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Acontius, Jacobus

Paola Giacomoni

(Übersetzung von Johannes Peisker)

16. September 2013

(english version ↓)

* ca. 1520 in Ossana, † 1567 in London; italienischer Jurist, Ingenieur und Humanist; Kritiker des orthodoxen Katholizismus und Vertreter des frühen Rationalismus; Verfasser einflussreicher Werke zu Logik („De Methodo“) und Toleranz („Stratagemata Satanae“).

I. Biographie

Es gibt über das Geburtsdatum von Jacobus Acontius (oder Giacomo Aconcio) keine eindeutigen Quellenbelege. Die vorherrschende Meinung benennt 1520 als das wahrscheinliche Geburtsjahr. Acontius wurde in Ossana geboren, wo er als Notar zu arbeiten begann. Diese Tätigkeit führte er ab 1544 in Trient weiter. Zwischen 1553 und 1556 bekleidete er wahrscheinlich eine Stelle am Hof Maximilian II. in Wien , dem Kaisers des Heiligen Römischen Reichs. Gemäß neuester Forschung schrieb er seine beiden ersten Werke zu dieser Zeit: „Dialogo di Giacopo Riccamati“ und „Somma brevissima della dottrina Cristiana“. Sie wurden beide nacheinander 1558 in Basel bei Pierto Perna publiziert. Von Anfang 1556 bis Juni 1557 diente er in Mailand als Sekretär des Kardinals Cristoforo Madruzzo.Madruzzo war darauf bedacht einen offenen Dialog zwischen der deutschen Welt und dem Heiligen Stuhl in Rom während des Konzils von Trient aufrechtzuerhalten.

Allerdings entschloss sich Acontius 1557 mit seinem Freund Francesco Betti nach Zürich aufzubrechen um seinen Glauben freier praktizieren zu können. Hier begegnete er den wichtigsten Repräsentanten der Züricher Reformbewegung und verbrachte wahrscheinlich Zeit mit Lelio Sozzini und Bernardino Ochino. Außerdem schloss er Freundschaft mit Johann Wolf, wie aus der Korrespondenz mit ihm hervorgeht. Danach zog er nach Basel, wo er einen örtlichen Häretikerzirkel kennenlernte. Er kam dort ebenfalls in Kontakt mit dem oben genannten Druckhaus von Pietro Perna, welches eines seiner Werke zur Logik „De Methodo“ 1558 publizierte. Daraufhin siedelte er nach Straßburg über und erreichte mit einem Empfehlungsschreiben als Militäringenieur für Königin Elisabeth schließlich 1559 England..

Acontius reichte der Königin einen Lizenzantrag für eine Reihe mechanischer Erfindungen ein. Zudem erhielt er eine Pension, vermutlich aufgrund seiner Verdienste bei mehreren Landgewinnungsprojekten an der Themse. Angesichts seiner Ingenieursausbildung ersuchte man 1564 seine technische Beratung für ein Festungsprojekt bei Berweck-upon-Tweed. Dies geht aus dem Werk „Ars muniendorum oppidorum“ hervor, welches auf Italenisch verfasst und während seiner Londoner Jahre ins Lateinische übersetzt wurde. Das Werk galt lange Zeit als verschollen, dennoch wurde kürzlich im Hausarchiv Petworth eine von Acontius’ Freund Thomas Blundeville fertiggestellte Übersetzung (1573) gefunden. Sie wurde als „Booke of Forteyinge“ (Treatise on Fortification) in Florenz 2011 veröffentlicht.

In London besuchte Acontius die spanische Kirche und besaß Verbindungen mit der von Adriaan Haemstede angeführten niederländischen Kirche Haemstede wurde später exkommuniziert, für den Acontius trotzdem öffentlich Solidarismus bekundete. Nach Auflösung der spanischen Kirche bat Acontius um Aufnahme in die französische und italienische Kirche, wurde aber nicht akzeptiert. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Militäringenieur verbrachte er seine letzten Jahren mit der Niederschrift „Stratagemata Satanae“, eines seiner wichtigsten Werke zur religiösen Toleranz. Die Niederschrift wurde 1565 ebenfalls in Basel von Pietro Perna publiziert und sehr rasch in verschiedene europäische Sprachen übersetzt. Er starb wahrscheinlich 1567.

II. Das Thema der Religionstoleranz

Der 1558 veröffentlichte „Dialogo di Giacopo Riccamati“ bot eine kurze Vorabbehandlung der Themen von Acontius’ Hauptwerk von 1565. Es ist in Dialogform verfasst, um so als stilistisches Mittel seine Zweifel optimal zur Geltung kommen zu lassen.Um denen gegenüber zu treten, die glauben Gewissheiten um Religion und Glauben zu besitzen, stellt er unnachgiebig Fragen um seinen Gedankengang zu verdeutlichen. Zweifel und Unsicherheit seien nicht nur ein unvermeidbarer menschlicher Zustand, sondern sie würden Aufgeschlossenheit ermöglichen. Diese seien notwendig um religiöse Wahrheit zu suchen. Klar und transparent, komme solche Wahrheit nur von Gott, sagt Acontius. Sie könne nur in den Worten der Heiligen Schrift gefunden werden, die nicht undurchsichtig sind. Allerdings könne niemand behaupten, er besitze gänzlich und zweifelsfrei die Wahrheit. Religiöse Wahrheit sei von rationaler Wahrheit zu unterscheiden. Beide können sich aber zusammenschließen, wenn man der Vernunft in einer unparteiischen, ruhigen Weise zustimmt und den Meinungen anderer ohne Vorurteile zuhört. Aus dieser Perspektive sei der Häretiker weniger eine irrende Person, die deshalb verdammt werden muss als vielmehr jemand, der sucht und dem zugehört werden muss. Häresie ist somit ein Weg zur Wahrheit, der erst am Ende der Zeit zur Gänze zugänglich sein wird. Zu dieser Suche kann jeder beitragen – sogar diejenigen, die gegen die Orthodoxie rebellieren.

Die entgegengesetzte Einstellung charakterisiert jene, die ohne Erkenntnis verdammen und erwarten ohne Wissen zu lehren. Es sei der Weg zum Aberglauben. Dieser basiere auf Ignoranz und passiver Zustimmung zu Tradition und etablierten Gewohnheiten, da er frei von der Rigorosität einer methodisch beherrschten Verstandesbenutzung ist. Diese Einstellung liegt der Idee und Praxis der Verfolgung zugrunde, dass es in der christlichen res publica keinen Platz für diejenigen gäbe die sich weigern, die unabhängige Suche nach Wahrheit aufzugeben und die Lehren der nun diskreditierten Römischen Kirche passiv zu akzeptieren, die häufig mit dem Antichrist identifiziert wird. Acontius’ Gedankengang in diesem und folgenden Werken zeigt deutlich viele Eigenschaften eines Typs erasmischer Religiosität und Parallelen zu den Themen eines 1554 veröffentlichten Werks Sébastian Castellions mit dem Titel „De haereticis an sint persequendi“.

In seiner großen Abhandlung von 1565 mit dem Titel „Stratagemata Satanae libri octo“, die er Königin Elisabeth widmete, nutzt Ascontius die Hinweise seines Traktats von 1558 „De methodo“ voll aus, um seine Ansichten bezüglich der Religion auf wohlgeordnete, überzeugende Art weiterzuentwickeln. „Stratagemata“ war ein sehr erfolgreiches Werk und wurde in 150 Jahren mindestens fünfzehnmal neugedruckt. Es leistete daher einen wichtigen Beitrag zur religiösen Auseinandersetzung des 16. und 17. Jahrhunderts. Im gleichen Jahr wurde es ins Französische (Les ruzes de Satan, 1565), im 17. Jahrhundert ins Deutsche (Die listigen Kriegs-Rencken des Satans, 1647), Niederländische (De Archilisticheden des Satans, 1611) und ins Englische übersetzt (Satans Stratagems, 1648).

Die Bedeutung von Acontius’ Werk ist den Gelehrten der Zeit nicht entgangen, zumindest bis ins frühe 18. Jahrhundert. Pietro Ramo, mit dem Acontius korrespondierte, war dies bewusst. Acontius wird ebenfalls in den Werken von Comenius erwähnt, der aufgrund seiner irenischen Absicht sowohl an „Stratagemata“ als auch anderen Arbeiten wie beispielsweise „De methodo“. Zudem wurde er von Leibniz zitiert. In „Nova methodus discendae docendaeque jurisprudentiae“ (1667) behandelt Leibniz den Italiener bei der Untersuchung von Methoden im Rechtsgebiet. Acontius hielt im 17. Jahrhundert Einzug in Wörterbücher und Enzyklopädien, wie etwa dem berühmten Dictionnaire historique et critique (1697) von Pierre Bayle.Bayle widmet Acontius dort einen Hauptartikel und drückt seine Anerkennung für seine Werke zu Logik und Ingenieurswesen aus. Ebenfalls lobt er ihn dafür, ein großer Verfechter der Toleranz zu sein. Weiterhin ist Acontius vertreten in dem sehr großen Werk von Gottfried Arnold mit dem Titel „Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie“ von 1699. Dieser Band hatte einen tiefgehenden Innovationseffekt auf die Untersuchung der Geschichte des Christentums, da es den Ansichten von Häretikern ebenfalls Platz einräumte. Hier wird Acontius mit großen Exzerpten aus „Stratagemata“ und „De methodo“ erwähnt und als Unterstützer christlicher Toleranz und Einheit dargestellt. Auch wenn das klassische Zeitalter der Aufklärung die Toleranzidee so sehr in Mode brachte, dass man es als Schlüsselwort des Jahrhunderts bezeichnen kann, schien man ihn dabei zu vergessen.

III. Stratagemata

Das Werk erörtert Satan stets auf originelle Weise, die eine abergläubische Personifizierung vermeidet. Was sind die Listen des Teufels? Nach Jean Jacquot können wir sie die Kunst heimtückischen Denkens nennen, die durch Stolz und Dominanzverlangen inspiriert wird Satan ist weder eine dämonische Präsenz, die für das Böse in der Welt verantwortlich ist, noch ist er eine obskure Macht oder arglistige Person, mit der jemand ein gefährliches Verhältnis hat. Als kulturelle Einstellung ist er vielmehr das, was den typischen Stil des Dogmatikers oder Fanatikers kennzeichnet – oft ein religiöser Mensch – der einen freien Austausch der Ideen auf der Suche nach Wahrheit nicht wünscht, sondern gewaltsam und respektlos streitet um zu beleidigen und zu gewinnen.

Der in diesem Werk von Acontius so heftig kritisierte Disput sollte daher im klassischen Sinne der Sophisterei verstanden werden. Das heißt die vom platonischen Sokrates verurteilte Einstellung derjenigen, die die Oberhand gewinnen, ihre Gegner sogar überwältigen wollen und nicht an der Wahrheit interessiert sind. Acontius schreibt: „The desire to win must absolutely be kept far away from every meeting of Christians. Let there be only one purpose: that truth wins“ („Der Wunsch des Sieges muss unbedingt von jeder Christenzusammenkunft äußerst fern gehalten werden. Es darf nur einen Zweck geben: dass die Wahrheit siegt“). Der Streit liegt dem Zentrum der Kriegslogik zugrunde. Der Zweck ist die Zerstörung des Feindes, ohne jedweden Selbstzweifel zu erfahren. Es ist ebendieser parteiische, dogmatische Geist des Streits, der die größte Waffe der spiritualisierten, psychologisierten Teufelsversion ist. Und er ist die Versuchung, vor der man wachsam sein muss: Man muss vorsichtig sein, da diejenigen, die glauben von Satan weit entfernt zu sein, häufig seine Opfer sind. Was vielmehr vonnöten sei, ist eine Einstellung der totalen Offenheit gegenüber abweichenden Meinungen inklusive häretischer Ansichten: „And since that is the way things are, be persuaded - with whomever you are arguing [...] - that he is you yourself“ („Und da dies die Lage der Dinge ist, sei davon überzeugt – mit wem auch immer du debattierst [...] – dass er deinesgleichen ist“). Um eine freie Diskussion und neugefundene Harmonie im Christentum zu erlangen, sah Acontius eine Möglichkeit darin einige Dogmen bezüglich der Menschwerdung, Wiederauferstehung und Taufe zu identifizieren. Durch die Identifikation könnten die verschiedenen Standpunkte als ihre eigenen anerkannt werden.

Zu diesem Zweck muss die Diskussion unter gleichen Bedingungen stattfinden: Wir dürfen nicht glauben, unfehlbar zu sein. Acontius legt großen Wert darauf, dass der Mensch nicht unfehlbar ist. Ebenfalls ist die menschliche Zerbrechlichkeit entscheidend, die als sehr wichtiges Merkmal reformierter Religion angesehen werden kann. Allerdings sticht seine Figur als Mann der italienischen Renaissance deutlich hervor und ist frei von Pessimismus. Acontius war ein Mann von Welt und ein Mann der Tat. Als Militäringenieur und Notar war ihm der Wert des Handelns, sogar desjenigen technischen Charakters, neben dem Wert von Wissenschaft und Logik wohlbewusst. Es sei essentiell, die „slaughters of consciences“ („Metzeleien der Gewissen“) zu vermeiden. Man müsse widerstehen und sich gegen Satan wappnen, sogar wenn man weiß, irgendeine absolute Sicherheit nicht zu besitzen. Die menschliche Zerbrechlichkeit beschreibt die Leichtigkeit, mit welcher der Mensch fehlgeht. Sie ist unabdingbar dafür, sich für die Meinung anderer und für Gewissensfreiheit zu interessieren. Diese Themen machen „Stratagemata Satanae“ zu einer der ersten großen, in Europa zirkulierenden Abhandlungen über religiöse Toleranz.

Literatur

Quellen

Jacobus Acontius, Satanae Stratagemata Libri octo, Editio critica, W. Köhler (Hg.), München 1927.

Acontiana. Abhandlungen und Briefe des Jacobus Acontius, in: W. Köhler / E. Hassinger (Hg.), Abhandlungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Heidelberg 1932.

Jacopo Aconcio, De Methodo e opuscoli filosofici e religiosi, Firenze 1944 (Kritische Edition und italienische Übersetzung).

Jacopo Aconcio, Stratagemata Satanae, libri VIII, Firenze 1946 (Kritische Edition und italienische Übersetzung).

Jacopo Aconcio, Trattato sulle fortificazioni, P. Giacomoni (Hg.) unter Mitarbeit von G. M. Fara, R. Giacomelli, O. Khalaf, Olschki, Firenze 2011 (Kritische Edition des englischen Manuskripts und italienische Übersetzung).

Digitalisierte Ausgaben

Stratagematum satanae libri 8

http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10259306-4    

Stratagematum satanae libri 8

http://digital.slub-dresden.de/id367812665    

Satans stratagems, or The devils cabinet-councel discovered,

http://gateway.proquest.com/openurl?ctx_ver=Z39.88-2003&res_id=xri:eebo&rft_val_fmt=&rft_id=xri:eebo:image:116299

De Methodo

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00038618-8

Sekundärliteratur

P. Adamo, Da Aconcio a Locke. Fallibilismo e libera sperimentazione nelle riflessioni europee sulla tolleranza, in: V. Dini (Hg.), Tolleranza e libertà, Milano 2001, S. 23-40.

D. Cantimori, Aconcio, Jacopo, in: Dizionario biografico degli italiani, Istituto della Enciclopedia italiana I, Roma 1960, S. 154-159.

P. Cristofolini, Aconcio e l’Anticristo, in: Rinascimento 24, 1984, S. 53-79.

A. de Groot, Acontius’s Plea for Tolerance, in: R. Vigne / C. Littleton (Hg.), From Strangers to Citizens. The Integration of Immigrant Communities in Britain, Ireland and Colonial America, 1550-1750, Brighton 2001, S. 48-54.

V. Gabrieli, Aconcio in Inghilterra (1559-1566). I baluardi di Berwick e gli Stratagemmi di Satana, in: La cultura 21, 1982, Heft 2, S. 309-340.

R. Giacomelli, Il mestiere dell’ingegnere nel Rinascimento. Jacopo Aconcio e una traduzione inglese dell’Ars muniendorum oppidorum, in: Studi trentini di scienze storiche LXXXIX, 2010, S. 171-190.

P. Giacomoni / L. Dappiano (Hg.), Jacopo Aconcio. Il pensiero scientifico e l’idea di tolleranza, Trento 2005.

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G. Kinder, Jacobus Acontius, in: Bibliotheca dissidentium. Répertoire des non-conformistes religieux des seizième et dix-septième siècles, 16, Baden-Baden 1994, S. 55-117.

J. Lecler, Les Stratagemata Satanae de Jacques Acontius, in Ders., Histoire de la tolérance au siècle de la Reforme, Paris 1955, S. 351-357.

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P. Rossi, Giacomo Aconcio, Milano 1952.

M. Valente, Aconcio, in: M. Biagioni / L. Felici / M. Duni (Hg.), Fratelli d’Italia. Riformatori italiani nel Cinquecento, Torino 2011, S. 9-17.

S. Walton, State Building through Building for the State. Foreign and Domestic Expertise in Tudor Fortifications, in: Osiris II, XXV, 2010, S. 66-84.

L. White Jr., Jacopo Aconcio as an Engineer, in: American Historical Review 72, 1967, S. 425-444.

English Version

Aconcio, Jacopo

Paola Giacomoni

* 1520 in Ossana, † 1567 in London; italian jurist, engineer und humanist; critic of orthodox Catholicism and advocator of early rationalism; author of many influential works regarding logic (“De Methodo”) and tolerance (“Stratagemata Satanae”).

I. Biography

There is no conclusive evidence on the birth date of Jacopo Aconcio (or Giacomo Concio). The prevalent opinion holds that 1520 is the most probable year. Aconcio was born in Ossana (Trento), where he began working as a notary public, an activity that he subsequently continued in Trento starting in 1544. From 1553 to 1556, he was probably operative at the court of Holy Roman Emperor Maximilian II in Vienna. According to the most recent studies, he wrote his two first works at this time: Dialogo di Giacopo Riccamati and the Somma brevissima della dottrina Cristiana, both subsequently published in 1558 in Basel by Pietro Perna. From early 1556 to June 1557, he served as a notary in Milan for Cardinal Cristoforo Madruzzo, a man who was careful to maintain an open dialogue between the German world and the Holy See in Rome during the years of the Council of Trento.

However, in 1557, Aconcio decided to leave for Zurich together with his friend Francesco Betti to practice his faith more freely. Here, he met the most important representatives of the Zurich reform movement, and probably he spent time with Lelio Sozzini and Bernardino Ochino and struck up a friendship with Johann Wolf, as evidenced in the exchange of correspondence with him. Next he moved to Basel, where he met the local circle of heretics. He also came into contact with the printing house of Pietro Perna mentioned above, which would also publish one of his works on logic called De Methodo in 1558. He then relocated to Strasbourg, and finally reached England in 1559, bearing a letter of introduction as a military engineer for Queen Elizabeth.

Aconcio presented the Queen with an application for a license for a number of mechanical inventions and obtained a pension for his efforts, probably for several reclamation projects for the Thames. In 1564, his technical counselling was sought about a fortification project at Berwick-upon-Tweed because of his training as an engineer, as evidenced by a work on the ars muniendorum oppidorum, written in Italian and then translated into Latin during his London years. The work was long believed lost, but an English translation (1573) completed by Aconcio's friend Thomas Blundeville was recently found in the Petworth House Archive and was published as the Booke of Forteyinge (Treatise on fortifications), Florence 2011.

In London, Aconcio attended the Spanish church and had connections with the Dutch church headed by Adriaan Haemstede, who would later be excommunicated and with whom Aconcio publicly expressed his solidarity. After the Spanish church dissolved, Aconcio asked to join the French and Italian churches, but was not accepted. In his final years, in addition to his activities as a military engineer, he spent his time writing his most important work on religious tolerance, Stratagemata Satanae, which was also published by Pietro Perna in Basel (in 1565) and very soon translated into various European languages. He probably died in 1567.

II. The theme of religious tolerance

Published in 1558, the Dialogo di Giacopo Riccamati offered a brief advance treatment of the themes of Aconcio's major treatise of 1565. It is written in the form of a dialogue, so as to make optimum use of the destabilising weapon of doubt. To counter those who believe they possess certainties about religion and faith, questions are asked relentlessly to further clarify Aconcio's reasoning. Not only are doubt and uncertainty an inevitable condition of Man, they also have a positive aspect in that they ensure the openness of mind that is necessary for seeking religious truth. Clear and transparent, such truth arrives only from God, says Aconcio, and can be found in words in the Scriptures that are not obscure; however, nobody may think he possesses the truth completely and unequivocally. Religious truth is different from truth provided by reason, but the two can join forces if one agrees to reason in an impartial, calm manner and listen to others' opinions without prejudice. From this standpoint, the heretic is not so much a person that errs and must therefore be condemned, but rather is someone who is searching and must be listened to. Heresy is thus a road to truth, which will be available in its completeness only at the end of time, and everyone can contribute to searching for it - even those who rebel from orthodoxy.

The opposite attitude characterises those who condemn without knowing, who expect to teach without learning. It is the road to superstition, based on ignorance and on passive acquiescence to tradition and established habits, since it is free from the rigour of a methodically governed use of reason. This attitude underlies the idea and practice of persecution, which affirms that there is no place in the Christian res publica for those who refuse to abandon an independent search for truth and will not passively accept of the teachings of a now-discredited Roman Church that is often identified with the Antichrist. Aconcio's line of thought in this and subsequent works clearly shows many features of an Erasmian type of religiousness and similarities with the themes of a work by Sébastien Castellion entitled De haereticis an sint persequendi, published in 1554.

In the great treatise of 1565 entitled Stratagemata Satanae libri octo, with dedication to Queen Elizabeth, Aconcio uses to the full the indications in his 1558 treatise De Methodo, in order to advance his opinions in the religious field in a well-ordered, convincing manner. A very successful work, Stratagemata was reprinted at least fifteen times in one hundred fifty years. It thus made an important contribution to religious debate from the 1500s to the 1600s and was translated into French the same year it was printed (Les ruzes de Satan, 1565), into German during the 1600s (Die listigen Kriegs-Rencken des Satans, 1647), into Dutch (De Archilisticheden des Satans, 1611) and into English (Satans Stratagems, 1648).

The importance of Aconcio’s work had not escaped the scholars of the time, at least until the early 1700s. Aware of this was Pietro Ramo, with whom Aconcio corresponded. Aconcio is also mentioned in the works of Comenius, who was interested in both the Stratagemata and other works such as De methodo, because of his Irenic plan. Aconcio is also cited by Leibniz; in Nova methodus discendae docendaeque jurisprudentiae (1667), he discusses the Italian while examining method in the field of law. Aconcio entered the 1700s in dictionaries and encyclopaedias, such as the famous Dictionnaire historique et critique (1697) by Pierre Bayle, who devoted to Aconcio a major article expressing appreciation for his work on logic and engineering, and for being a champion of tolerance. Furthermore, Aconcio is present in the very large 1699 work by Gottfried Arnold entitled Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie. This volume had a profoundly innovative effect on the study of the history of Christianity, as it gave room to the views of heretics, too. Here, Aconcio is mentioned with large excerpts from Stratagemata and De methodo, and presented as a supporter of Christian tolerance and unity. On the other hand, the classic age of Enlightenment, that made the idea of tolerance so fashionable as to make it a key word of the century, seemed to forget about him.

III. Stratagemata

The work constantly discusses Satan in an original way that eschews superstitious personification. What are the stratagems of Satan? Following Jean Jacquot, we can call them the art of insidious reasoning inspired by pride and a desire for domination. Satan is not a demonic presence responsible for evil in the world, nor is he an obscure force or malicious person with whom one has a dangerous relationship. Rather, as cultural attitude, he is what distinguishes the typical style of the dogmatic or fanatic - often a religious man - who does not desire a free exchange of ideas in search of truth, but argues violently and disrespectfully in order to abuse and to win.

The dispute which was so strongly criticised in this work by Aconcio should therefore be understood in the classic sense of sophistry, i.e., the attitude, condemned by the platonic Socrates, of those who wish to prevail and even to overwhelm the adversary, and are not interested in truth. Aconcio writes, «The desire to win must absolutely be kept far away from every meeting of Christians. Let there be only one purpose: that truth wins». Dispute lies at the heart of the logic of war. Its purpose is to destroy the enemy while experiencing no self-doubt whatsoever. It is just this partisan, dogmatic spirit of dispute that is the greatest weapon of the spiritualised, psychologised version of Satan. And it is the temptation of which one must be vigilant: one must be cautious, because those who believe they are distant from Satan are often his victims. On the contrary, what is necessary is an attitude of total openness to different opinions, including heretic views, «And since that is the way things are, be persuaded - with whomever you are arguing – that he is you yourself». To attain free discussion and newly found harmony in the field of Christianity, Aconcio believed it possible to identify a few dogmas regarding incarnation, resurrection and baptism that the diverse positions could recognise as their own.

To this end, the discussion must be on equal terms: we must not believe we are infallible. Aconcio places great emphasis on the presence of error in Man and on his fragility, which can be recognised as a very important feature of reformed religion. However, his figure as an Italian Renaissance man clearly stands out and is free from pessimism. Aconcio was a man of the world and a man of action. As a military engineer and notary public, he was well aware of the value of action, even of technical character, besides the value of science and logic. It is essential to avoid the «slaughters of consciences». One must resist and strengthen oneself against Satan, even while knowing that one does not possess any absolute certainties. Human fragility itself, the ease with which Man errs, is essential for taking an interest in the opinion of others and in freedom of conscience. These themes make Stratagemata Satanae one of the first great treatises on religious tolerance to circulate in Europe.

Empfohlene Zitierweise

Moeller, Katrin: Acontius, Jacobus. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/45zml/

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Erstellt: 19.02.2009

Zuletzt geändert: 23.09.2014

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