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Drage, William

Bernard Capp

(Übersetzung von Marian Richling)

20. Oktober 2008

(english version ↓)

* getauft am 08.01.1636 in Raunds, Grafschaft Northamptonshire, † am 17.11.1668 in Hitchin, Grafschaft Hertfordschire; Arzt, Apotheker und Verfasser von Schriften über dämonische Besessenheit.

Kurzbiografie

William Drage genoss eine gute Ausbildung an einer Lateinschule, bevor er zu einem Apotheker in die Lehre ging. 1658 eröffnete er seine eigene Apotheke in Hitchin, wo er auch als Arzt praktizierte. Während seines kurzen Lebens las er eine Vielzahl englischer und kontinentaleuropäischer medizinischer Schriften und wurde zu einem überaus produktiven Verfasser medizinischer und dämonologischer Werke, für die er sowohl auf sein eigenes Wissen und seine eigenen Erfahrungen als auch auf antike und zeitgenössische Werke zurückgriff. Häufig verarbeitete er seine eigene Krankengeschichte als Quelle, denn Zeit seines Lebens war er bei schlechter Gesundheit und wurde von Wassersucht, von Krämpfen und zahlreichen anderen Leiden geplagt. Begraben wurde er in Hitchin, wo er sein Haus und seine Apotheke seiner Witwe Elizabeth (einer Quäker-Konvertitin) und seinen vier Kindern sein übriges Eigentum hinterließ.

Drage als Arzt

Drages Anschauungen waren von handfester und selbstbewusster Modernität. Er bestand darauf, dass moderne Koryphäen grundsätzlich den antiken Autoren wie Galen vorzuziehen seien und dass die eigene Beobachtung am allerbesten sei. Auch verurteilte er die „Söhne des Aberglaubens und der Tradition“ (Drage 1664, S. 5, 8). In seinem Hauptwerk „Eine physische Nosologie“, die 1664 erschien, beschrieb Drage detailliert die Krankheiten, die jeden Teil des Körpers befallen können, erklärte ihre Ursachen und Symptome und gab wohlerwogene Ratschläge zu ihrer angemessenen Behandlung. Der Arzt, so schrieb er, solle immer den Patienten und die Krankheit behandeln und der Konstitution des Einzelnen seine volle Aufmerksamkeit schenken (Drage 1664, S. 4). Er lehnte die traditionelle Verfahrensweise ab, auf der Basis einer Urinprobe Krankheiten zu diagnostizieren, obwohl er zugab, bei mehreren Gelegenheiten diese Methode selbst verwendet zu haben, um seine konservativeren Patienten zufrieden zu stellen (Drage 1664, S. 31f.).

Nach den Naturgesetzen, die Gott geschaffen habe, um sie anschließend frei walten zu lassen, sah Drage Krankheiten als das Resultat natürlicher Ursachen an. Die Vorstellung, dass eine Krankheit als Strafe der Vorsehung anzusehen sei, lehnte er mit der Begründung ab, Gott sei „unvoreingenommen“ (Drage 1664, S. 21). Zur Frage der göttlichen Vorbestimmung weigerte er sich eine Äußerung zu machen. Drage betrachtete die Sterne und Planeten als zentrale Bestandteile der natürlichen Ordnung, die seiner Ansicht nach sowohl für die Verursachung als auch für die Behandlung von Krankheiten von Bedeutung waren: Pflanzen, Steine und Mineralien seien allesamt durch die Planeten beeinflusst und Arzneimittel sollten nur nach angemessener Berücksichtigung der astrologischen Rahmenbedingungen angewandt werden. 1665 veröffentlichte Drage eine Abhandlung über Fieber („Pyretologie“) in einer lateinischen und einer englischen Ausgabe und er bezog sich häufig auf eine Arbeit mit dem Titel „Physiology, Iatrosophy and Pneumatography“, obwohl dieses Werk entweder unveröffentlicht blieb oder nicht überliefert worden ist.

Dämonologie

1665 veröffentlichte Drage auch eine kurzes Werk mit dem Titel „Daimonomageia“ (Dämonenmagie), das im Untertitel als „Eine kleine Abhandlung über Erkrankungen und Krankheiten durch Hexerei und übernatürliche Gründe“ beschrieben wird und das dazu dienen sollte, Patienten und Ärzten zu helfen sowie Skeptiker und Atheisten in ihre Schranken zu weisen. Drage glaubte fest an Hexerei und ihre Verbindung mit Besessenheit, obwohl er sich für die Diagnose und Heilung, nicht aber für die Bestrafung der Hexe interessierte. Er erkannte an, dass die Fälle von Hexerei in England sehr viel seltener waren als in manchen kontinentaleuropäischen Ländern und auch in England selbst zu seiner Zeit seltener vorkamen als früher, aber er bestand darauf, dass sie vorkamen und dass einige Fälle unerkannt blieben, während den Patienten hätte Erleichterung zuteil werden können.

Sein Hauptinteresse richtete sich auf dämonische Besessenheit und er begann die Symptome zu schildern, durch welche diese von natürlich verursachten Krankheiten unterschieden werden könne – etwa wenn Patienten Objekte wie Nadeln oder Scheren erbrachen, in fremden oder seltsamen Mundarten sprachen, Krämpfe erlebten oder fähig waren zu fliegen. Obwohl er zugab, dass einige Fälle auf Betrug beruhten, bestand er darauf, dass viele andere von modernen Autoren in vielen Ländern gut dokumentiert seien und er berichtete auch von verschiedenen Fällen, die sich in den letzten Jahren in seiner Umgebung ereignet hatten und die ihm von Freunden, Nachbarn und Patienten zugetragen worden waren. Einige dieser Fälle waren ihm sogar von Mitgliedern des niederen Landadels, aristokratischen Familien und Pfarrern berichtet worden – eine Erinnerung daran, dass Hexerei sogar in den sozialen Eliten über eine beträchtliche Glaubwürdigkeit verfügte.

Dem bekannten Muster seiner Nosologie folgend erklärte Drage, wodurch die Krankheit vermutlich verursacht wurde – durch die Rituale einer Hexe, die sich eines Kobolds oder eines Geists bediente, ihre Stimme oder ihre Augen benutzte bzw. Pulver oder Salben verwendete. Danach wandte er sich möglichen Heilungsverfahren zu und empfahl eine Kombination von Gebeten und mineralischen oder pflanzlichen Anwendungen (wie z. B. Efeu und Misteln), aber auch den Gebrauch von Amuletten. Falls diese Mittel versagten, könne die Familie des Opfers auch die Hexe bedrohen, sie kratzen oder ihr eine blutende Wunde zufügen. Auch könne man sie notfalls ins Gefängnis werfen lassen und mit einem Hexenprozess und der Hinrichtung bedrohen, was die Hexe entweder nachgiebig mache oder den Teufel überzeuge, sie zu verlassen.

Drage zeigte sich unbeeindruckt von den Argumenten Reginald Scots und anderer, neuerer Skeptiker. Als Antwort verwies er auf die unmissverständliche Unterstützung der Bibel und eine ganze Reihe zeitgenössischer Autoritäten. Am meisten war er jedoch von den Fällen beeindruckt, denen er in seiner Karriere selbst begegnet war. Einer dieser Fälle, die Geschichte von Mary Hall aus Little Gaddesden, das etwa 15 Meilen von Hitchin entfernt lag, wurde in seiner Abhandlung auf zehn Seiten behandelt und legt ein lebendiges Zeugnis von der Besessenheit im frühneuzeitlichen England ab.

Der Fall Mary Hall

Mary Hall, die Tochter eines wohlhabenden Schmiedes, die wahrscheinlich 18 oder 19 Jahre alt war, begann im Herbst 1663 an Anfällen und Krämpfen zu leiden. Schon bald zeigte sie auch andere Symptome der Besessenheit: Sie sprang unkontrolliert herum, kreischte und machte merkwürdige Geräusche wie Bären, Katzen und Hunde. Ihre Eltern, die Hexerei hinter diesem Verhalten vermuteten, schickten sie zu Doktor Woodhouse im vier Meilen entfernten Berkhamsted, einem ‚gerissenen Mann‘, der in der Umgebung im Ruf stand, verhexten Menschen zu helfen. Woodhouse bestätigte die ‚Diagnose‘ der Eltern und behandelte Mary mit ‚stinkendem Rauch, über den sie ihren Kopf hielt und der sie manchmal dazu brachte, sich zu erbrechen‘. Diese Maßnahme half für eine gewisse Zeit, aber manchmal machte sich die Gegenwart der zwei Geister, von denen sie besessen war, wieder bemerkbar: ‚Auf einem Besen reitend kamen wir den Schornstein herab‘, erklärten sie und teilten mit, dass sie in den Diensten zweier Nachbarn, der Goodwife [1] Harwood (oder Harod) und der Goodwife Frau Young (Drage 1665, S. 32). Der von Frau Harwood gesendete Geist gab an, er sei ursprünglich geschickt worden, um Marys Vater zu töten, habe aber keinen Erfolg gehabt. Beide Geister drängten Mary wiederholt sich das Leben zu nehmen, indem sie sich ertränke oder ihren Kopf ins Feuer hielte.

Woodward wendete eine ganze Reihe von Mitteln an und er ließ auch Marys Fingernägel über den Schornstein hängen – ein Ritual, das – wie beabsichtigt – sehr schnell Goodwife Harwood auf den Plan rief. Als sie zum Haus des Schmieds kam, um nachdrücklich ihre Unschuld zu beteuern, drängten manche, man solle sie vor den Magistrat bringen. Marys Familie, die aus gottesfürchtigen Menschen bestand, die mit den Baptisten assoziiert waren, arrangierten diverse Treffen in den Häusern von Freunden, wo sie mit Gebeten und Bibellesungen Gottes Hilfe zu gewinnen versuchten. Als aber Mary selbst gebeten wurde aus der Bibel vorzulesen, verhöhnten die Geister die Anwesenden und veranlaßten Mary, die Bibel wegzuwerfen. Die Geister waren auch oft blasphemisch und erklärten einmal, Gott sei ein Bastard und er möge nur kommen, wenn er sich traue (Drage 1665, S. 34). Ebenso geringschätzig standen sie Dr. Woodwards Bemühungen gegenüber: Sie lachten über ihn und höhnten, er sei zwar ein gerissener Zeitgenosse, aber sie selbst seien viel ausgeschlafener als er (Drage 1665, S. 34).

Marys Benehmen passt in ein Muster, das in Fällen von Besessenheit seit der elisabethianischen Zeit wohletabliert war, und die unehrerbietigen und blasphemischen Äußerungen aus ihrem Mund mögen sehr wohl einige der unterdrückten Gefühle eines jungen Mädchens widerspiegeln, das durch das Leben in einem religiösen Haushalt eingeschränkt worden war. Als die Geister versprachen, ihr „ein schwarzes Kleid, Hauben und Schals und Bänder, Hey! Bänder, Bänder, Bänder“ zu kaufen, können wir Wünsche hören, die Mary normalerweise unterdrücken musste (Drage 1665, S. 38).

William Drage, den die Geschichte faszinierte, besuchte das Haus der Familie am ersten Dezember 1664. Er diskutierte den Fall mit Dr. Woordward und mit Marys Familie und schlug mögliche Behandlungen vor. Seine Versuche, Marys Geister zu befragen, erwiesen sich jedoch als unbefriedigend. Als er sie fragte, ob sie von einem Rat übergeordneter Dämonen gesendet worden seien, antworteten sie lahm: „Wir werden es Dir nicht sagen, das werden wir nicht.“ Mary wurde still und errötete – vielleicht aus Verwirrung oder Demütigung (Drage 1665, S. 37). Die Beschränkungen der Geister waren bereits bei einigen Gelegenheiten zuvor zu Tage getreten, bei denen sie sich selbst widersprochen hatten oder zugegeben hatten, dass sie kein Latein konnten. Dessen ungeachtet wertete Drage diese Geschichte als einen echten Fall von Besessenheit – eine Ansicht, die auch von zwei Ärzten geteilt wurde, die erst kürzlich aus Frankreich zurückgekehrt waren, wo sie auf einen Konvent voller besessener Nonnen gestoßen waren.

Der Fall war immer noch nicht abgeschlossen als Drage seinen Bericht veröffentlichte. Zu dieser Zeit war im Gespräch, Mary zu einem noch berühmteren listigen Mann namens Redman von Amersham zu bringen, den die Geister selbst empfohlen hatten (was vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass Mary an ihrer neuen Berühmtheit einen gewissen Gefallen gefunden hatte). Auch religiöser Beistand wurde ihr weiterhin zuteil und die Verfolgung der beiden angeblichen Hexen blieb ebenfalls eine Option. Drage zitierte auch andere Fälle aus London und Warwick, die sich jüngst ereignet hatten, und es gibt keinen Zweifel, dass er glaubte, mit einer detaillierten Untersuchung von Besessenheitsfällen Hexerei als Tatsache etablieren und die Skeptiker in die Schranken verweisen zu können. Obwohl er sich immer der Möglichkeit von Betrug oder einfachen Irrtümern bewusst war, fand er die Beweislage erdrückend – auch auf der Basis der Sektion von hingerichteten Hexen und von Opfern der Besessenheit (Drage 1664, S. 316; Drage 1665, S. 5-6).

Drage ist ein wertvoller Kommentator, der sich in die zeitgenössischen Debatten und Gelehrsamkeit vertieft hatte und mit den Argumenten Reginald Scots und anderer Skeptiker bestens vertraut war, der aber gleichermaßen unter dem Einfluss der Geschichten und Ansichten der Leute vor Ort stand – egal, ob es sich dabei um Dorfbewohner, Kirchenmänner oder den Landadel handelte. Die meisten englischen Fälle, die Drage erwähnte, scheinen niemals zu einem Gerichtsverfahren geführt zu haben und darum ist seine Arbeit eine weitere Erinnerung daran, dass Gerichtsakten nur einen winzigen Bruchteil der Ansichten und Verdächtigungen repräsentieren, die zu jener Zeit zirkulierten.

Quellen

William DRAGE, Daimonomageia, London 1664. [Digitale Fassung von 1665 in EEBO (Early English Books Online): http://eebo.chadwyck.com/search/].

William DRAGE, Physical experiments: being a plain description of the causes, signes, and cures of most diseases ... To which is added a discourse of diseases proceeding from witchcraft, London 1668 [Digitale Fassung in EEBO: http://eebo.chadwyck.com/search/].

William DRAGE, A Physical Nosonomy, London, 1665 [Digitale Fassung in EEBO: http://eebo.chadwyck.com/search/].

Literatur

Bernard CAPP, William Drage, in Oxford Dictionary of National Biography (http://www.oxforddnb.com)

Stuart CLARK, Thinking with Demons. The Idea of Witchcraft in Early Modern Europe, Oxford 1997.

James SHARPE, Instruments of Darkness. Witchcraft in England 1550-1750, London 1996, S.190-210.

Frederick VALLETTA, Witchcraft, Magic and Superstition in England, 1640-70, Aldershot 2000, S. 116-17.

English version

* baptized 8. January 1636 at Raunds, Northamptonshire, † 17. November 1668 at Hitchin, Hertfordshire; physician, apothecary and writer on demonic possession.

Short biography

William Drage enjoyed a good grammar-school education and was then apprenticed to an apothecary. In 1658 he opened an apothecary’s shop in Hitchin, where he also established himself as a physician. During his short life he read very widely in English and continental medical writings, and became a prolific writer on medical and demonological matters, drawing on personal knowledge and experience as well as ancient and modern writings. He frequently included his own medical history as evidence, for he was subject throughout his life to poor health, afflicted by dropsy, convulsions and many other ailments. He was buried at Hitchin, leaving his house and shop to his widow Elizabeth (a Quaker convert), and other property to his four children.

Drage as physician

Drage’s outlook was robustly and self-consciously modern. He insisted that modern authorities should always be preferred to the ancients, such as Galen, and that personal observation was best of all. He condemned ‘the Sons of Superstition and Tradition’ (Drage 1664, S. 5, 8). In his major work A Physical Nosonomy, first published in 1664, Drage described in detail the diseases affecting each part of the body, explained their causes and symptoms, and gave measured advice on appropriate treatments. The physician, he wrote, should always treat the patient as well as the disease, and pay close attention to the individual’s constitution (Drage 1664, S. 4). He dismissed the traditional practice of diagnosing disease by analysing the patient’s urine, though he admitted having done so himself on several occasions simply to satisfy his more conservative patients (Drage 1664, S. 31-2). Drage saw disease as resulting from natural causes, according to the laws of nature which God had created and then left to operate freely; Drage rejected the idea of disease as providential punishment, insisting that ‘God is impartial’ (Drage 1664, S. 21). He refused to pass any opinion on divine predestination. Drage regarded the planets and stars as a key part of the natural order, significant both in causing disease, and in its treatment; plants, stones and minerals were all governed by the planets, and remedies should be applied only after taking proper account of astrological conditions. In 1665 Drage published a treatise on fevers (Pyretologie), in Latin and English editions, and he also referred frequently to a work entitled ‘Physiology, iatrosophy and pneumatography’, though this either remained unpublished or has not survived.

Demonology

In 1665 Drage also published a short work entitled Daimonomageia, described on the title-page as ‘A Small Treatise of Sicknesses and Diseases from Witchcraft and Supernatural Causes’, designed to help physicians and patients and to refute sceptics and atheists. Drage firmly believed in witchcraft and its link with possession, though his interest lay in diagnosis and cure, not in the punishment of the witch. He acknowledged that witchcraft cases were much rarer in England than in some continental countries, and rarer now in England than formerly, but he insisted that they still occurred, and that some went undiagnosed when the victims could have been relieved.

His main interest lay in demonic possession, and he set out the symptoms by which this might be distinguished from natural afflictions, for example by the patient vomiting objects such as pins or scissors, speaking in strange or foreign tongues, experiencing convulsions, or being able to fly. While conceding that some cases were fraudulent, he insisted that many others were well documented by trustworthy modern authors in many countries, and also reported several cases that had occurred locally in recent years, reported to him by friends, neighbours and patients. Several were reported by members of gentry and aristocratic families, and ministers, a reminder that witchcraft still retained considerable credibility even among the social elites.

Following the pattern of his Nosonomy, Drage explained how disease might be caused, through the witch using rituals, employing an imp or spirit, using her voice or eyes, or making use of powders or ointment. He then moved on to possible cures, recommending a combination of prayer and the use of specifics, both herbal (such as ivy and mistletoe) and mineral, as well as the use of amulets. If these failed, the victim’s family might threaten the witch, scratch her and draw blood, or have her committed to gaol and threatened with trial and execution, which would either make her relent, or persuade the devil to abandon her.

Drage was unshaken by the arguments of Reginald Scot and other, more recent sceptics. He pointed, in reply, to the bible’s unequivocal support, and piled up the names of a host of modern authorities. But most of all he was swayed by the cases he had encountered in his own career. One of these, the story of Mary Hall of Little Gaddesden, about fifteen miles from Hitchin, took up ten pages of his treatise, and provides a vivid account of possession in early modern England.

The case of Mary Hall

Mary Hall, the daughter of a prosperous blacksmith, and probably in her late teens, began to suffer fits and convulsions in the autumn of 1663, and soon showed other symptoms of possible possession, leaping about, shrieking, and making strange noises like bears, cats and dogs. Her parents, suspecting witchcraft, sent her to Dr Woodhouse of Berkhamsted, about four miles away, a ‘cunning man’ who enjoyed a local reputation for helping the bewitched. Woodhouse confirmed the diagnosis, and treated her with ‘stinking Suffumigations, over which she held her head, and sometimes did strain to vomit’. This helped for a time, but the two spirits possessing her soon made their presence felt once more; ‘we came down the Chimney, riding on a stick’, they declared, and told how they were in the service of two neighbours, Goodwife Harwood (or Harod) and Goodwife Young. (Drage 1665, S. 32). Harwood’s spirit said that it had initially been sent to kill Mary’s father, without success, and both spirits repeatedly urged Mary to kill herself, by choking or drowning herself, or putting her head in the fire.

Woodward applied a range of remedies, and he also had Mary’s nails hung over the chimney, a ritual which, as intended, quickly drew Goodwife Harwood to the house. Some urged that she be carried before a magistrate, though Harwood vigorously asserted her innocence. Mary’s family, godly people associated with the Baptists, also arranged several meetings at friends’ houses to seek God’s help through prayer and bible-reading, but when Mary herself was asked to read, the demons possessing her scoffed and made her fling the bible aside. They were frequently blasphemous, once declaring that ‘God is a bastard, let him come if he dare’ (Drage 1665, S. 34). Equally dismissive of Dr Woodward’s efforts, they laughed at him and jeered that ‘he is a cunning fellow, but we are cunninger than he’ (Drage 1665, S. 34).

Mary’s behaviour matched a pattern that had become well established in cases of possession since the Elizabethan period, and the irreverent and blasphemous words that emerged through her mouth may well reflect some of the repressed feelings of a young girl restricted by life in a religious household. When the spirits promised to buy her ‘a black Gown, Hoods, and Scarfs, and Ribbins, Hay! Ribbins, Ribbins, Ribbins, Ribbins’, we can hear desires that she would normally have had to suppress (Drage 1665, S. 38).

William Drage, fascinated by the story, visited the house on 1 December 1664, discussed the case with Mary’s family and with Woodward, and suggested possible treatments. But his efforts to interrogate Mary’s spirits proved disappointing; when he asked if they had been sent by a council of superior demons, they answered lamely, ‘We won’t tell you, that we won’t’. Mary fell silent and her face went red, perhaps from confusion or mortification (Drage 1665, S. 37). The spirits’ limitations had been evident on some earlier occasions too, when they had contradicted themselves and confessed that they could not speak Latin. Nonetheless Drage regarded the case as probably one of genuine possession, a view that was shared by two physicians who had recently returned from France where they had encountered a convent full of possessed nuns.

The case was still unresolved when Drage published his account. There was talk of taking Mary to see a more eminent cunning man (Redman of Amersham), which the spirits themselves recommended (which may suggest that Mary was at some level enjoying her new celebrity), religious help was still being employed, and the possibility of prosecuting the two alleged witches remained an option. Drage cited other recent cases, in London and Warwick, and he clearly believed that close examination of possession cases would establish the truth of witchcraft and crush the sceptics. While always conscious of the potential for fraud or simple error, he found the evidence overwhelming, including the dissections of both executed witches and the victims of possession (Drage 1664, S. 316; Drage 1665, S. 5-6).

Drage is a valuable commentator, immersed in contemporary scholarship and debates, familiar with the arguments of Reginald Scot and other sceptics, but equally swayed by the beliefs and stories of local people, whether villagers, clergymen or gentry. Most of the English cases he mentioned never appear to have led to a trial, and his work is a further reminder that trial records represent only a tiny faction of the beliefs and suspicions circulating at the time.

Anmerkungen

  • [1]

    ‚Goodwife‘ (abgekürzt: ‚Goody‘) war ab dem 17. Jahrhundert eine höfliche Bezeichnung für verheiratete Frauen (in der Regel Haushaltsvorstände) aus bürgerlichen Schichten unterhalb des Landadels und der Aristokratie. Das männliche Pendant lautet ‚Goodman‘ (vgl. Nathaniel Hawthornes Kurzgeschichte „Young Goodman Brown). Der Begriff, der in England und im puritanischen Neuengland verwendet wurde, wird seit dem 19. Jahrhundert durch die Bezeichnung ‚Mistress‘ (Mrs.) substituiert.

Empfohlene Zitierweise

Capp, Bernard: Drage, William. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jfzp0/

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Erstellt: 27.10.2008

Zuletzt geändert: 27.11.2008

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