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Ein Jahr NS-Dokumentationszentrum in München – Rückblick auf die wechselvolle Entstehungsgeschichte und Betrachtungen zu ausstellungsdidaktischen Problemlagen

Journal Article
Ein Jahr NS-Dokumentationszentrum in München – Rückblick auf die wechselvolle Entstehungsgeschichte und Betrachtungen zu ausstellungsdidaktischen Problemlagen
Stefan Hemler
Zum ersten Mal jährte sich am 1. Mai 2016 das Bestehen des Münchener NS-Dokumentationszentrums. Die harmonische erste Geburtstagsfeier des Dokuzentrums könnte fast die Dissonanzen vergessen lassen, die seine wechselvolle Entstehungsgeschichte begleiten. Widerspruch rief in der Vergangenheit nicht nur die auffällige Gebäudearchitektur hervor; vielmehr entzündeten sich die Hauptkontroversen an der Frage der inhaltlichen Ausrichtung des Dokumentationszentrums. In Frage gestellt wurde die nüchterne, wissenschaftsorientierte, fast ausschließlich auf kognitive Informationen setzende dokumentaristische Machart der Dauerexposition, die mit dem kühlen Bauhaus-Stil des „weißen Würfels auf braunem Grund“ korreliert. Der gute Besucherzuspruch mit rund 220.000 Gästen im ersten Jahr bestätigt zunächst aber einmal, dass eine erinnerungskulturelle Einrichtung, die sich mit der NS-Geschichte der ehemaligen „Hauptstadt der Bewegung“ vertieft auseinandersetzt, einen lange vermissten Lückenschluss in der Münchner Museumslandschaft darstellt. Die folgenden Jahre werden allerdings zeigen, ob das Dokuzentrum auch mit einer Dauerausstellung, die eher an Formen der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus aus den 1960er Jahren angelehnt scheint, ihren Platz in der städtischen Erinnerungskultur des 21. Jahrhunderts behaupten kann.
Geschichte Bayerns. Ein wissenschaftliches Gemeinschaftsblog zur bayerischen Landesgeschichte
2016
14
2016
Deutsch
2198-8498
Ein Jahr NS-Dokumentationszentrum in München
http://histbav.hypotheses.org/4675

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