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Casaubon, Méric (Florence Estienne)

Michael Spiller

(Übersetzung von Marian Richling)

20. Oktober 2008

(english version)

* 14. August 15599 in Genf, † 14. Juli 1671 in Ickham, Canterbury; Kleriker und Pfründner der Kathedrale von Canterbury, Herausgeber der Schriften von John Dee (PND: 119058626)

Kurzbiografie

Méric Casaubon war der Sohn des bekannten protestantischen Gelehrten und streitbaren Polemikers Isaac Casaubon und seiner Frau Florence (geb. Estienne). Seine frühen Jahre verbrachte Méric Casaubon in Paris und an einer Schule in Sedan, siedelte sich aber im Jahr 1610 zusammen mit seiner Familie als protestantischer Flüchtling in London an. Dort wurde er zunächst in Eton und später – auf den ausdrücklichen Wunsch König Jacobs VI. (von Schottland) bzw. Jacobs I. (von England und Irland) – im Christ Church College, Oxford, ausgebildet. 1618 graduierte er zum Baccalaureatus und 1621 zum Magister.

Unter der Protektion des Bischofs Lancelot Andrewes und anschließend des Bischofs (später: Erzbischofs) Laud wurde er 1628 zum Pfründner der Kathedrale von Canterbury ernannt und blieb den Rest seines Lebens ein anglikanischer Kleriker, der zunächst zum Kaplan des Erzbischof Laud und 1636 zum Doktor der Theologie an der Universität Oxford aufstieg. Während des englischen Bürgerkriegs und des Interregnums (1640-1661) wurde er aus seinen Ämtern vertrieben. Zunächst fand er Zuflucht und Schutz bei der Familie seiner Frau Frances (geb. Harrison; † 1652), die er 1628 geheiratet hatte und mit der er einen Sohn und eine Tochter hatte, und später dann im Haushalt von Sir John Cotton aus London.

Während dieses Aufenthalts in London edierte und veröffentlichte er einige der Tagebücher John Dees. Als Gelehrter und Träger eines angesehenen Namens wurde er – wie sein Sohn John – von Königin Christina nach Schweden eingeladen und von Oliver Cromwell gebeten, eine Geschichte des Bürgerkrieges zu schreiben: Beide Ansuchen lehnte er ab (Spiller 1980, S. 6; Serjeantson 2004, S. 465). Nach der Restauration der Monarchie im Jahr 1660 kehrte er nach Canterbury zurück und trat mit den Propagandisten der neuen Royal Society in eine Kontroverse ein. Er starb 1671.

Intellektuelle Haltung und Verwicklung in den Spiritualismus

Casaubons Vater war stets ein Verteidiger des europäischen Protestantismus gewesen – sein Sohn hingegen war sich zwar der Größe seines Vaters stets bewusst, gab sich aber dennoch mit klassischer Gelehrtheit und der Verteidigung der anglikanischen Kirche, deren Mitglied er war, zufrieden. Die anglikanische Kirche befand sich in einer doppelten Opposition gegen – wie die anglikanische Glaubensgemeinschaft es sah – die götzendienerischen und abergläubischen Exzesse des römischen Katholizismus und die Ignoranz und Wildheit des revolutionären Protestantismus. Deshalb verteidigte Casaubon die spirituelle Energie oder den „Eifer“, wie man gemeinhin sagte, gegen den eingebildeten Aberglauben und den blinden Gehorsam der römisch-katholischen Kirche, bestand aber gleichzeitig darauf, dass echter Eifer sich darin zeige, „entsprechend seines Wissens eifrig“ zu sein. Die Bibel galt ihm nicht als das einzige Buch und viel menschliche Gelehrsamkeit war seines Erachtens ebenfalls von Nöten, um sicher zu stellen, dass der Fanatismus privater Visionen nicht die soziale Ordnung zerstörte, wie er in seiner unveröffentlichten Abhandlung über das Lernen (1667, Spiller 1980, S. 191-227; Serjeantson 2004, S. 466) erklärte. Seine eigene Sympathie mit und Bewunderung für die griechische und römische Philosophie ist durch seine Übersetzung der Schriften Marc Aurels (1634), Hierokles von Alexandria (1654) und Epiktet (1659) breit dokumentiert.

Veröffentlichungen über den Spiritualismus

Aus seinem Sinn für ein Bedürfnis nach spiritueller und intellektueller Balance stammt Casaubons lebenslanges Interesse an dem, was wir heutzutage die Psychologie des Glaubens nennen würden – dem Problem, wie der menschliche Geist die Informationen, die er erhält, in einem geordneten – oder in der Tat: oftmals ungeordnetem – Arrangement von Vorstellungen über die Welt verarbeitet. Während seines Lebens produzierte er vier Werke zu diesem Themenbereich: Eine „Abhandlung über den Gebrauch und die Gewohnheit“ (A Treatise on Use and Custom, London 1638), ein „Traktat über den Fanatismus“ (A Treatise concerning Enthusiasme, London 1655), „Über die Glaub- und Unglaubwürdigkeit aller natürlichen, staatlichen und göttlichen Gegenstände“ (Of Credulity and Incredulity in Things Naturall, Civill and Divine, London 1668) und „Über die Glaub- und Unglaubwürdigkeit der göttlichen und spirituellen Gegenstände“ (Of Credulity and Incredulity in Things Divine and Spiritual, London 1670).

Alle diese Werke kreisen um die gleiche Besorgnis: In einer Welt, in der fest an die Existenz der Engel Gottes und der Teufel Satans geglaubt wurde, war es von höchster Bedeutung, zuverlässig zwischen vorgetäuschter Inspiration respektive Illusion und wahrem Eifer und Frömmigkeit, zwischen echten Wundern und lediglich ungewöhnlichen Naturereignissen, und – auf der anderen Seite – zwischen wahren diabolischen Handlungen (der Täuschung schwacher Seelen) und Ekstase, Wahnsinn oder Kriminalität unterscheiden zu können. Andernfalls würde nämlich der Atheismus durch die Ablehnung jedes und aller spirituellen Wesen Auftrieb erhalten oder der Aberglauben und die Ignoranz dadurch hoffähig werden, dass in allem und jedem übernatürliche Einflüsse gesehen würden. Bei dieser Sinnsuche schienen nur die Vernunft und das Residuum der Vernunft, das akkumulierte Wissen, Sicherheit bieten zu können:

„Ich gestehe, dass ich jemand bin, der denkt, dass die Vernunft von allen Wesen wertgeschätzt werden sollte, die von Natur aus vernünftig sind. Auch denke ich nicht, dass wir nach dem Ebenbild Gottes im Menschen andernorts denn in der perfekten Vernunft zu suchen brauchen, in welcher er geschaffen wurde. Heiligkeit und Rechtschaffenheit waren lediglich die Früchte dieser Vernunft.“ (Casaubon 1655, S. 173)

Religiöser Eifer und Glaubwürdigkeit (in dem Sinn, in dem Casaubon diese Worte verwendete) kamen in seiner Schrift „Wahre und gewissenhafte Erzählung über den vieljährigen Gedankenaustausch zwischen Dr. J. Dees und einigen Geistern“ zum Tragen (True and Faithfull Relation of what passed for many years between Dr. J. Dee and some Spirits, London 1659), einer schönen Folioedition einiger Papiere aus der Feder John Dees, welche die Wahrsagungen Edward Kellys und angeblichen Gespräche mit Engeln detailliert schildern. Vor dem Hintergrund der skeptischen Haltung Casaubons bezüglich der Glaubwürdigkeit von Dees Behauptungen, ist es bemerkenswert, dass die zwei Teile von „Über die Glaub- und Unglaubwürdigkeit“ nach seinem Tod in einem Band erneut aufgelegt und mit dem neuen und eingängigeren Titel „Eine Abhandlung zum Nachweis von Geistern, Hexen und übernatürlichen Handlungen“ (A Treatise proving Spirits, Witches, and Supernatural Operations, 1672) versehen wurden – einem Titel, den Casaubon selbst nicht gutgeheißen hatte.

Die Edition der Schriften John Dees

Es ist nicht genau bekannt, warum Casaubon sich auf das Unternehmen einließ, John Dee’s Schriften zu edieren. Nach dem Tod seiner Frau, als er nicht als anglikanischer Pfarrer tätig sein konnte, wurde Casaubon in London von Sir John Cotton aufgenommen und hatte Zugang zu dessen Bibliothek, welche einige Bände der Dee-Tagebücher enthielt, die Sir Robert Cotton 1624 erstanden hatte und in denen seine Gespräche mit Geistern aufgezeichnet waren (Harkkness 1999, S. 219). Als Casaubon am Ende seines Lebens schrieb, er habe sich „auf die Bitte von Freunden“ daran gemacht, diese Schriften zu edieren, bezog er sich wahrscheinlich auf eine Arbeit, die er aus Dankbarkeit für Sir John Cottons Schutz übernommen hatte. Er ging dabei ein nicht unerhebliches persönliches Risiko ein, denn der Staatsrat ließ sich das Buch zur Untersuchung vorlegen und Casaubon glaubte, dass – wenn Cromwell im September 1658 nicht verstorben wäre – dieses Werk nicht gedruckt worden wäre (Spiller 1980, S. 13). Die Bodleian Library in Oxford bewahrt einen verschränkten Probedruck dieses Traktats des Autors auf (Bodleian D. 8. 14. Art), auf dessen Deckblatt sich – in der Handschrift des Verfassers – der Entwurf eines Briefes an einen ungenannten Freund befindet, der seine Meinung über dieses Werk, das ihn so viel Arbeit gekostet hatte, sehr viel deutlicher widerspiegelt als sein eigenes Vorwort zu der gedruckten Ausgabe:

„In dieser Erzählung hier liegt der bejammernswerte Fall eines irregeleiteten Mannes vor: Hier findet man häufiges Predigen und Loben von Geistern (eigentlich Teufeln)… Wenn es Deine Zeit Dir erlaubt, einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis (nach dem Vorwort) zu werfen, wirst Du einen Überblick über das ganze Buch gewinnen, das nervtötend langweilig, voller Vorwitz und sinnlosen Zeugs ist und das an vielen Stellen dem leeren Geschwätz entspricht, das in den damaligen Zeiten üblich war.“ (Spiller 1980, S. 8)

Das Wort ‚irregeleitet’ würde präzise verwendet: Casaubon dachte, dass Kellys Auftritte in der Kristallkugel und ihre Unterhaltungen reale Phänomene waren, dass aber die Geister tatsächlich Teufel waren, die Dee und Kelly dazu verleiteten, ihre Seelen zu gefährden (‚ein bejammernswerter Fall’). Es ist wahrscheinlich, dass Casaubon der Erste war, der Dees Material sorgfältig gelesen hatte, seitdem es dessen Besitz verlassen hatte: Ohne jedwede Redaktion, die seine Meinung hätte beeinflussen können, notierte Casaubon – wie das jeder moderne Leser täte – , dass die Geister enorm repetitiv waren (‚langweilig’), dass sie sich oft ohne Bezug zu Dees Bedürfnissen oder Fragen äußerten (‚Vorwitz’) und in rauen Mengen nicht entschlüsselbares Kauderwelsch produzierten (‚sinnloses Zeug’). Während der moderne Leser in diesen Aussagen den Nachweis für Kellys zunehmend verzweifelte Versuche sähe, Dee mit unbegrenzten Versprechungen von Reichtum und Wissen zu verlocken, las Casaubon die Hervorbringungen der Teufel anders: „entsprechend des leeren Geschwätzes, das in den damaligen Zeiten üblich war.“

Einstellung zur Zauberei

Casaubons Einschätzung dessen, was echte Zauberei zu sein schien (die Anrufung von Geistern auf Kommando), ist extrem wichtig, um seine Auseinandersetzung mit anscheinender Zauberei/Hexerei zu verstehen. „Leeres Geschwätz“ ist die Sprache des „Fanatikers“ – einer Person, die glaubt, sie habe direkten Kontakt mit dem Numinosen, dem gestaltlos Göttlichen, das durch sie spräche. Bezeichnenderweise erklärte Casaubon wiederholt in seinem „Traktat über den Fanatismus“ (1655), dass dieser Glaube – egal, ob durch Täuschung oder Irreführung entstanden – alles andere Wissen als irrelevant ausschließt (Fanatiker verbrennen Bibliotheken) und – sofern er auf Dauer gestellt werde – sich in das verwandele, was Casaubon als „mystische Theologie“ bezeichnete: Eine Vision eines durch und durch irrationalen Systems des Universums, das in eine absichtlich obskure Terminologie oder erfundene Sprachen gewandet sei, die dann die Unwissenden oder leicht Beeindruckbaren weiter vom rechten Weg abbringe. Alchemisten (wie wir sie nun nennen sollten) befanden sich unter diesen Missetätern, denn wie Casaubon sagte:


Abb. 1:

„… das ist in der Tat die gemeinsame Sprache aller maßlosen Chemisten: Jeder einzelne von Ihnen, denn ich je als solchen erkannt habe, bestehen auf demselben Gesichtspunkt. Auch ist es nicht nur ihr Plädoyer oder ihre Sprache, nein, generell alle diese Menschen, die sich zum Christentum bekennen, würden versuchen die Bewunderung zu erhöhen, indem sie unerhörte Mysterien thematisieren.“ (Spiller 1980, S. 171)

 

In seinen Schriften aus dieser Zeit identifiziert Casaubon weitere Personen, die ‚unerhörte Mysterien thematisieren’: Besonders der hochgradig umstrittene Paracelsus, Robert Fludd mit seiner Utriusque Cosmi Historia (1617-1621), Henry Kunraths Amphitheatrum Sapientiae Aeternum (1595), Thomas Vaughns Anthroposophia Theomagica (1650), Jakob Böhmes Ad Philosophiam Teutonicam Manuductio (in einer Zusammenfassung von Charles Hotham, 1648). John Dees Monas Hieroglyphica (1564), nach deren Lektüre Casaubon Dee für einen Kabbalisten hielt, teilt diese mystisch-systematisierende Stossrichtung. In seine Ausgabe von Dees Tagebüchern fügte Casaubon einen gravierten Stich, der – wie er das nannte – den „Orden der Inspirati [1]’ zeigte: Mohammed, Apollonios von Tyana, Roger Bacon, Paracelsus, Kelly und Dee (French 1972, Abbildung 2).

Einfluss in der Folgezeit

Dees Zauberei war für Casaubon insofern echt, als er glaubte, dass Dee tatsächlich von Teufeln irregeleitet worden sei, und die Veröffentlichung der Schriften Dees bewies dem Atheisten die Existenz von Teufeln. Was diese jedoch anzubieten hatten, war nichts anderes als schmeichelhafter Unfug, mit dem sie beabsichtigten, die Einfältigen zum Glauben an persönliche Inspiration zu verleiten und so diese Menschen von der Vernunft und von Gott zu entfremden. Wie Robert Boyle, der selbst sowohl an Alchemie als auch an Wahrsagerei interessiert war, versicherte, waren sowohl zu viel als auch zu wenig Skeptizismus gefährlich, wenn es um Geister ging:

„Wir leben in einer Zeit und an einem Ort, wo alle Geschichten von Hexerei und anderen magischen Taten von Vielen – sogar von den Weisen – in Zweifel gezogen werden und von denjenigen, die als scharfsinnig gelten, ausgelacht und als betrügerisch exponiert werden. Ich denke und bin mir dessen zu Recht bewusst, dass die Verleugnung oder das Zugeben, dass es intelligente Wesen gibt, die normalerweise nicht sichtbar sind, in hohem Maße der Bestätigung der Atheisten förderlich ist….“ (Spiller 1980, S. 8)

Dieser ausbalancierte anglikanische Rationalismus wurde leider durch Casaubons eigene Schriften nicht gefördert. In seinem Versuch, so etwas wie die Psychologie des Glaubens zu diskutieren, die von essentieller Bedeutung für das Verständnis von Hexerei und Fanatismus gewesen wäre, erwies sich Casaubon weder der massiven Beharrlichkeit eines Robert Burton (Anatomie der Melancholie, 1621) noch der präzisen Knappheit eines Henry More (Enthusiasmus Triumphatus, 1656) gewachsen. Seine natürliche Herangehensweise war anekdotisch, antiquarisch und ziemlich unsystematisch – „Er schreibt und schwafelt wie ein blindes Pferd“, schrieb ein Zeitgenosse (MS 192). Seine Sicht Dees jedoch, die er im Vorwort zu seiner Ausgabe der „Wahren und gewissenhaften Erzählung“ von 1659 zu Papier brachte und der Erfolg, den er damit hatte, Dees Arbeit der öffentlichen Aufmerksamkeit nahe zu bringen, erwiesen sich in den kommenden Jahrhunderten als ungeheuer einflussreich und haben eine bis auf den heutigen Tag anhaltende Debatte ausgelöst. (French 1972, S. 14-19, Harkness 1999, S. 220-225)

Quellen

Méric Casaubon, A Treatise Proving Spirits, Witches, and Supernatural Operations, by Pregnant Instances and Evidences, London 1672, [Digitale Fassung in der Witchcraft Collection].

Méric Casaubon (Hg.), A True & Faithful Relation of what passed for many years between Dr. John Dee ... and Some Spirits, London 1659. [Digitale Edition von Joseph H. Peterson] [Digitale Fassung von Bill Heidrick].

Méric Casaubon, Of credulity and incredulity in things divine and spiritual: wherein (among other things) a true and faithful account is given of the Platonick philosophy, as it hath reference to Christianity, London 1670 [Digitale Fassung in der Witchcraft Collection].

Literatur

Michael Spiller, “Concerning Natural Experimental Philosophie”: Méric Casaubon and the Royal Society, Den Haag 1980.

Peter J. French, John Dee: the World of an Elizabethan Magus, London 1972.

Deborah E. Harkness, John Dee’s Conversations with Angels, Cambridge UK 1999.

Richard W. Serjeantson, Casaubon, Méric, in: Oxford Dictionary of National Biography, Bd. 10, Oxford 2004, S. 464-466.

English version

* 14. August 1599 in Geneva, + 14. July 1671 in Ickham, Canterbury; cleric and prebendary of Canterbury Cathedral; Editor of the papers of John Dee

Life

Méric Casaubon was the son of the great Protestant scholar and controversialist Isaac Casaubon and his wife Florence (née Estienne). His early years were spent in Paris and at school in Sedan, but in 1610 he moved with his family as Protestant refugees to London. He was educated there at Eton and Christ Church, Oxford (by the express wish of King James VI and I), graduating BA in 1618 and MA in 1621. Under the patronage of Bishop Lancelot Andrewes and then of Bishop (later Archbishop) Laud, he was appointed a prebendary of Canterbury Cathedral in 1628, and remained an Anglican clergyman for the rest of his life, becoming a chaplain to Archbishop Laud, and in 1636, Doctor of Divinity at Oxford University. During the British Civil Wars and Interregnum (1640 – 1661) he was expelled from his livings, and found refuge and protection with his wife’s family (Frances Harrison, m. 1628, d. 1652, 1s. 1 d.), and subsequently in the household of Sir John Cotton in London. It was in this London period that he edited and published some of the diaries of John Dee. As a scholar and the bearer of a distinguished name, he was as his son John recorded invited to Sweden by Queen Christina, and invited also by Oliver Cromwell to write a history of the Civil Wars: he declined both invitations. (Spiller 1980, p. 6, Serjeantson 2004, p. 465). After the restoration of the monarchy (1660) he returned to Canterbury, and entered into controversy with the propagandists of the new Royal Society. He died in 1671.

Intellectual stance and involvement with spiritualism:

Casaubon’s father had been a defender of European Protestantism: his son, though always aware of his father’s greatness, contented himself with classical scholarship and defences of the Anglican Church in which he was a cleric. The Anglican Church was opposed to both what it saw as the idolatrous and superstitious excesses of Roman Catholicism and also to the ignorance and wildness of revolutionary Protestantism. Casaubon therefore defended spiritual energy, or “zeal” as it was usually called, against the fancied superstitions and blind obedience of the Catholic Church; but simultaneously insisted that to be truly zealous was to be “zealous according to knowledge”. The Bible was not the only book, and much human learning was also needed to prevent the fanaticism of private visions from destroying the social order, as he explained in his unpublished Treatise on Learning (1667, Spiller 1980, pp. 191-217, Serjeantson 2004, p. 466). His own sympathy with and admiration of Greek and Roman philosophy is demonstrated by his translations of Marcus Aurelius (1634), Hierocles (1654) and Epictetus (1659).

Publications relating to spiritualism

Out of this sense of a need for intellectual and spiritual balance comes Casaubon’s lifelong interest in what today we would call the psychology of belief: the problem of how the human mind processes the information it receives into an ordered – or indeed often disordered – set of beliefs about the world. He produced four books in his lifetime in this subject area: A Treatise of Use and Custom (London, 1638), A Treatise concerning Enthusiasme (London, 1655), Of Credulity and Incredulity in Things Naturall, Civill and Divine (London, 1668) and Of Credulity and Incredulity in Things Divine and Spiritual (London, 1670). They all have the same concern: in a world in which it was firmly believed that angels of God and the devils of Satan all existed, it was important to be able to distinguish pretended inspiration and illusion from real zeal and piety, and real miracles from merely unusual natural events; and on the contrary side, real diabolic action (the delusion of weak souls) from ecstasy, madness or criminality. Otherwise, atheism would flourish by the denial of any and all spiritual beings, or superstition and ignorance be compounded by seeing supernatural doings everywhere. In this quest, reason only, and the storehouse of reason, accumulated knowledge, seemed to offer safety:

I am, I confesse, one that thinke reason should be highly valued by all creatures, that are naturally rationall. Neither do I think we need to seek the Image of God in man elsewhere then in perfect Reason, such as he was created in. Holiness and Righteousness were but fruits of it. (Casaubon 1655, p.173)

Enthusiasm and credulity (in Casaubon’s sense of the words) come together in his True and Faithfull Relation of what passed for many years between Dr. J Dee and some Spirits (London, 1659), his handsome folio edition of some of John Dee’s papers detailing the scryings of Edward Kelly and the supposed conversations with angels. It is significant, given Casaubon’s sceptical attitude to the moral status of Dee’s claims, that the two parts of Of Credulity and Incredulity were reissued in one volume after his death with the new and catchier title A Treatise proving Spirits, Witches and Supernatural Operations (1672) – a title not approved by Casaubon himself.

The editing of John Dee’s papers

It is not known exactly why he undertook the editing of Dee’s papers. After his wife’s death, and while he could not act as an Anglican priest, Casaubon was given shelter in London by Sir John Cotton , with access to that family’ library, which contained volumes of Dee’s diaries recording his conversations with spirits that Sir Robert Cotton had purchased in 1624. (Harkness 1999, p. 219). When Casaubon wrote at the end of his life that he had undertaken to edit these ‘at the request of friends’, it is probable that he referred to work undertaken in gratitude to Sir John Cotton for his protection, although at some personal risk, because the Council of State called in the book for scrutiny, and Casaubon believed that had Cromwell not died when he did (September 1658) it would not have been printed. (Spiller 1980, p. 13) The Bodleian Library in Oxford preserves the author’s interleaved proof copy of A Treatise (Bodleian D. 8. 14. Art), on the flyleaf of which, in Casaubon’s own hand, is a draft of a letter to an unnamed friend, which gives his opinion of the work which had cost him so much labour rather more strongly than his own Preface does:

Now in this relation here is a miserable case of a man deluded: here is frequent preaching and praysing of spirits (reall Diuells)… If your leasure will serue you to run ouer the Table (after the Preface) that will giue you a uiew of the whole booke, which is tedious, and full of impertinence and senseless stuffe, much lyke (in many places) the ranting language of the tymes, that was then in use. (Spiller 1980, p. 8)

The word ‘deluded’ is used precisely: Casaubon thought that Kelly’s appearances in the scrying stone, and their conversations, were real phenomena, but that the spirits were devils, deluding Dee and Kelly to the peril of their souls (‘a miserable case’). It is likely that Casaubon was the first person to read the material carefully since it left Dee’s possession: without any previous redaction to influence his, he noted – as any modern reader will – that the spirits were enormously repetitious (‘tedious’) ; spoke often with no relevance to Dee’s needs or questions (‘impertinence’) and produced quantities of indecipherable jargon (‘senselesse stuffe’). Where the modern reader would see in this evidence of Kelly’s increasingly desperate attempts to lure Dee on with indefinite promises of riches and knowledge, Casaubon reads the devils’ productions differently: ‘much lyke… the ranting language of the tymes that was then in use.’

Attitude to sorcery

This placing of what appeared to be genuine sorcery (the calling up of spirits to command) is crucial for an understanding of Casaubon’s handling of apparent sorcery/witchcraft. ‘Ranting language’ is the language of the ‘enthusiast’, the person who believes that he or she is in direct contact with the numinous, which speaks through them. Characteristically, as Casaubon explained repeatedly in A Treatise concerning Enthusiasme (1655) this belief, whether illusory or delusory, excludes all other knowledge as irrelevant (enthusiasts burn libraries) and if prolonged develops into what Casaubon called ‘mystical theology’¨ the vision of a system of the universe, entirely irrational, couched in deliberately obscure terminology or invented languages, which will then further delude the ignorant or impressionable. Alchemists (as we should now call them) were among these offenders: as Casaubon said,

“...indeed it is the common language of all extravagant Chymists: they all, as many as I have seen that are such, insist upon the same thing. Neither is it their plea, or language, only: but of all men generally, who professing Christianity would raise admiration by broaching unheard of mysteries”. (Spiller 1980, p. 171)

In his writings at this time Casaubon identifies others who ‘broach unheard of mysteries’: notably the hugely controversial Paracelsus, Robert Fludd, with his Utriusque Cosmi Historia (1617-21); Henry Khunrath’s Amphitheatrum Sapientiae Eternum (1595), Thomas Vaughan’s Anthroposophia Theomagica (1650), Jacob Boehme’s Ad Philosophiam Teutonicam Manuductio (a synopsis by Charles Hotham, 1648). John Dee’s Monas Hieroglyphica (1564). on the reading of which Casaubon reckoned Dee a cabbalist, shares this mystical systematising thrust. In his edition of Dee’s diaries, Casaubon inserted an engraved plate showing six of what he called ‘the Order of the Inspirati’: Mahomet, Apollonius of Tyana, Roger Bacon, Paracelsus, Kelly and Dee (French 1972, plate 2).

Subsequent influence

Dee’s sorcery is genuine for Casaubon, in that he believes Dee to have been deluded by devils, and the publication of Dee’s papers proves the existence of devils against the atheist. But what they offer is flattering nonsense designed to entice the foolish into a belief in private inspiration, and thus alienate man from reason and from God. Where spirits are concerned, both too much scepticism and too little are dangerous, as Robert Boyle (himself interested both in alchemy and scrying (Harkness 1999, p. 221) asserted:

We live in an age, and a place, wherein all stories of witchcrafts, or other magical feats, are by many, even of the wise, suspected; and by too many that would pass for wits, derided and exploded. I consider, and am justly sensible, that to grant, or deny, that there are intelligent beings that are not ordinarily visible, does much conduce to the reclaiming, or confirming, of atheists…(Spiller 1980 p. 8).

This balanced Anglican rationalism was not, unfortunately, something that Casaubon’s own writings were able to promote: in attempting to discuss what has above been called the psychology of belief, something crucial to an understanding of witchcraft and fanaticism, Casaubon had neither the massive persistence of Robert Burton (Anatomy of Melancholy (1621) nor the crispness of Henry More (Enthusiasmus Triumphatus, 1656) : his natural approach was anecdotal and antiquarian and quite unsystematic – “he writes and rambles like a blind horse,” said a contemporary (Spiller 1980, p. 192). But his view of Dee in his Preface to his 1659 True and Faithfull Relation, and his success thereby in bringing Dee’s work to public attention, were powerfully influential in the following centuries, and have stimulated debate to the present day. (French 1972, pp. 14-19, Harkness 1999, pp. 220-225.)

Anmerkungen

  • [1]

    Inspiratus, -i (lat.) heißt ursprünglich „der Begeisterte“. Bei Casaubon ist dies allerdings pejorativ, analog zum ‚Enthusiasten’ (= Fanatiker) zu verstehen.

Empfohlene Zitierweise

Spiller, Michael: Casaubon, Méric. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jfzoj/

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Erstellt: 17.12.2008

Zuletzt geändert: 17.12.2008

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