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Kriegsende: Endlich frei?
Displaced Persons / DP's
Die zunächst hier verbliebenen DP's waren in Sammellagern untergebracht. Von den Menschen aus den westlichen Nachbarländern suchten bei Kriegsende viele allein den Weg nach Hause. Später wurden die übrigen von den Alliierten in größeren Transporten in ihre Heimatländer zurückgebracht. Anders war dies bei den polnischen und vor allem den sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Der Vorwurf der Kollaboration hatte für sie in der Heimat bedrohliche Konsequenzen. Die Rückkehrer wurden zunächst durch den sowjetischen Geheimdienst überprüft. Im schlimmsten Falle drohte eine erneute Deportation in ein sowjetisches Lager oder gar die Todesstrafe. Ein Teil der Sowjetbürger weigerte sich daher zurückzukehren. Viele Berichte sind überliefert, nach denen Zwangsarbeiter nach dem Krieg Rache an ihren ehemaligen „Arbeitgebern" verübten. Zudem war die Ernährungslage für sie besonders schlecht. So kam es zu Plünderungen und Ausschreitungen.
26.3 Eine Gruppe polnischer Insassen des DP - Lagers Brauweiler vor dem Eingang zum Zellenbau im Jahre 1946. Dort waren 1943-1945 Häftlinge der Gestapokommandos untergebracht. (Privatbesitz) |
26.4 Sklavenarbeiter in Pulheim nach Befreiung 1945 (Übersetzung der Originalbildunterschrift, National Archives Washington, 20/853-5) |
26.5 "Mein fröhlichster Tag war der Tag der Befreiung". Aus dem Erlebnisbericht der Maria S., (Übersetzung, Stadtarchiv Hürth, Erlebnisberichte);
" [...] Mein fröhlichster Tag war der Tag der Befreiung. Es war Sonntag, man hörte Glocken (in der Nähe war eine Kirche), ein Mann ging umher mit einer kleinen Glocke in der Hand, läutete und erklärte allen: "Ihr seid frei, kommt alle, setzt euch in das Auto, man wird euch nach Hause bringen". Befreit haben uns die Amerikaner und Engländer. Man hat uns alle - Ukrainer, Polen, Franzosen - in ein Lager nach Bonn gebracht, wo etwa 30.000 oder vielleicht mehr Menschen waren. Wir lebten dort fünf bis sechs Monate. Das Essen war sehr schlecht. Die Läuse haben uns bei lebendigem Leibe gefressen. Wir haben auf Holzbrettern geschlafen - unter dem Kopf die Reisetasche, wenn man eine hatte. Danach haben uns die Amerikaner an die Russen weitergegeben. Auf einer provisorischen Brücke fuhren wir über die Elbe. Die Unseren haben je ½ Brotlaib und eine Handvoll Erbsen an uns verteilt und uns in Güterwaggons nach Hause gefahren. Ich bin am 06.10.45 in Tschernigow eingetroffen [...] "
26.6 Vorbereitung des Rücktransportes polnischer Staatsangehöriger. Anweisung des Landrates Düren vom 13.08.1945. (Stadtarchiv Düren, Sammlung Lörken, Mappe 2) |
26.8 „Reisevorbereitungen in Brauweiler“. Artikel in „Westdeutsche Zeitung“ vom 15.06.1949, das DP - Lager wurde erst im Oktober 1949 aufgelöst. (Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland, Nr. 13077) |
Erstellt: 31.10.2006
Zuletzt geändert: 31.10.2006











