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König Maximilian schreibt den drei Bünden (in Graubünden)

1499 Juni 19, Pfuns

König Maximilian an die III Bünde.

Wir Maximilian, von Gotts gnaden romischer kunig, zu allen zeiten merer des reichs in Hunngern, Dalmatien, Croatien etc., kunig, ertzhertzog in Osterreich, hertzog in Burgundi, zu Brabannt, zu o Ghelldern, grave zu Habsburg, zu Flanndern, zu Tyrol etc., thuon euch den von den Dreyen Pundten in Churwalhen unnd Engedein, so yetz zu Chur versamelt sein in namen aller ewer anndern zu wissen: Als wir in kurtzverschiner zeit aus unnsern Nydern Burgundischen Lannden herauf komen sein, haben wir vernomen, wie sich ettwas irrung zwischen unnsern statthaltern und regennten zu Ynnsbruggk und Hainrichen, bischoven zu Chur gehallten, darynn sich dieselben unnser regennten rechtens, wie sich nach laut unnser unnd des heyligen reichs ordnung unnsers kungischen newen regiments auf dem reichstag zu Wormbs durch unns unnd alle des heyligen reichs stennde beschlossen, auch nach allter satzung des heyligen reichs gepurt, gnuegsamlich erpotten haben, daran sich aber der bemelt bischoff zu Chur nit benuegen lassen hat, sunnder, unentsagt und unbewart aller eren, unns mit ainer merklichen antzal volks in unnser lanndt der graffschafft Tyrol fravenlich und hochmuetigclich gefallen unnd dasselb, dartzu unnser underthanen darynn zu beschedigen undterstannden. Da solchs die obberurten unnser regennten vernomen, haben sy sich der notturfft nach in die gegenwer geschickt unnd die berurte unnser lanndt unnd leut vor unpillichem uberfal unnd schaden zu verhueten und zu beschirmen beflissen. Als des der gedacht von Chur gewar worden und vileycht in sich selbs ganngen ist unnd erkennt hat, das ime mer schadenns und verderbplichayt, dann nütz oder lusstes aus solhem kryeg, wo er darynn verharren solt, ennsten und erwachsen mocht, hat er sich zu unnsern hauptleuten unnd räten, datzumal im velldt, gefüegt unnd mit denselben unnsern hauptleuten und räten ainen enntlichen friden beschlossen. Aber úber solhen friden, so zu bayderseyt angenomen unnd beslossen gewest ist, habt ir denselben von Cur weyter in kryeg dringen, darynn er sich aber in ansehung des obberürten beslossen friden nit begeben, sunnder sich ee von euch thuen wellen, hat darüber ewr ettlich in mercklicher antzal abermals, unenntsagt und unbewart ewer ern, unns und des heyligen reichs underthanen her enhalb Sannt Lucien Stayg, die dann unns unnd weylannd unnserm lieben herrn unnd vatter dem römischen kayser von unnserm küngclichen pundt des lannds Swaben in unnsern schutz unnd schirm gegeben worden sein, mit nam, pranndt unnd todslag von newem beschediget, das dieselben unnser und des reichs underthanen unnd der berûrt pundt zu rechen unnd abermals weytern schaden der notturfft nach zufûhrkomen unnderstannden haben, aber ir in ewrm hochmuet nicht destminder gegen des bemelten heyligen reichs underthânen fûr unnd fûr trutzlichen volfarn, daraus dann diser kryeg also erwachsen unnd noch vor augen ist, das unns, diewyl ir all der genannt von Chur mit ewern anhenngern des heyligen reichs glyder unnd demselben on mittel underworffen seyt, an euch nit unpillichen hoh behertzigt unnd befrömbdet, das ir euch gegen demselben heyligen reich derma vssen hochmuetigelich trutzlich wider die geda vcht unnser unnd des heyligen reichs beslossen ordnung unnd alle pillichayt furtzunemen unnd zu hanndeln unndersteen sollet. Deßhalben wir mercklichen und hoh geursachet sein, euch umb solh ewer frävel unnd hohmüetigkayt, so ir an dem bemelten heyligen reych, des unndertha vnen ir doch, wie obstet, seyt, ertzaiget, an ewern leyben unnd güttern zu straffen, des wis doch lieber gnädigclich vertragen sein wolten, wo unns nit ewer uberschentliche, grosse ungehorsamm hochmüetigkayt unnd unnser und des heyligen reichs notturfft mercklichen darzu drünge. Aber nachdem unnser unnd weylannd unnser vorfarn lobliche gewondhayt nye gewesen unnd noch nit ist, euch noch yemands anndern unverhört zu stra vffen, wie wol wir des offt gnuegsamlich ursachen und bericht gehapt hetten, so mûgt ir, so ferr euch das gelyebt, ewer gesanndten mit volmächtigem gewalt zu unns oder den unnsern, wo wir dann sein unnd euch antzaigen werden, sennden. So wellen wir eüch mit gelayt notturftigclich versehen, darauf hörn unnd alsdann weyter unnser kunigelich gmüet unnd maynung zu erkennen geben. Das wolten wir euch unverkûndt nit la vssen.

Geben zu Phunss an Mittich nach Sannt Veitstag, anno domini etc. LXXXXVIIIJ, unnserer reiche des römischen im viertzehennden unnd des hungerischen im zehennden iaren.

Per regem admandatum domini regis, manu propria. Danno.

Original, Papier, das kaiserliche Siegel hinten aufgedrückt.

Stadtarchiv Chur.

Fritz Jecklin, in: Constanz und Fritz Jecklin, Der Anteil Graubündens am Schwabenkrieg. Festschrift zur Calvenfeier, Davos 1899, Teil II (Berichte und Urkunden) S. 216-218 Nr. 214

 

Bearbeitung: Klaus Graf

Empfohlene Zitierweise

König Maximilian I., : König Maximilian schreibt den drei Bünden (in Graubünden), in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/b7z5z/

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Erstellt: 07.02.2006

Zuletzt geändert: 07.02.2006


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