A-G

Bullinger, Heinrich

von Irena Backus

10. April 2011

(english version)

* 18.07.1504 – 17.09.1575; Schweizer Reformator, Zwinglis Nachfolger in Zürich und Verfechter der Hexenverfolgung

Kurzbiographie

Die einzige Abhandlung über den Teufel und Hexerei, die Bullinger schrieb, stammt ungefähr aus dem Jahr 1571 (Henrich) und überschneidet sich zeitlich mit einem starken Anstieg von Hexenjagden in Genf und Zürich, der zumindest teilweise mit dem Ausbruch der Pest zusammenhing. Unabhängig davon erwähnt B.s Diarium oder Tagebuch (Ulbricht, 167) regelmäßig Hagelstürme, die der Reformator als Hexenwerk betrachtete. Im Jahr 1571 gab es einen Hagelsturm in Zürich und eine Frau wurde wegen Hexerei verbrannt. Anfänglich hatte sie nur gestanden, gemäß den Bedingungen ihres Paktes mit dem Teufel Menschen und Vieh mit Krankheitszaubern belegt zu haben. Zu dieser Zeit wurde jedoch gemutmaßt, dass ihr Umgang mit dem Teufel auch für den Sturm verantwortlich war. Wenn man zeitgenössischen Abbildungen glauben darf, war B. persönlich bei ihrem Tod anwesend (Ulbricht, 165-168). Zwischen 1571 und 1630 wurden im Schweizer Kanton Zürich insgesamt 122 Frauen der Hexerei beschuldigt, 56 davon endeten auf dem Scheiterhaufen (http://www.maennedorf.ch/de/portrait/geschichte/welcome).

Auf seine Arbeit bezieht sich B. selbst in seinem Diarium als seine „tractaetli... von verbotenen kunst“. Dieses verblieb zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht und Johannes Wickis Kopie davon ist heute noch in der Züricher Zentralbibliothek vorhanden (Hs. F 63, 356r.-363v.). Ein schlecht erhaltener Text des Traktats wurde 1586 im Theatrum de veneficis, Frankfurt a. M. (S. 298-306), veröffentlicht. Der Aufsatz Wider die schwarzen Künste deckt sich mit B.s Predigtreihe über die Taten der Apostel in den Jahren 1568-1573 (Gordon, 169). Die Jahreszahl 1571 entspricht genau der seiner Predigt über die Apostelgeschichte 19-20, die Erzählung von Paulus‘ Begegnung mit den Zauberern von Ephesus. B.s allgemeine Sicht der Hexerei wurde möglicherweise vom Züricher Doktor Johann Ruef beeinflusst (Backus, 45-48). Wie dem auch sei, als 1574 Graf Ludwig von Wittgenstein B, bezüglich der Hexenverfolgung um Rat fragte, verwies dieser ihn nicht auf sein eigenes Werk, sondern auf Peter Martyr Vermiglis Samuelkommentar und Thomas Erastus‘ Streitgespräch mit Paracelsus (Henrich).

In Wider die schwarzen Künste behauptet B., dass die Heilungen, Wunder und Exorzismen, die von Paulus in Ephesus vollbracht wurden, das Volk auf den Geschmack des Übernatürlichen kommen ließen. Während diese einerseits Zeichen der von Gott verliehenen Macht Paulus‘ waren, brachten sie folglich auch ein gewisses Maß an Risikobereitschaft auf Seiten des Apostels mit sich. Ohne notwendigerweise absichtlich so zu handeln, warf Paulus nach B.s Ansicht die Frage nach diesseitigen Erscheinungen von Gottes Macht auf – und förderte einige falsche Volksglauben. Die Zeugen seiner Wundertaten gelangten zu der Ansicht, dass das Ausmaß göttlicher Macht gleichbedeutend mit der göttlichen Fähigkeit sei, den Lauf der Natur zu beeinflussen und zu ändern. Dies machte sie gegenüber teuflischem Missbrauch anfällig, da der Teufel solchen Glauben oft ausnutzt, um seine eigenen falschen Wunder zu wirken. Jedoch, so insistiert B. mit Bezug auf die Apostelgeschichte 20, 14-16, kann Gott die Macht des Teufels immer zum Guten wenden (Backus, 45-46).

Was die konkretere Frage nach der Hexerei betrifft, ist B. der Meinung, dass derartige Praktiken mit dem Tode bestraft werden sollten. Er stützt diese Behauptung mit biblischen Verweisen auf Levitikus 20, 2 und Exodus 22, 18: „Wen ein man oder wyb ein warsager oder zeichendüter sin wirt, die söllend dess tods sterben; man sol sy versteinigen, irr bluot sye uff innen.“ Exodus 22: „Die zeuberinen solt du nütt läben lassen.“ (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 363v.).

Er betrachtet alle Formen von Magie als Teufels‘ Kunst und zählt unter diese „magia, mathematica, venefica, divinatio, incantatio, augurium, aruspicia, goëtia, geomantia, necromantia, hydromantia, pyromantia und noch vil dess tüfels mer...“ (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 358v.). Wie aber noch gezeigt werden wird, verurteilt er Hexerei stärker als andere schwarze Künste, da Hexen seiner Ansicht nach einen freiwilligen Pakt mit dem Teufel schließen [362r.]. Hexerei wird in Abschnitt 6 des Traktats besprochen – nach B.s Erörterung unbedeutenderer Fälle teuflicher List, beginnend mit römisch-katholischen Segnungen im Namen von Heiligen oder Reliquien (z.B. das Kreuz) Christi (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 359r.-v.) und Segen, die von volkstümlichen Heilern in Anspruch genommen wurden. Diese beiden Fälle sind teuflische Listen, um die Menschen von der Gottesverehrung abzubringen. Anschließend untersucht er Exorzismen, wobei er seine Leser auf Vermiglis Samuelkommentar verweist. Der Frage danach vorgreifend, was in Fällen mutmaßlicher Besessenheit getan werden sollte, antwortet B., dass man nicht auf menschliches Handeln zurückgreifen, sondern Christus um Hilfe bitten solle. Wie die meisten Theologen seiner Zeit verneint B. nicht die Realität von Besessenheit; er stellt lediglich die Art und Weise des Umgangs damit in Frage (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 359v). Sein dritter Angriffspunkt sind Astrologen, deren Kunst Menschen dazu verleitet, sich an die Sterne anstelle von Gott zu wenden. Er überprüft und verurteilt viertens jene, die die Geister der Toten beschwören, und fünftens Hellseherei in Gestalt von Wahrsagern und Prognostikern (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 360r.-361v.). Obwohl es eindeutig ist, dass alle diese Kategorien teuflischen Handelns sowohl böse, als auch fruchtlos sind, da Gott diese nur nutzt, um die Ungläubigen zu verdammen, ist B. nicht der Meinung, dass einer dieser Erfüllungsgehilfen des Teufels zum Tode verurteilt werden sollte. Diese Strafe ist Hexen und Zauberern (männlich und weiblich) vorbehalten, die die wirklichen, sinnbildlichen Ausübenden schwarzer Magie sind (‚die rechten hauptschwarzkünstler, die man zauberer und zauberen oder häxen nempt‘ (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 362r.). Dies liegt daran, dass Zauberer und Hexen ihre Seelen willentlich dem Teufel überschreiben, Gott absichtlich verlassen und ihrem Glauben an Ihn den Rücken kehren, damit sie den gesamten Nutzen aus der Hilfe des Teufels beim Verüben guter und schlechter Taten ziehen können. Er verurteilt weibliche Hexen stärker als männliche, da sie sexuelle Beziehungen mit dem Teufel haben können – durch Aufgabe der Taufe und Empfangen eines Teufelsbisses oder eines anderen Zeichens seiner Macht, durch die sie sich gänzlich verzaubern lassen. B. gibt zu, dass es insbesondere Frauen sind, die durch Armut, den Wunsch nach Rache oder durch Neid auf andere zu diesen Maßnahmen getrieben werden, und dass sie durch die anfänglichen falschen Versprechen des Teufels und durch seine glanzvolle Erscheinung der Versuchung nicht widerstehen können. Selbstredend gibt der Teufel sie nach einiger Zeit auf und lässt sie in noch größerem Leid zurück; damit bestraft er sie (ohne es zu wollen) wegen ihres Unglaubens und ihrer gottlosen Sitten in Gottes Sinne (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 362r.-362r.).

Hier ist es interessant zu fragen, warum B. dies nicht als Strafe genug ansieht, sondern indirekt die Todesstrafe für Hexen verteidigt. Sein Fazit zeigt, dass es die Bibel ist, die ihm zufolge die Todesstrafe für Hexen und Zauberer befiehlt. Im Abschlussparagraphen seines Traktats beantwortet er Fragen, die damals wohl üblicherweise gestellt wurden. Auf die Frage, ob Hexen wirkliche Macht haben, die von Ärzten wie Weyer und möglicherweise auch von Teilen seines Publikums gestellt und negativ beantwortet wurde, antwortet er, dass die Bibel zeige, dass sie wirkliche Macht hätten. Er bezieht sich insbesondere auf Ex 7, 11. 22; 8, 7. 18f; 9, 11 und auf 1. Sam. 28, 11-20, wo gezeigt wird, dass die Wahrsager des Pharaos auf Symbole und Zeichen zurückgreifen, die auch von Aaron und Moses durch göttllich verliehene Macht genutzt werden. Der einzige Unterschied zwischen den beiden besteht in ihren jeweiligen Absichten. Gott gab Aaron und Moses Macht, um Seine Güte und Macht kundzutun, während sich die Wahrsager dieselbe Macht vom Teufel geben ließen, um sie auszuprobieren und der Lächerlichkeit preiszugeben. Ebenso beschwor die Hexe von Endor den echten Samuel aus teuflischen Motiven herauf. Es ist nicht der Fall, dass der Teufel die Macht aufgrund eigener Begabung hätte, führt B. aus. Der Teufel würde das gesamte Universum beschädigen, wenn es nach ihm ginge. Da er nach B. jedoch letztlich Gottes Macht untersteht, richtet er nur den Schaden an, den Gott ihm gestattet. Außerdem, so notiert B., ist die Todesstrafe für Zauberer und Hexen offensichtlich durch das im Alten Testament überlieferte göttliche Gesetz geboten.

B.s Traktat ist bedeutend, da er über weit verbreitete Praktiken so viel offenbart wie über B.s eigene Einstellung zu schwarzer Magie im Allgemeinen und Hexerei im Speziellen. Offensichtlich gab es einen großen Graben zwischen in Zürich weit verbreiteten Praktiken und den Grundsätzen der Reformatoren. B. zeigt sich über die Gründe, die Menschen dazu gebracht haben könnten, sich hilfesuchend an schwarze Magier zu wenden oder sich tatsächlich selbst dem Ausüben dieser Kunst zu widmen, voll im Klaren. Gleichzeitig war er sich der biblischen Verurteilung aller Arten schwarzer Magie vollkommen bewusst. Für jeden Reformator hätte eine wie auch immer geartete Duldung dieser weit verbreiteten Praktiken bedeutet, die Reformation katholischen Anschuldigungen, die Bewegung sei durch dunkle Mächte inspiriert, auszusetzen. B. hatte nicht die Absicht, seinen Traktat zu veröffentlichen, da das diesem programmatischen Wert beigemessen hätte. Jedoch gibt es wenig Zweifel daran, dass er nicht zögerte, ihn in seiner pfarramtlichen Tätigkeit einzusetzen, um die Gläubigen einzuschüchtern und sie zu richtigem, bibeltreuem Verhalten zu bewegen – anstelle sich im Versuch, ihre Lebensprobleme zu lösen, schwarzer Magie zuzuwenden.

Literatur

Rainer Henrich ed., Heinrich Bullinger, Wider die schwarzen Künste (1571). Online: http://www.rainer-henrich.ch/schwarzkunst.html (Zugriff am 16. Juli 2010). Mit Details modernisierter Auflagen.

Bruce Gordon: God killed Saul: Heinrich Bullinger and Jacob Ruef on the Power of the Devil, in: Werewolves, Witches, and Wandering Spirits: Traditional Belief and Folklore in Early Modern Europe, Hg. Kathryn A. Edwards, Kirksville, Mo.: Trueman Press, 2002, S. 155-180.

O. Ulbricht, Extreme Wetterlagen im Diarium Heinrich Bullingers in :W. Behringer, H. Lehmann, C. Pfister Hg., Kulturellen Konsquenzen der ‘Kleinen Eiszeit’ / Cultural Consquences of the ‘Little Ice Age’, Göttingen : Vandenhoeck and Ruprecht, 2005, S. 149- 178.

Connaître le diable: évolution du savoir relatif au diable d'Augustin à Martin del Rio in: La mesure du savoir. Études sur l'appréciation et l'évaluation des savoirs, Hg. Pascale Hummel et Frédéric Gabriel, Paris: Philologicum, 2007, S. 33-54.

 

Bullinger, Heinrich

by Irena Backus

10. April 2011

* 18. 07.1504 - 17. 09.1575; Swiss reformer, Zwingli’s successor in Zurich and advocate of persecution of witchcraft

Short Biography

The only treatise on the devil and witchcraft that Bullinger wrote dates from about 1571 (Henrich) and coincides with the sharp increase of witch hunts in Geneva and Zurich which was at least partly to do with the outbreak of the plague. Indepently of this, B.’s Diarium or diary (Ulbricht, 167) frequently mentions hailstorms which the reformer saw as work of witches. In the year1571 there was a hailstorm in Zurich and a woman was burnt to death for witchcraft. Initially, she had confessed only to casting sickness spells on humans and cattle by the terms of her pact with the devil. However, it was suspected at the time that her dealings with the devil were also responsible for the storm. If contemporary illustrations are anything to go by, B. himself was present at her death (Ulbricht, 165-168). Between 1571 and 1630, 122 women in all were accused of witchcraft in the Swiss canton of Zürich and 56 of those ended up at the stake (http://www.maennedorf.ch/de/portrait/geschichte/welcome).

B. himself refers to his work in his Diarium as his tractaetli… von verbotenen kunst. It remained unpublished in his lifetime and Johannes Wicki’s copy of it is extant today in ZH Zentralbibliothek, (Hs. F 63, 356r.-363v.). A very defective text of the tract was published in 1586 in Theatrum de veneficis, Frankfurt a. M. (S. 298-306). The composition of Wider die shwarzen Künste also coincides with B’s sermon series on Acts of the Apostles in the years 1568-73 (Gordon, 169). The date of 1571 corresponds specifically to his preaching of the sermons on Acts 19-20, the account of Paul’s confrontation of the Ephesus sorcerers. B’s general view of witchcraft was probably influenced by Johann Ruef, a doctor in Zurich (Backus, 45-48). Be that as it may, when asked for advice on witch persecution by Count Ludwig von Wittgenstein in 1574, B. referred him not to his own work but to Peter Martyr Vermigli’s commentary on Samuel and to Thomas Erastus’ disputations with Paracelsus (Henrich).

In Wider die schwarzen Künste, B. contends that the healings, miracles and exorcisms worked by Paul at Ephesus, awoke a taste for the miraculous in his public. Thus while constituting signs of divinely conferred authority on Paul, they involved a certain amount of risk-taking on the apostle’s part. Without necessarily acting deliberately, Paul, in B’s view, raised the question of manifestations of God’s power in this world and encouraged a certain number of wrong popular beliefs. The people who witnessed his miraculous deeds got the idea that the extent of divine power was synonymous with godly ability to influence and change the course of nature. This made them vulnerable to devilish abuse as the devil often takes advantage of such beliefs to work his own false miracles. However, B. insists, referring to Acts 20, 14-16, that God can always turn the devil’s power to the good (Backus, 45-46).

As regards the more specific question of witchcraft, B. is of the opinion that such practices should be punished by death. B. supports this contention with biblical references to Lev 20, 2t and Exod.22, 18 : "Wen ein man oder wyb ein warsager oder zeichendüter sin wirt, die söllend dess tods sterben; man sol sy versteinigen, irr bluot sye uff innen." Exod. 22: "Die zeuberinen solt du nütt läben lassen." (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 363v.).

He considers all forms of magic as Teufel’s Kunst and lists those as including „magia, mathematica, venefica, divinatio, incantatio, augurium, aruspicia, goëtia, geomantia, necromantia, hydromantia, pyromantia und noch vil dess tüfels mer…“ (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 358v.). However, as will be shown, he condemns witchcraft more severely than the other black arts because , in his view, witches conclude a voluntary pact with the devil [362r.]. Witchcraft is discussed in section 6 of the tract, after B’s discussion of the lesser instances of devilish ploys, starting with Roman Catholic blessings in the name of saints or relics (e.g. the Cross) of Jesus Christ (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 359r.-v.) and blessings used by popular healers. Both these categories are the devil’s tricks intended to turn people away from the worship of God. He then examines exorcisms for which he refers his readers to Vermigli’s commentary on Samuel. Anticipating the question of what should be done in cases of suspected possession, B. replies that one should not have recourse to human agency but ask Christ for help. Like most theologians of his era B. does not deny the reality of possession; he simply questions the means used to deal with it. (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 359v). His third object of attack are astrologers whose arts deceive people into turning to the stars instead of to God. Fourthly, he scrutinises and condemns those who conjure the spirits of the dead and, fifthly, divination in the shape of fortune tellers and prognosticators (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 360r.-361v.). While clear that all these categories of devilish agency are both evil and inefficacious as God only uses them to condemn the faithless, B. does not feel that any of these devil’s agents should be condemned to death. This penalty is reserved for witches and sourcerers (male and female), who are the real, the emblematic practicians of black magic (‘die rechten hauptschwarzkünstler, die man zauberer und zauberen oder häxen nempt’ (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 362r.). This is because sourcers and witches assign their souls deliberately to the devil, willfully forsaking God and turning their back on their faith in Him so that they can take full advantage of the devil’s assistance to do both good and harm. He condemns the female witches more severely than the male as they have sexual relations with the devil, having forsaken baptism and having received the devil’s bite or some other sign of his power to which they become totally enthralled. B. grants that women in particular are sometimes driven to these measures by poverty, desire of revenge or envy of others and that giving in to temptation is made easier for them by the devil’s initial false promises and his splendid appearance. He naturally abandons them after a while leaving them in even greater misery, thus punishing them (without intending to) on God’s behalf for their faithlessness and wicked ways (Henrich, ZH Hs. F 63, fol. 362r.-362r.).

It is interesting to ask here why B. does not consider this as sufficient punishment but pleads indirectly for the death penalty for witches? His conclusion shows that he considers that it is the Bible that orders death penalty for witches and sourcerers. In the closing paragraphs of his tract, he answers questions which were obviously commonly raised at the time. To the question: do witches have any real power, which was posed and answered in the negative by physicians such as Weyer and probably also by some members of his public, he replies that the Bible shows they do. He refers especially to Ex 7, 11. 22; 8, 7. 18f; 9, 11 and to 1. Sam. 28, 11-20 as showing that the pharaoh’s soothsayers had recourse to symbols and signs also used by Aaron and Moses by power divinely conferred. The only difference between the two consists in their respective purpose. God gave the power to Aaron and Moses so as to proclaim His goodness and power while the soothsayers had the same powers given to them by the devil so as to try and turn divine power into an object of ridicule. Similarly the witch of Endor called up the authentic Samuel in the flesh but for devil-motivated reasons. Not that the devil has the power in his own right, explains B. God simply grants it to him to punish the wicked on His behalf for reasons which He only knows. The devil would damage the entire universe, if it were up to him. However, according to B., as the devil is ultimately in God’s power, he only does the damage that God allows him to do. Moreover, B. notes, death penalty for sourcerers and witches is dicted clearly by divine law as conveyed in the Old Testament.

B’s. tract is important as it shows as much about popular practices as it does about his own attititude to black magic in general and witchcraft in particular. Obviously, there was a vast gap between popular practices in Zurich and the Bible based precepts of the reformers. B. shows himself fully aware of reasons that might have driven people to turn to black magicians for help or indeed to turn to the practice of the art themselves. At the same time, he was fully aware of the biblical condemnation of all forms of black magic. For any of the reformers to condone the popular arts in any form would have meant exposing the Reformation to Catholic accusations of the movement being inspired by the powers of darkness. B. had no intention of publishing his tract, which would have meant giving it programmatic value. However, there is little doubt that he felt free to use it in his pastoral work to attempt to frighten his faithful into correct Bible-based behaviour rather than turning to black magic to attempt to solve their life problems.

Irena Backus (University of Geneva).

Literatur

Rainer Henrich ed., Heinrich Bullinger, Wider die schwarzen Künste (1571). Online: http://www.rainer-henrich.ch/schwarzkunst.html (Zugriff am 16. Juli 2010). Mit Details modernisierter Auflagen.

Bruce Gordon: God killed Saul: Heinrich Bullinger and Jacob Ruef on the Power of the Devil, in: Werewolves, Witches, and Wandering Spirits: Traditional Belief and Folklore in Early Modern Europe, Hg. Kathryn A. Edwards, Kirksville, Mo.: Trueman Press, 2002, S. 155-180.

O. Ulbricht, Extreme Wetterlagen im Diarium Heinrich Bullingers in :W. Behringer, H. Lehmann, C. Pfister Hg., Kulturellen Konsquenzen der ‘Kleinen Eiszeit’ / Cultural Consquences of the ‘Little Ice Age’, Göttingen : Vandenhoeck and Ruprecht, 2005, S. 149- 178.

Connaître le diable: évolution du savoir relatif au diable d'Augustin à Martin del Rio in: La mesure du savoir. Études sur l'appréciation et l'évaluation des savoirs, Hg. Pascale Hummel et Frédéric Gabriel, Paris: Philologicum, 2007, S. 33-54.

 

Empfohlene Zitierweise

Backus, Irena: Bullinger, Heinrich. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jfzod/

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Erstellt: 27.07.2011

Zuletzt geändert: 28.07.2011

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