsächlich findet sich ab 1490 ein hauptamtlicher Schreiber in den Diensten des Rates zu Oldenburg. Dieser wird vermutlich klerikalen Standes oder wenigstens klerikaler Bildung gewesen sein, wie die Schreibform seines Namens Hermanus andeutet. Hermanus hingegen wird diese Urfehde nicht verfasst haben, da er 1495 verstarb [383], es lässt sich aber vermuten, dass sein Amt nach seinem Tod neu besetzt wurde. Dennoch darf man den Schreiber der Stadt Oldenburg nicht als einfachen Diktatempfänger bezeichnen, da er nicht nur über die elementaren Kenntnisse des Lesens und Schreibens verfügte, sondern auch einige Gelehrsamkeit und Rechtskenntnisse besaß und damit dem Rat in Oldenburg beratend zur Seite stand. [384]

<66>

Nach der Quellenlage in Oldenburg bleibt es nun bis 1534 ruhig. Für dieses Jahr findet sich im Oldenburger Urkundenbuch eine Rechtsbelehrung vom 6. Januar, die der Rat der Stadt Bremen dem Rat der Stadt Oldenburg zugesandt hatte. Diese beinhaltet eine Belehrung über allerlei Punkte des Bremischen Stadtrechtes und es wird dabei deutlich, dass der Rat der Stadt Oldenburg zuvor eine Anfrage um Auskunft verschickt hatte.

So gy kortes hirbevoren an uns gescreven unde gutlick van uns begeredt, ... [385]

Da die Anfrage der Stadt Oldenburg an Bremen nicht mehr vorhanden ist, bleibt fraglich wann genau Oldenburg angefragt hatte. Geht man von einer ähnlichen Dauer, wie bei der Versendung von Gerichtsakten an Juristenfakultäten aus, kann möglicherweise von einer Bearbeitungsdauer von zwei bis drei Wochen, manchmal sogar vier Wochen, ausgegangen werden. [386]

In der Auflistung der Anfragepunkte von Oldenburg befindet sich auch die Erwähnung eines Falles, wo eine Bürgerin eine andere Bürgerin als Molckentoversche bezeichnet hatte.

iffte dat ene borgersche de anderen vor ene molckentoverschen schulde etc. [387]

<67>

Wie genau diese Beschuldigung ausgesehen hat und wie viele Frauen insgesamt in diese Angelegenheit verwickelt waren, wird durch dieses Dokument nicht geklärt. Der Rat der Stadt Bremen gibt gemäß seinem Stadtrecht folgende Anweisung.

So wor ener unser borger den anderen umme scheldewordevor deme rade ansprickt dat de boklagede nicht vornenen kone, szo moth he ver wekene ein inlager holden unde don deme klegere darna ene stadesßone unde brickt an den kemerer twe Bremer mark. Sin idt ock twe frouwen, so modt de boklagede de tew mark brecken, oversth des inlagers is se gefriget etc. [388]

Interessant ist hierbei, dass es sich weniger um einen Hexenprozess handelt, als vielmehr um einen Beleidigungsprozess. Denn schließlich wird von einer Beschuldigung und nicht von einer eigentlichen Benennung, wie wir sie in Hexenprozessen im Zusammenhang mit Hexensabbaten häufig finden, gesprochen. Die Antwort lässt diese Vermutung ebenfalls zu. Denn der Rat spricht von scheldeworde [389], also Schimpfworten. Von einer Untersuchung wie in Hexenprozessfällen und Beweisführung ist keine Rede. Der Beklagte - also derjenige, der die Beleidigung ausgesprochen hat, muss eine Einlagerung – einen Hausarrest - leisten und der Klägerin - die vermeintliche Molckentoversche - eine Erstattung, also ein Wiedergutmachung erbringen. Die Einlagerung konnte auch in Form von einer Zahlung von zwei Bremischen Mark an den Kämmerer erfolgen. So lässt sich also möglicherweise rekonstruieren, dass eine Bürgerin dem Rat der Stadt Oldenburg eine andere Frau benannte, die sie als eine Milchzauberin bezeichnete. Der Rat fühlte sich anscheinend überfordert und fragte gemäß seines Stadtrechtes [390] bei dem Rat der Stadt Bremen an. Der Rat der Stadt Bremen erkannte richtig einen Beleidigungsprozess und gab dementsprechend seine Anweisung auf Einlagerung und Wiedergutmachung gegenüber dem Kläger und der Stadt Oldenburg. Es kann also davon ausgegangen werden, dass dieser Fall keine weiteren Untersuchungen oder Anklagen nach sich zog und somit als abgeschlossen gelten kann.

<68>

Gustav Rüthning gibt im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 3 an, dass sich bei seiner Untersuchung eines Aktenbündels im Staatsarchiv ein Milchsegen aus dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts befunden hatte. Er stellt dabei fest, dass es möglich sei, dass dieser Milchsegen bei dem Prozess aus dem Jahre 1534 eine Rolle gespielt hatte. Diese Feststellung teile ich jedoch nicht. Der Milchsegen ist insgesamt sehr christlichen Inhaltes und enthält wenige kabbalistische oder ähnliche Aussagen, wie wir sie bei dem Prozess gegen Severin Fricke [391] kennen gelernt haben. Herbert Schwarzwälder geht davon aus, dass dieser Milchsegen eher von einem ländlichen Geistlichen verfasst wurde, da die Sprache und der Inhalt eindeutig in die katholische Zeit passt. [392] Dies beweist möglicherweise auch folgender Inhalt:

Dat vorbede ick dy du quade wiff by sunte Peter by sunte Paul by den veer ewangelisten unde by den twolff apostelen unde by alle Godes hilligen; ... [393]

Sollte dies zutreffen, wäre auch die zeitliche Ansetzung von dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts falsch, da die katholische Zeit in Oldenburg bis spätestens ca. 1548 anzusetzen ist, da ab hier Graf Anton I. alle neu angestellten Geistlichen auf die Augsburger Konfession verpflichtete. [394]

Ebenso hätte der Rat der Stadt Bremen wahrscheinlich durchaus anders in seiner Rechtsbelehrung entschieden, wenn er von einem Beweisstück wie diesem Milchsegen gewusst hätte. Wie andere Fälle in Bremen beweisen [395], wurden bei ernstzunehmendem Schadenzauber andere Urteile gefällt, die nicht unbedingt zu einem Todesurteil führen mussten, aber dennoch einen Zaubereiprozess nach sich zogen. Von einer Anweisung zu Einziehung der Beschuldigten und zu peinlichen Befragung ist jedoch in der Rechtsbelehrung in keiner Weise die Rede.

<69>

Für den 28. April 1545 ist eine weitere Rechtsbelehrung durch den Rat der Stadt Bremen überliefert, die in ihrem genauen Inhalt in Kapitel 4.1. dargestellt wird. Wichtig ist zunächst nur, dass auch hier die Belehrung aufgrund einer Anfrage des Rates von Oldenburg geschah. Allerdings scheint hier die Anfrage tatsächlich wegen eines laufenden Zaubereiprozesses abgesendet worden zu sein. Schließlich schreibt der Rat von Bremen, dass de gy an uns mit instruction und bevel umb anwisunge von wegen der frowen, so by Jw bewander toverie halten fencklich bestrickt sin scholen. [396] Es hat sich hier demnach um einen Prozess gehandelt, bei dem vermutlich mehrere Frauen verstrickt waren, da hier eindeutig von der Mehrzahl von Frauen gesprochen wird. Auch werden keine Männer erwähnt, so dass davon auszugehen ist, dass auch keine Männer in diesem Prozess verwickelt waren. Offenbar war in dieser Prozesssache auch eine gewisse Eile gefordert, da der Rat davon spricht, dass wy uns Jw tho gefallen by einander vorfoget und der dinge halven notturfftich beraden. [397] Unklar bleibt indes wie genau dieser Prozess zustande kam, welche Anklagepunkte angesprochen wurden, dass heißt, ob hier ein vollendeter Schadenzauber oder Vergiftungsversuch vorlag. Um eine Beleidigungsklage, wie in dem Fall von 1534, scheint es sich hier jedoch mit Sicherheit nicht gehandelt zu haben, da der Rat der Stadt Bremen eindeutige Anweisungen gibt, wie mit Frauen zu verfahren ist, die der Zauberei angeklagt sind. Auch sind die angeklagten Frauen inhaftiert worden, so dass davon auszugehen ist, dass die Anklageerhebung nicht durch eine Denunziation verursacht wurde, sondern durch einen schlechten Leumund und hauptsächlich durch eine Klageerhebung durch den Rat der Stadt Oldenburg selbst. Ob diese jedoch durch einen Bürger veranlasst wurde, muss unbeantwortet bleiben. Ebenso wissen wir auch nicht, wie der Rat der Stadt Oldenburg auf diese Belehrung durch Bremen reagierte und mit dem Prozess gegen die Frauen verfuhr. Denn es finden sich keine weiteren Hinweise auf diesen Prozess, so dass hier nur die Spekulation über eine Freilassung gegen Urfehde angenommen werden kann. Denn da, wie schon erwähnt, die Quellenlage der Stadt Oldenburg während des 16. und 17. Jahrhunderts keineswegs als schlecht bezeichnet werden kann, wäre möglicherweise eine Verurteilung der Frauen in irgendwelchen anderen Quellen zu finden. Schließlich waren ein Prozess und eine Verurteilung gegen eine Hexe in Oldenburg anscheinend eine ausgesprochene Seltenheit, so dass dies 1545 sicherlich zu einer gewissen Aufruhr geführt hätte. Als gesichert kann demnach nur gelten, dass in Oldenburg 1545 mindestens zwei Frauen der toverie angeklagt worden sind.

<70>

Der letzte nachweisbare Zaubereiprozess für Oldenburg fand im Jahre 1589 statt, als Katharina Deters der Toverie angeklagt wurde. Erhalten geblieben ist uns dazu leider nur ein Zeugenverhörprotokoll vom 21. Oktober, welches allerdings hinreichende Informationen liefert. Dieses Verhör fand im Rathaus von Oldenburg statt und wurde in Gegenwart von Heinrich Stoes von Albert Strohschneiders Bürgenß Conradt Stetmar der Rechte Linerat und Landrichter zu Jever Brains Vesteelhor und Reinecke Jeddelho Rathsfreinden Johannes Goetes durchgeführt. [398] Ob diese Zeugen auch gleichzeitig als Ermittler angenommen werden können, ist nicht gesichert. Vermutet man jedoch, dass diese Befragung ähnlich wie in Bremen, durch Kämmerer, also jüngere Ratsherren, durchgeführt wurde, könnten möglicherweise Brains Vesteelhor und Reinecke Jeddelho das durchführende Organ der Vernehmung gewesen sein. Conrad Stetmar, der Richter von Linerat und Landrichter zu Jever, bezieht hier anscheinend die Position eines gräflichen Richtervogtes. [399] Möglicherweise ist er aber auch nur ein Stellvertreter des gräflichen Richtervogtes, da dieser für gewöhnlich bei solchen Befragungen nicht zugegen war. Ebenso wird in diesem Protokoll nicht aufgeführt, wer dieses Protokoll verfasst hatte. Es ist aber anzunehmen, dass hier Henning Veltmann das Protokoll schrieb, da er seit 1575 nachweisbar in der Stadt Oldenburg als notarius verfügbar war. [400]

Nach Auflistung der einzelnen Zeugen, die befragt worden sind, enthält das Protokoll einen Vermerk über den Eid, den die Zeugen zu leisten hatten. Nämlich auf den gnedigen Herrn und einen Erbarn Rat der Stadt Oldenburgh [401], was deutlich macht, dass dieser Prozess im Auftrag des Grafen und des Rates geführt wurde. Eigentlich war es dem Rat der Stadt Oldenburg nicht gestattet in Halsgerichtsbarkeiten zu verhandeln, da dieser Bereich ausschließlich in das Tätigkeitsfeld des gräflichen Richtervogtes fiel und damit in den Herrschaftsbereich des Grafen selbst. Und obwohl der Graf dieses Recht 1510 sich noch einmal vom Rat ausdrücklich bestätigen ließ [402], gab es anscheinend durchaus Fälle, in denen der Rat eigenständig Leibesstrafen verhängte. Schließlich machte 1592 Graf Johann II. noch einmal nachdrücklich deutlich - in Zusammenhang mit Ehebruch -, dass nur er bzw. sein gräflicher Richtervogt die Erlaubnis habe, Leibesstrafen zu verhängen. [403]

<71>

Drei große Punkte stehen bei der Vernehmung der Zeugen gegen Katharina Deters im Vordergrund. 1. der Tod der Jungfer von Linnen, 2. die plötzliche Erkrankung des Gerd Tolstede und 3. die Krankheit der Kinder von Hinrich Eschen. Und obwohl kaum einer der Zeugen die Detersche persönlich gekannt hatte und fast alle einheitlich erklären, dass ihm von seiner Perßohne von der gefangenen Deterschen nichts bößes bewußt [404], hat doch jeder eine Kleinigkeit zur Aufklärung des Falles beizutragen. Was war also genau mit der armen bereits verstorbenen Jungfer von Linnen geschehen? Über die genauen Umstände ihrer Erkrankung erfahren wir aus dem Protokoll nichts, nur dass sie anscheinend zu Lebzeiten, Katharina Deters die Schuld für ihr Leiden gab. So sagte Hermann Kloppenborch aus, dass die Jungfrau von Linnen ihm an ihrem Sterbebett mitteilte, dass sie von den boßen Teuffeln so geplaget werde und dass es zu erbarmen sei, dass sie weg Katharinen Deters so erbarmlich sterben müßen. [405] Unter welchen Umständen sie nachher tatsächlich starb ist nicht ersichtlich, die tödliche Bezauberung durch Katharina Deters steht aber offenbar für alle Zeugen fest. Auch soll sie, während die von Linnen im Sterben lag, um deren Haus gewandelt sein, und als die Totenwächter versuchten sie zu ergreifen, sei sie weggelaufen und hinter der Brücke von Johann Vogts verschwunden.

...ungehorten schrecklichen laut drei mal geruefen Bua, Bua, Bua und alsofort darauf dorch die brugge in die Hoen gefallen das es geplumbet, ... [406]

Helmrich Kloppenborch bestätigte diese Aussage und fügte noch hinzu, dass sie, als er sie erblickte, einen Pelz auf dem Rücken hatte.

Dennoch scheint dies nur einer der Hauptanklagepunkt gewesen zu sein, denn es wird von den Zeugen noch allerlei anderer Schaden berichtet. Hinrich Eschen sagte aus, dass seine Kinder erkrankten, nachdem die Detersche im Hause war und wieder genasen, als Hinrich sie seinerseits verfluchte. [407]

<72>

Jacob Tronneber erklärte, dass er die Detersche auf einen Fest kennen gelernt hatte und als er mit ihr tanzen wollte, sie sich zunächst zierte und ihn später sogar verfluchte. Dabei soll ihm queel deßhalben widerfahren [408], das zumindestens soll sie gesagt haben. Nach dieser Verfluchung soll er auch alsbald krank geworden sein und erst wieder genesen, als er - auf Anraten einer anderen Person - die Detersche verprügelte, bis sie blutete. Dennoch schien sein Ärger mit der Deterschen noch nicht beendet gewesen zu sein, denn als er sie mit seinem Boot auf einer Brücke traf und ansprach, beschwörte sie ihn erneut und sorgte mit einem Zauberspruch dafür, dass sein Boot kenterte, obwohl das Wetter herrlich und ruhig war, genauso wie der Fluss. Dies geschah ihm dann noch ein zweites Mal mit der Katharina Deters, wo er ertrunken wäre, wenn ihn Gerdt Goedene nicht gereeten hätte. [409]

Am Aufsehen erregensten war wohl die Verzauberung von Hinrich Tolsteden. Seine Schwester Hille sagte aus, dass die Deters und ihr Sohn einen Hof hatten, den der Sohn ihrem Bruder verkaufen wollte. Daraufhin hatte die Detersche Hinrich verflucht.

..., daß du mein Sohn meinen Hoff abgekauffet, es soll kein acht tag wehren sollt es auf dem bedde verzehren. [410]

Dirich Vastenauw bestätigte diese Verzauberung und auch, dass Hinrich schwer erkrankte. Hille stellte dann einen Sud mit drei Nähnadeln und einem Schafsherzen in tausend Teufels Namen her, was ihm wohl auch half. [411] Diese Erwähnung eines solchen Heilzaubers ist für eine Zeugenaussage schon sehr ungewöhnlich, da hier Hille auch in große Schwierigkeiten hätte geraten können. Denn die Herstellung eines solchen Sudes in tausend Teufels Namen ist sicherlich nicht christlich und gottesfürchtig. Es ist aber nichts von einem weiteren Verfahren bekannt, so dass angenommen werden kann, dass Hille keine weiteren Untersuchungen über sich ergehen lassen musste.

Jedenfalls soll es nun bei der Einnahme des Trankes zu einer seltsamen Erscheinung in Form eines Wurmes gekommen zu sein. Laut Hille hatte Hinrich diesen ausgeschieden, aber keiner konnte ihn zu fassen kriegen. Geßke Tolsteden, Hinrichs Ehefrau, bestätigte diese Erscheinung und erklärte, dass ob sie woll den Wurm in der handt gehabt hab sie denselben nicht anhalten konnen. [412]

<73>

Diese Zeugenaussagen wurden Katharina vor inn und nach der Tortur vorgehalten und von den gezeugen ihr ins angeßicht gesagen. [413] Wie schon bei der Urgicht der Mette Gerd Meygers, wird auch hier deutlich, dass der Rat der Stadt Oldenburg die Folter kannte und auch anwendete. Wie genau die Folterung ausgesehen hat, ist nicht nachvollziehbar. Sie wird aber ähnlich, wie auch in Bremen, in Form von vier Graden stattgefunden haben. [414] Die Zeugengegenüberstellung, dass heißt die Möglichkeit der Zeugen ihre Aussagen der Delinquentin persönlich zu sagen, ist für Bremen z.B. nicht überliefert. Der Rat von Bremen wollte eine Unvoreingenommenheit der Zeugen garantieren und verzichtete daher auf solche Praktiken. Oldenburg jedoch wandte sie anscheinend an.

Welches Urteil Katharina Deters nun zu erwarten hatte, bleibt ebenfalls unklar, denn keine weiteren Hinweise sind über sie zu finden. Eine Freilassung gegen Urfehde scheint aber durchaus annehmbar, da sie trotz der Folter sämtliche Anschuldigungen leugnete, so dass die Beweise nicht bestätigt werden konnten. Denn auch in Bremen sind mehrere Fälle nachweisbar, wo Angeklagte, die alle Folterungen überstanden haben, wegen der geringen Beweislast gegen Urfehde freigelassen worden sind. [415] Ebenso ist möglicherweise die Nichtnennung von Teufelsbuhlschaft, Pakten, Hexenritten oder Hexensabbatten eine entscheidende Instanz für die Nichtverurteilung zum Tode. Denn keiner der Zeuge erwähnt irgendeine dieser Hexendogmatiken.

<74>

Wie und durch wen dieser Prozess nun zustande kam ist ebenfalls nicht genau rekonstruierbar. Geht man in Oldenburg von einer ähnlichen Entwicklung wie in Bremen aus, ist eine Anklage durch den Rat selbst durchaus denkbar. Zwar gibt eine Rechtsbelehrung aus Bremen aus dem 15. Jahrhundert an, dass der Rat nur die Dinge richten kann, die vor ihm bzw. vor dem Vogt geklagt werden, doch gibt es in diesem Zeugenverhörprotokoll keine Hinweise auf eine Akkusation. Denn die einzige wirklich geschädigte, die Jungfer von Linnen, scheint keine Anzeige gemacht zu haben. Dies jedenfalls bestätigt die Aussage von Hermann Kloppenborch, der angibt, dass sie deswegen keine Anzeige machte, da ihr die Detersche inzwischen einen Koll [416], eine Erkältung, gebracht hatte und sie wohl aus Furcht vor weiterer Bezauberung nicht eine Anzeige erstatten wollte. So lässt sich also vermuten, dass der Rat der Residenzstadt Oldenburg aus eigenem Antrieb Untersuchungen zu dem Fall Katharina Deters anstrebte und daher auch diese Befragung ausführen ließ.

Bei den Hexenprozessen in der Grafschaft Oldenburg ist auffällig, dass sie nur dann nachweisbar sind, in der Zeit, wo sich die Gebiete erst oder wieder im Laufe des 16. und 17. Jahrhundert mit der Grafschaft vereinigt hatten, nämlich die Herrschaft Jever (1575), die Herrlichkeit Kniphausen (1623) und die 1547-1647 im Besitz einer Nebenlinie befindlichen Grafschaft Delmenhorst, einschließlich der Ämter Harpstedt und Varel. Die klassischen Bestandteile der Hexenlehre, wie Hexenritt, Hexensabbat und Teufelsbuhlschaft treten allerdings erst in einem Sammelprozess im Jahre 1592 in Jever auf. [417] In diesen Prozess waren nachweisbar mindestens 21 Personen verwickelt. Aber auch noch unter Graf Anton Günthers Regierungszeit wurden 1615 drei Frauen in Jever aufgrund der Hexerei hingerichtet. [418]

In einem Prozess von 1590 wurde in Delmenhorst sogar die Wasserprobe zugelassen, wobei die Angeklagte selbstverständlich auf dem Wasser schwamm. Auf Anfrage durch den Drosten Hartwich von Badendorf an den Freiher Iko von In- und Kniphausen, der zu dieser Zeit als großer Hexenkenner galt und selbst in den Kirchenspielen Sengwarden, Accum und Fedderwarden für ca. 20 Verurteilungen von Hexen verantwortlich war, wurde die Delinquentin nicht verurteilt, sondern gegen Urfehde entlassen, da Iko die Beweislast als zu ungenügend empfand. Schon alleine die Tatsache, dass der Ankläger sich der Wahrsagerei in „strafbarer“ Weise bedient hatte, trug zur Entlastung der Beschuldigten bei. Man verwies darauf, erst mal auf weitere Indicia und Beschuldigungen zu warten, bevor man die Angeklagte weiter verhören, oder gar verurteilen wolle. [419]

<75>

In Varel kam es 1604 zu einer Verurteilung der gebürtigen Hille Küsters. Sie hatte unter Folter gestanden und auch eine andere Frau denunziert, als sie aber zum Hinrichtungsort geführt wurde, beteuerte sie leidenschaftlich ihre Unschuld und als sie ins Feuer geworfen wurde habe sie noch lange gelebet und Jodut geschriegen, sie sei unschuldig und wolle am jüngsten Tage leben. [420] Das Ende der Prozesse in Delmenhorst und Varel wurde eingeleitet durch einen gegenseitigen Beleidigungsprozess zwischen Jürgen von Nutzhorn und der Witwe Heilke Bruns, der er Zauberei gegen seine Kälber vorgeworfen hatte. Die Beleidigungen wurden gegeneinander aufgeworfen und mit dem ausdrücklichen Zusatz versehen, dass es Heilke Bruns an ihre Ehre keinen Abbruch tun solle. [421]

Warum die Residenzstadt Oldenburg nur so wenige Zaubereiprozesse verzeichnet, lässt sich nicht eindeutig klären. Nach dem Bremer Stadtrecht, war es Oldenburg durchaus möglich verstärkt solche Fälle aufzugreifen und zu verhandeln. [422] Auch die von Ludwig Strackerjahn im 19. Jahrhundert aufgespürten magischen Handhabungen in Oldenburg, die sicherlich um einiges älter waren, lassen darauf schließen, dass zauberische Praktiken auch in der Stadt keine Seltenheit waren. Die geringe Prozesszahl lässt somit nicht darauf schließen, dass es in Oldenburg keine Zauberei bzw. Hexerei gab. Ebenso die gräfliche Instanz bei peinlichen Gerichtsfällen lässt nicht das Ergebnis zu, dass Oldenburg möglicherweise durch den Grafen selbst in seiner Prozessführung gegen Zauberer oder Zauberinnen gebremst wurde. Wie die oldenburgischen Grafschaften Jever und Delmenhorst beweisen, sind hier weitaus mehr Fälle von Zauberei verzeichnet und wurde auch die Todesstrafe vermehrt eingesetzt. Denn die Grafschaften besaßen zudem während der oldenburgischen Grafenherrschaft nur die Niedergerichtsbarkeit, so dass die Verhandlungen des peinlichen Halsgerichtes in die Hände des gräflichen Richtervogtes fielen. Einzig Jever besaß um 1570 ein Landgericht, welches von einem Drost, Rentmeister oder Hausvogt geführt wurde und Ende des 16. Jahrhunderts als Appellationsinstanz für Urteile des Stadtgerichts stand. [423]

<76>

Während in der Residenzstadt das Oldenburger Stadtrecht von 1345 [424] auch den Rat als richterliche Instanz vorsah und das bremische Stadtrecht als Vorlage gebrauchte und sich somit in Streitfragen an den Bremischen Rat wandte, war in den Landgerichten ausschließlich und uneingeschränkt die gräfliche Richterinstanz maßgebend. Es kann also angenommen werden, dass der Graf Prozesse gegen Zauberer und Zauberinnen bzw. Hexer und Hexen anders beurteilte als der Rat der Stadt Oldenburg.

Wie schon ausgeführt, wird in einer Rechtsbelehrung durch den Rat von Bremen, Mitte des 15. Jahrhunderts, vermerkt, dass der Vogt nur die Dinge richten kann, die vor den Vogt angetragen werden, also in Form von Denunziation. Und dies könnte der entscheidende Grund für die wenigen Hexenprozesse in Oldenburg sein. Denn scheinbar war die Bevölkerung der Stadt Oldenburg in ihrem Verhalten eher passiv. Dies zeigte sich deutlich in der Einführung der lutherischen Lehren. Denn die Bürger sahen und akzeptierten den Grafen als die ihr Leben überherrschende Gestalt. So wie in weltlichen Dingen als auch in religiösen. [425] Hermann Hamelmann erwähnt in seiner verhältnismäßig kurzen Ecclesiastica Historia Renati Evangelii in Antiquissimo Comitatu Aldenburgensis [426] von 1586, dass sich die oldenburgische Bevölkerung verhältnismäßig untätig bei der Einführung der Reformation in der Stadt Oldenburg zeigte und diese Konfession auch erst vorsichtig annahm als Graf Anton I. die lutherischen Lehren mehr und mehr zuließ. Doch vermied es der Oldenburger Graf bis über die Mitte des 16. Jahrhunderts sich gar zu eindeutig auf eine bestimmte Glaubensrichtung festzulegen, da die Entwicklung der Konfession im Reich noch offen war und schließlich erst durch die Augsburger Konfession 1555 offiziell festgeschrieben wurde. [427] So nahm die lutherische Lehre ihren Weg in das Selbstverständnis der Oldenburger Bürger offenbar in allmählichen Übergängen und nicht in jähen Brüchen wie z.B. bei dem Nachbarn Bremen. [428] Und genau diese passive und abwartende Haltung der Oldenburger Bürger könnte sich möglicherweise auch in dem Hexenverfolgungsbegehren niedergeschlagen haben. Anscheinend waren die Oldenburger Bürger nicht daran interessiert ihren Neid, ihre Angst vor dem Fremden oder verwandtschaftlichen Hass, kurz ihre persönlichen Konflikte, mit Hilfe von Zaubereiprozessen zu lösen. Denn die Lebensumstände der Oldenburger Bürger war nicht nur durchweg positiv. So lassen sich mehrere schwere Pestwellen für die Stadt 1522, 1538, 1568, 1575, 1577, 1580, 1610 und für die Sommer 1624 und 1628 nachweisen. [429] Bei jeder dieser Epidemien kam es zu einer verheerenden Anzahl von Toten. Bei einer durchschnittlichen Bevölkerungsanzahl von ca. 2.000 bis 2.500 Personen, waren solche Pestwellen eine wirkliche Bedrohung des städtischen Lebens. Doch zeigt sich anhand der nachweisbaren Prozessen, dass diese Epidemien anscheinend keinen Einfluss auf Hexen- oder Zaubereiprozesse hatte, da diese allesamt in ganz anderen Zeitabschnitten zu finden sind.

So bleibt insgesamt nur die mögliche Annahme der zurückhaltenden Art der Oldenburger Bevölkerung gegenüber Hexen- und Zaubereiprozesse als Grund zurück, wobei diese sicherlich spekulativ bleiben muss.

3.2. Ratsgericht und gräfliches Vogtgericht – Die Verhandlung von peinlichen Halsgerichtsfällen in der Stadt Oldenburg.

<77>

Im Gegensatz zu Bremen, wo der erzbischöfliche Vogt die offizielle richterliche Instanz in peinlichen Halsgerichtsfällen war, wurden in Oldenburg solche Fälle durch einen gräflichen Richtervogt verhandelt. Denn Oldenburg war eine Residenzstadt des Grafen, der hier die ausdrückliche Machtbefugnis hatte. So saß, wie auch in Bremen, der gräfliche Richtervogt bei den Gerichtsverhandlungen, die der Rat der Stadt ausführte, bei. Dies geschah aufgrund des Oldenburger Stadtrechtes von 1345. Das Bremer Stadtrecht von 1303 und 1308 war dabei das Vorbild für das Oldenburger Stadtrecht. Zwar hatte man schon vor 1345 anscheinend Teile des bremischen Rechts für die oldenburgische Rechtspraxis rezipiert, doch erst mit der Stadtrechtsverleihung durch die Grafen Johann und Konrad von Oldenburg bekam diese Praxis ihre rechtliche und gesicherte Grundlage. [430] Ursprünglich war dieses Stadtrecht zur Festigung eines Marktrechtes gedacht und enthielt eben nebenbei auch ein paar andere kleinere aber durchaus wichtige Punkte. In Artikel 1 wird genau diese Festigung des bremischen Rechtes in Oldenburg bestimmt.

Dat wi de stath to Oldenborch hebbet vryg ghegheven und ghevet se vryd an deser jeghenwardighen scryft, ewiglike und jumbermer vryg to blivende vor uns unde vor unse regten anerven de nu synt unde da uns komen moghen, alo dat the ratman unde de stath van Oldenborch ere reght in allen stucken holden scolen na der stath von Bremen jo vor unsen voghede, unde dat unse voghet jo in der weken tvye alse des mitwekens unde des sunnavendes eyn righte holden scalm, unde den broke dar ymme ryghte valt scole wie eder unse regten anerven jo degghere unde altomale upboren. [431]

<78>

So stand für die Stadt Oldenburg nunmehr fest, dass also auch die Stadtrechtsgrundlagen aus Bremen für die Strafgerichtsbarkeit bindend für Oldenburg wurde und somit auch der Artikel IV,77. [432] Um 1433 entschied der Graf in Oldenburg in Auseinandersetzung zwischen Rat und Gemeinde und nach einer Beratung unter anderem mit dem Bremer Rat, dass die Stadt Oldenburg, die ihre Recht bei dem Rat zu Bremen suchte, nicht verpflichtet sei, noch es ihnen erlaubt sei, die Statuten des Bremer Rates zu befolgen. [433] Somit unterschied der Graf zwischen Bremer Recht und Bremer Ordelen [434], die einzig für Oldenburg verbindlich waren und den Bremer Ratstatuten, die in Oldenburg keine Anwendung fanden. [435]

Ob die älteste, vielleicht 1344 oder wenig später entstandene Abschrift des bremischen Stadtrechts von 1303/1308 in Oldenburg oder wahrscheinlicher in Bremen angefertigt wurde, bleibt unklar. [436] Der Rat verfügte über eine Abschrift des Bremer Rechts unter anderem in seinem sogenannten Stadtbuch. In diesem Stadtbuch wurden auch Beschlüsse des Oldenburger Rates eingefügt, die man auf Dauer festhalten wollte, ebenso „Willküren“, mit denen der Rat sich selbst Verhaltensregeln setzte, aber auch ergänzende Bestimmungen zu den bürgerlichen Rechtsverhältnissen. In diesem Stadtbuch war also nachzuschlagen, wenn das Gedächtnis der Ratmannen und der Rechtsfinder im Stadtgericht nicht ausreichte, die Erinnerung an Präzedenzfälle, an die Rechtsgewohnheit fehlte oder strittig war. Wenn dieses Auskunftsmittel versagte, blieb immer noch die Bitte um Rechtsbelehrung an den Rat von Bremen. [437] Ab Ende des 16. Jahrhunderts wurde es in Oldenburg mehr und mehr Praxis sich in Rechtsfragen nicht mehr nur an den Rat von Bremen zu wenden, sondern seine Gerichtsakten an Juristenfakultäten zu verschicken, um von denen das Urteil einzufordern. [438]

Insgesamt sollte zwar die Rechtssprechung nach dem Stadtrecht durch den Rat erfolgen, dennoch vor dem gräflichen Vogt, der zweimal wöchentlich, also mittwochs und sonnabends, in der Stadt Gericht hielt. [439] Die Gerichtsbrüche - die Bußgelder - flossen der gräflichen Kasse zu [440], was sicherlich auch einer der Gründe war, warum der Graf 1510 und 1592 nachdrücklich seine Kompetenz in Blutsgerichtsfällen erklärte. Denn, wenn der Rat diese Fälle ohne gräflichen Richtervogt entschied, fielen diesem auch die Brüche zu und nicht dem Grafen selbst, der dies sicherlich als Hinterziehung ansah.

<79>

Wenn also Blut floss oder ein Totschlag oder Mord begangen wurde, es also um peinliche Sachen ging, bei denen eine ernsthafte Strafe zu erwarten war, dann war der Fall vor dem Stadtgericht zu verhandeln, dem der vom Grafen bestellte Vogt vorsaß. [441] Wenn auch durch die gräfliche Gerichtsbarkeit eingeschränkt, übten also der Rat und die Bürgermeister auch richterliche Funktionen aus. [442] Dabei waren die Ratsherren die Beisitzer in dem vom Vogt präsidierenden Stadtgericht und sie hatten, unter dem Vorsitz des amtierenden Bürgermeisters, zu urteilen, wenn Bürger sich appellierend an sie wandten. [443]

Anscheinend zog der Rat von Oldenburg aber zusehends ebenso Fälle an sich, in denen er gar nicht alleine, also ohne den gräflichen Richtervogt, entscheiden hätte dürfen. Am 10. August 1510 jedenfalls, musste der Rat dem Grafen gegenüber erhebliche Zugeständnisse machen, unter anderem die Annerkennung der gräflichen Gerichtsherrschaft, mit der Berechtigung der Bürger, sich auch an das Grafengericht zu wenden oder vom Rat an den Grafen zu appellieren. Keine heimliche Gerichtsbarkeit sollte der Rat mehr ausführen und dabei nur noch Fälle der peinlichen Gerichtsbarkeit mit dem gräflichen Vogt verhandeln. [444] Graf Johann V. hatte den Rat somit nachdrücklich daran erinnert, dass dem Grafen das Gericht zukommt und dass er keine Brüche in Strafsachen einfordern dürfte. Der Rat blieb damit zuständig in bürgerlichen Sachen und fungierte hier als Appellationsinstanz für die oldenburgischen Bürger und sonstigen Einwohner, die vor dem Gericht des gräflichen Vogtes meinten nicht zu ihrem Recht gekommen zu sein. [445] Ein weiterer Versuch des Rates, sich von der gräflichen Gerichtsherrschaft zu befreien, wurde 1592 jäh zu Fall gebracht. Graf Johann VII. machte im Zusammenhang mit den Strafen für Ehebruch noch einmal deutlich, dass er alleine das Recht habe, Leibstrafen zu verhängen und dies in Vertretung durch seinen Vogt auch einforderte. [446]

<80>

Zum Ende des 15. Jahrhunderts nahm auch in Oldenburg das Bedürfnis zu, Ratsgeschäfte schriftlich niederzulegen und beglaubigen zu lassen und somit überhaupt die Schrift als Gedächtnisstütze in Verwaltungsdingen zu nutzen. Um das Jahr 1490 kann dann auch der erste Stadtschreiber nachgewiesen werden [447]. Ab 1540 lässt sich dann Baltzer Drucker für die Stadt als offizieller Gerichtsschreiber belegen. Er hatte die Urkunden und soweit erforderlich die Briefschaften der Stadt zu schreiben, Eintragungen in das Stadtbuch vorzunehmen und Protokolle in den Ratssitzungen und sicherlich auch in den Gerichtsverhandlungen zu führen. In dieser Position kam er gewiss nicht ohne Kenntnisse des am Ort geläufigen Rechtes aus. [448] Sein Nachfolger Jürgen Backhuis, der 1562 nach Oldenburg kam, bezeichnete sich selbst als einen notarius. Er hatte sich im Winter 1561/1562 an der Universität Rostock den Ansatz zu Rechtskenntnissen erworben. Ebenso wie Backhuis nannte sich auch 1575 Henning Veltmann notarius. Er sorgte immerhin dafür, dass der oldenburgische Rat 1579 endlich in den Besitz der Peinlichen Gerichtsordnung Kaiser Karls V. kam. [449] Insgesamt 37 Jahren nach der ersten Drucklegung. Ob die „Carolina“ 1589 Einfluss auf den Fall der Katharina Deters hatte, ist nicht eindeutig sichtbar. Die Zeugenbefragung ist eine gängige Praxis, die auch schon vor Niederlegung der Peinlichen Gerichtsordnung angewandt wurde. Dennoch sagt die „Carolina“ in Artikel 25 aus, dass solcher böser leumunt nit von feinden oder leichtuertigen leuten, sondern von unpartheilichen redlichen leuten kommen [450] soll. Von einer unparteilichen Haltung der Zeugen im Falle der Deterschen kann aber im eigentlichen Sinne nicht gesprochen werden.

Ab 1593 hielt man es im oldenburgischen Magistrat schließlich für geboten, anstelle eines Stadtschreibers einen voll ausgebildeten Juristen, nämlich Heinrich Kreite, anzustellen und ihn mit dem Titel eines Syndicus auszustatten. [451]

<81>

Kam es also nun zu einer Anklage vor dem Rat, wurden die Rechtssprechung und der Strafvollzug öffentlich durchgeführt. Das Gericht sprach Recht vor oder in der offenen Gerichtslaube des Rathauses, auch „Rose“ genannt. Somit hatten die Bürger die Gelegenheiten die Prozesse zu verfolgen [452], was sicherlich auch eine moralisierende Wirkung einbringen sollte. Denn hier wurde vor der Bevölkerung deutlich sichtbar, wie mit Verbrechern umgegangen wurde und welche Strafen einen erwarteten, wenn man sich nicht an die Gesetze hielt. Auch die anschließende Vollstreckung des Urteiles geschah an Orten, die der Bevölkerung leicht zugänglich waren. Entweder auf dem Marktplatz, z.B. am Pranger oder vor den Toren der Stadt, in Oldenburg das Heiligengeisttor. [453] Bei der Urteilsverkündung wurde durchaus zwischen fremden bzw. eingewanderten und einheimischen Bürgern der Stadt Oldenburg unterschieden. So war, wie auch in Bremen, möglich durch die Fürsprache eines hochgestellten Oldenburger Bürgers das Strafmaß zu mildern. [454]

Haftstrafen waren in Oldenburg in der Frühen Neuzeit noch weitgehend unbekannt. Dafür gab es die Möglichkeit des Einlagers, welches eine Art des Hausarrestes war. Andere Strafen waren Zahlung von Geld, das Prangerstehen, der Stadt- oder Landesverweis und als härteste die Strafe die Verurteilung zum Tode. Die Enthauptung durch das Schwert fand vor den Toren der Stadt statt und wurde durch einen Scharfrichter durchgeführt. Diebe allerdings wurden für gewöhnlich gehängt, da dies als die schimpflichste Todesstrafe galt, denn der Erhängte erhielt kein christliches Begräbnis. Ebenso entehrte diese Strafe auch die ganze Familie des Delinquenten. Sein Leichnam blieb zum Fraß für die Vögel am Galgen hängen bis er abfiel. Es kam aber durchaus vor, dass er heimlich gestohlen und begraben wurde. [455]

Kam es also nun zu einer Hinrichtung, kündigte der Burggraf dies dem armen Sünder drei Tage zuvor an. Die beiden jüngsten Prediger der Lambertikirche waren gehalten, ihn daraufhin fleißig zu besuchen, damit er mit dem heiligen Nachtmahl bedient und in christlicher Gedult zum sehligen Abschied vorbereitet wird. Der Drost sorgte dafür, dass die erforderlichen Gerätschaften am Ort bereitstanden inklusive des Karrens, mit dem der Verurteilte gefahren werden sollte. Der Rat der Stadt Oldenburg hatte derweil den Gerichtsort, die „Rose“, mit Tisch, Stühlen und Bänken zu bestücken, während in der Kanzlei das Urteil abgefasst wurde. Am Gerichtstag fanden sich der Scharfrichter mit seinen Knechten am Morgen zeitlich früh in der Kanzlei ein. Zwischen 9 und 10 Uhr begaben sich dann die gräflichen Richter zur Gerichtsstätte am Rathaus, wo sich bereits allerlei Volk eingefunden hatte. Der Hausvogt führte den Angeklagten, der an den Händen gefesselt war und vom Scharfrichter und seinen Knechten begleitet wurde, vom Schloss zum Rathaus. Wenn er an die Ecke des Kirchhofes kam, läutete der Stadtdiener die Betglocke. [456] Wenn die Verhandlung nun eröffnet wurde, brachte der Vogt, bzw. in dessen Abwesenheit der Burggraf auf Geheiß des Vorsitzenden das Verbrechen des Delinquenten vor und klagte ihn an. Der procurator fisci, der Staatsanwalt, verlass anschließend die Anklageschrift. Sobald der Angeklagte gestand, trug der Gerichtsschreiber das abgefasste Urteil vor und der Vorsitzende befahl dem Scharfrichter das Urteil zu vollstrecken. [457]

4. Vergleich der Hexen- und Zaubereiprozesse von Bremen und der Stadt Oldenburg mit Hilfe einer Rechtsbelehrung von 1545.

<82>

Im Folgenden werden nun beide untersuchten Gebiete, die Hansestadt Bremen und die Residenzstadt Oldenburg, miteinander verglichen. Dies soll mit Hilfe einer Rechtsbelehrung geschehen, welche 1545 der Rat von Bremen an den Rat von Oldenburg verschickte und darin über den Umgang und die Todesstrafe von Zauberinnen belehrte. Zunächst wird diese Rechtsbelehrung im Originaltext, welcher sich gedruckt im Oldenburger Urkundenbuch befindet [458], dargestellt und dann als Grundlage für den nachfolgenden Vergleich verwendet.

4.1. Rechtsbelehrung von dem Rat der Stadt Bremen an den Rat der Stadt Oldenburg von 1545.

<83>

Den ersamen borgermestern und rattmannen tho Oldenborch unsern gunstigen guten frunden.

Unsern fruntlicken groth thovorn. Ersame gunstige frunde, idt hebben uns Juwer gunste mederadesfrunde, de gy an uns mit instruction und bevel umb anwisunge von wegen der frowen, so by Jw bewander toverie halven fencklich bestrickt sin scholen, affgeferdigt, Juwer gunsten beger angedragen und darneffen ohr instruction schrifftlich overgeven. Darup wy uns Jw tho gefallen by einander vorfoget und der dinge halven notturfftich beraden, mogen Juwen gunsten tho begerder anwisungen nicht bergen, dat nicht unbillig gy de frouwen, so von Geseken vormans, in pinliker frage besecht und sustes vormals etlicker maten der toverie betuchtiget gewest, gefencklig hengesett und tho erkundinge der warheit sze tho pinlicker vorhor gestellet, szo darto orsacke und iudicia genoch vorhanden geweszen. Aver dennoch, dewile men nemandes an sin levent straffen kan, idt werde den over ohnen de oveldaet, darumme he ingetogen, mit tuchnisszen, de der schinenden middages sonnen heller und klarer sin, bewiszet und dargedan edder von dem vorhaffteden sulvest bekant, dar he ock also by vorharre. Wor den de angetogen fal sick by uns also thogedragen, konden wy den frowen an ohr liff tho straffen nicht komen, und wy worden uns des ock nicht understand, dan de beschreven recht seggen, dat in dunckeln sacken, dar kein opentlich bewisz in maten wo gehort der schinenden middages sonnen klarer edder ock keine eigene bekentnis, dar by bestendiglig gebleven vorhanden, in allewege vele beter und sekerer sy, tein schuldige tho absolveren und ledicht to laten, dan einen unschuldigen tho vordamnen. Dat wy Juwen gunsten, den wy vele mehr, fruntlicker naberschop nha, tho wilfaren geneget, up ohr beger nicht mochten vorholden. Schreven under unser stadt secrete dinckstages nha Jubilate anno etc. 45.

Borgermestere und rathmanne der Stadt Bremen.

4.2. Analyse der Rechtsbelehrung von 1545 unter dem Aspekt des Vergleiches der     Rechtspraktiken in Hexen -und Zaubereifällen der Städte Bremen und Oldenburg.

<84>

Die Anfrage an den Rat von Bremen, um sich eine Rechtsbelehrung zu Fällen einzuholen, die der Rat von Oldenburg nicht zu beurteilen vermochte, war eine im Oldenburger Stadtrecht festgeschriebene Pflicht. Denn das Bremer Stadtrecht von 1303 und 1308 galt als uneingeschränkte Rechtsgrundlage der Stadt Oldenburg in allen privaten Rechtsangelegenheiten, Niedergerichtsbarkeiten und auch peinlichen Halsgerichtsfällen. [459] So überrascht auch die Rechtsbelehrung aus Bremen von 1545 wenig. Anscheinend hatte der Rat von Oldenburg mehrere Frauen inhaftiert und fragte nun nach dem weiteren Vorgehen gegen diese Frauen an. Wie viele Frauen insgesamt in diesen Prozess verwickelt waren, lässt sich nicht nachweisen, da keine weiteren Prozessakten zu diesem Fall vorhanden sind. Es scheint sich hierbei allerdings um eine Benennung durch ein erfoltertes Geständnis gehandelt zu haben, da die Belehrung besagt, dat nich unbellig gy de frouwen, (...), in pinliker frage besecht .... [460] verhandelt werden dürfe. Dies bedeutete, dass eine Benennung während einer Folter zwar als Beweismittel anerkannt ist, dies aber erst zur Inhaftierung der Beklagten ausreicht, wenn genug Beweise bzw. orsacke und iudicia [461] vorhanden wären. Bremen beweist also auch in dieser Belehrung, dass es Hexenverfahren nicht als ein crimen exeptum ansieht, wo sämtliche Rechte dem Angeklagten aberkannt werden, sondern als ein normales Verfahren des Halsgerichtes, in dem genauso Beweise gesammelt und gesichert werden müssen, wie in anderen Fällen auch. Denn erst wenn die Anzeichen für Zauberei genug vorhanden sind, soll man den Übeltäter inhaftieren und peinliche verhören. Wie in Bremen, als auch in Oldenburg ist die Form und Durchführung eines solchen peinlichen Verhöres weitgehend unbekannt. Es kann nur angenommen werden, dass sowohl Bremen als auch Oldenburg sich in ähnlicher Weise verhielten und in Form von vier Graden folterten. [462]

Entscheidend für das weitere Verfahren ist nach der Rechtsbelehrung die Suche nach der absoluten Wahrheit. So erklärt Bremen, dass ein Angeklagter nur dann verurteilt werden kann, wenn die Zeugnisse der schinenden middages sonnen heller und klarer [463] sind oder wenn der Beklagte während der Folter gesteht und nach der Tortur dieses Geständnis auch nicht widerruft. Und genau diese Haltung findet sich auch in den Prozessen der Stadt Bremen, in denen es durchaus häufiger vorkam, vor allem nach 1540, dass Personen, die alle Grade der Folter ohne Geständnis überstanden hatten, gegen Urfehde freigelassen wurden. [464] Es ist also anzunehmen, dass Oldenburg in solchen Fällen ähnlich verfuhr. Denn öffentliche Verbrennungen oder Verurteilungen von Hexen oder Zauberern und Zauberinnen sind für die Stadt Oldenburg nicht belegbar. Einzig in der Grafschaft Oldenburg lassen sich mehrere Prozesse mit Todesurteilen nachweisen. [465]

<85>

Wenn also nun die Beweise nicht eindeutig sind, der Angeklagte nicht gesteht oder bei seinem Geständnis verharrt soll dieser frei gelassen werden. Wie genau diese Freilassung aussehen soll, wird in dieser Belehrung nicht gesagt. Es ist aber für Bremen kein Fall bekannt, wo der Beklagte ohne Urfehdeschwur entlassen wurde, und dies lässt sich sicherlich auch für Oldenburg feststellen.

Da uns für die Zeit zwischen 1534 und 1550 sämtliche Prozesszeugnisse in Bremen fehlen, lässt sich in dieser Belehrung aber durchaus ein weiterer Prozess nachweisen, in den mindestens zwei Frauen verwickelt waren. Denn es wird erwähnt, dass in einem Bremer Prozess die angeklagten Frauen nicht verurteilt werden konnten, da eben die Beweise nicht ausreichend waren und somit beide entlassen worden sind. Der letzte nachweisbare Prozess bis 1550 fand in Bremen 1533 gegen Johann Elers aus Neuenburg bei Oldenburg statt, der eben auch mit einem Todesurteil endete. [466] So lässt sich also durchaus annehmen, dass während 1533 und 1545 noch ein weiterer Prozess stattfand, der eben mit einem Urfehdeschwur endete.

Wie schon in Kapitel 2.2.2. beschrieben, fand in dieser Zeit ein Bruch in der Hexenprozesspraxis statt, was sich einerseits durch ein geändertes Rechtsverhalten und andererseits durch die Einführung der Carolina in die bremische Rechtspraxis erklären lässt. Diese Änderung bewirkte, dass nach 1550 weitaus mehr Entlassungen gegen Urfehde nachweisbar sind, als Verurteilungen zum Tode des Delinquenten. Dieser Sinneswandel zeichnet sich in der Belehrung von 1545 ab, worin erklärt wird, dass es besser sei, zehn Schuldige laufen zu lassen, als nur einen einzigen Unschuldigen zu verurteilen.

<86>

... in allewege vele beter und sekerer sy, tein schuldige tho absolveren und ledicht to laten, dan einen unschuldigen tho vordamnen. [467]

Dabei wird in dieser Belehrung besonders darauf bestanden, dass das bremische Stadtrecht ohne genügende Beweise eine Verurteilung nicht zulässt, und eben dieser Standpunkt dürfte somit auch bindend für die Residenzstadt Oldenburg gewesen sein.

5. Zusammenfassung der Analyseergebnisse und Resümee.

Schaut man sich die Prozesszahlen beider Städte im prozentualen Vergleich an, wird deutlich, dass in beiden Städten insgesamt fast gleichviel Menschen in Zauberei -und Hexenprozesse verwickelt waren. In der Stadt Oldenburg sind etwa 0,30 % der Bevölkerung, bei einer Bevölkerungsdichte von ca. 2.000 im Zeitraum von 100 Jahren in Konflikt mit der Gerichtsbarkeit aufgrund von Zaubereiverdacht geraten. In Bremen waren es bei ca. 20.000 Einwohnern in etwa 0,31 % für den Zeitraum von 1503 bis 1603. Diese Prozesse beinhalten allerdings nur die Fälle, in denen ein Prozess auch wirklich angestrebt und durchgeführt wurde, ob nun mit der Verurteilung zum Tode oder durch die Entlassung gegen Urfehde, Stadtverweisung, Staupenschläge oder Ohrenabschneiden. Denn es sind für beide Städte keine Zeugnisse vorhanden, die nur von Anklagen ohne weitere Untersuchung sprechen. In Oldenburg lassen sich Zaubereiprozesse von 1497 bis 1598 nachweisen, ein ähnlicher Zeitraum wie in Bremen, der sich dort von 1503 bis 1603 vollzog.

Obwohl das oldenburgische Stadtrecht auf das Bremer Stadtrecht fußte, gibt es dennoch einen grundlegenden Unterschied in der Gerichtspraxis beider Städte. In Bremen hatte der erzbischöfliche Vogt die oberste richterliche Gewalt. Doch durch das Privileg Kaiser Karls V. von 1547 wurde seine Macht sehr stark eingeschränkt, so dass seine Funktion irgendwann nur noch einer Scheinposition als einer wirklichen Gewaltposition ähnelte. [468] In Oldenburg war es der gräfliche Richtervogt, der zweimal wöchentlich die peinlichen Halsgerichtsfälle verhandelte. [469] Trotz der Bemühungen des Rates, sich von dem Grafen abzusondern und selbst solche Fälle zu verhandeln, gelang dies dem Rat nicht. Denn der Graf bekräftigte in einem Schreiben von 1510 und 1592, dass nur er die richterliche Gewalt in Halsgerichtsfällen hätte und dies durch seinen gräflichen Vogt auch ausübte. [470] Dennoch scheint der Rat in Oldenburg eine gewisse Machtposition inne gehabt zu haben, denn nur wenn das Prozessbegehren vom Rat und dann auch von dem Vogt zugelassen wurde, war eine Anklage und Verurteilung einer vermeintlichen Zauberin möglich. Interessanterweise sind keine Prozesse in Oldenburg vorhanden, in denen die klassischen Hexenbegriffe wie Teufelsbuhlschaft, Hexenritt oder Hexensabbat erwähnt werden. Nicht einmal im Falle der Deterschen, deren Anklage aber auch eindeutig auf Zauberei festgesetzt wurde, gesteht sie dergleichen. Im Gegensatz zu Bremen, wo ab 1550 immerhin drei im klassischen Sinne wirkliche Hexen verurteilt und auch hingerichtet wurden. [471] Insgesamt scheint sich in beiden Städten die klassische Hexendogmatik nicht durchgesetzt zu haben oder wurde durch das Edikt des Erzbischof Johann Friedrich schon im Kern erstickt. Ob dieses Edikt auch auf die Zaubereiprozesse in Oldenburg einen Einfluss hatte, bleibt unklar. Insgesamt scheint zwar zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Einfluss Bremens auf die richterliche Praxis in Oldenburg allmählich nachgelassen zu haben, dies zeigt sich vor allem in der zurückgehenden Anzahl von Rechtsbelehrungen bzw. Anfragen. Von den 21 Rechtsbelehrungen des Bremer Rates and den Rat zu Oldenburg, die seit 1350 verschickt worden sind, muss die Rechtsbelehrung von 1545 [472], für die bislang jüngste überlieferte angesehen werden. [473] Dennoch war nach dem oldenburgischen Stadtrecht das Bremer Stadtrecht weiterhin bindend. Dies lässt durchaus den Schluss zu, dass das Edikt des Erzbischofs von 1603 nicht nur in Bremen und Verden zu einer veränderten Haltung in Zauberei- und Hexenprozessen führte, sondern auch in Oldenburg ein möglicherweise stärkeres Verfolgungsbegehren im Keim erstickte.

<87>

Im Gegensatz zu der Stadt Bremen, scheint in Oldenburg die lutherische Reformation keinen Einfluss auf das Verfolgungsbegehren und die Durchführung von Zaubereiprozessen gehabt zu haben. Einzig die verhältnismäßig passive Haltung der Bevölkerung gegenüber der Reformation, lässt möglicherweise folgern, dass sich diese Haltung ebenfalls in der Zauberei- und Hexenprozessführung niedergeschlagen hatte. [474] Eine verstärkte Verfolgung, bzw. eine Abschwächung der Verfolgungen lassen sich für Oldenburg im Zusammenhang mit der Reformation auf jeden Fall nicht nachweisen. Anders in Bremen, wo sich anscheinend die Konsolidierung der calvinistischen Konfession durchaus in der Prozessführung niederschlägt. Während in der lutherischen Zeit bis ca. 1560 Verurteilungen zum Tode noch die häufigere Verurteilungsart war, zeigt sich ab 1560 eine Änderung. Seit diesem Zeitpunkt nahmen die Todesurteile enorm ab und die Anzahl der Urfehdeschwüre stieg rasant an. Ob diese Entwicklung einzig dem Calvinismus zugesprochen werden kann, ist - wie schon in Kap. 2.4. - erwähnt nicht eindeutig zu klären.

<88>

Die Hansestadt Bremen wie auch die Residenzstadt Oldenburg zeigen beide insgesamt einen sehr milden und gemäßigten Umgang mit Zauberei- und Hexenprozessen. Im Gegensatz zu den Nachbarn wie Verden, Schaumburg, Lippe, Ostfriesland (insbesondere Aurich, wo es sogar zu richtigen large-scale witch-hunts mit bis zu 20 Personen in einem Prozessfall gekommen ist), lassen sich solche umfangreichen Sammelprozesse weder für Bremen noch für Oldenburg in irgendeiner Form nachweisen. Bremen reiht sich allerdings in seiner Prozesspraxis durchaus in die Reihe der anderen Hansestädte mit ein, bei denen es ebenfalls nur sehr wenige Prozesse gab. [475] Oldenburg als ländliche Residenzstadt bildet allerdings schon eine Ausnahme. Denn gerade die kleineren Gemeinden und Städte zeigen häufig ein erhöhtes Verfolgungsaufkommen. Oldenburg bezog demnach eine andere Position in Hexen- und Zaubereiprozessen, als andere Städte mit gleicher Bevölkerungsintensität. Vorbildgebend und maßgeblich war dabei offenbar die sorgfältige und besonnene Rechtspraxis der Hansestadt Bremen.

6. Literaturverzeichnis.

Quellen und Quellenliteratur:

Kirchenrat des Kantons Zürich (Ed.). Zürcher Bibel. Die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testamentes. Zürich, 1942.

Das bremische Stadtrecht von 1303/1308. Schulausgabe von Karl August Eckhart. Bremen, 1931. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303- 2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 281-368.

Duodecim tabularum leges. In: Bibliotheca Augustana, http://www.fh-augsburg.de/~harsch/leges.html.

Ewich, Johannes. Von den Hexen, die man gemeiniglich Zauberin nennet, oder auff niedersächsisch Toverschen, Natur, Kunst, Macht und Thaten: Item von den Merckzeichen dabey sie zu erkennen: und straff, damit sie züchtigen. Ein billich und rechtmessig bedencken. In: Theatrum de Veneficis, Das ist: Von Teuffelsgespenst Zauberern vnd Gifftbereitern, Schwartzkünstlern, Hexen vnd Vnholden, vieler fürnemmen Historien vnd Exempel, bewärten, glaubwirdigen, Alten vnd newen Scribenten, was von solchen jeder zeit disputiert vnd gehalten worden, mit sonderm fleiß an Tag geben : sampt etlicher hingerichten Zäuberischer Weiber gethaner Bekanntnuß, Examination, Prob, Vrgicht und Straff, u. Vieler vngleicher Frage und Meynung halben, so in dieser Materi fürfallen mögen / Saur, Abraham. - Franckfurt am Mayn : Basseus, 1586.

Katharina Deters. Das Zeugenverhörprotokol von 1589: StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

Oldenburger Milchsegen: Kohl, Dietrich. Erster Band: Stadt Oldenburg. In: Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte (Ed.). Oldenburgisches Urkundenbuch. Oldenburg 1914, S. 290, Art. 475.

Radbruch, Gustav (Ed.). Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532 (Carolina). Stuttgart 1975.

Rechtsbelehrung von 1534: Kohl, Dietrich. Erster Band: Stadt Oldenburg. In: Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte (Ed.). Oldenburgisches Urkundenbuch. Oldenburg 1914, S. 289, Art. 475.

Rechtsbelehrung von 1545: Rüthning, Gustav. Dritter Band: Grafschaft Oldenburg von 1482 bis 1550. In: Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte (Ed.). Oldenburgisches Urkundenbuch. Oldenburg 1927, S. 458, Art. 754.

Urgicht der Mette Gerd Meygers: Kohl, Dietrich. Erster Band: Stadt Oldenburg. In: Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte (Ed.). Oldenburgisches Urkundenbuch. Oldenburg 1914, S. 216, Art. 346.

Lexika:

Historisches Lexikon der Schweiz (Ed.). Eid – Der Eid als Fundament der mittelalterlichen Gesellschaft. 2003, http://www.snl.ch/dhs/externe/protect/textes/D44630-3-369.html.

Bertelsmann. Lexikon der Geschichte. CD-ROM. Gütersloh, Hamburg, 1997.

Forschungsliteratur: (in alphabetischer Reihenfolge)

Achelis, Johannes. Zur Entwicklung des Bremischen Zivilprozesses vom 16. bis 18. Jahrhundert. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 35. Bremen 1935, S. 180-253.

Barkhausen, Walter. Der Entwurf eines Verbeterden Stadtbooks und die Glossen zum Stadtrecht von 1433. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 200-212.

Behringer, Wolfgang. Hexen. Glaube – Verfolgung - Vermarktung. München 1998.

Biesel, Elisabeth. „Dann da die Weiber in Betrübnussen/Widerwertigkeit und Kümmernussen einfallen“ Gelehrte und volksnahe Vorstellungen von Teufelspakt und Hexensabbat. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 120-129.

de Boer, Wilko. Eine Bremer Hexe aus dem Jahre 1565. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 33, Bremen 1931, S. 368-375.

Diefenbach, J. Der Hexenwahn vor und nach der Glaubensspaltung in Deutschland. Mainz 1886.

Eckhardt, Albrecht. Der Bremer Stadtrechtskreis. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 136-151.

Eiden, Herbert. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. Die Entwicklung geistlicher und weltlicher Rechtsvorstellung bis zum 17. Jahrhundert. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 48-59.

Gerken, Angelus. Meyenburger Hexenprotokoll Anno 1559. In: Stader Jahrbuch, Heft 52. Stade 1962, S. 119-127.

Hertzberg, H. Das älteste bremische Nequamsbuch und seine Fortsetzung. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 28, Bremen 1922, S. 1-67.

Hüpper, Dagmar. Das Rechtsbuch der Stadt Bremen, das Hamburger Recht und der Sachsenspiegel. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 152-174.

Irsigler, Franz. Hebammen, Heilerinnen und Hexen. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 142-154.

Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. Kulturgeschichte einer historischen Landschaft. Katalog des Landesmuseums Oldenburg, Bd. 8. Oldenburg 1998, S. 79.

Levack, Brian P. Hexenjagd. München 2003, S. 229.

Mahnke, Dietrich. Das Hexenunwesen in Verden und sein Ende. In: Stader Archiv. Neue Folge Heft 13. Stade 1923, S. 1-28.

Moeller, Katrin. „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden“ Hexenverfolgung im protestantischen Norddeutschland. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 96-109.

Schmidt, Heinrich. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. In: Stadt Oldenburg (Ed.). Geschichte der Stadt Oldenburg. Bd. 1. Von den Anfängen bis 1830. Oldenburg 1997, S. 102.

Schormann, Gerhard. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. In: Historischer Verein für Niedersachsen (Ed.). Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens. Bd. 87. Hildesheim 1977.

Schwarzwälder, Herbert. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen und seiner weiteren Umgebung, vor allem während des 16. und 17. Jahrhunderts. In: Heimat und Volkstum. Bremen 1958, S. 3-68.

Schwarzwälder, Herbert. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen. Erster Teil. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 46. Bremen 1959, S. 156-233.

Schwarzwälder, Herbert. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen. Zweiter Teil. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 47, Bremen 1961, S. 99-142.

Schwarzwälder, Herbert. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. Von den Anfängen bis zur Franzosenzeit (1810). Bremen 1975.

Tardel, Hermann. Ein bremischer Hexenprozeß vom Jahre 1603. In: Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde, Jahrgang 16. Bremen 1938, S. 39-48.

Trevor-Roper, Hugh R. Reformation und Sozialer Umbruch. München 1997 S. 130.

Voltmer, Rita; Irsigler, Franz. Die europäische Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit – Vorurteile, Faktoren und Bilanzen. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 30-47.

Voltmer, Rita. Von der besonderen Alchemie, aus Menschenblut Gold zu machen, oder von den Möglichkeiten, Hexereiverdacht und Hexenprozess zu instrumentalisieren. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 130-141.

Weise, Erich. Das „Edikt in Zauberei-Sachen“ von 1603 und seine Anwendung durch den Richter Lüder Bicker zu Altuneberg. In: Stader Jahrbuch, Heft 40. Stade 1950, S. 35-64.

Wilhelm Dr., Amtsrichter zu Diepholz. Hexenprozesse aus dem 17. Jahrhundert. Archiv des Königlichen Hannoverschen Amtsgerichts Diepholz. Hannover 1862.

Abbildungen:

ABBILDUNG 1: Hexen- und Zaubereiprozesse in Bremen von 1500 bis 1751. Grafik von Ivette Nuckel.

Internetseiten:

Informationen zum Sachsenspiegel: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, URL: http://www.slub-dresden.de/sammlungen/handschriften-und-seltene-drucke/sachsenspiegel/ [13.02.2009].

Brüder Grimm, Kinder und Hausmärchen: Hänsel und Gretel, 1812-1815, URL: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=137&cHash=b2042df08bhaensel#gb_found [13.02.2009].

Blair Witch Projekt, in: Wikipedia, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Blair_witch, [23.09.2009].

Information zum Trierer Hexen-Projekt: http://www.uni-trier.de/index.php?id=16231, [13.02.2009].

Information zum „Arbeitskreis für Norddeutsche Hexenforschung“: http://www.geschichte.uni-halle.de/mitarbeiter/moeller/akn/, [13.02.2009].

Informationen zu Johannes a Lasco: Züchner, Christian. 500 Jahre Johannes a Lasco. 2002. http://www.moederkerk.de/lasco-1.htm, [13.02.2009].

Anmerkungen

  • [1]

    Brüder Grimm, Kinder und Hausmärchen: Hänsel und Gretel, 1812-1815 in: Projekt Gutenberg, URL: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=137&cHash=b2042df08bhaensel#gb_found [13.02.2009].

  • [2]

    Durchgeführt von dem Institut für Demoskopie in Allensbach.

  • [3]

    Behringer, Wolfgang. Hexen. Glaube – Verfolgung - Vermarktung. München 1998, S. 16.

  • [4]

    Ebd. S. 17.

  • [5]

    Die Legende von der Hexe von Blair wurde aufgegriffen von den Drehbuchautoren und Regisseuren Daniel Myrick und Eduardo Sánchez. Beide engagierten drei junge Schauspieler (Heather Donahue, Michael Willeams und Joshua Leonard), erklärten ihnen den Grundriss des Filmes, gaben ihnen Anweisungen über die Charaktere, welche sie spielen sollten und ließen sie dann alleine in einem Wald mit Filmequipment zurück. Die Schauspieler erhielten Notizen and Hilfsmittel, unter anderem ein GPS (Global Positioning System), wussten aber nicht genau, was nun passieren sollte bis sie jeweils zum richtigen Zeitpunkt eingeweiht wurden. Blair-Witch-Projekt, in: Wikipedia, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Blair_witch, [23.02.2009].

  • [6]

    Mit viel Suchen und ein wenig Glück findet man den rund 10 cm2 kleinen Stein zwischen Dom und Bremer Bank-Gebäude.

  • [7]

    Diese Definition ist von Herbert Schwarzwälder übernommen worden. Schwarzwälder, Herbert. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. In: Bremen. Erster Teil. in Bremisches Jahrbuch, Bd. 46, Bremen 1959, S. 167.

  • [8]

    Behringer, W. Hexen. S. 34

  • [9]

    Behringer, W. Hexen. S. 12.

  • [10]

    Tabula VIII : qui malum carmen incantassit . . . si membrum rup<s>it, ni cum eo pacit, talio esto. (Wer mit einem bösen Spruch verzaubert .... wenn der Teil/ das Glied zerbricht und nicht von jenem beruhigt wird, kann eine Wiedervergeltung des empfangene Schadens am Körper verordnet werden. Übersetzung durch die Autorin) duodecim tabularum leges. In: Bibliotheca Augustana, URL: http://www.hs-augsburg.de/~harsch/leges.html [13.02.2009].

  • [11]

    Eiden, Herbert. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. Die Entwicklung geistlicher und weltlicher Rechtsvorstellung bis zum 17. Jahrhundert. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 51.

  • [12]

    Kirchenrat des Kantons Zürich (Ed.). Zürcher Bibel. Die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testamentes. 1942, S. 81 Sp. 2.

  • [13]

    Voltmer, Rita; Irsigler, Franz. Die europäischen Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit – Vorurteile, Faktoren und Bilanzen. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 52.

  • [14]

    Accusare = anklagen.

  • [15]

    Infamia = Ehrlosigkeit.

  • [16]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 48.

  • [17]

    Ebd.

  • [18]

    Im spätrömischen Reich gehörte der Reinigungseid zu den zentralen Institutionen im zivil und kirchlichen Prozesswesen. Er erlaubte es dem Beklagten, der seine Schuld bestritt, sich durch die eidliche Wahrheitsfindung dem weiteren Verfahren zu entziehen. Je nach Schwere des Vorwurfs und sozialer Stellung des Beklagten war der Reinigungseid mit einer unterschiedlich hohen Anzahl von sog. Eideshelfern zu leisten. Mit strengen Formalitäten erfolgte die Eidesleistung meistens auf dem Gerichtsplatz, wobei die Eidesformel dem Schwörenden bei vorgehaltenem Stab vorgesagt wurde und er diese Wort für Wort wiederholen musste. Im Zuge der Christianisierung war nur noch der Eid bei Gott und den Heiligen, auf die Bibel, das Kreuz oder den Reliquien erlaubt. Historisches Lexikon der Schweiz (ed.). Eid – Der Eid als Fundament der mittelalterlichen Gesellschaft. 2003, http://www.snl.ch/dhs/externe/protect/textes/D44630-3-369.html.

  • [19]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 51.

  • [20]

    Relapsi = ursprünglich vom Häresieverdacht gereinigte, aber rückfällige Ketzer.

  • [21]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 51.

  • [22]

    Ebd. S. 54.

  • [23]

    Behringer W. Hexen. S. 36.

  • [24]

    Crimen magiae = Verbrechen der Zauberei.

  • [25]

    Crimen exceptum = außerordentliches Verbrechen.

  • [26]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 54.

  • [27]

    Voltmer, R.; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 33.

  • [28]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 55.

  • [29]

    Behringer, W. Hexen. S. 40.

  • [30]

    Behringer, W. Hexen. S. 40.

  • [31]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 55.

  • [32]

    Behringer, W. Hexen. S. 41f.

  • [33]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 55.

  • [34]

    Ebd. S. 55.

  • [35]

    Behringer, W. Hexen. S. 42.

  • [36]

    Voltmer, R.; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 31.

  • [37]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 57.

  • [38]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 56.

  • [39]

    Behringer, W. Hexen. S. 75.

  • [40]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 57.

  • [41]

    Voltmer, R.; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 32.

  • [42]

    Ebd. S. 37

  • [43]

    Ebd. S. 38

  • [44]

    Voltmer, R.; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 38.

  • [45]

    Ebd. S. 40.

  • [46]

    Voltmer, Rita. Von der besonderen Alchemie, aus Menschenblut Gold zu machen, oder von den Möglichkeiten, Hexereiverdacht und Hexenprozess zu instrumentalisieren. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 135.

  • [47]

    Voltmer, R. Von der besonderen Alchemie. S. 135

  • [48]

    Irsigler, Franz. Hebammen, Heilerinnen und Hexen. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 142.

  • [49]

    Ebd. S. 143.

  • [50]

    Ebd. S. 144.

  • [51]

    Voltmer, R; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 34.

  • [52]

    Ebd. S. 35.

  • [53]

    Ebd. S. 32.

  • [54]

    Voltmer, R. Von der besonderen Alchemie. S. 130.

  • [55]

    Behringer, W. Hexen. S. 77.

  • [56]

    Ebd. S. 81.

  • [57]

    Ebd. S. 61.

  • [58]

    Ebd. S. 36.

  • [59]

    Ebd. S. 89.

  • [60]

    Voltmer, R; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 42.

  • [61]

    Schormann, Gerhard. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. In: Historischer Verein für Niedersachsen (Ed.). Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens. Bd. 87. Hildesheim 1977, S. 5.

  • [62]

    Ebd. S. 6.

  • [63]

    Weitere Informationen unter: Arbeitsgemeinschaft „Hexenprozesse im Trierer Land“ an der Universität Trier, URL: http://www.uni-trier.de/index.php?id=16231[13.02.2009].

  • [64]

    Weitere Informationen unter Norddeutscher Arbeitskreis für Hexen- und Kriminalitätsforschung, URL: http://www.geschichte.uni-halle.de/mitarbeiter/moeller/akn/, [13.02.2009].

  • [65]

    Eine weitere Bearbeitung der Bremer Hexenprozesse wurde von Gunda Schröck unter dem Titel “’So ich aber mit dem Satan auff der Domsheide buhlte’ von Bremer Hexenprozessen.” im Brockmann Verlag, 1983, publiziert. Im Rahmen ihrer Examensarbeit versuchte sie das Leben zweier Bremer Hexen zu rekonstruieren. Leider gelang dieser Versuch aufgrund der schwachen Quellenlage in Bremen nicht, so dass die Arbeit insgesamt zu spekulativ wirkt. Da die weiteren Angabe in ihrer Publikation zu den Bremer Hexenprozessen ausschließlich auf Herbert Schwarzwälders Veröffentlichungen beruhen, wird in dieser Arbeit auf ihre Publikation verzichtet.

  • [66]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 170.

  • [67]

    Nequam = nichtsnutzig.

  • [68]

    Hertzberg, H.. Das älteste bremische Nequamsbuch und seine Fortsetzung. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 28, Bremen 1922, S. 2.

  • [69]

    Ebd. S. 1.

  • [70]

    In diesem Jahr wurde die Führung eines Nequambuches in Bremen beendet Hertzberg, H. Das älteste bremische Nequamsbuch. S. 27.

  • [71]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 169.

  • [72]

    Ebd. S. 170.

  • [73]

    Eine Urgicht bezeichnet das endgültige Geständnis, welches dann später bei der Urteilsverkündung noch einmal verlesen wird.

  • [74]

    Actuarus = Gerichtsschreiber.

  • [75]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 169f.

  • [76]

    Ebd. S. 172.

  • [77]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 171.

  • [78]

    Ebd.

  • [79]

    Moeller, Katrin. „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden“ Hexenverfolgung im protestantischen Norddeutschland. In: Beier-de-Haan, R.; Voltmer, R.; Irsigler, F. Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums. Berlin, Kronprinzenpalais, 3. Mai bis 6. August 2002. Wolfratshausen 2002, S. 96.

  • [80]

    Ebd. S. 99.

  • [81]

    Ebd. S. 100.

  • [82]

    Ebd. S. 103.

  • [83]

    Schormann, G. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. S. 8.

  • [84]

    Ebd. S. 10.

  • [85]

    Ebd. S. 13.

  • [86]

    Ebd. S. 23.

  • [87]

    Ebd. S. 17.

  • [88]

    Ebd. S. 16.

  • [89]

    Ebd. S. 25.

  • [90]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [91]

    Schormann, G. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. S. 109.

  • [92]

    Ebd. S. 110.

  • [93]

    Ebd. S. 152.

  • [94]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 168.

  • [95]

    Ebd. S. 176.

  • [96]

    Vgl. u.a. Schmidt, Heinrich. Zur Geschichte der Stedinger - Studien über Bauernfreiheit, Herrschaft und Religion an der Unterweser im 13.Jahrhundert. In: Bremisches Jahrbuch 60/61, Bremen 1982/83, S.27-94 .

  • [97]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 180.

  • [98]

    Ebd. S. 181.

  • [99]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [100]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens Teil 1. S. 185.

  • [101]

    Ebd. S. 186.

  • [102]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens Teil 1. S. 191.

  • [103]

    Schwarzwälder, Herbert. Die Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. Von den Anfängen bis zur Franzosenzeit (1810). Bremen 1975, S. 168.

  • [104]

    Schwarzwälder, Herbert. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen. Zweiter Teil. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 47, Bremen 1961, S. 139.

  • [105]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 198.

  • [106]

    Ebd. S. 229.

  • [107]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [108]

    Schwarzwälder, Herbert. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen und seiner weiteren Umgebung, vor allem während des 16. und 17. Jahrhunderts. In: Heimat und Volkstum. Bremen 1958, S. 6.

  • [109]

    Ebd. S. 8.

  • [110]

    Ebd. S. 17.

  • [111]

    Schwarzwälder, Herbert. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 25.

  • [112]

    Der Fußspurzauber gehört in die Kategorie der Wachsbildzauber. Man glaubte, dass der Teufel und die Dämonen dazu imstande wären, die gegen ein Bild geführte Gewaltsamkeit auf die gemeinte Person übertragen zu können. Schwarzwälder, Herbert. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens in Bremen und seiner weiteren Umgebung, vor allem während des 16. und 17. Jahrhunderts. in Heimat und Volkstum. Bremen 1958, S. 12. Wachs war übrigens ein heiliger Stoff, der nicht nur im (erlaubten) Kultus der Wachskerzen und Votivgaben verwandt wurde oder auch wird, sondern auch in (unerlaubten) Zauber und Gegenzauber. Ebd. S. 13.

  • [113]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 13.

  • [114]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 230.

  • [115]

    Der Liebeszauber gehörte unter die schädigende Magie, da er die göttliche Ordnung der Ehe und die Sittsamkeit zerstörte, auf die man vor allem im reformierten Bremen sehr viel Wert legte. Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 17.

  • [116]

    Ebd. S. 13.

  • [117]

    Es ist durchaus möglich, dass es sich bei Drutke Plumers tatsächlich einmal um eine Hebamme bzw. Geburtshelferin gehandelt hatte. Die Aussage, dass sie den Tod mehrerer Kinder verursacht habe, lässt darauf schließen.

  • [118]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 13.

  • [119]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 230.

  • [120]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens Teil 1. S. 198.

  • [121]

    Ebd. S. 197.

  • [122]

    Ebd. S. 195.

  • [123]

    Zauberer aus Unglauben.

  • [124]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 191.

  • [125]

    Ebd. S. 230.

  • [126]

    Ebd. S. 196.

  • [127]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 139 und Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 196.

  • [128]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 196.

  • [129]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 14.

  • [130]

    Dieses Zauberbuch ist leider nicht mehr vorhanden und wird nur in den Prozessakten erwähnt.

  • [131]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 121.

  • [132]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 15; Vgl. Severin Fricke, 1515.

  • [133]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 195.

  • [134]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 18.

  • [135]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 199.

  • [136]

    Ebd. S. 202.

  • [137]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 20.

  • [138]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 201.

  • [139]

    Dieser Form der Zauberei spielte in jener Zeit mit weitgehender landwirtschaftlicher Selbstversorgung eine große Rolle. Zu ihm gehörte auch der Bereich des Milch- und Butterzaubers, in dem mit Hilfe von Beschwörungen die Kuh entweder mehr oder weniger Milch gab oder die Karne (das Gefäß, in dem die Butter hergestellt wurde) mehr oder eben auch weniger Butter gab, was häufig auf Kosten anderer Personen zuwege gebracht wurde. Von den sogenannten Molkentoverschen hören wir 1534 aus Oldenburg, 1542 und 1568 aus Jever. Meist reichte wohl schon ein böser Blick um das Milchen der Kühe zu verhindern. Glücklicherweise ist aus Oldenburg ein vollständiger Milchsegen erhalten geblieben (vgl. Kap. 4.1) bei dem als Verfasser höchstwahrscheinlich nur ein Vertreter der ländlichen Geistlichkeit in Frage kommt, da der Inhalt und die Sprache eindeutig in die katholische Zeit fallen. Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 16.

  • [140]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 16.

  • [141]

    Ebd. S. 25.

  • [142]

    Vgl. Kap. 4.1 und 4.2.

  • [143]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 195.

  • [144]

    Ebd. S. 90.

  • [145]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 207.

  • [146]

    Ebd. S. 195.

  • [147]

    Ebd. S. 197.

  • [148]

    Ebd. S. 202.

  • [149]

    Ebd.

  • [150]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. 118.

  • [151]

    Ein weiterer Prozess gegen einen Marktvogt fand im Jahr 1640 gegen Heinrich Kattau. Vgl. Kap. 2.2.3.

  • [152]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 138.

  • [153]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 15.

  • [154]

    Ebd. S. 16.

  • [155]

    Vgl. Kap. 4.1. und 4.2.

  • [156]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 8.

  • [157]

    Urfehde = Im Mittelalter Eidschwur zur Beilegung einer Fehde, durch den beide Parteien versicherten, künftig Frieden zu halten; später eines freigesprochenen Angeklagten oder Verbannten, keine Rache an Kläger oder Richter zu üben, bzw. die untersagten Plätze zu meiden. Bertelsmann Lexikon der Geschichte. CD-ROM. Gütersloh, Hamburg, 1997.

  • [158]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 132.

  • [159]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 124.

  • [160]

    Ebd. S. 117.

  • [161]

    Ebd. S. 132.

  • [162]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 202.

  • [163]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 206.

  • [164]

    Gerken, Angelus. Meyenburger Hexenprotokoll Anno 1559. In: Stader Jahrbuch, Heft 52. Stade 1962, S. 119-127.

  • [165]

    In Verden waren immerhin 13 Personen 1647 in einen Prozess verwickelt, in Jever starben 1592 15 Männer und Frauen und 1555 saßen in Hamburg 14 Personen im Gefängnis, von denen zwei durch die Folter starben. Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 206 f.

  • [166]

    Ebd. S. 206.

  • [167]

    De Boer, Wilko. Eine Bremer Hexe aus dem Jahre 1565. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 33, Bremen 1931, S. 374.

  • [168]

    Schormann, G. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. S. 374.

  • [169]

    Was du von der Zauberin wissen wolltest, falls es bisher nicht bekannt wurde, habe ich aber eben erst von Doktor Ewich zuverlässig gehört und erzähle ich dir nun voller Vertrauen. (Übersetzung durch die Autorin) de Boer, W. Eine Bremer Hexe. S. 368.

  • [170]

    Ebd. S. 370.

  • [171]

    Ebd. S. 372.

  • [172]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 136.

  • [173]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 207.

  • [174]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 124.

  • [175]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens Teil 2. S. 117.

  • [176]

    De Boer, W. Eine Bremer Hexe. S. 371.

  • [177]

    Vielleicht durch die Härte der Folter, vielleicht durch die gerechtfertigte Strafe, vielleicht durch ihre Hand oder vielleicht durch irgendeine Krankheit. Ebd. S. 369.

  • [178]

    Ebd. S. 370.

  • [179]

    Ebd. S. 371.

  • [180]

    Ebd. S. 372.

  • [181]

    Der Bruder hatte mit den Jahren einige familiäre Besitztümer glücklich vermehrt. Als man später anfing jene Unglückliche zu verfolgen, so dass gleich darauf die Verwandten es erfuhren, stürzte er sich in die Fluten der Weser. Letztendlich trug er das Schwert mit seinen Händen in sich hinein und verstarb wenige Tage später. De Boer, W. Eine Bremer Hexe. S. 368.

  • [182]

    Ebd. S. 374.

  • [183]

    Aber es erinnerte sich T.H. mich nicht eingeweiht zu haben und erwähnte nur das von Vielen gehörte. Ebd. S. 2.

  • [184]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 117.

  • [185]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 140.

  • [186]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 7.

  • [187]

    Ebd. S. 42.

  • [188]

    Ebd. S. 7.

  • [189]

    Ebd. S. 8.

  • [190]

    Ebd. S. 25.

  • [191]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 136.

  • [192]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 39.

  • [193]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 196.

  • [194]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 124.

  • [195]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 230.

  • [196]

    Tardel, Hermann. Ein bremischer Hexenprozeß vom Jahre 1603. In: Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde, Jahrgang 16. Bremen 1938, S. 39.

  • [197]

    Ebd. S. 48.

  • [198]

    Ebd. S. 41

  • [199]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 108.

  • [200]

    Tardel, H. Ein bremischer Hexenprozeß. S. 43.

  • [201]

    Tardel, H. Ein bremischer Hexenprozeß. S. 43.

  • [202]

    Ebd. S. 40

  • [203]

    Ebd. S. 44

  • [204]

    Achelis, Johannes. Zur Entwicklung des Bremischen Zivilprozesses vom 16. bis 18. Jahrhundert. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 35. Bremen 1935, S. 51

  • [205]

    Tardel, H. Ein bremischer Hexenprozeß. S. 40

  • [206]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 140

  • [207]

    Vgl. Scharfrichter Meister Max nach erwiesener Unschuld.

  • [208]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [209]

    Vgl. Kap. 2.4.3.

  • [210]

    Schormann, G. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland, S. 71.

  • [211]

    Ebd.

  • [212]

    Mahnke, Dietrich. Das Hexenunwesen in Verden und sein Ende. In: Stader Archiv. Neue Folge Heft 13. Stade 1923, S. 7.

  • [213]

    Ebd. S. 8.

  • [214]

    Mahnke, D. Das Hexenunwesen in Verden und sein Ende. S. 10.

  • [215]

    Ebd. S. 11.

  • [216]

    Ebd. S. 12.

  • [217]

    Ebd. S. 13.

  • [218]

    Ebd. S. 17.

  • [219]

    Ebd. S. 17.

  • [220]

    Mahnke, D. Das Hexenunwesen in Verden und sein Ende. S. 22f.

  • [221]

    Ebd. S. 24.

  • [222]

    Ewich, Johannes. Von der Hexen, die man gemeiniglich Zauberin nennet, oder auff niedersächsisch Toverschen, Natur, Kunst, Macht und Thaten: Item von den Merckzeichen dabey sie zu erkennen: und straff, damit sie züchtigen. Ein billich und rechtmessig bedencken. In: Theatrum de Veneficis, Das ist: Von Teuffelsgespenst Zauberern vnd Gifftbereitern, Schwartzkünstlern, Hexen vnd Vnholden, vieler fürnemmen Historien vnd Exempel, bewärten, glaubwirdigen, Alten vnd newen Scribenten, was von solchen jeder zeit disputiert vnd gehalten worden, mit sonderm fleiß an Tag geben : sampt etlicher hingerichten Zäuberischer Weiber gethaner Bekanntnuß, Examination, Prob, Vrgicht und Straff, u. Vieler vngleicher Frage und Meynung halben, so in dieser Materi fürfallen mögen / Saur, Abraham. - Franckfurt am Mayn : Basseus, 1586, S. 355, Sp. 2.

  • [223]

    Ewich, J. Von der Hexen. S. 351, Sp. 1.

  • [224]

    Ebd. S. 339, Sp. 1.

  • [225]

    Ebd.

  • [226]

    Ebd. S. 339, Sp. 2.

  • [227]

    Schormann, G. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. S. 121.

  • [228]

    Ewich, J. Von der Hexen. S. 341, Sp. 2.

  • [229]

    Ewich, J. Von der Hexen. S. 342, Sp. 1.

  • [230]

    Ebd. S. 346, Sp. 1.

  • [231]

    Ebd.

  • [232]

    Weise, Erich. Das „Edikt in Zauberei-Sachen“ von 1603 und seine Anwendung durch den Richter Lüder Bicker zu Altuneberg. In: Stader Jahrbuch, Heft 40. Stade 1950, S. 35.

  • [233]

    Ebd. S. 55.

  • [234]

    Ebd. S. 56.

  • [235]

    Ebd. S. 60.

  • [236]

    Ebd. S. 62.

  • [237]

    Weise, E. Das “Edikt in Zaubereisachen” von 1603. S. 61.

  • [238]

    Ebd. S. 62.

  • [239]

    „...sondern vielmehr uns erinnern, das solche und dergleichen Purgationes undt Probationes als ein abergleubisch Werck, dadurch Godt der Allmechtige versucht und zum Zorn bewogen wirdt, hochlich verboten und verworfen seind, so wollen wir auch dieselbe hiermit gentzlich verboten“. Weise, E. Das “Edikt in Zaubereisachen” von 1603. Ebd. S. 60.

  • [240]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 212.

  • [241]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 213.

  • [242]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 213.

  • [243]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 20.

  • [244]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 217.

  • [245]

    Ebd. S. 213.

  • [246]

    Ebd. S. 217.

  • [247]

    Ebd. S. 209.

  • [248]

    Ebd. S. 213 und S. 217.

  • [249]

    Ebd. S. 213.

  • [250]

    Ebd.

  • [251]

    Ebd. S. 214.

  • [252]

    Ebd.

  • [253]

    Ebd. S. 213.

  • [254]

    Die Statuten 200 und 201, die sich mit Glaubensabfall und Verbrennungsstrafen für Zauberei befassen, wurden aus dem Kurpfälzischen Landrecht von 1582 übernommen. Vgl. Anm. 257.

  • [255]

    Mit der Reformation des gesamten Stadtrechtes war der Rat nicht einverstanden und unterschied zwischen einer ganz neuen “Aufrichtung” des Stadtbuches und einer Reformation desselben. Nach der Wahl Kreftings, 1605, zum Bürgermeister schien man sich darauf verständigt zu haben, dass ein Entwurf für ein verbeterden Stadtbooks unter Kreftings Leitung durch den Procurator Dr. Johannes Almers zu erstellen sei. Die endgültige Fassung aber bliebe bei der Wittheit. Insgesamt wurden die Änderungsvorschläge von Krefting und Almers abgelehnt. So wurden daher überholte Teile des Stadtrechts reformiert, unter anderem auch die Bereiche zum Abfall von Glauben, bzw. Zauberei oder zauberische Betätigung. Barkhausen, Walter. Der Entwurf eines Verbeterden Stadtbooks und die Glossen zum Stadtrecht von 1433. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 202,203 und 206.

  • [256]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 212.

  • [257]

    Ebd.

  • [258]

    Vgl. Kap. 4.1. und 4.2.

  • [259]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 212.

  • [260]

    Ebd. S. 215.

  • [261]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 117.

  • [262]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 212.

  • [263]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 117; Vgl. Kap. 2.3.

  • [264]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 212.

  • [265]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 20.

  • [266]

    Ebd. S. 16.

  • [267]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 218f.

  • [268]

    Natürlich oder kunstvoll oder läppisch.

  • [269]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 219.

  • [270]

    Ebd. S. 221.

  • [271]

    Ebd. S. 225.

  • [272]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 225.

  • [273]

    Der Sachsenspiegel ist die älteste deutschsprachige Aufzeichnung des Gewohnheitsrecht und sollte dem Ratsuchenden einen Spiegel der Rechtspraxis in die Hand geben. Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, URL: http://www.slub-dresden.de/sammlungen/handschriften-und-seltene-drucke/sachsenspiegel/ [13.02.2009].

  • [274]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 182.

  • [275]

    Ebd.

  • [276]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 183.

  • [277]

    Ebd. S. 184.

  • [278]

    Das bremische Stadtrecht von 1303/1308. Schulausgabe von Karl August Eckhart. Bremen, 1931. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 334.

  • [279]

    Hüpper, Dagmar. Das Rechtsbuch der Stadt Bremen, das Hamburger Recht und der Sachsenspiegel. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 167.

  • [280]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 184.

  • [281]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 106.

  • [282]

    Ebd. S. 100.

  • [283]

    Achelis, Johannes. Zur Entwicklung des Bremischen Zivilprozesses vom 16. bis 18. Jahrhundert. In: Bremisches Jahrbuch, Bd. 35. Bremen 1935, S. 180.

  • [284]

    Ebd. S. 181

  • [285]

    Ebd. S. 182.

  • [286]

    Achelis, J. Zur Entwicklung des Bremischen Zivilprozesses. S. 182.

  • [287]

    Ebd. S. 184.

  • [288]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 102.

  • [289]

    Vgl. 1513 J. Jebelmann: Seine Ehefrau bezichtigte ihn der Zauberei aus Gründen der Eifersucht Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 230.

  • [290]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 105.

  • [291]

    Ebd. S. 107.

  • [292]

    Vgl. 1530 Jochym Dortmann: Dieser hatte einen Akkusationsprozess vor dem Rat angestrebt, wurde aber abgelehnt und geriet aufgrund seines schlechten Leumundes selbst in Verdacht, was ihn letztendlich den Tod durch das Schwert einbrachte. Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 194.

  • [293]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 110.

  • [294]

    Ebd. S. 111.

  • [295]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 112.

  • [296]

    Ebd. S. 112-113

  • [297]

    Vgl. 1565 Gredje von Essen: Sie nannte in ihrer Urgicht eine Reihe von angesehenen Matronen, deren Namen aber bei Verlesung des Protokolls vollständig zurückgehalten wurden. Ebd. S. 136.

  • [298]

    Ebd. S. 114.

  • [299]

    Radbruch, Gustav (Ed.). Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532 (Carolina). Stuttgart 1975, S. 78.

  • [300]

    Vgl. 1520 Johann Polemann: Er versuchte sich an Wahrsagerei, wie Schatzsuche mit einem Spiegel oder Kristallsehen. Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 197f.

  • [301]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 203

  • [302]

    Die Angeklagte Margareta Meyer zu Aldorf verbrachte fast ein Jahr vom 29. September 1652 bis zum 26. August 1653 in einem Gefängnis in Diepholz, wo sie stets erneut befragt und gefoltert wurde. Der Prozess zog sich allein schon deswegen in die Länge, weil jedes Detail der Prozessführung zuvor mit einer Juristenfakultät, vermutlich Rinteln, abgesprochen wurde. Da sie fortwährend ihr Schuld leugnete, wurde im August 1653 festgesetzt, dass sie gegen Urfehde zu entlassen sei. Dr. Wilhelm, Amtsrichter zu Diepholz. Hexenprozesse aus dem 17. Jahrhundert. Archiv des Königlichen Hannoverschen Amtsgerichts Diepholz. Hannover 1862, S. 35-62.

  • [303]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 117.

  • [304]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 118f.

  • [305]

    Ebd. S. 119.

  • [306]

    Ebd. S. 120.

  • [307]

    Ebd. S. 121.

  • [308]

    Ebd. S. 128.

  • [309]

    Ebd. S. 128.

  • [310]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 122

  • [311]

    Ebd. S. 130.

  • [312]

    Ebd. S. 122.

  • [313]

    Vgl. Ehepaar Kattau. Ebd. S. 123.

  • [314]

    Vgl. 1551 Ein Fall aus St. Jürgen-Niederende. Die schwangere Frau wurde nicht gefoltert, gestand aber dennoch Teufelsbuhlschaft, Hexensabbath und die Mitgliedschaft in einem Hexenorden. Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 1. S. 206.

  • [315]

    Vgl. 1558 Medje Fybelrings . Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 124.

  • [316]

    Ebd. S. 125.

  • [317]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 126.

  • [318]

    Ebd. S. 132.

  • [319]

    Ebd. S. 133.

  • [320]

    Pro temporere = zur Zeit.

  • [321]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 136.

  • [322]

    Ebd. S. 137.

  • [323]

    Ebd. S. 138.

  • [324]

    Ebd. S. 141.

  • [325]

    Unter anderem habe Zütphen behauptet, dass die Bischöfe Diebe , Räuber, Menschenmörder und Seelenbetrüger seien, der Papst der Antichrist selbst sei und alle geistlichen den weltlichen Strafen zu unterwerfen seien. Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 173.

  • [326]

    Ebd. S. 173.

  • [327]

    Ebd. S. 174.

  • [328]

    Ebd. S. 175.

  • [329]

    Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 177

  • [330]

    Ebd. S. 178.

  • [331]

    Ebd. S. 179.

  • [332]

    Ebd. S. 181.

  • [333]

    Ebd. S. 184.

  • [334]

    Ebd. S. 207.

  • [335]

    Ebd. S. 220.; Vgl. Kap. 2.3.

  • [336]

    Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 221.

  • [337]

    Ebd. S. 232.

  • [338]

    Voltmer, R.; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 36.

  • [339]

    Eiden, H. Vom Ketzer- zum Hexenprozess. S. 98.

  • [340]

    Ebd.

  • [341]

    Schwarzwälder, H. Die Geschichte des Zauber- und Hexenglaubens. Teil 2. S. 100f.

  • [342]

    Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 232.

  • [343]

    Allgegenwart des Leibes Christi.

  • [344]

    Bürgermeister seit 1544.

  • [345]

    Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 233.

  • [346]

    Ebd. S. 235.

  • [347]

    Ebd. S. 236.

  • [348]

    Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 240.

  • [349]

    Ebd. S. 241.

  • [350]

    Ebd. S. 242.

  • [351]

    Ebd. S. 244.

  • [352]

    Ebd. S. 245.

  • [353]

    Ebd. S. 250.

  • [354]

    Ebd. S. 251.

  • [355]

    Ebd. S. 254.

  • [356]

    Schwarzwälder, H. Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Bd. 1. S. 262.

  • [357]

    Ebd. S. 264.

  • [358]

    Levack, Brian P. Hexenjagd. München 2003, S. 229.

  • [359]

    Trevor-Roper, Hugh R. Reformation und Sozialer Umbruch. München 1997 S. 130.

  • [360]

    Diefenbach, J., Der Hexenwahn vor und nach der Glaubensspaltung in Deutschland, Mainz 1886, S. 298.

  • [361]

    Behringer, W. Hexen. S. 45.

  • [362]

    Voltmer, R.; Irsigler, F. Die europäischen Hexenverfolgungen. S. 35.

  • [363]

    Behringer, W. Hexen. S. 78.

  • [364]

    Ebd. S. 59.

  • [365]

    Emden wurde schon sehr früh mit den calvinistischen Theorien in Berührung gebracht. Durch Johannes a Lasco, den die Gräfin Anna im November 1542 zum ersten und einzigen Superintendenten von Ostfriesland berufen hatte. Züchner, Christian. 500 Jahre Johannes a Lasco. 2002. http://www.moederkerk.de/lasco-1.htm. Während in Emden der Calvismus allerdings vollständig Fuss faßte und als allgemeine Religion eingeführt wurde, versuchte sich Bremen weitgehend auch andere Wege offen zu halten. Die Konsolidierung des Calvinismus hatte hier vielmehr den Grund in der Möglichkeit sich stärker an die calvinistischen Generalstatten zu orientieren und somit politische und wirtschaftliche Kontakte zu festigen.

  • [366]

    Schormann, Gerhard. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. S. 76.

  • [367]

    Kohl, Dietrich. Erster Band: Stadt Oldenburg. in Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte (Ed.). Oldenburgisches Urkundenbuch. (OldUB 1) Oldenburg 1914, S. 216, Nr. 346.

  • [368]

    Schmidt, Heinrich. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. in Stadt Oldenburg (Ed.). Geschichte der Stadt Oldenburg. Bd. 1. Von den Anfängen bis 1830. Oldenburg 1997, S. 102.

  • [369]

    Ebd. S. 103.

  • [370]

    Ebd. S. 103.

  • [371]

    OldUB 1. S. 216, Nr. 346.

  • [372]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 139.

  • [373]

    Ebd.

  • [374]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 191

  • [375]

    Ebd. S. 192.

  • [376]

    OldUB 1. S. 216, Nr. 346.

  • [377]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 193.

  • [378]

    OldUB 1. S. 216, Nr. 346.

  • [379]

    Ebd. S. 217, Nr. 346.

  • [380]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 241.

  • [381]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. Kulturgeschichte einer historischen Landschaft. Katalog des Landesmuseums Oldenburg, Bd. 8. Oldenburg 1998, S. 79.

  • [382]

    OldUB 1. S. 217, Nr. 346.

  • [383]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 123.

  • [384]

    Ebd. S. 124.

  • [385]

    OldUB 1. S. 289, Nr. 475.

  • [386]

    Bei dem Fall der Dorothea Hofmeister zu Willenberg in Diepholz wurde eine Aktenversendung um den 24. September 1652 herum veranlasst. Die fertige Anweisung zur weiteren Befragung durch die Juristenfakultät Rinteln trägt das Datum 25 Oktober 1652, so dass von Bearbeitungsdauer von ca. 4 Wochen auszugehen ist. Amtsrichter Dr. Wilhelm zu Diepholz. Hexenprozesse aus dem 17. Jahrhundert. S. 27-28.

  • [387]

    OldUB 1. S. 289, Art. 475.

  • [388]

    Ebd.

  • [389]

    Ebd.

  • [390]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [391]

    Vgl. Kap. 2.2.2.

  • [392]

    Schwarzwälder, H. Die Formen des Zauber- und Hexenglaubens. S. 14.

  • [393]

    OldUB 1. S. 290, Art. 475.

  • [394]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 88.

  • [395]

    Vgl. Kap. 2.2.2. Severin Fricke, Johannes Polemann.

  • [396]

    Rüthning, Gustav. Dritter Band: Grafschaft Oldenburg von 1482 bis 1550. in Oldenburger Verein für Altertumskunde und Landesgeschichte (Ed.). Oldenburgisches Urkundenbuch (OldUB 3). Oldenburg 1927, S. 458, Nr. 754.

  • [397]

    OldUB 3. S. 458, Nr. 754.

  • [398]

    StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

  • [399]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [400]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 265.

  • [401]

    StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

  • [402]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 155.

  • [403]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 127; Vgl. Kap. 3.2.

  • [404]

    StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

  • [405]

    Ebd.

  • [406]

    Ebd.

  • [407]

    StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

  • [408]

    Ebd.

  • [409]

    Ebd.

  • [410]

    Ebd.

  • [411]

    Ebd.

  • [412]

    StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

  • [413]

    Ebd.

  • [414]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [415]

    Vgl. z.B. 1558 M. Fybelrings, 1564 A. Rüter, C. Halmecken.

  • [416]

    StA Oldenburg Best. 262, 1, E, Da Nr. 2.

  • [417]

    Schormann, Gerhard. Hexenprozesse in Nordwestdeutschland. S. 77.

  • [418]

    Ebd.

  • [419]

    Grundig, Edgar. Hexenprozesse in Delmenhorst und Varel. In: Oldenburger Jahrbuch, 52. und 53. Band, 1952-53, S. 70 f.

  • [420]

    Ebd. S. 72.

  • [421]

    Grundig, E. Hexenprozesse in Delmenhorst und Varel. S. 72

  • [422]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [423]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 127.

  • [424]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [425]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 298.

  • [426]

    Kirchengeschichte des wiedergeborenen Evangeliums in der uralten Grafschaft Oldenburg.

  • [427]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 303.

  • [428]

    Ebd. S. 304

  • [429]

    Ebd. S. 187.

  • [430]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 44.

  • [431]

    Die Oldenburger Stadtrechtsurkunde vom 6. Januar 1345. Beilage zur Stadt Oldenburg (Ed.). Geschichte der Stadt Oldenburg, Bd. 1. Von den Anfängen bis 1830. Oldenburg 1997.

  • [432]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [433]

    Eckhardt, Albrecht. Der Bremer Stadtrechtskreis. In: Elmshäuser, Konrad; Hofmeister, Adolf E. (Eds.). 700 Jahre Bremer Recht. 1303-2003. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Bremen “700 Jahre Bremer Recht”. 08.11.2003 – 16.01.2004. Bremen, 2003. S. 136-151

  • [434]

    Ordele = Urteile

  • [435]

    Eckhardt, A. Der Bremer Stadtrechtskreis. S. 140

  • [436]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 45.

  • [437]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 119.

  • [438]

    Ebd. S. 264.

  • [439]

    Ebd. S. 49.

  • [440]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 173.

  • [441]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 118.

  • [442]

    Ebd. S. 119.

  • [443]

    Ebd. S. 264.

  • [444]

    Ebd. S. 155.

  • [445]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 261.

  • [446]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 127.

  • [447]

    Vgl. Kap. 3.1.

  • [448]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 264.

  • [449]

    Ebd. S. 265.

  • [450]

    Radbruch, G. Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. S. 42.

  • [451]

    Schmidt, H. Oldenburg in Mittelalter und früher Neuzeit. S. 265.

  • [452]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 128.

  • [453]

    Ebd.

  • [454]

    Ebd.

  • [455]

    Ebd.

  • [456]

    Killisch, S.; Müller, S.; Reinbold, M. (Eds.). Oldenburg. S. 129.

  • [457]

    Ebd. S. 130.

  • [458]

    OldUB 3. S. 458, Nr. 754.

  • [459]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [460]

    OldUB 3. S. 458, Nr. 754.

  • [461]

    Ebd.

  • [462]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [463]

    OldUB 3. S. 458, Nr. 754.

  • [464]

    Vgl. u.a. 1558 M. Fybelrings.

  • [465]

    Vgl. Kap. 3.1.

  • [466]

    Vgl. Kap. 2.2.2.

  • [467]

    OldUB 3. S. 458, Nr. 754.

  • [468]

    Vgl. Kap. 2.3.

  • [469]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [470]

    Vgl. Kap. 3.2.

  • [471]

    1559 A. Boges, 1603 Kramers und Stubben; Vgl. Kap. 2.2.3.

  • [472]

    Betrifft den Umgang mit Zauberinnen und insbesondere die Anwendung der Todesstrafe bei Hexereidelikten. Vgl. Kap. 4.1.

  • [473]

    Eckhardt, A. Der Bremer Stadtrechtskreis. S. 141.

  • [474]

    Vgl. Kap. 3.1.

  • [475]

    Vgl. Kap. 2.1.

Empfohlene Zitierweise

Nuckel, Ivette: Hexenprozesse während des 16. und 17. Jahrhunderts. Ein Vergleich zwischen Bremen und Oldenburg. Oder: „Als auf dem Jodutenberge die Feuer schwelten“. Reihe: Wissenschaftliche Qualifizierungsarbeiten zum Hexen- und Magieglauben, hg. von Katrin Moeller, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/7mzy2/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 13.02.2009

Zuletzt geändert: 23.02.2009


Lesezeichen / Weitersagen

FacebookTwitterGoogle+XingLinkedInDeliciousDiggPinterestE-Mail