Forschung und Lehre

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Forschung und Lehre

Deutschland

In Deutschland gibt es eine Reihe von Instituten, die sich mit jüdischer Geschichte im breiteren Sinne befassen. Themen aus der Frühen Neuzeit werden meist eher am Rande bearbeitet. Hier werden nur die Institute aufgelistet, in deren Arbeit diese Epoche wenigstens einen gewissen Stellenwert einnimmt.

Universitätsinstitute

Das Institut für jüdische Studien an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist gegenwärtig nicht nur das größte Universitätsinstitut seiner Art in Deutschland, sondern hat auch einen klar erkennbaren Akzent auf die Erforschung der frühneuzeitlich-jüdischen Geschichte, Sprache und Kultur gelegt. Hier befindet sich die deutsche Arbeitsstelle des deutsch-israelischen Gemeinschaftsprojekts Germania Judaica IV, das die Erarbeitung eines historisch-topographischen Handbuchs zur Geschichte der Juden im Alten Reich zum Ziel hat. Derzeit wird die Epoche von 1520-1650 bearbeitet.

http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/ijs/

http://www.germania-judaica.de

Am Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg stellt die jüdische Regionalgeschichte einen von mehreren Schwerpunkten in Lehre und Forschung dar; über die Jahre sind eine Reihe von Abschlussarbeiten zur jüdischen Geschichte und einige aus Tagungen hervorgegangene Sammelbände entstanden. Dies hat auf der Homepage zwar keinen Niederschlag gefunden, ist jedoch in der Bibliographie an den Titeln v.a. von Rolf Kießling und Sabine Ullmann abzulesen.

http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/geschichte/bayerische/

 


Abb. 1: Menusakapseln

Auch am Lehrstuhl für Judaistik der Universität Erfurt wurden und werden bereits Forschungsprojekte zum Judentum in der Frühen Neuzeit durchgeführt:

http://www.uni-erfurt.de/judaistik/

Das Seminar für Judaistik/Jüdische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat sich zusammen mit dem dortigen Leopold-Zunz-Zentrum zum Schwerpunkt die Erforschung der jüdischen Renaissance gewählt.

http://www.judaistik.uni-halle.de/

http://www.lzz.uni-halle.de/

Die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg hat in ihren Tagungsprogrammen und in ihren Publikationen mehrfach Themen der Frühen Neuzeit berücksichtigt und dabei einen Akzent auf die Kunst- und Kulturgeschichte gelegt.

http://www.hfjs.eu/

     


Abb. 2: Tefillinkapseln

Außeruniversitäre Forschungsinstitute:

Das älteste Forschungsinstitut in Deutschland ist das Hamburger Institut für die Geschichte der Deutschen Juden. Seit seiner Gründung wurden dort verschiedentlich Projekte zur Frühen Neuzeit, vor allem mit Bezug auf Norddeutschland realisiert.

http://www.igdj-hh.de/

Das Duisburger Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte erforscht die deutsch-jüdische Geschichte von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart unter religionsgeschichtlichen, sozialgeschichtlichen, literatur- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven. Innerjüdische Zusammenhänge, Quellen und Traditionen rücken dabei zunehmend in den Mittelpunkt der Arbeit, wie gerade an den für die Frühe Neuzeit relevanten Schwerpunktthemen zu sehen ist (Grabinschriften, Memorbücher, Haskala).

http://www.steinheim-institut.de/

Das Arye-Maimon-Institut für Geschichte der Juden an der Universität Trier leistet Grundlagenarbeit zur Erforschung der mittelalterlichen deutsch-jüdischen Geschichte, nimmt dabei gelegentlich auf die Frühe Neuzeit Bezug.

http://amigj.uni-trier.de/index.php?id=7022

Das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig unterscheidet sich in seiner Ausrichtung auf das osteuropäische Judentum deutlich von anderen ähnlichen Institutionen, der zeitliche Schwerpunkt liegt auf der Moderne.

http://www.dubnow.de/

Im Moses Mendelssohn Zentrum an der Universität Potsdam stehen die Judenschaften Europas in Beziehung zu ihrer jeweiligen Umwelt im Vordergrund des Forschungsinteresses. Auch hierbei führt die Epoche der Frühen Neuzeit eher eine Randexistenz.

http://www.uni-potsdam.de/db/mmz-potsdam/

 


Abb. 3: Tefillin

 

Forschung und Lehre - International

Internationale Institutionen

Das Leo-Baeck-Institut zur Erforschung der Geschichte der deutschen Juden nimmt allein durch seine drei Standorte eine einmalige Stellung ein: seit der Gründung in den 1950er Jahren existieren drei gleichberechtigte Institute in Jerusalem, London und New York, wobei der Schwerpunkt der Arbeit auf der Zeit seit der Aufklärung liegt. Von Zeit zu Zeit gibt es jedoch Publikationen, die durch die Institute unterstützt oder initiiert wurden und die die gesamte Neuzeit abdecken. Besonders wichtig ist das renommierte Leo Baeck Institute Year Book mit seiner jährlichen Bibliographie der Neuerscheinungen zur gesamten deutsch-jüdischen Geschichte, das schon seit beinahe 50 Jahren erscheint.

http://www.lbi.org/ (New York)

http://www.leobaeck.co.uk/ (London)

http://www.leobaeck.org/ (Jerusalem)

Einen breiten internationalen Überblick zum gesamten Gebiet der Jewish Studies erhält man im Academic Jewish Studies Internet Directory. Dort werden alle relevanten Vereinigungen, Archive, Bibliotheken und Forschungseinrichtungen mit ihren Links geführt.

http://jewishstudies.virtualave.net/



Erstellt: 03.02.2006

Zuletzt geändert: 04.04.2011


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