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Binz, Carl (Historiker) (Bonn)

Sonja Kinzler

13.12.99

Carl (selten Karl) Binz wurde am 1.7.1832 in Bernkastel/Mosel geboren und starb am 11.1. 1913 in Bonn. Er wurde bekannt als Pharmakologe ("Grundzüge der Arzneimittellehre", in sieben Sprachen übersetzt) und Medizinhistoriker.

Nach seiner Habilitation in Bonn 1862 gründete er 1869 als a. o. Professor der Pharmakologie das Bonner Pharmakologische Institut, wo er von 1873 bis 1908 als o. Professor lehrte und forschte: Er entwickelte maßgeblich die experimentelle Forschungsmethodik in der Pharmakologie weiter und legte grundlegende Untersuchungen u.a. zur Bekämpfung der Malaria vor.

Als Medizinhistoriker hat sich Binz v. a. als der Biograph Johann Weyers einen Namen gemacht ("Doctor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns", Bonn 1855 und 1896). Der Teil seines Nachlasses, der die Grundlage für seine medizinhistorische Arbeit darstellte, ist die sogenannte Hexenbibliothek.

Literatur

NDB, Bd, 2 1955, 250; DBE; Bd. 1, 1995, 535; Wenig, Otto (Hg.), 150 Jahre Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818-1968. Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818-1968, Bonn 1968, 24;

Mora, G. et al. (Hgg.), Johann Weyer, De praestigiis daemonum, Binghampton 1991, XXVII;

Bertling, Renate, Der Pharmakologe Carl Binz (mit ausführlicher Bibliographie!), Diss. Bonn 1969;

Schulz, Hans, Zu Carl Binz´ 70. Geburtstage, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 28 (1902), 461;

Bachem, Karl, Carl Binz, in: Zentralblatt für innere Medizin 34 (1913), 81.

Die medizinhistorischen Schriften Carl Binz´:

Doctor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns, Bonn 1855 (21896);

und A. Birlinger, Augustin Lerchheimer und seine Schrift wider den Hexenwahn, Straßburg 1888;

Zur Geschichte der Pharmakologie in Deutschland, in: Klinisches Jahrbuch 2 (1890), 3-74;

Die Einschleppung der Syphilis in Europa, Deutsche Medizinische Wochenschrift 19 (1893), 1058-1059;

Der Äther gegen den Schmerz, Stuttgart u. a. 1896;

Geschichtliches über das Zählen des Pulses, in. Deutsche Medizinische Wochenschrift 24 (1898), 640-641;

Pater P. Laymann S. J. und die Hexenprozesse, in: HZ 49 (1900), 290-292;

Apologetische Versuche in der Geschichtsschreibung der Hexenprozesse, in: Zeitschrift für Kulturgeschichte 8 (1901), 186-194;

Kardinal Cusa. Eine akademische Rede, in: Abhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande 58 (1902), 203-222;

Nachträgliches über Valerius Cordus und den Äthyläther, in: Zentralblatt für Gynäkologie 28 (1904), 426-432;

Zur Charakteristik des Cusanus, in: Archiv für Kulturgeschichte 7 (1909), 145-153.

 

Empfohlene Zitierweise

Kinzler, Sonja: Binz, Carl . Aus: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller u. Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/purl/jfznu/

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Erstellt: 15.02.2006

Zuletzt geändert: 04.05.2006

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