Biographisches

Biographisches: Julius Friedrich Wilhelm Hilmar von Bernuth (1861-1957)

 


Abb.: Julius von Bernuth ca. 1916 / 1917


Julius von Bernuth wurde am 7. Mai 1861 in Oschersleben bei Magdeburg geboren. Seine Eltern hatten sich dort nach reicher Erbschaft der Mutter Marie (geb. Wrede) niedergelassen. Im nahegelegenen Halberstadt waren ihre Brüder als Kaufleute und Fabrikanten ansässig. Anders als sein Vater Theodor, der als studierter Jurist zuletzt als Oberzollinspektor tätig war – sich nach der reichen Erbschaft aber in den frühzeitigen Ruhestand versetzen ließ – schlug Julius von Bernuth eine Offizierslaufbahn ein.

Mit 21 Jahren begann er seinen Militärdienst als Fahnenjunker beim 3. Garde-Regiment zu Fuß in Berlin. Sechs Jahre später schien er kurzzeitig neue Wege gehen zu wollen und wanderte 1888 nach Brasilien aus, wo er in der Landwirtschaft tätig war. Bereits 1890 kehrte er aber nach Deutschland zurück und setzte seine Militärlaufbahn fort. Er fand eine Wiederanstellung im Infanterie-Regiment Nr. 145 in Metz. Während dieser Zeit heiratete er 1896 Elsa Spruner von Mertz (1876-1945), es folgte die Geburt des ersten Kindes Julius Hans Kamillo Leo Ludwig (1897-1942), der später wie sein Vater eine Offizierslaufbahn einschlug.

Von Metz aus zog die Familie zunächst nach Trier, weitere Stationen waren Biebrich, Greifenberg (Pommern) und Konstanz. In diesen Jahren wurden die drei Töchter Waltraut (1901-1993), Luise (1903-1955) und Irmgard (1904-1977) geboren. 1913 wechselte von Bernuth von der Armee zur Marine und wurde zum Kommandeur des Kaiserlichen III. Stamm-Seebataillon in Cuxhaven ernannt, das als Ersatztruppe für die deutsche Kolonie Tsingtau fungierte.

Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs erfolgte von Bernuths Beförderung zum Oberstleutnant. Im Oktober / November 1914 war er als Kommandeur des 1. Marine (Matrosen)-Regiments in die Schlacht an der Yser als Teil der Ersten Flandernschlacht involviert sowie vom 1. Dezember 1914 bis 26. Mai 1917 als Kommandeur des Marine-Infanterie-Regiments Nr. 3 an Stellungskämpfen an Yser und Somme beteiligt. Im Jahr 1916 nahm sein Regiment außerdem an der Schlacht an der Somme sowie 1917 an der Dritten Flandernschlacht teil. Zwischenzeitlich wurde von Bernuth am 18. April 1917 zum Oberst befördert. Nach Stellungskämpfen im Artois und Französisch-Flandern in den Jahren 1917 und 1918 schied er wiederum aus der Marine aus, trat im März 1918 als Kommandeur der 22. Reserve-Infanterie-Brigade erneut ins Heer ein und war in verschiedenen Schlachten und Kämpfen in Frankreich und Belgien eingesetzt. Am 3. November 1919 schließlich schied er 58-jährig mit dem Charakter eines Generalmajors und bewilligter Pension aus dem Militärdienst aus. Während des Krieges erhielt er insgesamt fünf militärische Auszeichnungen, darunter das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse.

Ende 1919 kaufte von Bernuth zunächst in Haßbüttel bei Bokel im Landkries Wesermünde ein größeres Anwesen zur Bewirtschaftung. 1925 verkaufte er es aber wieder und ließ sich mit seiner Frau in Marburg nieder, wo er im Alter von 96 Jahren starb.

Literatur:

Bernuth, Julius Friedrich Wilhelm Hilmar von, in: Montag, Reinhard (Hg.): Lexikon der Deutschen Generale, www.lexikon-deutschegenerale.de

Bernuth, Wolf Dietloff von: Das Bernuth-Buch. Für den von Bernuth’schen Familienverband e.V. aus Anlaß seines 75jährigen Gründungsjubiläums zusammengestellt, Neustadt an der Aisch 1986, S. 366-370 (→Online-Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek)



Erstellt: 23.11.2015

Zuletzt geändert: 16.12.2015


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