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Hexenverfolgungen in Norwegen

Rune Blix Hagen

(Übersetzung aus dem Norwegischen von Karl-Heinz Valtl)

I. Einleitung

Für den Zeitraum 1560 bis 1700 findet man Quellenbelege dafür, daß ungefähr 770 Menschen wegen der einen oder anderen Art Zauberei formell von norwegischen Rechtsinstanzen angeklagt wurden. Betrachtet man die Bevölkerungszahl von 440.000, die Norwegen im Jahre 1665 hatte, sind dies im europäischen Vergleich relativ viele Hexenprozesse. Unter denen, die verurteilt wurden, wurden 50 Männer zum Tode verurteilt, während gut 250 Frauen die Todesstrafe erleiden mussten. In der Westfinnmark in Nordnorwegen waren es mehr Männer als Frauen, die verurteilt wurden, was mit dem starken samischen Einschlag in der Bevölkerung zusammenhängt. In ganz Nordnorwegen machten die Samen ungefähr ein Fünftel des Prozessumfanges aus und so waren also die meisten Zauberer unter Personen mit samischer Abstammung zu finden.

II. Zauberer und Zauberei

In der frühen Neuzeit waren Schweden und Finnland eine staatliche Einheit, während Dänemark, Island und Norwegen zusammen verschiedene Teile des dänisch dominierten Konglomeratstaates ausmachten. Während der Verfolgung von Menschen, die man magischer Aktivität beschuldigte, im Skandinavien des 16. und 17. Jahrhunderts, wurde das Verbrechen, das sie angeblich begangen hatten, als Zauberei bezeichnet. Die korrekte rechtshistorische Bezeichnung für die Verbrecher war deshalb Zauberin (norw.: Trollkvinne) beziehungsweise Zauberer (norw.: Trollmann), in der Mehrzahl – im Norwegischen – als Trollfolk (= Zauberer) bezeichnet. Der moderne Oberbegriff Hexe wurde erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Dänemark-Norwegen, Island und Schweden/Finnland eingeführt und wurde in der Gesetzgebung gegen Zauberaktivitäten damals nicht verwendet.

In älteren Gesetzestexten aus den nordischen Ländern werden Trolle als Wesen beschrieben, mit denen man keinen Kontakt haben darf. Die ältesten Christengesetze aus dem 11. und 12. Jahrhundert beeinhalten zum Beispiel ein deutliches Verbot dahingehend, Kenntnisse bei einem Troll zu suchen. In Norwegens und Islands erstem Landsgesetz von 1276 und 1281 wurde die Kontaktaufnahme mit Trollen als sehr schwerer Gesetzesbruch aufgefasst, der strengste Bestrafung nach sich zog. Im Gesetzestext wird ausdrücklich verboten ”sich draußen niederzusetzen, um den Troll zu wecken”. Es wird auf diese Gesetzesbestimmungen in Fällen des 17. Jahrhunderts hingewiesen, die mit Zauberkriminalität zu tun haben.

Der Amerikaner Stephen A. Mitchell (2011) ist der einzige, der systematisch Zauberei und Zauberprozesse in Norwegen und im Norden der vorreformatorischen Zeit erforscht hat. Er wertete Sagatexte, ältere Gesetzgebung und Urkundenmaterial aus dem Mittelalter aus. Einer seiner Funde deutet darauf hin, dass Zauberverfolgungen außerhalb des Zeitalters der Hexenverbrennungen ausnahmsweise auch im gesamten Norden vorkamen. Die Strafen waren relativ mild und Frauen wurden durchgehend milder bestraft als Männer. Die Magieausübung während des Spätmittelalters hatte eine deutliche Geschlechterdimension. Frauen wurden gerne wegen Liebesmagie und Verhältnissen, die mit dem Geschlechtsleben zu tun hatten, angeklagt, während sich typische Magieanklagen gegen Männer auf Ketzerei oder Dinge, die eine politische Agenda zum Ziel hatten, bezogen. Es scheint, dass Frauen nicht in der Mehrzahl waren, unter den wenigen, die vor der Reformation wegen Zauberaktivitäten bestraft wurden.

Der Begriff Zauberei entwickelte sich als Folge eines historischen Transformationsprozesses, wo der Troll sich von einem toten Verwandten zum Dämon wandelte. Ungefähr ab dem 16. Jahrhundert wird das Verbrechen der Zauberei als ein Kontakt zwischen Menschen und Dämonen, oder anders gesagt, zwischen Zauberern und Trollen beschrieben. Diese gradweise historische Veränderung bedeutet eine Dämonisierung des Begriffes Troll. Der Troll ist nicht länger eine Verbindung zum Reich der Toten, sondern vielmehr zu Satan und seinen Dämonen.

III. Zauberkriminalität in Norwegen

Ein Fall aus den Jahren 1324/25 gegen Ragnhild mit dem Nachnamen Tregagås ist bekannt durch die einzige Urkunde aus dem Spätmittelalter, die Magie und Teufelspakt behandelt. Sie hatte sich einer Reihe schwerer Gesetzesbrüche schuldig gemacht: Liebesmagie, Blutschande, Untreue, Ehebruch sowie der Verursachung von Impotenz durch schädigende Magie. Alle Vorfälle mussten als ernste Sündenvergehen und grobe Verletzungen des kanonischen Rechts der damaligen Zeit gesehen werden. Dem Bischof zu Bergen, Audfinn Sigurdsson (gest. 1330), zufolge war sie ”den Irrwegen des ketzerischen Aberglaubens verfallen”. Nach Beratung mit Kanonikern, Prälaten und Mönchen in Bergen verurteilte der Bischof Ragnhild zum Fasten bei Wasser und Brot ein paar Tage in der Woche und an bestimmten Tagen im Lauf des Jahres. Außerdem wurde ihr eine siebenjährige Wallfahrt zu heiligen Stätten außerhalb Norwegens auferlegt (Mitchell 2011, S. 169-171).

Ragnhild Tregagås ist die einzige Person des norwegischen Mittelalters, die wegen magischer Aktivität angeklagt und verurteilt wurde – über 250 Jahre bevor die Hexenverfolgung in Norwegen mit aller Kraft begann und dann auch mit einer wesentlich anderen Intensität und Brutalität als es das Urteil von 1325 ausdrückt. Im 16. Jahrhundert waren Magie und Zauberei ein weltliches Rechtsanliegen. Es war nicht mehr kanonisches Christenrecht, das die Gesetze gegen Zauberkriminalität ausübte, nachdem die lutherische Lehre 1537 eingeführt wurde. In Norwegen war es eine weltliche Gesetzgebung, die in der Periode, die wir gewöhnlicherweise mit Hexenverfolgung in Verbindung bringen, verurteilte und die meisten norwegischen Zauberer wurden nach geltender dänisch-norwegischer Zaubergesetzgebung im 17. Jahr-hundert abgeurteilt. Die Verdächtigen wurden vor gewöhnliche Rechtsinstanzen gestellt, was bedeutet, dass es keine eigenen Hexengerichte oder Hexenkommissionen in Norwegen gab (wie zum Beispiel in Schweden während der großen Prozeßwellen). Außer, dass die Kirche das theoretische Gedankengerüst zur Auffassung der Zauberkriminalität lieferte, waren lokale Pfarrer in außergerichtlichen Zusammenhängen als Seelsorger und Überbringer der ewigen Verdammnis, wenn der Angeklagte nicht gestehen wollte, involviert. Einzelne Priester nahmen auch in den lokalen Gerichten (Tingrett) teil, die üblicherweise in norwegischen Hexenprozessen urteilten.

Die norwegischen Hexenprozesse haben ihren eigentlichen Beginn ungefähr 1560, die Kernzeit liegt im Zeitraum 1620 bis 1665, während sich die Häufigkeit der Fälle gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach und nach verringert. Das letzte Todesurteil in diesen Fällen in Norwegen wurde in Kvæfjord im Bezirk Troms in Nordnorwegen gesprochen. Die Akten von 1695 berichten von einer Frau namens Johanne Nielsdatter, die sich gegen Gott, die heilige Taufe und das Christentum verschworen sowie sich selbst dem Teufel hingegeben hatte. Sie bekam dämonischen Beistand und Kraft von einem persönlich dienendem Hausdämon namens Knut. Mit dessen Zauberkräften, gestand Johanne, habe sie vier Leute umgebracht sowie einige andere an Leib und Leben geschädigt. Im Urteil vom 14. November 1695 hieß es, daß Johanne bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte.

In den Dokumenten wird auf die Paragraphen im 1. Kap., 9. Artikel der norwegischen Gesetze aus 1687 von Christian V. verwiesen. Johanne ist damit eine der ganz wenigen Zauberinnen in Norwegen, die nach diesem Rechtsparagraphen des 1687-Gesetzes verurteilt wurden (Hagen 2013, S. 375-392). Eine juristische Skepsis innerhalb der Berufungsinstanz, des Lagtings, ist 1647 zu erkennen, als der Richter Mandrup Pedersen Schønnebøl, die Zauberanklagen gegen eine Frau zurückwies und den lokalen Amtrichter mit einem Bußgeld wegen eines unrechtmäßigen Urteils belegte. Schønnebøls Skepsis und seine gesetzeskonforme Rechtsausübung in Zaubereisachen nehmen gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend überhand. Als zuständiger Richter über Nordnorwegen im Zeitraum 1647 bis 1682 sprach Schønnebøl ungefähr 20 Menschen von Zauberanklagen frei.

IV. Gesetzgebung und Geographie

In der Periode von 1593 bis 1617 hatte Norwegen Europas strengste Gesetzgebung was Hexensachen betraf. Da riskierten auch sogenannte Signerer (= Zauberdoktoren; Anm d. Übers.) oder weise Menschen, die Todesstrafe. Selbst wenn mehrere nach diesen harten Gesetzen gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts verurteilt wurden, so waren die meisten doch von der dänisch-norwegischen Hauptgesetzgebung gegen Zauberei aus dem Herbst 1617 betroffen. Die Verordnung wurde von König Christian IV. (1577-1648, dänisch-norwegischer König seit 1588) erlassen und kam als eine Maßnahme der staatskirchlich protestantischen Markierung des hundertjährigen Jubiläums von Luthers Thesen gegen die Papstkirche und selbstverständlich auch, um die Unmoral und Unchristlichkeit der Bevölkerung im Fürstentum einzudämmen. In Teilen Norwegens, besonders im östlichen Landesteil und gleichfalls in ganz Dänemark sehen wir eine deutliche Zunahme von Hexenprozessen im Zeitraum 1619 bis 1625 (Knutsen 2006, S. 145). Die Verordnung von 1617 unterschied zwischen verschiedenen Formen von Zauberkriminalität. Der Teufelspakt wurde als schlimmste Verfehlung angesehen und musste mit dem Tode bestraft werden. Die Ausübenden der weißen Magie, die sogenannten Signerer, sollten strafrechtlich verfolgt und mit Geldbußen und Verbannung belangt werden. Auch die Kunden der Zauberer, als Mitwisser definiert, waren von Gesetzes wegen mit milderen Strafmaßnahmen bedroht. Nahezu ein Drittel der norwegischen Zauberer ist nach Hauptanklagen verurteilt worden, die unter die Kategorie Signerer oder Mitwisser fielen. Knapp 150 der norwegischen Fälle können als Diabolismusprozesse eingestuft werden, wobei fast die Hälfte davon in der Finnmark, weit nordöstlich im Lande beheimatet war. Nachdem sie längere Zeit eine ruhende – nicht mehr angewandte – Verordnung war, wurden die Zaubereigesetze in Norwegen 1842 schließlich aufgehoben. Damit war Zauberei entkriminalisiert und wurde als nichtexistentes Verbrechen betrachtet. Die frühere Zaubergesetzgebung wurde durch die Quacksalbergesetze abgelöst.

Die norwegischen Hexenprozesse waren geographisch ungleichmäßig verteilt. Auf gleiche Weise wie andere Orte in Europa konnte eine Region umfassende Verfolgung erleben, während die Nachbarregion nahezu gänzlich davon verschont blieb. Die norwegischen Städte sind im Verhältnis zur Bevölkerungszahl des Landes überrepräsentiert was die Gerichts-verfahren betrifft. Die Zahlen sind besonders hoch für Stavanger und Bergen. Norwegens größte Stadt dieser Zeit, Bergen, ist frühzeitig aktiv und bekannt für mindestens 16 Fälle schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Bergenfälle zeichnen sich außerdem dadurch aus, daß sie bereits früh Einschläge von ausgeübtem Hexenglauben in den Geständnissen enthalten, als auch Teufelspakt, Hexensabbat und Verwandlung beinhalten (Botheim 1999).

Unter den Bezirken ist es die Finnmark, die sich hervortut, was Umfang und Brutalität angeht. Bei einer Bevölkerung von 3200 Norwegern und Samen zum Ende des 17. Jahrhunderts sind es schließlich 90 Menschen, die im Laufe von rund 60 Jahren ihr Leben verlieren. Das gesamte bevölkerungsarme Nordnorwegen (bestehend aus den drei Bezirken Finnmark, Troms und Nordland) hat zusammen mehr als 40% der bekanntgewordenen Todesurteile in den norwegischen Fällen zu tragen. In den männerdominierten Küstenorten wie Vadsø und Vardø nimmt die Verfolgung nahezu hysterische Züge an und kann lediglich mit den schlimmsten Prozesswellen auf dem Kontinent verglichen werden. Eine Besonderheit der Fälle in der Finnmark ist der Anteil von Ureinwohnern – samischer Zauberer – unter den Verfolgten. Außerdem sind die Fälle größenteils von Diabolismusmotiven in den Geständnissen geprägt. Die Wasserprobe wurde in ca. 30 dieser Fälle angewandt, während dieses zweifelhafte Rechtsmittel nur in wenigen norwegischen Fällen außerhalb der Finnmark bekanntgeworden ist. Die starke handelsmäßige Verknüpfung, die die Küstfinnmark mit Bergen in der frühen Neuzeit hatte, hat große Bedeutung für die Vermittlung und Verbreitung von Zaubermotiven. Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Motiven aus Diabolismusfällen in Bergen zu Ende des 16. Jahrhunderts und den ersten großen Kettenprozessen in der Finnmark um 1620. Beispielsweise wurde der Berg Lyderhorn außerhalb Bergens als Stätte des Hexensabbats in Prozeßmaterialien sowohl aus Bergen als auch aus der Finnmark erwähnt. Zudem tritt Satan als kopfloser Mann bei einzelnen Gerichtsverfahren sowohl im Westen als auch im Norden auf.

V. Norwegische Hexen

Während der Geschichte wurde Norwegen durch einige populäre Hexenschicksale auch außerhalb der Landesgrenzen bekannt. Dies gilt in besonderem Maße für die Bergenserin Anne Pedersdotter, die 1590 auf dem Scheiterhaufen endete und die Bauersfrau Lisbet Nypan, die in Trondheim 1670 verbrannt wurde. Eine fantasiereiche Sagentradition, auf Grundlage des historischen Quellenmaterials, hat sich um beide Frauen entsponnen. Schauspiel, Oper und Film machten Anne Pedersdotter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur bekanntesten norwegischen Hexe außerhalb der Landesgrenzen und prägt weiterhin das Bild norwegischer Hexenprozesse im Ausland (Levack 2006, S. 225-226). Lisbet Nypan wurde die erste Repräsentantin Norwegens in den ersten größeren Nachsschlagewerken, die die europäischen Hexenverfolgungen behandelten (Robbins 1959, S. 363-364). Die Zeugenaussagen gegen Lisbet lauteten dahingehend, dass sie über längere Zeit als weise Frau praktiziert und gegen Bezahlung Volk kuriert hatte. Sie wendete traditionelle und volkstümliche Behandlungsmethoden an, wie beispielsweise über Salz und Salzwickeln zu beten. Vier ihrer Heilgebete sind in den Gerichtsakten wiedergegeben. Leute aus einer Reihe Ortschaften südlich von Trondheim bezeugten, dass sie tatsächlich besser durch Lisbets heilende Fähigkeiten geworden waren. Die Behörden meinten jedoch, dass sie im Bunde mit Satan stand und stempelten ihre Beschwörungen als gotteslästerlich und äußerst sündhafte Gebete ab. Im Gerichtsurteil hieß es schließlich, dass sie aufgrund ihres Verbundes mit Satan zum Tode verurteilt worden sei.

Die Hexenprozesse mit ihrem Übergewicht hinsichtlich Frauen werden häufig mit dem komplexen Rahmen des weiblichen Handlungsraumes und der Sphäre, welche mit Haushalt und Nachbarschaft verknüpft ist, in Verbindung gebracht. Daß der Hexenverdacht in Verbindung mit typisch weiblichen Aktivitäten innerhalb des traditionellen Haushalts entstehen kann ist offenkundig an zahlreichen norwegischen Fällen zu erkennen. Mindestens genauso wichtig ist jedoch, daß norwegischen Küstenfrauen ihre böse Magie gegen klare Männerbastionen wie Fischerei, Warentransport und Handel einsetzten. Solchermaßen ist das Anklagemuster ebenfalls in anderen Küstengemeinschaften, beispielsweise in den Niederlanden, deutschsprachigen Gebieten und Schottland (Stokes 2011, S. 29). Einzelne Theoretiker der elaborierten Hexenlehre weisen darauf hin, dass es ein Vorhaben der Zauberfrauen war, dem Handel und anderen wirtschaftlichen Verbindungen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Während der Prozesse in zahlreichen norwegischen Regionen, besonders in den langgestreckten Küstengebieten, treffen wir auf aktive Frauen, die für ihre böswilligen Anschläge gegen Akteure innerhalb der Männergesellschaft angeklagt wurden. In diesen Fällen bewegen wir uns außerhalb weiblicher Konfliktkulturen und sehen eine Verkörperung der Hexe, die als Frau unstatthaft Geschlechtergrenzen überschreitet. Wollten wir die typische norwegische Zauberfrau und ihre Ziele beschreiben, wäre sie eine Wetterhexe, die gefährliche Wettermagie betreibt, welche Fischerboote, Handelsschiffe und Segelschoner im Unwetter zum Kentern bringt und deren Besatzungen auf dem Meer umkommen läßt.

Die norwegischen Hexenfälle werden seit Beginn des 17. Jahrhunderts bis zum heutigen Tage diskutiert und kommentiert. Die fachhistorische Forschung des Phänomens ist jedoch neueren Datums und kann auf den Beginn der 1980er Jahre datiert werden. Seit dieser Zeit ist das Quellenmaterial Gegenstand von sowohl Transskription, verschiedener Quellenpublikationen, empirischer Aspektsuntersuchungen und einem Teil übergreifender historischer Studien. Die Forschung wurde bislang von rechtshistorischen Perspektiven dominiert, jedoch finden nunmehr kulturhistorische Strömungen nach und nach Eingang auch in die norwegische Erforschung des Zaubereiphänomens. Die Tendenz geht dahin, daß unterschiedliche Fach-gebiete an norwegischen Lehrstätten Interesse für das Thema zu zeigen beginnen (Hagen 2013, S. 375-392).

Literatur

Ragnhild, BOTHEIM, Trolldomsprosessane i Bergenhus len 1566-1700, Hovudfagsoppgåve, Universitetet i Bergen 1999. Fulltekst:

http://www.ub.uib.no/elpub/1999/h/506005/Hovedoppgave.pdf

Rune Blix HAGEN, Witchcraft Criminality and Witchcraft Research in the Nordic Countries, in: Brian P. LEVACK (ed.), The Oxford Handbook of Witchcraft in Early Modern Europe and Colonial America, Oxford 2013, S.375-392.

Gunnar W. KNUTSEN, The decline and end of witch trials in Scandinavia, in: ARV Nordic Yearbook of Folklore, Vol. 62, 2006, S. 143-164.

Brian P. LEVACK, The Witch-Hunt in Early Modern Europe, Third edition, Harlow 2006.

Stephen A. MITCHELL, Witchcraft and Magic in the Nordic Middle Ages, Philadelphia 2011.

Hans Eyvind NÆSS, Norway, in: Richard M. GOLDEN (ed.), Encyclopedia of Witchcraft. The Western Tradition, Santa Barbra, Denver and Oxford 2006, S. 836-839.

Rossell Hope ROBBINS, The Encyclopedia of Witchcraft and Demonology, New York 1959.

Laura STOKES, Demons of Urban Reform. Early European Witch Trials and Criminal Justice, 1430-1530, Chippenham and Eastbourne 2011.

Links:

Hexenverfolgungen in Norwegen– database:

http://www.hf.uio.no/ikos/tjenester/kunnskap/samlinger/norsk-folkeminnesamling/trolldom/norske-trolldomsprosesser/

Norwegian witches, Lisbet Pedersdatter Nypan:

http://ansatte.uit.no/rune.hagen/nypan.htm

 

Empfohlene Zitierweise

Hagen, Rune Blix: Hexenverfolgungen in Norwegen. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jezsk/

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Erstellt: 17.09.2013

Zuletzt geändert: 17.09.2013


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