H-O

Nürnberg

Laura Stokes

9. September 2008

(english version ↓)

In der Reichsstadt Nürnberg, eine der bedeutendsten Städte des Alten Reiches, fanden keine Hexenverfolgungen statt, was vor allem an der Zurückhaltung des Stadtrates gelegen haben dürfte. Nur einige wenige einzelne Hinrichtungen sind überliefert.

Zwischen 1300 und 1725 führte der Nürnberger Rat in seiner Eigenschaft als höchste Strafinstanz der Stadt Untersuchungen gegen 73 Personen wegen des Verdachts der Zauberei oder Hexerei durch. Davon endeten lediglich sieben Fälle mit einer Hinrichtung, während es in mindestens dreißig Fällen zu überhaupt keiner Bestrafung kam. Wenn Fälle von Zauberei oder Hexerei geahndet wurden, dann zumeist mit Verbannung oder einer Kombination aus Verbannung, Pranger, Prügel und gelegentlich Verstümmelung. Eine umfassende Analyse dieser Prozesse wird in Hartmut Kunstmanns Zauberwahn und Hexenprozeß geleistet (Kunstmann 1970). Abgesehen von einem einzigen Fall aus dem Jahr 1468, der vor dem Reichsgericht in Nürnberg verhandelt wurde und den Kunstmann übersehen hat (Stokes 2006), ist seine Studie durchweg zuverlässig.

Der Verlauf der Hexenprozesse während dieser Jahrhunderte kann grob in sechs Perioden unterteilt werden, die sowohl auf externen historischen Entwicklungen beruhten als auch auf solchen in der Stadt selbst. Diese Perioden werden nachfolgend in ihrer chronologischen Reihenfolge beschrieben; daran schließen sich einige allgemeine Bemerkungen erklärender und vergleichender Art an.

1) Zwischen 1300 und 1440 befasste sich die Stadt in acht Fällen mit Zauberei und entschied auf öffentliche Erniedrigung, Verstümmelung und Verbannung.

2) Im Verlauf der zweiten Periode, die mit der Entstehung der Hexenlehre begann und 1525 mit der Reformation in Nürnberg endete, wurden von insgesamt vierundzwanzig Verdächtigen elf freigelassen, eine Person hingerichtet und die übrigen Fälle unterschiedlich mit Verbannung, Erniedrigung und körperlicher Bestrafung abgestraft. Die Hinrichtung von Els Gernoltin im Jahr 1520 war eine Ausnahme, die die Regel bestätigte. Els wurde des Liebeszaubers angeklagt und gestand, eine ihrer Zielpersonen mit dem Zaubermittel unabsichtlich vergiftet zu haben. Dieses Mordgeständnis war ganz offensichtlich der Grund für die ungewöhnlich harte Bestrafung von Els. Ihre geständige Lehrerin, Anna Sewrin, wurde auf Fürsprache ihrer Familie hin freigelassen. Der Rat befand, sie sei durch Haft, Folter und Verhör bereits ausreichend bestraft worden. Obwohl ein in diesem Fall befragter Jurist die Hinrichtung von Els mit dem Hinweis auf den religiös verruchten Charakter des Verbrechens der Zauberei gerechtfertigt hatte, sprach er sich im Falle Annas für eine mildere Bestrafung aus, da ihre Versuche, einen Liebeszauber zu bewirken, schadlos geblieben seien. Er orientierte sich also doch am Schadenszauber. Während des gesamten fünfzehnten Jahrhunderts und sogar noch nach der Veröffentlichung des Malleus Maleficarum kam der Tatbestand der Hexenlehre in den Nürnberger Zaubereiprozessen nicht vor. Das ist umso bemerkenswerter, als Heinrich Institoris 1491 Empfehlungen zur Handhabung von Hexereifällen, die auf dem Malleus basierten, an den Nürnberger Rat schickte (Endres 1988, Jerouschek 1992). Elemente des Stereotyps von der diabolischen Hexe tauchten erst 1536 in Nürnberg auf, und selbst dieser Fall wurde anscheinend eher als Betrugssache denn als eine Angelegenheit von Zauberei behandelt.

3) Von der Durchsetzung der Reformation in Nürnberg bis zum Beginn der Hauptphase der mitteleuropäischen Hexenverfolgungen in den 1580er Jahren wurden in der Stadt zweiundzwanzig Fälle von Zauberei verhandelt. In diesen Verfahren wurden sieben Personen freigelassen, die Urteile in elf Fällen sind unbekannt. Die meisten dieser Verfahren wurden zeitlich von derjenigen Generation geführt, die unmittelbar auf die Reformation folgte, also in den ersten 20 Jahren. Die Prozesstätigkeit stellte sich damit als eine Fortführung des Musters der vorhergehenden Periode dar, in der es bereits zu einer relativen Häufung von Prozessen gekommen war. Damit widerspricht Nürnberg der allgemeinen Auffassung, nach der die Prozesshäufigkeit in Folge der Reformation sank. Erst zwischen 1541 und 1580 kam es zu einer signifikanten Zäsur der Zaubereiprozesse in Nürnberg. In diesem Zeitraum fand kein einziger Prozess mehr statt. Da sich die Reformation in Nürnberg früh durchsetzte, zeigt dieser Fall wie irreführend es sein kann, die Pause in den Hexenverfolgungen, die allgemein in den 1540er Jahren begann, als ein postreformatorisches Phänomen zu bezeichnen. Ob beabsichtigt oder nicht, eine solche nachlässige chronologische Verbindung impliziert einen kausalen Zusammenhang, der im Falle Nürnbergs nachweislich nicht gegeben war.

Die Erklärung für die lange Unterbrechung von Hexenprozessen in Nürnberg scheint vielmehr bei der Haltung der Ratsmitglieder ansetzen zu müssen. In einem Brief des Rates von Nürnberg an den Ulmer Rat aus dem Jahre 1538 hieß es mit außergewöhnlich skeptischen Worten: Denen von Ulm wider schreiben, das meine herrn von dem trutten und teufelswerk nichts halten, auch wol dergleichen fall gehapt, aber bey irn gelerten und theologen und juristen allmal gefunden, das es kein grund hab, sonder ein lauter wahn sei. (Abschrift aus StAN RV 895 fol. 1b, in Kunstmann 1970, S. 197). Was die allgemeine und europaweite Pause in den Hexenverfolgungen verursacht hat, muss eine offene Frage bleiben. In Nürnberg jedenfalls scheint die aktive Skepsis der Machthaber eine wichtige Rolle gespielt zu haben.

4) Während der Hauptphase der europäischen Hexenverfolgungen, etwa von 1580 bis 1635, kam es in Nürnberg nur zu elf Prozessen wegen Hexerei oder Zauberei, von denen drei mit der Hinrichtung der Angeklagten endeten. Von besonderem Interesse in dieser Periode ist es zu beobachten, wie der Nürnberger Rat auf Einflüsse aus den Hexenprozessen in der benachbarten Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach reagierte. Die städtischen Amtspersonen gingen Denunziationen aus diesem Territorium nach, als sie 1591 zwei Frauen verhafteten. Die Rechtsgelehrten sprachen sich in diesem Fall aber gegen die Anwendung der Folter aus, da die Indizienlage dafür nicht ausreichend sei. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung und entließ beide Frauen aus der Haft. Ein Jahr später trat der Rat den Versuchen der benachbarten Markgrafschaft entgegen, sich des Nürnberger Eigentums einer Frau aus diesem Territorium zu bemächtigen. Die Frau hatte, nachdem Hexereigerüchte über sie ausgestreut worden waren, vermutlich Selbstmord begangen. Der Nürnberger Rat und seine Gutachter waren der Ansicht, dass die Beweise, auf die sich die Markgrafschaft stützte, nicht ausreichten, um von einer Schuld der Frau auszugehen und ihr Eigentum zu beschlagnahmen. Die städtische Obrigkeit weigerte sich aktiv, die Hexenverfolgungen in benachbarten Territorien auch in Nürnberg einzuführen und bestrafte zwei vorgebliche Hexenfinder. Einer der beiden, ein Henkersknecht, wurde 1590 verhaftet, da er mit seinen Behauptungen, er könne Hexen erkennen, Zwietracht in der Stadt hervorgerufen habe. Er wurde verschiedener Vergehen bezichtigt und schließlich hingerichtet – außer seinen falschen Behauptungen wurden ihm auch der Verkauf von Zaubermitteln gegen Zauberei und eine Doppelehe vorgeworfen. Der andere angebliche Hexenfinder wurde an den Pranger gestellt und 1608 verbannt. Nichtsdestoweniger lassen die drei Hinrichtungen wegen Zauberei in dieser Periode darauf schließen, dass die Stadt dem Druck zur Verfolgung in bestimmten Fällen nachgab. Bei jedem dieser Verfahren lagen jedoch verschärfende Faktoren vor, wie es bereits bei der Els Gernoltin der Fall gewesen war.

5) Vielleicht bereiteten diese Fälle den Boden für das vor, was sich eine Generation später ereignete. Vielleicht brachten in Nürnberg aber auch die Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges die Interessen der Eliten und der gewöhnlichen Bürger in größere Übereinstimmung, wie es Alison Rowland für die Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber für den gleichen Zeitraum nahegelegt hat. Was wir jedenfalls mit Sicherheit wissen, ist, dass 1659 und 1660 zwei Frauen und ein Mann wegen Hexerei verbrannt wurden. Diese drei sind die einzigen Fälle, in denen die Ketzerei der Hexen – und nicht die säkularen Kapitalverbrechen – der entscheidende verschärfende Faktor bei der Entscheidung für die Hinrichtung war. Wenn diese drei Fälle in ihrem Kontext betrachtet werden, wird deutlich, dass es in Nürnberg immer noch einen gewissen Widerstand gegen Hexenverfolgungen gab, aber er fiel bedeutend schwächer aus als in den vorhergehenden Generationen. Von den insgesamt sechs Fällen von Hexerei zwischen 1650 und 1670 waren die angesprochenen Kettenprozesse des Jahres 1659 die bedeutendsten. Die erste Frau bekannte sich unter der Folter des Teufelspakts und des Schadenszaubers für schuldig und denunzierte eine zweite Frau. Diese zweite Frau, die als Dienstmädchen bezeichnet wird, gestand ebenfalls, sich des Teufelspaktes schuldig gemacht zu haben und denunzierte eine dritte Frau, diesmal ein junges Mädchen. Das Mädchen wurde ebenfalls in Haft genommen, wo es ohne Folter begann, sich der Hexerei schuldig zu bekennen. Dabei gestand es sämtliche Anklagepunkte, die in der Denunziation der zweiten Frau aufgetaucht waren. An diesem Punkt endete die Kette der Prozesse. Der Rat verurteilte die ersten beiden Frauen zum Tode und ließ sie verbrennen. Das Mädchen dagegen wurde dazu verurteilt, der Hinrichtung ihrer Denunziantin beizuwohnen, in der Hoffnung, dass sie dies von weiteren Einlassungen mit dem Teufel abbringen möge. Das Mädchen scheint nicht gedrängt worden zu sein, weitere Personen zu denunzieren. Obschon die Ratsmitglieder also immer noch nicht daran interessiert waren, die Kette der Prozesse in einer Weise weiter zu verfolgen, die einer größeren Hexenjagd förderlich gewesen wäre, hatten sie doch die weit skeptischere Haltung ihrer Vorgänger gegenüber Hexenverfolgungen aufgegeben. So kam es innerhalb eines Jahres schließlich zu einem weiteren Fall von Hexerei, der mit der Hinrichtung des Opfers endete.

6) Zwei letzte Hexenprozesse fanden 1692 und 1725 in Nürnberg statt. In der Behandlung dieser beiden Fälle übten die Richter wieder die frühere Zurückhaltung. Im ersten Fall bezichtigte sich eine Frau unter der Folter der Hexerei, widerrief ihr Geständnis dann aber, anstatt es zu bestätigen. In Übereinstimmung mit der Carolina wurde ihr Widerruf akzeptiert und sie wurde freigelassen. Im anderen Fall bekannte ein Mann Teufelspakt und Schadenszauber. Doch obwohl die Gutachter einräumten, dass diese Verbrechen möglicherweise real verübt worden sein könnten, weigerten sie sich, eine Bestrafung des Mannes hinzunehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einstellung der Nürnberger Obrigkeit gegenüber Hexereiprozessen generell von Skepsis und Zurückhaltung geprägt war und auf dem Fundament der strikten Einhaltung des Gesetzes beruhte. Die theologischen und juristischen Gutachter, die der Stadtrat anstellte, förderten und erweiterten seine Neigung, sich Hexenverfolgungen zu widersetzen und für gewöhnlich die Todesstrafe nicht zu verhängen. Trotz der erstaunlich skeptischen Erklärung von 1538 zeigen die Einzelheiten der noch vorhandenen juristischen und theologischen Gutachten, dass die Skepsis auch in Nürnberg Grenzen hatte und die Möglichkeit tatsächlicher magischer Verbrechen nicht immer grundsätzlich verneint wurde. Die Sorge des Rates galt stattdessen vor allem dem Betrug. Er war der Meinung, dass es sich bei den meisten Fällen von Zauberei tatsächlich um Fälle von geschickter Schwindelei handelte, bei denen sich Betrüger den Aberglauben der breiten Masse der Bevölkerung zunutze machten. Der Rat bestrafte solche Fälle von arglistiger Täuschung hart und war überdies gewillt, schwere Strafen gegen Hexenfinder auszusprechen. Auf diese Weise unterbanden die Ratsmitglieder einen möglichen Weg zur Hexenverfolgung. Warum sich dieser tief gehende Widerstand gegen Hexenverfolgungen 1659/1660 abschwächte, muss – auch mit vergleichendem Blick auf Rothenburg – weiter erforscht werden.

Literatur

Rudolf Endres, Heinrich Institoris, sein Hexenhammer und der Nürnberger Rat, in: Peter Segl (Hg.), Der Hexenhammer. Entstehung und Umfeld des Malleus Maleficarum von 1487, Köln 1988, S. 195-216.

Heinrich Institoris, Nürnberger Hexenhammer 1491. Faksimile der Handschrift von 1491 aus dem Staatsarchiv Nürnberg, Nr. D251, Günter Jerouschek (Hg.), Hildesheim 1992.

Hartmut Kunstmann, Zauberwahn und Hexenprozeß in der Reichsstadt Nürnberg, Nürnberg 1970.

Laura Stokes, Demons of Urban Reform. The Rise of Witchcraft Prosecution in Basel, Lucerne, and Nuremburg, 1430-1530, Charlottesville 2006.

English version

 

There were no witch hunts in the imperial free city of Nuremberg, a fact which should primarily be attributed to the restrained stance of the city council.

The council of Nuremberg, in its capacity as the high criminal court of the city, investigated seventy-three individuals on suspicion of sorcery or witchcraft between 1300 and 1725. Of these, only seven cases ended in execution, and at least thirty resulted in no punishment at all. When sorcery or witchcraft were punished in the city, it was most often with banishment or some combination of banishment, pillory, beatings, and occasionally mutilation. A thorough survey and analysis of these trials is contained in Hartmut Kunstmann's Zauberwahn und Hexenprozess. Apart from having missed a single case from 1468 handled by the Imperial Court in Nuremberg (Stokes 2006), Kunstmann's work appears to be completely reliable.

The course of witch trials in Nuremberg over these centuries can be roughly divided into six periods based on external historical developments and trends within the city itself. These periods will be described sequentially, followed by some general interpretive and comparative comments.

1) Between 1300 and 1440, the city handled eight sorcery cases with banishment, mutilation, and public humiliation. 2) During the second period, beginning after the formation of the diabolic witch stereotype and ending with the 1525 Reformation in Nuremberg, eleven of twenty-four suspects were released, one executed, and the rest punished variously with banishment, humiliation, and corporal punishment. The execution of Els Gernoltin in 1520 was an exception which proves the rule. Els was accused of love sorcery, and she confessed to having unintentionally poisoned one of her targets with the Zaubermittel she fed him. It is clearly this confession of murder that was the reason for Els's unusually harsh punishment. Her confessed teacher, Anna Sewrin, was released upon the intercession of her family; the council considered her sufficiently punished by her imprisonment, torture, and interrogation. Although one jurist consulted in the case explicitly justified Els's execution based on the religiously heinous nature of the crime of sorcery, he argued for lesser punishment of Anna because her attempts at love magic had resulted in no harm. Diabolism remained absent from sorcery trials in Nuremberg not only throughout the fifteenth century, but even after the publication of the Malleus Maleficarum. In 1491, Heinrich Institoris had sent advice to the Nuremberg council on handling witchcraft cases, based on the Malleus. (Endres 1988; Jerouschek 1992) Nonetheless it would not be until 1536 that elements of the diabolic witch stereotype appeared in Nuremberg, and even that case appears to have been deemed more a matter of fraud than of sorcery.

3) After the adoption of the Reformation in Nuremberg through the beginning of the main phase of the witch hunts in the 1580s, twenty-two cases of sorcery were handled, in which seven people were released and the outcome in eleven cases remains unknown. Most of these cases are clustered in the generation immediately following the Reformation, a continuation of the relatively denser pattern of trials from the preceding period. The fact that there were more trials in Nuremberg in the twenty years after the Reformation than during any other generation runs contrary to the general observation that trials declined after the Reformation. There was, however, a significant hiatus in sorcery trials in Nuremberg, without a single trial between 1541 and 1580, which corresponds chronologically with the general pause in witch trials after the Reformation. As the Reformation was adopted early in Nuremberg, this case reveals the danger of calling the pause in witch hunting that began generally in the 1540s a post-Reformation phenomenon. Unintentional or not, this sloppy chronological association carries with it implications of causality which are clearly falsifiable in the case of Nuremberg.

The explanation for the long hiatus in Nuremberg seems to lie rather with the attitude of the city councilors. In 1538 an unusually strong expression of skepticism appeared in a letter from the council of Nuremberg to that of Ulm: Denen von Ulm wider schreiben, das meine herrn von dem trutten und teufelswerk nichts halten, auch wol dergleichen fall gehapt, aber bey irn gelerten und theologen und juristen allmal gefunden, das es kein grund hab, sonder ein lauter wahn sei. (Transcription of StAN RV 895 fol. 1b from Kunstmann 1970, p. 197) What caused the general pause in witch hunting throughout Europe remains an open question, but in Nuremberg at least the active skepticism of the men in power appears to have played an important role.

4) During the main phase of the European witch hunts generally, from about 1580 through 1635, there were only eleven witchcraft or sorcery trials in Nuremberg, including three that ended in execution. Of particular interest during this period is the way in which the Nuremberg council handled the influence of witch trials in the neighboring Margraviate of Brandenburg-Ansbach. Officials in the city followed up on denunciations from that territory by arresting two women in 1591. The juriconsultants advised against the use of torture in the case due to insufficient indications. The council was followed this advice and the two were released. A year later the council acted to limit attempts by the Margraviate to seize the property of a woman from that territory who had possibly committed suicide after rumors had begun to circulate that she was suspected of witchcraft. The Nuremberg council and their consultants felt the Margraviate was acting on insufficient evidence to presume her guilt and seize her property. The authorities in Nuremberg actively resisted the importation of witch hunting from neighboring territories, and punished two would-be witch finders. One of these, an executioner's assistant, was arrested in 1590 for causing a disruption with his claims to be able to identify witches; he was executed on a combination of charges including these fraudulent claims, selling anti-sorcery charms, and bigamy. The other would-be witch finder was placed in the stocks and banished in 1608. Nonetheless, the three executions for sorcery during this period do indicate that the city succumbed to the pressure to persecute in specific cases. In each of those cases, however, there were exacerbating conditions as there had been in the earlier case of Els Gernoltin.

5) Perhaps these cases paved the way for what took place a generation later, or perhaps the aftereffects of the Thirty Years' War aligned the interests of the ruling class in Nuremberg more closely with those of their subjects, as Alison Rowlands has suggested was the case in the imperial city of Rothenburg o.d. Tauber during the same period. What we do know is that in 1659 and 1660 two women and a man respectively were burned for diabolic witchcraft. In these three cases we see the only instances in which diabolism - rather than secular capital crimes - served as the key exacerbating factor in the decision to execute. When these three cases are viewed in context, however, it becomes clear that there was still some resistance to witch hunting in Nuremberg, but that it was substantially weaker than in previous generations. Between 1650 and 1670 there were six cases of witchcraft in the city. Most significant are the arrests of three women in a series of chain trials in 1559. The first woman confessed under torture to diabolism and Schadenszauber, and denounced the second. The second woman, described as a servant, likewise confessed to diabolism and Schadenszauber and denounced a third, this time a young girl. The girl in turn was taken into custody, whereupon she began without torture to confess to diabolism and participation in Schadenszauber. She accepted all of the points on which the second woman had denounced her. It was at this point that the chain of trials ended. The council condemned the first two women and had them burned; the girl they sentenced to watch the execution of the woman who had denounced her, in hopes that it would dissuade her from further involvement with the devil. They do not appear to have pressed her for denunciations. This series of trials indicates that the council of Nuremberg had relinquished the strongly skeptical stance of their predecessors. And although they were not actively interested in pursuing the chain of trials in the way that would have facilitated a witch hunt, within a year another case of diabolic witchcraft ended in execution.

6) Two last witchcraft trials took place in Nuremberg in 1692 and 1725. In their handling of these two cases, the judges showed a return to restraint. In the first, a woman confessed to witchcraft under torture, but then revoked her confession rather than confirming it. In accordance with the Carolina, her revocation was accepted and she was released. In the last case a man confessed to diabolism and Schadenszauber, and although the consultants acknowledged a possibility that such crimes were real, they refused to condone any punishment of the man.

To summarize, the general stance of the authorities in Nuremberg toward witchcraft trials was characterized by skepticism and restraint, based upon a bulwark of legalism. The theological and legal consultants employed by the city council supported and extended the council's predilection to resist witch hunting and usually to avoid imposing the death penalty. Despite the astonishingly skeptical statement of 1538, the details of surviving legal and theological opinions reveals that skepticism in Nuremberg was limited and did not generally involve any denial of the real possibility of magical crimes. Instead the council focused their concern on fraud, believing that most cases of sorcery were actually instances of skilled confidence artists taking advantage of a superstitious populace. In addition to punishing such apparent fraud severely, the council was also willing to employ harsh penalties against witch finders. In this way they disrupted a potential avenue to witch hunting. The reasons that this profound resistance to witch hunting broke down in 1659-1660 need to be investigated further; useful in this effort would be a comparative glance to Rothenburg o. d. Tauber, where circumstances were apparently quite similar.

 

Empfohlene Zitierweise

Stokes, Laura: Nürnberg. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jezsl/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 09.09.2008

Zuletzt geändert: 09.09.2008


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