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Von Stein, Marquart

14.06.00

*1425/1430, +1495/1496

Marquarts von Stein einziges Werk mit dem Titel 'Der Ritter vom Turn von den Exempeln der gotsforcht und erberkeit' ist eine Übersetzung des 'Livre du Chevalier de la Tour pour l'enseignement de ses filles' von Geoffroy de la Tour Landry. Marquart von Stein entstammt einem alten schwäbischen Rittergeschlecht mit Hauptsitz in Rechtenstein an der oberen Donau. 1457 wird Marquart Pfandherr von Florimont/Blumenberg im Elsaß. 1460 übernimmt er die Aufgaben des Landvogts der Grafschaft Mömpelgard. Stofflich basiert Marquarts Alterswerk - wie seine französische Vorlage - auf biblischen Erzählungen, Heiligenlegenden und einer Reihe von Fabliaux. Der Text stellt eine Exempelsammlung dar, die thematisch auf die Tugenden und Fehler des weiblichen Geschlechts ausgerichtet ist. Dem weiblichen Verhalten im religiösen Bereich wie im Alltagsleben gelten die ersten Erzählungen der Sammlung. Danach folgen Texte, die sich auf positive wie negative Frauenfiguren der Bibel beziehen. Marquart kürzt an den moralisierenden Ausführungen seiner Vorlage. Sein Interesse gilt somit mehr erzählerischen Aspekten. Die Illustrationen interpretieren Marquarts Text frei und selbständig und gelten als künstlerisch bedeutend.

Siehe: Münchener Digitalisierungszentrum - Druckgraphische Buchillustrationen des 15. Jh. - Inkunabeln

 

Empfohlene Zitierweise

Stein, Marquart von. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller u. Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zuw/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 15.02.2006

Zuletzt geändert: 05.05.2006

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