Aufsätze

Susanne Harke-Schmidt

„Bei Landwirten ist der gemeinsame Tisch nicht gestattet.“

Zwangsarbeit in der Kerpener Landwirtschaft

Das Gesetz zur Errichtung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, in dem die Entschädigungszahlungen für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im nationalsozialistischen Deutschland geregelt werden, sieht Zahlungen für entsprechende Tätigkeiten in der Landwirtschaft nicht vor. [1] Die Urheber des Gesetzes gehen davon aus, dass eine Beschäftigung in der Landwirtschaft in der Regel durch bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen geprägt war als eine Beschäftigung z.B. in der Industrie, die im Regelfall mit einer Lagerunterbringung einherging. Im nachfolgenden Beitrag über die Situation der ausländischen Frauen und Männer, die in der Kerpener Landwirtschaft zum Einsatz gekommen sind, wird unter anderem deutlich, dass auch sie teilweise unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben und arbeiten mussten. Ob die im Stiftungsgesetz beschlossene Regelung diesbezüglich als „gerecht“ bezeichnet werden kann, sei dahingestellt.

Zur Situation der Kerpener Landwirtschaft

Bis weit in die 1950er Jahre war die Landwirtschaft auf heutigem Kerpener Stadtgebiet [2] der wichtigste Erwerbszweig. Lediglich Türnich und Horrem zeichneten sich infolge der Braunkohlevorkommen überwiegend durch industrielle Beschäftigungsverhältnisse aus. Infolgedessen entstanden nur dort größere Lager für Zwangsarbeiter, die zumeist in den Gruben eingesetzt wurden. Das übrige Stadtgebiet – Kerpen, Blatzheim, Buir, Manheim, Sindorf – war durch eine Vielzahl landwirtschaftlicher Betriebe geprägt, in denen während des Zweiten Weltkrieges ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter zum Einsatz kamen. In der hiesigen Landwirtschaft war im 19. Jahrhundert durch die Abwanderung von Personal zur besser zahlenden Braunkohlenindustrie ein großer Mangel an Arbeitskräften entstanden, der durch angeworbene, sogenannte „Fremdarbeiter“ kompensiert wurde. Der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einsetzende und schnell expandierende, weil profitable, gleichzeitig aber sehr personalintensive Zuckerrübenanbau verursachte weiteren Personalbedarf, der teilweise durch saisonale Arbeitskräfte zum Beispiel aus den Niederlanden oder Polen gedeckt wurde. In den 1930er Jahren verstärkte sich der Arbeitskräftemangel infolge der Abwanderung zu lukrativeren Stellen in der Rüstungsindustrie. Um den Mangel auszugleichen, mussten seit 1938 alle unverheirateten jungen Frauen unter 25 Jahren ein land- oder hauswirtschaftliches Pflichtjahr ableisten. Als am 01.09.1939 der Krieg begann, gab es in Kerpen bereits ausländische Arbeitnehmer, die zum größten Teil in der Landwirtschaft beschäftigt waren.

Im Bereich des damaligen Amtes Kerpen [3] lebten bei Kriegsausbruch 10.576 Menschen. Von den etwa 4.600 erwerbstätigen Personen arbeiteten ca. 25 %, also fast 1.200 Personen in den insgesamt 303 Betrieben der Landwirtschaft. [4]

Im Januar 1941 waren im Amt Kerpen 263 ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter gemeldet, die zum größten Teil auf den hiesigen Bauernhöfen arbeiteten. [5] Mit Fortdauer des Krieges stieg ihr Anteil weiter an: von 362 im Januar 1942 schließlich auf 669 im Januar 1944. Da man davon ausgehen kann, dass der überwiegende Teil dieser Menschen in der Landwirtschaft eingesetzt wurde, zeigen diese Zahlen, dass in Kerpen jeder zweite landwirtschaftlich Beschäftigte ein Zwangsarbeiter oder eine Zwangsarbeiterin war. Statistisch gesehen arbeiteten auf jedem der 303 bäuerlichen Anwesen in Kerpen zwei ausländische Arbeiter aus Polen oder der Sowjetunion.

Dabei wird auch der Kriegsverlauf an den jeweiligen Nationalitäten der in Kerpen eingesetzten Arbeiterinnen und Arbeiter deutlich: 1940 bis 1942 kamen sie überwiegend aus den Niederlanden und Polen, seit 1943 auch aus der Sowjetunion. [6] 1944 lag der sowjetische Anteil mit 275 Personen sogar bei über 40%. Im Januar 1945 war die Gesamtzahl der ausländischen Arbeiter bereits auf 430 gesunken. Wie schnell sie nach Kriegsende in ihre jeweilige Heimat zurückkehrten, ist anhand der im Stadtarchiv überlieferten Quellen nicht nachweisbar.


Abb. 1

Die folgenden Ausführungen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kerpener Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beziehen sich in erster Linie auf die im Stadtarchiv Kerpen überlieferten Akten. [7] Dabei handelt es sich überwiegend um ordnungsbehördliche und polizeiliche Akten der Gemeindeverwaltungen. Die gnadenlose Perfidität dieses Systems wird anhand der in den Akten überlieferten Sprache besonders deutlich. Daher wird künftig oftmals aus den Quellen zitiert.

Wenn die Gemeinden des früheren Kerpener Amtsbezirkes überrepräsentiert erscheinen, liegt dies nicht allein an der Quellenlage, sondern auch daran, dass – wie bereits eingangs dargestellt – im Bereich des Amtes Horrem und der amtsfreien Gemeinde Türnich zahlreiche Lager für Industriearbeiter der Braunkohlengruben existierten. Es gibt allerdings auch einige wenige Nachweise über landwirtschaftliche Zwangsarbeiter in Türnich und Horrem. Auf den großen landwirtschaftlichen Anwesen wie dem Schloss Türnich oder der Burg Hemmersbach waren mindestens zwischen vier und acht Ausländer beschäftigt, zahlreiche der anderen Bauernhöfe hatten mit fortdauerndem Krieg wenigstens eine Hilfskraft aus dem Osten.

Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern in Kerpen

Schon unmittelbar nach Kriegsausbruch im September 1939 wurden in Kerpen die ersten polnischen Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft eingesetzt. Im Oktober existierten bereits vier sogenannte Arbeitskommandos: in Manheim waren 50 Kriegsgefangene, in Buir 40 und in Blatzheim und Niederbolheim je 20 Polen in Lagern auf vier landwirtschaftlichen Anwesen untergebracht. [8] Es ist wahrscheinlich, dass sie nicht allein auf dem entsprechenden Hof, sondern allgemein an diesen Orten landwirtschaftlichen Tätigkeiten nachgingen. Im Mai 1940 war die Zahl dieser Arbeitskommandos auf 13 angestiegen: in Buir gab es allein 3, außerdem je ein Kommando in Kerpen, Mödrath, Langenich, Dorsfeld, Bergerhausen, Niederbolheim, Manheim, Horrem, Sindorf und Balkhausen. [9] Wenig später wurde der größte Teil der polnischen Kriegsgefangenen „entlassen“, um sie als zivile Arbeiter im Deutschen Reich weiter zu beschäftigen. Parallel dazu liefen Anwerbeaktionen in den besetzten polnischen Gebieten. Schon drei Wochen nach Kriegsausbruch gab es in Polen 30 deutsche Arbeitsämter, die solche Anwerbungen durchführten. [10]

Zum bessern Verständnis der gesamten Problematik erscheint es an dieser Stelle erforderlich, auf einige der behördlichen Verordnungen und Erlasse bezüglich des Arbeitseinsatzes und der Lebensumstände der ausländischen Arbeitskräfte einzugehen, auch wenn sie nicht ausschließlich die Landwirtschaft betreffen. Ohne die Kenntnis dieser Reglementierungen bleibt vieles, was im folgenden dargestellt wird, unverständlich.

Die Behandlung der ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter sowie deren Pflichten „während ihres Aufenthaltes im Reich“ wurden bis ins kleinste Detail geregelt: [11].Dabei wurden entsprechend der nationalsozialistischen Rassentheorien erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Nationalitäten gemacht.


Abb. 2

Genau wie seine Amtskollegen im Kreis Bergheim erhielt der Kerpener Bürgermeister Hermann Greiffenberg am 05.08.1940 vom Landrat zahlreiche Verfügungen und Erlasse über die „Behandlung der Zivilarbeiter und –arbeiterinnen polnischen Volkstums“. Die bevorstehende, auf ein Führerbefehl zurückgehende „Freilassung“ [12].polnischer Kriegsgefangener – so wurde die Umwandlung der Kriegsgefangenen in Zivilarbeiter euphemistisch bezeichnet – veranlasste den Landrat, die Bürgermeister auf die erhöhte Bedeutung aller Vorschriften hinzuweisen. Die in die Obhut der Arbeitsämter entlassenen Kriegsgefangenen mussten sich schriftlich verpflichten, bis zur endgültigen Entlassung in die Heimat alle ihnen von den Arbeitsämtern zugewiesenen Arbeiten als Zivilarbeiter zu verrichten. Sie durften ihre Arbeitsstelle nur mit Genehmigung des Arbeitsamtes oder der Polizei verlassen.

Schon im März 1940 – nur sechs Monate nach Kriegsausbruch – war fast 1 Million Polen in Deutschland im Einsatz. Bis Ende 1940 hatte sich die Zahl auf 2 Millionen ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter allein in landwirtschaftlichen Betrieben erhöht. Ohne ihren Einsatz wäre es unmöglich gewesen, die Lebensmittelproduktion auf dem erforderlichen Niveau zu halten. [13]

Die nach Ansicht der vorgesetzten Behörden „einwandfreie Lebensführung“ der ausländischen Arbeitskräfte wurde besonders stark reglementiert. Die erlassenen Bestimmungen machen die „Herrenmenschenmentalität“ des Regimes deutlich:

„Der Masseneinsatz von Arbeitern fremden Volkstums in Deutschland ist so einmalig und neuartig, dass dem deutschen Volk für das notwendige Zusammenleben mit den Fremdstämmigen keine bindenden, ins Einzelne gehenden Vorschriften gemacht werden können [...] Für die polnischen Arbeiter sind jedoch Vorschriften zu treffen, die ihre engere Berührung mit der deutschen Bevölkerung weitgehenst [sic!] verhindern. So werden die Polen von dem kulturellen Leben des deutschen Volkes, von dem gemeinsamen Besuch von Vergnügungsstätten mit deutschen Volksgenossen u.ä.m. auszuschliessen sein. Auch der Arbeitseinsatz als solcher muss dieser Bestrebung Rechnung tragen und durch einen mindestens zahlenmässig gleichen Einsatz von polnischen Arbeiterinnen neben polnischen Arbeitern entgegenwirken, dass sich die Polen den deutschen Frauen und Mädchen zu nähern versuchen. Soweit dies bei Konzentrationen polnischer Arbeiter an bestimmten Orten nicht möglich ist, wären Bordelle mit polnischen Mädchen zu errichten“ [14].

Polen wurden für Geschlechtsverkehr mit Deutschen oder auch einer „unsittlichen Näherung“ mit dem Tode bestraft. Das gleiche Verhalten bei Deutschen wurde „schärfstens geahndet“.

Die für die Arbeiterinnen und Arbeiter aus Polen geltenden menschenverachtenden Bestimmungen wurden nochmals verschärft, als nach dem Überfall Hitlers auf die Sowjetunion am 22.06.1941 auch die dortige Bevölkerung rekrutiert wurde. Im Februar 1942 setzte man Bürgermeister Greiffenberg davon in Kenntnis, dass Anwerbekommissionen sowjetrussiche Arbeitskräfte erfassten, die „erstmalig vor Ort entseucht und zu Transporten zusammengestellt wurden.“ [15] Die aus Rußland stammenden Menschen wurden „Ostarbeiterinnen“ bzw. „Ostarbeiter“ genannt. Im Sommer 1942 trafen die ersten Russinnen und Russen in Kerpen ein. [16] Zuvor hatte ein streng vertrauliches Merkblatt der Stapo Köln gefordert, dass die russischen Arbeiterinnen und Arbeiter nicht nur von der deutschen Bevölkerung, sondern auch den anderen „fremdländischen“ Arbeitskräften und allen Kriegsgefangenen streng abzusondern waren. [17] Von der ursprünglichen Forderung, russische, in der Landwirtschaft eingesetzte Männer ausschließlich in Lagern unterzubringen, wich man relativ schnell ab, weil sie nicht zu realisieren war. „Durch eine artgemässe Betreuung dieser Arbeitskräfte“ sollte jeder daran mitwirken, die „Arbeitswilligkeit und Leistung“ zu erhalten bzw. zu steigern. Sogar für eine „artgemässe“ Freizeit der russischen Arbeitskräfte musste gesorgt werden.

Auch den Russen drohte die sofortige Todesstrafe bei Geschlechtsverkehr mit Deutschen. Einer Dienstanweisung für die Wachmänner ist außerdem zu entnehmen: [18]

„Zur Brechung von Widerstand [ist] auch von der Waffe schonungslos Gebrauch zu machen [...] auf fliehende Russen ist sofort zu schiessen mit der festen Absicht, zu treffen.“ Der Bergheimer Landrat befahl: [19] „Die Abwehr der aus dem starken Ostarbeitereinsatz zu befürchtenden, ja schon bestehenden Gefahren muß sich erstrecken [...] auf die Belehrung der Landwirte [...] Bei Landwirten ist für einzelne Ostarbeiter [...] die sichere Unterbringung in verschließbarem Raum anzuordnen [...] Bei Landwirten ist der gemeinsame Tisch nicht gestattet.“

Ostarbeitern war der Wirtshaus- oder Kinobesuch, der Kirchgang und jeglicher Verkehr mit Deutschen zunächst verboten.

Polen und Russen mussten an ihrer Kleidung entsprechende Kennzeichen tragen: die Polen ein violettes „P“ auf gelbem Grund, die Russen den weißen Schriftzug „Ost“ auf blauem Grund. Die Gemeindeverwaltungen erwarben diese Kennzeichen bei den jeweiligen Kreisverwaltungen und hatten dafür Sorge zu tragen, dass sie an die vor Ort tätigen Arbeiterinnen und Arbeiter verteilt wurden. Die Gemeinde Türnich, die unter anderem am 06.08.1942 Kennzeichen für 500 Ostarbeiter vom Kreis Bergheim erhielt, bezahlte 1,8 Pfennig pro Stück – und verkaufte sie für 10 Pfennig an die Ostarbeiter. [20]

Generell wurde bei allen Arbeiterinnen und Arbeitern eine lagermäßige Unterbringung angestrebt. Nur bei kleineren landwirtschaftlichen Betrieben ließ man Einzelunterbringungen zu. Der größte Teil der in Kerpen eingesetzten ausländischen Arbeiter war privat auf den Höfen untergebracht. Dies geht aus einer Mitteilung des Kerpener Bürgermeisters an den Landrat vom 15.08.1942 hervor. Danach gab es in Kerpen keine gewerblichen Betriebe, die Ostarbeiter beschäftigten. Landwirtschaftliche Ostarbeiter in größerer Zahl „bei lagermäßiger Unterbringung“ arbeiteten nur auf Haus Forst, die übrigen waren bei den Betrieben, teils in eigener Gemeinschaft, teils im Haushalt der Arbeitgeber untergebracht. Die Einrichtung von Lagern war weder zu realisieren noch aufgrund der geringen Zahl der Ostarbeiter erforderlich. [21]

Überwachung, Kontrolle und Bestrafung

Entsprechend den durch die vorgesetzten Behörden erlassenen Vorschriften erfolgte eine penible Überwachung sowohl der ausländischen Arbeitskräfte als auch ihrer Arbeitgeber sowie zusätzlich der Gemeindeverwaltungen vor Ort. Dabei wurde ständig die Angst des Regimes deutlich, dass die geforderte strikte Trennung von Deutschen und Ausländern in allen Lebensbereichen besonders auf den Bauernhöfen nicht konsequent genug ausgeführt wurde.

Anfang 1941 führte der Landesbauernführer der Landesbauernschaft Rheinland eine Bereisung der Landkreise durch. Ihm war zuvor berichtet worden, dass die landwirtschaftlichen polnischen Zivilarbeiter versuchten, durch fortgesetzte Krankschreibungen eine Überführung zur besser bezahlenden Industrie zu erreichen. Er übte Kritik an den Zivilarbeitern, die nach ihrer Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft „fortgesetzt frecher und fauler“ geworden seien: [22]

„Das Benehmen der Polen richtet sich genau nach dem Verhalten der zuständigen Polizeiorgane. Wo diese, wie mir ebenfalls der Kreisleiter Köppe berichtet, energisch auftreten, die polnischen Burschen alle 2 Wochen zusammentrommeln und ihnen durch den Dolmetscher die Kriegsartikel zur Verlesung bringen, mit den notwendigen, mehr oder weniger legalen Handbewegungen, da können diese Brüder arbeiten. In anderen Fällen kümmern sich, scheinbar aus übertriebener christlicher Humanität, diese Beamten mehr um die anständige Behandlung durch den deutschen Bauer, als um den Arbeitswillen der polnischen Subjekte. Angesichts der sehr starken Einziehungen im Augenblick auf dem Lande, erlaube ich mir daher, Ihnen vorzuschlagen, die Herren Landräte des Regierungsbezirks nochmals auf den Ernst der Arbeitslage auf dem Lande hinzuweisen, mit der Bitte, die Polizeiorgane entsprechend den nationalsozialistischen Auffassungen zu einer scharfen Überwachung der polnischen Zivilgefangenen anzuweisen.“

Die Wortwahl „Zivilgefangener“ zeigt hier wie an zahlreichen anderen Stellen, dass eine genaue Unterscheidung zwischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern damals wie heute nicht möglich ist, weil der jeweilige Status vom anderen nicht klar abgrenzbar ist.

Der Bergheimer Landrat wies den Vorwurf, seine Polizeiorgane seien womöglich „übertrieben christlich human“ entschieden zurück und gab ihn an die Landwirte weiter:

„Dieser gegen einen Teil der nationalsozialistischen Polizei allgemein ohne Anführung von Einzelfällen erhobene Vorwurf dient meiner Auffassung nach nicht zur Förderung der im Kreise Bergheim mit Erfolg herbeigeführten engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Reichsnährstand und den Polizeibehörden. Meine Beobachtungen gehen vielmehr dahin, daß sich ein Teil der Bauern aus übertriebener „christlicher Humanität“ mehr um die „anständige Behandlung der polnischen Subjekte“ als um die Beachtung der vom nationalsozialistischen Staat erlassenen gesetzlichen Bestimmungen kümmert.“

Die Bürgermeister im Kreis Bergheim wurden angewiesen, die entsprechenden Vorschriften „rücksichtslos“ durchzuführen. Die Polizeibeamten mussten in regelmäßigen Abständen kontrollieren, dass die Polen ihre Kennzeichen vorschriftsmäßig befestigt hatten, die Ausgehzeiten beachteten und nur die für sie zugelassenen Wirtschaften besuchten. Oftmals erwiesen sich bei den Kontrollen Nationalsozialisten oder parteinahe Organisationen als Denunzianten. Als im Kerpener Lindenhof des Gastwirtes Michael Moll [23] polnische Zivilarbeiter ohne das vorgeschriebene „P“ mit deutschen Mädchen tanzten, wurde dieser Vorfall von der Gaustelle der DAF (Deutsche Arbeitsfront) an die Kreisverwaltung der DAF in Bergheim berichtet, von dort dem Landrat weitergeleitet, der schließlich Bürgermeister Greiffenberg aufforderte, dies künftig zu unterbinden. Die Gaststätte Moll hatte einen separaten Schankraum zu bestimmten Zeiten für Zivilarbeiter geöffnet. Allerdings durften die Polen grundsätzlich nicht an Tanzveranstaltungen teilnehmen – und schon gar nicht mit deutschen Mädchen tanzen.


Abb. 3

Der Bergheimer Landrat war offensichtlich der Meinung, dass die Kerpener Amtsverwaltung die Überwachung und Bestrafung der polnischen Arbeiter nicht in der gebotenen Konsequenz verfolgte, sondern die erlassenen Bestimmungen zu „milde“ handhabte. [24] Auf die Antwort von Bürgermeister Greiffenberg kam Anfang 1942 folgende landrätliche Weisung nach Kerpen:

„Den in Ihrem Bericht vom 15. Dezember 1941 enthaltenen Ausführungen vermag ich mich nicht anzuschliessen. [...] Dass dieser oder jener Bauer infolge der Verbüßung einer Haftstrafe durch den bei ihm beschäftigten polnischen Zivilarbeiter benachteiligt wird, ist nicht von entscheidender Bedeutung. Wichtiger dagegen ist, dass die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrecht erhalten wird und die Polen daran gewöhnt werden, sich in Deutschland entsprechend einzuordnen. Die Vollstreckung einer Haftstrafe gegen einen polnischen Zivilarbeiter hat so zu erfolgen, dass sie auch tatsächlich eine Strafe für ihn darstellt, die ihm in Erinnerung bleibt, sodass er kein Verlangen danach hat, ein zweites Mal in Haft zu kommen. Wenn der niedrige Kulturstand und der angeborene Hang der Angehörigen des polnischen Volkstums zu strafbaren Handlungen eine strenge Behandlung ihrer Person verlangen, so sind die erlassenen gesetzlichen Bestimmungen in der Hauptsache vorbeugender Natur, deren Durchführung den Ortspolizeibehörden im Rahmen ihrer allgemeinen Aufgaben obliegt. Es kann daher nicht abgewartet werden, bis erst Klagen aus der Bevölkerung an die Polizei herangetragen werden. Ich erwarte, dass auch im Bereich der Ortspolizeibehörde Kerpen die Vorschriften in diesem Sinne durchgeführt werden.“

Landrat Drück unterschrieb diese Weisung persönlich. Bürgermeister Greiffenberg gab sie seiner Polizei zur Kenntnis und heftete sie ab.

Noch im Laufe des Jahres 1942 wurde beschlossen, zusätzlich zu den überforderten Polizeibeamten Mitglieder der NSDAP zur effektiveren Kontrolle und Überwachung der ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzusetzen. [25]Diese sogenannten „Parteistreifen“ wurden in erster Linie in den Orten eingesetzt, in denen die Ausländer privat bei ihren Arbeitgebern untergebracht waren, also überwiegend in der Landwirtschaft. Die Bergheimer Kreisleitung der NSDAP unterrichtete den Kerpener Bürgermeister bezüglich der Kompetenzen der Parteistreifen. Hier wird erneut deutlich, dass die Nationalsozialisten große Angst vor einer drohenden „Überfremdung“ des deutschen Volkes hatten. Die Einberufungen für den Krieg trafen die landwirtschaftlichen Betriebe viel eher und wesentlich härter als z.B. kriegswichtige Industriebetriebe, deren Mitarbeiter oft „uk“ also unabkömmlich eingestuft wurden. Bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben waren schließlich die polnischen oder russischen Arbeiter die einzigen auf dem Hof verbliebenen Männer, da die Landwirte, ihre Söhne und Knechte einberufen worden waren.

Der Grund für die Einrichtung der Parteistreifen ist dem Schreiben der Kreisleitung zu entnehmen: [26]

„Der Einsatz der Kriegsgefangenen und der fremdvölkischen Arbeitskräfte aus fast allen Ländern Europas innerhalb des deutschen Reichsgebietes hat eine erhebliche Gefährdung unseres Volkes in seinem Existenzkampf zur Folge. Das ist eine Tatsache, mit der wir für die Dauer des Krieges rechnen müssen. Die fremdvölkischen Arbeitskräfte können nicht immer so isoliert werden, daß volks- und staatsfeindliche Betätigung ausgeschlossen ist. Um so wachsamer müssen wir sein. Die Aufgabe der Streife ist vor allem eine beobachtende Tätigkeit, Beobachtungen teilt der Streifenführer dem Ortsgruppenleiter mit, der sie wenn notwendig an die örtliche Polizeibehörde weiterleitet. Einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen verdächtige Beziehungen der fremdvölkischen Menschen zu deutschen Volksgenossen und untereinander.“

Im einzelnen hatten die Parteistreifen, die ihre Kontrollen uniformiert und bewaffnet – dabei durfte von der Waffe nur bei Notwehr Gebrauch gemacht werden – durchführen mussten, auf folgendes zu achten:

„Würdeloses und unnationales Verhalten deutscher Volksgenossen gegenüber Fremdvölkischen (anbiedern usw.), freches Auftreten [...] bewußt nachlässiges oder langsames Arbeiten [...] Bandenbildung [...] ungerechte Behandlung der Fremdvölkischen (Mißhandlung), allzu nachsichtiges bzw. nachgiebiges Verhalten der Volksgenossen.“

Außerdem war auf Verdachtsmomente hinsichtlich von Sabotage, Spionage oder Fluchtversuchen zu achten. Eigenmächtige Festnahme-Aktionen hatten zu unterbleiben. Auch das Verhalten in der Freizeit oder bei Luftangriffen sollte beobachtet werden. Razzien und dergleichen mussten von der Polizei angeordnet werden. Wichtig waren die regelmäßigen Kontrollbesuche besonders da, wo nur ältere Menschen und Frauen lebten. 1943 und 1944 wurden insgesamt 49 Parteigenossen aus Mödrath, Kerpen, Blatzheim, Buir und Manheim zu Parteistreifen ernannt. In der Mehrheit handelte es sich um Funktionsträger [27] der Partei, nur wenige übten kein Amt aus. Die 49 Parteigenossen hatten maximal 669 Ausländer zu betreuen – also jeder etwa 14 Personen. Die meisten Vergehen, die die Parteistreifen der Polizei meldeten, waren Bagatelldelikte wie das Nichttragen der vorgeschriebenen Kennzeichen, Missachtung der Ausgehzeiten oder Benutzung von Fahrrädern. Bürgermeister Greiffenberg wies in einem Schreiben an den Landrat auf die seiner Meinung nach sinnlosen Anzeigen mancher Parteistreifen hin: [28]Ich erachte derartige kleinliche Anzeigen für überflüssig und mit der gebotenen Papierersparnis nicht für vereinbar“.

Demgegenüber zeigt sich, dass die Türnicher Gemeindeverwaltung die Kontrolle und Bestrafung der ausländischen Arbeitskräfte regimekonformer ausübte. Der Türnicher Bürgermeister Lassaux meldete dem Landrat im Dezember 1941 stolz:

„Die polnischen Zivilarbeiter werden hier von den Polizei- und Gendarmerie-Beamten streng überwacht [...] neben Appellen werden von Zeit zu Zeit unvermutete Kontrollen besonders an Sonntagen, durchgeführt [...] Zwangsgelder festgesetzt [...] Die strenge Überwachung der Polen hat hier ihren Zweck nicht verfehlt.“ [29]

Selbst in Türnich kam es aber 1943 zu Klagen über Polen, die „erst spät in der Nacht“ in ihre Unterkünfte gingen. Bei einer Revision waren 7 polnische Arbeiter um 20.40 Uhr Kartenspielenderweise in der Küche eines Landwirts angetroffen worden. [30]

Persönliche Lebensumstände bei den Bauern

Entsprechend der Art der Akten, die im Stadtarchiv Kerpen überliefert sind, finden sich dort eher selten Hinweise über die persönlichen Lebensumstände der ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Überlieferungen erlauben jedoch Einblicke in einzelne Lebenssituationen der betroffenen Menschen.

Im Bereich der Gemeinde Türnich ereigneten sich innerhalb von nur sechs Monaten zwei ähnliche Fälle. Beide zeigen deutlich, dass auch die zunächst besser anmutenden Lebensverhältnisse auf einem Hof für einen dort lebenden Zwangsarbeiter unzumutbar und auch lebensbedrohlich sein konnten.

Im August 1941 erschien ein 32jähriger polnischer Zivilarbeiter bei der Türnicher Gemeindeverwaltung. Seit Anfang 1940 arbeitete er auf einem Hof in Habbelrath. Seit dem Tod des Bauern waren die Verhältnisse für ihn immer unerträglicher geworden, so dass er sich in seiner Not als letzten Ausweg an die Polizei wandte: [31]

„... die 19 Jahre alte Tochter ... stelle ihm nach, um ihn zum Geschlechtsverkehr zu bewegen und weil er dieses verweigere, wäre diese jetzt gegen ihn und sagte alles unwahre über ihn zu ihren Eltern [sic] Der schlecht deutsch sprechende Pole sagte u.a., er wolle nicht gehängt werden.“

Obwohl das Horremer Arbeitsamt den Polen schon am nächsten Tag in eine andere Stelle vermittelte, ging die Verwaltung den Vorwürfen weiter nach. Sowohl der Pole als auch die Tochter des Landwirtes machten entsprechende Aussagen zum Sachverhalt. Der Landrat schickte die ihm übersandten Protokolle mit dem Vermerk an die Gemeindeverwaltung zurück, dass sich der Fall durch die Weitervermittlung des Polen bereits erledigt hätte. Eine Kopie des Vorgangs wurde an die Gestapo geschickt.

Im Februar 1942 beschwerte sich ein erst 15jähriger Ukrainer über die Behandlung durch die Tochter seines Arbeitgebers, die ihn sowohl körperlich misshandelte als auch sexuell belästigte. Obwohl er über seinen Arbeitgeber nur Gutes berichtete, bat er um die Vermittlung in eine andere Arbeitsstelle. Das Arbeitsamt reagierte auch hier innerhalb weniger Tage und setzte den jungen Ukrainer woanders ein.

Es gab aber auch Situationen, in denen ausländische Frauen und Männer nur noch einen allerletzten Ausweg aus ihrer Not sahen [32]. Ein polnisches Ehepaar, das in Buir tätig war, setzte seinem Leben durch eine Methylalkoholvergiftung ein Ende. Nachdem sich die 23jährige Ukrainerin Raisa Kosakowa, die auf einem Manheimer Gut beschäftigt gewesen war, im Juni 1943 an der Bahnstrecke Köln-Aachen von einem Zug hatte überfahren lassen, wurde der Buirer Polizeiposten am 3. Mai 1944 erneut vom Bahnhofsvorsteher über eine auf den Bahngleisen liegende weibliche Leiche informiert: [33]

„... Ich begab mich sofort zu der bezeichneten Stelle und mußte dort die Feststellung machen, daß es sich im vorliegenden Fall um die Ostarbeiterin Antonia Grievaschewa,geb. 10.06.1922 in Bellebuwa [Ukraine] handelte. Die Grievaschewa war mir aus meiner dienstlichen Tätigkeit her bekannt. Sie war bei der Gutsbesitzerin [...] in Arbeit. Sie war dort als sehr fleißige Person bekannt. Nach Art der Verletzung muß sie eine Strecke von der Lokomotive erfasst und etwa 10 m mitgeschleift worden sein. Der Körper wies schwere Verletzungen in der Gegend der Lende auf, wodurch der Tod eingetreten sein dürfte. Die Motive zur Tat sind hier unbekannt. An der Unfallstelle wurde ein handgeschriebener Zettel in russischer Sprache aufgefunden. Dieser wurde der Anzeige beigefügt...“ [34]

Vier Wochen später erhängte sich der 18jährige Ukrainer Michael Derewnew auf einem Hof in Buir. Weitere zwei Wochen später scheiterte der Versuch eines polnischen Zivilarbeiters, seinem Leben durch Trinken von Salzsäure ein Ende zu setzen. Die getrunkene Menge fügte ihm jedoch „nur“ innere Verletzungen zu. Nach einigen Tagen Krankenhausaufenthalt konnte er seine Tätigkeit in Buir wieder aufnehmen.


Abb. 4

Neben diesen tragischen Beispielen gibt es aber auch positive Berichte. Diese finden sich selbstverständlich nicht in den Akten – denn aus heutiger Sicht zu öffentlich demonstriertes positives Verhalten der Arbeitgeber hätte zu jener Zeit ohne Frage Parteistreifen oder sonstige Denunzianten in der Bevölkerung dazu veranlasst, Anzeige zu erstatten. Ein positives Beispiel gab es auf einem Hof in Langenich. [35] Seit Ende 1940 arbeiteten auf dem Hof zwei polnische Kriegsgefangene, die ursprünglich in dem Langenicher Lager [36] untergebracht waren. Nach der Auflösung des Arbeitskommandos im Zuge der „Freilassung“ der Kriegsgefangenen kamen sie auf den Hof Reinirkens und blieben dort bis nach Kriegsende. Sie brachten sogar die erste Nachkriegsernte mit ein, bevor sie nach Hause zurückkehrten. Durch Briefwechsel und gegenseitige Besuche blieben die ehemaligen Zwangsarbeiter und ihr vormaliger Arbeitgeber noch bis vor kurzem in Kontakt, der sich auch in der nächsten Generationnoch fortsetzte.

Aus Niederbolheim ist mündlich überliefert, dass die auf einem Hof in einem sogenannten Kleinlager untergebrachten polnischen Arbeiter ihren Schnaps selbst brannten. Vor zu erwartenden Razzien wurden sie von der dortigen Bevölkerung gewarnt. [37]

Schlussbemerkung

Um an die eingangs gestellte Frage nach der „Gerechtigkeit“ der Regelungen bei den Entschädigungszahlungen anzuknüpfen, bleibt festzuhalten, dass es eine objektive Gerechtigkeit in dieser Angelegenheit wohl nicht geben kann.

Trotzdem beweisen die oben geschilderten Beispiele sehr deutlich, dass auch die Beschäftigung in der Landwirtschaft mit menschenunwürdiger Behandlung einhergehen konnte und einherging. Sicherlich war die Versorgung mit Lebensmitteln auf einem Bauernhof besser als in den Lagern. Sicherlich mag es auf einigen Höfen auch eine Art familiären Anschluss gegeben haben. Aber sicherlich hat es in vielen Fällen junge und der deutschen Sprache nicht mächtige Menschen gegeben, die allein auf einem Hof nur der Willkür ihrer bäuerlichen Arbeitgeber – die sich oft genug als überzeugte Nationalsozialisten auszeichneten – ausgeliefert waren. Die im Lager untergebrachten Arbeiterinnen und Arbeiter lebten zumindest in der Gemeinschaft von Leidensgenossen und waren nicht allein.

Anmerkungen

  • [1]

    Vgl. „Gesetz zur Errichtung einer Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ vom 11.08.2000, Text veröffentlicht im Bundesgesetzblatt, Jahrgang 2000 Teil I Nr. 38, S. 1263. In § 11 sind die Leistungsberechtigten

    genannt. Tätigkeiten in der Landwirtschaft berechtigen nicht zu Entschädigungszahlungen. Lediglich eine Kann-

    Bestimmung sieht vor, dass die Partnerorganisationen bei Erfüllung gewisser Bedingungen auch Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter des landwirtschaftlichen Bereichs entschädigen können.

  • [2]

    Während des Zweiten Weltkrieges gab es auf heutigem Stadtgebiet zwei Ämter und eine amtsfreie Gemeinde: 1. das Amt Kerpen mit den Gemeinden Kerpen, Mödrath, Blatzheim, Buir und Manheim, 2. das Amt Horrem mit den Gemeinden Horrem und Sindorf sowie 3. die amtsfreie Gemeinde Türnich.

  • [3]

    Der vorliegende Beitrag bezieht sich im wesentlichen auf das ganze heutige Stadtgebiet. Zuverlässige Zahlen über Zwangsarbeiter liegen aber nur für den Bereich des damaligen Amtes Kerpen vor.

  • [4]

    Hans Köhler (Bearb.), Der Landkreis Bergheim (Erft), Ratingen 1954 (= Die Landkreise in Nordrhein-Westfalen), S. 184. Dort sind entsprechende Zahlen für den Kreis Bergheim angegeben, die Kerpener Zahlen sind danach – ausgehend von der Bevölkerungszahl von 10.576 – berechnet.

  • [5]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2962.

  • [6]

    Die Kerpener Erhebungen wurden jeweils im Januar durchgeführt. Der Angriff auf die Sowjetunion erfolgte am 22. Juni 1941. Im Januar 1942 waren noch keine Russen in Kerpen gemeldet, im Sommer hingegen schon (Amt Kerpen, 2961: Schreiben des Amtsbürgermeisters vom 15.08. 1942).

  • [7]

    Vgl. das in dieser Publikation ebenfalls veröffentlichte Quelleninventar. In erster Linie wurden für diesen Beitrag folgende Akten verwendet, auf die im einzelnen immer verwiesen wird: Amt Kerpen 2960-2962 sowie Gemeinde Türnich, 396-397, 411-412.

  • [8]

    Stadtarchiv Kerpen, Gemeinde Türnich, Nr. 411. Auf Schreiben des Kölner Regierungspräsidenten vom 07. und 12. 10. 1939 finden sich entsprechende Vermerke.

  • [9]

    Stadtarchiv Kerpen, Gemeinde Türnich, 411. Die Größe dieser Arbeitskommandos wird nicht genannt. Sie waren dem in der Infanterie-Kaserne Bonn- Duisdorf untergebrachten Stalag (Stammlager der Wehrmacht) VI/G unterstellt.

  • [10]

    Vgl. Martin Witscher, Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft und in privaten Haushalten auf dem Gebiet des Märkischen Kreises, in: Ulrich Biroth (Redaktion): „... und nach Hause, in die Ukraine, kam ich 1950...“, hrsg. vom Archiv des Märkischen Kreises, Altena 2001, S. 100ff.

  • [11]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2960. Über den Bergheimer Landrat erhielt die Kerpener Verwaltung zahlreiche Verfügungen, u.a. vom „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Inneren“, vom „Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring als Beauftragtem für den Vierjahresplan“ oder vom „Reichsminister des Inneren“.

  • [12]

    An anderen Stellen (Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2961) wird die Umwandlung von Kriegsgefangenen in Zivilarbeiter auch „Beurlaubung“

    genannt. Solche Umwandlungen kamen auch bei anderen Nationalitäten sehr häufig vor. Ausgenommen davon waren sowjetische Kriegsgefangene.

  • [13]

    Vgl. Ulrich Herbert, Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Neuauflage Bonn 1999.

  • [14]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2960. Göring als Generalfeldmarschall am 08.03.1940 an die obersten Reichsbehörden. Über den Landrat erreichte diese Anweisung den Kerpener Bürgermeister am 05.08.1940.

  • [15]

    A.a.O. „Schnellbrief“ des Chefs der Ordnungspolizei, Berlin, vom 17.01.1942, über die Regierungspräsidenten an die Landräte und Bürgermeister.

  • [16]

    A.a.O. Schreiben des Kerpener Bürgermeisters an den Landrat vom 15.08.1942.

  • [17]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2961. Mehrere Schreiben der Stapo Köln, ab Juni 1942.

  • [18]

    A.a.O.

  • [19]

    A.a.O.

  • [20]

    Stadtarchiv Kerpen, Gemeinde Türnich, 396.

  • [21]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2961.

  • [22]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2960: der Landesbauernführer an den Regierungspräsidenten am 20.01.1941.

  • [23]

    Der Gasthof bestand bis Ende der 1950er Jahre, heute Stiftsstraße 84-86, 50171 Kerpen.

  • [24]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2960. Weisung des Landrats vom 13.01.1942 etc.

  • [25]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2961. Stapo Köln am 10.10.1942.

  • [26]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2962. Kreisleitung der NSDAP am 04.06.1943.

  • [27]

    Die Funktionen innerhalb der Partei variierten: vom Block- oder Zellenleiter zum Oberscharführer oder Ortsgruppenleiter.

  • [28]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 2962.

  • [29]

    Stadtarchiv Kerpen, Gemeinde Türnich, 397.

  • [30]

    A.a.O., Anzeige vom 24.01.1943.

  • [31]

    A.a.O., Polizeibericht vom 05.09.1941 etc.

  • [32]

    Stadtarchiv Kerpen, Sterberegister 1941-1945 und Amt Kerpen, 5427, 5468.

  • [33]

    Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, 5427.

  • [34]

    Der Zettel ist nicht überliefert.

  • [35]

    Fritz Hemmersbach, Über den Verbleib der beiden ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen Franz Sadlowski und Franz Olszainski aus dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager in Kerpen-Langenich, in: Kerpener Heimatblätter, 2/1991, S. 46 ff.

  • [36]

    Vgl. Anmerkung 9.

  • [37]

    Mündliche Überlieferung aus Niederbolheim, erzählt von Ludwig Pesch.

Empfohlene Zitierweise

Harke-Schmidt, Susanne: „Bei Landwirten ist der gemeinsame Tisch nicht gestattet.“ Zwangsarbeit in der Kerpener Landwirtschaft, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/v9z2c/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 17.10.2006

Zuletzt geändert: 31.10.2006


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