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Müller, Andreas W.

Die Magie der Inhaltsanalyse. Entwurf einer Inhaltsanalyse für den Vergleich von Hexenprozessakten aus Rostock 1584 und Hainburg 1617/18

Die vorliegende Masterarbeit verfolgt zwei Ziele: Erstens soll der (fünfgliedrige) „elaborierten Hexereibegriff“ als Ordnungskonzept der Forschung überprüft und als Vergleichsmittel für zwei Textkorpora eingesetzt werden. Zweitens wird auf der Basis einer sozialwissenschaftlichen Methode ein Werkzeug für dieses Unterfangen entworfen. ...

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Gudrun Schäfer-Burmeister

GEGNER DER HEXENVERFOLGUNG

Friedrich Spee und Christina von Schweden

BA-Arbeit an der Geisteswissenschaftlichen Sektion, Hauptfach Geschichte der Universität Konstanz, 2006

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Einleitung

 

2. Gegner der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert

 

3. Friedrich Spee

3.1. Leben und Wirken des Jesuitenpaters

3.2. Mahnung an die Obrigkeit: Die „Cautio Criminalis“

3.2.1. Der Inhalt der „Cautio Criminalis“

3.2.2. Resonanz auf die „Cautio Criminalis“

 

4. Christina von Schweden

4.1. Kurzbiographie

4.2. Schwedische Gebiete im deutschen Reich

4.3. Das Reskript der Christina von Schweden

4.4. Das Ende der Prozesse in Bremen und Verden

4.5. Vorpommern und andere Reichsgebiete

4.6. Die Hexenverfolgung in Schweden

4.7. Christinas Einfluss auf das Vorgehen in Schweden

 

5. Fazit und Ausblick

 

6. Bibliographie

6.1. Gedruckte Quellen und Literatur

6.2. Online-Quellen und Literatur

 

1. Einleitung

<1>

Seriöse Forschungen schätzen, dass rund 50.000 Menschen in Europa den Hexenverfolgungen in der frühen Neuzeit zum Opfer fielen. Die Hälfte der Hinrichtungen und Todesfälle durch Folter und Haftbedingungen fand im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation statt. Es umfasste etwa 3000 souveräne Territorien mit eigener Gerichtsbarkeit. Die Reichsstrafprozessordnung „Constitutio Criminalis Carolina“ [1] von 1532 konnte als Richtschnur für die Justiz dienen, war aber von subsidiärer Gültigkeit. In Europa erstreckte sich der Zeitraum der legalen Hexenverfolgungen von 1430 bis 1780. Der Höhepunkt lag zwischen 1560 und 1630. Die Verfolgungen liefen auch vor und nach dieser Hochphase in Wellen von unterschiedlicher Intensität ab. Meistens wurden sie „von unten“ ausgelöst. Missernten durch klimatische Veränderungen, wirtschaftliche Notlagen und gesellschaftliche Unzufriedenheit ließen die Volksstimmung nach Schuldigen suchen und förderten das Begehren nach obrigkeitlicher Verfolgung der vermeintlich Verantwortlichen. Vor der konfessionellen Spaltung waren diese Unglücke als Strafe Gottes deklariert worden; die Menschen der frühen Neuzeit verfielen auf andere Deutungsmuster und erklärten den Teufelspakt zum Grund des Übels. Zu Beginn der Hexenverfolgung fand man die Sündenböcke vor allem in sozialen Randgruppen. Abgesehen von regionalen Unterschieden kann festgestellt werden, dass ungefähr 80% der Opfer weiblich waren: alleinstehende, verwitwete, arme, möglicherweise geistig verwirrte, in späteren Jahren durch Denunziationen zunehmend auch jüngere und gesellschaftlich höher stehende Frauen.

Die Ausbildung der territorialen Justizapparate war eng verbunden mit der Entwicklung der Hexenprozesse. Berufe und Befugnisse im juristischen Umfeld erhielten Aufschwung. In katholischen Gebieten wurden Hexenkommissare beauftragt, in protestantischen konnte man sich um Gutachten an die neu entstandenen Juristenfakultäten der Universitäten wenden. Richter und Henker sicherten und erhöhten ihr Einkommen mit jeder verbrannten Hexe. Denunziationen und Folter prägten die Prozesse im deutschen Reich und hatten häufig weitere Prozessketten zur Folge. Beendet wurden sie meistens „von oben“, wenn die Verfahren zu entgleisen drohten und die Territorialherrschaft die öffentliche Ordnung, das Gemeinwesen und die eigene Souveränität mehr durch die Prozesse als durch geheime Hexereiverbrechen bedroht sah.

Die Konfessionszugehörigkeit war letztlich nicht entscheidend für die Ausbreitung und Intensität der Hexenverfolgung innerhalb eines Territoriums. In kleineren Territorien, in denen die hohe Gerichtsbarkeit lokal verankert und damit einzelnen Personen übertragen war, mangelte es an eingreifenden Instanzen. Die Gefahr, als Hexe verbrannt zu werden, war dort eher gegeben als in einem größeren Flächenstaat, in dem Zentralgewalten mäßigend auf die Prozesse einwirkten, so dass persönlich motivierte Alleingänge schon strukturell eher unterbunden waren. [2]

Die Meinungen der Gelehrten über das Verbrechen der Hexerei gingen auseinander. Zu jeder Zeit gab es nicht nur Befürworter der Hexenverfolgungen sondern auch Gegner.

<2>

Nach einer Darstellung des Weltbilds und der Argumente der Gegner der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert werden in der vorliegenden Arbeit zwei mutige Menschen vorgestellt, welche die Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert auf unterschiedliche Weise bekämpften. Friedrich Spee von Langenfeld tat dies in seiner Eigenschaft als Prediger mit Worten und schuf mit seiner bekannten kritischen Schrift „Cautio Criminalis“ ein viel beachtetes Werk. Der deutschen Übersetzung dieses Buches wird ein großer Einfluss auf die schwedische Königin Christina zugeschrieben. Sie erkannte die Gefahren, die von den Hexenprozessen ausgingen und ließ dieser Erkenntnis Taten folgen. Als Territorialherrscherin ordnete sie nach dem Wetfälischen Frieden die sofortige Beendigung der bestehenden Verfahren in den schwedisch besetzten Gebieten des deutschen Reiches an. [3]

Der Beitrag Friedrich Spees und sein Einfluss auf die Hexenprozesse wurde von der Geschichtswissenschaft ausgiebig behandelt. [4] Auch zahlreiche rechtswissenschaftliche und theologische Arbeiten beschäftigen sich mit der „Cautio Criminalis“. Mein Beitrag beschränkt sich im Wesentlichen auf eine inhaltliche Darstellung und die Einordnung von Spees Position in den historischen Kontext.

Die Rolle Christinas von Schweden als Gegnerin der Hexenverfolgung hingegen wurde bisher nur wenig untersucht. Die deutsche Forschung der Hexenverfolgung erkennt ihren Beitrag zur Beendigung der Hexenprozesse in Bremen-Verden einhellig, geht aber darüber nicht hinaus. Vielversprechend könnte ein Ansatz der Gender-Studies in der Erforschung der Hexenverfolgung sein. Bisher konzentriert sich hier das Interesse hauptsächlich auf Forschungen zur gesellschaftlichen, religiösen oder rechtlichen Stellung der Frauen in einer Zeit, die von Misogynie [5] geprägt war. Die Frauen als Opfer - Hexen, bzw. als Täterinnen – Denunziantinnen stehen im Mittelpunkt. [6] Ein Blick auf große Frauen als Gegnerinnen der Hexenverfolgung steht bis heute aus.

Ausgehend von der Wirkung der „Cautio Criminalis“ auf die Haltung Christinas von Schweden soll untersucht werden, wie sich diese Ablehnung der Hexenverfolgung manifestiert. Das Reskript von 1649 und das Herzogtum Bremen-Verden bilden hierbei den Schwerpunkt. Die Frage der Relevanz für weitere schwedische Hoheitsgebiete wie Vorpommern sowie das übrige Königreich werden ebenfalls thematisiert.

Den Schluss bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf das Forschungspotential, welches diese Ergebnisse bieten.

2. Gegner der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert

Bis weit ins 17. Jahrhundert war die Dämonologie, d. h. die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Dämonischen in der Natur, ein integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Naturgeheimnissen und dem Übernatürlichen. Phänomene, die vorher als göttliche Vorzeichen gedeutet worden waren, wurden im späteren 17. Jahrhundert unter dem Vorzeichen der Dämonologie betrachtet. [7]

Die intellektuelle Übereinstimmung der Befürworter und der Skeptiker der Dämonologie war größer als ihre Unterschiede. [8] Als Zeitgenossen teilten sie prinzipiell das gleiche magische Weltbild. Ihre Abweichungen waren Variationen, die innerhalb des Wissensstandes und der Tradition möglich waren. Naturwissenschaft wurde im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit als „natürliche Magie“ bezeichnet. Die Magie (Geisterbeschwörung) galt ebenso wie die Astrologie als Wissenschaft. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Astrologie weit verbreitet und wurde genutzt, um Auskunft über das eigene Schicksal zu erhalten. Astrologen und Magier wurden an den Fürstenhöfen beschäftigt. [9] Erst im späten 17. Jahrhundert gingen gebildete Menschen auf Distanz. [10] Die Gegner der Hexenverfolgung können nicht als Gegner des magischen Weltbildes bezeichnet werden, die ihrer Zeit weit voraus gewesen wären, sondern als Kritiker, die innerhalb eines dämonologisch geprägten Weltbildes auftraten und somit verschiedene Aspekte dieses geteilten Wirklichkeitsbildes darstellten. Die skeptischen Argumente beschränkten sich auf einen Rahmen innerhalb des dämonologischen Glaubens, da die Existenz des Teufels und die Verbindung mit dem Teufel nicht in Frage gestellt wurden. [11]

<3>

Die Kritiker der Hexenverfolgung wandten sich gegen einzelne Komponenten des gelehrten Hexenglaubens, in erster Linie aber gegen Verfahrensmängel. Ihre Argumente waren theologisch, juristisch oder medizinisch-naturwissenschaftlich geprägt und richteten sich nicht gegen die Möglichkeit von Zauberei oder einen grundsätzlichen Einfluss des Teufels auf die Menschen.

Bis 1590 verlief die Diskussion überkonfessionell, danach spalteten sich die Gegner. Katholiken wurde es verboten, sich auf Argumente von protestantischen Gegnern zu beziehen. Auf protestantischer Seite behaupteten die Gegner, die Prozessführung sei „papistisch“, bzw. katholisch. Um 1600 kam es zu ersten unterschiedlichen Ansichten gegenüber der Hexenverfolgung innerhalb der Jesuiten. Adam Tanners Schrift „Theologia scholastica“ erschien 1627 und erfuhr in Gelehrtenkreisen eine weite Verbreitung. Seine Kritik klang eher moderat und erörterte hauptsächlich das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen. Tanner verlangte, dass ein ordentlicher Prozess eingehalten werden müsse und richtete sich damit gegen die Positionen der berühmten Jesuiten Binsfeld und Delrio, die die Hexerei als „crimen exceptum“, d. h. als Ausnahmeverbrechen behandelt wissen wollten. Behringer nennt Tanner die einzige katholische Autorität in Deutschland, auf die Spee sich berufen konnte. [12]

3. Friedrich Spee

3.1. Leben und Wirken des Jesuitenpaters

Friedrich Spee von Langenfeld [13] wurde am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf geboren. Sein Vater war Amtmann und Burgvogt im Kurfürstentum Köln. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Köln trat er 1610 in den Jesuitenorden ein. In Würzburg studierte Spee Philosophie und arbeitete danach in Speyer und Worms als Lehrer im Schuldienst, obwohl er eine Tätigkeit als Missionar in Indien vorgezogen hätte. 1618 wurde er nach Mainz versetzt, wo er ebenfalls im Schuldienst tätig war und Theologie studierte. 1622 erfolgte in Mainz die Priesterweihe, 1623 eine Tätigkeit als Lehrer an der Universität Paderborn und als Beichtvater in der Stadtpfarrei. Wegen Ausbruchs der Pest wurde das Kollegiat 1626 geschlossen und Spee erhielt nach Ableistung seines Teritates in Speyer einen Lehrauftrag an seinem ehemaligen Gymnasium in Köln. 1629 wurde er bei einem Überfall schwer verletzt, worauf er wieder an die Universität Paderborn versetzt wurde, um dort Moraltheologie zu lehren. Spees Schrift „Cautio Criminalis“ erschien 1631 anonym, war jedoch von den Oberen des Jesuitenordens unschwer Spees Verfasserschaft zuzuordnen, was den Rektor der Paderborner Universität zum Entzug von Spees Lehrauftrag veranlasste. Im gleichen Jahr wurde Spee an die Universität Köln versetzt, wo er moraltheologische Vorlesungen hielt. Die zweite, erweiterte Auflage der „Cautio Criminalis“ erschien 1632 wieder anonym. Spee sah sich massiven Anfeindungen ausgesetzt und wurde mit einem Lehrauftrag für Moraltheologie nach Trier versetzt. Am 7. August 1635 starb er dort an der Pest, mit der er sich bei seiner krankenpflegerischen und seelsorgerischen Tätigkeit infiziert hatte. [14]

Unmittelbar konfrontiert mit der Hexenverfolgung wurde er vermutlich in seiner Zeit in Paderborn, wobei die Wissenschaftler sich darüber nicht einig sind. In einer neuen Arbeit wird sogar die These vertreten, es gebe keinerlei Belege dafür, dass Spee tatsächlich Hexen zum Scheiterhaufen begleitet habe. [15] Auch in Spees Verwandtschaft gab es einen Fall von Hexenverbrennung. Anna Katharina Spee, die wiederverheiratete Witwe Robert Spees, der entweder ein Bruder oder ein Vetter von Friedrich Spee war, wurde im Zuge von Erbschaftsstreitigkeiten der Zauberei und Hexerei bezichtigt. Sie wurde gefangen genommen und mehrfach gefoltert. Dabei gestand sie auch die unglaublichsten Vorwürfe und widerrief sie jeweils, wenn sie wieder bei Bewusstsein war. Ihren Unschuldsbeteuerungen schenkte das Gericht keinen Glauben. Die Gräfin wurde 1631 in Erpel am Rhein verbrannt. [16]

<4>

Neben der „Cautio Criminalis“ und mindestens hundert Kirchenliedern sind Spees bekannteste Werke die „Trutz-Nachtigall“, eine Sammlung von geistlichen Liedern und Gesängen sowie sein „Güldenes Tugend-Buch“, ein Meditations- oder Andachtsbuch für Frauen über die drei „göttlichen“ Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. [17]

3.2. Mahnung an die Obrigkeit: Die „Cautio Criminalis“

Die erste Ausgabe von Friedrich Spees Mahnschrift an die Obrigkeit gegen die Hexenverfolgung erschien 1631 in lateinischer Sprache unter dem Titel: „Cautio criminalis seu de processibus contra sagas liber“ anonym in Rinteln. [18]

Das mir vorliegende Exemplar ist eine Übersetzung der zweiten von einem Freund Spees unter dem Pseudonym Johannes Gronaeus Austrius I. C. veröffentlichten Auflage in lateinischer Sprache. Die deutsche Übersetzung trägt den vollständigen Titel: „CAUTIO CRIMINALIS / oder / Rechtliches Bedenken / wegen der Hexenprozesse / Für die Obrigkeiten / Deutschlands gegenwärtig notwendig, / Aber auch / Für die Ratgeber und Beichtväter / der Fürsten, für Inquisitoren, Richter, Advokaten, Beichtiger der Angeklagten, Prediger, und andere sehr nützlich zu lesen. / Von einem ungenannten römischen Theologen / Zweite Auflage / Frankfurt / Bei Johannes Gronaeus Austrius. / 1632“ [19]

Unter der Überschrift „Gruss dem Leser“ informiert Johannes Gronaeus Austrius I. C. über die vorliegende zweite Auflage. [20] Er begründet die Neuauflage damit, dass die erste Auflage, die mit Erlaubnis der juristischen Fakultät von dem Universitätsdrucker Peter Lucius herausgegeben worden war, bei vielen frommen Männern Aufsehen erregt habe und sie davon überzeugen konnte, dass die Hexenfrage in Deutschland unvoreingenommen zu prüfen sei. Manche Nationen und Fürsten hätten daraufhin ihre Prozesse abgebrochen, [21] nicht zuletzt weil die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. [22] zu wenig beachtet würde. Dies und der Wunsch, die Wahrheit herauszufinden, begründe das Interesse des Reichskammergerichtes in Speyer und des kaiserlichen Hofs an einer Neuauflage. Schließlich gehe es hier nicht nur um Menschenleben und das Ansehen Deutschlands, sondern auch um das Ansehen des katholischen Glaubens. [23] Dass die Erstausgabe restlos vergriffen sei, habe ebenfalls zur Entscheidung beigetragen, das Buch auf eigene Kosten und nach einem von einem Freund erhaltenen Manuskript drucken zu lassen. [24]

<5>

Wie aus dem Titel zu entnehmen ist, geht es dem Verfasser um einen Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Führungskräfte und Entscheidungsträger in Deutschland. Er wiederholt und bekräftigt dies mit zwei Bibelzitaten:

Epitome oder Summe dieses Buches / Ich sah unter der Sonne an der Stätte des Gerichts Gottlosigkeit und an der Stätte der Gerechtigkeit Unrecht. / So spricht der Prediger Salomo Kap 3. v. 10

Und nun Ihr Könige! Verstehet; / Lasst Euch weisen, die Ihr Richter seid auf Erden. / So spricht David Psalm 2. v. 10.“ [25]

In der „Vorrede des Verfassers“ kommt Spee gleich wieder auf seine Zielgruppe zu sprechen. Er habe das Buch vor allem den Obrigkeiten gewidmet, die es nicht lesen werden. Denn wer gewissenhaft sei, wisse bereits um die Verfehlungen, die darin beschrieben sind. Wer aber so sorglos sei, das Buch nicht zu lesen, habe es besonders nötig: „Darum sollen es die lesen, die es nicht wollen. Die es lesen wollen, brauchen es nicht erst zu tun.“ [26]

Er rät diesen Nichtlesern dazu, zumindest die letzte Frage zu lesen und darüber nachzudenken, möglicherweise noch bevor sie alles andere lesen. Es folgen ein Inhaltsverzeichnis und noch ein einleitendes Zitat: „Seneca lib. 6. de beneficiis cap. 30. / Ich will dir zeigen, was den großen Herren mangelt, und was denen fehlt, die alles besitzen: Einer der die Wahrheit spricht.“ [27]

Das umfangreiche Werk ist in Form eines Fragen-und-Antworten-Katalogs aufgebaut und enthält 51 Fragen und dazu jeweils unterschiedlich ausführliche, sehr anschauliche und eindringliche Antworten, die im Wesentlichen Erörterungen und Wiederholungen dessen sind, was bereits Titel und Vorrede verraten.

3.2.1. Der Inhalt der „Cautio Criminalis“

In den Fragen 1 bis 9 [28] nimmt Spee Stellung zum Problem der Hexerei und zu den Maßnahmen, die dagegen ergriffen werden sollten. Hexerei zähle tatsächlich zu den besonders schweren Sonderverbrechen, sei als solches aber auch besonders schwer erkennbar und müsse gerade deshalb besonders sorgfältig und behutsam untersucht werden. Er kritisiert, die Richter handelten leichtgläubig und vernunftwidrig, verwendeten haltlose Indizien, folterten übermäßig, ließen keine Verteidigung zu und sähen sich durch die Definition von Hexerei als „crimen exceptum“ legitimiert . Gesetzliche Bestimmungen, die der Vernunft (recta ratio) entsprechen, seien jedoch auch bei der Untersuchung von Sonderverbrechen einzuhalten. Das wahllose Verbrennen führe zu schlimmeren Verwüstungen, als ein Krieg dies bewirken würde. Spee prangert das Verhalten der Justiz und der Fürsten an, die zuließen, dass Unschuldige verurteilt würden. Die Justiz nutze die Verfolgungen zur Selbstbereicherung und die Fürsten vernachlässigten ihre Pflichten, indem sie sich blind auf ihre Beamten verließen, anstatt sie zu kontrollieren. Die Fürsten sollten die besonnenen Maßnahmen Adam Tanners anhören und befolgen. Auswüchse wie die Androhung, Tanner für seine gelehrten Äußerungen zu foltern, müssten unterbunden werden.

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Die Fragen 10 – 13 [29] widmen sich der Verfolgung Unschuldiger. Spee hält das Risiko für sehr hoch, dass Unschuldige als Hexen verurteilt werden: „Wenn auch mir selbst etwas zu sagen verstattet ist, so muß ich gestehen, daß ich an verschiedenen Orten so manche Hexen zum Tode begleitet habe, an deren Unschuld ich noch jetzt genau so wenig zweifle, wie ich es an Mühe und bald übergroßem Fleiß nicht habe fehlen lassen, die Wahrheit zu entdecken.“ [30]

Gegen Argumente, Gott ließe dies nicht zu, führt er das Schicksal von Märtyrern und von Jesus selbst an. Es wäre am besten, die Prozesse ganz abzuschaffen. Wenn schon Prozesse stattfinden müssten, dann in umsichtiger und besonnener Form, gemäß den Geboten und Gesetzen, so dass keine Gefahr für Unschuldige bestehe. Außerdem habe die Unschuldsvermutung zu gelten, „denn jeder muß solange für schuldlos gelten, als ihm seine Schuld nicht rechtmäßig bewiesen ist.“ [31]

Nicht einmal die Bibel sehe ein Problem darin, möglicherweise einen Schuldigen zu übersehen. Im Gegenteil, der Schutz der Unschuldigen habe Vorrang: „Im neuen Testament gebietet es unser Meister Christus ausdrücklich im Gleichnis vom Unkraut im Weizenacker (Matth. Cap. 13). Dort fragten die Knechte des Hausvaters: ‚Willst du, daß wir hingehen und es aufsammeln?’ Und er antwortet: ‚Nein! Damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut aufsammelt, mit demselben zugleich auch den Weizen ausreißet.’“ [32]

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In den Fragen 14 bis 16 [33] ermahnt Spee die Fürsten, ihre Kontrollpflicht gegenüber den Beamten wahrzunehmen. Willkür und Justizmissbrauch müssten unterbunden werden. Er appelliert dazu an den Kaiser, den er sich als oberste juristische Instanz wünscht: „Wer einen anderen Rat gibt, der weiß entweder nicht, was vorgeht, oder aber er tut selbst das, worüber ich hier Klage führe und mich unten noch weiter zu beklagen habe. Es ist wohl neulich mit Recht gesagt worden, nur dadurch könnten Fehlgriffe vermieden und die Gerechtigkeit hergestellt werden; daß man sich letzten Endes an den höchsten Hüter des Rechts, Deutschlands frommen Landesvater Ferdinand II., mit der Bitte wende, den Obrigkeiten zu befehlen, solange inne zu halten, bis sie eingehend über die Prozedierweise berichtet hätten, und anzuordnen, daß es in der Zwischenzeit keinem verübelt werden dürfe, wenn er Beschwerde führen wolle.“ [34]

Die Fragen 17 und 18 [35] sind der Verteidigung der Angeklagten gewidmet. Gemäß dem Naturrecht sei alles zur Verteidigung Erforderliche zu unternehmen und man sollte sich freuen, wenn dadurch die Unschuld eines Menschen bewiesen würde. Auch die nötige Bedenkzeit zur Verteidigung sei einzuräumen. Alle vorgebrachten Indizien müssten genau protokolliert und dem Angeklagten in Form einer Abschrift zur Einsicht vorgelegt werden. Die Bestellung eines frei gewählten Rechtsbeistandes sollte zur Pflicht des Richters gehören.

In den Fragen 19 bis 33 [36] widmet sich Spee intensiv dem Thema Folter. Sein Vorwurf lautet, schwerste Folter würde mehrmals und lang andauernd angewandt, obwohl bekannt sei, dass selbst die stärksten Männer aufgrund der berechtigten Furcht vor den unsäglichen Schmerzen eher in den Tod gingen, als solche Torturen in Kauf zu nehmen. Bei Frauen sei die Folter noch schändlicher, da bekannt sei, dass Frauen Schmerzen noch viel weniger ertrügen. Bereits die Androhung von Folter sei Folter genug. Die existierenden Richtlinien für die Folter hält Spee für wertlos, weil die Folter an sich nichts zur Wahrheitsfindung beitrage und weil die bestehenden Regeln noch dazu nicht eingehalten würden. Blinder Eifer leite die Richter und Henker. Aus Furcht, man könne ihnen Leichtfertigkeit vorwerfen, ließen sie kaum Unschuldige frei. Gewinnsucht spiele ebenfalls eine Rolle, da nur Hingerichtete Kopfgeld einbrächten. Seine Rede ist flammend:

Was suchen wir so mühsam nach Zauberern? Hört auf mich, ihr Richter, ich will euch gleich zeigen, wo sie stecken. Auf, greift Kapuziner, Jesuiten, alle Ordenspersonen und foltert sie, sie werden gestehen. Leugnen welche, so foltert sie drei-, viermal, sie werden schon bekennen. Bleiben sie noch immer verstockt, dann exorziert, schert ihnen die Haare vom Leib, sie schützen sich durch Zauberei, der Teufel macht sie gefühllos. Fahrt nur fort, sie werden sich endlich doch ergeben müssen. Wollt ihr dann noch mehr, so packt Prälaten, Kanoniker, Kirchenlehrer, sie werden gestehen, denn wie sollen diese zarten, feinen Herren etwas aushalten können? Wollt ihr immer noch mehr, dann will ich euch selbst foltern lassen und ihr dann mich. Ich werde nicht in Abrede stellen, was ihr gestanden habt. So sind wir schließlich alle Zauberer, denn wir natürlich werden tapfer und standhaft trotz so vielfach wiederholter furchtbarer Qualen zu schweigen wissen![37]

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Alles spricht gegen die Folter. Die Konsequenzen, die aus dieser Erkenntnis zu ziehen sind, deutet er an: „Hier könnte ich wohl etwas sagen, was Deutschland entsetzen müßte. Doch ich wage es noch nicht auszusprechen und will es bis zu günstigerer Zeit und vielleicht für eine künftige Abhandlung aufsparen.[38]

Den Geständnissen und Denunziationen, die unter der Folter gemacht werden, gelten Spees Fragen 34 bis 50. [39] Sie gründeten ebenso wie Gerüchte auf Neid und Missgunst, bzw. seien einzig den Folterqualen zuzuschreiben. Häufig würden diese Geständnisse nach Absetzen der Folter widerrufen, woraufhin erneut gefoltert würde. Die Natur aber und die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. schrieben vor, dass ein Fall erneut zu prüfen sei, wenn Geständnisse widerrufen werden: „Die Obrigkeit setzt ja auf ein Gerücht hin die Inquisition in Gang. Sie meint auch, allein mit seiner Hilfe sich den Weg bahnen zu sollen nicht nur zur Gefangennahme, nein, auch zur Folterung, wie ich selbst beobachtet habe, wenn sie auch noch so große Reden halten, daß das nicht sein solle. Die Obrigkeit hat demnach entweder dafür Sorge zu tragen daß sie die giftigen Mäuler, die nur Gestank, Qualm und Lügen als Gerücht aushauchen, zustopft, oder sie muß zugeben, daß ihre Prozesse nur auf lügnerischen Schein gegründet sind.“ [40]

Sterbe eine Gefangene in der Haft, so habe das natürliche Ursachen und nicht der Teufel habe ihr das Genick gebrochen.

Den Denunziationen Mitschuldiger werde zu viel Wert beigemessen. Sie würden kritiklos für wahr gehalten, ungeachtet dessen, wie glaubwürdig die Personen seien. Viele Prozesse bauten einzig auf solchen Denunziationen auf. Spee ist sich mit Tanner einig, dass Denunziationen ohne weitere Indizien als wertlos zu betrachten sind, weil die Denunzianten häufig aus niederen Beweggründen handelten. Da die Denunziationen meist von verurteilten Hexen stammten, denen man sowieso nicht glauben könne, sei es widersinnig, es gerade im Falle der Denunziationen zu tun. Auch das positive und das kanonische Recht verböten es, diesen Personen Glauben zu schenken. Handelte es sich doch um arme, verachtete Leute; Frauen, die schon allein durch ihre Geschlechtszugehörigkeit nicht genug Verstand hätten, Verrückte und Schwachsinnige. Auch das Naturrecht widerspreche im Falle eines Sonderverbrechens, dass man dem Todfeind Glauben schenke: „O Deutschland, was tust du? Die Richter fürchten, die Geistlichen, die sogar über Engel richten sollen, könnten sich von den Hexen täuschen lassen, daß sie aber selbst sich täuschen lassen könnten, das fürchten sie nicht. Sie behaupten, diese verworfenen Heuchlerinnen lügen sogar im Sakrament selbst, in der Tortur aber sagen sie jedenfalls Wahrheit, da können sie nicht betrügen. Wie verrückt und lächerlich ist das doch! Mich wundert, daß die Obrigkeiten Deutschlands das noch nicht bemerkt haben, die von so viel Ratgebern und klugen Männern umgeben sind. Wie sollte da nicht der Teufel tun können, was ihm beliebt, jeden verderben können, den er nur mag? Da sieht man auch wieder einmal, woher unsere vielen Hexen kommen![41] Spee nähert sich mit der zuletzt zitierten Frage einem Kern seiner Aussage. Er zweifelt nicht nur am Wert der Besagungen, sondern am Hexensabbat und damit an der Existenz von Hexen: „Darum ist es mir zunächst freilich niemals in den Sinn gekommen, zu bezweifeln, daß es viele Hexen auf der Welt gebe; nun aber, da ich die Tätigkeit der Gerichte näher betrachte, sehe ich mich nach und nach dahin gebracht, zu zweifeln, ob es überhaupt welche gibt.[42]

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In der 51. und letzten Frage [43] fasst Spee alle seine Argumente nochmals sehr pointiert zusammen. Eindringlich appelliert er an die Obrigkeiten, dem Wahn Einhalt zu gebieten, bevor es zu spät und niemand seines Lebens mehr sicher sein könne: „ Das Seelenheil aller Obrigkeiten und Fürsten ist in Gefahr, wenn sie nicht sehr aufmerksam sein wollen. Sie mögen sich nicht wundern, wenn ich sie zuweilen heftig und leidenschaftlich ermahne; es gebührt mir nicht, unter denen zu sein, die der Prophet stumme Hunde heißt, die nicht zu bellen wissen.[44]

3.2.2. Resonanz auf die „Cautio Criminalis“

Spees eindringlich geschriebenes und von christlicher Nächstenliebe motiviertes Werk [45] wurde schnell verbreitet. Zwar ist über die Höhe der einzelnen Auflagen nichts bekannt, jedoch über ihre Zahl. Nachweislich wurde die „Cautio Criminalis“ von 1631 bis 1680 zehnmal aufgelegt. Den beiden lateinischen Ausgaben von 1631 in Rinteln und 1632 in Frankfurt am Main folgten weitere in lateinischer Sprache in den Jahren 1647 in Posen und 1665 in Sulzbach. Deutsche Übersetzungen erschienen 1635 in Erfurt, 1647 in Bremen und 1649 in Frankfurt am Main. Eine niederländische Ausgabe datiert aus dem Jahr 1657, eine französische aus 1660 und eine polnische aus 1680. [46]

Unklar bleibt, wer die Schriften gekauft und gelesen hat, wer sich von ihnen überzeugen ließ und dies auch so äußerte. [47]

Die Aufnahme von Spees Gedanken bei den Jesuiten war recht unterschiedlich. Die Jesuiten Pater Türck, Adam Kasen und Bernhard Frey reagierten positiv auf Spees Schrift. Allerdings scheint vielen Jesuiten die Schrift Spees nicht bekannt gewesen zu sein, in der Bibliographie der Ordensschriften von 1643 findet sich kein Hinweis auf die „Cautio Criminalis“. Erst die Bibliotheka Scriptorum SJ 1676 bezeichnet F. Spee als den Autor. [48]

<10>

Der Ordensgeneral und der Provinzial Spees schützten ihn gegen Bestrebungen, die ihn aus dem Orden ausstoßen wollten, indem sie seine Versetzung nach Trier beschlossen. [49] „Im Juli 1631 bestätigte der Ordensgeneral dem Provinzial der niederrheinischen Ordensprovinz den Empfang eines aus dem Mai datierten Briefes über einen vom Pater Spee verfaßten, aber ohne sein Wissen veröffentlichten Traktat; er wünschte zu wissen, welche Schuld Spee treffe und wie der Buchdrucker in den Besitz des Manuskripts gekommen sei. Die Antwort scheint nicht ungünstig ausgefallen zu sein: Am 18. Oktober schrieb der General, da nicht hinreichend zu beweisen sei, daß Spee die Drucklegung des Buches veranlaßt habe, könne auch keine Bestrafung wegen Verletzung der Zensurvorschriften erfolgen; er möge aber ernstlich ermahnt werden, in Zukunft seine Schriften besser zu verwahren, um in der Folge jeden Verdacht eigener Verfehlung zu vermeiden.[50]

Spees Argumentation folgte den jesuitischen Prinzipien von „ratio recta“ (einer gerade ausgerichteten philosophischen Vernunft, so Kardinal Ratzinger 1998 [51]) und „ius naturae“ (Naturrecht), beides eine Art Vorgriff auf die Widerstände der Aufklärung gegen die Folter. [52] Seine Ansichten kritisierten zwar massiv die Praxis der Hexenverfolgung in Deutschland und die deutschen Obrigkeiten, aber sie deckten sich im Wesentlichen mit den Instruktionen der römischen Inquisition.

Im 17. Jahrhundert wurden die Päpste und Inquisitoren immer skeptischer gegenüber der Glaubwürdigkeit von Selbstbezichtigungen und Denunziationen über Teilnehmer am Hexensabbat. Anfang des 17. Jahrhundert erschien eine „Instructio“, die das Führen von Hexenprozessen für alle Inquisitoren verbindlich regelte. Die Verfasser bestritten nicht die Existenz der Hexen, aber sie vermuteten hinter den angeblichen Hexen harmlose Zauberinnen, die durch die Blindheit der Justiz zur Verkörperung des Bösen gemacht wurden. [53]

In der Präambel werden die Missbräuche durch die juristischen Institutionen angeprangert: „Die Erfahrung, Lehrmeisterin der Dinge, zeigt deutlich, dass täglich bei der Führung von Prozessen gegen Hexen, Unholdinnen und Zauberinnen von verschiedenen Diözesanbischöfen, Vikaren und Inquisitoren gegen die ketzerische Verderbtheit seit langem beobachtet wurde, dass kaum ein Prozess richtig und rechtmäßig ablief, sondern dass es meistens notwendig war, zahlreiche Richter zu tadeln wegen ungebührlicher Quälereien, Nachforschungen und Verhaftungen sowie verschiedener schlechter und unerträglicher Methoden bei der Anklage der Prozesse, der Befragung der Angeklagten, exzessiven Folterungen, sodass bisweilen ungerechte und unangemessene Urteile gefällt wurden, sogar bis zur Todesstrafe und der Überlassung an den weltlichen Arm (Exekution durch die weltliche Justiz), und die Sache ergab, dass viele Richter so leichtfertig und leichtgläubig waren, schon wegen eines äußerst schwachen Indizes anzunehmen, eine Frau sei eine Hexe.[54]

<11>

Mitte des 17. Jahrhundert wurde die Präambel aktualisiert. Über die kritisierten Richter heißt es: „aber besonders von weltlichen Richtern, die sich entgegen dem Recht in diese Dinge einmischen.[55]

Die „Cautio Criminalis“ befand sich damit im Einklang mit der offiziellen Haltung der katholischen Kirche.

Bei den Lutheranern sind ebenfalls positive Reaktionen belegt. Mathaeus Meyfarth bezog sich 1635 in seinem Buch an vielen Stellen auf die „Cautio Criminalis“ [56]. 1639 schloss sich der protestantische Jurist Justus Oldekop aus Hildesheim in seinem Werk „Cautelae Criminales“ in vielen Punkten Spees Ansichten an. Er erwähnte die „Cautio Criminalis“, schien aber ihren Verfasser nicht zu kennen. [57]

Insgesamt gab es bis etwa 1670 nur wenig Resonanz auf die „Cautio Criminalis“ in der zeitgenössischen, sich mit der Hexenverfolgung beschäftigenden Literatur. Größere Beachtung bescherte Spee erst die Rezeption durch Leibniz nach 1670. Erst zum Ende des 17. Jahrhunderts verwiesen mehrere Autoren auf Spee. So z. B. Balthasar Bekker in seinem Buch „Die verzauberte Welt“ 1693 oder Christian Thomasius in „De crimine magiae“ 1701. Letztere lehnten die körperliche Einwirkung des Teufels auf die Menschen entschieden ab, eine Frage, die Spee offengelassen hatte. [58]

Lediglich von zwei Territorialherrschern sind direkte positive Reaktionen belegt. Die erste kam von einem Freund Friedrich Spees, Johann Philipp von Schönborn, seit 1647 Kurfürst von Mainz. [59] Er war in jungen Jahren mit Spee bekannt geworden und davon überzeugt, dass der Hexenwahn dem Land mehr schade als nütze. Seine Kirchenordnung gebot den Untertanen, sich von Wahrsagerei und Zauberglauben fernzuhalten und drohte im Fall von Verbreitung von Aberglauben empfindliche Strafen an. Nach Schönborns Amtszeit fanden in Mainz kaum noch Hexerei-Prozesse statt, wobei die Mainzer Räte schon davor entgegen dem Begehren des Volkes mäßigend gewirkt hatten. [60]

Die zweite repräsentiert das Reskript der schwedischen Königin Christina, mit dem 1649 die Hexenprozesse im Herzogtum Bremen-Verden beendet wurden. Ihr Votum wird mit der deutschen Übersetzung der „Cautio Criminalis“ von 1647 durch den lutherischen Feldpriester bei den schwedischen Truppen, Johannes Seiffert in Verbindung gebracht.

4. Christina von Schweden

4.1. Kurzbiographie

<12>

Am 8. Dezember 1626 wurde Christina als drittes und einzig überlebendes Kind von Gustav II. Adolf und Maria Eleonore von Brandenburg geboren. Der Vater wurde 1632 bei Lützen getötet, 1644 wurde sie für mündig erklärt und damit zur Regentin der Erbmonarchie Schwedens. Im Jahr 1654 dankte sie ab, nachdem die Nachfolge in ihrem Sinne geregelt war. Christina konvertierte zum katholischen Glauben und verbrachte die Jahre bis zu ihrem Tod am 19. April 1689 hauptsächlich in Rom. Vielfältige biographische Darstellungen beschäftigen sich mit dieser Frau, die sich den Vorstellungen ihrer Zeit so wenig anpassen wollte. Erste Arbeiten datieren bereits aus dem 18. Jahrhundert und immer wieder sahen und sehen sich Autoren und Autorinnen veranlasst, Christina von Schweden neu zu interpretieren. Über ihr Leben, ihre Beweggründe und ihren Charakter wird ein Spektrum an teilweise weitreichenden Spekulationen entfaltet, welches hier nur angedeutet werden kann. Es rangieren darunter heroisierende Verklärungen wie jene, dass ihre Person ein einzigartiger Ausnahmefall gewesen sei, weil sich in ihm zwei Phänomene – nämlich Frau und Genie - vereinigt hätten. [61] Andere Werke fühlen sich der popularisierten Darstellung der historischen Wirklichkeit vepflichtet [62] oder charakterisieren Christina gar als eine wissensdurstige, aufgrund ihrer Hybris verblendete, möglicherweise hermaphrodite Aristokratin. [63]

Die vorliegende Arbeit beschränkt sich auf die Frage, welchen Standpunkt Christina von Schweden in der Frage der Hexenverfolgung eingenommen hat.

4.2. Schwedische Gebiete im deutschen Reich

Das Königreich Schweden, das Finnland mit einschloss, gehörte zu den Gewinnern beim Abschluss des Westfälischen Friedens 1648, dessen baldige Herbeiführung Christina maßgeblich beeinflusst hatte. [64] Schweden erhielt Vorpommern mit den Inseln Rügen, Usedom und Wolin, die Bistümer Bremen und Verden, die Städte Stettin und Wismar. [65] Dem Namen nach blieben sie deutsch, aber für sie galt Schweden als Reichsstand. Die territoriale Zersplitterung in kleinste Verwaltungseinheiten bildete Schwedens Stellung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation unterschiedlich ab. Schweden war Obersächsischer Reichskreis für das Herzogtum Pommern (1648-1806), Niedersächsischer Reichskreis für das Herzogtum Bremen (1648-1720), Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis für das Herzogtum Verden (1648-1720). Sitz des territorialen Obergerichts für alle Reichsterritorien der schwedischen Krone (Privilegium de non appellando illimitatum) wurde Wismar (1653-1803), bzw. Greifswald (1803-1806). [66]

4.3. Das Reskript der Christina von Schweden

Im Jahr 1649 verbot Christina von Schweden die Hexenprozesse in den schwedisch besetzten Gebieten Norddeutschlands:

<13>

„Christina, von Gottes Gnaden der Schweden, Gothen und Wenden, designirte Koenigin und Erb-Princessin, Groß-Fuerstin in Finland, Hertzogin zu Ehesten und Carelen, Fraeulein ueber Ingermanland, etc. Unsern gnaedigsten Gruß und wohlgeneigten Willen zuvor, Ehrenveste, Fuersichtige und Weise, besonders Liebe und Getreue. Wir haben euer vom 30ten November des juengst abgewichenen 1648ten Jahres an Uns abgangenes unterthaenigstes Schreiben dieser Tage zu recht empfangen, und aus demselben und dessen Beylagen Uns der Laenge nach referiren lassen, und vernommen, was es mit dem bey euch nun eine zeithero eingerissenen und im Schwange gegangenen Hexen-Unwesen für eine Beschaffenheit habe, und was ihr diesfals bey Uns in Unterthaenigkeit suchen und bitten thut; Nun lassen Wir zwar eure diesfals habende und angeführte Jurisdiction, Jura, Privilegien und Gerechtigkeiten an ihren Ort gestellet seyn, und auf sich selbst beruhen, allein, weil gleichwohl diese und dergleichen weit aussehende Processen allerhand Gefaehrlichkeiten und schaedliche Consequentien mit sich fuehren, und aus denen an anderen Orten fuergelauffenen Exempeln, mehr als gnugsam kundbar und am Tage ist, daß man sich in dergleichen Sachen je laenger je mehr vertieffet, und in einen inextricablen Labyrinth gesetzet, also und damit auch dergleichen Unbill an eurem Ort verhuetet werde, und nicht weiter um sich greiffen moege, so thun wir aus diesen und andern gewissen bewegenden Ursachen mehr euch hiemit gnaedigst und ernstlich anbefehlen, daß ihr, (jedoch wie Eingangs gemeldet, euern und euer Stadt habenden Privilegiis, Recht und Gerechtigkeiten ohne einiges Praejuditz oder Nachtheil) alle fernere Inquisition und Process in diesem Hexen-Unwesen einstellet, und die diesfalls allbereit captivirte wieder relaxiret und in integrum restituiret.Damit ihr aber von denenselben auch hingegen keiner Ungelegenheit oder Gegen-Klagen und Processen euch zu befahren haben moeget, so verodnen Wir hiermit gleichergestalt, und wollen bey Vermeidung Unserer hoechsten Ungnade und exemplarischer Straffe ernstlich, daß die Captivirte oder deren Angehoerige wieder euch und gemeiner Stadt ihrer Captur halber einige Reconvention oder Klage anzustellen und zu attentiren, noch in einige Wege euch diesfals zu molestiren sich nicht geluesten lassen, sondern allerseits schied- und friedlich nach wie vor mit einander leben und umgehen sollen. Hieran beschicht also Unser gnaedigster Wille und Meynung, Und Wir verbleiben euch im uebrigen naechst Empfehlung Goettlichen Schutzes mit Koeniglichen Hulden wohl beygethan. Datum auf Unserm Königl. Schloß und Residentz Stockholm, den 16ten Febr. Anno 1649 Christina[67]

<14>

Bemerkenswert ist, dass sie mit dem Begriff „Hexen-Unwesen“ offenbar nicht die Bedrohung durch vermeintliche Hexen meint, sondern die Verfolgungs-Auswüchse, die sie sich ausführlich hat referieren lassen. Deren Potential zur kettenartigen Ausbreitung und immer tieferen Verstrickung nennt sie ausdrücklich als Gefahr. Um diesem lebensbedrohenden Szenario entgegenzuwirken, nimmt sie ihr Recht als Landesfürstin wahr. Gleichzeitig betont sie, alle anderen Rechte und Privilegien würden davon nicht berührt. [68] Unter Androhung von ernsten Strafen verbietet sie die Prozessfortsetzung und konstituiert mit der Maßgabe, dass dies auch für alle ferneren Inquisitions- und Hexenprozesse zu gelten habe, einen Präzedenzfall.

Obwohl sich das Reskript nicht explizit auf die „Cauto Criminalis“ bezieht, sieht die Forschung einhellig Anhaltspunkte für einen direkten Einfluss. [69] 1647 hielt sich Johann Seiffert, ein protestantischer Feldprediger im Dienste General Königsmarcks [70], in Verden auf. [71] Er fertigte eine deutsche Übersetzung der „Cautio Criminalis“ an, deren Autor ihm vermutlich unbekannt war und widmete sie „Der Königl. Mayst. zu Schweden/ u. hoch-wohlbestalten Generalen und Gouverneurn dero Erz- und Stifter Bremen und Voehrden: wie auch Obristen zu Roß und Fuß/ u. deme hoch-wohlgebornen Herren Hans Christoff von Königsmarck/ meinem gnädigen Herrn.[72]

Seiffert hat die „Cautio Criminalis“ nicht nur übersetzt, er hat manche Aussagen verschärft, ergänzt oder bestimmte Stellen eigens hervorgehoben, die sich vermutlich auf einen bestimmten Prozess in Verden bezogen. [73]

4.4. Das Ende der Prozesse in Bremen und Verden

Im Osnabrücker Friedensvertrag wurde die Säkularisierung der Stifte Bremen und Verden rechtlich fixiert. Gegen den Widerstand der Stände wurden beide Klöster und Domkapitel aufgelöst, bzw. an weltliche Herren verschenkt oder verliehen, was sich insgesamt über mehrere Jahre erstreckte. Eine Resolution von 1649 regelte die Zusammenlegung der ehemaligen Stifte Bremen und Verden in ein Herzogtum. [74]

<15>

Im Stift Bremen wurde den Hexenprozessen faktisch bereits 1603 eine Grenze gesetzt. Das „Edikt in Zauberei-Sachen“ des protestantischen Erzbischofs Johann Friedrich (1596-1634) beschränkte die Durchführung und verhinderte Massenverfolgungen. Vor dem Erlass des Edikts sind nur zwei Fälle belegt. [75]

Für das Stift Verden gibt es nur Auskünfte über 2 Fälle. Einer von 1585 gegen 2 Personen, und einer von 1664 gegen 2 Personen.

Für die Stadt Verden lassen sich zwischen 1564 und 1647 46 Personen ermitteln, die in Hexenprozesse verwickelt waren. Allein 18 von ihnen waren von einem Sammelprozess im Jahr 1647 betroffen, auf den sich das Reskript der Christina von Schweden bezog. [76]

In Verden ließ der Magister Rimphof [77] im Jahre 1646 ein neunjähriges Mädchen verhaften und zu Tode foltern, das seine Großmutter der Hexerei bezichtigt hatte. Bevor sie starb, hatte sie in ihrer Not dreizehn weitere Personen denunziert, die teils vom geistlichen (Domkapitel) teils vom weltlichen (Rat) Gericht verhört wurden. [78] Von den Angeklagten, die vom Domkapitel verhört wurden, starben drei bei der Folter, drei andere wurden am 4. August 1647 verbrannt. Die Denunziationen, die diese Frauen gemacht hatten, waren an den Rat weitergeleitet worden. Drei Honoratioren, die dem Rat unterstanden, waren auch darunter: der Senior des Rates, Franz Panning, die Ehefrau des vorsitzenden Bürgermeisters, Katharina Wolpmann und die Ehefrau eines anderen Ratsmitglieds, Dibbeke Wolf. Franz Panning und Katharina Wolpmann wurden verhaftet, Dibbeke Wolf gelang die Flucht. Sofort setzten die Familien Panning und Wolpmann alle Hebel in Bewegung, um die verhafteten Angehörigen zu retten. Sie verlangten die Freilassung auf Kaution und bestellten mehrere juristische Gutachten bei Dr. jur. Simon Gograven, dem erzbischöflich verdischen Vizekanzler in Hannover. Nachdem sie damit keinen Erfolg hatten, beschwerten Sie sich bei „Ihrer Maj. zu Schweden des Stifts Verden verordneter Regierung[79]. Dieses Schreiben an die schwedische Königin konnte den Beginn der Untersuchung nicht aufhalten. Bei den Verhören im August 1647 widersprachen beide Angeklagte den Anschuldigungen.

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Zu dieser Zeit hielt sich der schwedische Feldprediger Johann Seifert aus Ulm in Verden auf. Durch verschiedene Autoren war er zu der Einsicht gekommen, dass es zwar vielleicht Hexen geben könne, dass es aber für die meisten Erscheinungen natürliche Erklärungen gebe oder dass sie auf Täuschungen beruhten. Geprägt hatte seine Meinung insbesondere die „Cautio Criminalis“. [80] Er beschloss, gegen den Prozess vorzugehen und verfasste seine Version der „Cautio Criminalis“. Rimphoff reagierte äußerst entrüstet auf diese Übersetzung. Er ereiferte sich gegen die Leugnung seines Verständnisses vom Hexenglauben und dessen Bekämpfungspflicht. Beleidigt äußerte er die Befürchtung, die schwedische Regierung könne sich aufgrund der Widmung an Königsmarck dazu entschließen, in die Prozesse einzugreifen. Rimphoff verfasste daraufhin eiligst im Oktober 1647 eine Gegenschrift [81], welche er Johann Oxenstierna [82], dem Sohn und Gesandten des schwedischen Kanzlers Axel Oxenstierna widmete. [83]

Rimphoff hatte keinen Erfolg mit seiner Rechtfertigungsschrift. Die schwedischen Behörden ließen sich offenbar von Seifferts Fassung der „Cautio Criminalis“ überzeugen. Am 21. September 1647 verlangten sie vom Rat der Stadt Verden unter Androhung einer Strafe von 1000 Goldgulden, Franz Panning und Katharina Wolpmann sofort gegen Kaution freizulassen. [84] Zur Untersuchung von Pannings Beschwerden wurde eine Kommission eingesetzt. Der Magistrat sollte alle entsprechenden Prozessakten aushändigen, was dieser mit Bezug auf seine Gerichtsprivilegien verweigerte. Erst die Androhung von einer Strafe über 1000 Goldgulden erzwang die Herausgabe. Am 5. September 1648 beschied ein Gutachten der juristischen Fakultät Rinteln, das Verfahren sei wegen Indizienmangels unrechtmäßig. Dem Magistrat lagen anders lautende Gutachten anderer juristischer Fakultäten vor und er wandte sich unmittelbar an Königin Christina von Schweden und bat um Aufhebung der Kommission, die sich unberechtigt in Angelegenheiten der Stadt einmische. Die Königin verlangte zunächst einen Bericht der Kommission und erließ danach das o. g. Reskript [85], das die Prozesse in Bremen und Verden beendete. [86]

Johann Seiffert hatte folglich zu Recht angenommen, bei der schwedischen Königin ein offenes Ohr für die Bekämpfung der Hexenprozesse zu finden. Schließlich stellte sie die Bedenken gegen die Prozesse über die Forderung des Magistrats nach der Gerichtshoheit.

4.5. Vorpommern und andere Reichsgebiete

<17>

Der Befehl Christinas von Schweden 1649 ist nicht nur selbst berühmt geworden, sondern hat auch den Ruf der Schweden gefestigt, nach ihrem Einmarsch ab 1630 in ihrem Machtbereich die Hexenprozesse unterdrückt zu haben. [87] Dennoch verhinderte dieser Befehl nicht in allen deutschen Besitzungen die Hexenprozesse.

Die Verordnung der schwedischen Königin für Verden und Bremen hatte keinen Einfluss auf die Prozesse in Vorpommern. Dort war die Verfolgungspraxis eher schwach ausgeprägt. Von 1570 bis 1710 sind 567 Hexereianklagen durch die Juristenfakultäten Rostock und Greifswald belegt [88]. Rund 60% der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. [89]

Ebenso wenig haltbar ist die Behauptung, die schwedische Armee habe überall, wo sie einmarschiert ist, die Hexenprozesse beendet. Ein Grund dafür ist, dass in weiten Teilen Süddeutschlands sowie in Würzburg und Bamberg die Prozesse bereits vorher beendet worden waren. Zum anderen endeten die Prozesse eher durch die Kriegsereignisse an sich und weniger in Folge von schwedischen Anordnungen. Entsprechende Aktenvermerke drücken das Bedauern über solche Prozesseinstellungen aus. [90]

In vielen Fällen führten interne Einstellungsänderungen der Gerichte zum Rückgang der Prozesse: „Not the Swedes, but a crisis of confidence in the judicial procedures, brought panic to a halt.“ [91]

4.6. Die Hexenverfolgung in Schweden

Die Situation bezüglich der Hexenverfolgung im schwedischen Königreich, das Finnland einschloss, war während Christinas Regierungszeit (1644-1654) anders als in Deutschland.

Die Entwicklung des Hexereibegriffs von einer Art körperlichem Übel, über den Schadenszauber zum Teufelskult ist in Schweden stärker zu beobachten als im übrigen Skandinavien. In Verbindung mit dem Blåkulla – Mythos (das schwedische Pendant zum Blocksberg) wurde die Vorstellung vom Hexensabbat zu einer wichtigen Vorbedingung für den epidemischen Wahn gegen die Hexen in den 1670er Jahren, welcher nur Schweden einschließlich Finnland erschütterte. [92] Vor 1667 sind nur sehr wenige Verfahren nachweisbar. Danach kam es zu großen vernichtenden Prozessen, in denen Kinder und ihre Erzählungen von Reisen nach Blåkulla eine große Rolle spielten. Bis dahin scheint eine erfolgreiche Politik größere Ausmaße unterdrückt zu haben, wobei die Vorstellung von Hexerei nach dem kumulativen Hexereibegriff erst später als auf dem Festland in Schweden einzog.

<18>

Der Hexenglauben an sich war alt und von jeher eng mit Flügen zu weit entfernten Plätzen verbunden. Es gibt bereits aus dem Mittelalter Gerichtsunterlagen, die Beispiele für Hinrichtungen aus Gründen der Abkehr von Gott dokumentieren. [93] Magische Aktivitäten wurden ebenfalls als gegen den Glauben gerichtet verfolgt, gleichermaßen wie Häresie und Wucher. [94] Der elaborierte Hexereibegriff, der den Teufelspakt und den Hexensabbat einschloss, entwickelte sich erst Ende des 16. Jahrhunderts. Verhörtechniken, wie Folter [95] und Wasserprobe, kamen erstmals zur Anwendung. [96]

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts nahmen die Prozesse zu. In Jönköping, Stockholm und Vadstena wurde ein Zeitraum von 1490 bis 1614 untersucht. Innerhalb dieses Zeitraums werden nach 1580 siebenmal so viele Prozesse verzeichnet. Die Mehrheit der Prozesse trat am Ende dieses Zeitraums von 1585 bis 1600 auf. [97] Die meisten dieser Verfahren betrafen einfache „maleficia“, nur wenige endeten mit der Todesstrafe. [98]

Nach einem Gesetz von 1593 waren zur Rechtfertigung eines Todesurteils entweder sechs Zeugenaussagen oder ein Geständnis erforderlich. Ein Erlass von 1614 hatte zum Inhalt, dass alle Todesurteile dem obersten königlichen Gerichtshof in Stockholm zur Überprüfung vorgelegt werden mussten. [99] In den Folgejahren wurden weitere hohe Gerichtshöfe an verschiedenen Orten Schwedens eingerichtet. Alle Todesurteile mussten prinzipiell von diesen Gerichten bestätigt werden, bevor sie gültig waren. [100] Es zeichnete sich eine Tendenz ab, alle Verfahren, die mit Hexerei zu tun hatten, vor diesen Gerichten zu verhandeln. Das schwedische Gerichtswesen beruhte auf dem Prinzip des Anklageprozesses, was die Existenz eines Klägers in jedem Fall vorsah. Nach 1600 nahmen die königlichen Beamten häufig die Stellung eines öffentlichen Anklägers ein, um auch Fälle verfolgen zu können, in denen es keinen Ankläger gab. Gleichzeitig gingen die weltlichen Gerichte dazu über, das alleinige Recht zur Bestrafung der Hexerei für sich zu beanspruchen. Bis dahin hatte die Kirche durchgesetzt, dass auch harmlose Formen von Zauberei verfolgt werden sollten. Das Delikt des Schadenszaubers war jedoch in den Verfahren dominierend. Im Allgemeinen urteilten die schwedischen Gerichte eher milde und verurteilten durchschnittlich höchstens einen von zehn Angeklagten zum Tod, 60% wurden freigesprochen. [101]

<19>

In den 1640er Jahren fand eine Prozessintensivierung statt, wozu möglicherweise die Heimkehr von Soldaten aus dem 30jährigen Krieg beitrugen, die mit dem Teufelswahn in Deutschland in Berührung gekommen waren. [102]

Abgesehen von den Hexenverfolgungsprozessen am Ende des 17. Jahrhunderts, war Schweden insgesamt betrachtet ein verfolgungsarmes Land. [103]

Obwohl die Gerichtsakten insgesamt sehr lückenhaft sind, kann anhand der Daten, die von Per Sörlin ausgewertet wurden, auf eine sehr niedrige Verfolgungsrate geschlossen werden. Für den Zeitraum 1634-1664 sind 44 Fälle wegen Hexerei und Zauberei belegt, die an den obersten Gerichtshof von Göta und 19, die an den obersten Gerichtshof von Svea übertragen wurden. Im Zeitraum zwischen 1645 und 1654, in den die Regierungszeit von Christina fällt, waren es in Göta 17 Fälle, in Svea nur einer. [104]

Bis zu den großen Hexenverfolgungen in den 1670er Jahren und noch während diese stattfanden, drückten viele Mitglieder der Regierungselite ihre Zweifel am Wahrheitsgehalt von Hexerei-Geständnissen aus und drängten die Gerichte dazu, sich in diesen Angelegenheiten besonnen und umsichtig zu verhalten. [105]

4.7. Christinas Einfluss auf das Vorgehen in Schweden

Über Christinas Haltung gegenüber den Hexenprozessen in ihrem Land sind keine expliziten Aussagen überliefert. Inwiefern das Reskript von 1649 auch in Schweden zur Anwendung kam, kann hiermit nicht beantwortet werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Institutionalisierung der obersten Gerichtshöfe als zwingende Instanz zur Ratifizierung von Todesurteilen auch zur Regierungszeit Christinas ein Ausufern des „Hexen-Unwesens“ [106] eingedämmt hat. Bengt Ankarloo bemerkt, Christina habe während ihrer Regierungszeit in mindestens 3 Fällen Todesurteile bestätigt, in denen Schadenszauber nicht zu den Anklagepunkten gehörte. Er sieht darin einen Widerspruch zu der Aussage Christinas, sie habe während ihrer Regierungszeit nur solche Todesurteile zugelassen, in denen eine Schädigung mit Todesfolge vorgelegen habe. Leider gibt Ankarloo keine näheren Auskünfte über diese Fälle, so dass eine weitere Klärung an dieser Stelle nicht möglich ist. Er vermutet jedoch, dass Christinas Äußerungen nachträglichen Rationalisierungen entsprechen, die sie nach den großen Prozessen in Schweden und Frankreich gemacht habe. Er sieht darin eine Diskrepanz zum Edikt von 1649. [107]

<20>

Es existieren jedoch Aufzeichnungen, die belegen, dass sich Christina bereits 1655 zu diesem Thema geäußert hat und nicht erst nach den 1670er Jahren!

Christina von Schweden lernte im Jahr 1655 in Rom Kardinal Albizzi kennen. Dieser hatte sich in den Jahren 1636/37 als Assessor des Heiligen Offiziums in diplomatischer Mission in Köln aufgehalten. Bei seiner Reise durch Deutschland bot sich ihm „ein fürchterliches Schauspiel: außerhalb der Mauern mehrerer Dörfer und Städte waren unzählige Pfähle errichtet, an die gefesselt arme und überaus bedauernswerte Frauen als Hexen von den Flammen verzehrt worden waren[108]

Albizzis Erfahrungen und Eindrücke beeinflussten die bereits erwähnte „Instructio“ der Römischen Inquisition. Im Gespräch waren sich Albizzi und Christina einig, dass die Geständnisse der Frauen in Hexenprozessen weitgehend auf ihren Einbildungen beruhen. Christina verwies hierbei auf ihr Reskript von 1649. Albizzi erinnert sich daran in seinen Memoiren: „Ich kann nicht genug die Weisheit und Klugheit der einstigen Königin von Schweden Christine bewundern … Sie hat mir öfters gesagt, sie habe, als sie noch regierte, befohlen, Hexen nicht mit dem Tode zu bestrafen, wenn es nicht wirklich feststand, dass sie Kindesmord und andere Morde begangen hätten. Denn sie war der Ansicht, dass das, was sie gestünden, aus weiblichen Affekten (ex affectibus uterinis) oder teuflischen Vorspiegelungen geschehe…[109]

Weitere Dokumente, die über Christinas Haltung Auskunft geben könnten, liegen nicht vor. Ihre positive Haltung gegenüber ihrem Lehrer, Bischof Matthiae, der in Fragen der Hexenverfolgung eine kritische Haltung einnahm, mag aber Anlass zur Vermutung geben, dass sie seine Bedenken teilte.

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts wurden in Schweden von kirchlicher Seite Verstöße gegen die 10 Gebote unter dem Begriff der Hexerei zusammengefasst und entsprechend dem Alten Testament (Exodus 22, „die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen“) unter Strafe gestellt. Entgegen dieser offiziellen Doktrin machte Matthiae Ausnahmen aus dem biblischen Gesetz geltend, welches nur zu unvernünftigen Konsequenzen leite und welches in gut organisierten Staaten nicht existiere. Eine christliche Autorität solle ihre Bestrafung mäßigen und in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes, sich in erster Linie mit der Bekehrung von Sündern beschäftigen. [110]

<21>

Matthiae veröffentlichte nach seiner Ernennung zum Bischof von Strängnäs eine den schwedischen Verhältnissen angepasste Kirchenordnung der böhmischen Brüder unter dem Titel „Idea boni ordinis in Ecclesia Christi“, womit er auf massive Kritik innerhalb der schwedischen lutherischen Kirche stieß. 1647 wurde darüber im Reichstag beraten und Matthiae geriet in den Verdacht der Ketzerei. Seine Unterstützung durch Christina ist belegt. [111]

In einer zeitgenössischen literarischen Quelle von Anna Ovena Hoyers (1584-1655) wird Christina als Beschützerin von Witwen gepriesen:

O Ruhm-würdigs-Schweden-Reich /

Frew dich deiner Cronen;

Kein Königreich ist dir gleich

In dir ist gut wohnen;

Bey dir suchen schirm und schutz

Wider ihrer Feinde trutz

Frembde / Wittwen / Wäisen /

Hoch bistu zu preisen.[112]

5. Fazit und Ausblick

Friedrich Spees „Cautio Criminalis“ ist ein Bericht über die ungerechten, menschenunwürdigen Verfahren in einer Zeit noch nicht entwickelter Rechtsstaaten, in denen sich Religions- und Rechtsunsicherheit mit tiefsitzenden Ängsten gepaart hatten. Spees Gewissen kann es nicht zulassen, dass ihm nur die Rolle eines Seelsorgers der verurteilten Frauen zugewiesen wird. Die Rolle des teilnehmenden Beobachters berührt sein Mitgefühl, seine christliche Nächstenliebe. Seine Hoffnung ist der Kaiser, an den er sich wiederholt wendet. Nur von ihm erhofft er sich einen autoritären und rettenden Eingriff in die Willkür, die sich im deutschen Reich ausgebreitet hat. Man könnte darin einen Vorgriff auf die Ergebnisse der Forschungen der heutigen Zeit sehen, die nach Auswertung der territorialen Sonderwege zu dem Schluss gekommen sind, dass nämlich genau das Fehlen einheitlich gültiger Gesetze, bzw. die mangelnden und spät einsetzenden Kontrollen durch die territorialen Obrigkeiten das Ausufern des Hexenwahns erst ermöglicht und begünstigt haben. Ein Reichsgebiet von rund 3000 souveränen Einzelstaaten mit zwar ähnlichen Strukturen, aber doch keinem einer zentralen Instanz auf Reichsebene verpflichteten Gerichtswesen, bot die Grundlage für die Zustände, die Spee beschreibt, kritisiert und ändern möchte. Reichshofrat in Wien und Reichskammergericht in Speyer konnten in Hexereiverfahren angerufen werden, aber dies erforderte einen zeitlichen Spielraum, in dem die Prozesse häufig bereits entschieden waren, bevor das Gericht den Fall behandeln konnte. Wem es beispielsweise gelang, das Reichskammergericht einzuschalten, durfte mit einem maßvollen Vorgehen rechnen, falls es im zur Verfügung stehenden Zeitraum zu einer Antwort kam. Wurden die Anklagen aber zügig verhandelt, so konnte nicht mit einer Intervention des Reichskammergerichtes gerechnet werden. [113] Eine andere Grenze war die gesellschaftliche Stellung der Hexenprozessopfer. Es handelte sich überwiegend um Frauen, vornehmlich aus einem niedrigen sozialen Milieu und überwiegend ländlicher und kleinstädtischer Herkunft. Diese Menschen wandten sich nicht an das Reichskammergericht. Es ist anzuzweifeln, ob sie überhaupt von seiner Existenz wussten. Menschen aus angesehenen Familien mit Angehörigen, die sich für sie verwenden konnten und in der Gesellschaft eine bessere Stellung hatten, waren die Antragsteller in Speyer. [114]

<22>

Friedrich Spees „Cautio Criminalis“ wurde als wichtigste Schrift über die Hexenfrage, die alles vorher und nachher Geschriebene an Bedeutung weit übersteigt, beschrieben. [115] Als literarisches Werk betrachtet kann dieser große Erfolg nachvollzogen werden. Den rhetorisch geschliffenen Ausführungen Spees dürfte sich kaum jemand entzogen haben, der sie gelesen hatte. Ähnlich dürfte es den „Nichtlesern“ gegangen sein, an die Spee schon auf den ersten Seiten seines Werkes denkt. Spees Sprache ist mitreißend, seine Argumentation zwingend: kaum jemand dürfte davon unberührt geblieben sein, der in der „Cautio Criminalis“ las oder nur von ihr hörte. Auch in der heutigen Folterdebatte wird gerne auf Spee und seine Ausführungen über die zweifelhafte Aussagekraft von Geständnissen, die unter der Folter erzwungen wurden, hingewiesen. [116]

Als politisch nachhaltig wirksames Werk ist die Bedeutung der „Cautio Criminalis“ kaum belegt. Eine der wenigen tatsächlich belegten Reaktionen mit weitreichenden Konsequenzen stellt die Übersetzung der „Cautio Criminalis“ von 1647 dar. Johann Seiffert, ein lutherischer Prediger interpretierte eine katholische Streitschrift und trug damit zum Ende eines umfangreichen Prozessgeschehens in einem Territorium bei, dessen junges, säkulares Gerichtswesen zu entgleisen drohte. Die Königin eines streng lutherischen Staates, die selbst wenige Jahre danach zum Katholizismus konvertieren sollte, verhalf mittels ihrer vernünftigen und rechtsstaatlich orientierten Machtdemonstration zu einer Beendigung des von ihr ganz richtig erkannten „Hexen-Unwesens“.

Der Prozess in Verden zeigt einen Fall, in dem Angehörige aktiv wurden und sich vehement gegen das örtliche Gericht zur Wehr setzten. Sie entstammten derselben Schicht wie die Inquisitionspartei und suchten rechtlichen Beistand bei der neuen ungeliebten Obrigkeit des Herzogtums. Die Schweden, die allgemein nicht als Garanten des Friedens gesehen wurden, sondern als Teilnehmer in einem Krieg, der so viele Menschen das Leben gekostet und Plünderungen und Verwüstungen hinterlassen hatte, boten nun die Chance auf ein gutes und rasches Ende in diesem seit Jahren anhängigen Verfahren. Bereits die Tatsache, dass man sich mit diesem Anliegen an Christina von Schweden wandte, ist ein Indiz für ihren Ruf als Herrscherin, bei der ein solches Anliegen Aussicht auf Erfolg haben konnte. Wie oben gezeigt wurde, verhinderten die Schweden zwar nicht überall die Hexenverfolgung, aber vielleicht wusste man aus anderen Fällen um die vernünftige, besonnene Haltung der Schweden in dieser Frage [117] und durfte auf ein erlösendes Machtwort hoffen. Christinas Reskript erfüllte diese Hoffnungen nicht nur für den anhängigen Fall, sondern sie ordnete darüberhinaus an, dass auch künftig keine Prozesse mehr geführt werden durften.

<23>

Auf der Grundlage der Haltung Christinas in Bremen-Verden könnte eine Revision der Forschung der Hexenverfolgung in Schweden interessant sein. Die Erkenntnisse der deutschen Forschung belegen einen engen Zusammenhang zwischen obrigkeitlicher Haltung und Ausbreitung respektive Eindämmung der Hexenverfolgung. Die schwedische Forschung jedoch betrachtet ihre Daten nicht differenziert nach den jeweiligen Führungen des Königreichs, sondern unterscheidet lediglich in Phasen von geringer bzw. ausnahmsweise intensiver Hexenverfolgung in einem Land, das an sich nur eine geringe Verfolgungsintensität kannte. Dass Todesurteile von einer zentralen Instanz bestätigt werden mussten, bevor sie gültig waren, spricht m. E. eindeutig für ein Bewusstsein um die Notwendigkeit der Eindämmung von juristischer Willkür. Was in Verden beendet wurde, war in Schweden bereits vorab unterbunden.

Die Ausnahmehaltung Christinas von Schweden, mit ihrem Reskript massiv in die Gerichtshoheit einzugreifen, bietet Anlass, ihre selbstbewusste, mutige Haltung als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen zur Stellung von Herrscherinnen in der Frage der Hexenverfolgung zu nehmen. Nur wenige Frauen waren in solch einflussreichen Positionen wie Christina von Schweden oder Kaiserin Maria Theresia (1717-1780), die von Beginn ihrer Herrschaft an gegen die Hexenverfolgungen eintrat [118]. Dass letztere erst rund 100 Jahre nach Christina von Schweden dazu Gelegenheit haben sollte, unterstreicht noch das persönliche Verdienst der damals gerade erst 22jährigen schwedischen Königin, deren kompromissloser Einsatz für Juden und Hugenotten zwar gerühmt wird [119], die in ihrem eigenen Land aber nicht als Gegnerin der Hexenverfolgung bekannt ist.

6. Bibliographie

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Gewissens-Buch: Von Processen Gegen die Hexen An Alle Hohe Obrigkeiten in Teudtschlandt auß nothtringenden motiven geschrieben. Insonderheit Den Rähten und Beicht-Väteren der Fürsten, den Inquisitoren, Brandt-Meisteren, Richteren, Advocaten: Beicht-Väteren der Armen Beklagten und Gefangenen: Predigeren auch anderen Leuten sehr nützlich und nothwendig zu lesen. Anfangs Ohne Nahmen in Lateinischer Spraach Außgangen, Jetzo In die Teudtsche Ubergesetzet, Durch Johan Seiferten von Ulm derzeit Schwedischen Feld-Prediger, Bremen 1647.

Geyerz, Kaspar von: Religion und Kultur. Europa 1500-1800, Göttingen 2000.

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6.2. Online-Quellen und Literatur

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Hoyers, Anna Ovena: »Lob-Liedlein Zu Ehren der Schwedischen Cronen«, in: Maché, Ulrich, Meid, Volker (Hgg.): Gedichte des Barock. Stuttgart 1980. Online unter: URL:http://www.wortblume.de/dichterinnen/lobliedl.htm; Stand 3.08.06

Müller-Neuhof, Jost: Ein Tabu wird gebrochen, in: „Der Tagesspiegel“ vom 6.12.2005, online unter URL:http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/06.12.2005/2205305.asp; Stand 04.08.06. Aktueller Link: http://www.tagesspiegel.de/politik/ein-tabu-wird-gebrochen/664770.html; Stand 05.08.16

Ratzinger, Josef: Fides et Ratio, online unter URL: http://www.mscperu.org/deutsch/vernunft_glauben/fides_ratio_kommentar.htm; Stand 08.08.06.

Anmerkungen

  • [1]

    Auch „Peinliche Halsgerichtsordnung Karls V“ genannt, oder kurz: „Carolina“.

  • [2]

    Eine kurze Einführung bietet: Behringer, Wolfgang: Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung, München 2005.

  • [3]

    Beispielsweise Labouvie, Eva: Absage an den Teufel, in: Lorenz, Sönke, Bauer, Dieter (Hgg.): Das Ende der Hexenverfolgung, Stuttgart 1995, S. 60.

  • [4]

    Baschwitz, Kurt: Hexen und Hexenprozesse. Die Geschichte eines Massenwahns und seine Bekämpfung, München 1990. (Gondrom-Sonderausgabe; Erstausgabe 1966), S. 292-295.

  • [5]

    Opitz, Claudia: Hexenverfolgung als Frauenverfolgung?, in: Opitz, Claudia(Hg.): Der Hexenstreit. Frauen in der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung, Freiburg 1995, S. 246-270.

  • [6]

    Baschwitz, a. a. O., S. 13.

  • [7]

    Geyerz, Kaspar von: Religion und Kultur. Europa 1500-1800, Göttingen 2000, S. 27.

  • [8]

    Clark, Stuart: Glaube und Skepsis in der deutschen Hexenliteratur von Johann Weyer bis Friedrich von Spee, in: Lehmann, Hartmut, Ulbricht, Otto (Hgg.): Vom Unfug des Hexen-Processes. Gegner der Hexenverfolgungen von Johann Weyer bis Friedrich Spee, Wiesbaden 1992, S. 30.

  • [9]

    Baschwitz, Kurt: Hexen und Hexenprozesse. Die Geschichte eines Massenwahns und seine Bekämpfung, München 1990. (Gondrom-Sonderausgabe; Erstausgabe 1966), S. 13.

  • [10]

    Geyerz, a. a. O., S. 202.

  • [11]

    Clark, a. a. O, S. 32.

  • [12]

    Behringer, Wolfgang (Hgg.): Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, München 2006, S. 319-329.

  • [13]

    Alternativ findet sich in der Literatur der Name Friedrich Spee oder auch Friedrich von Spee, Letzterer ist laut Günter Jerouschek nicht korrekt. Vgl. Jerouschek, Günter: Spee, Friedrich (1591-1635), in: Golden, Richard M, et. al (Hgg.): Encyclopedia of Witchcraft: The Western Tradition, Santa Barbara 2006, S. 1076.

  • [14]

    Keller, Walter: Die „Cautio Criminalis“ des Friedrich von Spee und ihre Wirkungsgeschichte in der Überwindung des Hexenwahns, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Bd. 57, Würzburg 1995, S. 331f. Ebenso: Haub, Rita: Friedrich Spee von Langenfeld SJ (1591-1635). Vorkämpfer der Menschenrechte, Anwalt der Frauen, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 108 (1999), S. 96f.

  • [15]

    Jerouschek, a. a. O., S. 1077.

  • [16]

    Kentenich, G.: Friedrich von Spee und sein Kampf gegen die Hexenverfolgung, in: Trierer Zeitschrift, 1. Jahrgang, Trier 1926, S. 136.

  • [17]

    Jerouschek, a. a. O., S. 1076-1077.

  • [18]

    Mahnke übersetzt: „Die Behutsamkeit beim peinlichen Gericht, oder das Buch von den Prozessen gegen die Hexen“, vgl. Mahnke, Dietrich: Das Hexenunwesen in Verden und sein Ende, in: Stader Archiv, Neue Folge 13, Stade 1923, S. 12.

  • [19]

    Spee, Friedrich von: Cautio Criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse (Unveränderter Nachdruck der ersten vollständigen deutschen Übersetzung von Joachim-Friedrich Ritter, Weimar 1939), München 2003, S. XXXV.

  • [20]

    Spee, a. a. O., S. XXXVI.

  • [21]

    Nachweisbar ist dies allerdings nur in zwei späteren Fällen: 1647 durch Johann Philipp Schönborn, den Kurfürsten von Mainz und Würzburg sowie 1649 durch Königin Christina von Schweden, was im folgenden noch zu untersuchen sein wird.

  • [22]

    Auch „Constitutio Criminalis Carolina“ (CCC), die 1532 ratifiziert wurde und einen Versuch darstellt, die Hexenverfolgung auf der Basis eines Reichsgesetzes zu regeln. Sie wird häufig abgekürzt „CCC“ oder „Carolina“ genannt.

  • [23]

    Spee, a. a. O., S. XXXVI.

  • [24]

    Spee, a. a. O., S. XXXVI.

  • [25]

    Spee, a. a. O., S.XXXVII.

  • [26]

    Spee, a. a. O., S. XXXVIII.

  • [27]

    Spee, a. a. O., S. XLIII.

  • [28]

    2. Ob es in Deutschland mehr Hexen und Unholde als anderorts gibt? Spee, a. a. O., S. 2. 3. Was die Hexerei oder Zauberei für ein Verbrechen ist? Spee, a. a. O., S. 5. 4. Ob die Hexerei zu den Sonderverbrechen gehört? Spee, a. a. O., S. 5. 5. Ob im Verfahren gegen Sonderverbrechen nach Gutdünken vorgegangen werden darf? Spee, a. a. O., S. 6. 6. Ob die deutschen Fürsten recht daran tun, daß sie strenge gegen die Hexerei einschreiten? Spee, a. a. O., S. 7. 7. Ob durch solche scharfen Maßregeln das Hexenunwesen ausgerottet werden kann, und ob das auf andere Weise möglich ist? Spee, a. a. O., S. 9. 8. Wie vorsichtig die Fürsten und ihre Beamten im Verfahren gegen die Hexerei sein sollen? Spee, a. a. O., S. 10. 9. Ob die Fürsten ihr Gewissen genügend entlasten, wenn sie sich selbst nur wenig bemühen und die ganze Arbeit auf ihre Beamten abschieben? Spee, a. a. O., S. 16.

  • [29]

    10. Ob zu glauben ist, Gott werde jemals zulassen, daß auch Unschuldige mit in die Hexenprozesse hineingeraten? Spee, a. a. O., S. 27. 11. Ob zu glauben ist, Gott habe tatsächlich schon zugelassen, daß auch Unschuldige in die Hexenprozesse hineingerieten? Spee, a. a. O., S. 30. 12. Ob man also mit der Hexeninquisition aufhören soll, wenn doch feststeht, daß tatsächlich viel Unschuldige mit hineingeraten? Spee, a. a. O., S. 35. 13. Ob die Verfolgung der Schuldigen selbst dann zu unterbleiben hat, wenn ganz ohne unser Verschulden Unschuldige in Gefahr geraten sollten? Spee, a. a. O., S. 38.

  • [30]

    Spee, a. a. O., S. 31.

  • [31]

    Spee, a. a. O., S. 35.

  • [32]

    Spee, a. a. O., S. 39.

  • [33]

    14. Ob es gut ist, Fürsten und Obrigkeiten zur Hexeninquisition anzutreiben? Spee, a. a. O., S. 42. 15. Was es im Wesentlichen für Leute sind, die immer die Fürsten gegen Hexen anspornen? Spee, a. a. O., S. 45. 16. Wie man sich bei den Hexenprozessen davor hüten kann, dass Unschuldige in Gefahr geraten? Spee, a. a. O., S. 50.

  • [34]

    Spee, a. a. O., S. 57f.

  • [35]

    17. Ob man in Fällen von Hexerei den Gefangenen die Verteidigung gestatten und ihnen einen Rechtsbeistande bewilligen soll? Spee, a. a. O., S. 59. 18. Welche Ergebnisse aus dem vorher Gesagten abzuleiten sind? Spee, a. a. O., S. 65.

  • [36]

    19. Ob man diejenigen, die wegen Hexerei gefangen sind, alsbald für unbedingt schuldig halten soll? Spee, a. a. O., S. 72. 20. Was von der Folter oder Peinlichen Frage zu halten ist? Ob es wahrscheinlich ist, daß sie häufig auch für Unschuldige Gefahren birgt? Spee, a. a. O., S. 79. 21. Ob ein der Hexerei Beschuldigter mehrmals gefoltert werden darf? Spee, a. a. O., S. 97. 22. Warum heute viele Richter die Angeklagten ungern frei lassen, auch wenn sie sich in der Tortur gereinigt haben? Spee, a. a. O., S. 103. 23. Unter welchem Vorwand man wohl behaupten kann, die Folter dürfe ohne neue Indizien wiederholt werden? Spee, a. a. O., S. 105. 24. Wie ein ängstlicher Richter, der nicht ohne neue Indizien zu foltern wagt, leicht welche finden kann? Spee, a. a. O., S. 110. 25. Ob der Schweigezauber ein neues Indiz zu weiterer Folterung abgibt? Spee, a. a. O., S. 113. 26. Welche Anzeichen die Böswilligen und Unwissenden für den Schweigezauber vorzubringen pflegen? Spee, a. a. O., S. 118. 27. Ob die Folter ein taugliches Mittel ist, die Wahrheit an den Tag zu bringen? Spee, a. a. O., S. 123. 28. Welches die Argumente sind, die alles als wahr ansehen, was die Angeklagten auf der Folter gestanden haben? Spee, a. a. O., S. 126. 29. Ob die Tortur, da es doch so eine gefährliche Sache mit ihr ist, abgeschafft werden soll? Spee, a. a. O., S. 133. 30. Welches wir für die wichtigsten Anweisungen halten, die den Hexenbeichtigern zu erteilen sind? Spee, a. a. O., S. 136. 31. Ob es gut ist, den Weibern vor der Tortur durch den Henker die Haare abscheren zu lassen? Spee, a. a. O., S. 154. 32. Aus welchen Gründen man zur Tortur schreiten darf? Spee, a. a. O., S. 157. 33. Wer zu entscheiden hat, welche Indizien im Einzelfall als annähernd volle Beweise anzusehen sind? Spee, a. a. O., S. 159.

  • [37]

    Spee, a. a. O., S. 96.

  • [38]

    Spee, a. a. O., S. 124f.

  • [39]

    34. Ob ein Gerücht allein, ohne durch andere einleuchtende zuverlässige Beweismittel gestützt zu sein, ein Indiz für die Tortur abgibt? Spee, a. a. O., S. 163. 35. Ob die Obrigkeit gegenwärtig verpflichtet ist, von sich aus, ohne daß jemand darauf dringt, gegen die Ehrabschneider und Verleumder einzuschreiten? Spee, a. a. O., S. 171. 36. Ob ein gesetzmäßig erwiesenes Gerücht wenigstens dann allein zur Tortur ausreicht, wenn es sich um Sonderverbrechen und schwer zu beweisende Vergehen handelt? Spee, a. a. O., S. 176. 37. Ob im allgemeinen Beweismittel, die bei gewöhnlichen Verbrechen nicht ausreichen, bei Sonderverbrechen und heimlichen, schwer nachweisbaren Verbrechen hinreichend sind? Spee, a. a. O., S. 181. 38. Ob der Rechtssatz überhaupt nicht richtig ist, daß man bei heimlichen, schwer nachweisbaren Verbrechen leichter zur Tortur schreiten dürfe als bei anderen? Spee, a. a. O., S. 187. 39. Ob eine Angeklagte, die auf der Folter nichts gestanden hat, verurteilt werden darf? Spee, a. a. O., S. 190. 40. Ob dem auf dem Richtplatz erklärten Widerruf des Schuldbekenntnisses irgendeine Bedeutung beizumessen ist? Spee, a. a. O., S. 196. 41. Was man von den Angeklagten halten soll, die im Kerker tot aufgefunden werden? Spee, a. a. O., S. 207. 42. Wann man mit gutem Gewissen annehmen darf, ein im Kerker aufgefundener Toter sei von eigener Hand oder vom Teufel erdrosselt? Spee, a. a. O., S. 212. 43. Von den Hexenmalen, ob sie ein Indiz zur Folterung und zur Verurteilung abgeben? Spee, a. a. O., S. 213. 44. Ob beim Verbrechen der Hexerei auf die Denunziation Mitschuldiger viel zu geben ist? Spee, a. a. O., S. 218. 45. Ob man den Denunziationen nicht wenigstens um der Reue der Denunziantinnen willen glauben soll? Spee, a. a. O., S. 231. 46. Ob man den Denunziationen wenigstens dann glauben soll, wenn es unfehlbar sicher ist, daß die Denunziantinnen sich ehrlich bekehrt haben und die Wahrheit sagen wollen? Spee, a. a. O., S. 236. 47. Ob der Teufel die Anwesenheit Unschuldiger auf den Hexensabbaten vorspiegeln kann? Spee, a. a. O., S. 240. 48. Welches die Argumente sind, die zu beweisen suchen, daß der Teufel auf dem Hexensabbat keine Unschuldigen erscheinen lassen könne noch wolle? S. 243. 49. Welches die Argumente derer sind, die meinen, man müsse den Denunziationen der Hexen Glauben schenken, und behaupten, sie seien ausreichend, die Denunzierten daraufhin zu foltern? Spee, a. a. O., S. 256. 50. Ob ein Richter sich unbesorgt eine der beiden Meinungen zu eigen machen kann, die unsrige, die die Denunziationen mißachtet, oder die der anderen, die ihnen großen Wert beimißt? Spee, a. a. O., S. 276.

  • [40]

    Spee, a. a. O., S. 172.

  • [41]

    Spee, a. a. O., S. 230.

  • [42]

    Spee, a. a. O., S. 255.

  • [43]

    51. Wie eine kurze Übersicht des heutzutage bei vielen im Hexenprozesse gebräuchlichen Verfahrens aussieht, die es wert wäre, daß der verehrungswürdige Kaiser sie kennenlernte und das deutsche Volk sie sorgfältig betrachtete? Spee a. a. O., S. 279.

  • [44]

    Spee, a. a. O., S. 289.

  • [45]

    „Die Nächstenliebe verzehrt mich und brennt wie Feuer in meinem Herzen; sie treibt mich an, mich mit allem Eifer dafür ins Mittel zu legen, daß meine Befürchtung nicht wahr werde; ein unglückseliger Windhauch könne die Flammen dieser Scheiterhaufen auch auf schuldlose Menschen übergreifen machen.“ Spee, a. a. O. S, 135f.

  • [46]

    Keller, a. a. O., S. 340.

  • [47]

    Lehmann, Hartmut, Ulbricht, Otto: Gegner der Hexenverfolgung von Johann Weyer bis Friedrich Spee, in: Lehmann, Hartmut, Ulbricht, Otto (Hgg.): Vom Unfug des Hexen-Processes. Gegner der Hexenverfolgungen von Johann Weyer bis Friedrich Spee, Wiesbaden 1992, S. 10.

  • [48]

    Geilen, Heinz Peter: Die Auswirkungen der Cautio Criminalis von Friedrich von Spee auf den Hexenprozeß in Deutschland, Bonn 1963, S. 28f.

  • [49]

    Spee, a. a. O., S. XI.

  • [50]

    Spee, a. a. O., S. X.

  • [51]

    vgl. Ratzinger, Josef: Fides et Ratio, online unter URL: http://www.mscperu.org/deutsch/vernunft_glauben/fides_ratio_kommentar.htm; Stand 08.08.06.

  • [52]

    Jerouschek, a. a. O., S. 1076.

  • [53]

    Decker, Rainer: Hexen. Magie, Mythen und die Wahrheit, Darmstadt 2004, S78.

  • [54]

    Übersetzt von und zitiert nach Decker 2004, a. a. O., S. 78.

  • [55]

    Übersetzt von und zitiert nach Decker 2004, a. a. O., S. 78.

  • [56]

    Meyfart, Johann Mathaeus: Christliche Erinnerung an gewaltige Regenten und gewissenhafte Praedicanten, wie das abschewliche Laster der Hexerey mit Ernst auszurotten…, Erffurt 1635.

  • [57]

    Geilen, a. a. O., S. 31.

  • [58]

    Geilen, a. a. O., S. 44f.

  • [59]

    Oorschot, Theo: Ihrer Zeit voraus. Das Ende der Hexenverfolgung in der Cautio Criminalis, in: Lorenz, Sönke, Bauer, Dieter (Hgg.): Das Ende der Hexenverfolgung, Stuttgart 1995, S. 12.

  • [60]

    Geilen, a. a. O., S.46f.

  • [61]

    Wertheimer, Oskar: Christine von Schweden, Zürich 1936, S. 7.

  • [62]

    Stolpe, Sven: Königin Christine von Schweden, Frankfurt /Main 1962.

  • [63]

    Buckley, Veronica: Christina Königin von Schweden, Frankfurt am Main 2005.

  • [64]

    Hierin sind sich die Biographen einig, wobei Buckley auch Stimmen anführt, die Christina dafür kritisieren: sie habe auf Kosten Schwedens und zu Gunsten Frankreichs gehandelt. Vgl. Buckley, a. a. O., S. 144f.

  • [65]

    Vgl. z. B. Findeisen, Jörg-Peter: Schweden. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Regensburg 1997, S. 135.

  • [66]

    Buchholz, Werner: Schweden mit Finnland, in: Asche, Matthias, Schindling, Anton (Hgg.): Dänemark, Norwegen und Schweden im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung, Münster 2003, S. 108.

  • [67]

    Behringer 2006, a. a. O., S. 398f.

  • [68]

    Schweden legte Wert auf die Einhaltung der Bestimmungen des Friedensvertrages. Hierzu gehörte, dass die Rechte und Gewohnheiten der neu erworbenen Länder zu schützen waren. Vgl. Fiedler, Beate Christine: Die Verwaltung der Herzogtümer Bremen und Verden in der Schwedenzeit 1652-1712, Stade 1987, S. 53.

  • [69]

    Bereits die Historiographie des 19. Jahrhunderts kommt zu diesem Schluss. Vgl. Längin, Georg: Religion und Hexenprozeß. Zur Würdigung des 400jährigen Jubiläums der Hexenbulle und des Hexenhammers sowie der neuesten katholischen Geschichtsschreibung auf diesem Gebiete, Leipzig 1888, S. 281. Stellvertretend für den Forschungstand Ende des 20. Jahrhunderts: Oorschot, Theo G. M. (Hgg.): Friedrich Spee (1591-1635). Düsseldorfer Symposion zum 400. Geburtstag. Bielefeld 1993, S. 163.

  • [70]

    Seit dem 18. Juni 1645 war General Hans Christopher von Königsmarck Gouverneur der eroberten Gebiete Bremen und Verden. Vgl. Fiedler, Beate-Christine: Königin Christina als Landesfürstin in den Herzogtümern Bremen und Verden, 1645/48-1654, in: Hermanns, Ulrich (Hgg.): Christina. Königin von Schweden. Katalog der Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück 23. November 1997 – 1. März 1998, Bramsche 1997, S. 142.

  • [71]

    Mahnke, a. a. O., S. 12.

  • [72]

    Gewissens-Buch: Von Processen Gegen die Hexen An Alle Hohe Obrigkeiten in Teudtschlandt auß nothtringenden motiven geschrieben. Insonderheit Den Rähten und Beicht-Väteren der Fürsten, den Inquisitoren, Brandt-Meisteren, Richteren, Advocaten: Beicht-Väteren der Armen Beklagten und Gefangenen: Predigeren auch anderen Leuten sehr nützlich und nothwendig zu lesen. Anfangs Ohne Nahmen in Lateinischer Spraach Außgangen, Jetzo In die Teudtsche Ubergesetzet, Durch Johan Seiferten von Ulm derzeit Schwedischen Feld-Prediger, Bremen 1647.

  • [73]

    Mahnke, a. .a. O., S. 13f.

  • [74]

    Fiedler 1987, a. a. O., S. 43-50.

  • [75]

    Schormann, Gerhard: Hexenprozesse in Nordwestdeutschland, Hildesheim 1977, S. 74.

  • [76]

    Schormann 1977, a. a. O., S. 73.

  • [77]

    Ab 1638 war Rimphof Oberpfarrer am Verdener Dom, 1642 Superintendent des Stifts Verden. 1651 wurde er schwedischer Konsistorialrat und Mitglied des Stader Konsistoriums. Er war bekannt als Hexenverfolger. Vgl. Mahnke, a. a. O., S. 7.

  • [78]

    Die Zuständigkeiten vor der Aufhebung der Stifte waren zu berücksichtigen. Vgl. Mahnke, a. a. O., S. 24.

  • [79]

    Mahnke, a. a. O., S. 11.

  • [80]

    Mahnke, a. a. O., S. 12.

  • [81]

    Drachen=König, Wahrhafftige, Deutliche, Christliche, und hochnothwendige Beschreybunge, deß grawsamen, hochvermaledeyten Hexen: und Zauber Teufels … Durch Heinricum Rimphof, Dompredigern und Superintendenten des Stiffts Verden. Rinteln 1647.

  • [82]

    Johann Oxenstierna war ein Gesandter der schwedischen Regierung bei den Osnabrücker Friedensverhandlungen. Ein anderer war Adler Salvius, ein Vertrauter der Königin.

  • [83]

    Mahnke, a. a. O., S. 16.

  • [84]

    Mahnke, a. a. O., S. 22.

  • [85]

    Mahnke, a. a. O., S. 23.

  • [86]

    Schlüter: Wann haben die Hexenprozesse im Bremen- und Verdenschen aufgehört?, in: Schlüter/Plaß/Gude (Hgg.): Archiv des Vereins für Geschichte und Alterthümer der Herzogthümer Bremen und Verden und des Landes Hadeln, Stade 1869, S. 419.

  • [87]

    Schormann, Gerhard: Der Krieg gegen die Hexen, Göttingen 1991, S. 153.

  • [88]

    Im Nachbarland Mecklenburg waren es im gleichen Zeitraum 4000 Fälle.

  • [89]

    Moeller, Katrin: „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden“, Hexenverfolgung im protestantischen Norddeutschland, in: Beier-de Haan, Rosmarie, Voltmer, Rita, Irsigler, Franz (Hgg.): Hexenwahn. Ängste der Neuzeit, Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin 2002, S. 96-107.

  • [90]

    Schormann 1991, a. a. O., S. 153.

  • [91]

    Midelfort, H. C. Erik: Witch Hunting in Southwestern German 1562-1684, Stanford 1972, S. 194.

  • [92]

    Ankarloo, Bengt: Magies scandinaves et sorciers du nord, in: Muchembled, Robert: Magie et Sorcellerie en Europe du Moyen Age à nos jours, Paris 1994, S. 199.

  • [93]

    Alle Arten der Magie entfernten die Menschen von Gott und führten sie dem Teufel zu, was einen Angriff auf die gesamte christliche Gesellschaft bedeutete. Eine Verbindung mit dem Teufel bedeutete, dass man sich von Gott abwandte. Der durch die Taufe mit Gott geschlossene Bund war gebrochen. Vgl. Oja, Linda: Varken Gud eller natur. Synen på magi i 1600- och 1700-talets Sverige, Uppsala 1999, S. 298.

  • [94]

    Ankarloo, Bengt: Trolldomsprocesserna i Sverige, Lund 1971, English Summary S.326.

  • [95]

    Die Folter war im schwedischen Recht prinzipiell verboten und wurde nur in Ausnahmefällen in politischen Prozessen angewandt. Vgl. Ankarloo 1971, a. a. O., S.327.

  • [96]

    Sörlin, Per: Sweden, in: Golden, Richard M, et. al (Hgg.): Encyclopedia of Witchcraft: The Western Tradition, Santa Barbara 2006, S. 1093.

  • [97]

    Ankarloo 1971, a. a. O., S.326.

  • [98]

    In Schweden wurden die als Hexen Verurteilten zuerst geköpft und dann verbrannt. Vgl. Levack, Brian P.: Hexenjagd. Die Geschichte der Hexenverfolgung in Europa, München 2003, S.95.

  • [99]

    Levack, a. a. O., S. 198.

  • [100]

    In den Jahren 1614 und 15 kam es in Schweden zu einer lange nachwirkenden Justizreform. Der oberste königliche Gerichtshof wurde mit dem Anspruch gegründet, im Namen des Königs Recht zu sprechen. Da der König darin sein Privileg sah, Appellationen zuzulassen oder abzuweisen, war der Anspruch des Gerichtshofes als höchste Rechtsinstanz Schwedens illusorisch. Realistisch betrachtet war es eher ein Gerichtshof mittlerer Instanz. Diese Entwicklung verstärkte sich noch, als noch weitere oberste Gerichtshöfe in Schweden eingerichtet wurden. Der erste von 1614 war der oberste Gerichtshof von Svea; 1624, 1630, 1634 folgten die nächsten. Die Todesstrafe konnte verhängt werden für Landesverrat, Hexerei, Brandstiftung, Bigamie, Gotteslästerung, Ehebruch und schweren Diebstahl. Ab 1651 und endgültig festgelegt ab 1687 mussten alle Todesurteile dem obersten Gerichtshof zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden. Vgl. Sörlin, Per: ‘Wicked Arts’. Witchcraft and Magic Trials in Southern Sweden 1635 – 1754, Leiden 1999, S. 14f.

  • [101]

    Sörlin 2006, a. a. O., S. 1093. Sörlin bezieht sich hier auf die 2. Auflage der Dissertation von Bengt Ankarloo von 1984, S. 340-342.

  • [102]

    Baschwitz, a. a. O., S. 321.

  • [103]

    Die Blåkulla- und Bohuslän-Prozesse stellen signifikante Ausnahmen in der Geschichte der schwedischen Hexenverfolgung dar. Vgl. Sörlin 2006, a. a. O., S. 1093.

  • [104]

    Sörlin 1999, a. a. O., S. 20 und S. 215.

  • [105]

    Ankarloo, Bengt, Henningsen, Gustav: Early Modern European Witchcraft. Centres and Peripheries, Oxford 1990, S. 291.

  • [106]

    So wie Christina diesen Begriff in ihrem Reskript verwendet, nämlich als unkontrolliertes, epidemisches Prozessgeschehen. Vgl. oben.

  • [107]

    Ankarloo/Henningsen 1990, a. a. O., S. 291.

  • [108]

    Decker, Rainer: Albizzi, Francesco, in: Gersmann, Gudrun, Moeller, Katrin, Schmidt, Jürgen-Michael (Hgg.): Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/persistent/artikel/908 (03.08.2006)

  • [109]

    Albitius, Franciscus : De inconstantia in jure admittenda vel non, Amsterdam: Huguetan 1683, S. 355 §§ 179-180, zitiert nach: Decker, Rainer: Hexen. Magie, Mythen und die Wahrheit, Darmstadt 2004, S. 80.

  • [110]

    Ankarloo, Bengt: Trolldomsprocesserna i Sverige, Lund 1971, English Summary, S. 329.

  • [111]

    Stolpe, Sven: Königin Christine von Schweden, Frankfurt /Main 1962, S. 104.

  • [112]

    Aus Hoyers, Anna Ovena: »Lob-Liedlein Zu Ehren der Schwedischen Cronen«, in: Maché, Ulrich, Meid, Volker (Hgg.): Gedichte des Barock. Stuttgart 1980. Online unter: URL: http://www.wortblume.de/dichterinnen/lobliedl.htm; Stand 07.08.06.

  • [113]

    Schormann, Gerhard: Die Haltung des Reichskammergerichts in Hexenprozessen, in: Lehmann, Hartmut, Ulbricht, Otto (Hgg.): Vom Unfug des Hexen-Processes. Gegner der Hexenverfolgungen von Johann Weyer bis Friedrich Spee, Wiesbaden 1992, S. 272.

  • [114]

    Schormann 1992, a. a. O., S. 273.

  • [115]

    Zwetsloot, Hugo: Friedrich Spee und die Hexenprozesse. Die Stellung der Cautio Criminalis, Trier 1954, S. 280.

  • [116]

    Beispielsweise Müller-Neuhof, Jost: Ein Tabu wird gebrochen, in: „Der Tagesspiegel“ vom 6.12.2005, online unter: URL:http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/06.12.2005/2205305.asp; Stand 04.08.06.

  • [117]

    Ende der 1630er Jahre griffen die Schweden als Territiorialherren in die Souveränität der Stadt Osnabrück ein und stürzten den Bürgermeister Pelzer, unter dessen Leitung viele Hexereiprozesse geführt wurden. Vgl. Dillinger, Johannes: Hexenverfolgungen in Städten, in : Franz, Gunther, Irsigler, Franz (Hgg.): Methoden und Konzepte der historischen Hexenforschung, Trier 1998, S. 149.

  • [118]

    Baschwitz, a. a. O., S. 448.

  • [119]

    Heyden-Rynsch, Verena von der: Christina von Schweden. Die rätselhafte Monarchin, Weimar 2000, S. 7.

Empfohlene Zitierweise

Schäfer-Burmeister, Gudrun: Gegner der Hexenverfolgung. Friedrich Spee und Christina von Schweden. Reihe: Wissenschaftliche Qualifizierungsarbeiten zum Hexen- und Magieglauben, hg. von Katrin Moeller, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/7mzy6/

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Erstellt: 27.03.2007

Zuletzt geändert: 24.03.2009


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