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Weber, Joseph von

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1. April 2008

* 23. September 1753 in Rain, Theologe, Philosoph, † 14. Februar 1831 in Augsburg

Kurzbiografie

Der Sohn eines Rainer Buchbinders studierte Philosophie in Augsburg und Theologie in Dillingen. 1766 erhielt er die Priesterweihe und wurde anschließend in Dillingen (1781) zum Professor für Philosophie und Physik berufen. Im Jahr 1799 wechselte er auf eine Professur für Chemie und Physik nach Ingolstadt, 1804 an das Lyzeum in Dillingen, wo er zwischenzeitlich auch als Rektor tätig wurde. Bereits 1786 übernahm er zusätzlich zu seinen sonstigen Tätigkeiten das Amt eines Pfarrers in Demmingen (bis 1811, 1811-1821 Pfarrer in Wittislingen).

1821 wurde der nunmehr Dillinger Lyzeums-Direktor nach Augsburg berufen und war in leitenden Stellungen für die Diözese tätig - als Domkapitular, Generalvikar und Domdekan. Für seine Verdienste als Geistlicher und Naturwissenschaftler erhielt er den persönlichen Adelsstand zugesprochen.

Weber selbst gründete in Dillingen eine Lesegesellschaft, welche nicht nur einen großen Kreis gebildeter Personen anzog, sondern mehrere theologisch-philosophische Zeitschriften auflegte.

Der Naturwissenschaftler mit starken Interessen für die Physik, Chemie, Mathematik, Astronomie und Landwirtschaft wurde 1778 Mitglied der Münchener Akademie der Wissenschaften.

Weber gab mehrere Schriften heraus, welche sich in den Gesamtkontext des „Bayerischen Hexenkrieges“ einordnen lassen, die er von Seiten der Dillinger Professoren schon 1787 bestritt. Mit Approbation des Augsburger Ordinates gab er zwei Vorlesungen unter dem Titel „Ungrund des Hexen- und Gespensterglaubens, in ökonomischen Lesestunden dargestellt“ heraus. Das Heft umfasste allerdings nur den Hexenglauben, ein wohl geplantes zweites Heft zum Gespensterglauben erschien nicht mehr. „Die Nichtigkeit der Zauberey“ ist ein etwas veränderter Abdruck der ersten Vorlesung. Noch im gleichen Jahr erschien der Aufsatz „Ueber die Hexenreformation des Herrn Prof. Weber zu Dillinger“ in Augsburg als Reaktion auf seine Ausführungen (Franz Josef Schmid). Er selbst reagierte auf dieses Schreiben nicht, eine Verteidigung erfolgte jedoch durch Sailers „Ein brüderliches Sendschreiben an den katholischen Weltmann [...].

Ausgaben vor 1800

Die Nichtigkeit der Zauberey, eine Vorlesung in den ökonomischen Lehrstunden.
Salzburg, Im Verlage der hochfürstl. Waisenhausbuchhandl, 1787.

Ungrund des Hexen- und Gespenster-Glaubens, [Dilingen, B. Kälin], 1787.

Ungrund des Hexen- und Gespenster-Glaubens, in ökonomischen Lehrstunden dargestellt, Augsburg, C. F. Bürglen, 1797. [Zweite erweiterte Auflage].

Literatur

Wolfgang Behringer, Der „Bayerische Hexenkrieg“. Die Debatte am Ende der Hexenprozesse, in: Sönke Lorenz/Dieter R. Bauer (Hg.), Das Ende der Hexenverfolgung. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1995, 287-313.

Johannes Madey, BBK, Band XVII (2000), Spalten 1527-1528, https://www.bbkl.de/public/index.php/frontend/lexicon?letter=W&child=We&article=weber_jo.art

Heinrich Reusch, Joseph von Weber, in: ADB, Bd. 41, S. 316-318;

Empfohlene Zitierweise

Moeller, Katrin: Weber, Joseph von. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jdzv2/

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Erstellt: 19.05.2008

Zuletzt geändert: 19.05.2008

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