H-O

Lapplandhexen

Rune Blix Hagen

(Übersetzung von Johannes Peisker)

9. September 2013

(english version ↓)

I. Einleitung

Der Begriff der Lapplandhexen tauchte in der gesamten europäischen Gelehrtenliteratur über die Jahrhunderte der Frühen Neuzeit hinweg auf. Die Assoziation von Hexerei, Magie und Lappland war gängig. Darstellungen der bösen Hexen des hohen Nordens repräsentierten ein beliebtes Motiv von Dämonologie, Reiseberichten und Dichtung während des 16. und 17. Jahrhunderts und sogar noch während des 18. Jahrhunderts. Aufgrund ihrer Besonderheiten bei der Imagination des Magischenragen sie als Schlüsselbeispiel der europäischen Quellen des Übernatürlichen heraus.


Abb. 1: The Night-Hag Visiting Lapland Witches

Neben vielen anderen berichtete der schottische König Jakob VI. (1566-1625) in einem Buch über Hexerei von 1597 seinen Lesern, dass „the devil finds greatest ignorance and barbarity…in such wild parts of the world, as Lapland and Finland“ („der Teufel findet größte Unwissenheit und Barbarei [...] in solch wilden Teilen der Welt wie Lappland und Finnland“). Der Ausdruck „die Hexen von Lappland“ ist eine favorisierte Bezeichnung unter so wohlbekannten Autoren wie William Shakespeare, Daniel Defoe, Henry More, John Milton, John Locke und Jonathan Swift, um nur einige zu nennen. 1796 verewigte der Schweizer Maler Johann Heinrich Füssli (1741-1825) die Lapplandhexen mit dem eher düsteren Gemälde „The Night-Hag visiting the Lapland Witches“. Dieses Kunstwerk illustriert einige Abschnitte aus John Miltons Buch „Das Verlorene Paradies“ (1667). Die Erwähnung der Lapplandhexen entwickelte sich aufgrund der häufigen Verwendung Ende des 18. Jahrhunderts zum Klischee.

II. Die indigenen Menschen der Nordkalotte

Der Begriff der Lapplandhexen geht zurück auf die indigenen Bewohner des Nordens, die Samen, einst bekannt als Lappländer, die in den nördlichen Teilen von Russland, Finnland, Norwegen und Schweden leben. Die Vorstellung der nördlichen Regionen als ein Treibhaus von Hexerei und Götzendienst entwickelte sich verstärkt zu einer Frage der samischen Zauberei. „For practice of witchcraft and sorcery, they pass all nations in the world“ („Bezüglich der Ausübung von Hexerei und Zauberei überflügeln sie alle Nationen der Welt“), beschrieb ein englischer Botschafter in Russland 1591 das Leben und die Gewohnheiten der „wilden“ Samen in Nordrussland. Die Lapplandhexen und ihre Angewohnheit, magische Windknoten zu machen, waren quasi eine Binsenwahrheit in den 1590er Jahren.

Während der folgenden Jahrhunderte wurden die Samen als immens gefährliche Magier und Zauberer bekannt, dank der prominenten Schriften von Autoren wie des schwedischen Exilbischofs Olaus Magnus (1490-1557) und des französischen Juristen Jean Bodin (1529/30-1596). Die Beschwörungskunst der Lapplandhexen sei so groß, dass Menschen glaubten, sie könnten während des Kampfes Zauberei statt Waffen gegen ihre Feinde zu verwenden. Gerüchte, die Schweden würden das Wissen der samischen Zauberei in der Kriegführung benutzen, sollte die schwedische Supermacht im gesamten 17. Jahrhundert begleiten. Als schwedische Truppen mehrere bedeutende Schlachten gewannen und während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) tief in deutsches Territorium vordrangen, wurden Beweise angedeutet, die schwedischen Erfolge seien auf Zauberei samischer, an den Schlachten teilnehmender Truppen zurückzuführen. Dies waren für die Schweden gravierende Anschuldigungen. Unter Seeleuten hatten die Lapplandhexen den Ruf, Windknoten zu binden und zu öffnen sowie für bekalmte Handelsschiffe Winde heraufzubeschwören.

Der französische Jurist Pierre de Lancre (1553-1631) erklärte in seiner Veröffentlichung von 1612, dass während der Antike wenige Zauberer in Europa zu finden gewesen seien, die wenigen existierenden glaubte er jedoch in den nördlichen Ländern auszumachen:

„It is necessary to note that since the witches were not formerly as numerous as they are today, and since they kept themselves separate in the mountains and the deserts and withdrew into Norway, Denmark, Sweden, Gotland, Ireland, Livonia, and other northern countries, their idolatries and curses were not as well known, and what was said about them was taken to be fables and old wives’ tales.“ (Pierre De Lancre (1612) 2006: 282-283)

„Es ist notwendig festzuhalten, dass, da die Hexen einstmals nicht so zahlreich wie heute waren und da sie sich abseits in den Bergen und Wüsten hielten und sich nach Norwegen, Dänemark, Schweden, Gotland, Irland, Livland und andere nordische Länder zurückzogen, ihre Götzendienste und Flüche nicht so wohlbekannt waren, und was über sie gesagt wurde, wurde für Fabeln und Altweibermärchen gehalten.“

Mit anderen Worten: Als die Hexen um 1550 auf Europa übergriffen, kam diese Invasion aus dem Norden. De Lancre, der 1609 im südlichen Frankreich in Bordeaux eine umfassende Hexenjagd initiierte, entnahm sämtliche seiner Informationen über die Hexen von Lappland von Olaus Magnus.

III. Die Trommel – Runebomme

Seit altertümlicher Zeit hatten die samischen Zauberer einen magischen Ruf aufgrund ihres Windzaubers, Gestaltenwandels, Einsatzes von Geistern, der Fähigkeit, Objekte über große Entfernung hinweg zu bewegen, wie etwa das Benutzen des Hexenschusses und für ihr frevelhaftes Trommeln. Gemäß gebildeter Europäer der Frühneuzeit war samische Hexerei dafür bekannt, drei Charakteristika zu umfassen. Die Samen waren für ihre Fähigkeiten berühmt, wahrzusagen und zukünftige Ereignisse zu prognostizieren. Seitdem die nordischen Sagen aufgezeichnet wurden, war dieses Merkmal der indigenen Bevölkerung des Nordens wohlbekannt. Die Samen werden in den nordischen Sagen beschrieben als hochtalentiert in verschiedenen Arten der Magie und Hexerei. Altnordische Quellen geben allgemein den Eindruck wieder, alle Samen seien große Zauberer. Gemäß alter norwegischer Gesetze war es verboten, zu den Samen der Finnmark zu reisen, um sich seine Zukunft vorhersagen zu lassen. Ihr Prophezeiungsvermögen stand in engem Zusammenhang mit ihren Fähigkeiten, von Geschehnissen zu berichten. Durch Verwendung einer magischen Trommel und anderer Rituale ließ sich ein Samenschamane in eine Art Trance fallen – während sein Geist weit fortgeführt würde. Nach dem Aufwachen könne er einem Klienten von Geschehnissen erzählen, die am Ort geschahen, an den sein Geist gereist sei. Christen, die in dämonologische Schamanismusvorstellungen vertieft waren, behaupteten, Satan persönlich habe den Samen jene Trommeln gegeben. Die Trommel, auch das Teufelsinstrument genannt, sei das Mittel, mit dem ein Zauberer seine Dämonen zusammenriefe. Von solchen Dämonen wurde angenommen, dass sie in der Trommel hausten und durch das Trommelschlagen belebt würden. Auf diese Weise war jeder Trommelschlag für Satan in der Hölle bestimmt – um einen schwedischen Missionar zu zitieren, der bei den Samen arbeitete. Der Gesang der Samen – der Joik – der im Trommelrhythmus erfolgte, wurde als diabolisches, monotones und lautes Geschrei der Lappländer betrachtet. Die Sprache der elaborierten Dämonologie spielte ebenfalls eine bedeutsame Rolle im Diskurs der Missionare über die Samen im 18. Jahrhundert. Während er unter dem Bann seiner satanischen Trances stand, würde ein Schamane mit seinem Begleitdämon kommunizieren, der aufgrund seiner enormen Wahrnehmungsschärfe und schnellen Bewegungsfähigkeit seinem Meister globale Geschehnisse enthüllen könne. Folglich trafen die im späten 17. Jahrhundert in die Samenregionen geschickten Missionare die notwendigen Vorbereitungen, um die Trommeln zu verbrennen und die heidnischen Götter der Samen zu zerstören. Die Dämonisierung dieser pantheismusähnlichen Religion verstärkte sich im gesamten 17. Jahrhundert. Samen, die an ihre Fähigkeiten glaubten, die Zukunft vorherzusagen, wurden als satanische Propheten beschuldigt.

IV. „Diabolicus gandus“ – Hexenschuss

Die alte Idee des „Hexenschusses“ war die dritte Art der Zauberei, die den Samen zugesprochen wurde. Diese Weise des Zauberwirkens – oder „gan“, auch bekannt als diabolicus gandus – war, was Norweger und andere fromme Männer und Frauen während des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts am meisten fürchteten. Die Lapplandhexer waren bekannt dafür, ihre Schadenszauber über weite Distanzen zu werfen. Solche Zauber könnten sogar von den Nordwinden getragen werden und zu Krankheiten bei den Menschen weit im Süden Europas führen. Schüsse, oder die Beschwörung von Zaubern „auf dem Wind“, waren in fast ganz Nordskandinavien ein weithin bekannter Schadenszauber. Diese Vorstellungen wurden mit großer Überzeugung von einigen der bedeutendsten Dämonologen in Frankreich, England und Dänemark aufrechterhalten. Neben vielen anderen hatte der französische Jurist und Dämonologe Jean Bodin eine Menge über die bösartige Magie der von ihm „les sorciers de Lappie“ genannten zu sagen. Der „gan“ wurde als etwas Physisches imaginiert. Materiell wurde der „Hexenschuss“ als das Schießen kleiner Bleipfeile interpretiert, welche die Samen über große Distanzen senden könnten. Mitte des 16. Jahrhunderts sprach beispielsweise Olaus Magnus von diesem Zauber als kleine Bleipfeile. Der norwegische Vikar Petter Dass (1646-1707) beschrieb am Ende des 17. Jahrhunderts den Samenzauber als niederträchtige dunkelblaue Fliegen – auch bekannt als Beelzebubs Fliegen. Historische Gerichtsakten nordnorwegischer Hexenprozesse bieten spezifische Beschreibungen und tatsächliche Illustrationen des samischen „gan“. Einer der Abschnitte erwähnt sogar, der „gan“ ähnele einer Maus mit Köpfen an sowohl Vorder- als auch Rückseite. Folglich waren die Samen dafür bekannt, zu verhexen, indem sie Zauber auf Menschen warfen. Diese Art des Zaubersprechens ist die Sorte von Behexung, über die in den samischen Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts berichtet wird. Was wir heute samischen Schamanismus nennen, wurde von der orthodoxen Lutheranerkirche als schlimmster Aberglauben und Hexerei angesehen. Angeblich beinhalteten manche Hexenprozesse im norwegischen, finnischen und schwedischen Lappland ebenfalls schamanische Elemente, jedoch in nur sehr geringer Zahl.

V. Die Lapplandhexen und die Hexenverfolgung

Als eine in den Grenzregionen lebende Gemeinschaft stellten die Samen eine Bedrohung für die frühneuzeitlichen Gebietserweiterungen der nordischen Länder, ihre Staatenbildung und ihre Bemühungen dar, im Norden die Zivilisation zu verbreiten. Ihre Aktivitäten und der Handel in drei Ländern gleichzeitig war ein Problem. Das war besonders in den Konflikten zwischen Russland, Schweden und Dänemark-Norwegen während der Entstehungszeit des Territorialstaats der Fall. Die Samen wurden als angemessener Integration bedürftige Untertanen betrachtet. Die Norweger trauten sich aus Furcht vor samischer Zauberei (laut Berichten die dem dänisch-norwegischem König Christian IV. 1608 weitergeleitet wurden) nicht, die von den „wilden und bösartigen“ Samen bevölkerten Fjorde der Finnmark zu bewohnen. Daher befahl der König in einem auf den Februar 1609 datierten Brief seinen beiden Gebietsstatthaltern im nördlichen Teil Norwegens, jede Art von samischer Zauberei zu verfolgen und auszulöschen. Diejenigen, die diese Form der Zauberei ausübten, sollten hingerichtet werden. Von 1593 bis 1695 hielten die Zivilgerichte in den drei Bezirken, die zusammen das arktische Norwegen ausmachen (Nordland, Troms und Finnmark), Gericht über 37 Samen. Von diesen wurden zwanzig Männer und acht Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Einer der Anklagepunkte, der jedesmal erhoben wurde, wenn es während dieser Zeit zu ernsthaften Konflikten zwischen Samen und dänisch-norwegischen Behörden kam, war der Verdacht der Zauberei. Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass wesentlich mehr norwegische Frauen in der Hexenverfolgung involviert waren als Menschen der indigenen Gruppe. Während der Jahre zwischen 1639 und 1749 wurden in der Region des schwedischen Lapplands 73 samische Männer und drei samische Frauen verfolgt unter Anklage, Trommeln zu benutzen und Opferrituale zu begehen. Allerdings erhielten nur wenige von ihnen die Todesstrafe.

Es lohnt sich festzuhalten, dass unter den Samen der Nordkalotte hauptsächlich Männer der Hexerei beschuldigt wurden. In der samischen Gesellschaft war Hexerei mit wenigen Ausnahmen ein hauptsächlich männliches Phänomen. Das unterscheidet samische Zauberei von kleinen nordnorwegischen Küstendörfern, wo Hexerei grundsätzlich als ein von norwegischen Frauen verübtes Verbrechen imaginiert wurde. Rechtsquellen betonen, dass samische Männer die Kulturträger traditioneller Ritualmagie waren. Und die Hexereiprozesse des fernen Nordens sind im europäischen Kontext aufgrund der Einbeziehung der Lapplandhexen und deren Magie tatsächlich unverwechselbar.

Literatur

Pierre De Lancre, On the Inconstancy of Witches. Pierre de Lancre’s Tableau de l’inconstance des mauvais anges et Demons (1612), hg. von Gerhild Scholz Williams, Tempe 2006.

Karin Granqvist, „Thou shalt have no other Gods before me“ (Exodus 20:3). Witchcraft and Superstition Trials in 17th- and 18th-century Swedish Lapland, in: Peter Sköld / Kristina Kram (Hg.), Kulturkonfrontation i Lappmarken, Umeå 1998, S. 13-29.

Rune Blix Hagen, Seventeenth-Century Images of the True North, Lapland and the Sami, in: Kajsa Anderson (Hg.), L’Image du Sápmi. Humanistica Oerebroensia. Artes et linguae 15, Örebro University 2009, S. 138-168.

Rune Blix Hagen, The Sami – Sorcerers in Norwegian History. Sorcery Persecutions of the Sami, Kárásjohka-Karasjok 2012.

Ernest J. Moyer, Raising the Wind. The Legend of Lapland and Finland Wizards in Literature, Toronto 1981.

Marko Nenonen, Envious are All the People, Witches Watch at Every Gate. Finnish Witches and Witch Trials in the 17th Century, in: Scandinavian Journal of History 18, 1993, H. 1, S. 77-91.

Ann Talbot, The Great Ocean of Knowledge. The Influence of Travel Literature on the Work of John Locke, Boston 2010.

English Version

Lapland Witches

I. Introduction

The concept of The Lapland witches appeared frequently in learned literature all over Europe throughout the early modern centuries. The association between witchcraft, magic and Lapland was evident, and portrayals of the evil witches from the high north became a favorite motif in demonology, travel narratives, and in literary fiction during the 16th- and 17th centuries and even during the 18th-century. For their notions and attitudes towards magic they stand out as a key exhibit in the European inquest on the supernatural.

Among many others the Scottish king, James VI (1566-1625), told his readers, in a book on witchcraft from 1597, that “the devil finds greatest ignorance and barbarity…in such wild parts of the world, as Lapland and Finland”. The expression, "the Lapland witches," is a well-known label among renowned writers like William Shakespeare, Daniel Defoe, Henry More, John Milton, John Locke and Jonathan Swift - to name a few. In 1796 the Swiss painter, Johann Heinrich Füssli (1741-1825), immortalized the Lapland witches with the rather dismal painting, The Night-Hag Visiting the Lapland Witches. This work of art illustrates some passages from John Milton's book Paradise lost (1667). The mention of Lapland witches turned out to become a cliché at the end of the 18th-century because of its frequent use.

II. The indigenous people of the North Calotte

The concept of the Lapland witches refers back to the indigenous people of the north, the Sami, formerly known as Laplanders, who live in the northern part of Russia, Finland, Norway and Sweden. The notion of the northern regions as a hothouse for the forging of witchcraft and idolatry became increasingly a question of Sami sorcery. "For practice of witchcraft and sorcery, they pass all nations in the world", wrote the English ambassador to Russia in 1591 describing the life and manners of the "wild" Sami in northern Russia. The Lapland witches and their habits of making magical wind knots were something of a commonplace by the 1590s.

During the following centuries the Sami became known throughout Europe as immensely dangerous magicians and sorcerers, thanks to the prominent writings of authors like the Swedish exile-bishop Olaus Magnus (1490-1557) and the French jurist Jean Bodin (1529/30-1596). The conjuring of the Lapland witches was so great that people believed they could use sorcery instead of weapons while in combat with their enemies. Rumors indicating that the Swedes used the know-how of Sami sorcery in warfare would come to plague the Swedish superpower throughout the 17th-century. When Swedish military forces won several significant battles, and advanced deeply into German territory during the Thirty-Years War (1618-1648), proof was insinuated that the Swedish successes were due to sorcery by Sami troops taking part in the battles. These were grave accusations to the Swedes. To sailors the Lapland witches had a reputation for tying and opening wind knots and for conjuring up winds for becalmed trading ships.

The French jurist, Pierre de Lancre (1553-1631), explained in his 1612 publication that few sorcerers were to be found in Europe during ancient times, but those who did, existed in the northern countries:

“It is necessary to note that since the witches were not formerly as numerous as they are today, and since they kept themselves separate in the mountains and the deserts and withdrew into Norway, Denmark, Sweden, Gotland, Ireland, Livonia, and other northern countries, their idolatries and curses were not as well known, and what was said about them was taken to be fables and old wives’ tales”. (Pierre De Lancre (1612) 2006: 282-283.

In other words; when witches encroached upon Europe around 1550, this invasion came from the north. De Lancre, who led an extensive hunt on witches in Bordeaux, in southern France, in 1609, gathered all his information on the Lapland witches from Olaus Magnus.

III. The drum – Runebomme

From ancient time the Lapland sorcerers had a strong reputation for their wind magic, shape-shifting, employment of familiars, the ability to move objects across great distances, such as the shooting of “lap shots”, and for their wicked drum playing. Sami witchcraft was known to entail three characteristics, according to educated Europeans of the early modern age. The Sami were renowned for their abilities to tell fortunes and predict future events. Ever since the Nordic sagas were recorded, this feature of the indigenous populations of the North was well-known. The Sami people are described in the Nordic sagas as highly skilled in various kinds of magic and witchcraft. In general, Old Norse sources give the impression that all Sami were great sorcerers. It was forbidden to travel to Finnmark's Sami, according to ancient Norwegian laws, to have one's fortune told. But closely associated with their powers of prophecy were their abilities to narrate events. By the use of a magic drum, and other rituals, a Sami shaman would allow himself to fall into some kind of a trance - at which time his spirit would be led far away. Upon awakening, he could tell a patron of events that had occurred at the site to which his spirit had traveled. Satan himself was thought of having given these drums to the Sami, according to Christians immersed in demonological concepts of shamanism. The drum, or instrument of the Devil, was the means by which a sorcerer would summon his demons. Such demons were believed to reside in a drum, and these were revived by striking the drum. In this manner, each drumbeat was intended for Satan in hell - to quote a Swedish missionary working among the Sami. The singing among the Sami - the Joik - which went hand in hand with the beating of the drum, was regarded as diabolical, monotonous and a noisy vociferation of Laplanders. The language of elaborated demonology played an important part, too, in the missionaries' discourse on the Sami in the 18th century.

While under the spell of his satanic trance, a shaman would communicate with his attendant demon who, because of his tremendous acuity and faculty for moving swiftly, could divulge global events to his master. As a result, late 17th-century missionaries appointed to the Sami regions, made necessary arrangements to burn the drums and to destroy the pagan gods of the Sami. The demonizing of this pantheistic-like religion proliferated throughout the 17th-century. And Sami who believed in their abilities to predict the future were accused of being satanic prophets.

IV. “Diabolicus gandus” – spell shooting

The ancient idea of "elf-shot" ("Hexenschuss") was the third kind of sorcery attributed to the Sami. This kind of spell-casting - or "gand", also known as diabolicus gandus, was what Norwegians, and other pious men and women, feared most during the 16th-century and the beginning of the 17th-century. The witches of Lapland were known to cast their evil spells across vast distances. In fact, such spells could be carried upon the northern winds and result in illnesses among people far to the South in Europe. Shootings, or the conjuring of spells “on the wind”, were a well-known malevolent magic across most of northern Scandinavia. These beliefs were asserted with great conviction by some of the greatest intellectuals residing in France, England and Denmark. Among many others, the famous French jurist and demonologist Jean Bodin had a lot to say about the evil magic of what he calls “les sorciers de Lappie”. The "gand" was imagined to be something physical. The shooting of “lap shot” was perceived as small leaden darts, which the Sami could shoot across great distances. Olaus Magnus, for instance, spoke of this kind of spell as small leaden arrows, at the middle of the 16th-century. And the Norwegian vicar, Petter Dass (1646-1707), described the Sami spell as vile, dark blue flies - otherwise known as Beelzebub's flies - at the end of the 17th-century. Historical court records, from north Norwegian witch trials, offer specific descriptions and actual illustrations of the Sami "gand". One of the passages even mentions that the "gand" resembles a mouse with heads at both front and rear. Consequently, the Sami were known to bewitch by casting spells upon people. This kind of spell casting is the kind of bewitching that is reported upon in the Sami sorcery trials of 17th-century. What we today call shamanism among the Sami was regarded by the orthodox Lutheran church as the worst of superstitions and witchcraft. Some witch trials in Norwegian, Finnish and Swedish Lapland were also said to contain elements of shamanism, but only in very limited numbers.

V. The Lapland witches and the witch persecutions

As a collective group living in the border regions, the Sami posed a threat to the early modern territorial expansion of the Nordic countries, their state-building and their endeavors to spread civilization in the North. Moving and trading within three countries at the same time, represented a problem. This was especially the case for the conflicts between Russia, Sweden and Denmark-Norway at a time of territorial state formation. The Sami were considered as subjects in need of proper integration. Fearful of Sami sorcery, the Norwegians, according to reports forwarded to the Danish-Norwegian king, Christian IV, in 1608, dared not to inhabit the fjords of Finnmark populated by the "wild and wicked" Sami. Thus the king, in a letter dated February 1609, commanded his two district governors in the northern part of Norway to hunt down and eradicate all kinds of Sami sorcery. Those who practiced this form of sorcery would be put to death. In the three counties (Nordland, Troms and Finnmark) which together make up Arctic Norway the civil courts held witch trials for 37 Sami individuals from 159 3to1695. Of these, 20 men and 8 women were burned at the stake. Suspicion of sorcery was one of the charges that arose every time serious conflicts emerged between the Sami and Danish-Norwegian authorities during this period. But still, it should be pointed out, there were a lot more Norwegian women involved in the witch persecution than people from the indigenous group. During the years from 1639 to 1749, in the regions of Swedish Lapland, 73 Sami males and 3 Sami females were prosecuted on charges of using drums and practicing sacrificial rituals. Few of them received death penalties, however.

It is worth noticing that it was mostly men who were accused of witchcraft among the Sami throughout the North Calotte. The notion of witchcraft, with few exceptions, was primarily a male phenomenon in Sami society. This differs from small north Norwegian coastal villages where witchcraft was basically a crime committed by Norwegian women. Legal sources emphasize that Sami men were the cultural bearers of traditional ritual magic. And the witch trials of the far north are in fact distinctive in a European context because of the involvement of the Lapland witches and their magic.

Empfohlene Zitierweise

Hagen, Rune Blix: Lapplandhexen. Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jezrw/

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Erstellt: 01.09.2013

Zuletzt geändert: 10.09.2013


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