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Institutionen und Gesellschaften / Istituzioni e Associazioni
1. Institutionen und Gesellschaften in Deutschland /Istituzioni e Associazioni in Germania
Arbeitsgemeinschaft für die Neueste Geschichte Italiens, Darmstadt Die 1974 von Prof. Dr. Wolfgang Schieder und Dr. Jens Petersen (ehemals DHI Rom) begründete wissenschaftliche Vereinigung bemüht sich in enger Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom“ um die Förderung und Unterstützung deutscher und italienischer Forschungsinitiativen zur neuesten Geschichte Italiens. Zu diesem Zweck erscheint dreimal jährlich die von Jens Petersen initiierte, nun von Dr. Lutz Klinkhammer (DHI Rom) herausgegebene Zeitschrift „Bibliographische Informationen / Informazioni Bibliografiche“. Auf die gleichfalls durch Petersen gegründete Halbjahresschrift „Storia e Critica“, eine nützliche Presseschau über italienische Artikel von historischer Relevanz, müssen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft allerdings neuerdings verzichten. Für die Erörterung ausgewählter Themen der neuesten Geschichte Italiens lädt die Arbeitsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem DHI Rom nunmehr seit 1978 alle zwei Jahre zu Tagungen, die durch die rege Teilnahme italienischer Fachkollegen zum wissenschaftlichen Austausch und zur persönlichen Kontaktpflege zwischen den Historikerzünften beider Länder beitragen. Unter der Herausgeberschaft von Christof Dipper, Jens Petersen und Wolfgang Schieder unterhält die Vereinigung außerdem die Schriftenreihe „Italien in der Moderne“. Die Arbeitsgemeinschaft, die von Prof. Dr. Christof Dipper (TU Darmstadt) geleitet wird, zählt derzeit rund 250 Historiker und andere Wissenschaftler aus Deutschland, Italien und anderen europäischen Ländern zu ihren Mitgliedern.
Deutsche Sektion des Risorgimento-Instituts, Kassel Die 1995 ins Leben gerufene deutsche Sektion des römischen „Istituto per la Storia del Risorgimento Italiano“ versteht sich als Zusammenschluss zur Geschichte des italienischen Risorgimento forschender deutscher Wissenschaftler. Unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Ullrich (Universität Kassel, Europawissenschaften; Peter Lang Verlag, Reihe „Italien in Geschichte und Gegenwart“) werden Informationen über entsprechende Forschungsinitiativen in Italien und Deutschland ausgetauscht, Tagungen initiiert und Kontakte geknüpft. Die Zugehörigkeit zur Gruppe impliziert auch die Mitgliedschaft am römischen Zentralinstitut und schließt das Abonnement von dessen Zeitschrift „Rassegna Storica del Risorgimento“ sowie den verbilligten Bezug aller Publikationen des Instituts mit ein.
Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Das 1964 gegründete Institut befasst sich mit der europäischen Rechtsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Aufgrund der europäischen Bedeutung der römischen Rechtstradition weisen die Forschungsprojekte der Einrichtung auch Berührungspunkte mit der italienischen Rechtsgeschichte, naturgemäß mit Schwerpunkt auf Mittelalter und Früher Neuzeit, auf. Dem Fachbeirat gehört mit Aldo Mazzacane auch ein italienischer (Rechts-)Historiker an. Die internationale Kooperation der Einrichtung umfasst überdies einen regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch mit Institutionen in Mailand, Florenz und Neapel. Von Interesse ist das Projekt einer Bibliographie historischer europäischer Rechtsschriften der Frühen Neuzeit, die auch die Erfassung der in Neapel-Sizilien bis 1800 publizierten Texte wie der italienischen Rechtspublikationen des 17. Jahrhunderts vorsieht. Weiterhin weisen die Publikationen des Instituts – mehrere Schriftenreihen zur europäischen Rechtsgeschichte und die Zeitschrift „Ius Commune“ – ebenfalls Bezüge zur italienischen Geschichte auf. Die Internet-Präsenz informiert über die genannten Bereiche mit hoher Aktualität. Sie ermöglicht weiterhin den Online-Zugang zur institutseigenen Bibliothek, die auch italienische Titel aufweist.
Thesis. Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e. V. Das Netzwerk der Doktoranden und Postgraduierten stellt ein Forum für den wissenschaftlichen Nachwuchs aller Fachgebiete dar und gliedert sich in mehrere regionale Gruppen auf. Thesis gehört der europäischen Dachorganisation Eurodoc an, der auch die Associazione Dottorandi e Dottori di Ricerca Italiani (ADI) angeschlossen ist.
Varhagen Gesellschaft e.V.,Köln Die in Köln ansässige Gesellschaft setzt sich aus zahlreichen Wissenschaftlern, Initiativen und Institutionen zusammen. Der Verein widmet sich dem Leben und Werk von Karl August Varnhagen von Ense und Rahel Varnhagen, geb. Levin, die vom ausgehenden 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die europäische Geistesgeschichte nachhaltig beeinflussten. Zu den regelmäßigen Publikationen des Vereins zählen ein „Almanach“ und das Mitteilungsblatt „Gazzettino“, dessen elektronische Ausgabe kostenlos abonniert werden kann. Die Website bietet unter der Rubrik „Projekte“ auch eine interessante Linksammlung zu anderen Webpräsenzen, die im weitesten Sinne für die Varnhagens und die von ihnen geprägte Epoche relevant sein mögen. Auf Initiative des ersten Vorsitzenden der Gesellschaft, Dr. Nikolaus Gatter, beschäftigt man sich intensiv auch mit der Nichte von Rahel und Karl August Varnhagen, Ludmilla Assing (1821-1880), die ab 1861 in Florenz lebte. Assing unterhielt Kontakte zu namhaften Exponenten der linksdemokratischen Bewegung Italiens, darunter Bakunin und Mazzini, deren Schriften sie zum Teil auch ins Deutsche übersetzte. Die Forschungen und Tagungen über Assing, deren Ergebnisse auch durch die Internetpräsenz dokumentiert werden, machen die Varnhagen-Gesellschaft auch für die Geschichte des italienischen Risorgimento interessant.
2. Institutionen und Gesellschaften in Italien /Istituzioni e Associazioni in Italia
Associazione Dottorandi e Dottori di Ricerca Italiani (ADI) Das italienische Netzwerk der Doktoranden und Postgraduierten stellt ein Forum für den wissenschaftlichen Nachwuchs aller Fachgebiete dar und gliedert sich in mehrere regionale Gruppen auf. ADI gehört der europäischen Dachorganisation Eurodoc an, der auch Thesis, das interdisziplinäre Netzwerk der deutschen Promovierenden und Promovierten, angeschlossen ist.
Associazione Italiana degli Storici delle Dottrine Politiche, Salerno Die Vereinigung geht zurück auf einen informellen Forschungszusammenhang, der sich im Umfeld der 1968 von Mario Delle Piane, Luigi Firpo, Salvo Mastellone und Nicola Matteucci gegründeten Zeitschrift „Il pensiero politico“ in den vergangenen Jahrzehnten herausgebildet hatte. 1995 gab sich die Gruppe erstmals mit der formalen Gründung der Vereinigung in Florenz einen institutionellen Anstrich. Die Vereinigung hat zum Ziel, die Forschungen zur politischen Ideengeschichte durch wissenschaftliche Veranstaltungen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit kulturellen Stiftungen und Vereinigungen im In- und Ausland zu fördern. Das besondere Augenmerk der Vereinigung gilt der normativen Organisation von Lehre und Forschung in ihrer Disziplin an den italienischen Universitäten. Die Mitglieder rekrutieren sich aus dem universitären Lehrkörper und den ihm zugeordneten Assistenten. Aktuelle Vorsitzende ist Anna Maria Lazzarino Del Grosso, die an der Universität Salerno lehrt. Die Internet-Präsenz bietet einen Überblick über Ziele, Zusammensetzung und Aktivitäten der Vereinigung, wobei die einzelnen Seiten zum Teil nicht immer auf dem neuesten Stand sind. Von Interesse sind die Informationen über die einzelnen Doktoratsstudiengänge der Disziplin an italienischen Universitäten und über aktuelle Ausschreibungen. Eine Datenbank bietet außerdem Zugriff auf die Indizes mehrerer Fachzeitschriften.
Comitato Livornese per la Promozione dei valori Risorgimentali, Livorno Das Komitee zur Förderung der Werte des Risorgimento in Livorno bemüht sich seit Juli 2000 unter dem Vorsitz von Prof. Fabio Bertini (Universität Florenz) um die Dokumentation und Verbreitung der liberalen und demokratischen Tradition Livornos im italienischen Risorgimento. Zu diesem Zweck führt es zahlreiche Initiativen in Zusammenarbeit mit den Provinz- und Lokalbehörden sowie den Kultur- und Bildungseinrichtungen vor Ort durch, welche ausgewählte Höhepunkte der Geschichte Livornos im Risorgimento sowie die Erinnerung an diese im Rahmen von Festen und Feiern zum Gegenstand haben. Die Website dokumentiert den historischen Beitrag Livornos zum Risorgimento und die Initiativen des Komitee bis zum Jahr 2002. Auf eine Aktualisierung des Internet-Auftritts ist man um so mehr gespannt.
Deutsches Historisches Institut in Rom Das Deutsche Historische Institut (DHI) in Rom bietet seit dem Kaiserreich insbesondere den deutschen Italienforschern eine unverzichtbare Anlaufstelle. Es nimmt selbstverständlich auch eine anerkannte Vermittlerrolle zur italienischen Fachwelt wahr, die die Angebote des DHI intensiv nutzt. Seit seiner Gründung durch den preußischen Staat im Jahre 1888 hat die Einrichtung einen vielfältigen Wandel bis hin zum Umzug an die römische Peripherie erfahren. Die herkömmlichen Service-Leistungen des Instituts stehen seit einigen Jahren auch Online zur Verfügung. Sie reichen von den ansehnlichen - musikgeschichtlichen und historischen - Fachbibliotheken, deren Bestände zum Teil durch Online-Kataloge zugänglich sind, über die regelmäßige Veranstaltung öffentlicher Vorträge und internationaler Fachkonferenzen bis hin zur Vergabe von Promotionsstipendien und wissenschaftlichen Praktika. Die Internet-Präsentation des DHI informiert darüber hinaus in einer ausführlichen Bibliographie über die publizistischen Initiativen der Einrichtung, welche unter anderem die traditionellen Editionsreihen mittelalterlicher und kirchengeschichtlicher Quellen (z. B. "Repertorium Germanicum"), die institutseigene Zeitschrift „Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken“ sowie die Schriftenreihe „Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom“ umfassen. Die „Bibliographischen Informationen / Informazioni Bibliografiche“ werden in Zusammenarbeit mit der "Arbeitsgemeinschaft für die Neueste Geschichte Italiens, Darmstadt" herausgegeben. Leider liegt nur für die jüngeren Jahrgänge ein elektronisches Abstraktum vor, das den Inhalt der Schriften erschließt, so dass der Weg von der Online-Bibliographie doch wieder in die Bibliotheken führt. Das Online-Angebot, das beständig erweitert werden soll, umfasst bereits Jahres- und Tagungsberichte sowie Quelleneditionen und Datenbanken zum Mittelalter und der Neuzeit. Das Archiv, das die Geschichte der Einrichtung seit 1888 dokumentiert, ist mit seiner Beständeübersicht und Findbüchern ebenfalls online einsehbar. Die Internet-Präsentation bietet überdies eine nützliche Linksammlung zu weiteren Webseiten, die im Zusammenhang mit der historischen Italienforschung von Nutzen sein können.
Domus Mazziniana, Pisa Das Institut wurde 1952 gegründet und ist in der Casa Rosselli in Pisa untergebracht, in der Giuseppe Mazzini 1872 verstorben war und das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut worden ist. Die Einrichtung unterhält eine Bibliothek, ein Archiv und ein Museum zu Leben und Werk Giuseppe Mazzinis bzw. der durch ihn inspirierten politischen Richtung des demokratischen Republikanismus. Der Bibliotheksbestand ist nicht über die Website abfragbar, während die Archivalien durch eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Fundi erschlossen werden. Die Seite hält weiterhin bio-bibliografische Materialien über Mazzini sowie einen diesbezüglichen Linkkatalog bereit. Mit der schrittweisen Digitalisierung der „Edizione nazionale degli scritti editi e inediti di Giuseppe Mazzini“ sollen die Schriften Mazzinis auch hier zugänglich gemacht werden. Das Institut publiziert außerdem die Halbjahresschrift „Bollettino della Domus Mazziniana“, deren Index bis 1996 online einsehbar ist, und macht durch zahlreiche weitere publizistische und Tagungsinitiativen auf sich aufmerksam.
Giunta storica nazionale, Roma Unter der Präsidentschaft von Paolo Prodi fürt das Organ seit 2001 die Arbeit der vorherigen „Giunta centrale per gli studi storici“ fort, die 1934 als zentrales Leitungsgremium aller historischen Institute auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene geschaffen worden war, um somit die Aktivitäten des aufgelösten „Istituto storico italiano“ (gegründet 1883) zu zentralisieren und stärker an den Vorgaben des Bildungsministeriums zu orientieren. Die Giunta untersteht heute dem Ministero per i Beni e le Attività Culturali, Präsident und Mitglieder werden jedoch direkt vom italienischen Premierminister ernannt. Unter dem Dach der Giunta werden seit 1942 die „Bibliografia storica nazionale“, die Akten internationaler Historikerkongresse sowie die Tagungsbände der von den Geschichtsvereinen organisierten Veranstaltungen publiziert. Die 1884 gegründete „Rivista storica italiana“, wurde nur im Zeitraum 1935-1942 von der Giunta herausgegeben. Auch die italienische Teilnahme an internationalen Historikerkongressen gehört zum Aufgabenbereich der Giunta. Das Organ handelt jedoch weniger aus Eigeninitiative, sondern versteht sich als Koordinationsinstanz der historischen Forschungseinrichtungen in Italien. Zu diesem Zweck verfügt es über die Nationalen Historischen Institute wie etwa den „Istituto storico italiano per l'età moderna e contemporanea“ oder den „Istituto per la storia del Risorgimento“. Auch den regionalen „Deputazioni“ bzw. „Società di storia patria“, den Geschichtsvereinen in den Provinzhauptstädten also, tritt die Giunta unterstützend zur Seite. Die Internet-Präsenz des Organs enthält auch das Adressverzeichnis aller angeschlossenen Nationalen Historischen Institute sowie einiger der regionalen Geschichtsvereine. Ein breiteres inhaltliches Angebot ist zwar vorgesehen (Veranstaltungskalender, Dokumente, Forum), aber noch nicht aktiviert.
Istituto Italiano per gli Studi Storici, Napoli Das im Palazzo Filomarino im Herzen Neapels („Spaccanapoli“) untergebrachte Institut wurde 1946 durch Benedetto Croce zur Förderung des wissenschaftlichen Historikernachwuchses ins Leben gerufen. Zu diesem Zweck schreibt das Institut jährlich Stipendien für Studienabgänger aus Italien und anderen Ländern aus. Auch Wochenseminare, Tagungen und Konferenzen werden abgehalten. Die Stipendiaten nehmen an den Seminaren und Veranstaltungen des Instituts teil und haben Zugang zu der hauseigenen Bibliothek, die mit mehr als 100.000 Bänden und 400 laufenden Zeitschriften ausgestattet ist. Die Ergebnisse der unter seiner Förderung durchgeführten Forschungen erscheinen unter anderem in den „Annali dell'Istituto Italiano per gli Studi Storici“ und in der monographischen Schriftenreihe der „Collezione di Monografie“. Die Einrichtung beherbergt weiterhin die Nachlässe der Historiker Carlo Cantoni, Fausto Nicolini, Adolfo Omodeo und Federico Chabod, die im Laufe des 20. Jahrhunderts die Geschichte des Risorgimento maßgeblich mitschrieben. Nach Abschluss der elektronischen Verzeichnung werden die Findbücher dieser Archive über die Internetpräsenz des Instituts zugänglich sein. Angegliedert an das Institut ist auch die Stiftung „Biblioteca Benedetto Croce“, die im selben Haus den bibliographischen und privaten Nachlass des Gelehrten pflegt, inventarisiert und der Fachwelt zur Verfügung stellt. Die Internetpräsenz des Instituts bietet schließlich noch einen Überblick über dessen Veranstaltungen, der jedoch nicht aktuell gehalten wird. Auch unter der Rubrik „agenda“ finden sich leider keine aktuellen Einträge. Der momentane Direktor des Instituts ist Gennaro Sasso.
Istituto per la Storia del Risorgimento Italiano Die im römischen „Vittoriano“, dem Vaterlandsdenkmal des liberalen Nationalstaats und Königreichs, beheimatete Einrichtung stellt eines der insgesamt fünf nationalen Geschichtsinstitute Italiens dar. Das zentrale Institut der Risorgimento-Geschichtsschreibung in Italien geht auf die „Società nazionale per la storia del Risorgimento italiano“ zurück, die 1906 auf dem ersten historischen Kongress zum italienischen Risorgimento in Mailand gegründet worden war. 1934 hatte die Einrichtung im Zuge der Reorganisation der historischen Institute und deren Unterordnung unter die „Giunta centrale per gli studi storici“, heute: „Giunta storica nazionale“ auch die Kompetenzen des aufgelösten „Comitato nazionale per la storia del Risorgimento“ übernommen, das seit 1906 mit der Sammlung, Pflege und Dokumentation der historischen Quellen beauftragt gewesen war. 1935 nahm die Gesellschaft ihre heutige Institutsbezeichnung an. Das Institut beherbergt neben dem „Museo Centrale del Risorgimento Italiano“ auch ein umfangreiches Archiv, dessen Bestände – Manuskripte und Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten sowie Kupferstichdrucke und Fotografien aus der Zeit des Risorgimento – im Vittoriano eingesehen werden können. Ein entsprechendes Online-Verzeichnis erlaubt seit März 2004 einen Einblick in den gesamten Archivbestand auch aus der Ferne. Das Institut veranstaltet seit dem erwähnten Mailänder Kongress von 1906 regelmäße Tagungen zur Geschichte des Risorgimento mit internationaler Besetzung („Congressi di Storia del Risorgimento“) und historische Ausstellungen, über die seine Internet-Präsentation (unter „Notizie“ und „Le Mostre“) wegen ausbleibender Aktualisierung nur unzureichend informiert. Die seit 1934 herausgegebenen Schriftenreihen „Fonti“ und „Memorie“ dienen der Publikation von Quelleneditionen und von Studien zur Geschichte des Risorgimento, während in der seit 1958 publizierten Reihe „Atti dei Congressi di Storia del Risorgimento“ die Tagungsbände der Risorgimento-Kongresse zur Veröffentlichung gelangen. Periodische Publikationen wie „I Quaderni del Museo Centrale“, also die Ausstellungskataloge des institutseigenen Museums, gehören ebenfalls zum publizistischen Programm, dessen Titelverzeichnis über die Internet-Präsentation eingesehen werden kann. Darüber hinaus gibt das Zentralinstitut mit der „Rassegna Storica del Risorgimento“ seit 1914 auch eine hauseigene historische Zeitschrift heraus.
Istituto Trentino di Cultura / Istituto Storico Italo-Germanico Das Trienter Kulturinstitut wurde 1962 als postuniversitäre Forschungsstelle ins Leben gerufen. Die Aktivitäten des Instituts gliedern sich in die drei Abteilungen des Zentrums für Italienisch-Deutsche Historische Studien („Itc-Isig: Centro per gli studi storici italo-germanici“), des Zentrums für Religionswissenschaften („Itc-Isr: Centro per le scienze religiose“) und des Zentrums für Naturwissenschaftliche und Technologische Forschung („Itc-Irst: Centro per la ricerca scientifica e tecnologica“). Das Zentrum oder auch Institut für Italienisch-Deutsche Historische Studien betreibt seit 1973 Forschungen auf den Gebieten der vergleichenden Verfassungs-, Kirchen-, Sozial- und Rechtsgeschichte, die für den italienischen und deutschen Kulturkreis gleichermaßen von Bedeutung sind. Dabei bemüht sich das Zentrum um einen Austausch zwischen den Fachwissenschaftlern beider Länder, den es durch die Vergabe von Stipendien für Studien- und Forschungsaufenthalte, durch die Veranstaltung von Konferenzen und Tagungen und zahlreiche andere Initiativen fördert. Regelmäßig im September wird für fortgeschrittene Studierende, Doktoranden und Assistenten aus dem deutschsprachigen und italienischen Kulturkreis eine Studienwoche abgehalten. Das Institut publiziert die Ergebnisse der auf seine Initiative durchgeführten Studien und Tagungen in der hauseigenen Zeitschrift „Annali dell'Istituto Italo-Germanico in Trento / Jahrbücher des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient“, die bei „Il Mulino“ erscheint. Zur Präsentation tiefergehender Forschungen werden die monographischen Reihen der „Quaderni“, „Monografie“ und der „Contributi/Beiträge“ herausgegeben, die ebenfalls beim Bologneser Hausverlag des Instituts publiziert werden. Demgegenüber erscheinen die vorwiegend deutschsprachig ausgerichteten „Schriften des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient“ beim Berliner Verlag „Duncker & Humblot“. Die Internetpräsenz des Instituts bietet neben einer Kurzvorstellung seiner Geschichte und Forschungsrichtung auch einen Überblick über geplante Veranstaltungen und laufende Forschungsprojekte, der leider jedoch nicht dem neuesten Stand entspricht. Das Institut steht derzeit unter der Leitung von Prof. Giorgio Cracco (Lehrstuhl für Kirchengeschichte, Fakultät für Politologie, Universität Turin).
Società degli storici italiani, Firenze Die Vereinigung wurde 1963 gegründet und gehört seit 1981 der „American Historical Association“ an. Seither tritt sie mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit, die die historische Forschung in Italien dokumentieren und 1986 in Arezzo mit einer Aufsehen erregenden Tagung über „La storiografia italiana degli ultimi venti anni“ eröffnet wurden. Mit der Zulassung auch von Postgraduierten hat sich die Mitgliederzahl des Vereins, in dem zuvor nur die höheren Wissenschaftlerhierarchien vertreten waren, seit 1992 kontinuierlich auf rund 700 Mitglieder erhöht. Dennoch scheint die Bedeutung der Gesellschaft gegenüber anderen Historikervereinigungen momentan zu sinken. Als Vorsitzender fungiert seit 1993 Ennio Di Nolfo, der als „Prorettore per le Relazioni internazionali“ an der Universität Florenz tätig ist. Der Verein unterhält keine eigene Internet-Präsenz und verfügt lediglich über ein Kurzprofil, das auf der Grundlage nicht aktueller Daten innerhalb der Website der genannten amerikanischen Dachorganisation platziert wurde.
Società Italiana degli Storici dell'Economia, Bari Der seit 1984 bestehende Verein fördert durch Tagungen und Forschungsgruppen die Vertiefung und Verbreitung der Wirtschaftsgeschichte. Intensiven Austausch unterhält man dabei mit den entsprechenden Vereinigungen anderer Länder und der „International Economic History Association“. Aktueller Vorsitzender ist Antonio Di Vittorio, der an der Universität Bari lehrt. Zur Information der 150-160 Mitglieder erscheint alle vier Monate ein Newsletter, der in elektronischer Form über die Website abonniert werden kann. Dort kann man sich auch in die Mailing-Liste „Nestore-L“ einschreiben, die seit 1994 besteht. Ein ausführlicher Linkkatalog informiert über Institutionen, Initiativen, Verlage, Zeitschriften, Datenbanken, Mailing-Listen und Newsgroups, die im internationalen Rahmen Relevanz für die Wirtschaftsgeschichte besitzen. Der elektronische Veranstaltungskalender ist leider nicht auf dem neuesten Stand.
Società Italiana delle Storiche, Roma Der seit 1989 bestehende Zusammenschluss von Historikerinnen bemüht sich gegenüber einer immer noch männlich dominierten Wissenschaftsgemeinschaft, die Präsenz der Historikerinnen sowie der Frauen- und Geschlechtergeschichte zu erhöhen. Unter den rund 360 Mitgliedern finden sich nicht nur italienische, sondern auch ausländische Historikerinnen. Aktuelle Vorsitzende ist Raffaella Baritono, die an der Universität Bologna lehrt. Alle zwei Jahre hält der Verein Forschungsseminare zu Schlüsselfragen der Frauengeschichte von der Antike bis zur Zeitgeschichte ab. Seit 1995 dokumentieren im fünfjährigen Abstand nationale Kongresse die laufenden Forschungshaben der Mitglieder. In Zusammenarbeit mit der Stadt Florenz vergibt die Vereinigung den Forschungspreis „Franca Pieroni Bertolotti“ an junge Historikerinnen. Jährlich findet außerdem in Kooperation mit der Universität Siena die Sommeruniversität „Storia e cultura delle donne“ statt. Darüber hinaus bemüht sich die Assoziation um Fortbildungsmaßnahmen für Lehrerinnen. Das bis 1999 herausgegebene Mitteilungsblatt „Agenda“ wurde 2000 durch einen Newsletter ersetzt. Die Vereinigung ist seit 1996 auch im Internet präsent, wo die durch sie geförderten neueren Publikationen – Monographien und Periodika auch zu Gender-Aspekten der Risorgimento-Geschichte – ausführlich dokumentiert werden. Ein Veranstaltungskalender informiert über Seminare, Tagungen und Kongresse nicht nur im italienischen, sondern internationalen Rahmen. Hier finden sich auch Hinweise auf Stellen- und Stipendiumsangebote im Bereich der Gender Studies. Auch ein Linkkatalog zu in- und ausländischen Initiativen in diesem Bereich gehört zum Angebot.
Società Italiana per lo Studio della Storia Contemporanea (SISSCO) SISSCO wurde 1990 als Zusammenschluss von Neuzeithistorikern ins Leben gerufen, der Mitte 2003 rund 450 Mitglieder, darunter 18 im Ausland ansässige Historiker, zählte. Die Vereinigung hat keinen festen Standort, sondern wird in der Regel von der Institution beherbergt, an der ihr jeweiliger Präsident beheimatet ist. Momentaner Präsident der SISSCO ist Tommaso Detti (2003-2007), der am Historischen Seminar der Universität Siena lehrt. Ziel von SISSCO ist es, eine Interessenvertretung von Historikern zu schaffen, die sich jenseits aller parteipolitisch-ideologischen Zugehörigkeiten für rationale und am wissenschaftlichen Verdienst orientierte Zugangskriterien und Karrierewege in Lehre und Forschung wie auch für deren Transparenz und Internationalisierung engagiert. Der Verein gibt seit 1999 das Jahrbuch „Il mestiere di storico“ heraus, das die Entwicklung von Forschung und Lehre kritisch beleuchtet und die Neuerscheinungen der Disziplin in einem ausführlichen Rezensionsteil vorstellt. Zweimal jährlich veranstaltet SISSCO wissenschaftliche Tagungen. Herausragende Forschungen zur Neueren Geschichte Italiens werden mit dem „Premio SISSCO“ ausgezeichnet, während für lokalgeschichtliche Untersuchungen im Zusammenwirken mit der „Associazione Nazionale dei Comuni Italiani“ (ANCI) der „Premio ANCI-Storia“ geschaffen wurde. In der Öffentlichkeit zeigt sich die SISSCO immer wieder als engagierte und kritische Beobachterin der institutionellen und disziplinären Rahmenbedingungen, von denen die historische Forschung und Lehre sowie die Rekrutierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Italien bestimmt werden. Seit 1997 wird die Web-Präsentation von SISSCO kontinuierlich ausgebaut. Der Verein unterhält zum Austausch seiner Mitglieder eine entsprechende Mailing-Liste. Die Internet-Präsenz verspricht einen Zugriff auf die elektronische Version des genannten Jahrbuches und alle anderen Publikationen des Vereins. Eine Datenbank soll die gezielte Suche nach den Rezensionen ermöglichen, die zu bestimmten Titeln im „Il mestiere di storico“ erschienen sind. Ein Veranstaltungskalender verweist auf aktuelle Tagungen und Konferenzen. Leider löst der momentane Stand des Angebots diese Versprechungen noch nicht ein: Weder die Zeitschrift noch Rezensionen sind online einsehbar, die Aktualität der Veranstaltungshinweise lässt zu wünschen übrig.
Società per gli Studi di Storia delle Istituzioni, Roma Der 1993 gegründete Verein dient der Förderung der institutionengeschichtlichen Forschung, die er durch eine intensive Kooperation mit den Staatsarchiven, eine Sensibilisierung der Staatsangestellten gegenüber seiner Disziplin und einen regen Austausch zwischen Forschern im In- und Ausland herzustellen versucht. Die Mitglieder kommen aus der universitären Forschung und aus den Staatsarchiven, aber auch aus Bibliotheken und dem öffentlichen Dienst im weitesten Sinne. Aktueller Vorsitzender des Vereins ist Aldo Mazzacane, der an der Universität Neapel lehrt. Eine jährliche wissenschaftliche Tagung findet in Zusammenarbeit mit dem Universitätsinstitut „Suor Orsola Benincasa“ in Neapel statt. Mit dem genannten Institut betreut der Verein außerdem eine wissenschaftliche Publikationsreihe zur Institutionengeschichte. Beim Bologneser Verlag „Il Mulino“ erscheint weiterhin seit 1995 die vom Verein publizierte Halbjahresschrift „Le Carte e la Storia“. Die Internet-Präsenz bietet Materialien wie archivrechtliche Vereinbarungen zum Datenschutz, die Programme der Jahrestagungen oder eine Datenbank zur italienischen Verwaltungsgeschichte 1861-1992. Auch die bibliographischen Informationen und kommentierten Linkverweise, die in den vorangegangenen Ausgaben der Zeitschrift „Le Carte e la Storia“ veröffentlicht wurden, sind hier zugänglich. Weiterhin kann Einblick in die Inhaltsverzeichnisse der Zeitschrift genommen werden.
Villa Vigoni: Deutsch-Italienisches Zentrum Nachdem Don Ignazio Vigoni Medici di Marignano, der letzte Nachkomme einer wohlhabenden deutsch-italienischen Familie, im Februar 1983 der Bundesrepublik Deutschland seinen 40 Hektar großen Besitz am Comer See vermacht hatte, wurde das Zentrum unter der Verwaltung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des italienischen Außenministeriums zu einer bilateralen Kultur- und Begegnungsstätte entwickelt. Die 1986 gegründete „Italienisch-Deutsche Kulturvereinigung Villa Vigoni“ („Associazione Culturale Italo-Tedesca di Villa Vigoni“) stellt sich durch zahlreiche Tagungen und Seminare auf dem Gebiet der Politik, Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Kultur dem Austausch und der Begegnung zwischen beiden Ländern. Inzwischen gilt die Villa als Zentrum deutsch-italienischer Kooperation auf höchstem kulturellem und wissenschaftlichem Niveau. Im Zuge der europäischen Integration engagiert sich die Vereinigung auch jenseits des bilateralen Rahmens für einen übergreifenden Austausch.
3. Institutionen und Gesellschaften in anderen Ländern / Istituzioni e Associazioni in altri paesi
Association for the Study of Modern Italy (ASMI), Cambridge Die „Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte Italiens“ wurde 1982 von dem britischen Italien-Historiker Christopher Seton-Watson in Cambridge (Großbritannien) gegründet. Sie dient als Zusammenschluss von Individuen und Organisationen aus Großbritannien und anderen Ländern, die sich aus beruflichem oder allgemeinem Interesse – aus welchem fachspezifischen Blickwinkel auch immer – mit Italien vom 18. zum 20. Jahrhundert beschäftigen. ASMI lädt einmal jährlich zu einer Tagung und unterstützt Initiativen für Tagungen, Seminare und Ausstellungen in Großbritannien und anderen Ländern. Die Vereinigung stiftet seit 2003 den „ASMI Essay Prize“, mit der jährlich eine herausragende und noch unveröffentlichte Studie – denkbar wäre ein Aufsatz, Artikel oder Auszug aus einer Dissertation – zur Geschichte Italiens von 1780 bis zur Gegenwart ausgezeichnet wird, die dann in der Vereinszeitschrift „Modern Italy“ zur Veröffentlichung gelangt. Weiterhin unterhält ASMI eine Diskussionsliste zur Geschichte Italiens.



