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Schelhammer, Günther Christoph

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1. Juni 2008

* 13. März 1649 in Jena, Mediziner und Professor, † 11. Februar 1716 in Kiel

Kurzbiografie

Günther Christoph Schelhammer wurde als Sohn einer aus Hamburg stammenden Arztfamilie geboren. Sein Vater, Christoph Schelhammer, war Professor der Anatomie und Chirurgie, verstarb allerdings früh. Schelhammer nahm ein Medizinstudium in Jena auf, wechselte 1666 nach Leipzig, anschließend unternahm er eine ausgedehnte Bildungsreise nach Holland, England, Frankreich und Italien.

Nach seiner Rücker nach Jena 1677 promovierte er in Medizin und nahm den Ruf auf eine Professur für Botanik in Helmstedt an. Dort heiratete er eine Tochter des Medizinprofessors Hermann Conring, der als entschiedener Gegner Paracelsus' (Theophrastus Bombast von Hohenheim) gilt. 1689 wechselte Schelhammer auf eine Professur für Anatomie, Chirurgie und Botanik nach Jena, 1695 als ordentlicher Professor für Medizin nach Kiel. Dort fungierte er zugleich als herzoglicher Leibarzt.

Schelhammers Schriftwerk umfasst botanische, chemische und physikalische Themengebiete sowie zahlreiche medizinische Dissertationen. Sein Hauptwerk „Ars medendi vindicata“ (Kiel 1704) wurde erst nach seinem Tod 1747 herausgegeben. Unter den medizinischen Schriften findet sich auch eine Dissertation von Christoph Martin Burchard, die sich mit dem Magiethema beschäftigte.

Schelhammer war Mitglied der Academia naturae curiosorum und der Academia Recuperatiorum in Padua. Als einer der ersten teilte er Krankheiten nach dem unterschiedlichen Alter der Menschen ein („De morbis aetatum, Jena 1694). Schelhammer gilt als Anhänger von Franciscus de le Boë Sylvius und der von Paracelsus in Grundzügen entwickelten Iatrochemie, die auch sein Ziehvater und Onkel Werner Rolfinck (Professor für Iatrochemie an der Universität Jena) intensiv verfocht. Er stand im Briefwechsel mit Gottfried Wilhelm Leibniz, der sich von Schelhammer eine Erneuerungsbewegung in der Medizin versprach.

Ausgaben vor 1800

Günther Christoph Schelhammer (Präses) und Christoph Martin Burchard (Respondent), Disputatio inauguralis medica De morbis magicis quam, Kiel (Reuther) 1704.

Literatur

Gerd-Andres Günther, Der Briefwechsel zwischen Gottfried W. Leibniz und dem Professor der Medizin Günther Chr. Schelhammer, Diss. med. Hannover 1980.

Empfohlene Zitierweise

Moeller, Katrin: Schelhammer, Günther Christoph. Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zts/

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Erstellt: 13.06.2008

Zuletzt geändert: 13.06.2008

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