Todesfälle

Die Lebensumstände 

 

Todesfälle 

 

Viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter starben an ihren Arbeitsorten in Deutschland. Bei Luftangriffen waren sie besonders gefährdet, da für die Ausländer meist nur Splittergräben, aber keine Bunker vorgesehen waren. An Krankheiten und Entkräftung starb ebenfalls eine große Zahl von Zwangsarbeitern. Der Todesstrafe durch Erschießen oder Erhängen fielen ebenfalls Zwangsarbeiter zum Opfer. Einige setzten ihrem Leben selbst ein Ende. In der Forschung wird die Gesamtzahl der im Reichseinsatz oder unmittelbar danach verstorbenen Zwangsarbeiter auf ca. 2,7 Millionen geschätzt.  

 

19.1 Ein sowjetischer Kriegsgefangener wurde am 20.05.1944 in Knapsack angeblich beim Kartoffelstehlen erschossen. (Bundesarchiv, Militärarchiv, RH 53-6, Nr. 64, Bl. 117)


Abb. 19.1

 


Abb. 19.2

19.2 Der Selbstmord einer sowjetischen Arbeiterin in Kerpen am 05.05.1944 fand seinen behördlichen Niederschlag auf einer "Zählkarte für Selbstmorde". (Stadtarchiv Kerpen, Amt Kerpen, Nr. 5427)

 

19.3 "Feindeinwirkung" war eine häufige Todesursache. 31 Zwangsarbeiter kamen bei einem massiven Luftangriff auf die Union Kraftstoff in Wesseling am 19.07.1944 ums Leben. (Sterbenotizregister, Stadtarchiv Wesseling, Bestand Y, Nr. 0030)


Abb. 19.3

 

19.4 Foto der Beisetzung der bei diesem Luftangriff auf die UK gestorbenen Ausländer auf dem Friedhof Friedensweg in Wesseling am 21.07.1944. (Foto: UK, Slg. Stadtarchiv Wesseling)


Abb. 19.4

 


Abb. 19.5

19.5 Liste verstorbener russischer Kinder aus Bedburg. (Stadtarchiv Bedburg, Amt Bedburg, Nr. 838)

 


Abb. 19.6

19.6 Die Grabstätte der in Wesseling gestorbenen Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Friedensweg, Ansicht 2002. (Foto: Helmut Bunk)

 

19.7 Todesursachen russischer Kriegsgefangener, die auf dem Friedhof in Hürth-Knapsack beerdigt sind. Die Sterbedaten liegen zwischen November 1942 und Mai 1943. „Allgemeiner Kräfteverfall“, „Kachexie“ und „Herzversagen“ werden auffällig oft diagnostiziert. Während die Arbeiter aus dem westlichen Ausland eher bei Luftangriffen ums Leben kamen, starben die Sowjetbürger und die italienischen Militärinternierten daneben in großer Zahl an Entkräftung wegen der geringen Lebensmittelrationen. (Stadtarchiv Hürth, Nr. 968)


Abb. 19.7

 



Erstellt: 30.10.2006

Zuletzt geändert: 13.11.2006