Politische Kultur

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Politische Kultur

V. Symbole der Revolution

 

Die Welt des Politischen hat immer auch eine äußere, symbolische Seite. Das zeigte sich während der Revolution in groß angelegten Inszenierungen hochoffizieller Zeremonien bis in die alltäglicheren symbolischen Ausdrucksformen wie Kleidung, Zeitrechnung, Sprache ebenso wie in den Bilderwelten der Graphik und Malerei.

 

1. Bedeutung der Symbole

politische Macht der Symbole 

Monarchie und Kirche hatten es über Jahrhunderte hinweg in besonderem Maße verstanden, die Macht der Bilder und symbolischen Handlungen politisch-propagandistisch zu nutzen. Sie stellten die Revolution vor die Herausforderung, die überkommenen Zeichen zu "entmachten" und ihrerseits die veränderten gesellschaftlichen und politischen Werte mittels einer erneuerten Bildsprache zu vermitteln. 

Auseinandersetzung mit der Tradition 

Dies geschah häufig durch Rückgriff auf traditionelle Formen, die umgedeutet wurden oder in anderen Kontexten und Kombinationen veränderten Sinn erhielten. Auf diese Weise fand die Auseinandersetzung mit dem Ancien Régime auch auf der Ebene der Symbole statt - durch deren Umwidmung, Zerstörung und Ersetzung. 

politische Kommunikation und Demokratisierung 

Die Sprache der Zeichen leistete also in mehrfacher Hinsicht einen wesentlichen Beitrag zur politischen Kommunikation der Zeit: Sie erleichterte das Verständnis und die Verinnerlichung der neuen Ideen und sorgte für ihre Verbreitung. Damit bot sie Bevölkerungsschichten Zugang zum politischen Geschehen, die bislang davon ausgeschlossen waren. Sie ermöglichte zugleich Orientierung über den eigenen und den fremden Standpunkt innerhalb der noch wenig gefestigten politischen Spektren und damit unter anderem die Identifikation von Gesinnungsgenossen und Gegnern. 

didaktischer Einsatz 

Auf Seiten der revolutionären Führungsgruppen war man sich der Wichtigkeit und Wirkungsmacht der politischen Symbolik durchaus bewusst und förderte in expliziter didaktischer Absicht ihre Gestaltung und Verbreitung. Hatten einzelne Symbole, die in der revolutionären Praxis "erfunden" wurden, an Popularität und Bekanntheitsgrad gewonnen, wurden sie von offizieller Seite aufgenommen und teilweise zur gesetzlichen Pflicht gemacht, wie etwa das Tragen der Kokarde. 

 

2. Umwertung antiker und christlicher Zeichen

Rückgriff auf die Tradition 

Die Symbolsprache der Revolution griff zahlreiche Zeichen und Muster der Bildkommunikation auf, deren Traditionen in die Antike zurückreichten oder der christlichen Vorstellungswelt entsprangen. Der Rückgriff auf solche Elemente bot den Vorteil, dass diese vertraut waren und gleichzeitig eine wichtige Legitimationsfunktion durch die Anbindung an die Vergangenheit übernahmen, barg jedoch die Gefahr, dass das Bekannte das Neue verstellte. 

phrygische Mütze
(Bonnet Rouge) 

Besondere Verbreitung und Wirkungskraft erlangte die phrygische Mütze oder Freiheitsmütze (Bonnet Rouge), die zwischen 1792 und 1794 zunächst von den Jakobinern und Sansculotten getragen wurde, bald aber zu einem allgemeinen Symbol der Revolution avancierte, das die Personifikation der Freiheit, das Staatssiegel und zahlreiche Embleme und Graphiken schmückte.

Die phrygische Mütze wurde in der Antike ursprünglich von kleinasiatischen Völkern getragen, die von den Griechen als Galeerensklaven eingesetzt wurden. Bei den Römern wurde sie zum Merkmal der freigelassenen Sklaven und konnte daher als Sinnbild der Befreiung in der Französischen Revolution wieder aufgegriffen werden. 

Rutenbündel und Eichenlaub 

Da sich die altrömische Republik für die Revolutionäre in besonderem Maße als Anknüpfungspunkt und Ideal anbot, wurden neben der Freiheitsmütze weitere Symbole dieser Epoche wie beispielsweise das Rutenbündel (lat.: fasces) - Zeichen der republikanischen Einheit und Strafgewalt - oder der Eichenlaubkranz - in der Antike ein militärisches Ehrenzeichen - in die politische Zeichensprache übernommen. 

Herkules 

Ebenfalls antiker Herkunft ist die mythologische Figur des keulenbewaffneten Herkules. In der frühneuzeitlichen Ikonographie war Herkules als Verkörperung von Tugendhaftigkeit, Überzeugungsfähigkeit und ordnungsstiftender Kraft dem König bzw. Herrscher zugeordnet. Während der Revolution wurde diese allegorische Gestalt umgedeutet in den Repräsentanten des Volkes, das nun den König als Souverän abgelöst hatte. Als Sinnbild des Volkes zeichnete Herkules sich vor allem durch seine (körperliche) Kraft und seine Fähigkeit zur "Eintracht" aus. 

Auge 

Das Auge ist schon in der ägyptischen Kunst auf dem Zepter des Osiris als Sinnbild der Wachsamkeit des gerechten Herrschers zu finden und wurde in dieser Bedeutung auch dem frühneuzeitlichen Herrscher zugeordnet. Als "Auge Gottes" - häufig in einem Dreieck - steht es in der christlichen Allegorik für die Allwissenheit Gottes. In der Aufklärung findet man das von Licht umkränzte Auge als Symbol der Erkenntnis und der Wahrheit. Während der Revolution kann es, von der religiösen Bedeutung gelöst, für die Vorsehung und die Vernunft stehen, ebenso aber als Zeichen der Wachsamkeit wie auch der Überwachung dienen. 

Waage 

Die Waage ist seit alters her als Symbol der Gerechtigkeit und des maßvollen Gleichgewichts bekannt. In der christlichen Kunst findet man sie als Sinnbild für die göttliche Gerechtigkeit, im Besonderen in Darstellungen des Weltgerichts. Auch den irdischen Herrschern und der Allegorie der Justitia wird die Waage häufig als Attribut der richterlichen Gewalt und der Gerechtigkeit beigefügt. In der Ikonographie der Revolution behält sie die Bedeutung der Gerechtigkeit bei, wird darüber hinaus aber - oft in Kombination mit Richtscheit und Lot - zum zentralen Bild der Gleichheit. 

 

3. Marianne

Personifikationen abstrakter Begriffe 

Gemäß einer langen künstlerischen Tradition wurden abstrakte Begriffe häufig durch Personifikationen in weiblicher Gestalt und antikisierender Form dargestellt. Ab 1789 tauchten solche Sinnbilder der neuen, revolutionären Werte wie "Freiheit" und "Gleichheit" auf, wobei die Frauenfiguren in Tuniken gekleidet und mit Attributen ausgestattet sind, die ihre metaphorische Bedeutung spezifizieren. So wird die Gleichheit meist mit Waage oder Richtscheit und Lot dargestellt; die Freiheitsgöttin ist mit einer Lanze bewaffnet, auf deren Spitze eine Freiheitsmütze sitzt - in dieser Form findet man eine Allegorie der Freiheit erstmals sogar schon 1775 abgebildet. 

"Marie-Anne" 

1792 wurde die Freiheitsgöttin zur offiziellen Repräsentantin der Republik erhoben und zum Bestandteil des amtlichen Staatssiegels. Den volkstümliche Name "Marianne" ("Marie-Anne") verliehen ihr ursprünglich Gegner der Revolution in karikierender Absicht, schon bald aber wurde er zum positiv besetzen "Spitznamen" und seine Trägerin zur Verkörperung der französischen Republik und zur beliebten Identifikationsfigur für das Volk. 

Wandel der Darstellungen 

Die unterschiedlichen Darstellungen der "Marianne" auf den Staatssiegeln zeigen den Wandel, den eine solche Symbolfigur im Laufe der revolutionären Entwicklung durchmachen kann: Anfangs stehend, als kriegerische junge Frau dargestellt, nahm sie 1793 aggressivere Züge an und ist mit wildem Gesichtsausdruck und entblößter Brust zu sehen. Nach dem Sturz der Girondisten wurde sie zeitweilig durch die Gestalt des Herkules als männlich-tatkräftige Verkörperung des souveränen Volkes abgelöst. Unter dem Direktorium findet man dann die Marianne in konservativerer Haltung als ruhige, sitzende Frauengestalt, oft ohne Freiheitsmütze und Lanze. 

Selbstbild und Symbol Frankreichs 

Die Auseinandersetzungen um das die symbolische Verkörperung der Republik und damit auch um das jeweilige Selbstbild setzten sich während des 19. Jahrhunderts in der Zweiten und Dritten Republik fort, dessen ungeachtet hatte sich jedoch die "Marianne" als Sinnbild Frankreichs verfestigt und in der Bevölkerung durchgesetzt. 

 

4. Kokarde und revolutionäre Kleidung

militärisches Abzeichen 

Die Kokarde - eine Anstecknadel mit einer Rosette aus Papier oder Stoff - verbreitete sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts als militärisches Zeichen, das von bestimmten Truppenverbänden an die Kleidung oder den Hut geheftet wurde. 

Zeichen der Revolutionäre 

Im Juli 1789 trugen zunächst die Bürgermilizen, die sich im aufgewühlten Paris formierten, Kokarden als Erkennungszeichen in den traditionellen Farben der Stadt, Blau und Rot. Das Zeichen verbreitete sich im Anschluss an den Bastille-Sturm rasch in der ganzen Stadt.

Als sich Ludwig XVI. am 17. Juli angesichts der revolutionären Ereignisse zu einem öffentlichen Auftritt in der Hauptstadt gezwungen sah, steckten ihm der Bürgermeister Bailly und Lafayette eine Kokarde an, die nun um die Farbe der Monarchie - weiß - erweitert worden war. 

hoher Symbolwert 

Die Kokarde wurde in Kürze zum revolutionären Abzeichen schlechthin. Welch hohe symbolische Bedeutung ihr zugemessen wurde, verdeutlicht das Geschehen, das zum Mit-Auslöser für den Volksaufstand vom 5./6. Oktober wurde: Gerüchte, dass die königliche Leibwache bei einem Bankett die revolutionäre Kokarde verunglimpft und sich statt dessen die Farben des Königs bzw. der Aristokratie angesteckt hätten, brachten die Pariser Marktfrauen dermaßen in Wut und verstärkten die Angst vor konterrevolutionären Aktionen, dass sie sich zum Marsch nach Versailles entschlossen. 

Trikolore 

Mit dem 3. April 1793 wurde es für alle Franzosen verpflichtend, in der Öffentlichkeit die Kokarde zu tragen. Auch die Kombination der Farben Blau, Weiß und Rot setzte sich bald durch. Ab 1790 tauchten Fahnen in den Farben der Kokarde auf, 1794 wurde die senkrecht gestreifte Trikolore zur offiziellen Nationalflagge erklärt. 

"politische Mode" 

Doch nicht nur die Kokarde, sondern auch andere "politisch-modische Accessoirs" und die Kleidung selbst dienten dazu, die patriotische Haltung und die Zustimmung zur Revolution öffentlich zur Schau zu stellen: Die Damen benutzten Fächer mit Abbildungen des Bastille-Sturms oder schmückten ihre Frisuren mit diversen anderen Symbolen der Freiheit, die Herren trugen Knöpfe "à la Nation" oder mit patriotischen Aufschriften oder ließen sich Kostüme und Uniformen in den neuen Nationalfarben anfertigen. 

Kleidung als Ausdruck der Gesinnung 

Die prunkvolle Kleidung des Adels war nun verpönt, man bemühte sich um schlichte Kleidung, welche die Standesunterschiede nivellierte. Der schwarze Rock aus einfachem Tuchstoff, den die Vertreter des Dritten Standes in der Nationalversammlung tragen mussten, wurde zum "Ehrenkleid" des Bürgers. Die Sansculotten waren an ihren langen Hosen, der roten Freiheitsmütze und den offenen Haaren zu erkennen. Später fertigte David auf Anregung des Konvents Entwürfe für eine "nationale bürgerliche Uniform", die sich an antiken Vorbildern orientierte, allerdings nie massenhafte Verbreitung fand. Gerade weil sich während des Ancien Régime die gesellschaftliche Stellung in einer strikten Kleiderordnung ausgedrückt hatte, war man während der Revolution bestrebt, die Gleichheit der Bürger auch äußerlich sichtbar zu machen. 

 

Natürlich konnte auch die konterrevolutionäre Haltung in der Kleidung deutlich gemacht werden. So gab sich als Royalist zu erkennen, wer grüne Hosen trug, da Grün die Farbe des Grafen d'Artois, Bruder des Königs und Anführer der Gegenrevolutionäre, war. Wem nicht daran gelegen war, bewusst seine "Gleichheit" mit allen Bürgern zu betonen, griff weiterhin zu kostbareren Stoffen und aufwändig verarbeiteten Kleidungsstücken. Insgesamt fand eine deutliche Liberalisierung der Mode statt. 

 

5. Freiheitsbaum

 

Ein populäres, in ganz Frankreich verbreitetes Zeichen war der Freiheitsbaum. Dieser war keine Schöpfung des revolutionären Zentrums Paris, sondern ein originärer Beitrag der ländlichen Volkskultur zum nationalen Symbolhaushalt. 

von der provokativen zur offiziellen Geste 

Die ersten Freiheitsbäume waren umgewidmete Maibäume, die Bauern des Périgord während eines Aufstandes gegen den örtlichen Landadel Anfang 1790 errichteten. Beamte und Priester, die zur Untersuchung der Vorfälle geschickt worden waren, sahen in diesen Maibäumen Zeichen der Revolte und des Aufruhrs. Nachdem die Presse darüber berichtet hatte, verbreitete sich das Pflanzen von Freiheitsbäumen jedoch rasch als beliebte Geste der Bekundung revolutionärer Gesinnung und Eintracht: 1792 standen in ganz Frankreich schätzungsweise 60.000 Freiheitsbäume. Schießlich wurde die Symbolhandlung von offizieller Seite aufgegriffen und gesetzlich vorgeschrieben. 

Festakt 

Als Freiheitsbäume dienten meist geschälte Birken, Tannen oder Pappeln, die mit Bändern, Kokarden und der Bonnet rouge auf der Spitze geschmückt und im Rahmen eines Festes mit Ansprachen, gemeinsamem Essen und Tänzen im Zentrum der Gemeinden aufgestellt wurden. 

Verbreitung in ganz Europa 

Auch jenseits der Grenzen folgten viele Ortschaften im Reich und im übrigen Europa dem französischen Vorbild und bekundeten ihre Reformhoffnungen und Sympathien für die Revolution durch die Errichtung von Freiheitsbäumen. 

 

6. Marseillaise

Komposition
Rouget de Lisles 

Die Marseillaise entstand ursprünglich als revolutionäres Kriegslied für die Rheinarmee (Chant de guerre pour l'armée du Rhin) wenige Tage nach der französischen Kriegserklärung an Österreich. Ihr Schöpfer, der Offizier Claude-Jospeh Rouget de Lisle, soll das Lied in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1792 während seiner Einquartierung im Hause des Straßburger Bürgermeisters Dietrich auf dessen Anregung hin komponiert und getextet haben. Dem baldigen Erfolg seiner Dichtung hatte er es zu verdanken, dass er während der Zeit der Terreur als Gemäßigter nicht verfolgt wurde. 

Marschlied der Truppen aus Marseille 

Das "Kriegslied für die Rheinarmee" wurde rasch im ganzen Land bekannt. Zunächst im Elsass verbreitet, griffen es nach kurzer Zeit auch die Pariser Verleger auf. Seinen heutigen Namen verdankt es den föderierten Truppen aus Marseille, die es als Marschlied übernommen hatten und anstimmten, als sie am 30. Juli 1792 im Paris einzogen. Die Pariser benannten es daraufhin nach dem Herkunftsort der Soldaten. 

Status als Nationalhymne 

Die Marseillaise war bald so populär, dass man sie am 14. Juli 1795 zur Nationalhymne erhob. Während des Empire und der darauffolgenden Restaurationszeit wurde sie verboten, jedoch in der Revolution von 1830 erneut aufgegriffen. Mit der Errichtung der Dritten Republik erlangte sie 1879 wieder den Rang der offiziellen Staatshymne, in den Verfassungen der IV. und V. Republik wurde sie schließlich als Nationalhymne festgeschrieben. 

 

7. Bastille

 

Als die aufständischen Pariser am 14. Juli 1789 die Bastille stürmten, richtete sich ihr Angriff gegen ein Gebäude, dessen symbolische Bedeutung die tatsächliche bei weitem übertraf. 

Symbol des Despotismus 

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich der Bastille eine breite Pamphletliteratur gewidmet, die im literarischen Untergrund Verbreitung fand und das Pariser Staatsgefängnis in der kollektiven Vorstellungswelt als Symbol tyrannischer Willkürherrschaft verankerte. Die abenteuerlichen Geschichten von Gefangenen, die in dunklen Kerkerverliesen schmachteten, verstärkten die Wut der Allgemeinheit gegen den "Despotismus" der absolutistischen Monarchie. In der Realität entsprachen die Haftbedingungen diesen Legenden jedoch kaum. Die Zahl der Häftlinge war bis in die 1780er-Jahre deutlich zurückgegangen, zudem saßen mehr Menschen wegen sittlicher oder wirtschaftlicher Vergehen als aus politischen Gründen ein. 

Angriffsziel des
14. Juli 

Der Mythos der Bastille und Gerüchte von militärischen Vorbereitungen ihres Kommandanten gegen die in Versailles tagende Nationalversammlung prädestinierten sie als Ziel der aufgebrachten Pariser Massen. Die Soldaten und Bürgermilizen fanden nach erfolgreicher Belagerung jedoch nur sieben Gefangene vor, die sie befreien konnten. Sie zerstörten darüber hinaus die dort gelagerten Archive, um auch auf diese Weise die Vergangenheit zu vernichten. 

Festlegung der Bedeutung 

Mit dem Festakt vom 17. Juli zum Gedenken an die Opfer des Bastille-Sturms, bei dem auch der König anwesend war und auf diese Weise das Geschehene sanktionierte, ebenso wie durch die Verbreitung der Ereignisse in der Presse, wurde deren Symbolkraft öffentlich festgeschrieben. Die "Sieger der Bastille" wurden bald als nationale Helden gefeiert. 

allgegenwärtiges Symbol 

Die Bastille besaß nun zweifache Bedeutung: als Inbegriff des Despotismus und als Sinnbild seiner Überwindung. Solchermaßen "aufgeladen" drang sie bis tief in die Alltagskultur des Volkes ein. Sie wurde auf Gebrauchsgegenständen abgebildet und auf Gedenkmünzen geprägt; man pilgerte zur Ruine der Bastille, um sich einen Stein als Souvenir zu sichern; auf Festumzügen wurden Modelle des ehemaligen Gefängnisses mitgetragen. 

Nationalfeiertag 

Bereits ein Jahr nach dem Bastille-Sturm wurde der 14. Juli mit dem Föderationsfest als nationaler Feiertag begangen. In der Dritten Republik wurde er als offizieller Nationalfeiertag festgeschrieben. Bis heute steht das Datum im kollektiven Gedächtnis wie kein anderes Faktum für den Ausbruch der Revolution. 

 

Empfohlene Zitierweise

Büttner, Sabine: V. Symbole der Revolution. Aus: Die Französische Revolution - eine Online-Einführung: Politische Kultur, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/3ez11n/

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Erstellt: 03.01.2006

Zuletzt geändert: 27.06.2006


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