Aufsätze

Hans J. Domsta

Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in Düren

Aus zeitgenössischen Tagebüchern und Berichten

Im Stadtarchiv Düren haben sich fast keine Akten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges erhalten. Die Registraturen sämtlicher Dürener Behörden sind bei der vollständigen Zerstörung der Stadt durch einen britischen Luftangriff am 16. November 1944 vernichtet worden. Es ist daher sehr schwierig, etwas über die Ausländer zu ermitteln, die während des Krieges in Düren und in den heute zu Düren gehörenden Orten arbeiteten. Einige private Aufzeichnungen, Schulchroniken und sonstige Zeugnisse lassen etwas von den Umständen erkennen, unter denen diese Personen damals hier lebten. Aus den nachstehend aufgeführten Quellen sind – unkommentiert – nur die Nachrichten übernommen, die sich auf ausländische Arbeiter und Kriegsgefangene beziehen. Vom Bearbeiter stammende Ergänzungen und Erläuterungen stehen in [ ]. Kürzungen sind durch [...] gekennzeichnet.

• Aus der Chronik der Schule in Echtz.
Stadtarchiv Düren, Kr Dü 252, S. 121-128. Verfasst Anfang 1947. Verfasser unbekannt.

”Schon nach wenigen Wochen [nach Beginn des Krieges am 1. September 1939] erschienen polnische Kriegsgefangene als Ersatz für die eingezogenen Landwirte und ihre Knechte. Sie waren durchweg fleißige Leute, die es infolgedessen auch gut hatten. Leider sahen zwei von ihnen ihre Heimat nicht wieder; sie wurden von der Gestapo in einem Eichenkamp vor dem Dorfausgang nach Hoven durch den Strang hingerichtet. Sie sollen sich gegen die ‚deutsche Ehre‘ vergangen haben. Alle ihre Kriegskameraden aus der Umgegend mußten der Hinrichtung beiwohnen.”

Die Hinrichtung war am 18. Juni 1941, 7 Uhr. Damals starben Walenty Piotrowski, 37 Jahre alt, geboren am 7. Februar 1904 in Koryciska Bezirk Radom, und Franciszek Wysocki, 41 Jahre alt, geboren am 3. Dezember 1909 in Glowaczow. Beide waren verheiratet.

• Aus dem Tagebuch von Lambert Derichs, Düren, 1942 bis 1944.
Stadtarchiv Düren, S1/447. Lambert Derichs (1879-1957) war von 1922 bis 1937 Rektor der Volksschule in Gürzenich. Von 1937 bis zum November 1944 wohnte er mit Frau und Tochter in der Stürtzstraße 47 in Düren [1].

”Am 2. Januar [1942] sah ich morgens an der Bahn gefangene Russen, hohe kräftige Gestalten in guten Uniformen.

[28. März 1942] Nachmittags sah ich einen Transport ukrainischer Arbeiterinnen und Arbeiter, die in Marschformation durch die Stadt geführt wurden. Einige der Arbeiterinnen waren in Trachtenmänteln, reich mit Borden und Litzen verziert. Die Gruppe wurde geführt vom Obersturmführer Cre... [2], Gürzenich. Beim Arbeitsamt wurde die Zuteilung an Landbetriebe vorgenommen.

[30. März 1942] Wieder kam ein Transport ukrainischer Arbeiterinnen und Arbeiter.
[3. Juni 1942] Alarm um 1.40. Wieder erfüllte das Getöse mehrerer Feindflugzeuge die Luft. Die Nacht war mild und schon verblaßten die Sterne. Eine Gruppe von etwa einem Dutzend Menschen schritt ¼ Stunde nach dem Alarm durch die Stürtzstraße zur Aachenerstraße hin. Einige Leute trugen unter dem Arm ein kleines in weißes Leinen gehülltes Paket. Ein weniges von der heimischen Habe. Auch in den vorhergegangenen Nächten beobachtete man diese Gruppe ängstlicher Menschen. Es sollen ukrainische Arbeiter und Arbeiterinnen sein, die Schutz suchen vor den Bomben der Engländer. Mit Wehmut schaute ich diesen armen Menschen nach, die nun in ihrer neuen zeitigen Heimat keine Nachtruhe finden und im Schatten der Nacht ihr Unglück durch die Straßen tragen müssen, schweigend vor Not und Kummer, gedrückt und gebückt einherschreitend unter der Last der Sehnsucht nach der fernen unglücklichen Heimat. Dort flüchteten sie in Grausen und Bangen vor dem Geheul der deutschen Bomber, vor dem prasselnden Splittern der Granaten in die schützenden Wälder und Felder; hier jagen über ihnen die Maschinen ihrer falschen Freunde. Diese Menschen werden mehr noch als wir die bange Frage stellen: Wann wird wieder einmal Friede und Ruhe sein auf dieser jetzt jammervollen Erde? Warum dieses Elend? Kurz vor der Entwarnung kehrte die Gruppe mit schleppendem Schritt wieder zurück. Entwarnung 3.10.

Am 5. Juni [1942] sah ich in der Stadt eine Abteilung ausländischer Soldaten in deutscher grauer Uniform. Beim Marsch sangen sie ein ausländisches Lied. Allem Anschein nach waren es Russen (Ukrainer) [3]. Ihr Ziel war das Theater, wo die Oper Rigoletto von Verdi gegeben wurde.

[14. Februar 1943, Brand in der Nähe der Riemannkaserne] Auch die Kaserne der Ukrainer [4] brannte. Von dort soll der Brand ausgegangen sein.

Am 9. März [1943] verbreitete sich das Gerücht, mehrere englische Offiziere seien aus einem Gefangenenlager entwichen. Es muß wohl etwas Wahres daran gewesen sein. Denn die Ausgänge der Stadt, die Brücken, die Straßen vor der Stadt wurden von Polizei streng bewacht. Auch der Landwachtdienst war eingesetzt. Wie zu erwarten war, wurde dem Gerücht gleich die Wiedergefangennahme mehrerer dieser Offiziere hinzugefügt. Der öftere Alarm am Montag wurde damit in Verbindung gebracht (?). Englische Fallschirmspringer?
[22. Oktober 1943] Der Feuerschein kam von Heimbach her, wo ein Bomber ein Sägewerk in Brand warf. 4 Ukrainerinnen kamen bei diesem Bombenabwurf ums Leben.
[Ende Dezember 1943, Arbeiten an einem Splittergraben im Hoeschpark] Die Firma Steffens erschien mit einer Gruppe Ostarbeiter, meist russischen Kriegsgefangenen.
[11. Februar 1944] Seit gestern ist der betonierte Splittergraben im Hoeschpark, unserer Wohnung gegenüber, mit einer etwa 1 m hohen Erdschicht überdeckt. Gefangene Russen haben auch diese Arbeit getan.

[31. März 1944] In den letzten Tagen sind Stadtausgänge, Straßenkreuzungen und Brücken von Polizei- und Soldatenposten scharf bewacht. Die Ursache dieser Maßnahme ist bekannt. Es sollen wieder einmal englische Offiziere aus einem Gefangenenlager entflohen sein. [In der Nacht zum 1. Mai 1944 Fliegerangriff auf die Gegend um den Hoeschplatz] Schon morgens in der Frühe waren Reinigungskommandos, meist Russen, mit der Säuberung der Straßen von Glasscherben beschäftigt. Am Sonntag, dem 7. Mai [1944], fand eine Razzia in den Lagern der Ostarbeiter statt. Zweck: Suche nach Waffen. – Ergebnis. In mehreren Lagern fand man Waffen aller Art. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Schon vor mehreren Wochen wurde von einer Organisation unter den fremdländischen Arbeitern gesprochen, die den Zweck habe, bei einer geglückten Invasion aktiv gegen uns vorzugehen. [5]


Abb. 1

[26. Juni 1944] Seit etwa einem Monat sind in hiesigen Rüstungswerken italienische Badoglio-Offiziere zur Arbeitsleistung eingesetzt. Eine Gruppe davon ist im Saal der früheren ‚Altdeutschen‘, gegenüber der Annakirche – jetzt Verwaltungsgebäude – untergebracht. Es sind meist stolze Männer, die in ihren bleigrauen Uniformen sehr sauber aussehen und viel Wert auf ein adrettes äußeres Aussehen legen. Sie dürfen ohne irgendwelche Bewachung in ihrer arbeitsfreien Zeit bis zu einer festgesetzten Stunde frei umhergehen. Davon machen Sie auch ausgiebig Gebrauch. Dem Range und der Truppengattung nach tragen sie verschiedene Uniformen und Abzeichen. Es fällt uns auf, daß sie öfter ohne Kopfbedeckung gehen. Einem deutschen Soldaten ist das nicht gestattet. Vielleicht sind auch in der Gefangenschaft die Vorschriften über die Uniformierung gemildert und das Tragen einer Kopfbedeckung jedem freigestellt. Wir nennen sie die Königstreuen. Diese gefangenen Offiziere sind italienische Ingenieure, die sich freiwillig zur Arbeitsleistung in Deutschland zur Verfügung stellten. Das Straßenbild der Stadt hat sich entgegen der Friedenszeit in den letzten Jahren sehr geändert. Es zeigt neben vielen deutschen Soldaten Angehörige der verschiedensten Volksstämme, die hier zur Arbeitsleistung eingesetzt sind. Am häufigsten begegnen wir den Ostarbeitern und Ostarbeiterinnen. Sie tragen auf dem Rock oder dem Kleid an der linken Brustseite ein kleines blaues Leinenschildchen mit dem weißen Aufdruck ‚Ost‘. Die ersten dieser Ostbewohner kamen im Jahre 1941. Sie sahen damals sehr unkultiviert aus, trugen ihre schmutzige Heimatkleidung, meist lange, wattierte oder mit Schafpelz gefütterte Röcke und an den Füßen entweder hohe, weite Stiefel oder aus dicken Lappen hergestellte, schuhähnliche Socken. Ihre Gesichter waren aschgrau und voller Dreckrunzeln. Der Anblick der langen Gruppen, durchsetzt mit kleinen hungrig aussehenden Kindern, erweckte allgemeines Mitleid. Heute ist das anders. Vor allem die Ukrainerinnen sehen jetzt frisch und sauber aus. In ihrer Kleidung unterscheiden sie sich kaum noch von unseren jungen Frauen und Mädchen. Manche von ihnen tragen sogar Hüte. Vorteilhafter sehen sie aber aus, wenn sie in ihrem weißen oder bunten Kopftuch daherkommen, unter dem ihre klaren, blanken Augen und ihre roten, frischen, runden Backen leuchten. Sie sind in ihrem Aussehen reiner und natürlicher und fraulicher als manche unserer blassierten jungen Mädchen und Frauen. Eine recht anziehende Weiblichkeit tragen sie jetzt zur Schau. Selten aber beobachtet man einen Umgang mit deutschen jungen Männern; vielleicht wohl wegen der meist angenehm auffallenden Zurückhaltung oder auch wegen der scharfen Strafbestimmungen. Es ist begreiflich, daß die Ostarbeiter sich nun auch den hiesigen Verhältnissen angepaßt haben, mit ihren Heimatgenossinnnen gute Freundschaft halten. Das kann man am besten sonntags im Stadtpark oder an der sogen. Seufzerallee beobachten, wo sie sich in Gruppen zu zwanglosem Vergnügen zusammenfinden. Die so oft bemängelte allgemeine schlechte Schulbildung der Ostbewohner kann berechtigterweise angezweifelt werden. Die nun infolge ihres langen Aufenthaltes in Deutschland z.T. ganz verständlich Deutsch sprechenden Ostarbeiterinnen sind im Lesen und Schreiben meist ganz gut bewandert. Der Gesang ihrer wehmütigen Heimatlieder läßt uns aufhorchen. Ihnen ist der Kirchgang in den meisten Orten verboten, besonders den einzeln in den Familien untergebrachten Hausgehilfinnen. Die in Lagern lebenden Fabrikhelferinnen und -helfer sieht man aber häufiger im Gottesdienst. Sie fallen dann auf, durch ihre äußere ehrfurchtsvolle Haltung. Sie sitzen dann fast während des ganzen Gottesdienstes auf beiden Knien und wagen kaum aufzustehen. Ihre Erzählungen über bolschewistische Heimaterlebnisse, über Geschicke ihrer Familien, auch über die Verschickung nach Deutschland, erregen Anteilnahme und Mitleid. Es ist einem auch [6] ...zumute, wenn man die schlechtgekleideten, unterernährten Kinder, die verheiratete Ostarbeiterinnen mit nach Deutschland brachten, in den Straßen der Stadt sieht. Sie halten sich am liebsten in der Nähe der Bäckerläden auf und warten darauf, von mitleidigen Frauen ein Stück Brot, ein Brötchen oder ein paar Brotmarken zu bekommen. Sie können dann immer so schön: ‚Dankeschön!‘ sagen.

Außer den Ostarbeitern finden wir, besonders in der Landwirtschaft, viele polnische Helfer. Sie sind zu erkennen an dem blauen P auf gelbem Feld auf der linken Brustseite. Kürzlich stand eine Verordnung in der Zeitung, daß ein Zeichen in den Farben der Heimatflagge die bisherigen Zeichen ersetzen solle. Bis jetzt ist das noch nicht geschehen. Diese angekündigte Neuerung ist vielleicht eine Folge der Unzufriedenheit der schaffenden Fremdarbeiter über die bis jetzt gebräuchliche äußere Kenntlichmachung. Man hörte hin und wieder scharf ablehnende Äußerungen, vor allem der Ostarbeiter über das Zeichen ‚Ost‘. Sie betrachten das Zeichen als eine kränkende Zurücksetzung ihrer Rasse.
In geringerer Zahl sehen wir in den Straßen, in den Mußestunden, französische, belgische oder holländische Arbeiter. Sie tragen keine Abzeichen und sind nur an ihrer Unterhaltung in ihrer Landessprache zu erkennen. Weibliche Angehörige dieser westlichen besetzten Grenzstaaten sind nur sehr wenige in Düren. Die verschickten Männer aus Frankreich, Belgien und Holland sind in größerer Zahl in Mittel- und Ostdeutschland zur Arbeitsleistung eingesetzt. Ein paarmal im Jahr erhalten diese Arbeiter einen Erholungsurlaub, den sie in ihrer Heimat verbringen dürfen. Dann kann man am hiesigen Bahnhof Sonderzüge beobachten, die die Fremdarbeiter in ihre Heimat befördern. Nicht alle kehren von diesen Urlaubsreisen wieder auf ihren Arbeitsplatz zurück.

Die Gefangenentrupps der Russen, Franzosen und Belgier werden nur unter militärischer Bewachung zu ihren Arbeitsplätzen geführt. Am frühen Morgen ziehen sie bald in größeren, bald in kleineren Gruppen, vom Gefangenenlager kommend, durch die Straßen und abends werden sie wieder zum Lager zurückgeführt. Die Russen hinterlassen einen schlechten Eindruck; sie sind fast alle unsauber, schlecht gekleidet, doch ziemlich gut genährt und stieren bei ihrem schlürfenden Gang meist blöde zu Boden. Auf ihren dunkelbraunen oder grünen Röcken stehen die Buchstaben SU in dunklem Rot oder in Weiß. Die Franzosen jedoch betragen sich freier, sie sind lebhaft, von frischem, sauberem Aussehen und vielfach in guten braun-gelben Uniformen. Durch das Rote Kreuz erhalten sie aus ihrer Heimat über die Schweiz reichlich gute zusätzliche Lebensmittel. Wie die Arbeitsfreudigkeit der Gefangenen beider Nationen auf den Arbeitsplätzen sich unterscheidet, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Bei öffentlichen Arbeiten hat man aber festgestellt, daß der Russe meist träge ist und oft einer Aneiferung bedarf und er sich drückt, wenn er nicht beobachtet wird. ‚Unter 10 Russen‘, so sagte mir ein Aufseher, ‚ist keiner einer, der von sich aus eine Arbeit ordentlich macht!‘ Die Zahl der im Kreise Düren zur Arbeit eingesetzten ausländischen Arbeiter und Gefangenen wurde vor einiger Zeit mit annähernd 10.000 angegeben. Arbeitsamt und Kreisbauernschaft haben reichlich Arbeit mit der Regelung oder Änderung des Einsatzes dieser Arbeitskräfte, ohne die die im Krieg gesteigerten Arbeitsaufgaben in Landwirtschaft und Kriegsindustrie nicht gelöst werden könnten.

[Fliegerangriff vom 21. Juli 1944, bei dem die Fa. Dörries von sechs Bomben getroffen wurde] Die Werkleitung hatte kurz vor dem Einschlag der Bombe, 10.55 Uhr, Arbeitseinstellung befohlen. Die Arbeiter waren daher fast alle nicht an ihren Arbeitsplätzen, sondern im Luftschutzraum. Drei Arbeiter hatten Zuflucht gesucht in einem zum Teil fertiggestellten Splittergraben auf dem Fabrikhof. Vorher waren mehrere Russen in diesem Graben gewesen. Diese waren von den drei Arbeitern aufgefordert worden, den Graben zu verlassen. Eine Bombe schlug neben dem Graben ein und verschüttete die drei Arbeiter. Sie wurden als Leichen geborgen.

10. September 1944. Sonntag. Zwischen 7.00 Uhr und 8.00 Uhr zogen mehr als 1000 russische Arbeiter und Arbeiterinnen zu Fuß die Straße nach Osten. Sie waren ziemlich laut und sehr vergnügt. Es geht ja heimwärts. Woher sie kamen, weiß ich nicht.
24. September 1944. Sonntag. Gegen 3.00 Uhr [= 15.00] zog eine Kolonne von etwa 200 Ostarbeitern in deutschen Militärmänteln nach Westen.

2. Oktober 1944. Seit gestern sind Hunderte von Ukrainermädchen in der Nähe der Stadt, Richtung Lendersdorf, zum Schanzen eingesetzt. Um 7.45 Uhr morgens ziehen sie mit ihren klappernden Holzpantinen die Burgstraße [7] hinunter. Am ersten Morgen sangen sie in fröhlicher Stimmung ihre Heimatlieder; am zweiten Morgen hörte ich das nicht. Sie sind von einigen SA-Leuten begleitet, die Gewehre tragen. [8]
[4. Oktober 1944] Die Führer der Ostmädels ohne Gewehr, nur Pistole.”

• Meldung wichtiger staatspolizeilicher Ereignisse des Reichssicherheitshauptamtes, Amt IV, Nr. 2 vom 12. Mai 1944. Bundesarchiv Koblenz.

”Streng vertraulich!
Von der Stapostelle Köln wurde eine von Ostarbeitern gebildete sowjetische Widerstandsbewegung mit der Bezeichnung ‚Komitee Kampf gegen Faschismus‘ aufgerollt. Die zentrale Steuerung der Bewegung, die Verbindungen nach Euskirchen, Jülich und Düren unterhielt, erfolgte von Düsseldorf aus. [...] Bisher konnten 39 Personen festgenommen werden, unter denen sich die Leiter der Bezirke Düren, Jülich und Euskirchen befinden. [...]”


Abb. 2

• Aus dem Tagebuch von Hubert Koch, Birgel, 1944.
Stadtarchiv Düren, Amt Birgel 31. Hubert Koch, geboren 1885, war von 1919 bis 1945 Hauptlehrer in Birgel.

”Freitag, 10. März. Wir begegneten [in Düren] mehrmals Ukrainerinnen – breites Gesicht, bunte Kopftüchlein, klein, aber kräftig, Stiefel –, die sehr stark nach ‚Desinfizierung‘ riechen.
Dienstag, 18. April. Die polnischen Kriegsgefangenen, die auf der Burg [Birgel] und bei Kempen beschäftigt sind, graben abends nach Feierabend verschiedenen Leuten den Garten um, so auch dem Pfarrer. Entgelt: einige Cigaretten.

Samstag, 7. Mai [Razzia bei Ausländern. Koch war an dem Tage nicht in Birgel].
Plötzlich setzt morgens um 8 Uhr eine Aktion gegen die bei den Bauern beschäftigten Polen und Ukrainer ein. Polizeihauptwachtmeister Quast aus Gürzenich leitet die Untersuchung in Birgel. Feuerwehr und Landwacht sind zur Hülfeleistung beordert. Die Polen und Ukrainer treten auf dem Schulhofe an, werden im Schulsaal der Mittelklasse einzeln verhört, und dann werden die Quartiere durchsucht.

In Birgel werden bei Kamphausen und Gottschalk Kisten mit geschmierten Butterbroten gefunden. Die in Mozenborn beschäftigte Ukrainerin ‚Marie‘ soll vorübergehend in Haft genommen worden sein: Sie habe in Briefen nach Hause unerlaubte Mitteilungen gemacht und habe auch einem Ukrainer, der früher in Mozenborn beschäftigt war, geholfen beim Verstecken von Waffen. (So erzählen mir die Kinder).

Viel schlimmer sollen die Dinge in Rölsdorf und Düren liegen; dort sind auch Franzosen beteiligt. Die Kinder erzählen von 84 Verhaftungen in den [Dürener] Metallwerken und 73 bei Zimmermann & Jansen [in Rölsdorf]. Allerlei Waffen sollen dort gefunden worden sein: Pistolen, zusammenklappbare Karabiner, Dolche, Schlagringe, mit Nägeln gespickte Schlaghölzer u.s.w. Ein Schulbube will wissen: ein bei dem Land- und Gastwirt Bonn in Rölsdorf beschäftigter Ostarbeiter habe ein ‚Geheimbuch‘ besessen. Ein anderer Schüler erzählt: sie wären schon zu 10 und 100 eingeteilt gewesen.

Es wird wohl wieder eine Mischung von ‚Dichtung und Wahrheit‘ sein.
Samstag, 3. Juni. Partei: Sprechabend im Vereinszimmer der Wirtschaft Gottschalk [in Birgel, u.a.:] Eine längere Aussprache entspann sich zum Schluß über Badoglio-Offiziere, die in den [Dürener] Metallwerken und in der Chemischen Fabrik Hoesch [in Krauthausen] freiwillig arbeiten, sich aber eine zusagende Arbeit wählen können (Büro, Chemiker). Vorschlag [9]: Bergwerke. Ferner über das Verhalten der Polen und Ostarbeiter. Da klagt besonders Fritz Kamphausen über seine 4 Polen. Fritz Gottschalk erzählt ein Beispiel aus Golzheim, demnach griff ein Pole den Sohn des Gutspächters tätlich an. Auf der Burg [Birgel] schlug ein Pole einen landwirtschaftlichen Arbeiter mit dem Pferdeschwingel.

Die Polen müssen um 21 Uhr zu Hause sein, werden sie bei längerem Ausbleiben erwischt, müssen sie Geldstrafe zahlen, das nehmen sie leicht. Ein Pole der Burg soll in der Nacht zu Pfingsten während des Alarms um 1.45 Uhr erst heimgekehrt sein. Bei Fliegeralarm verschwinden die Polen meistens nach draußen, können dann nicht kontrolliert werden und wären vielleicht im Falle einer ‚Invasion‘ eine Gefahr!! Fritz Kamphausen verlangt Auswechslung und dann weit strafferes Auftreten gegen die Polen. Der Amtsbürgermeister [Logauer] regt an, die renitenten Polen über den Sonntag bei Wasser und Brot einzusperren oder sie sonntags zur Arbeit an dem Bunker am Neubend heranzuziehen.”

• Aus den Erinnerungen von Hans Hilger.
Aus Zwölf von Tausend Jahren. Erinnerungen von † Hans Hilger, in: Dürener Geschichtsblätter 76, 1987, S. 30. Hilger war von 1919 bis 1944 Lehrer in Leversbach, 1945 Schulrat in Düren, später Regierungs- und Schulrat in Aachen und dort Professor.

”Bei den Dürenern stand das Lager Arnoldsweiler in schlechtem Ruf: viel Arbeit und wenig zu beißen. Ich sah einmal, als ich auf dem Bahnhof Düren auf den Heimbacher Zug wartete, wie auf dem Kölner Gleis ein Viehwagen mit russischen Gefangenen ausgeladen wurde. Die Leute waren so schwach, daß sie beim vorsichtigen Sprung aus dem Waggon auf dem Bahnsteig liegen blieben und aus eigener Kraft nicht wieder hochkamen. Sie waren eben ‚östliche Untermenschen‘, beinahe Tiere.”

• Aus der Chronik der Südschule in Düren, 1939 – 1947.
Stadtarchiv Düren, Kr Dü 252, S. 103-109. Verfasst Anfang 1947. Verfasser unbekannt.

”In den Jahren 1943/44 erfolgten Einquartierungen am laufenden Band. Vorerst beschränkten sich diese auf Turnhalle und Kellerräume, sodaß nur das Turnen und Baden der Kinder eingestellt zu werden brauchte. Seit November 1943 war bei Fliegeralarm ein Kellerraum von Feuerwehrleuten belegt. Die Kellerräume wurden seit dieser Zeit von etwa 70 – 80 Personen der Umgebung aufgesucht. Als Mitte September [1944 durch amerikanische Truppen] der Ari-Beschuß [10] begann, lebten cirka 45 Personen ganz im Keller der Südschule. [...] Etwa 2 Monate belegten Grenzzollbeamte eine Klasse und die Kellerräume. In der Zwischenzeit wurden 1200 – 1500 Polen mit Familie in sämtlichen noch freien Klassen untergebracht. Nach dieser Belegung gabs ein Reinemachen der ganzen Schule, das tagelang anhielt. Von Ende Oktober 1944 bis zum dies ater [11] Dürens befand sich die SS Leibstandarte Adolf Hitlers in der Turnhalle. Zu Anfang des Jahres 1944 verlegte die Reichsbahn Düren ihre Verwaltung in die Südschule und benutzte dann vier Klassenräume.”

• Aus der Chronik der Ostschule in Düren, Sommer 1944 bis Winter 1946/47.
Stadtarchiv Düren, Kr Dü 252. Verfasst Anfang 1947 von Heinrich Rütteln, 1930 bis 1944 Rektor des Systems II der Ostschule.

”Während dieser Zeit [Mitte September 1944] wurden Transporte polnischer und ukrainischer Arbeiter in das Reichsinnere zurückgeführt. Diese Ausländer hatten bisher in der Landwirtschaft und Industrie der westlichen Umgegend gearbeitet und mußten vor dem Anmarsch der alliierten Truppen gesichert werden. Zwischen 1000 und 1100 betrug die Zahl der Männer und Frauen mit samt den Kleinkindern, die für eine Nacht im Schulhaus untergebracht wurden. SA bildete die Eskorte. Niemand der im Hause Untergekommenen durfte mehr das Gebäude vor dem nächsten Morgen verlassen. Da innen für so viele Personen kaum sanitäre Anlagen vorhanden waren, gerieten alle Räume in einen schrecklichen Zustand. Dazu hatten die Rückwanderer alle unnützen Dinge, die sie von ihrer bisherigen Arbeitsstelle mit auf die Reise genommen hatten, wertlose Kleidungsstücke, schmutzige Wäsche, Koffer, Schachteln, Säcke, Kisten und Kasten schon an dieser ersten Station zurückgelassen, gewiß einen Müllwagen voll. Eine Woche lang haben 3 Arbeiter das Haus von oben bis unten reinigen müssen. Es erscheint unüberlegt und rücksichtslos, so viel Menschen bei unzulänglichen Verhältnissen in Marsch zu setzen und so eng unterzubringen. Die umwohnenden Familien haben damals den polnischen und ukrainischen Müttern auf mancherlei Weise in der Sorge um ihre kleinen Kinder geholfen: Die Menschlichkeit ist eine tröstende Hoffnung für die Menschheit, ein hoffnungsvolles Licht in ihren ... [12], welches das künftige politische Leben erhellen muß. Unter den im Schulhaus zurückgelassenen Sachen fand ich neben defekten Gebrauchsgegenständen und liebevoll gebasteltem Spielzeug einige Paare von Schuhen, die aus einem einzigen Stück Autoreifen gefertigt waren. Einzelne davon habe ich für Wert befunden, sie als Zeugnisse kunstgewerblicher Arbeit zu unsern Anschauungsmitteln zu stellen.”

• Aufzeichnungen von Franz Meuser, Lehrer in Schlich.
Stadtarchiv Düren, Kr Dü 252, S. 423-424. Verfasst am 15. Januar 1947.

”Mitte Oktober 44 belegten etwa 25 SA-Unterführer aus Berlin und Umgebung die beiden Schulsäle in Schlich. Sie beaufsichtigten 300 Russen und Russinnen, die im Meroder Walde hinter der Front Schanzarbeiten verrichteten. [...] In der Nacht vom 17. zum 18.11.44 wurden die Russen von den SA-Führern zurückgeführt ins Gefangenenlager Arnoldsweiler.”

• Der Dürener Bürgermeister Dr. Küper als örtlicher Luftschutzleiter berichtet dem Befehlshaber der Ordnungspolizei in Kaiserswerth über den britischen Luftangriff auf Düren am 16. November 1944 und über die bis zum 20. November 1944 erfolgten Ereignisse und Maßnahmen.
Stadtarchiv Düren, B 168. Durch diesen Luftangriff wurde Düren fast vollständig zerstört. Wahrscheinlich 3126 Menschen kamen dabei ums Leben.

a. Bericht vom 21. November 1944

”Düren, den 21.11.1944
Bunker ‚Schöne Aussicht‘
An der Landstraße Köln-Düren
Wegen der Frontnähe war die Aufräumung die vordringlichste Aufgabe.
Am 17.11.44 wurden unter dem Kommando des SA.-Sturmbannführers Rutkowski 1800 Ostarbeiter eingesetzt. [13]. Die Arbeiten gingen schnell vonstatten, so daß am 18.11.44 der [militärische] Verkehr durch Düren teilweise durchgeleitet werden konnte. Am Abend des 20.11.44 waren alle Hauptverkehrsstraßen aufgeräumt. Die Beschilderung der Durchgangsstraßen ist behelfsmässig durchgeführt.”

b. Bericht vom 14. Februar 1945, geschrieben in der Ausweichstelle der Stadtverwaltung Düren in Wipperfürth.

”Ausländer befanden sich zur Zeit des Angriffs nur vereinzelt in der Stadt, da sämtliche Ausländerlager mit Rücksicht auf die Frontnähe weiter östlich verlegt worden waren. Die bei den Westwallarbeiten eingesetzten Ausländer wurden wegen der besonderen Lage der Stadt nicht im Stadtgebiet untergebracht.”

• Aus der Chronik der Ostschule in Düren.
Stadtarchiv Düren, Kr Dü 252. Verfasst Anfang 1947 von Heinrich Rütten, 1930 bis 1944 Rektor des Systems II der Ostschule.

”Etwa 4 Tage nach dem Vernichtungsschlag [des 16. November 1944] begab ich mich zum zweitenmal in das Stadtinnere, um noch einmal nach meinen Freunden zu sehen. Vor dem Trümmerhaufen des Rathauses sprach mich ein Bekannter mit den Worten an: ‚Sie sind der erste Dürener, den ich nach drei Tagen hier antreffe‘. Russische Gefangene unter SA-Bewachung legten zu dieser Zeit einige durchgehende Straßenzüge frei. Eben war ich bei der Annakirche angekommen, als ein von Osten anfliegender alliierter Kampfverband seine Bomben auslöste. Ihr Rauschen schwoll von Sekunde zu Sekunde an, bis endlich das Bersten und Krachen die tödliche Spannung löste. Der Tod hatte in eine Aufräumkolonne gegriffen, die in der Bonnerstraße bis zu dem ansteigenden Teil der Oststraße eingesetzt war. An der Ecke Bonner- und Oberstraße traf ich auch den ersten Sterbenden; dann sah ich in der Bahn des Bombardements schwer Verwundete in allen Zuständen der Agonie und zahlreiche Tote. Ein junger Ukrainer, dem ich in der allen Menschen gemeinsamen Sprache des Herzens einigen Trost bringen konnte (er war am linken Fuß und Unterschenkel verwundet) rief nach seiner Mutter. Sie war so weit – und ihm doch die Nächste! Noch als ich die Höhe der Eberhard-Hoesch-Straße erreicht hatte, lag über dem Orte des Grauens der Angstschrei des panischen Schreckens, der wiederum anschwoll, als neue Flugzeuge die Stadt überbrausten.”

• Erinnerungen von Theodor Decker, Lendersdorf.
Stadtarchiv Düren, S1/195; B 161. Aufgezeichnet am 8. und 10. Oktober 1946 von Josef Roggendorf. Decker war Mitarbeiter der Firma Canzler in Distelrath.

”Beim Angriff am 16.11.44 war Herr Decker im Gelände der Firma Canzler [14]. Die Firma bekam später den Auftrag, sich zu verlagern. Doch ist Herr Decker, nachdem die Verlagerungsarbeiten abgeschlossen waren, in Düren geblieben. Er und Herr Stiegler, der spätere erste Bürgermeister von Düren nach der Wiederbesiedlung, haben in einem Luftschutzbunker innerhalb des Werkgeländes gewohnt. [...] Die letzten Zivilisten wurden etwa am 17. Januar 1945 aus Düren und zwar durch die Gestapo entfernt. U.a. auch 6 oder 7 Polenmädchen, die in der Gegend der Neumühle bis dahin gewohnt hatten.
Bis Anfang Januar 1945 arbeiteten Ausländer in Düren. Sie räumten unter der Aufsicht von S.A.-Leuten die Straßen, die zu den Fronten um Düren führten, auf.”

• Bericht von Heinrich Canzler, Düren, über die Verlagerung der Firma Carl Canzler nach Rudisleben und Rhumspringe im Harz. Dorthin waren insgesamt 80 Facharbeiter der Firma mit 221 Familien evakuiert.
Stadtarchiv Düren, S1/195.

”Düren, den 10. Januar 1945
An Verladepersonal standen die eigene Gefolgschaft, soweit sie vorhanden war, sowie von der OT [Organisation Todt] gestellte Ausländer meist in ausreichendem Maße zur Verfügung. Die von unserem Verlagerungsbetrieb eingetroffenen eigenen Ausländer haben sich bei den Arbeiten auch bestens bewährt. [...] Da auch bis zu diesem Tage [17. Dezember 1944] die Ausräumung des Lagers von Kleinteilen, wozu viele Arbeitskräfte erforderlich waren, durchgeführt war und die Weihnachtszeit heranrückte, wurde beschlossen, sämtliche Ausländer und auch einen Teil der deutschen Gefolgschaft in die vorgesehenen Verlagerungsbetriebe zu entlassen. Am 18. Dezember wurden 31 Personen durch unseren Lastkraftwagen nach Köln zur Weiterreise befördert.”

• Am 25. Februar 1945 erobern die Amerikaner Düren. Noch an diesem Tage nimmt das mit sechs Soldaten und drei Offizieren besetzte sogenannte Militärregierungsamt seine Tätigkeit auf. Es findet in der Stadt wahrscheinlich 29 Zivilpersonen vor, vier deutscher Nationalität und 25 verschleppte Personen anderer Nationalitäten, Ukrainer, Polen, Niederländer. [15]

• The Stars and Stripes, Tuesday, Mar 6, 1945. Ein Exemplar im Stadtarchiv Düren, Große Mappe Zeichnungsschrank 8.

”Yet the first day AMG [Allied Military Government] was in the city only 29 civilians showed up. Four were German nationals and the rest displaced persons – Ukrainians, Poles and Dutch.”

• Meldung über eine angebliche Bande von Russen und Ukrainern im Wald zwischen Stockheim und Soller.
Im Sommer 1945 häuften sich Meldungen über Einbruchdiebstähle, Raubüberfälle und Plünderungen durch Polen, Russen und Ukrainer, die von den Deutschen während des Krieges deportiert worden oder in Kriegsgefangenschaft geraten waren und sich nun frei bewegen konnten. Nicht selten wurden aber auch Delikte, die tatsächlich von Deutschen verübt worden waren diesem Personenkreis zugeschrieben.
Stadtarchiv Düren, Dep. Geich, Kasten 4, Korrespondenz Varia.

”Polizeiverwaltung Düren
Düren, den 9. 7. 1945
Meldung
Frau Jakob Reimer, Düren, Nideggerstr. 154 meldet:
In dem Walde zwischen Stockheim und Soller hält sich eine Horde Russen und Ukrainer von ca. 80 Mann auf. Vergangene Nacht wurde das Dorf Füssenich geplündert. Es ist zu vermuten, daß diese Nacht Drove oder Stockheim geplündert werden soll.
Diese Meldung wurde der Militärregierung übertragen.
Der Leiter der Schutzpolizei
gez. Simons”

Anmerkungen

  • [1]

    Über ihn und sein Tagebuch, das eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte der Stadt Düren während des Zweiten Weltkrieges darstellt, siehe Hans J. Domsta, Düren 1940-1947. Krieg, Zerstörung, Neubeginn, 2. A. Düren 1995 (= Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes 21), S. 1-2.

  • [2]

    Name undeutlich.

  • [3]

    So die Vorlage.

  • [4]

    Wo die Kaserne lag, ist nicht ermittelt.

  • [5]

    Darüber berichtet auch der Lehrer Hubert Koch, Birgel, in seinem Tagebuch zum 7. Mai 1944, s.u.

  • [6]

    Ein Wort unleserlich.

  • [7]

    Heute Rütger-von-Scheven-Straße

  • [8]

    Offenbar dieselben Personen meint die Niederauer Lehrerin Margarete Lünebach in einem Bericht über die Zeit seit Mitte September 1944, verfaßt im Januar 1947: ”Ebenso haftet der Eindruck von den Abteilungen russischer Zwangsarbeiterinnen, die unter Führung von SA-Männern zum Schanzen in die Rurgelände geführt wurden.” (Domsta, Düren 1940-1947, S. 359).

  • [9]

    Offenbar nicht von Koch selbst.

  • [10]

    Ari war die umgangssprachliche Bezeichnung für Artillerie.

  • [11]

    “Schwarzer Tag”. Vorlage ”dies alter”. Gemeint ist der 16. November 1944.

  • [12]

    Ein Wort unleserlich.

  • [13]

    Vgl. Hanns H. Fischer, Erinnerungen eines Chirurgen, der nicht in den Krieg durfte, Saarburg 1987, S. 35, um 18.11.1944: ”Schon am Krankenhaus war uns die große Zahl von Ostarbeitern aufgefallen, die offensichtlich die Straßen freizuschaufeln und die Bombenlöcher einzuebnen hatten. Wir fanden sie auch in großer Zahl in den Hauptstraßen der Stadt.” Fischer berichtet außerdem von einem Bombenangriff am 19.11.1944, den er an den Trümmern des Landratsamtes an der Bismarckstraße erlebte, wo er eine in dem zerstörten Gebäude vermutete Bekannte suchte, und bei dem diese Arbeiter getroffen wurden. ”Gellende Schreie von Verletzten schallten zu uns herüber.”

  • [14]

    Aus anderen Quellen (Stadtarchiv Düren, B 108) ergibt sich, dass Decker unweit der Firma Canzler in der Yorckstraße 18 wohnte. Seine Frau und seine Tochter kamen am 16. November 1944 um.

  • [15]

    Weitere Details s. Domsta, Düren 1940-1947, S. 209.

Empfohlene Zitierweise

Domsta, Hans J.: Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in Düren. Aus zeitgenössischen Tagebüchern und Berichten, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/v9z2e/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 18.10.2006

Zuletzt geändert: 18.10.2006


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