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Archive / Archivi
1. Archive in Deutschland
Bundesarchiv, Berlin Die Präsentation des Bundesarchivs bietet einen Überblick über die acht großen thematischen Sektionen der Archivbestände an den Standorten Aachen, Bayreuth, Berlin, Berlin (Filmarchiv), Dahlwitz-Hoppegarten, Freiburg, Koblenz, Ludwigsburg, Rastatt, St. Augustin-Hangelar. Digitalisierte Findbücher und Nachlassverzeichnisse liegen bereits vor und werden bald den Gesamtbestand en détail erschließen.
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin-Dahlem Nach der Vereinigung der Bestände des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) mit den Archivalien des vormaligen Zentralen Staatsarchivs in Merseburg bietet das Dahlemer Archiv nun auch im Internet einen allgemeinen Zugang zu seinen Funktionen. Neben einer Selbstdarstellung des Hauses hält die Präsentation vielfältige, auch mehrsprachige Informationen für den Nutzer bereit, der nun außerdem auch die Möglichkeit hat, Arbeitsplätze und Akten online zu reservieren und zu bestellen. Die digitalisierte Übersicht über den Gesamtbestand ermöglicht die Materialsuche nicht nur nach Provenienz, sondern auch nach thematischen Stichworten oder geographischer Zuordnung. Überdies verweisen externe Links auf die Bestände anderer, auch internationaler Archive, die für die Geschichte Preußens relevant sind. Die hierdurch grob erschließbaren Aktenbestände sollen sich künftig, d.h. nach der noch laufenden Digitalisierung der Bestandsübersichten und einzelnen Findbücher, en détail aufschlüsseln lassen, um dann eine wirkliche Vorbereitung des Archivbesuchs zu ermöglichen.
2. Archive in Italien
Archivio delle donne, Napoli Die gegen Ende der 1970er Jahre am „Istituto Universitario Orientale“ Neapels gegründete interdisziplinäre Forschungsgruppe bemüht sich durch Seminare, Tagungen und Publikationen, die auf der Internet-Präsenz im Einzelnen vorgestellt werden, um die Förderung der Gender Studien, für die das Archiv in seiner reichen bibliographischen Sammlung den vollständigen Bestand aller fachspezifischen Zeitschriften bereithält, die in Süditalien im Umlauf sind. Inzwischen ist die Initiative zu einem anerkannten Studienzentrum der Universität aufgestiegen. Allerdings lässt die Aktualität der Veranstaltungshinweise auf der Webseite zu Wünschen übrig: Die dort zuletzt angekündigte Tagung liegt immerhin mehr als zwei Jahre zurück.
Archivio per la memoria e la scrittura delle donne, Firenze Der Internet-Auftritt des Archivs für Frauengeschichte geht auf eine seit Oktober 1998 in Florenz bestehende interdisziplinäre Vereinigung zurück, die sich der Erhaltung und Verbreitung des Gedächtnisses der Frauen in der Toskana von der Frühen Neuzeit bis zur Zeitgeschichte widmet. Geboten wird ein Überblick über die Projekte des Archivs, die in enger Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv und der Universität Florenz zur Inventarisierung und Verzeichnung historischer Frauennachlässe durchgeführt werden. Eine gesonderte Rubrik illustriert den Umfang der bisher betreuten Bestände. Weiterhin informiert die Webseite über Ausstellungs- und Publikationsinitiativen des Archivs in den vergangenen Jahren sowie über laufende Forschungsprojekte. Die ebenfalls angekündigten Veranstaltungshinweise sind auf dem aktuellsten Stand. Nützliche Links zu Internet-Ressourcen mit Relevanz für Frauen- und Gendergeschichte runden das Angebot ab.
Archivio storico diplomatico del Ministero per gli Affari Esteri, Roma Die historische Archiv- und Dokumentationsabteilung des italienischen Außenministeriums erlaubt die Einsichtnahme in Dokumente, deren Ausstellung mindestens 50 Jahre, bei Ausnahmegenehmigung 30 Jahre und bei persönlichem Material 70 Jahre zurück liegt. Die Internet-Präsenz des Archivs bietet einen Überblick über die bedeutendsten Fundi in dessem 13 km langen Aktenbestand. Darunter finden sich die diplomatischen Akten des Königreichs Piemont-Sardinien 1814-1861 sowie mehrere Aktenserien des Königreichs Italien ab 1861. Die zugehörigen Findmittel in Druckversion werden ebenfalls aufgelistet, die Bereitstellung digitalisierter Inventare ist nach Abschluss der Digitalisierung vorgesehen. Für einige Bestände, die vor allem die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts betreffen, ist eine solche Einsichtnahme in das Bestandsverzeichnis bereits jetzt möglich.
Consorzio Biblioteche e Archvi Istituti Culturali di Roma (BAICR) Der an die Bildungs- und Multimedia-Agentur „BAICR“ angelehnte Verbund der Archive und Bibliotheken römischer Kulturinstitute besteht derzeit aus dem „Istituto della Enciclopedia Italiana“, der „Fondazione Lelio e Lisli Basso-Issoco“, der „Fondazione Istituto Gramsci“, dem „Istituto Luigi Sturzo“ und der „Società Geografica Italiana“. Der Verbund bemüht sich um eine zeitgemäße Nutzbarmachung und Bereitstellung seiner kulturellen Ressourcen über Ausstellungen, interaktive Multimedia-Präsentationen, Programme für E-Learning, Fernstudienkurse und anderes mehr. Der zwischen den Instituten geschaffene Bibliotheksverbund ist Teil des nationalen Bibliothekssystems SBN. Unter der Rubrik „Archivi del '900“ bietet die Internet-Präsenz Zugang zu einem Portal „Archivi del Novecento. La Memoria in Rete“, das Archive privater und halböffentlicher Archive von Einzelpersonen (Historiker, Politiker u. a.), Instituten oder gesellschaftlichen Verbänden des 20. Jahrhunderts verzeichnet und über deren Bestände informiert. Dabei beschränkt man sich keineswegs auf römische Kulturinstitute, sondern stellt etwa auch Archiv und Bibliothek der an das „Istituto Italiano per gli Studi Storici“ angegliederten „Fondazione Benedetto Croce“ in Neapel und deren Bestände vor.
Sistema Archivistico Nazionale Das Angebot der „Amministrazione italiana degli Archivi di Stato“, die direkt dem „Ministero per i Beni e le Attività Culturali“ untersteht, bemüht sich unter dem Titel „Archivi. Sistema Archivistico Nazionale“ um die systematische Online-Dokumentation der Dienste der italienischen Staatsarchive. Die Eingangsseite ermöglicht über die linke Navigationsleiste den nach Städten geordneten Zugang zu den Web-Präsentationen der italienischen Staatsarchive. Die Sektionen „Amministrazione“ und „Normativa“ erschließen die verwaltungsorganisatorische Aufgliederung und das rechtliche Regelwerk (Letzteres auch in historischer Perspektive) des italienischen Archivwesens. Daran anknüpfend ermöglicht die Sektion „Strumenti“ einen Zugang zu den archivrechtlichen Bestimmungen in den italienischen Einzelstaaten vor 1861 sowie zu den Sitzungsprotokollen des „Consiglio Superiore degli Archivi“ für den Zeitraum 1874-1976. Einen eher praktischen Nutzen - etwa für die Planung einer Archivreise vom Ausland aus - hat die hier eingestellte Online-Version der „Guida Generale degli Archivi di Stato“, welche die Archivbestände aller italienischen Staatsarchive mehr oder weniger detailliert erschließt. Einen diesbezüglichen tiefergehenden Einblick bietet dann jedoch die Sektion „Patrimonio“, die für jeweils mehrere Staatsarchive ein alphabetisches Verzeichnis ihrer Aktenserien mit Angabe der zugehörigen Findmittel bereithält. Als Nachteil des Angebots erweist sich jedoch der Umstand, dass die Digitalisierung der Findbücher in den meisten Staatsarchiven noch kaum zu nennenswerten Resultaten geführt hat, so dass nur in den seltensten Fällen die aufgelisteten „Inventari“ auch Online zugänglich sind und man bei der Planung einer Archivreise also um die gewohnte Tiefenbohrung vor Ort letztendlich doch oder noch nicht herumkommt.
3. Archive in anderen Ländern
Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien Das Allgemeine Verwaltungsarchiv enthält etwa in der Bestandsgruppe 01 („Inneres“) auch Polizeiakten, die aus der Beobachtung der Carbonari und anderer liberaler Vereinigungen im Italien der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hervorgingen. In der Bestandsgruppe 09 („Verkehr“) findet sich auch eine Aktenserie zu den lombardo-venezianischen Eisenbahnen 1843-1859. Wie bereits im Haus-, Hof- und Staatsarchiv ermöglicht die Internet-Präsenz nur einen groben Überblick über den Inhalt der einzelnen Bestandsgruppen.
Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Wien Als österreichisches Zentralarchiv wurde die Einrichtung 1749 ins Leben gerufen. Unter den von 816 bis 1918 reichenden Archivalien befinden sich auch zahlreiche Materialien zur Geschichte der habsburgischen Herrschaft vor allem in Ober- und Mittelitalien. Die Internet-Seite des Archivs gibt einen groben Überblick über den Inhalt der einzelnen Bestandsgruppen und die Datierung ihrer Aktenserien: So erfährt man z. B., dass die Bestandsgruppe 05 („Staatskanzlei“) Provinzialakten zu Lombardo-Venetien aus der Zeit 1758-1860 enthält. Die betreffenden Findmittel müssen jedoch vor Ort eingesehen werden, wo auch die Aktenbestellung zu erfolgen hat.
Kriegsarchiv, Wien Das Wiener Kriegsarchiv bietet Dokumente zu den militärischen Auseinandersetzungen in Europa und Italien während des Risorgimento (1796-1918), mit zahlreichen biographischen Materialien zu deren Akteuren. Der Italienbezug wird jedoch in den summarischen Bestandsübersichten, die auf der Internet-Präsenz des Archivs angeboten werden, nicht ersichtlich. Eine Recherche in den Findbüchern vor Ort ist somit unumgänglich.



