Biographien

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Carle van Loo

 

Die Familie Carle van Loos war eine Künstlerfamilie, die ursprünglich aus Flandern kam. Sein Großvater, Vater und all seine Brüder waren Maler. Carle van Loo wurde am 15. Februar 1705 in Nizza geboren und starb am 15. Juli 1765 in Paris. Da sein Vater starb, als Carle gerade 7 Jahre alt war, reiste er zu seinem älteren Bruder, Jean-Baptiste, nach Turin. Mit dessen Familie zog er dann 1714 nach Rom. Dort war Carle van Loo Schüler des Malers Benedetto Lutti und des Bildhauers Pierre Legros.

1720 zogen schließlich alle nach Paris. Van Loo begann an der Académie Royale zu studieren und gewann 1724 den Prix de Rome. Da das Geld für die Reise nach Rom von der Akademie jedoch zurückgehalten wurde, verdiente er es sich durch Porträtzeichnen und Dekorationen für die Pariser Oper selbst. 1728 reiste er dann mit seinen beiden Cousins und dem Maler François Boucher (intern) zusammen nach Rom.

Carle van Loo wurde in Rom sehr schnell berühmt und blieb bis 1732. Von 1732-34 war er in Turin tätig und kehrte dann nach Paris zurück. Direkt nach seiner Rückkehr hatte er auch dort großen Erfolg. Im Jahr 1735 führte er unter anderem zusammen mit Boucher erste dekorative Arbeiten für die Petits Appartements Ludwigs XV. in Versailles aus. Es folgten weitere Aufträge für Malereien in Fontainebleau und für Madame de Pompadour im Schloss Bellevue. Außerdem arbeitete er als Porträtist der königlichen Familie. Doch neben seinen Aufträgen für das Königshaus, arbeitet er auch für die obere Schicht der Pariser Gesellschaft.

Carle van Loos Werke spiegeln ein breites Spektrum an Themen und verschiedenen stilistische Richtungen wider. So malte er Historiengemälde, genauso wie religiöse Themen, Porträts oder Genreszenen. Seine Zeitgenossen sahen darin meist ein Kennzeichen für seine große Begabung.

Sein Erfolg wurde noch durch zahlreiche Auszeichnungen gekrönt. 1737 wurde er Professor an der Académie Royale de Peinture et de Sculpture, 1762 Premier Peintre du Roi (Erster Maler des Königs) und 1763 Direktor der Akademie. Im Jahre 1750 wurde er in den Adelsstand erhoben. Einer seiner berühmtesten Schüler war Jean-Honoré Fragonard. Alle diese Ehrungen konnten jedoch nicht verhindern, dass sein Stil in der Folgezeit des Rokoko starker Kritik unterlag und man ihn, wie viele Rokokokünstler, erst im späten 20. Jahrhundert wieder entdeckte.

 

Literatur:

Ulrich Thieme/ Felix Becker (Hg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 23, Leipzig 1929, 362/353.

Jane Turner (Hg.): The Dictionary of Art, Bd. 19, New York 1996, 644-647.

Empfohlene Zitierweise

Loo, Carle van. Aus: Madame de Pompadour, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/5jzd6/

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Erstellt: 17.01.2006

Zuletzt geändert: 17.01.2006


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