Biographien

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Jean Marc Nattier

 

Jean Marc Nattier wurde am 17. März 1685 in Paris geboren und starb dort schließlich am 7. November 1766. Er entstammte einer Pariser Malerfamilie. Sein Vater, Marc Nattier, war Bildnismaler und sein Bruder Jean-Baptiste Nattier war für seine Historiengemälde bekannt. Beide Brüder erhielten zunächst eine Ausbildung bei ihrem Vater. Jean Marc Nattier lernte zudem bei Jean Jouvenet und besuchte die Zeichenkurse der Académie Royale, wo er im Jahre 1700 den ersten Preis für Zeichnen gewann.

1717 machte er eine Reise nach Holland. In Amsterdam porträtierte er Peter den Großen und Katharina I. Die Einladung Peters des Großen an den russischen Hof zu kommen, lehnte Nattier aber ab und blieb stattdessen sein ganzes Leben über in Paris.

1718 wurde er dann mit einem Historiengemälde zum Mitglied der Académie Royale de Peinture et de Sculpture ernannt. Trotzdem bevorzugte er die in dieser Zeit weniger angesehene Gattung der Porträtmalerei. Seinen ersten Erfolg im Salon hatte er im Jahre 1737. Sein Erfolg als Porträtist der höfischen Gesellschaft begann jedoch bereits im Jahr 1732 bezeichnenderweise mit einem mythologisierenden Bildnis. In der Folgezeit porträtierte er zum Beispiel die Töchter Ludwigs XV., ihn selbst, die Königin, Maria Leczynska, und die königlichen Mätressen.

Das portrait historié sollte Jean Marc Nattiers Markenzeichen werden. Indem er seine überwiegend weiblichen Modelle in der Verkleidung einer mythologischen Figur zeigte, konnte er sie zeitlos idealisieren und verherrlichen. Außerdem vermochte er so dem Porträt ein höheres Ansehen zu verleihen, da er es in gewisser Weise mit dem Historiengemälde kombinierte - wie seine Tochter, eine seiner ersten Biographen, betonte.

Der Geschmack der Zeitgenossen entfernte sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch immer stärker von den verherrlichenden, wenig individuellen Porträts Nattiers. So sank sein Erfolg gegen Ende seines Lebens immer mehr, und er starb schließlich krank und verarmt.

 

Literatur:

Ulrich Thieme / Felix Becker (Hg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 25, Leipzig 1931, 356f.

Jane Turner (Hg.): The Dictionary of Art, Bd. 22, New York 1996, 684f.

 

Empfohlene Zitierweise

Nattier, Jean Marc . Aus: Madame de Pompadour, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/5jzd0/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 17.01.2006

Zuletzt geändert: 17.01.2006


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