Handschriften

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Bestandsübersicht Handschriften

Allgemeines

In den Handschriftenbeständen der Bayerischen Staatsbibliothek befinden sich Kriegstagebücher oder Sammlungen von Feldpostkarten, wobei beispielsweise diejenigen des Akademischen Gesangsvereins München umfassend erhalten sind. Weitere ungedruckte Quellen sind Kriegserinnerungen, Propagandamaterialien (z.B. Flugblätter und Maueranschläge), Berichte über die politische Stimmung in Deutschland 1916-1918, Nachlassmaterialien von Historikern zur Geschichte des Ersten Weltkriegs sowie Plakate. Die umfangreiche historische Sammlung zur deutschen Kolonie Tsingtau des dort geborenen Kaufmanns Hermann Neukamp (1927-1987) umfasst auch die Zeit des Ersten Weltkrieges und der japanischen Besatzung. Sie enthält auf 60 Brettmetern u.a. Photographien, Karten, Memoiren, graue Literatur und Sammlungen von Zeitungsausschnitten. Aber auch nicht bibliotheksfähiges Material wie Orden, Gedenkmünzen und Erkennungsmarken sind enthalten. Als Sammlung Neukamp gelangte sie nach seinem Tod in den Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek. Ausführliche Erläuterungen finden sich beim Sammelschwerpunkt Orient- und Asien.

Schinneriana

Die erwähnten Stimmungsberichte bietet beispielsweise der Nachlass des Münchner Professors an der Akademie der bildenden Künste Adolf Schinnerer (1876-1949). Dieser wurde während des Krieges verpflichtet, die zivile Post zu überwachen, wobei die Beschreibung der Stimmungen zwischen Deutschland und der Schweiz besonders gut überliefert ist. Den Gesamtbestand, der von April 1917 bis September 1918 reicht sowie Deutschland, Österreich und die Schweiz umfasst, gibt das Repertorium umfassend wieder. Auch wenn die Briefexzerpte anonymisiert sind, geben Sie Aufschluss über die vorherrschenden Mentalitäten der Zeit. Es gibt etwa Deutsche in der Schweiz, die sich über das Verhalten ihrer Landsleute erbosen und Schweizer, die dazu aufrufen, sich bewaffnet gegen Deutschland zu richten. Ein Briefautor wiederum bezeichnet Kaiser Wilhelm II. sogar als „Großschnauze“. Im Themenportal werden die Zensurberichte zu Deutschland und der Schweiz in Form einer Transkription verfügbar gemacht. Nach Art eines ‚work in progress‘ sollen schließlich alle Exzerpte bereitgestellt werden, wobei bislang etwa zwei Drittel transkribiert werden konnten. In einem weiteren Schritt ist eine Annotation durch Verlinkung auf Ortsnamen, Personennamen, Sachbegriffe und Zeitleisten geplant.


Abb 1: Begleitschreiben zu den Briefexzerpten

 


Abb. 2: Beispiel eines Briefexzerptes

Sonstige Bestände

Die Bayerische Staatsbibliothek führte im Rahmen des Projektes eine Inventur ihrer weltkriegsrelevanten Handschriftenbestände durch. Knapp 50 Nachlässe, Autographen und andere Handschriften sind in Form einer Tabelle auf ihren Internetseiten identifiziert. Alle weltkriegsrelevanten Nachlässe und Handschriften der Signaturengruppe Cgm (=Codices Germanici Monacenses / Deutsche Handschriften) sind im Spezialkatalog Erster Weltkrieg und Novemberrevolution verzeichnet. Diese können auch durch die Eingabe des Suchkürzels bsb-hss in der freien Suche abgerufen werden.

Weitere Informationen

Ansprechpartner und Kontaktdaten finden sich auf den Informationsseiten der Abteilung Handschriften und Alte Drucke.



Erstellt: 15.11.2015

Zuletzt geändert: 13.12.2015

Sammlungszeiträume

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