P-Z

Wiedertäufer

Gary K. Waite

(Übersetzung von Johannes Peisker)

(english version)

12. Februar 2011

Anabaptisten, die im 16. Jahrhundert am schwersten Verfolgte religiöse Sekte im nördlichen Europa, waren radikale religiöse Reformer, die zuerst im Januar 1525 im schweizerischen Zürich in Erscheinung traten, jedoch zügig etliche Sekten in den Schweizer Kantonen, dem Heiligen Römischen Reich und den Niederlanden bildeten. Da die Anabaptistenverfolgung dem Aufschwung großer Hexenjagden in den 1560er Jahren direkt vorausging und da mehrere Elemente der Wiedertäufer- und Hexenstereotype verschmolzen, verraten Haltungen gegenüber Anabaptisten viel über Versuche, dämonische Hexerei zu unterdrücken.

Anabaptismus war eine von vielen populären Reformströmungen, die laikale Männer und Frauen inspirierte, die Bibel für sich selbst zu interpretieren und religiösen, sozialen und politischen Wandel zu verlangen, mit dem deutschen Bauernkrieg von 1524-1526 als extremsten Fall. Da sie danach strebten, die Gesellschaft in Übereinstimmung mit den Evangelien zu reformieren, wiesen Anabaptisten das katholische priesterliche und sakramentale System zurück und tauften statt Kleinkindern nur erwachsene Gläubige, die Kindstaufe als eine Taufe im Namen des Teufels beschreibend. 1529 erklärte der kaiserliche Reichstag zu Speyer die Wiedertaufe zum Kapitalverbrechen, obwohl zu dieser Zeit bereits hunderte Anabaptisten für ihre Häresie, besonders die Wiedertaufe, ihre Trennung von der Staatskirche, Leugnung der sakramentalen Kraft des Abendmahls und die Weigerung, Bürgereide zu schwören, exekutiert worden sind. Viele Gegner sahen sie als eine zu Aufruhr, sozialem Chaos und Atheismus führende teuflische Häresie. Wie Hexen dienten Wiedertäufer als Sündenböcke für göttlichen Zorn über menschliche Sünde.

Den weitverbreiteten Glauben an die Nähe Jesu Wiederkehr weiter entflammend, gewannen Anabaptisten wie der süddeutsche Prophet Melchior Hoffmann besonders in den Niederlanden eine große Volksanhängerschaft. In der Hoffnung, die Errichtung des Königreich Christi zu erleben, verkauften 1534 tausende Wiedertäufer ihr Eigentum und versuchten, in die westdeutsche Stadt Münster zu gelangen, wo Hoffmanns Nachfolger eine Täuferherrschaft errichtet hatte. Die meisten kehrten um, doch die Münsteraner Wiedertäufer fanden sich unter Belagerung wieder, und als Christus Ostern 1534 nicht erschien, erklärte sich der neue Führer, Jan van Leiden, zügig selbst zum König und verfügte Polygamie, Öl ins Feuer der dämonisierenden Rhetorik gießend.

Nach dem Fall Münsters im Juni 1535 wendeten sich beinahe alle Anabaptisten, inklusive Mennoniten, Schweizer Brüder und Hutterer offen dem Sektierertum zu und verzichteten auf politische Aktivität und Gewalt. Schon vor Münster hatte der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Karl V., in seiner Constitutio Criminalis Carolina von 1532 Häresieprozesse säkularisiert, um den Angriff auf Täufer als Bedrohung der öffentlichen Ordnung effizienter zu gestalten. Während dieses Gesetzbuch Hexerei eher milde behandelte, die Todesstrafe auf Fälle unzweifelhaften Schadenzaubers begrenzend, erleichterte diese jurisdiktionelle Veränderung in Reaktion auf den Anabaptismus die Verfolgung von dämonischer Hexerei wesentlich. Angesichts des Fehlens eines zentralen Appellationsgerichts beschränkte es Verfahren gegen Häresie ebenfalls weniger.

Die Dämonisierung und Verfolgung von Anabaptisten

Polemiker und Prediger fuhren über das Jahrhundert hinweg fort, Anabaptisten in dämonischen Farben zu malen, das Feuer behördlicher Unterdrückung anfachend. Tausende Täufer wurden aufgrund ihres Glaubens verhaftet und angeklagt, weit über zweitausend von ihnen wurden hingerichtet, viele durch Feuer. Die meisten davon waren in den Händen von katholischen Herrschern, da protestantische Regierungen, außer im reformierten Bern und lutherischen Sachsen, geringere Strafen erließen, das Exil für Wiederholungstäter als schwerste vorsehend. In den Untergrund oder in tolerantere Regionen wie Mähren gezwungen, sahen sich Anabaptisten zwischen 1525 und 1540 ihrer schwersten Verfolgung ausgesetzt, auch wenn die habsburgischen Niederlande bis weit über die Jahrhundertmitte hinaus Täufer exekutierten. Nachdem die Republik der Vereinigten Niederlande 1568 ihren Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien begann, machten ihre Regenten Gewissensfreiheit zu einem Gründungsprinzip und beendeten Häresieprozesse. Die südlichen Provinzen in spanischen Besitz führten die Verbrennungen von Anabaptisten und anderer religiöser Dissidenten bis in die 1590er Jahre fort, als Hexenverfolgung plötzlich die Führung übernahm. Andere Regionen stellten die Exekutionen von Täufern zu der Zeit ein, in der sie anfingen, Hexen zu jagen. Kein Reich scheint gleichzeitig Anabaptisten und Hexen gejagt zu haben.

Anabaptisten und Terrorbanden

Die Furcht vor im Bunde mit Satan stehenden geheimnisvollen Gruppen, wie viele populäre Polemiker die Täufer zeichneten, wurde Mitte des Jahrhunderts erhöht durch terroristische Banden, die Brandstiftung und Mord in Westdeutschland und den Niederlanden begingen. Diese brachte die habsburgische Regierung mit Anabaptisten in Verbindung, besonders den Batenburgern und „Kindern von Emlichheim“ und half somit nicht nur, das Stereotyp aufständischer Anabaptisten zu erneuern, sondern die Bedenken auf jede geheime Verschwörergruppe auszuweiten. Einige der Verbrechen dieser quasi-religiösen Gruppen waren den angeblichen maleficia von Hexen ebenfalls ähnlich, einschließlich der Zerstörung von Feldfrüchten und Viehbestand, Brandstiftung – lange mit dem Teufel in Verbindung gebracht – und Mord. Solche Ängste machten Gerüchte über die Existenz einer breiteren Teufelskonspiration zweifellos glaubwürdiger.

Täufer und die Hexenjagd von Wiesensteig

Eine solche Projektion von Vorstellungen über Anabaptisten auf Hexen ist in der Wiesensteiger Hexenpanik von 1562/63, der ersten im Reformations-Deutschland, augenfällig. Entfacht durch einen zerstörerischen Hagelsturm am 3. August 1562, ging dieser Hexenverfolgung die Entdeckung eines großen nächtlichen Waldtreffens von Anabaptisten im benachbarten Württemberg im Juli unmittelbar voraus, was zur Verhaftung von beinahe dreißig Verdächtigen führte, von denen manche zwanzig Kilometer oder mehr zu dieser Zusammenkunft gereist sind. Als sieben verdächtigte Frauen ohne Verhör entlassen wurden, beschrieb sie ein lokaler Beamter als vom Teufel und dessen Winkelpredigern beeinflusst. Nachrichten und Gerüchte verbreiteten sich in der Region, die wachsende Furcht vor sich im Gange befindlichen teuflischen und nächtlichen Konspirationen untermauernd.

Da Täufer ihre Originaltaufe unverhohlen ablehnten, gezwungen waren, sich nachts in Feldern oder Wäldern zu treffen und Frauen erlaubten, eine Art religiöse Führung auszuüben, projektierten Propagandisten solche Aktivitäten echter Häretiker auf Hexen. Das Ergebnis waren erneute Sorgen über sektiererische Hexerei. Obwohl gegen einzelne Hexen wegen Wetterzaubers in den Regionen Württemberg und Helfenstein vor Juli 1562 verhandelt worden war, bemühten sich die Behörden erst mit dieser Täuferverhaftung um die Aufdeckung einer größeren Sekte dämonischer Hexen. Zudem wurde mit dem Aufstieg des Anabaptismus die teuflische Wiedertaufe ein sehr viel prominenteres Element von Hexengeständnissen und das Konzept des nächtlichen Hexensabbats glaubwürdiger. Überdies entweihten einige Täufer geweihte Hostien und andere Sakramentalien, eine Handlung, die in Beschreibungen des Hexensabbats zunehmend vorherrschender wurde. In mancherlei Hinsicht war dies eine sich selbst bewahrheitende Prophezeiung, da einige Autoren den Aufstieg des Anabaptismus und anderer reformerischer Häresien als Vorläufer des finalen Angriffs des Teufels auf das Christentum mit Hilfe diabolischer Hexerei erwartet hatten.

Geschlechtsspezifische Häresie

Die kritischste Unterscheidung zwischen der Verfolgung von Täufern und Hexen bezieht sich auf das Geschlecht der Opfer: zwei Drittel der verurteilten Anabaptisten waren Männer, während ungefähr drei Viertel der angeklagten Hexen Frauen waren. Bei Anabaptisten erblickten Juristen und Theologen in Frauen vornehmlich als Opfer männlicher Führer, da sie glaubten, Frauen seien intellektuell zu schwach, religiöse Häresie anzuführen. Bei Täuferinnen, die ihre Häresie sehr regelmäßig widerriefen, führte das Stereotyp weiblicher Schwäche sowie Empfänglichkeit für Versuchung zu ihrer relativ milden Behandlung vor vielen Gerichten und zu ihrer Unterrepräsentation in Prozessakten, entlassen als „simple dumme Weiber“, da von ihnen angenommen wurde, dass sie von ihren männlichen Glaubensgenossen verleitet worden sind. Im Gegensatz dazu führte die Misogynie von Hexenrichtern dazu, weibliche Verdächtige gerade aufgrund des Fehlens realer männlicher Führer rau zu behandeln. Der berüchtigte Inquisitor des 15. Jahrhunderts, Heinrich Kramer, hatte die frühere Fusion von Waldensischen Häretikern und Hexen zerrissen, da er Frauen der geistigen Häresie unfähig ansah, folglich war ihre Rolle in der Konspiration des Teufels die Ausübung physischer Magie. Diese Ansicht schien sich im 16. Jahrhundert gehalten zu haben. Dennoch wurden viele Anabaptistinnen gefoltert und exekutiert und in manchen Abbildungen mit wildem Haar dargestellt, ein in Hexenbildern typisches, ungezähmte Sexualität und moralische Unordnung kennzeichnendes, ikonographisches Charakteristikum. Damit beschrieben Polemiker täuferische Frömmigkeit als bloße Tarnung für sexuelle Hemmungslosigkeit, ekstatischen Wahnsinn und niederträchtige Absicht.

Anabaptisten, der Teufel und Hexerei

Vor dem Ende des Täuferreichs von Münster 1535 waren viele Anabaptisten von Endzeitvisionen und Wundern eingenommen, während sie gleichzeitig die katholische Hingabe an Heilige und Sakramentalien als Aberglaube verdammten, die geweihten Hostien als reines Bäckerbrot und die Kindstaufe als Teufelsbad bezeichnend. Nach Münster wendeten sich die meisten Anabaptisten, inklusive der niederländischen Mennoniten, von ihrer apokalyptischen und ekstatischen Vergangenheit zugunsten eines strengen Biblizismus ab. Nachdem sie aufgrund der dämonisierenden Polemik und durch den Arm der Behörden entsetzlich gelitten haben, waren Anabaptisten skeptisch gegenüber Teufelsverschwörungen und Hexerei. In Übereinstimmung mit ihrem intensiven Antiklerikalismus charakterisierten sie ebenfalls katholische Priester und lutherische Pastoren als wahre Zauberer und ihre Unterdrücker als im Bunde mit Satan stehend. Wie Calvinisten neigten sie dazu, Glauben an teuflische Hexerei mit Katholizismus zu assoziieren.

Nachdem Hexenjagd nach 1560 wieder gängig wurde, publizierte kein bekannter Anabaptist diese Aktivitäten unterstützende Arbeiten, ein paar schrieben dagegen an und die meisten sahen sie wahrscheinlich als weitere Unterdrückungsbemühung, Glaubens- und Praxiskonformität zu erzwingen. Einige griffen diabolische Hexerei indirekt an, indem sie die Bedeutung des Teufels deutlich reduzierten; dies traf besonders auf den niederländischen Täufer und Spiritisten David Joris (ca. 1501-1556) zu, der nach 1539 den Teufel als inneres Laster von Individuen beschrieb und die Furcht vor Hexerei verurteilte. Dass er mit dem bekannten Hexenjagdgegner und Arzt Johann Weyer (Wier) korrespondierte, ist sehr aussagekräftig. Solch spiritualistische Abwertung des Teufels war von besonderer Bedeutung bei der Entscheidung der Juristen der Niederlande, die Hexenjagd im frühen 17. Jahrhundert zu beenden. Obwohl er zu diesem Thema wenig schrieb, betonte Menno Simons (ca. 1496-1561) die menschliche Verantwortung für das Böse, die Kindstaufe als ein antichristliches Ritual und „verhexende Sünde“ verurteilend. Mennonitische Autoren des 17. Jahrhunderts wie Jan Jansz Deutel 1639 (posthum veröffentlicht 1670), Abraham Palingh 1659 und Antonius van Dale 1683 verfassten Hexerei-skeptische Werke. Zur niederländischen Frühaufklärung beitragend, bauten diese Autoren auch auf ihre anabaptistische Tradition auf, das teuflische eher in menschlichen denn übernatürlichen Taten zu sehen.

Anderswo in Europa hinterließen Anabaptisten jedoch wenige Hinweise auf ihre Meinung bezüglich Hexerei. Dies ist nicht überraschend, da es ihr Hauptanliegen war, als göttlicher Rest in einer feindlichen und verfolgenden Gesellschaft zu überleben. Wenn nichts anderes, so verschaffte die behördliche Fixierung auf Hexen nach 1560 den Anabaptisten etwas Erleichterung von den heftigen Verfolgungen, welche ihre Frühgeschichte kennzeichnete.

Gary K. Waite,

Department of History, University of New Brunswick,

Fredericton, N.B., Canada; waite(at)unb.ca

Literatur

Marijke Gijswijt-Hofsra, Doperse geluiden over magie en toverij: Twisck, Deutel, Palingh en Van Dale, in: A. LAMBO (ed.), Oecumenismen, Hilversum, 1989, S. 69-83.

Sigrun Haude, In the Shadow of “Savage Wolves”: Anabaptist Münster and the German Reformation During the 1530s, Boston, 2000.

E. William Monter, Heresy executions in Reformation Europe, 1520-1565, in: Ole Peter GRELL / Bob SCRIBNER (eds.), Tolerance and Intolerance in the European Reformation, Cambridge, 1996, S. 48-64.

John D. Roth/ James M. Stayer (eds.) A Companion to Anabaptism and Spiritualism, 1521-1700, Leiden, 2007.

C. Arnold Snyder, Anabaptist History and Theology: An Introduction, Kitchener, 1995.

James M. Stayer, The German Peasants’ War and Anabaptist Community of Goods, Montreal and Kingston, 1991.

Hans de Waardt, Religie, duivelspact en toverij, in: Tijdschrift voor geschiedenis, 118, 2005, S. 400-415.

Gary K. Waite, Religious Reform, in: Brian P. Levack (ed.), The Oxford Handbook of Witchcraft in Early Modern Europe and Colonial America, Oxford, forthcoming.

Gary K. Waite, Irrelevant Interruption or Precipitating Cause? The Sixteenth-Century Reformation and the Revival of the European Witch Hunts, in: Georg Modestin / Martine Ostorero / Kathrin Utztremp(eds.), Chasses aux sorciéres: discours et démonologie: entre discours et pratiques (Moyen Age – Epoque moderne), Lausanne, forthcoming.

Gary K. Waite, Naked Harlots or Devout Maidens? Images of Anabaptist Women in the Context of the Iconography of Witches in Europe, 1525-1650, in: Mirjam van Veen / Piet Visser / Anna Voolastra/ Gary K. Waite (eds.), Myth and Reality of Anabaptist / Mennonite Women, c. 1525-1900, Leiden, forthcoming.    

Gary K. Waite, Apocalyptical Terrorists or a Figment of Governmental Paranoia? Re-evaluating the Religious Terrorism of Sixteenth-Century Anabaptists in the Netherlands and Holy Roman Empire, 1535-1570, in: Anselm Schubert / Astrid von Schlachta/ Michael Driedger (eds.), Grenzen des Täufertums / Boundaries of Anabaptism: Neue Forschungen, Gütersloh, 2009, S. 105-125.

Gary K. Waite, Eradicating the Devil’s Minions: Anabaptists and Witches in Reformation Europe, Toronto, 2007.

 

English Version:

Anabaptists

by Gary K. Waite

 

The most heavily persecuted religious sect in sixteenth-century northern Europe, Anabaptists were radical religious reformers who first appeared in Swiss Zurich in January 1525 but who quickly formed several sects across the Swiss Cantons, the Holy Roman Empire, and the Low Countries. As the persecution of Anabaptists immediately preceded the revival of major witch hunting in the 1560s, and since some elements of the Anabaptist and witch stereotypes merged, attitudes toward Anabaptists reveals much about attempts to suppress demonic witchcraft.

    Anabaptism was one of many popular reform currents inspiring lay men and women to interpret the Bible for themselves and to demand religious, social, and political change, the most extreme of these being the German Peasants’ War of 1524-1526. Since they sought to reform society in conformity to the gospels, Anabaptists rejected the Catholic priestly and sacramental system and baptized only adult believers instead of infants, describing pedobaptism as a baptism in the devil’s name. In 1529, the imperial Diet of Speyer made rebaptism a capital crime, although by this time hundreds of Anabaptists had already been executed for their heresy, especially for rebaptism, their separation from the state church, denial of sacramental power in the Eucharist, and refusal to swear civic oaths. Many opponents viewed them as a diabolical heresy leading to insurrection, social chaos, and atheism. Anabaptists, like witches, therefore acted as scapegoats for divine anger over human sin.

    Further inflaming the widespread belief in the nearness of Christ’s return, Anabaptists such as the South-German prophet Melchior Hoffman won a large, popular following, especially in the Low Countries. Hoping to witness the establishment of the kingdom of Christ, in 1534 thousands of Anabaptists sold their property and tried to make it to the west German city of Münster where Hoffman’s successors had established an Anabaptist government. Most were turned back, but the Anabaptists of Münster found themselves under siege, and when Christ failed to appear on Easter, 1534, the new leader, Jan van Leiden, soon declared himself king and mandated polygamy, adding fuel to the fire of demonizing rhetoric.

    After Münster’s fall in June 1535, almost all Anabaptists, including Mennonites, Swiss Brethren, and Hutterites, openly turned toward sectarianism and renounced political activity and violence. Even before Münster the Holy Roman Emperor Charles V had in his Constitutio Criminalis Carolina of 1532 secularized heresy trials to make more efficient the assault on Anabaptists as threats to public order. While this law code treated witchcraft rather mildly, restricting capital punishment to cases of undoubted harmful magic, this jurisdictional change in reaction to Anabaptism made the pursuit of demonic witchcraft much easier. Given the lack of a centralized court of appeals, it also made heresy trials less restrained.

The demonizing and persecution of Anabaptists

Polemicists and preachers continued to paint Anabaptists in demonic colors throughout the century, fanning the flames of governmental suppression. Thousands of Anabaptists were arrested and tried for their beliefs, with well over 2,000 of them executed, many by fire. Most of these were at the hands of Catholic rulers, since Protestant governments, apart from Reformed Bern and Lutheran Saxony, issued lesser punishments, reserving exile as their worst for repeat offenders. Forced underground asor to more tolerant regions such as Moravia, Anabaptists faced their worst persecution between 1525 and 1540, although the Habsburg Netherlands continued to execute Anabaptists well after mid-century. After the Dutch Republic began its war of independence against Spain about 1568, its Regents made freedom of conscience a founding principle and ended heresy trials. The southern, Spanish-held provinces continued its burnings of Anabaptists and other religious dissidents into the 1590s, when witch hunting suddenly took over. Other regions ceased Anabaptist executions around the time that they began hunting witches. No realm seems to have simultaneously hunted both Anabaptists and witches.

Anabaptists and terrorist gangs

Anxiety over secretive groups in league with Satan, as many mainstream polemicists portrayed Anabaptists, was heightened around the middle of the century by terrorist gangs committing arson and murder in western Germany and the Low Countries. These the Habsburg government linked with Anabaptists, especially the Batenburgers and “children of Emlichheim,” helping not just to revive the stereotype of Anabaptists as insurrectionary, but widening the concern to any secretive conspiratorial group. Some of the crimes of these quasi-religious groups were also similar to the alleged maleficia of witches, including destruction of crops and livestock, arson – long associated with the devil –, and murder. Such fears undoubtedly made rumors about the existence of a broader diabolical conspiracy more credible.

Anabaptists and the Wiesensteig Witch-hunt

Such a projection of beliefs about Anabaptists onto witches is evident in the Wiesensteig witch panic of 1562/63, the first in Reformation Germany. Sparked by a destructive hailstorm on August 3, 1562, this witch persecution was immediately preceded by the discovery in July of a large, nocturnal forest meeting of Anabaptists in neighboring Württemberg, leading to the arrest of nearly thirty suspects, some of whom had traveled twently kilometres or more to the gathering. When the seven women suspects were released without questioning, a local official described them as influenced by Satan and his corner preachers. News and rumors spread across the region, reinforcing growing fears of diabolical and nocturnal conspiracies at work.

    Since Anabaptists openly rejected their original baptism, were forced to meet at night in fields or woods, and allowed women a form of religious leadership, propagandists projected such activities of these real heretics onto witches. The result was a revived concern over sectarian witchcraft. While individual witches had been tried for weather magic in the Württemberg and Helfenstein regions before July 1562, it was not until these Anabaptist arrests that authorities sought to uncover a larger sect of demonic witches. With the rise of Anabaptism, moreover, diabolical rebaptism became a much more prominent element of witch confessions and the concept of a nocturnal witches’ sabbat more believable. Some Anabaptists moreover desecrated consecrated hosts and other sacramentals, an action that became increasingly more prevalent in descriptions of the witches sabbat. This was, in some respects, as self-fulfilling prophecy, as some writers had expected the rise of Anabaptism and other reform heresies to be a precursor to the devil’s final assault on Christendom through diabolical witchcraft,.

Gendered heresy

The most critical distinction between the persecution of Anabaptists and witches relates to the gender of the victims: two-thirds of known convicted Anabaptists were men, while about three-quarters of accused witches were women. With Anabaptists, jurists and theologians viewed women primarily as victims of male leaders since they believed that women were intellectually too weak to lead religious heresy. For Anabaptist women, who very frequently recanted their heresy, the stereotype of female weakness and susceptibility to temptation led to their relatively mild treatment in many courts and under-representation in trial records, released as “simple dumb women” since they were presumed to have been misled by their male coreligionists. In contrast, the misogyny of judges of witchcraft cases led them to treat women suspects harshly precisely because they lacked real male leaders. The infamous fifteenth-century Inquisitor Heinrich Kramer had pulled apart the earlier fusion of Waldensian heretics and witches because he viewed women as incapable of intellectual heresy, hence their role in the devil’s conspiracy was instead to perform physical magic. This view seems to have held in the sixteenth century. Even so, many Anabaptist women were tortured and executed, and in some images were depicted with wild hair, an iconographic feature standard in witch images denoting untamed sexuality and moral disorder. Polemicists thereby described Anabaptist piety a mere cover for sexual abandon, ecstatic madness, and malign intent.

Anabaptists, the Devil, and Witchcraft

Before the end of the Anabaptist kingdom of Münster in 1535, many Anabaptists were captivated by apocalyptical visions and wonders, while simultaneously condemning Catholic devotion to saints and sacramentals as superstitions, describing the consecrated host as mere baker’s bread and infant baptism as a devil’s bath. However, after Münster, most Anabaptists, including the Dutch Mennonites, turned away from their apocalyptical and ecstatic past in favor of a strict biblicism. Having suffered horribly as a result of the demonizing polemics and at the hands of the authorities, Anabaptists were skeptical of diabolical conspiracies and witchcraft. In keeping with their intense anticlericalism, they also characterized Catholic priests and Lutheran pastors as the true sorcerers and their oppressors as those in league with Satan. Like Calvinists, they tended to associate belief in diabolical witchcraft with Catholicism.

    When witch-hunting became popular again after 1560, no known Anabaptists published works supporting the activity, a few wrote against it, and most likely viewed it as another oppressive effort to enforce conformity of belief and practice. A few attacked diabolical witchcraft indirectly, by sharply reducing the importance of the devil; this was especially true of the Dutch Anabaptist and spiritualist David Joris (c.1501-1556), who after 1539 described the devil as the inner vices of individuals and condemned fear of witchcraft. That he corresponded with the famous anti-witch hunt physician Johann Weyer (Wier) is deeply suggestive. Such spiritualist depreciation of the devil became particularly important in the decisions of Holland’s jurists to end witch-hunting early in the seventeenth century. Although he wrote little on the subject, Menno Simons (c.1496-1561) also emphasized human responsibility for evil, condemning infant baptism as an antichristian ritual and “bewitching sin.” Seventeenth-century Mennonite writers such as Jan Jansz Deutel in 1639 (published posthumously in 1670), Abraham Palingh in 1659, and Antonius van Dale in 1683 composed works skeptical of witchcraft. Contributing to the early Dutch Enlightenment, these authors were also building on their Anabaptist tradition of seeing the diabolical in human, rather than supernatural, actions.

    Anabaptists elsewhere in Europe, however, have left few hints of their opinions about witchcraft. This is not surprising, for their main concern was to survive as a godly remnant in a hostile and persecuting society. If nothing else, the authorities’ fixation after 1560 on witches provided Anabaptists with some relief from the severe persecution that marked their early history.

Gary K. Waite,

Department of History, University of New Brunswick,

Fredericton, N.B., Canada; waite(at)unb.ca

Literature

Marijke Gijswijt-Hofsra, Doperse geluiden over magie en toverij: Twisck, Deutel, Palingh en Van Dale, in: A. LAMBO (ed.), Oecumenismen, Hilversum, 1989, S. 69-83.

Sigrun Haude, In the Shadow of “Savage Wolves”: Anabaptist Münster and the German Reformation During the 1530s, Boston, 2000.

E. William Monter, Heresy executions in Reformation Europe, 1520-1565, in: Ole Peter GRELL / Bob SCRIBNER (eds.), Tolerance and Intolerance in the European Reformation, Cambridge, 1996, S. 48-64.

John D. Roth/ James M. Stayer (eds.) A Companion to Anabaptism and Spiritualism, 1521-1700, Leiden, 2007.

C. Arnold Snyder, Anabaptist History and Theology: An Introduction, Kitchener, 1995.

James M. Stayer, The German Peasants’ War and Anabaptist Community of Goods, Montreal and Kingston, 1991.

Hans de Waardt, Religie, duivelspact en toverij, in: Tijdschrift voor geschiedenis, 118, 2005, S. 400-415.

Gary K. Waite, Religious Reform, in: Brian P. Levack (ed.), The Oxford Handbook of Witchcraft in Early Modern Europe and Colonial America, Oxford, forthcoming.

Gary K. Waite, Irrelevant Interruption or Precipitating Cause? The Sixteenth-Century Reformation and the Revival of the European Witch Hunts, in: Georg Modestin / Martine Ostorero / Kathrin Utztremp(eds.), Chasses aux sorciéres: discours et démonologie: entre discours et pratiques (Moyen Age – Epoque moderne), Lausanne, forthcoming.

Gary K. Waite, Naked Harlots or Devout Maidens? Images of Anabaptist Women in the Context of the Iconography of Witches in Europe, 1525-1650, in: Mirjam van Veen / Piet Visser / Anna Voolastra/ Gary K. Waite (eds.), Myth and Reality of Anabaptist / Mennonite Women, c. 1525-1900, Leiden, forthcoming.    

Gary K. Waite, Apocalyptical Terrorists or a Figment of Governmental Paranoia? Re-evaluating the Religious Terrorism of Sixteenth-Century Anabaptists in the Netherlands and Holy Roman Empire, 1535-1570, in: Anselm Schubert / Astrid von Schlachta/ Michael Driedger (eds.), Grenzen des Täufertums / Boundaries of Anabaptism: Neue Forschungen, Gütersloh, 2009, S. 105-125.

Gary K. Waite, Eradicating the Devil’s Minions: Anabaptists and Witches in Reformation Europe, Toronto, 2007.

Empfohlene Zitierweise

Waite, Gary K.: Wiedertäufer. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jdzn1/

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Erstellt: 28.07.2011

Zuletzt geändert: 28.07.2011

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