Personen

  / historicum.net / Themen / Hexenforschung / Lexikon / Personen

Geiler von Kaysersberg, Johannes

08.06.00

* 16. 3. 1445 in Schaffhausen, + 10. 3. 1510 in Straßburg

Johannes Geiler von Kaysersberg studierte bis zum Magisterexamen an der Universität Freiburg, wo er Mitglied des Rates der Artistenfakultät wurde. 1471 setzte er sein Studium an der theologischen Fakultät der Universität Basel fort, wo er zum Dr. theol. promoviert wurde. Den Bitten der Freiburger Bürgerschaft nachkommend, übernahm er 1476 einen theologischen Lehrstuhl an der Universität Freiburg, wo er im selben Jahr auch Rektor wurde. Nach einem Jahr seiner Universitätslaufbahn wandte er sich jedoch der praktischen Seelsorge zu, zuerst in Würzburg, danach in Straßburg. Diese Tätigkeit, die lediglich durch eine Pilgerreise nach Südfrankreich im Jahr 1484 und eine mehrmonatige Predigertätigkeit in Augsburg 1488 unterbrochen wurde, übte er bis zu seinem Tod am 10. 3. 1510 aus. Die in seinen Werken faßbare Theologie ist methodisch und inhaltlich scholastisch geprägt und dürfte wohl dem Nominalismus zuzuordnen sein, zu dem sich zugleich auch mystische Frömmigkeit gesellt. Geilers Popularität beruhte darauf, daß er in seinen Predigten vielfältige Themen sowie Autoren unterschiedlichster Richtungen und sogar weltliche Literatur verwendete, wie sein Zyklus über Sebastian Brants "Narrenschiff" zeigt. Geiler war zwar kein Humanist, übte jedoch Einfluß auf den oberrheinischen Humanistenkreis um Brant und Wimpfeling aus.

Siehe: Münchener Digitalisierungszentrum - Druckgraphische Buchillustrationen des 15. Jh. - Inkunabeln

 

Digitalisierte Werke (Schlüsselseiten)

Die Emis: nebst "Herr der Kunig, ich diente gern". Straßburg 1517
BSB 2 P.lat. 1135#Beibd.1

 

Empfohlene Zitierweise

Geiler von Kaysersberg, Johannes. Aus: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller u. Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zpo/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 15.02.2006

Zuletzt geändert: 04.05.2006

Index


Lesezeichen / Weitersagen

FacebookTwitterGoogle+XingLinkedInDeliciousDiggPinterestE-Mail