Spanien und der Rheinbund

Andrea Weindl

Spanien und der Rheinbund

 

1.    Einleitung

In der deutschen Historiographie wird der Rheinbund meist unter dem Aspekt seiner Bedeutung für die Entwicklung des Reiches untersucht oder, in Ergänzung zu Arbeiten französischer Provenienz, hinsichtlich seiner Auswirkung auf die Möglichkeit der Einflussnahme Frankreichs im Reich bzw. in den verschiedenen Reichsherrschaften. [1] Tatsächlich trat der Rheinbund nach 1658 vorwiegend dann in Erscheinung, wenn es galt Angelegenheiten im Reich zu regeln oder wie im Fall der Vertragsverlängerung von 1664 III 24, das Reich gegen eine Bedrohung von außen zu schützen [2]. Darüber hinaus nutzte Frankreich natürlich seine Verbindungen zu den Mitgliedern des Rheinbundes, um eigene macht- oder strategiepolitische Ziele durchzusetzen, doch agierte bei diesen Gelegenheiten der Rheinbund nicht mehr als einheitliches Bündnis, sondern die einzelnen Mitglieder schlossen Partikularabkommen mit Frankreich. [3] Bis dato standen die größeren europäischen Zusammenhänge der Verabschiedung des Rheinbundes kaum im Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Folgenden soll die Darstellung der Genese des Rheinbundes um die spanische Perspektive erweitert werden. Zwar konnten für diesen Artikel keine spanischen Primärquellen ausgewertet werden, doch lässt sich über den Umweg französischer Primär- und Sekundärliteratur ein Stück weit auf spanische Haltungen und diplomatische Bemühungen im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Rheinbundes schließen. Bei aller Vorsicht, die aufgrund dieser einseitigen Quellenauswertung geboten scheint, soll hier versucht werden, das Bild des Rheinbundes um eine weitere Facette zu erweitern und so den Blick für die europäische Dimension des Vertrages zu schärfen.

2.    Die Vorgeschichte

Bekanntermaßen beendete der Westfälische Friede zwar den Befreiungskampf der Vereinigten Provinzen der Niederlande und legte vorläufig die Zwistigkeiten im Reich bei, doch konnten die Auseinandersetzungen zwischen Spanien und Frankreich zu keinem Ende gebracht werden. [4] Die Annexion Roussillons und Teile der Cerdaña durch Frankreich war von Spanien noch nicht anerkannt worden und in den Spanischen Niederlanden dauerten die militärischen Auseinandersetzungen um das Artois, Hennegau und einige andere Gebiete mit wechselnden Vorteilen auf beiden Seiten an. Seit den 1640ern kämpfte Spanien mit verschiedenen Unabhängigkeits- und Abfallbewegungen im Inneren und der französische Bürgerkrieg der Fronde war seit Mitte der 1650er Jahre in den militärischen Auseinandersetzungen beider Staaten in den Grenzgebieten aufgegangen.

Für die spanische Seite verschlechterte sich die Situation nachhaltig, als Frankreich und England 1655 ihre Streitigkeiten in Westminster beilegten [5], so dass der Statthalter der Spanischen Niederlande, Erzherzog Leopold, in Voraussicht der Schwierigkeiten einer gleichzeitigen Auseinandersetzung mit drei Gegnern, [6] vorsichtig begann, die Chancen für einen Frieden mit Frankreich auszuloten. [7] Er schickte seinen Botschafter Don Gaspard Bonifaz nach Madrid, um die Möglichkeiten für Verhandlungen zu sondieren. Dieser traf zunächst in Brüssel auf Mazarin, der Friedensverhandlungen zwar grundsätzlich zustimmte, sich aber absolute Geheimhaltung ausbedingte, um seinen Frieden mit Oliver Cromwell nicht zu gefährden. Nach positiver Rückmeldung aus Spanien wurde der später zur Kaiserwahl nach Frankfurt geschickte Botschafter Hugues de Lionne, in geheimer Mission nach Madrid gesandt. Der einzige, der neben den Entscheidungsträgern in Paris von Lionnes Mission wusste, war sein späterer Gesandtschaftskollege Antoine de Gramont, der Lionne an der Grenze zu Spanien beherbergte.

Die Verhandlungen in Spanien gestalteten sich schwierig. Zum Einen musste über die Zugehörigkeit der stark umkämpften Territorien wie das Artois und Roussillon verhandelt werden, die Frage nach der Herrschaft über Elsass und Lothringen blieb umstritten [8] und schließlich machte sich die spanische Seite zum Anwalt des Grand Condé, der, inzwischen von französischen Diensten in spanische übergetreten, in Frankreich in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden und seiner Güter und Herrschaftsrechte beraubt worden war. Darüber hinaus hatte Lionne die Anweisung erhalten, alle französischen Forderungen aufzugeben, wenn eine Heirat zwischen Ludwig XIV. und der spanischen Infantin vereinbart werden könnte.

Zumindest aus den französischen Darstellungen gewinnt man den Eindruck, dass seitens der Spanier durchaus entgegenkommend über die Gebietstreitigkeiten verhandelt wurde. Trotz anfänglicher diplomatischer Verstimmungen, die von Lionnes Hinweis auf die militärische Zwangslage der Spanier aufgrund des Krieges mit England rührte, eine Anspielung, auf die Lionnes Gegenüber Luis de Haro mit außerordentlichem Zorn reagierte [9], fand sich Spanien schließlich bereit, Arras und Perpignan aufzugeben. Allerdings scheiterten die Verhandlungen wohl an der Rehabilitation des Grand Condé. Auch hatte dessen militärischer Erfolg bei Valenciennes die strategische Situation der Spanier leicht verbessert. [10] Die Frage der Heirat wurde vom Staatsrat eingehend geprüft, doch abschlägig beschieden. Schließlich musste de Lionne Ende September 1656 unverrichteter Dinge aus Madrid abreisen.

3.    Franzosen, Spanier und Deutsche am Reichstag

Bereits im August 1657 trafen die französischen Unterhändler de Lionne und Gramont in Frankfurt ein und sie bemühten sich zunächst darum, die neuerliche Wahl eines Habsburgers zum Kaiser zu verhindern, indem sie, wenn auch vergeblich, um die Kandidatur des bayrischen Kurfürsten oder von Herzog Philipp Wilhelm von Pfalz Neuburg warben. Als im Januar 1658 die dahingehenden Bemühungen gescheitert waren, wies Mazarin seine Botschafter an, sich verstärkt um den Abschluss einer Allianz mit verschiedenen Fürstentümern des Reiches zu bemühen. [11] Mitte März trafen, kurz vor der Ankunft bzw. gemeinsam mit der Delegation des Habsburgischen Kandidaten, König von Böhmen und Ungarn, Erzherzog Leopold, die spanischen Gesandten Gaspar de Bracamonte y Guzman, Conde de Peñaranda, und der Marqués de Fuentes in Frankfurt ein. [12] Schon kurz vor ihrer Ankunft war der Kurfürst von Mainz an die Spanier herangetreten mit dem Vorschlag, in Frankfurt unter der Vermittlung der Kurfürsten über einen französisch-spanischen Friedensschluss zu verhandeln, ein Ansinnen, das von Peñaranda unter Verweis auf fehlende Vollmachten jedoch strikt abgelehnt wurde. [13] Während die spanischen Botschafter im Verein mit den Bevollmächtigten Leopolds auf eine schnelle Wahl drangen, verlangten die französischen Minister mit Hilfe des Mainzer und Kölner Kurfürsten wiederholt von den Spaniern, den Weg für Friedensverhandlungen zu ebnen. Für beide Seiten war zu diesem Zeitpunkt wohl der Stand der militärischen Auseinandersetzung ausschlaggebend. Am 23. März, also kurz nach Ankunft der Habsburger in Frankfurt schloss Kardinal Mazarin eine militärische Allianz mit der englischen Republik gegen Spanien. Darin wurde die gemeinsame Eroberung Dünkirchens, Gravelines und Mardycks vereinbart, wobei Gravelines an Frankreich, die anderen beiden Plätze an England fallen sollten. [14] Die Spanier nutzten diesen Umstand für eine propagandistische Offensive. Sie ließen in Frankfurt ein französisches Pamphlet übersetzen und verteilen, in dem Ludwig XIV. bezichtigt wurde, mit dem Häretiker Cromwell, der seinen Verbündeten Charles auf ungesetzliche und tyrannische Weise um Thron und Leben gebracht hätte gemeinsame Sache zu machen und so der Verbreitung der Häresie Vorschub zu leisten. Als Argumentationshilfe zur Abwehr dieser Vorwürfe schickte Mazarin umgehend die Kopie eines Vertrages zwischen den spanischen Botschaftern Leyde und Cardenas und Cromwell, den sie wenige Jahre zuvor bei ihren Verhandlungen mit der englischen Republik abgeschlossen hatten. [15]

Parallel zu der propagandistischen Auseinandersetzung trieben die Parteigänger Habsburgs die Kaiserwahl voran, denn die spanische Seite hoffte nach einer schnellen Durchführung der Wahl auf militärische Unterstützung durch den zu wählenden Habsburger Kaiser. Die französischen Delegierten mussten, nach dem Fehlschlag der Durchsetzung eines eigenen Kandidaten bemüht sein, diese Unterstützung entweder durch eine entsprechende Wahlkapitulation oder durch ein Abkommen mit einigen an der Grenze zu den Spanischen Niederlanden liegenden Fürstentümern zu verhindern. Dementsprechend können die nachhaltigen Verhandlungsangebote Frankreichs durchaus als Versuch gewertet werden, Zeit für weitere Verhandlungen mit einzelnen deutschen Fürstentümern zu gewinnen; auch wenn die dahingehenden Vorwürfe von den französischen Botschaftern vehement bestritten wurden.

Allerdings zeigte die spanische Seite wenig Geschick, die Kurfürsten auf die eigene Seite zu ziehen. Von den kurfürstlichen Vorstellungen, endlich Friedensverhandlungen zu ermöglichen, fühlte sich der spanische Gesandte Peñaranda derartig bedrängt, dass er dem Abgesandten der Kurfürsten, der um einen Pass für die Reise nach Spanien nachsuchte, um dort die nötigen Vollmachten einzuholen, damit drohte ihn, sollte er erneut vorstellig werden, aus dem Fenster werfen zu lassen. [16] Mit dem Mainzer Kurfürsten geriet er derart aneinander, dass dieser, als Peñaranda ihn beschimpfte und mit Waffen bedrohte, ihm angesichts seiner Stellung als Präsident des Indienrates zu Verstehen gab, solcher Art könne er seine Indianer in Mexiko kommandieren aber keine Deutschen. [17]

Doch auch die Spanier begleiteten die Kaiserwahl mit diplomatischen Offerten, um ihre Situation in der Auseinandersetzung mit Frankreich zu verbessern. Parallel zu den Verhandlungen in Frankfurt wies Peñaranda den neuen Statthalter der Spanischen Niederlande, Don Juan José d’Austria an, sich mit dem Bischof von Münster in Verbindung zu setzen, um dessen engere Anlehnung an das Haus Habsburg voranzutreiben. Gegen die Zahlung einer bedeutenden Summe sollte den Spaniern erlaubt werden, im Herrschaftsgebiet des Bischofs Soldaten für die spanische Armee zu werben. Zwar stimmte der Bischof von Münster unter bestimmten Bedingungen zu [18], doch gelang es wiederum dem Mainzer Erzbischof gegen ein solches Partikularabkommen zu intrigieren. Auch scheint den Spaniern die von Münster geforderte Summe von 400.000 Talern zu hoch gewesen zu sein.

All diese Verzögerungen spielten schließlich den Franzosen in die Hände. Am 4./14. Juni trug eine Allianz französischer und englisch republikanischer Truppen in der „Schlacht in den Dünen“ in der Nähe Dünkirchens den Sieg davon, wodurch Dünkirchen in französische Hände fiel. [19] Für Spanien wurde damit die Unterstützung durch Truppen aus dem Reich immer dringlicher, doch zeichneten sich in der Folge bereits die französischen Verhandlungserfolge ab. Zum einen konnten in der Wahlkapitulation Leopolds die Bestimmungen des Westfälischen Friedens und ein Verbot der Unterstützung der Feinde Frankreichs festgeschrieben werden. Zum anderen schloss sich Frankreich kurz nach der Kaiserwahl dem Rheinbund an, garantierte bestimmte Rechte der Vertragspartner gegenüber dem Reich und verhinderte über einen Artikel, der den Durchzug Frankreich feindlich gesinnter Truppen durch die Herrschaftsgebiete der Vertragspartner verbot, zum zweiten Mal, die militärische Unterstützung Spaniens.

4.    Bewertung

Beurteilt man den Rheinbund unter dem Gesichtspunkt des Habsburgisch-französischen Gegensatzes, fällt das Ergebnis zwiespältig aus. Erstes Ziel Frankreichs war es gewesen, einen Habsburger auf dem Kaiserthron zu verhindern. Erst nachdem dieses Vorhaben gescheitert war, versuchte man verstärkt, die Bildung des Rheinbundes voranzutreiben. [20] Pribram beurteilt den Rheinbund gar als einen Misserfolg, weil die vorteilhafte Nutzung des Bündnisses zum Zeitpunkt seiner Unterzeichnung noch nicht absehbar war und der Liga schließlich die französische Niederlage bei der Kaiserwahl vorausgegangen sei. Auch sei der Hauptvorteil, die Trennung Spaniens von Österreich bereits durch die Wahlkapitulation erreicht worden, so dass der Bund selbst fast als überflüssige Doppelung erscheinen könnte. [21]

Möglicherweise liegt für das Beziehungsgeflecht zwischen Spanien, dem Reich mit seinen Einzelherrschaften und Frankreich die Bedeutung des Ersten Rheinbundes in seiner symbolischen Kraft. Frankreich war es gelungen, als Schutzmacht kleinerer Fürstentümer im Reich, die Durchsetzung der Bestimmungen des Westfälischen Friedens und der Wahlkapitulation des Kaisers vor den Augen aller zu garantieren. Damit wurde die militärische Situation Spaniens offensichtlich aussichtslos und Frankreich gelang es endlich, Spanien zu den seit über zehn Jahren verfolgten Bedingungen an den Verhandlungstisch zu zwingen. Letztlich musste Spanien endgültig Abschied von der „inzwischen unzeitgemäß gewordenen Vorstellung von einer spanischen Suprematiestellung in der christianitas“ nehmen und einen der eigenen Reputation abträglichen „Modus vivendi mit dem alten Rivalen Frankreich […] finden.“ [22]

 

Anmerkungen

  • [1]

    Vgl. Karl Otmar Freiherr von Aretin (Hg.): Der Kurfürst von Mainz und die Kreisassoziationen 1648-1746. Zur verfassungsmäßigen Stellung der Reichskreise nach dem Westfälischen Frieden (=Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abt. Universalgeschichte Nr. 2), Wiesbaden 1975. Martin Göhring: Kaiserwahl und Rheinbund von 1658. Ein Höhepunkt des Kampfes zwischen Habsburg und Bourbon um die Beherrschung des Reiches, in: Martin Göhring, Alexander Scharff (Hg.): Geschichtliche Kräfte und Entscheidungen. Festschrift zum fünfundsechzigsten Geburtstage von Otto Becker, Wiesbaden 1954, S. 65-83. Erich Joachim: Die Entwicklung des Rheinbundes vom Jahre 1658. Acht Jahre reichsständischer Politik. 1651–1658, Leipzig 1886. Alfred Francis Pribram: Ein Beitrag zur Geschichte des Rheinbundes von 1658, Wien 1888. Roman Schnur: Der Rheinbund von 1658 in der deutschen Verfassungsgeschichte (= Rheinisches Archiv 47), Bonn 1955. Anton Schindling: Der erste Rheinbund und das Reich, in: Volker Press (Hg.): Alternativen zur Reichsverfassung in der Frühen Neuzeit?, München 1995, S. 123-129 (Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquien, 23). Fritz Wagner: Frankreichs klassische Rheinpolitik: der Rheinbund von 1658, Stuttgart 1941Vgl. auch Martin Peters: Interpretationen des Rheinbundes im Wandel der Zeit, aus: Der erste Rheinbund (1658), in: historicum.net.

  • [2]

    Vgl. Margarete Hintereicher: Der Rheinbund von 1658 und die französische Reichspolitik in einer internen Darstellung des Versailler Außenministeriums des 18. Jh., in: Francia (1985) 13, S. 247-270. Die Vereinbarung mit dem Rheinbund zur Unterstützung des Deutschen Kaisers im Kampf gegen die Türken vom 1664 III 24 findet sich in Heinz Duchhardt / Martin Peters (Hgg.): „Europäische Friedensverträge der Vormoderne – online“ (FVVo) Datenbank des Institut für Europäische Geschichte Mainz, URL: http://www.ieg-mainz.de/friedensvertraege (eingesehen am 15.07.2008)

  • [3]

    Vgl. Vertrag mit dem Ziel der Verlängerung des "Ersten Rheinbundes" Frankreich und -Pfalz-Neuburg - von Fontainebleau 1666 VII 21, - Köln von Saint-Germain-en-Laye 1666 X 22, -Mainz von Würzburg 1667 II 28, Verpflichtung des Kölner Kurfürsten von Saint-Germain-en-Laye, keinen Truppendurchzug durch seine Gebiete zu gestatten 1666 IV 23, alle in: Duchhardt / Peters (Hgg.), http://www.ieg-mainz.de/friedensvertraege (eingesehen am 15.07.2008).

  • [4]

    Vgl. Michael Rohrschneider: Der gescheiterte Frieden von Münster. Spaniens Ringen mit Frankreich auf dem Westfälischen Friedenskongress (1643-1649) (= Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der neueren Geschichte 30), Münster 2007.

  • [5]

    Vgl. 1655 XI 3 Friedens- und Handelsvertrag von Westminster in: Duchhardt / Peters (Hgg.), http://www.ieg-mainz.de/friedensvertraege (eingesehen am 015.07.2008).

  • [6]

    Seit dem Abfall der Portugiesen 1640 kämpfte Spanien gegen die «Rebellen» im Westen der Iberischen Halbinsel und seit dem Angriff englischer Geschwader 1654 auf spanisches Überseeterritorium befand sich Spanien auch mit England im Kriegszustand.

  • [7]

    Die Darstellung folgt: Jules Valfrey: La Diplomatie Française au XVIIe siècle.-Hugues de Lionne, ses ambassades en Espagne et en Allemagne ... d'après sa correspondance, etc. Paris, 1881, S. 4-60.

  • [8]

    Zur Zeit der Verhandlungen befand sich Karl IV. von Lothringen in Toledo in Haft.

  • [9]

    Obwohl man sich in Spanien durchaus darüber im Klaren war, dass man kaum mehr die Mittel für weitere Auseinandersetzungen aufbringen konnte und wichtige Plätze an die Franzosen verloren hatte, empfand man den Kriegseintritt der Engländer als ehrverletzend, weshalb Luis de Haro sich weigerte, die englische Seite in den Verhandlungen mit Frankreich in die Gespräche mit einzubeziehen. Vgl. Valfrey, Diplomatie Française, S. 15.

  • [10]

    Am 16. Juli 1656 gelang es spanischen Truppen unter dem Kommando des Grand Condé und des neuen Statthalter der Niederlande Don Juan José de Austria die Belagerung Valenciennes aufzuheben und die französischen Truppen zu besiegen.

  • [11]

    Vgl. Joachim, Entwicklung des Rheinbundes, S. 353.

  • [12]

    Zu Einzugsdaten der verschiedenen Delegationen auf den Reichstag vgl. Caspar Merian: Beschreibung vnd Abbildung Aller Königl. vnd Churfürstl. Ein-Züge, Wahl vnd Crönungs Acta, so geschehen zu Franckfurt am Mayn, im Jahr 1658. : Sampt andern darzu gehörigen vnd beygefügten Sachen / Caspar Merian. - Franckfurt am Mayn 1658, in der digitalen Ausgabe der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel insbesondere immage 00019-108. Gramont (1604-1678) berichtet in seinen Memoiren vom gemeinsamen Einzug der beiden spanischen Botschafter einige Tage vor der Ankunft Leopolds. Vgl. Antoine de Gramont: Mémoires du maréchal de Gramont, duc et pair de France, commandeur des ordres du Roi, gouverneur de Navarre et de Bearn, Bd. 2, in: Collection complète des mémoires relatifs à l'histoire de France depuis l'avénement de Henri IV jusqu' à la paix de paris, conclue en 1763 avec des notices sur chaque auteur, et des observations sur chaque ouvrage par M. Petitot et Monmeriqué, Bd. 57, Paris 1827, S. 7.

  • [13]

    Gramont, Mémoires, Bd. 2, S. 7.

  • [14]

    Vgl. 1657 III 23 Allianzvertrag von Paris Art. 1 u. 2 in: Duchhardt / Peters (Hgg.), http://www.ieg-mainz.de/friedensvertraege (eingesehen am 15.07.2008).

  • [15]

    Vgl. Gramont, Mémoires Bd. 2, S. 17. Es ist nicht ganz klar, welcher Vertrag gemeint ist. Tatsächlich hatte wenige Jahre zuvor der spanische Botschafter in London über den Abschluss bzw. die Erneuerung eines Friedens- und Handelsvertrages verhandelt. 1652 konnte Spanien mit englischer Hilfe Dünkirchen zurückerobern. Möglicherweise wurde in diesem Vertrag den Engländern gestattet Calais einzunehmen, wie es Gramont behauptet. Vgl. Andrea Weindl: Wer kleidet die Welt? Globale Märkte und merkantile Kräfte in der europäischen Politik der Frühen Neuzeit, Mainz 2007, S. 148.

  • [16]

    Vgl. Gramont, Memoires Bd. 2, S. 13f.

  • [17]

    Vgl. Gramont, Mémoires Bd. 2, S. 14. Auch wenn Gramont in seinen Erinnerungen die Geschehnisse unter Umständen in ein für sich und Frankreich günstiges Licht rückt, scheinen bestimmte Details der Auseinandersetzung in ihrer Genauigkeit vielleicht als ausgeschmückt aber doch glaubwürdig. Zur Charakterisierung Peñarandas und seine Beurteilung durch Zeitgenossen und Historiker vgl. auch: Rohrschneider, Der gescheiterte Frieden, S. 137-145.

  • [18]

    Der spanische König sollte eine Aufnahme Münsters in ein Bündnis mit den Hansestädten verhindern und im Streit Münsters mit Leopold vermitteln. Außerdem sollte die Abmachung der absoluten Geheimhaltung unterliegen. Zumindest letzteres scheint von Anfang an schwierig gewesen zu sein, sonst hätte der Bischof von Mainz nicht intervenieren können. Vgl. Joachim, Entwicklung des Rheinbundes, S. 377-381.

  • [19]

    Erobert von einem französisch-englischen Truppenverband wurde die Stadt noch am selben Tag England übergeben.

  • [20]

    Vgl. Pribram, Beitrag, S. 66, Göhring, Kaiserwahl, S. 81.

  • [21]

    Vgl. Pribram, Beitrag, S. 66.

  • [22]

    Rohrschneider, Der gescheiterte Frieden, S. 144f.

Empfohlene Zitierweise

Weindl, Andrea: Spanien und der Rheinbund. Aus: Der Erste Rheinbund (1658), in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/1e0/

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Erstellt: 22.07.2008

Zuletzt geändert: 20.03.2013


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