P-Z

Simon Magus

Alberto Ferreiro

(Übersetzung von Johannes Peisker)

4. Dezember 2009

(english version ↓)

* (?), † 65 in Rom; Magier in der Apostelgeschichte, biblischer Magier und erster Häretiker der Kirche

1. Neues Testament

In der Apostelgeschichte des Neuen Testaments forderten zwei Magier, Simon Magus (Apostelgeschichte 8: 9-24) und Bar-Jesus (fortan: Elymas; Apostelgeschichte 13: 6-12), jeweils die Autorität der Hauptapostel Petrus und Paulus heraus. Von den beiden Zauberern wurde Simon Magus das Objekt intensiver Kommentare von der Periode nach dem Neuen Testament bis weit in die Frühe Neuzeit hinein. Sogar in der Moderne erschien er weiterhin in der Kunst, es wurde sogar ein Film „Simon Magus“ betitelt (1999). Elymas, andererseits, war kaum im Fokus der Aufmerksamkeit folgender Jahrhunderte. Es gibt einige Gemälde zu Elymas und Paulus, bemerkenswerterweise eines von Raphael.

Die Vorfälle, die Elymas und Simon Magus in der Apostelgeschichte betreffen, können in der folgenden Weise verglichen und zusammengefasst werden: Auf Zypern, in Paphos, kam es zur Begegnung von Barnabas und Paulus mit dem Magier, Juden und falschen Propheten Elymas, der den Statthalter Sergius Paulus, der als intelligent beschrieben wird, verführt hatte. Er berief Barnabas und Paulus zu sich, um das von ihnen gepredigte Wort Gottes zu hören. Elymas widersetzte sich ihren Bestrebungen und versuchte, den Statthalter davon abzuraten, der Botschaft von Barnabas und Paulus zuzustimmen. Paulus trat dem falschen Propheten gegenüber und sagte: „‘Der Herr wird dich dafür bestrafen: Du sollst blind sein und eine Zeitlang das Sonnenlicht nicht mehr sehen.‘ Im selben Augenblick fand sich der Magier in tiefste Dunkelheit getaucht. Er tappte umher und sucht einen, der ihn an der Hand führte“ (Apostelgeschichte 13: 11). Der Statthalter war durch die Botschaft und Wunder von Barnabas und Paulus von deren Wahrheit überzeugt.

Seit Jesus den Weg geebnet hatte, seine Botschaft in Samaria mit Hilfe seines persönlichen Beispiels der samaritanischen Frau und des Nächstenliebe preisenden, barmherzigen Samariters zu verbreiten – obwohl diese von Juden verabscheut oder für unrein gehalten wurden – erreichte die Apostel schließlich die Botschaft, dass das Evangelium nicht nur an Juden, sondern auch an Samaritaner und Nichtjuden gerichtet war. Deshalb sieht man in der Apostelgeschichte das Predigen des Evangeliums durch die Apostel in Samaria.

Anhand des Berichts der Apostelgeschichte können wir vermuten, dass Simon Magus eine Kerngruppe von Anhängern hatte, die anscheinend bis in das zweite und dritte Jahrhundert bestand hatte. Im Vergleich zum Bericht über Simon Magus ist von Bedeutung, dass Elymas keine, nicht einmal die Anhängerschaft einer lose organisierten Sekte besaß. Es scheint, dass er allein dem Prokonsul nahe war, da er Schwierigkeiten hatte, jemanden zu finden, der sich während seiner Erblindung um ihn kümmerte. Selbst wenn wir zugutehalten, dass ihn eine Gruppe nach seiner „Niederlage“ aufgab, so hat Lukas über keine Flucht von Anhängern hin zu Barnabas‘ und Paulus‘ Botschaft berichtet; lediglich der Prokonsul Sergius Palaus konvertierte. Übrigens wurde die Elymas auferlegte Erblindung als „für eine Zeit“ beschrieben, so dass die Möglichkeit seiner Konvertierung offen bleibt, obwohl Lukas einen solchen Gesinnungswandel nicht verzeichnete. In diesem Detail ist der Bericht ähnlich zu dem möglichen Gesinnungswandel, der Simon Magus offenstand, nachdem Petrus ihn zurechtwies und zur Umkehr aufrief. Simon Magus bat Petrus sogar darum, für ihn zu beten.

Es gibt mehrere grundlegende Unterschiede zwischen beiden Magiern, die viel dazu beitragen, um das anhaltende Vermächtnis von Simon Magus im Gegensatz zu Elymas zu erklären, von dem wir nach der Apostelgeschichte nie wieder hören. Simon hatte an die Lehre des Apostels Philippus geglaubt und wurde getauft (Apostelgeschichte 8: 13), nachdem er die vielen „Wundertaten“ sah. Bevor Philippus nach Samaria kam, war Simon Magus dort bereits sehr bekannt und „hatte großen Zulauf aus allen Schichten der Bevölkerung. Die Leute sagten: ‚In diesem Mann lebt die Kraft eines Gottes; die ‚Große Kraft‘ ist in ihm leibhaftig erschienen!‘“ (Apostelgeschichte 8: 10). Nachdem er lange Zeit die Massen mit seiner Magie täuschte (Apostelgeschichte 8: 11), konvertierte die Menschenmenge inklusive Simon Magus, nachdem sie Philippus gehört hatten. Danach kamen Petrus und Johannes nach Samaria, um für die neuen Konvertiten zu beten, damit diese den Heiligen Geist erhielten. Als Simon Magus die Verleihung des Heiligen Geistes beobachtete, „bot er Petrus und Johannes Geld an“, um ebenfalls die Fähigkeit zur Übertragung des Heiligen Geistes zu erlangen (Apostelgeschichte 8: 18-19). Wie schon erwähnt, wissen wir aus der Apostelgeschichte nichts über die folgenden möglichen Ergebnisse: ob Simon Magus Petrus‘ Umkehrpredigt beachtete, ob Anhänger von Simon Magus in Samaria verblieben oder ob er sich als Magier rehabilitierte und eine Anhängerschaft wiedererlangte, um mit den Aposteln zu konkurrieren. Für jedwede mögliche Antwort auf diese Fragen muss man sich auf die Bezeugungen der Kirchenväter des zweiten Jahrhunderts verlassen.

2. Frühe Kirchenväter

Die erste Quelle zu Simon Magus nach dem Neuen Testament, auf die sich alle folgenden Kirchengründungsväter stark verließen, ist die Apologia (I., 26) von Justin dem Märtyrer. Es ist die Quelle, die wesentliche Informationen über eine Simonsche Sekte in Samaria enthält, die Justin direkt mit Simon Magus als deren Gründer in Verbindung brachte. Er erwähnt als Erster, dass Simon einen weiblichen Kompagnon namens Helena hatte, die während der gesamten frühchristlichen Periode mit Simon in Verbindung gebracht werden wird. Ebenfalls erwähnt Justin Gitta als Stadt, aus der Simon Magus stammte. Keines dieser Details findet sich in der Apostelgeschichte, außer dem Hinweis auf Samaria. Man sollte nicht erwarten, dass Lukas‘ Bericht sich übermäßig auf Simon fokussierte, schließlich sind die Apostel die zentrale Geschichte. Die meisten Wissenschaftler sind im Zweifel für Justin und behandeln diesen Aspekt seiner Erzählung als historisch zuverlässig, besonders, da Justin aus Samaria stammte und sich in einer Position befand, diese Informationen zu kennen.

Irenäus von Lyon ist bei weitem der bedeutendste Autor der Urkirche bezüglich der Verbindung, die zwischen Simon Magus und den in seinen Tagen florierenden gnostischen Sekten hergestellt wurde. Als Justin der Märtyrer seine Schriften verfasste, existierten die gnostischen Sekten noch nicht, ihre Ideen jedoch keimten schon auf und kursierten. In Adversus haereses (I., 23-24) behauptete Irenäus, dass Lehre und Moral der Simonianer die gleichen seien wie die von Simon Magus in der Apostelgeschichte und dieser daher der Gründer der Sekte war, die zu Irenäus‘ Zeit noch immer blühte. Irenäus betonte die magischen Fähigkeiten von Simon, die wir in der Apostelgeschichte von Lukas finden. Die späteren Geschichten über die Reihe von Konfrontationen zwischen Simon Magus und Simon Peter mit den Aposteln Petrus und Paulus in Rom fehlen komplett; diese entwickelten sich jedoch kurz danach. Das Bild von Simon als Häresiarch und Magier, auf das sich Irenäus konzentrierte, überdauert die gesamte Laufbahn der Simon-Magus-Legenden, im Gegensatz zum Gnostizismus, der zusammen mit den Sekten verschwand.

Die beiden frühen Quellen, die den Ort von Simon und seiner Sekte verlagern, sind die fälschlicherweise Klemens von Rom zugesprochenen Pseudo-Klementinen Homilien und Rekognitionen sowie die Anonymen Apostolischen Konstitutionen. Die magischen, gnostischen Lehren und Helena wurden innerhalb einer ausführlicheren Darstellung der Traditionen zu Simon beibehalten. Ein zweiter Zauberer namens Dositheus wurde in beiden Quellen eingeführt als Simon Magus‘ Mentor der magischen Künsten. Simon Magus überholte ihn schließlich in der Zauberei und überzeugte Dositheus von seiner größeren Autorität, der daraufhin ein gehorsamer Anhänger von Simon wurde. Man beobachtet den Aufstieg von Simon Magus zum überragenden Häretiker der Urkirche. In Adversus omnes haereses (1.1.4-8) bezieht sich Tertullian auf ihn als abweichlerischen Juden. Die Konstitutionen ordnen einen Gelehrten namens Cleobius dem inneren Kreis der Simonianer zu. In der letzteren Tradition wird Simon Magus bekannt werden für beeindruckende intellektuelle Fähigkeiten, die er für böse Ziele einsetzt. Die Konstitutionen bezeichnen jedoch die Simonianer als die „gottloseste“ erste Häresie in Rom und verlagerten den Handlungsort der Sekte geografisch weg von Samaria, Jerusalem und Antiochien. Diese kirchliche Verlagerung scheint auf Rom als Hauptstuhl unter den aufkommenden patriarchalischen Kirchen hinzuweisen, was durch die Martyrien von Petrus und Paulus an diesem Ort noch umso maßgeblicher gemacht wurde. Mit der weiteren Entwicklung der Simon-Magus-Legende wird sich der Fokus gänzlich auf seine Anwesenheit in Rom und die Konfrontation mit den Aposteln verlagern. Die Figuren Cleobius und Desitheus, mit Ausnahme von Helena, verblassten schnell, während sie noch im 5. Jahrhundert erinnert wurde.

Hippolyt (Refutatio omnium hareresium, VI., 19-20) und Origenes (Refutationis omnium haeresium, VI) schalteten sich in die entwickelnde Simon-Magus-Legende ein, besonders hinsichtlich der Frage nach den Ursprüngen der Sekte. Hippolyt hing einerseits stark von der Apostelgeschichte ab. Er und Origenes unterschieden sich jedoch fundamental von den überlieferten Traditionen. Einmal enthüllen sie den Namen des angeblichen Zauberers, Thrasymedes, der Simon Magus in den Zauberkünsten unterrichtete. Weiterhin wird Simon Magus mit einem anderen Zauberer namens Apsethus aus Lybien verglichen, der als Betrüger entlarvt und anschließend von seinen Anhängern erfasst und lebendig verbrannt wurde. Beide Autoren benutzten diese Geschichte als eine Warnung für alle, die Simon Magus folgten oder dies beabsichtigten. Thrasymedes und Apsethus wurden in die folgende Tradition nicht aufgenommen, aber der ‚Typ‘ Zauberer war nun für Simon Magus festgesetzt. Ein weiterer wichtiger und beharrlicher Aspekt dieses ‚Typs‘, der in der frühen Überlieferung aufkam, war, dass Simon Magus als Gründer einer pseudo-apostolischen Sukzession auftrat.

In der Polemik zwischen den Katholisch-Orthodoxen und den Gnostikern, in der beide beanspruchten, von den zwölf Aposteln gegründet worden zu sein, bemühte sich Irenäus, die Legitimität der einen und die Illegitimität der anderen zu etablieren. Er beharrte darauf, dass Simon Magus die Sekte gründete, welche die verschiedenen, schließlich gnostischen Sekten einer pseudo-apostolische Nachfolge inspirierte. In ähnlicher Weise argumentierte er für die legitime apostolische Sukzession von den Aposteln, die zu seiner Zeit in den wichtigen Stühlen von Jerusalem, Antiochien, Alexandria, Ephesus und Rom vorhanden war. Für den Stuhl in Rom lieferte er die historische Abfolge von Bischöfen, beginnend mit Simon Petrus, der Nemesis von Simon Magus. Die Gnostiker waren allein deshalb nicht imstande, eine Abfolge von den Aposteln herzustellen, weil zu Zeiten der Apostel keine Sekten existierten. Dieses Argument von Irenäus versetzte den apostolischen Ansprüchen der Gnostiker einen herben Schlag, die sich danach einfach auf Behauptungen direkter Inspiration durch den Heiligen Geist, Träume, Engelerscheinungen und anderer mystischer Phänomene verließen. Irenäus und die Pseudo-Klementinen garantierten die dauerhafte Assoziation von Simon Magus mit Helena, obwohl beide nicht eine häretisch-weibliche Abfolge komplementär zu der männlichen von Simon behaupten werden.

Dies zu bewerkstelligen war Hieronymus überlassen. Zur Zeit der späten Kirchenväter (wie beispielsweise Eusebius von Caesarea, HE II., 13; Kyrill von Jerusalem, Catechesis VI., 14; Gregor von Nazianz, De vita sua; Filastrius von Brescia, Diversarum hereseon liber; Augustinus, De haeresibus; Vinzenz von Lérins, Commonitorium; Epiphanius von Salamis, Panarion; Isidor von Sevilla, Etymologiarum, VIII, De haeresibus Christianorum; Johannes von Damaskus, De haeresibus liber, 24) stimmen diese überein, dass Simon Magus der Urheber aller christlichen Häresie war. Simon Magus‘ Position als vollkommener Häretiker, als exemplarischer Anti-Apostel, war im gesamten Christentum nachdrücklich etabliert.

Es war jedoch Hieronymus, der der pseudo-apostolischen Sukzession von Simon Magus eine weitere Ebene hinzufügte. Er tat dies in seinem Brief an Ktesiphon (133, 4), datiert um 415, der hauptsächlich an die Pelagianer gerichtet war. Er führte seine Feder, um die priscillianische Sekte anzusprechen, die noch immer auf der iberischen Halbinsel und Gallien blühte. In diesem Abschnitt versuchte Hieronymus zu beweisen, dass die priscillianische Sekte in einer langen Reihe von Pseudo-Sukzessionen stand, die mit Simon Magus begannen. Um dies erfolgreich zu ermöglichen, flüchtet er zur ‚Typologie‘, da er sein Argument nicht durch eine historische, apostolische Sukzession belegen konnte, wie dies mit den Bischöfen möglich war. In diesem Brief schuf Hieronymus eine Pseudo-Abfolge der Häresie, beginnend mit Simon Magus und kulminierend mit Priscillian. Er vergaß nicht, Helena als Simons enge Gefährtin einzubeziehen. Wirklich einmalig in der Literatur zur Häresie ist das, was Hieronymus mit Helena tat. Er schlug eine parallele, weibliche Pseudo-Sukzession mit der männlichen vor. Beginnend mit Simon Magus assoziierte er jedem männlichen Häretiker eine weibliche Kollaborateurin, bis hin zu Priscillian, der bekannt dafür war, zahlreiche Frauen in seinem Gefolge gehabt zu haben. Als dieser 385/86 in Trier unrechtmäßig geköpft wurde, erlitten in der Tat einige seiner weiblichen Gefährtinnen das gleiche Schicksal. Nach Hieronymus wird kein Kirchenvater der folgenden Jahrhunderte und des Mittelalters eine weibliche Pseudo-Sukzession ausarbeiten oder auch nur behaupten, selbst wenn sie den häretischen Simon Magus kommentierten.

3. Mittelalter

Ein klarer Wechsel der Simon-Magus-Legende im Mittelalter war die Marginalisierung des gnostischen Elements, das stufenweise in eine ferne Vergangenheit rückte. Simon Magus blieb der betrügerische Magier, es wurden ihm jedoch neue Formen der Abartigkeit zugesprochen. In diesem Abschnitt werden mehrere bedeutende Legenden über Simon Magus berücksichtigt: Simon Magus und Hunde, Simon Magus im keltischen Irland und angelsächsischen England, Simon Magus und Mohammed, Simon Magus und Ämterkauf sowie Simon Magus und Kunst.

Der Vorfall mit raubgierigen Hunden findet sich ursprünglich in drei Quellen, Actus Petri cum Simone, Passio Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli (Passio) und Acta S.S. Nerei et Achillei. In diesen Werken werden zwei grundlegende Darstellungen geboten. In Actus Petri cum Simone sieht sich Simon Petrus – Paulus ist meistens abwesend – einem Wachhund gegenüber, der das Haus des Senators Marcellus bewachte, der unter Simon Magus‘ Zauber stand. Petrus ging zum Haus, um Simon Magus herauszufordern. Er befreite den Hund von Simon Magus‘ Bann und fuhr fort, Marcellus zu konvertieren, nachdem er ihn ebenfalls vom Irrglauben befreit hatte. Simon Magus wurde als ein Betrüger entlarvt. In Passio konfrontiert Petrus, zusammen mit Apostel Paulus, Simon Magus in Anwesenheit von Kaiser Nero. Simon Magus versuchte, die Apostel zu behindern, indem er gefräßige Hunde herbeizauberte. Petrus war jedoch durch den Heiligen Geist von dem Plan informiert und versteckte gesegnetes Brot in seinen Ärmeln. In dem Moment, als die Hunde von Simon Magus herbeigezaubert wurden, bot Petrus den Hunden das Brot an, die bei dessen Verzehr verschwanden. Die überlegene Macht von Petrus aufgrund des Heiligen Geistes wurde durch die Widerlegung der falschen, von Satan stammenden Macht des Magiers bewiesen.

Mit einigen marginalen Veränderungen erscheinen diese Berichte in der Literatur und Kunst über den gesamten Zeitraum des Mittelalters. In der Literatur werden sie wiedererzählt in den Blickling Homilies, von Orderis Vitalis, Amatus von Montecassino, liturgischen Hymnen, in einem provenzalischen Mysterienspiel des 15. Jahrhunderts mit dem Titel Istoria Petri et Pauli und anderen kleineren Werken. Die Quelle, welche die Berichte am weitesten verbreitete, war die von jeher bekannte Legenda Aurea (Goldene Legenden) von Jacobus de Voragine, der auch großzügigen Gebrauch von der Version der Acta S.S. Nerei et Achillei machte. Künstlerisch ist die Szene wiedergegeben in der Skulptur der Archivolte der Kathedrale von Sessa Aurunca (Italien), in einem Lateinischen Passional (Manuskript, Vatikan), einer Zeichnung des verlorengegangenen Freskos von San Piero da Grado (bei Pisa), einem Fresko in der Klosterkirche von Müstair (Schweiz), vier Sarkophagen des vierten Jahrhunderts aus Verona, Mantua, Nîmes (ebenfalls verloren, jedoch auf einem Gemälde festgehalten) und einem weiterem in Krakau (italienische Herkunft). Zu guter Letzt gibt es ein vorzügliches, barockes Altargemälde in Astudillo bei Palencia (Spanien).

Im keltischen Irland und angelsächsischem England gab es einige kreative Adaptionen der Simon-Magus-Legenden, die sich deutlich von ihrem ursprünglichen Zustand unterschieden. Grundlegend beinhalteten sie jedoch die gleiche Botschaft: Simon Magus war ein Schwindler und Gegner der apostolischen Lehre. In einer Erzählung kollaboriert Simon Magus mit einem druidischen Priester namens Mog Ruith, um Johannes den Täufer zu köpfen. Dieser Bericht ist vollkommen unabhängig von den apokryphen Traditionen und entnimmt dem Neuen Testament lediglich die Personen Johannes der Täufer und Simon Magus. Eine andere Legende stammt von Beda dem Ehrwürdigem, den Fragmentary Annals of Ireland und Aldhelm von Sherborne. Diese handelt hauptsächlich von mönchischen Tonsuren, welche die irische Kirche anders schnitt als die Benediktinermönche des Kontinents. Die keltischen Iren trugen die Tonsur von Simon Magus, während die Mönche vom Kontinent die von Apostel Johannes trugen. Andere englisch-irische Quellen wie beispielsweise Leabhar Breac, Aelfric und Blickling Homilies wenden sich anderen Simon-Magus-Legenden zu: die Hunde und Simon Magus‘ Sturz. Eine weitere Hauptlegende kann auf mehreren irischen Kreuzen auf dem Marktplatz von Kells, in Monasterboice und einem umstrittenen Kreuz in Castledermot gefunden werden. Diese enthalten die am weitesten verbreitete Legende, der Sturz von Simon Magus, nachdem ihn Dämonen im Flug fallen ließen aufgrund von Petrus‘ Gebeten. Das pädagogische Motiv ist jedoch die apostolisch-episkopale Autorität der Bischöfe, repräsentiert durch Petrus und Paulus, die gezeigt werden, wie sie Simon Magus mit ihren Krummstäben vom Himmel holen und die deutlich als Bischöfe erscheinen.

Einer der kreativsten Umgänge mit Simon Magus erschien in den Werken von Embricho von Mainz (12. Jahrhundert) und Peter dem Ehrwürdigen (1115-1175). Der Aufstieg des Islam und seine imperialistische Expansion ins Christentum bedeutete nicht nur eine politische, soziale und ökonomische Herausforderung, sondern rief auch theologische Reflektionen hervor, ob der Islam Häresie, Paganismus oder eine ganz andere Religion sei. Embricho und Peter befassten sich mit dieser Materie unter Bezugnahme auf eine große Vielfalt von Quellen und verschiedenen Ansätzen.

In den Schriften Summa totius haeresis Saracenorum, Liber contra sectam sive haeresim Saracenorum und Epistola, 17 benutzte Peter der Ehrwürdige weder direkt die christlichen Apokryphen, noch explizit die Figur Simon Magus, um den Islam als Häresie darzustellen. Vielmehr bezog er sich auf die Kirchenväter und konzentrierte sich auf den zweitmeist berüchtigten Häretiker – zweiter in pseudo-apostolischer Abfolge von Simon Magus – Nikolaus von Antiochien, einer von sieben als Diakone ausgewählten Männern, um die Apostel zu unterstützten (Apostelgeschichte 6: 1-6). Gemäß Irenäus gründete Nikolaus die Sekte der Nikolaiten, die bereits in der Offenbarung an Johannes erwähnt werden und für ihre orgiastischen Praktiken bekannt waren. Alle nachfolgenden Kirchenväter, welche die Nikolaiten kommentierten, verließen sich stark auf Irenäus, und Peter der Ehrwürdige war keine Ausnahme. Peter benutzte die Sekte, um die polygamen Praktiken der Moslems zu verdammen. Systematisch brachte er jede bedeutende islamische Lehre mit einer, bereits von den Kirchenvätern widerlegten Häresie in Verbindung, um klarzumachen, dass der Islam quasi nichts weiter sei als alte Häresie in neuen Gewändern.

Embricho von Mainz schrieb einen der ersten lateinischen Lebensberichte über Mohammed, Vita Mahumeti um 1100 herum, der eine große Menge neutestamentarisches, apokryphes Material beinhaltet. Er lieh sich den Flug und Fall des Simon Magus und seine Reputation als magischer Scharlatan, integrierte sie in seine Erzählung und unterstellte dies Mohammed, um ihn zu diskreditieren. Sein Hauptanliegen war jedoch, einen typlogischen Nexus zwischen Mohammed und Simon Magus herzustellen. Er erreichte dies, indem er Mohammed mit einem Simon Magus vereinigte, der ihn in die Zauberkünste einweihte. Embricho stellte klar, dass beide tatsächlich keine übernatürlichen Kunststücke vollbrachten. Stattdessen täuschten sie vor, solche Kräfte zu besitzen. Embricho war einer von mehreren Autoren, die auf viele kreative Arten versuchten, Mohammed mit Zauberern oder häretischen Mentoren in Verbindung zu bringen, welche ihn in Irrtümer führten, auf denen dann der Islam basierte. Auf jeden Fall hat der Magus von Embricho mehr als nur eine flüchtige Ähnlichkeit mit dem apokryphen Simon Magus. Embricho und Peter der Ehrwürdige verfolgten das gleiche Ziel, den Islam als falsche Religion zu zeigen.

Die Sünde des Ämterhandels, formal gekennzeichnet durch Papst Gregor den Großen, basierte auf der Apostelgeschichte (8, 9-24). Die Begierde von Simon Magus für Geld oder Macht verloren die anonymen Autoren der Actus Petri cum Simone und Passio nicht aus den Augen. Viel interessanter ist, dass christliche Bibelausleger im Alten Testament einen ‚Typ‘ von Simons Simonie in der Person Gehasi fanden. Ein Diener des Propheten Elischa, wurde er von diesem mit Lepra bestraft, weil er raffgierig illegal erworbenes Geld behielt (2. Könige 5: 19-27). Eine einmalige Miniatur von Simon Magus und Gehasi findet sich in der niederländischen Bibel mit dem Titel Eerste Historiebijbel aus dem 15. Jahrhundert. Von den Aposteln wurde Simon Magus nie Lepra auferlegt, als sie ihn im kanonischen oder apokryphen Neuen Testament besiegten. Simonie blieb ein scheinbar ständiges Problem des Mittelalters, das sowohl im Kirchenrecht bedeutend vertreten war als auch bei Disziplinarmaßnahmen vieler Bischöfe eine Rolle spielte. Aus diesem Grund behielt die Figur des Simon Magus zusammen mit den apokryphen Legenden einen prominenten Platz in vielen Schichten mittelalterlicher Kultur.

Es existiert eine reichhaltige künstlerische Tradition zu Simon Magus, die in den vorhergehenden Abschnitten erwähnt worden ist. Es gibt jedoch zu viel, um es hier detailliert darzustellen. Eine umfangreiche Bestandsaufnahme kann in der Monographie zu Simon Magus gefunden werden. Die mit Abstand häufigste künstlerische Darstellung von Simon Magus in der frühen Christenzeit und dem Mittelalter ist der ‚Flug und Fall des Simon Magus‘, obwohl andere Szenen der Tradition vertreten sind. Seit der Publikation der Monographie wurde eine Studie über ein Bild in Astudillo bei Palencia (Spanien) angefertigt. Es gibt noch zahlreiche Kunstwerke, einige davon wohlbekannt, die bislang noch keine sorgfältige Untersuchung erfahren haben, beispielsweise Francesco Solimena (Neapel, Italien), Martin Speer (Region um Bamberg) und mehrere Renaissancemaler, die Werke höchster Qualität und reich an Symbolismus schufen. Es gibt sogar einige aus der Periode der Gegenreformation. Es ist Anzunehmen, dass es viele weitere, lokal bekannte Werke gibt, die von Simon Magus handeln und denen noch keinerlei Aufmerksamkeit zuteilwurde, wie man anhand der Werke in Astudillo und Bamberg feststellte. Es gibt ebenfalls die Kunst Osteuropas, die erforscht und katalogisiert werden muss. Vorläufig sind der Princeton Index of Christian Art und Kapitel 15 der Simon-Magus-Monographie die beiden besten Orte, um Zugang zu dieser Kunst zu erlangen. Zuletzt attestieren Auftritte in der modernen Kunst und im Film, dass der ‚Typ‘ Simon Magus noch immer Faszination hervorruft.

Quellen

Literatur

Apostelgeschichte 8: 9-24

Alberto Ferreiro, Simon Magus in Patristic, Medieval and Early Modern Traditions, Studies in the History of Christian Traditions 125, Leiden 2005.

Ders., Simon Peter and Simon Magus and his Dog in Astudilllo, Palencia, Spain, in: Warszawskie Studia Teologiczne. Miscellanea Patristica zu Ehren Marek Starowieyski, 20, 2007, H. 2, S. 63-80 [Digitale Ausgabe: http://digital.fides.org.pl/Content/456/Ferreiro.pdf].

 

English version

I. New Testament

In the New Testament Acts of the Apostles two magicians, Simon Magus (Acts 8: 9-24) and Bar-Jesus- (Hereafter, Elymas)- [Acts 13: 6-12] challenged the authority of the two chief apostles Peter and Paul, respectively. Of the two magicians it was Simon Magus who became the object of extensive commentary in the post-New Testament period extending well into the early modern era. Even in modern times he has continued to appear in art and even movie entitled ‘Simon Magus’ (1999). Elymas, on the other hand, was hardy ever the object of attention in the ensuing centuries. There are some paintings about Elymas and Paul, notable one by Raphael.

The incidents involving Elymas and Simon Magus in the Acts of the Apostles can be compared and summarized in the following fashion. In the island of Paphos Barnabas and Paul had there their encounter with the magician Jewish false prophet Elymas who had seduced the proconsul Sergius Paulus, described as intelligent. He summoned Barnabas and Paul into his presence to hear the word of God they were preaching. Elymas resisted their efforts and attempted to dissuade the proconsul from giving assent to the message of Barnabas and Paul. Paul confronted the false prophet and said, “‘And now, behold, the hand of the Lord is upon you, and you shall be blind and unable to see the sun for a time.’ Immediately mist and darkness fell upon him and he went about seeking people to lead him by the hand.” The proconsul was convinced of the truth of Barnabas and Paul through their message and miracles (Acts 13: 11-12).

Since Jesus had opened the way for his message to be propagated in Samaria by way of his personal example with the Samaritan woman and his use of the Good Samaritan to extol love of neighbor, even though they were detested or considered unclean by Jews, the apostles eventually got the message that the Gospel not just for Jews but also for Samaritans and Gentiles. That is why in Acts we see the apostles preaching the gospel in Samaria.

We can surmise from the account in Acts that Simon Magus had a core group of followers in Samaria that apparently endured into the second and third centuries. Of significance in comparison to the Simon Magus account is that Elymas had no following that even approached a loosely organized cult. He seems to have had only the proconsul since he had difficulty finding someone to care for him during his blindness. Even if we give allowances for a group abandoning him after his ‘defeat’ Luke did not mention any flight of followers to the message of Barnabas and Paul; only the proconsul Sergius Paulus converted. Incidentally, the blindness inflicted upon Elymas was described as ‘for a time’ thus leaving open the possibility that he converted although Luke did not record such a change of heart. In this detail the account is similar to the possible change of heart that was left open for Simon Magus after Peter rebuked him and called him to conversion. Simon Magus even requested of Peter to pray for him.

There are several fundamental differences between the two magicians that go a long way to explain the enduring legacy of Simon Magus as opposed to Elymas about whom we never hear again after Acts. Simon had believed the teaching of the apostle Philip and was baptized (8:13) after he saw the many ‘signs and miracles.’ Simon Magus was already very well known before Philip arrived at Samaria to preach where, ‘They all listened to him, from the least to the greatest’ and had ‘amazed them with his magic’ and whom they proclaimed ‘This man is that power of God which is called Great’ (8: 10). Moreover, after deceiving the masses for a long time with his magic (8:11), the throngs converted after having heard Philip, Simon Magus included. Peter and John then came to Samaria to pray for the new converts to receive the Holy Spirit. As Simon Magus witnessed the giving of the Holy Spirit by Peter and John, he “offered them money’ so that he too would have the power to confer the Holy Spirit (8:18-19). As stated earlier we do not know from the Acts of the Apostles the following possible outcomes: If Simon Magus heeded Peter’s call to repentance, whether there remained any followers of Simon Magus in Samaria or if he rehabilitated himself as a magician and regained a following to rival the apostles. For any possible answer to these questions we have to rely upon the second century testimony of the Church Fathers.

II. Early Church Fathers

Justin Martyr’s Apologia I. 26 is the earliest post-New Testament source that we have about Simon Magus and a source that all subsequent Church Fathers relied heavily upon. It is the one source that gives crucial information about a Simonian cult in Samaria that he linked directly to Simon Magus as its founder. He is the first to mention that he had a female co-partner named Helena who will be linked to Simon in the entire early Christian period. Justin also named Gitta as the town where Simon Magus was from. None of these details are found at all in the Acts of the Apostles except for the reference to Samaria. Nor should we expect the Lukan account to over focus on Simon, the apostles after all are the central story. Most scholars give the benefit of the doubt to Justin and treat this aspect of his narrative as historically reliable especially since Justin came from Samaria and was in a position to know this information.

Irenaeus of Lyon is by far the most significant writer of the Early Church regarding the link that was established between Simon Magus and the Gnostic sects that flourished in his day. When Justin Martyr wrote the Gnostic sects did not as of yet exist but their ideas were already germinating and circulating widely. Irenaeus in Adversus haereses (I. 23-24) he argued that the Simonian doctrines and morality were those of the same Simon Magus in the Acts of the Apostles, and was therefore the founder of the sect still flourishing in his day. Irenaeus emphasized the magical abilities of Simon that we find in the Lukan account in Acts. What is wholly absent are the latter stories about Simon Magus and Simon Peter having a series of confrontations with the apostles Peter and Paul in Rome, these did develop soon after however. The image of Simon as heresiarch and magician that Irenaeus focused upon persisted through the entire trajectory of Simon Magus legends unlike the Gnosticism that will fade as the sects disappeared.

The two early sources that shifted the locus of Simon and his sect are the Clementine Homilies and Recognitiones attributed erroneously to Clement of Rome and the anonymous Constitutions of the Holy Apostles. The magic, Gnostic teachings and Helena were retained within an increased elaboration of the traditions about Simon. A second magician named Dositheus in both sources was introduced as the mentor of Simon Magus in the magical arts. Simon Magus eventually overtook him in magic and convinced Dositheus of his greater authority and he became a submissive disciple of Simon. What we witness here is Simon Magus emerging as the most formidable heretic of the early Church. Tertullian in Adversus omnes haereses 1.1.4-8, referred to him as deviant Jew. The Constitutions associate a scholar named Cleobius also as part of the Simonian inner circle. In the latter tradition Simon Magus will be noted for possessing impressive intellectual abilities which he put to use for evil goals. When the Constitutions, however, called the Simonians the ‘most impious’ first heresy in Rome it shifted the main locus of the sect geographically away from Samaria, Jerusalem and Antioch. It signals in my view the ecclesial shift to Rome as the main See among the emerging patriarchal churches that was made all the more authoritative by the martyrdoms there of Peter and Paul. As the Simon Magus legends developed the focus will be entirely upon his presence in Rome confronting the apostles. The figures of Cleobius and Dositheus, with the exception of Helena, faded rapidly while she was remembered as late as the fifth century.

Hippolytus, Refutatio omnium hareresium VI. 19-20, and Origen, Refutationis omnium haeresium VI, weighed in on the developing Simon Magus legends especially on the question of the origins of the sect. Hippolytus on the one hand depended very heavily upon the Acts account. He and Origen departed in fundamental ways from the traditions they received. One, they reveal the name of the alleged sorcerer who mentored Simon Magus in the magical arts, he was Thrasymedes. Simon Magus is compared with yet another sorcerer from Libya named Apsethus who was exposed as a fraud and was subsequently seized by his followers and burnt alive. Both authors used this story as a warning to any who followed or had intentions of following Simon Magus. Thrasymedes and Apsethus were not included in the ensuing tradition but the magician ‘type’ of Simon Magus was by now permanent. Another important aspect of the Simon Magus ‘type’ that emerged in this early tradition that persisted was Simon Magus as founder of a pseudo-apostolic succession.

In the polemic between the Catholic-Orthodox and Gnostics where both claimed to have been founded by the 12 Apostles Irenaeus sought to establish the legitimacy of the one and the illegitimacy of the other. He insisted that Simon Magus founded the sect that inspired what became the various Gnostic sects through a pseudo-apostolic succession. In parallel fashion he argued for the legitimate apostolic succession from the apostles and present in his day in the main Sees in Jerusalem, Antioch, Alexandria, Ephesus, and Rome. It was for the See of Rome that he provided the historical succession of bishops beginning with Simon Peter, the nemesis of Simon Magus. The Gnostics were incapable of recreating a succession from the apostles simply because none of the sects existed at the time of the apostles. This argument by Irenaeus proved to be a devastating blow against the apostolic claims of Gnostics, who then simply relied on claims of direct inspiration from the Holy Spirit, dreams, angelic appearances and other such mystical phenomenon. Irenaeus and the pseudo-Clement guaranteed the permanent association of Simon Magus with the woman Helena although neither will suggest a heretical female succession to complement that of the male one by Simon. This was left to Jerome to accomplish. By the time we get to the later Church Fathers such as Eusebius of Caesaria, HE II. 13, Cyril of Jerusalem, Catechesis, VI. 14, Gregory Nazianzus, De vita sua, Filastrius of Brescia, Diversarum hereseon liber, Augustine, De haeresibus, Vincent of Lérins, Commonitorium, Epiphanius of Salamis, Panarion, and Isidore of Seville, Etymologiarum VIII, De haeresibus Christianorum, and John of Damascus, De haeresibus liber, 24 they concur that Simon Magus was the originator of all Christian heresy. Simon Magus’s position as the consummate heretic, the quintessential anti-apostle, was firmly established in all of Christendom.

It was St. Jerome, however, who ingeniously added another layer to the pseudo-apostolic succession of Simon Magus. He did so in his Letter to Ctesiphon (133, 4) dated around 415, which was mainly directed at the Pelagians, where he turned his pen to address the Priscillianist sect that was still flourishing in Iberia and Gaul. In this section Jerome sought to establish that the Priscillianist sect stood in a along line of pseudo-succession originating with Simon Magus. To successfully achieve this he resorted to ‘typology’ since he could not argue the point through a historic apostolic succession as one could with the bishops. Jerome created within the letter a pseudo-succession of heresy beginning with Simon Magus and culmination with Priscillian. He was sure to include Helena Simon’s close companion. What is completely unique with Jerome in heresiarch literature is what he did with Helena. Jerome proposed a parallel female pseudo-succession with the male one. For every male heretic beginning with Simon Magus he associated with a female collaborator down to Priscillian who was also known to have had numerous women in his entourage. In fact, when Priscillian was unjustly executed (beheaded) in Trier in 385/86 several of his female companions met the same fate. No Church Father following Jerome in the subsequent centuries, including the Middle Ages will elaborate or even suggest a pseudo-female succession even when commenting about the heretical Simon Magus.

III. Middle Ages

A definitive shift of the Simon Magus tradition in the Middle Ages was the marginalization of the Gnostic element as it phased into the distant past. Simon Magus continued to be the deceptive magician but now new forms of deviancy were attributed to him. In this section we will consider several major traditions about Simon Magus: Simon Magus and Dogs, Simon Magus in Celtic Irish and Anglo-Saxon England, Simon Magus and Muhammad, Simon Magus and Simony, and Simon Magus in Art.

The incident involving ravenous dogs is found originally in three sources, the Actus Petri cum Simone (Acts of Peter), Passio Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli (Passio), and the Acta S.S. Nerei et Achillei. In all of them two basic accounts are related in these works. In the Acts of Peter Simon Peter with Paul mostly absent confronted a watch dog that was guarding the home of Senator Marcellus who had come under the spell of Simon Magus. Simon Peter went to the house to challenge Simon Magus. Peter released the dog from Simon Magus’s spell and proceeded to convert Marcellus having liberated him also from delusion. Simon Magus was exposed as a fraud. In the Passio Peter had with him the apostle Paul and together they confronted Simon Magus in the presence of the Emperor Nero. Simon Magus attempted to thwart the apostles by conjuring up ravenous dogs to chase them away. Simon Peter, however, was informed by the Holy Spirit of the plot and so Peter hid consecrated bread in his sleeves. At the moment that the dogs were conjured up by Simon Magus to attack the apostles, Peter offered the bread to the dogs which upon eating it vanished. The superior power of Simon Peter through the Holy Spirit was made evident through the confounding of the magician’s false powers that originated from Satan.

These accounts with some alterations here and there appear through the entire trajectory of the Middle Ages in literature and in art. In literature they are retold in the Blickling Homilies, Orderic Vitalis, Amatus of Montecassino, liturgical hymns, a fifteenth century Provencal mystery play entitled the Istoria Petri et Pauli and other minor works. The source that proliferated the accounts the most was the ever popular Golden Legend of Jacobus of Voragine who made liberal use also of the version of the Acta S.S. Nerei et Achillei. In art the scene is reproduced in the archivolt sculpture in the Cathedral of Sessa Aurunca (Italy), a Latin Passional (Vatican), a drawing of the now lost fresco from San Piero a Grado (near Pisa), a fresco in the cloister church in Müstair, Switzerland, four fourth century sarcophagi from Verona, Mantua, Nîmes (also lost but preserved in a drawing), and another in Cracow (of Italian origin). Lastly, there is an exquisite seventeenth Baroque altar piece in Astudillo, (Palencia) Spain.

In Celtic Ireland and Anglo-Saxon England there were some creative adaptations of the Simon Magus legends that departed significantly from their original state. Still fundamentally they conveyed the same message: Simon Magus was a deceiver and opponent of apostolic teaching. In one, Simon Magus collaborated with a Druid priest named Mog Ruith to have John the Baptist beheaded. This account is wholly independent of the apocryphal legends and borrows only from the New Testament the persons of John the Baptist and Simon Magus. Another legend fares from the Venerable Bede, the Fragmentary Annals of Ireland, and Aldhelm of Malmesbury. In both the main issue at hand were monastic tonsures which the Irish Church cut differently than the Benedictine monks on the continent. In short, the Celtic-Irish were sporting the tonsure of Simon Magus while the Continental monks wore that of the Apostle John. Other English Irish sources such as the Leabhar Breac, Aelfric and Blickling Homilies turned their attention to other Simon Magus legends: the dogs and Simon Magus’s Fall. The third main legend is found in several Irish crosses from Market Place-Kells, Monasterboice, and another disputed in Castledermot. These contain the most pervasive legend, the Fall of Simon Magus after demons holding him in flight released him as a result of Peter’s prayers. The pedagogical theme, however, is the apostolic episcopal authority of the bishops represented by Peter and Paul who are shown bringing Simon Magus from the sky with their crosiers and appearing distinctly as bishops.

One of the most creative usages of Simon Magus occurred in the works of Embrico of Mainz (12th. century) and Peter the Venerable (1115-1275). The rise of Islam and its imperialistic expansion into Christendom not only posed a political, social, and economic challenge, it also prompted theological reflection as to whether it was a heresy, paganism or another religion altogether. Embrico and Peter weighed in on the matter drawing from a wide variety of sources and distinct approaches.

Peter the Venerable in his Summa totius haeresis Saracenorum, Liber contra sectam sive haeresim Saracenorum, and Epistola 17 did not use Christian apocrypha directly nor explicitly the figure of Simon Magus to argue that Islam was a heresy, but he did draw upon the Church Fathers and focused on the second most notorious heretic- second in the pseudo-apostolic succession from Simon Magus- Nicolas of Antioch, one of seven men chosen to be deacons to assist the apostles (Acts 6: 1-6). Nicolas, according to Irenaeus, founded the sect of the Nicolaitans that is already mentioned in the New Testament Apocalypse of St. John that was known for its orgiastic practices. All subsequent Church Fathers who commented on the Nicolaitans relied heavily upon Irenaeus and Peter the Venerable was no exception. Peter used the sect to condemn the polygamous practices of Muslims. Peter also systematically associated every major Islamic teaching with a heresy already refuted by the Church Fathers to drive home the point that Islam was nothing more than old heresy in new garb so to speak.

Embrico of Mainz wrote one of the earliest Latin lives of Muhammad the Vita Mahumeti written most believe around 1100 that contains a great deal of Simon Magus New Testament apocryphal material. He borrowed the flight and fall of Simon Magus, his reputation as a magical charlatan, and integrated them into his narrative imputing them upon Muhammad to discredit him. His main intent, however, was to create a typological nexus between Muhammad and Simon Magus. He accomplished this by associating Muhammad with a Magus who initiated him in the magical arts. Embrico makes it clear that neither actually performed any supernatural feat. Instead they feigned to have such powers. Embrico was one of several writers who sought through many creative ways to associate Muhammad with magicians or heretical mentors who led him into errors that became the basis for Islam. In any case, the Magus of Embrico has a more than passing resemblance to the apocryphal Simon Magus. Moreover, Embrico and Peter the Venerable had the same goal, to demonstrate that Islam was a false religion.

The sin of Simony formally identified as such by Pope St. Gregory the Great was based upon the Acts of the Apostles 8: 9-24. The lust for money or power by Simon Magus was not lost to the anonymous writers of the Acts of Peter and the Passio. Even more interesting is that Christian biblical exegetes found in the Old testament a ‘type’ of Simon’s simony in the person of Gehazi, the servant of the prophet Elisha, who after greedily keeping ill-gotten money was struck with leprosy by the prophet (2 Kings 5: 19-27). A unique miniature of Simon Magus and Gehazi is in a fifteenth century Dutch Bible entitled Eerste Historiebijbel. Simon Magus was never inflicted with leprosy by the apostles as they defeated him in the canonical or apocryphal New Testament. As simony remained a seeming perpetual problem in the Middle Ages and it remained prominent in Canon Law and in the disciplinary activities of many bishops. For this reason the figure of Simon Magus along with the apocryphal legends retained a prominent place in medieval culture at many levels.

There exists a very rich artistic tradition of Simon Magus some of which has been mentioned in the preceding sections. There is far too much, however, to offer it in full detail here. An extensive inventory is to be found in my monograph on Simon Magus. By far the most frequent artistic depiction of Simon Magus in the early Christiana and Medieval eras is the ‘Flight and Fall of Simon Magus’ even though other scenes of the traditions are represented. Since the publication of my book a study was carried out on an image in Astudillo, (Palencia), Spain. There are still numerous works of art, some very well known, that have as of yet not received thorough research, such as Francesco Solimena (Naples, Italy), Martin Speer (Bamberg region) and several more Renaissance painters who produced works of the highest quality and rich in symbolism. There are even some from the Catholic-Reformation period. I am convinced as I have stated before that that there are many more works of art dealing with Simon Magus known locally that have not received any attention, as I found out with those in Astudillo and Bamberg. There is also the art of Eastern Europe that needs to be researched and catalogued. For now the two best venues to access the art is the Princeton Index of Christian Art and chapter fifteen in my book. Lastly, his appearance in modern art and film attests that the Simon Magus ‘type’ still continues to elicit fascination.

Empfohlene Zitierweise

Ferreiro, Alberto: Simon Magus. Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jdzu1/

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Erstellt: 04.12.2009

Zuletzt geändert: 08.01.2010

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