Biographisches

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Biographisches zu Winfried Schulze

 

Winfried Schulze wurde am 13.10.1942 in Bergisch-Gladbach geboren. Aufgewachsen im Rheinland, absolvierte er nach dem Abitur eine zweijährige Dienstzeit bei der 1. Gebirgsdivision in Kempten im Allgäu.

Von 1965 bis 1970 studierte er Mittlere und Neuere Geschichte und Politische Wissenschaften an der Universität zu Köln und – seit 1966 – an der FU Berlin, unter anderem bei Theodor Schieder, Gerald Stourzh, Reinhard Elze und Kurt Sontheimer. Während seines Studiums war er 1967/68 „Bürgermeister“ im Berliner Studentendorf Schlachtensee und arbeitete in dieser Zeit auch als studentischer Tutor am Friedrich-Meinecke-Institut und als Hilfskraft für Hans Herzfeld.

Er wurde 1970 bei Gerald Stourzh mit einer Dissertation zu „Landesdefension und Staatsbildung. Studien zum Kriegswesen des innerösterreichischen Territorialstaates, 1564-1619“ promoviert, die 1973 veröffentlicht wurde.

Von 1970 bis 1974 war er Assistent (bei Eberhard Weis) und Assistenzprofessor an der FU Berlin und beschäftigte sich in dieser Zeit neben der Vorbereitung seiner Habilitationsschrift auch mit Theoriefragen der Geschichtswissenschaft, was 1974 zu dem Buch „Soziologie und Geschichtswissenschaft“ führte. 1974 nahm er, noch vor seiner Habilitation 1975 über „Reich und Türkengefahr im späten 16. Jahrhundert. Studien zu der politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer äußeren Bedrohung“, publiziert 1978, einen Ruf an die Gesamthochschule Kassel an, kehrte aber 1976 auf eine Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit und Historische Methodologie an der FU Berlin zurück, bevor er 1978 den Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit an der Ruhr-Universität Bochum übernahm. 1993 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München an.

Er war und ist Mitglied einer Vielzahl von Gremien und Beiräten in der Hochschulpolitik, war 8 Jahre lang Schatzmeister des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands, organisierte den Bochumer Historikertag 1990 und ist seit 1996 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, daneben auch korr. Mitglied der Finnischen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Academia Europaea. Seit 1989 ist er als Nachfolger von Karl Dietrich Erdmann Mitherausgeber von „Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“. 1984/85 war er Stipendiat des Historischen Kollegs in München, 1996 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet, von 1996 bis 2001 war er Mitglied, seit 1998 Vorsitzender des Wissenschaftsrats, seit 2007 ist er Vorsitzender des Hochschulrats der Universität Paderborn.

 

Vgl. dazu auch das Interview in: Rüdiger Hohls, Konrad H. Jarausch (Hrsg.): Versäumte Fragen. Deutsche Historiker im Schatten des Nationalsozialismus. Stuttgart 2000, S. 404−434 (Interview online verfügbar unter http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/beitrag/intervie/schulze.htm


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