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Heerbrand, Jacob

12.07.00

* 12.8.1521 in Giengen/Brenz + 22.5.1600 Tübingen

Theologe

Von 1538 bis 1543 studierte Heerbrand Philosophie und Theologie bei Melanchthon und Luther in Wittenberg, die ihn stark prägten. 1543 erhielt er ein Diakonat in Tübingen und heiratete 1547 Margarete Stammler, wodurch er in die städtische Oberschicht aufgenommen wurde.

Wegen der Ablehnung des Interims 1548 wurde Heerbrand seines Amtes enthoben. Im Jahre 1550 promovierte er in Theologie und wurde Superintendent in Herrenberg.

Daß er zu den führenden Theologen Württembergs gehörte, ist zum einen an seiner Unterzeichnung der "Confessio Virtembergica" 1551, zum anderen an seiner Teilnahme am Trienter Konzil 1552 zu erkennen. 1556 wurde er mit der Reformierung der Markgrafschaft Baden-Durlachs beauftragt, 1557 erhielt er eine Theologie-Professor in Tübingen. Den Höhepunkt seiner Karriere bildete wohl seine Beförderung zum Kanzler und herzoglichen Rat im Jahre 1590.

Heerbrands gilt als einer der Begründer der lutherischen Orthodoxie, im Laufe seines Lebens hat er zahlreiche Schriften und Disputationen verfaßt, in denen er sich u.a. intensiv mit theologischen Streitigkeiten und patristischen Schriften auseinandersetzte. Als sein bekanntestes Werk wird das "Compendium theologiae methodi quaestionibus tractatum" betrachtet, das 1573 in Tübingen erschien. Offensichtlich war er bei den Zeitgenossen sehr angesehen, doch sind bisher weder seine Schriften noch seine Wirkung oder sein Einfluß auf die zeitgenössische Diskussion genauer untersucht worden. (B.H.)

Literatur

Heinrich Fausel, Art. Jacob Heerbrand, in: NDB 8 (1969), S. 194 f.

Deutsches Biographisches Archiv, Neue Folge 1989

Siegfried Raeder, Art. Heerbrand, in: TRE 14 (1985), S. 524-26

 

Empfohlene Zitierweise

Heerbrand, Jacob. Aus: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller u. Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zq2/

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Erstellt: 15.02.2006

Zuletzt geändert: 15.02.2006

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