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Winter, Johann Ludwig

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1. Februar 2008

* 29. März 1627, protestantischer Pfarrer, geistlicher Dichter, † 24. Juni 1708

Kurzbiografie

Der Sohn eines thüringisch-hennebergischen Amtsschreibers wurde in Schleusingen geboren, lebte später auch in Arnstadt, Jena und Erfurt. 1651 wurde er Schulrektor in Suhl, wo er über mehrere Etappen zunächst Archidiakon und schließlich Superintendent (in Folge seines Schwiegervaters Johann Wagner) wurde. Mit seiner Frau Catharina Margaretha Wagner hatte er 14 Kinder, von denen einige noch in früher Jugend starben. Bis 1654 studierte Winter gleichzeitig in Jena. Winter galt an seinem Wirkungsort Suhl als äußerst gelehrter Mann, verfasste eine Autobiografie, zahlreiche Leichenpredigten und einige andere Schriften. 1702 erlitt er während der Predigt einen Schlaganfall von dem er sich nicht mehr erholte und der seine Berufstätigkeit unmöglich machte.

Johann Ludwig Winter ist zugleich Autor der Hexenpredigt „Des Teuffels Larv“, die am 8. Juli 1663 in der Kirche von Suhl gehalten wurde. Zwischen 1651 und 1660 kam es zu ausgedehnten Hexenverfolgungen im Henneberger Land, die auf Winter in seiner Predigt reagierte.

Ausgaben vor 1800

Larva Diaboli derecta & reiecta, Des Teuffels Larv/ Ein Christ abwarff/ Das ist: Christliche Betrachtung etlicher listigen Anläuffe und Verblendungen des hellischen Geistes/ damit er die Menschen-Kinder zu hinderschleichen und zu dem [...] Laster der Hexerey und Zauberey zu verführen pfleget [...], In einer sonderbahren Warnungs und VermahnungsPredigt aus Jac. IV. v. 7, Schleusingen (Schmid), 1663 [Schlüsselseiten im VD17].

Literatur

Adam Christoph Carl Cuno, Gesammelte Nachrichten von denen Lebens-Umständen und Schriften Evangel. Lutherischer Theologen, Ingleichen von andern durch besondere Lebens- und Todesumstände merkwürdigen Personen geistlichen Standes, welche alle in diesem XVIII. Seculo verstorben sind, nach der Zeit-Ordnung und der Folge ihrer Sterbe-Jahre abgefasset, Leipzig 1769.

Johann Matthias Groß, Historisches Lexicon evangelischer Jubel-Priester, darinnen eine Ehren-Crone der alten ehrwürdigen Lehrer und Prediger enthalten, die in funffzig- und mehr jährigen Aemtern meistentheils viel erfahren und Gott gefürchtet haben, 3 Bde., Nürnberg 1727-1746.

Ronald Füssel, Henneberger Land. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5579/.

Willy Quandt, Bedeutende Männer aus Thüringer Pfarrhäusern. Gabe der Thüringer Kirche an das Thüringer Volk, Berlin 1957.

Gottfried Lebrecht Richter, Allgemeines biographisches Lexikon alter und neuer geistlicher Liederdichter, Leipzig 1804.

Johann Caspar Wetzel, Hymnopoeographia oder historische Lebensbeschreibung der berühmtesten Lieder-Dichter, 4 Bde., Herrnstadt 1719-1728. [Titel ab Bd. 2: Johann Caspar Wetzels historische Lebensbeschreibung der berühmtesten Lieder-Dichter].

Empfohlene Zitierweise

Moeller, Katrin: Winter, Johann Ludwig. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zvg/

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Erstellt: 28.04.2008

Zuletzt geändert: 28.04.2008

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