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Oldekop, Justus

13.12.99

* 1597, + 20.2.1667; studierte Jura in Helmstedt, Heidelberg, Jena und Marburg (Promotion 1629); war Advokat der Stadt Hildesheim, Assessor in Hannover und Abgesandter verschiedener Fürsten. 1650 wurde er Syndicus in Halberstadt. Oldekop verfaßte u.a. eine Anklageschrift gegen Bürgermeister und Rat von Braunschweig in einem Prozeß gegen eine angebliche Kindsmörderin, von deren Unschuld er überzeugt war. Oldekop zweifelte an der Zuverlässigkeit der Folter, der Existenz der Hexerei, des Hexenritts und der Teufelsbuhlschaft. Er wandte sich ferner gegen die Wasserprobe und das Hexenmal und warf den Richtern vor, zu schnell Vermutungen als Indizien zu werten. Auf Kritik stieß in seinen Augen auch die fehlende Verteidigung und Rechtsberatung in den Prozessen, die Härte der Haft sowie das ungehemmte Foltern. (B.H.)

 

Literatur

Ernst Landsberg, Art. Oldekop, in: ADB 24, Berlin 1970 (ND), S. 240-241.

Werner Tschacher, Der Formicariusdes Johannes Nider von 1437/38.Studien zu den Anfängen der europäischen Hexenverfolgungen im Spätmittelalter, Aachen 2000

 

Empfohlene Zitierweise

Oldekop, Justus. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jezsp/

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Erstellt: 15.02.2006

Zuletzt geändert: 15.02.2006


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