Das Überwachungssystem
Bewachung und Flucht
Trotz aller Bewachungsmaßnahmen gelang zahlreichen Zwangsarbeitern die Flucht. Um diesem "Arbeitsvertragsbruch" entgegen zu wirken, wurde auf den Wegen von und zur Arbeit bewaffnetes Wachpersonal eingesetzt. Wer dennoch einen Fluchtversuch unternahm, wurde hart bestraft, wenn man ihn fasste. Einer Dienstanweisung für Wachmänner ist zu entnehmen: "Zur Brechung von Widerstand [ist] auch von der Waffe schonungslos Gebrauch zu machen [...] auf fliehende Russen ist sofort zu schiessen mit der festen Absicht, zu treffen." (Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, Nr. 2961)
 Abb. 22.1 | 22.1 Da Kriegsgefangene von bewaffneten Aufsichtspersonen zur Arbeit begleitet werden mussten, beantragte am 11.03.1944 ein Mitarbeiter des Erftverbandes einen Waffenschein. (Archiv des Erftverbandes, Nr. 1.030/43) |
 Abb. 22.2 | 22.2 Von deutschen Soldaten bewachte polnische Kriegsgefangene marschieren durch Bedburg. (Stadtarchiv Bedburg) |
22.3 Französische Kriegsgefangene werden in Dorweiler auf dem Weg zur Arbeit von einem bewaffneten deutschen Soldaten bewacht. (Foto: Wilhelm Houben, Kreisarchiv Düren, Sammlung Houben, Nr. 1132) |  Abb. 22.3 |
 Abb. 22.4 | 22.4 Die NSDAP des Gaus Köln-Aachen unterrichtete die Landräte am 12. 12. 1944 darüber, dass Deutsche den beim Bau des Westwalls geflohenen Ausländern u. a. "aus falsch verstandenem Mitleid" halfen. Es wurden Razzien und Kontrollen zur Aufgreifung der flüchtigen Ausländer gefordert. (Stadtarchiv Erftstadt, Amt Lechenich, Nr. 1132) |
22.5 Das Chaos nach Luftangriffen wurde von Zwangsarbeitern oftmals zu Fluchtversuchen genutzt. Zur Ergreifung der Flüchtigen wies der Landrat in Bergheim die Amtsbürgermeistereien am 19.05.1944 an, an vorgegebenen Kreuzungen Straßensperren zu errichten. (Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, Nr. 2962) |  Abb. 22.5 |
 Abb. 22.6 | 22.6 Beim Reichsbahnausbesserungswerk Jülich waren im September 1942 sowjetrussische Arbeiter entflohen. Der Landrat in Bergheim forderte die Bürgermeister des Kreises am 25.09.1942 auf, nach diesen zu fahnden. (Stadtarchiv Kerpen, Gemeinde Türnich, Nr. 412) |
 Abb. 22.7 | 22.7 Auf Anweisung der Gestapo ordnete der Landrat des Kreises Bergheim am 08. 09. 1944 für den 17.09.1944 eine Razzia im gesamten Kreisgebiet an, bei der nach ausländischen "Arbeitsbummelanten" gefahndet werden sollte. (Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, Nr. 2962) |
22.8 Im Stimmungsbericht der NSDAP-Ortsgruppe Türnich an den Kreisleiter vom 21.11.1943 wird von geflohenen Russen berichtet, die sich im Türnicher Wald versteckt hätten. (Stadtarchiv Kerpen, Gemeinde Türnich, Nr. 1257) |  Abb. 22.8 |
Erstellt: 31.10.2006
Zuletzt geändert: 03.11.2006