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Joris, David (Pseudonym: Johann von Brügge, David Georgsohn)

Gary K. Waite

(Übersetzung von Johannes Peisker)

10. September 2013

(english version ↓)

* vermutlich 1501 in Brügge (Flandern),† 25. April 1556 in Basel, einflussreicher Anführer und Theoretiker der Täufer und des Spiritualismus, stellte die Realexistenz des Teufels infrage


Abb. 1 David Joris (1501-1556)

Als einer der berüchtigsten und am stärksten verfolgten Häretiker des 16. Jahrhunderts war David Joris etappenweise ein evangelischer Laienaktivist, während des Höhepunkts der militanten Phase des niederländischen Anabaptismus (1533-1535) ein ruhiger Täufer, ehe er nach dem Untergang des Münsteraner Königreichs im Jahr 1535 zum wichtigsten Anführer der Täufer avancierte und schließlich als einflussreicher spiritualistischer Autor in Antwerpen (1539-1544) und Basel (1544-1556) agierte. Zu seinen bekannteren Auffassungen zählten die Leugnung der Leibhaftigkeit des Teufels, sowie eine sehr starke Hingabe zu Gewissensfreiheit und religiöser Toleranz.

Joris, von Beruf ein erfahrener Glasmaler der in Delft ein Geschäft eröffnet hatte, wurde 1528 für drei Jahre aufgrund seiner reformerischen Laienagitation verbannt. In Ostfriesland entwickelte er sich während des Besuchs des süddeutschen Täufers Melchior Hoffmann 1530 zu einem zögerlichen Anhänger des Täufertums, kehrte aber im Jahr darauf zu seinem Handwerk zurück. Schließlich gab er 1534/1535 dem Baptismus nach und wurde zum Ältesten bestellt. Der Sturz des Täuferreichs Münster im Juni 1535 löste eine tiefe Krise des Anabaptistentums aus. Dennoch machte Joris seine visionäre und charismatische Autorität geltend und schmiedete neue Kompromisslösungen für Problemfelder des Täufertums, etwa der Zuflucht der Münsteraner Täufer zum Schwert und die Polygamie.

Die schwer verfolgten Täufer sahen sich mit drei extremen Möglichkeiten der Glaubensausübung konfrontiert: entweder ein öffentliches Glaubensbekenntnis abzulegen, welches zur Gefangennahme und Feuertod führte oder im verschwiegenen selbst gewähltem Exil zu leben. Der dritte von Joris praktizierte Ausweg lag im Nikodemismus, indem er seinen wahren Glauben hinter einer öffentlich orthodoxen Fassade versteckte. Joris spiritualistischer Ansatz wertete alle anderen Glaubensbekenntnisse und doktrinären Zankereien als schädlich für den wahren inneren Christenglauben ab und betonte die Dichotomie zwischen Geist und Körper. Als religiöse Autorität vertraute er daher dominant auf die unmittelbare Erfahrung der „Inneren Stimme“.


Abb. 2: T´Wonderboeck Titelblatt

Joris entkam der Verfolgung durch die Flammen durch die Aufopferung seiner Anhänger, von denen viele starben, um seinen Aufenthaltsort zu schützen. Ein geheimes Netzwerk von Unterstützern verbreitete seine Briefe und Publikationen in Europa. Unter seinen Gefolgsleuten befanden sich viele Adlige und Fachleute, die, während dieser Ära des sich verhärtenden Konfessionalismus, Joris’ Spiritualismus, Kreativität und Befürwortung religiöser Toleranz inspirierend fanden. Weit über zweihundert seiner Schriften wurden veröffentlicht, vom kurzen Traktat bis zum gewaltigen Wunderbuch (T' Wonderboeck), das in zwei separaten Editionen erschien.

Als Joris 1539 nach Antwerpen zog, wurde er von den wohlhabenden Familien Van Lier und Van Berchen unterstützt. 1544 Gemeindemitglieder gingen später mit ihm in die Schweizer Hauptstadt Basel. Dank ihrer Förderung residierte Joris nun in relativ komfortablen und sicheren Verhältnissen als ein ehrenhafter Glaubensflüchtling. Zwar nutzte er ein Pseudonym, Jan van Brügg/Johann von Brugge, jedoch stellte dies keine wirkliche Lüge dar, da sein Konfirmationsname Johann lautete und er vermutlich in Brügge geboren worden ist.

Zu dieser Zeit hatte Joris die meisten der täuferischen Elemente seines Glaubens abgestreift. Von seinem früheren apokalyptischen Eifer und seinen narzisstischen Behauptungen ließ er ab. So hatte er behauptet, er sei der „dritte David“ (Christus war der zweite). Als gestandener Spiritualist gehörten nun mehrere unkonventionelle Humanisten zu seinem Freundeskreis in der Stadt, darunter Sebastian Castellio, der Arzt Jean Bauhin und der Drucker Johannes Oporinus. 1553 schrieb Joris eine Bitte an den Genfer Stadtrat, das Leben des spanischen Antitrinitariers und Spiritualisten Michael Servetus zu verschonen. Unter dem Synonym Georg Kleinberg wirkte er in Castellios kontroversem Buch „De haereticis, an sint perseqvendi“ mit, welches sich gegen die Häretikerverfolgung richtete. Er plädierte für eine Gesellschaft ohne staatliche Eingriffe in die Theologie, von breiter Meinungsvielfalt durchdrungen. Diese Sichtweise stand der Annahme entgegen, dass Gott ein Reich bestrafen würde, wenn dieses mehrere Konfessionen zuließe.

Joris natürlicher Tod 1556 beendete weder seinen Einfluss noch die Feindseligkeit seiner Gegner: Nachdem seine wahre Identität zwei Jahre später aufgedeckt wurde, ordnete man ein posthumes Gerichtsverfahren an und exhumierte seine Leiche, die 1559 zum Scheiterhaufen verurteilt wurde. Dieses nachträgliche Verdammung führte jedoch zu einer gegenteiligen Wirkung: Sie belebte zwar die Angst vor Joris’ ansteckenden Ideen neu, trug aber gleichzeitig zur intensiven Debatte über die Realpräsenz des Teufels bei. Diese Skepsis beantworteten Inquisitoren und Juristen mit weiteren spezifischen Aussagen angeklagter Hexen, um die Leiblichkeit von Dämonen zu beweisen.

Seine These, dass der Teufel nicht unabhängig außerhalb des menschlichen Geistes existiere, erschien erstmals in den Werken während seines Antwerpener Aufenthalts Vermutlich reflektiert er darin über Unterredungen, die er mit anderen dort ansässigen Spiritualisten wie den Loyisten (Anhänger von Eloise Pruynstincks) führte. Entgegen aller christlichen Interpretationsüberlieferungen argumentierte Joris, dass Satan erst nach Adam und Evas Sündenfall als gefallene Natur der Menschen entstand. Um dem Teufel zu widerstehen und Demut zu erreichen, bedürfe es weder Sakramente noch Exorzismen. Letztlich müsse man dazu nur seinen eigenen Stolz überwinden. Joris glaubte ebenfalls durch unmittelbaren Kontakt mit dem Heiligen Geist die wahre Bedeutung der freien Künste, Astrologie, der Kabbala und anderer okkulter Wissenschaften zu kennen, ohne die alten Sprachen erlernen zu müssen. Mit seiner Abwertung höherer Gelehrsamkeit und der spiritualistischen Aneignung okkulter Wissenschaften ähnelte er dem radikalen Medizinreformer und Alchemisten Paracelsus, dessen religiöse Ansichten ähnlich drastisch waren. Joris Gegner verwendeten seine ungwöhnlichen Magieinterpretationen, um ihn als bösen Zauberer zu diffamieren, der seine Gefolgschaft durch diabolische Magie erlange.

Joris veröffentlichte seine ungewöhnliche Dämonologie erstmals in einem Traktat aus dem Jahr 1540, (Neemt Waer. Dat boeck des leuens/ is mi gheopenbaert), welches 1616 neu aufgelegt wurde (Een Cort ende Leerlijck Tractaat: waer in verhandelt wert/ wat dat woort Duyvel sy). In der zweiten Edition des Wunderbuchs von 1551 forderte Joris den Teufel heraus, sich zu zeigen. Ohne eine solche Demonstration schwor Joris seine unorthodoxe Meinung beizubehalten, dass der Teufel nicht existiere. Seine kontinuierliche Verwendung der traditionellen Teufelsterminologie diente lediglich als ein rhetorisches Mittel für die Uneingeweihten.

Kein physisch existenter Teufel bedeutete auch: Keine dämonische Hexerei. Joris versicherte seinen Lesern, dass sie Schäden durch Magie nicht zu fürchten brauchten, da körperliche Schäden für die Gesundheit der Seele einerseits unbedeutend wären und es andererseits gar keinen Unheil planenden Teufel gab.Vergleichbar mit dem englischen Skeptiker Reginald Scot war Joris ein wichtiger Ideengeber der nonkonformistischen Opposition innerhalb der spiritualistischen und liberalen Täufer- und Mennonitenkreise. Mit Johannes Weyer, der das Handbuch „De praestigiis daemounum“ verfasste, kam er vermutlich durch Bauhin und Oporinus in Kontakt. Obwohl es orthodox scheint, was Weyer in „De praestigiis“ schreibt, wendet er sich konsequent gegen die konventionelle Hexenlehre. Genau dieser Taktik des Nikodemismus bedienten sich üblicherweise Spiritualisten wie Joris. So scheint Weyers religiöses Bekenntnis näher dem Spiritualismus seines Bruders und Mystikers Matthias Weyers zu sein als dem orthodoxen Luthertum. Außerdem teilte er Joris Fürsprache religiöser Toleranz sowie seine Verachtung staatlicher Verfolgung.

Um solche „bösartigen“ Ansichten zu konterkarieren, dämonisierten ihn zahlreiche Gegner Sie nannten ihn einen Atheisten, den „Teufel von Delft“ und erzählten Geschichten. seiner finsteren magischen Kräfte. Nach Veröffentlichung seiner Identität 1559 zirkulierten Gerüchte, dass Joris seine eigene Auferstehung vorhergesagt hätte und seine Anhänger die erhaltenen sterblichen Überreste verehren würden. 1559 berichtet der Württemberger Chronist Dionysius Dreytwein über den Prozess und die Gerüchte, dass sich Joris selbst zum Propheten ernannt und seine Auferstehung nach drei Tagen im Grab vorhergesagt hätte. Stattdessen sei er im Gefängnis gestorben und ein Befürworter von Brandstiftung, Diebstahl und Mord gewesen. Eine andere Geschichte, von einem Genfer Kalvinisten überliefert, berichtet über eine niederländische Edelfrau. Angestiftet durch einen dämonischen Incubi besuchte sie Basel und betrieb angeblich Unzucht mit der Leiche des Propheten um den Heiligen Geist zu erfahren. Seine „Dämonologie“ könnte auch Juristen wie den Genfer Germain Colladon dazu angeregt haben, verdächtige Hexen intensiver über die Existenz des Teufels zu befragen. Gerade jene, die an der Existenz des Teufels zweifelten, wurden tatsächlich auf schlimme Weise behandelt.

Trotz solch scharfer Reaktionen gegen Joris als Erzhäretiker und Atheist erreichten seine Thesen unter Spiritualisten der Republik der Vereinigten Niederlande eine bemerkenswerte Popularität. Das half jenen Spiritualisten ihre Positionenvon relativer Religionstoleranz sowie früher Ablehnung der Hexenverfolgung auszuformen. Ähnliche Kontroversen rief die 1691 erschienene Publikation „Die bezauberte Welt“ (De Betoverde Weereld) von Balthasar Bekker hervor. Gegner Bekkers diskredierten seine Auffassung, der Teufel sei nicht real und verglichen diese mit der von David Joris.

Literatur

Mirjam Van Veen, Contaminated with David Joris’s Blasphemies. David Joris’s Contribution to Castellio’s De Haereticis an sint Persequendi, in: Bibliothèque d’Humanisme et Renaissance 69, 2007, S. 313-326.

Mirjam Van Veen, Spiritualism in the Netherlands. From David Joris to Dirck Volckertsz Coornhert, in: Sixteenth Century Journal 33, 2002, S. 129-150.

Hans De Waardt, Witchcraft, Spiritualism and Medicine. The Religious Convictions of Johan Wier, in: Sixteenth Century Journal 42, 2011, S. 369–391.

Hans De Waardt, Religie, duivelspact en toverij, in: Tijdschrift voor geschiedenis 118, 2005, S. 400-415.

Gary K. Waite, Eradicating the Devil’s Minions. Anabaptists and Witches in Reformation Europe 1535-1600, Toronto 2007.

Gary K. Waite, An Artisan’s Worldview? David Joris, Magic and the Cosmos, in: C. Arnold Snyder (Hg.), Commoners and Community. Essays in Honour of Werner O. Packull, Kitchener 2002, S. 167-194.

Gary K. Waite, Radical Religion and the Medical Profession. The Spiritualist David Joris and the Brothers Weyer (Wier) in: Hans-Jürgen Goertz / James M. Stayer (Hg.), Radikalität und Dissent im 16. Jahrhundert / Radicalism and Dissent in the Sixteenth Century, Berlin 2002, S. 167-185.

Gary K. Waite, „Man is a Devil to Himself“. David Joris and the Rise of a Sceptical Tradition towards the Devil in the Early Modern Netherlands1540-1600, in: Nederlands Archief voor Kerkgeschiedenis / Dutch Review of Church History 75, 1995, S. 1-30.

Gary K. Waite, Talking Animals, Preserved Corpses and Venusberg. The Sixteenth-Century Worldview and Popular Conceptions of the Spiritualist David Joris (1501-1556), in: Social History 20, 1995, S. 137-156.

Gary K. Waite (Hg.), The Anabaptist Writings of David Joris 1535-1543, Waterloo 1994.

Gary K. Waite, David Joris and Dutch Anabaptism 1524-1543, Waterloo 1990.

Samme Zijlstra, Nicolaas Meyndertsz van Blesdijk. Een bijdrage tot de Geschiedenis van het Davidjorisme, Assen 1983.

English Version

Joris, David (1501-1556)

One of the most notorious and hunted heretics of the sixteenth century, David Joris was by stages a lay evangelical activist, a quiet Anabaptist at the height of the militant phase of Dutch Anabaptism (1533-35), the most important Anabaptist leader after the fall of the Münster kingdom in 1535, and an influential spiritualist writer in Antwerp (1539-44) and Basel (1544 to 1556). Among his more infamous notions were a denial of the essential reality of the Devil and a very strong commitment to freedom of conscience and religious tolerance.

By profession a skilled glass painter who set up shop in Delft, Holland, Joris was exiled for three years in 1528 for his lay reform agitation. In East Frisia in 1530 during the visit there of the South-German Anabaptist preacher Melchior Hoffman, Joris became a hesitant adherent, returning to Delft and to his craft in 1531. He finally relented to baptism in 1534/35 and was commissioned an elder. The fall of Anabaptist Münster in June 1535 was a crisis for all Anabaptists, yet Joris stepped forward, asserting his visionary and charismatic authority and forging a compromise solution on the contentious issues facing the survivors, such as Münster’s resort to the sword and polygamy.

The heavily persecuted Anabaptists faced three stark choices: public avowal of their beliefs leading to arrest and death by fire, self-imposed exile or, Joris’s metier, practicing Nicodemism by hiding one’s true beliefs under a public pretense of orthodoxy. Joris’s spiritualistic approach depreciated all external confessions and doctrinal squabbling as inimical to true, internal Christian faith and emphasized the dichotomy between spirit and flesh. He therefore relied on an immediate experience with the ‘inner Word’ for religious authority.

Joris escaped the flames through the devotion of his followers, many of whom died protecting his whereabouts. A secret network of supporters disseminated his letters and publications throughout Europe. Among his followers were several of the nobility and professionals who found Joris’s spiritualism, creativity, and advocacy of religious toleration appealing during this era of hardening confessionalism. Well over two hundred of his writings were published, ranging from short tracts to the massive The Wonder Book (Twonder-boeck), which appeared in two separate editions.

When Joris moved to Antwerp in 1539 he was patronized by the wealth Van Lier and Van Berchem families, members of which in 1544 moved with him to the Swiss city of Basel. Thanks to their support, Joris now resided in relative comfort and safety as a gentleman religious refugee. While he used a pseudonym, Johan van Brugge, this was not in fact a lie, since his confirmation name was John, and he may have been born in Bruges.

By this time Joris had shed most of the Anabaptist elements of his beliefs, reducing his earlier apocalyptical fervor and narcissistic claims, which had included suggestions that he was the ‘third David’ (Christ was the second). Instead, as a thorough spiritualist, Joris’s acquaintances in the city included several unconventional humanists, not the least of whom were Sebastian Castellio, the physician Jean Bauhin, and the printer Johannes Oporinus. In 1553 Joris wrote to the Geneva city council pleading with them to spare the life of the Spanish anti-trinitarian spiritualist Michael Servetus. As George Kleinberg he contributed to Castellio’s controversial book against heresy persecution, De haereticis, an sint perseqvendi, arguing for a society without state interference in theology and where diversity of opinion could flourish, a view that opposed the assumption that God would punish a realm for allowing multiple faiths.

Joris’s death in 1556 of natural causes ended neither his influence nor the antagonism of his opponents, so that when his true identity was revealed over two years later, a posthumous trial was ordered and Joris’s disinterred remains condemned to the stake in 1559. This event, however, merely rekindled anxiety over Joris’s contentious ideas, contributing to the debate over the reality of the Devil, skepticism toward which further provoked inquisitors and jurists to use the testimony of accused witches to prove the verity of demons.

Joris’s posture that the Devil did not exist independently outside of the human mind began appearing in works composed during his Antwerp residence, which may reflect conversations with other spiritualists there, such as the Loyists, the followers of Eloise Pruystinck. Against all traditions of Christian interpretation, Joris argued that Satan originated only after the fall of Adam and Eve as the fallen nature of humans. Resisting the devil required neither sacraments nor exorcism, but merely removing the pride that interfered with attaining humility. Joris also believed he possessed, through unmediated contact with the Holy Spirit, the true meaning of the liberal arts, astrology, the Kabbalah and other occult sciences, all without having to learn the classical languages. In this denigration of higher learning and his spiritualistic appropriation of the occult sciences, he was akin to the radical medical reformer and alchemist Paracelsus, whose religious views were similarly radical. Joris’s opponents turned his unusual interpretations of magic into claims that he was an evil sorcerer who won his following through diabolical magic.

Joris first expressed his unusual demonology in a 1540 tract, Behold, the book of life is opened to me (Neemt Waer. Dat boeck des leuens/ is mi gheopenbaert), reprinted in 1616 as A Brief and Instructional Tract Wherein is Handled the Meaning of the Word Devil (Een Cort ende Leerlijck Tractaat: waer in verhandelt wert/ wat dat woort Duyvel sy). In the second, 1551 edition of his The Wonder Book, Joris challenged the devil to show himself if was real; without such a demonstration, Joris pledged to maintain his unorthodox opinion. His continued use of traditional terminology regarding the Devil was merely a rhetorical device for the uninitiated.

No physical Devil implied no demonic witchcraft, and Joris reassured his readers that they should not fear harm by magic, since damage to the body was of little consequence to the health of the soul, and since there was no external devil plotting their harm. His position, comparable to the English skeptic Reginald Scot’s, helped shape the opposition to witch hunting among nonconformists within spiritualist and liberal Anabaptist/Mennonite circles. Presumably thanks to Bauhin and Oporinus, Joris corresponded with Johann Weyer (Wier) before the latter had authored the famous anti-witch-hunting manual De praestigiis daemonum. Although what Weyer writes in De praestigiis seems orthodox, this was a tactic of which spiritualists like Joris were perfectly capable. Instead, Weyer’s religious beliefs seem closer to the spiritualism of his brother, Matthias, than to orthodox Lutheranism, and Weyer shared Joris’s advocacy of religious tolerance and abhorrence of state persecution.

To counteract such pernicious opinions, Joris’s many adversaries demonized him, calling him an atheist and ‘the Devil of Delft,’ and telling stories that he possessed sinister magical powers. After the public disclosure of his identity in 1559, rumors circulated that Joris had predicted his own resurrection and that his followers venerated his preserved remains. In 1559 the Württemberg chronicler Dionysius Dreytwein reported on this trial and on the rumors that Joris had proclaimed himself a prophet, had predicted his own resurrection after three days in the grave, had died in jail, and was a promoter of arson, theft, and murder. Another story told by a Genevan Calvinist had a Dutch noblewoman, ‘persuaded by stories of demonic incubi,’ visiting Basel hoping to have sexual relations with the prophet’s corpse to receive the Holy Spirit. Joris’s demonology may have inspired jurists such as the Genevan Germain Colladon to question suspected witches more sharply on their beliefs about the existence of the Devil; any who expressed doubt about the Devil’s existence were treated severely indeed.

Despite such reactions against Joris as an archheretic and atheist, his internalization of the Devil became a remarkably popular one among spiritualists in the Dutch Republic, helping to shape its singular position of relative religious toleration and early rejection of witch persecution. In the swirl of polemics surrounding the publication of Balthasar Bekker’s Bewitched World (De Betoverde Weereld) in 1691, opponents sought to discredit its skepticism toward human and devil interaction by comparing them to those of David Joris.

Empfohlene Zitierweise

Waite, Gary K.: Joris, David. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zrp/

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Erstellt: 09.09.2013

Zuletzt geändert: 10.09.2013

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