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Hexerei in Schottland

Peter G. Maxwell-Stuart

(Übersetzung von Johannes Peisker)

(english version ↓)

16. September 2013

I. Territorium und Quellenlage

Schottland ist ein Land mit vier ausgeprägten und verschiedenartigen Kulturgemeinschaften:

(1) die Inseln im Norden und Westen, welche historisch stark von Skandinavien geprägt worden sind;
(2) die Highlands (Hochland), ein sehr großer Teil Schottlands westlich einer sich diagonal von Südwest nach Nordost erstreckenden Trennlinie, dessen Sprache und Kultur historisch gälisch sind;
(3) die Lowlands (Tiefland), das Gebiet östlich der Trennlinie, dessen Sprache und Kultur historisch schottisch sind; und
(4) die Borders (Grenze), die England benachbarten Regionen im Süden Schottlands, deren Sprache und Kultur in hohem Maße von England beeinflusst worden sind.

Trotz der Bemühungen König James VI. im 16. Jahrhundert und der Calvinistischen Kirche sowohl damals wie später war Schottland niemals eine einzige einheitliche, politische oder religiöse Einheit und folglich ist die Geschichte der Hexerei des Landes eine von disparaten, lokalen Traditionen und Umgangsweisen. Aufzeichnungen jedweder Art sind vor dem 16. Jahrhundert spärlich und in den gälischsprachigen Highlands sowie auf den Inseln, wo die Kultur größtenteils mündlich war, Informationen über Magiepraktiken wenig überliefert. Das meiste, was gemeinhin als „schottisches Hexenwesen“ bezeichnet wird, konzentriert sich auf Gebräuche der Lowlands und Borders – allenfalls halb Schottland – und die Zeit nach der Reformation. Kenntnisse über schottische Hexerei sowie andere magische und wahrsagerische Praktiken stammen hauptsächlich aus Aufzeichnungen von Disziplinarverfahren, geführt von lokalen und regionalen Kirchenkommissionen (Kirchensitzungen und presbyterianische Sitzungen) und aus den von den Strafgerichten aufbewahrten Verfahrensberichten. Diese offenbaren eine große Bandbreite magischer Handlungsweisen überall in den Lowlands und Borders, und diejenigen Informationen, welche über die Highlands und Inseln herauszubekommen sind, zeigen eine ähnliche, aber nicht identische Situation. Daher begegnen uns verschiedene Methoden der Wahrsagung, der Herstellung, Versorgung und Benutzung von Amuletten, Talismanen, der Heilung, bösartiger Zauber oder Beschwörungen, um zu schaden oder zu töten, Liebeszauber, des bösen Blicks und der Geisteranrufung.

II. Charakteristika

Durchaus häufig finden sich Belege für eine Kontaktaufnahme zu Elfen oder Geistern. Beispielsweise setzte 1576 Elizabeth Dunlop auf die Hilfe des Geistes des toten Thomas Reid; Alison Pearson stützte sich 1588 auf den Rat eines Geistes, den sie William Simpson nannte, um ihr bei ihren Flüchen zu helfen und 1598 behauptete Andrew Man, einen Geisterdiener namens Christsonday zu besitzen und sagte, dass er selbst mit der Elfenkönigin Kinder gehabt hätte. Solche Geschichten können in ganz Schottland aufgefunden werden, so dass die Beispiele aus den Lowlands lediglich Teile eines weitverbreiteten Glaubens repräsentieren, der den verschiedenen schottischen Kulturen gemein war. Ein charakteristisches Beispiel für die Komplexität manches schottischen Hexenglaubens ist das von Isobel Gowdie aus den Highlands, der 1662 der Prozess gemacht wurde. Ihre (ohne Folter erlangten) Geständnisse enthüllten die Gemeinschaft mit Elfen, veränderte Bewusstseinszustände und Gestaltenwandel (ungewöhnlich in Fällen schottischer Hexerei) und darüber hinaus gestand sie das magische Schießen mit Elfenpfeilen mit Tötungsabsicht ein und berichtete von Treffen mit dem Teufel in der Kirche. Dennoch lassen sich in schottischen Aufzeichnungen über Hexerei selten irgendwelche Motive finden, die dem dämonischen Sabbat ähneln, das konstitutive Merkmal vieler anderer europäischer Schriften über und Anklagen wegen Hexerei. Manchmal redeten schottische Hexen über Treffen mit anderen Hexen, bei denen der Teufel oder ein anderer Dämon anwesend war, aber diese Versammlungen waren keine Orgien und es gab keinen osculum infame und mit Sicherheit keine Parodie des Kirchengottesdienstes. Vielmehr waren es soziale Zusammenkünfte, wie sie unter nicht-dämonischen Umständen stattgefunden haben könnten, oder formale Versammlungen zur Instruktion in der Kunst des Schadenszaubers, wie im Fall der Hexen von North Berwick 1589. Sie kamen in einer Kirche zusammen und ihre Namen wurden vom Teufel aus einem Klassenbuch ausgerufen, als sei er ein Lehrer und sie seine Schüler. Satan erschien den schottischen Hexen allerdings regelmäßig bzw. den Individuen, die er zu seinen Anhängern bekehren wollte. Manchmal nahm er die Gestalt eines Tieres, wie etwa der eines Hundes, an. Am häufigsten sah er jedoch wie ein ehrenwerter Gentleman aus, in schwarz, blau, grau oder grün gekleidet, wobei er in diesem letzteren Fall weniger der Teufel gewesen sein mag als vielmehr ein Elf, da grün vorwiegend eine Elfenfarbe ist. Er bot dem Einzelnen Geld oder Trost oder Unterstützung an. Im Gegenzug sollte ein Mensch, der sein Anhänger wurde, ihm Lehnstreue schwören durch Berührung des Scheitels sowie der Fußsohle und sich so dem Teufel zu verschreiben.

III. Verfahrensweisen der Hexenprozesse

Bis 1563 wurden Beschuldigungen wegen Hexerei und ähnlicher okkulter Vergehen von der Kirche angehört und behandelt. Es sei denn, die Vergehen waren schwerwiegend genug, sie den säkularen Behörden zu übergeben. Aber 1563 verabschiedete die Regierung Maria Stuarts ein Gesetz gegen Hexerei. Dies wurde unter politisch hochexplosiven Umständen getan, mit einer katholischen Königin, einer calvinistischen Kirche und einem gespaltenen Parlament, die um die Kontrolle der innerlichen und äußerlichen Leben der Menschen kämpften. Das Gesetz schrieb die Todesstrafe vor für jeden jeglichen sozialen Rangs, der entweder jegliche Art Magie oder Wahrsagung praktizierte bzw. behauptete, dazu in der Lage zu sein, oder der irgendeine Person konsultierte, die Magie praktizierte oder behauptete, dazu in der Lage zu sein. Diese drakonischen Maßnahmen blieben bis 1736 in Kraft, als ein anderes Parlament das Gesetz aufhob.

Es gab zweierlei Abläufe bei der Behandlung Beschuldigter oder Verdächtigter. Im ersten Fall war es am häufigsten, dass jemand vor ihre oder seine Versammlung der Kirche von Schottland gebracht wurde, wo die Anschuldigungen von einem Geistlichen und einem Komitee Pfarrbeamter (Älteste) geprüft wurden. Die Sache hatte hier sehr oft ein Ende, die beschuldigte Person gestand ihren Fehler ein und wurde am folgenden Sonntag in der Kirche einer öffentlichen Demütigung vor Familie, Nachbarn und Freunden ausgesetzt. Manchmal wurde die Angelegenheit zur Versammlung der Presbyterianer weitergeleitet, die darüber entscheiden würde, welche Schritte zu unternehmen sind. Wenn die Beschuldigten jedoch den säkularen Strafgerichten übergeben wurden, konnten sie erwarten, dass gegen sie ermittelt wird mit oder ohne Folter – wofür vom Kronrat eine Vollmacht erlangt werden musste, was nicht oft gewährt wurde – um danach vor eine Jury gestellt zu werden, welche die Beweise aufnahm und ein finales Urteil abgab. Angeklagte hatten das Recht auf einen Verteidige.r Zeugen mussten ihre Beweise in öffentlicher Sitzung darlegen und wenn sie sich gegenseitig widersprachen, konnten sie einer gerichtlichen Untersuchung unterworfen werden. Am Ende der Anhörung zog sich die Jury zurück, wählte ihren Sprecher (Kanzler) und beriet dann jeden Anklagepunkt, über jeden der Punkte einzeln abstimmend. Eine Stimmenmehrheit von „schuldig“ oder „unschuldig“ fällte dann das endgültige Urteil über die gesamte Anklage. Freisprüche waren häufig. Im Falle bewiesener Schuld und daraus folgender Todesstrafe wurde der Gefangene oft in ihre oder seine Heimatstadt zurückgebracht und dort exekutiert. Die für schuldig Befundenen waren hauptsächlich Frauen – wie anderswo in Europa auch – und ihr Alter reichte von jung bis alt, wie auch ihr sozialer Status eine sehr große Bandbreite abdeckte. Ebenfalls wie im Rest Europas gab es auch beim Zahlenniveau der Verfolgungen wegen Hexerei Höhen und Tiefen – 1590-1591, 1597-1598, 1629-1630, 1649 und 1659-1661 stellen Jahre der höchsten Zahlen dar – aber sogar während ihrer Höhepunkte sind diese Zahlen nicht mit den zu bestimmten Zeiten in einigen anderen europäischen Städten oder Gegenden erreichten Niveaus vergleichbar. Schottische Hexenverfolgungen können beschrieben werden als ruhend im mittleren Bereich zwischen Ausschreitung und weitgehender Abwesenheit.

Die bekanntesten und vermutlich bedeutsamsten Episoden involvierten König Jakob VI. 1589 ging er nach Dänemark, um Prinzessin Anna zu heiraten und verbrachte den Winter am dänischen Hof. Nach seiner Rückkehr wurde er darüber informiert, dass männliche und weibliche Hexen in der Nachbarschaft von Edinburgh sich verschworen hatten, sein Heimkehrschiff zu zerstören, um ihn und die Königin zusammen zu ertränken. Darüber hinaus wollten sie ein magisches Gift herstellen, das an einen Türsturz oder eine Schwelle eines seiner Paläste geschmiert werden sollte, so dass es ihn beim Durchgehen berühren und somit töten würde; ein Wachsbild des Königs zu machen, um es anschließend zu zerstören, so dass er durch diesen Analogiezauber ebenfalls sterben würde; und sein Bild zu verzaubern mit demselben mörderischen Ziel vor Augen. Der Cousin des Königs, der Graf von Bothwell, wurde als Auftraggeber in der Affäre genannt, zusammen mit einem sehr bekannten Zauberer, Richard Graham und einer Anzahl weiterer Männer und Frauen aus Edinburgh selbst sowie den Dörfern an der nahegelegenen Küste und in der benachbarten Landschaft. Bei einigen wurde Folter angewendet – der Fall beinhaltet Hochverrat, folglich ist das nicht überraschend – und der König selbst verhörte zumindest einen der Beschuldigten. Er war schließlich das hauptsächlich intendierte Opfer, folglich ist das ebenfalls nicht überraschend. Diversen Leuten wurde der Prozess gemacht, darunter dem Grafen von Bothwell, und Anfang 1592 war die Angelegenheit geklärt. Nur wenige der Beschuldigten wurden hingerichtet und Bothwell selbst verstand es, einen Freispruch zu erwirken. Der König jedoch war schwer erschreckt worden – dies stellte keinesfalls den ersten (tatsächlichen oder vermeintlichen) Mordversuch dar – und er schrieb eine kurze, teilweise auf seinen Erfahrungen dieses Vorfalls beruhende Abhandlung über Hexerei, Daemonologie. Sie wurde ein paar Jahre später, 1597, veröffentlicht.

IV. Englische Besatzung

Nach 1651 lebten große Teile Schottlands für annähernd eine Dekade unter einer englischen Okkupationsarmee, das Resultat einer republikanischen Regierung in England unter Oliver Cromwell die beabsichtigte keine Unterstützung für die royalistische Sache in Schottland zu dulden und die eine natürliche Sympathie für die dortige calvinistische Kirche hegte. Das Jahr 1649 hatte eine hohe Anzahl individueller Anschuldigungen wegen Hexerei erlebt, hauptsächlich in den Lowlands und Borders und vielleicht als ein Resultat der gesteigerten politischen Spannungen nach der Enthauptung Karl I. im Januar, aber auch, zumindest im Osten, aufgrund der Aktivität mehrerer Hexensucher, von denen John Kincaid der geschäftigste und berüchtigtste war. Danach ging die Anzahl der Fälle für eine Weile zurück – die übliche Reaktion auf Exzess – nahm jedoch zwischen 1657 und 1662 wieder zu und erreichte 1661-1662 einen Höhepunkt, als über 600 Fälle verhandelt wurden, von denen circa die Hälfte in Todestrafen resultierte.

Dies war jedoch der letzte große Ausbruch von Hexenverfolgung in Schottland. Eine prominente juristische Figur im schottischen Establishment, George MacKenzie, veröffentlichte 1673 und 1678 Rechtsbücher, welche die Validität bestimmter Typen von Geständnissen anzweifelten und verfochten, dass die Verurteilung einer Hexe nur von ihrem oder seinem eigenen freiwilligen Geständnis oder den Beweisen von mindestens zwei zuverlässigen Zeugen abhängen sollte. Ein äußerst unerfreulicher Vorfall fand 1704 im Fischerdorf Pittenweem statt, in dem die Fantasien eines heranwachsenden Jungen zusammen mit der Entschlossenheit eines lokalen Geistlichen die örtliche Feindseligkeit aufpeitschten gegenüber einer kleinen Anzahl einheimischer Bewohner, von denen einer von einer aufgebrachten Meute ermordet wurde. Regelmäßig gab es von Besuchern der Highlands und Inseln über das 18. und 19. Jahrhundert hinweg Hinweise auf Hexereipraktiken. Sir Walter Scotts Mutter beispielsweise pflegte ein Amulett an Mütter Neugeborener zu verleihen und Scott selbst sammelte Bücher, die Magie und andere okkulte Bräuche behandelten. Die letzte dokumentierte Strafverfolgung und Hinrichtung einer Hexe in Schottland fand jedoch 1727 im Nordosten, in Sutherland, statt, als eine Mutter und Tochter angeklagt wurden und die Mutter hingerichtet wurde. 1736 wurde das Gesetz gegen Hexerei aufgehoben, sehr zum Ärger von Teilen der Kirche von Schottland, die sich 1743 beschwerte, dass diese Aufhebung dem ausdrücklichen Gesetz Gottes zuwiderlaufe.

English Version

Witchcraft in Scotland

I. Territory and state of sources

Scotland is a country with four distinct and distinctive cultural communities:

(1) the islands to the north and west, which historically have been heavily influenced by Scandinavia;
(2) the Highlands, a very large part of Scotland to the west of a dividing line stretching diagonally from south-west to north-east, whose language and culture are historically Gaelic;
(3) the Lowlands, the area east of the dividing line, whose language and culture are historically Scots; and
(4) the Borders, the regions in the south of Scotland, contiguous with England, whose language and culture have been greatly influenced by England.

In spite of the efforts of King James VI in the sixteenth century, and those of the Calvinist Kirk (Church) both then and later, Scotland was never a single coherent political or religious unit, and so the history of witchcraft in the country is one of disparate, entirely localised traditions and attempts at suppression. Records of any kind are sparse before the sixteenth century, and in the Gaelic-speaking Highlands and Islands where the culture was largely oral, information about magical practice is hard to come by. Most of what is commonly referred to as ‘Scottish witchcraft’ therefore tends to refer to practices from the Lowlands and Borders – half Scotland at best – and to the post-reformation period. Information about Scottish witchcraft and other magical and divinatory practices comes mainly from records of disciplinary hearings, kept by local and regional Church committees, (kirk sessions and presbytery sessions), and from trial records kept by the criminal courts. These reveal a wide range of magical behaviour all over the Lowlands and Borders, and such information as can be gleaned about the Highlands and Islands reveals a similar, but not identical, situation. Thus, we see divination by various methods, the manufacture, supply, and use of amulets, charms, to cure, maleficent spells or incantations to harm or kill, love magic, the evil eye, and invocation of spirits.

II. Characteristics

Quite frequently, too, one finds references to reliance upon or guidance by fairies or spirits. In 1576, for example, Elizabeth Dunlop looked to the ghost of the dead Thomas Reid for help; in 1588, Alison Pearson leaned on the advice of a spirit she called William Simpson to help her in her cures; and in 1598, Andrew Man claimed to have a spirit-attendant, Christsonday, and said that he himself had had children by the Queen of the fairies. This lore may be found all over Scotland so the Lowland examples of it represent only part of a widespread belief the various Scottish cultures had in common. A distinctive example of the complexity of some Scottish witch behaviour is that of Isobel Gowdie from the Highlands, who was put on trial in 1662. Her confessions (obtained without torture) reveal companionship with fairies, altered states of consciousness, and shape-changing (unusual in cases of Scottish witchcraft), in addition to admissions of maleficent magic intended to kill at a distance with fairy arrows, ad to meetings with the Devil in church. What is rarely found in Scottish witchcraft records is reference to anything resembling the demonic Sabbat which was a feature of many other European writings about and accusations of witchcraft. Sometimes Scottish witches talked about meetings with other witches, at which the Devil or some other demon was present, but these meetings were not orgies, there was no osculum infame, and certainly no parody of Church worship. Rather, they were social gatherings such as could have taken place under non-demonic circumstances, or formal gatherings for instruction in the arts of maleficent magic, as in the case of the North Berwick witches in 1589, who met in a church and had their names called by the Devil from a register, as though he were a schoolmaster and they his pupils. But Satan did appear frequently to Scottish witches or to individuals whom he wished to turn into his followers. Sometimes he took the form of an animal such as a dog, but most often he looked like a respectable gentleman dressed in black, blue, grey, or green, although in this last case he may not have been the Devil so much as a fairy, since green is pre-eminently a fairy colour. He would offer the individual money or comfort or support, and in return the human who became his follower would swear fealty to him by touching the crown of the head and the sole of the foot and offering all in between to the Devil.

III. Procedures of witchcraft trials

Until 1563, accusations of witchcraft and similar occult offences tended to be heard and dealt with by the Church, unless the offences were serious enough to hand over to the secular authorities. But in 1563, the government of Queen Mary (Stuart) passed a Witchcraft Act. This was done in highly volatile political circumstances, with a Catholic Queen, a Calvinist Kirk, and a divided Parliament struggling for control over people’s inner and outer lives. The Act prescribed the death penalty for anyone of any social rank who either practised any kind of magic or divination, claimed to be able to do so, or consulted anyone who practised magic or claimed to know how to do so, and these draconian measures remained in place until 1735 when the Act was repealed by another Parliament.

The processes for dealing with those accused or suspected were twofold. It was most common, in the first instance, for someone to be brought before her or his kirk session where the allegations were examined by the minister and a committee of parish officers (elders). Very often the matter stopped there, with the accused admitting her or his fault and being subjected to public humiliation before family, neighbours, and friends in church the following Sunday. Sometimes the matter was passed on to the presbytery session which would decide what steps to take. But if the accused were handed over to the secular criminal courts, she or he could expect to be investigated with or without torture – a warrant for this had to be obtained from the Privy Council and this was not often granted – and then taken before a jury who heard the evidence and gave a final verdict. Defendants had the right to a defence advocate, witnesses had to give their evidence in open court, and if they contradicted each other they could be subject to scrutiny by the court. At the end of the hearing, the jury retired, elected its spokesman (chancellor), and then considered each point of the indictment, voting on each of these points separately. A majority of ‘guilty’ or ‘not guilty’ votes then constituted the final verdict upon the whole indictment. Acquittals were common. In the case of proven guilt and consequent death sentence, the prisoner was often taken back to her or his home-town and executed there. Those found guilty were largely women – as elsewhere in Europe – and their ages ranged from young to old, just as their social status covered a very wide spectrum. As in the rest of Europe, too, there were peaks and troughs in the level of numbers of prosecutions for witchcraft – 1590-1591, 1597-1598, 1629-1630, 1649, and 1659-1661 represent years of the highest numbers – but even at their highest these numbers do not compare with the levels reached at certain times by certain other European cities or districts. Scottish prosecutions of witches may be described as resting in the medium range between excess and near-absence.

The most notorious, and perhaps significant, of these episodes involved King James VI. In 1589 he went to Denmark to marry Princess Anna and spent the winter at the Danish Court. On his return to Scotland, he was informed that male and female witches in the neighbourhood of Edinburgh had conspired to wreck his home-coming ship and so drown him and the Queen together; to manufacture a magical poison which was to be smeared on a lintel or threshold of one of his palaces, so that it would touch him as he passed and so kill him; to make a wax image of the King and then destroy it, so that he, too, by magical sympathy, would die; and to enchant his picture with the same murderous end in view. The King’s cousin, the Earl of Bothwell, was named as a principal in the affair, together with a well-known magician, Richard Graham, and a number of other men and women from Edinburgh itself and the villages on the nearby coast and in the nearby countryside. Torture was used on some – the case involved high treason, so that is not surprising – and the King himself examined at least one of the accused. He was, after all, the main intended victim, so that is not surprising either. Various people were put on trial, including the Earl of Bothwell, and by early 1592 the matter had been resolved. Only a few of the accused were executed, and Bothwell himself managed to stage an acquittal. But the King had been badly frightened – this was by no means the first attempt (real or alleged) on his life – and he wrote a short treatise on witchcraft, Daemonologie, partly based on his experiences of this incident. It was published a few years later, in 1597.

IV. English occupation

For nearly a decade after 1651, large parts of Scotland were living under an English army of occupation, the result of a republican government in England under Oliver Cromwell which intended to brook no support for the royalist cause in Scotland, and which had a natural sympathy for the Calvinist Kirk there. The year 1649 had seen a large number of accusations of witchcraft levelled against individuals, principally in the Lowlands and Borders, perhaps as a result of increased political tension after King Charles I was beheaded that January, but also, in the east at least, because of the activity of several witch-finders of whom John Kincaid was the most busy and most notorious. The number of cases then diminished for a while – the usual reaction to excess – but picked up again between 1657 and 1662, reaching a climax in 1661-1662 when over 600 cases were heard, of which about half resulted in sentences of death.

This, however, was the last major outbreak of witch-prosecutions in Scotland. A prominent legal figure in the Scottish establishment, George MacKenzie, published law books in 1673 and 1678 which threw doubt on the validity of certain types of confession and maintained that condemnation of a witch should depend only on her or his voluntary confession or the evidence of at least two reliable witnesses. A very unpleasant incident took place in 1704 in the fishing village of Pittenweem, in which a teenage boy’s fantasies and the determination of the local minister combined to whip up local animus against a small number of local inhabitants, one of whom was murdered by an angry mob. Evidence of witchcraft practice continued to emerge from visitors to the Highlands and Islands right through the eighteenth and nineteenth centuries. Sir Walter Scott’s mother, for example, used to lend an amulet to mothers of newly-born children, and Scott himself collected books dealing with magic and other occult practices. The last recorded prosecution and execution of a witch in Scotland, however, took place in the north-east, in Sutherland, in 1727 when a mother and daughter were accused and the mother was put to death. In 1736, the Witchcraft Act was repealed, much to the annoyance of parts of the Kirk which complained in 1743 that this repeal was contrary to the express law of God.

Empfohlene Zitierweise

Maxwell-Stuart, Peter G.: Hexerei in Schottland. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/44ztv/

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Erstellt: 16.09.2013

Zuletzt geändert: 16.09.2013


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