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Zeitleiste: Dänemark-Norwegen
1397
Kalmarer Union die Reichsräte von Schweden, Dänemark und Norwegen vereinen sich und wählen Erik von Pommern zum Nachfolger Margaretes. Nach einem Vertragsentwurf dürfen die Länder nicht wieder getrennt werden.
1412- 1439
König Erik von Pommern (bis 1441 König von Schweden; 1442 König von Norwegen)
1439- 1448
Erik wird vom dänischen Reichsrat abgesetzt und Christoph III. von Bayern zum Nachfolger gewählt. Dieser kann die Union halten.
1448
Christoph stirbt. Die dänischen Reichsräte wählen nach Beratung mit Herzog Adolf VIII. von Schleswig Graf Christian von Oldenburg zum neuen König von Dänemark.
1450
Unionsvertrag von Bergen verfügt eine ewige Vereinigung von Norwegen und Dänemark, mit gemeinsamer Königswahl, aber Anerkennung der Selbstständigkeit Norwegens.
1460
Herzogwahl Christians durch die Stände: er wird zum Herzog von Schleswig und zum Grafen von Holstein gewählt, die Selbstständigkeit der Länder wird jedoch gewahrt, die Herzogtümer befinden sich in Personalunion mit Dänemark, aber in keiner Realunion untereinander.
1471
Unionskriege; durch die Niederlage Christians I. gegen den Reichsverweser Sten Sture in der Schlacht bei Brunkeberg geht Schweden für Dänemark verloren.
1520er/30er
soziale Unruhen in Dänemark
frühe Reformationsbewegung in den Herzogtümern Schleswig und Holstein
1513-1523
Regierungszeit Christian II. Dieser versucht die dänische Vorherrschaft in Schweden wiederherzustellen und die Union aufrechtzuerhalten.
Der europäische Humanismus erreicht Dänemark.
1520
König Christian versuchte mit dem Stockholmer Blutbad die Adelsopposition zu zerschlagen, dies führte jedoch
1521–1523
zu einer Aufstandsbewegung unter Gustav I. Vasa (Gustav Eriksson), der die dänischen Statthalter vertreibt. Vasa wird zum schwedischen Reichsverweser gewählt. Dies bedeutet das Ende der Union mit Schweden (1521).
1521
drei Gelehrte- Martin Reinhard, Mathias Gabler und Andreas Bodenstein von Karlstadt, werden auf königl. Ersuchen nach Dänemark gesandt.
1523
König Christian II. wird auch in Dänemark und Norwegen gestürzt, flieht in die habsburgischen Niederlande. Gustav I. Vasa wird zum König gewählt.
Wahl Herzog Friedrich von Schleswig zum König von Norwegen und Schweden.
1523-1533
1524
Unruhen brechen im ganzen Land aus, u.a. im Zusammenhang mit Steuereintreibungen in Schonen/ Skane.
1525
Soren Norby, ein Anhänger Christian II. benutzte die Unruhen auf Gotland, um mit einer Kriegerschar nach Schonen überzusetzen und einen Aufstand anzuzetteln, an dem sich auch die Bauern und ein Teil des Adels beteiligte. Der Aufstand wurde in einigen blutigen Schlachten niedergeschlagen.
Ab 1526
frühe Reformationsbewegung in Dänemark, eine Bewegung unter den
Bürgern der Städte. Diese Bewegung setzte sich, unter dem Einfluss von Impulsen aus Schleswig und Holstein, vor allem in Jütland durch. Führender Sprecher wurde der Prediger Hans Tausen, der in Wittenberg studiert hatte.
1526
Herrentag von Odense. Der König, der weltliche Teil des Reichrates und die Bischöfe beschlossen, dass die Bischofswahlen zukünftig nur mehr durch den Erzbischof bestätigt werden und die bisherigen Abgaben für die päpstliche Bestätigung nicht mehr nach Rom sondern an den König gehen müssen.
1527
Friedrich I. gestattet Errichtung evangelischer Kirchengemeinden, die nicht unter der bischöflichen Jurisdiktion stehen; erste Klosteraufhebungen
Schwerpunkt der evangelischen Bewegung verlagert sich von Viborg in Jütland in die Städte Malmö und Kopenhagen.
Ab 1530er
durch enge Handelskontakte mit Hamburg erreicht die Reformation Island, bleibt aber durch den starken Einfluss zweier Bischöfe vorerst katholisch.
1530
Augsburger Konfession
1530
König Friedrich I. lädt protestantische Prediger nach Kopenhagen ein, u.a. Peder Laurentsen und Frants Vormordsen, und lässt ein protestantisches Glaubensbekenntnis, die confessio hafniensis ausarbeiten.
1534
Jütländischer Aufstand. Die Ursachen für diesen Aufstand sind in den wachsenden sozialen Gegensätzen zwischen den Bauern und dem Adel, der zusätzlich versuchte, den ertragreichen Handel mit Ochsen unter seine Kontrolle zu bringen, zu finden.
1534-36
1536
Reformation in Dänemark, Norwegen und Island- Einführung der lutherischen Territorialkirche, der König wird zum obersten Repräsentanten der Kirche
Herrentag in Kopenhagen: Christian III. setzt die katholischen Bischöfe von ihren Ämtern ab, und verpflichtet sich und den Herrentag zur Einführung einer evangelischen Kirchenordnung, die unter der Leitung Johannes Bugenhagen ausgearbeitet wird.
1537
Bugenhagen ordiniert die ersten sieben lutherischen Superintendenten. Peder Palladius wird Superintendent des Stiftes Seeland;
1538
Krönung König Christian III. und Königin Dorothea in Kopenhagen; Wiedereröffnung der Kopenhagener Universität als Institution des Staates, nach Vorbild der Universität von Wittenberg; Publikation der Kirchenordnung
In Norwegen wird die Reformation von König Christian III. eingeführt, der einzige Ort an dem vor 1537 evangelische Prediger tätig waren, war Bergen.
1538
der dänische Statthalter Claus von Mervitz ersucht die dänische Kirchenleitung um Anerkennung der dänischen Kirchenordnung von Bugenhagen, was aber abgelehnt wird. Der Katholizismus war in Island stark verankert, das Luthertum fand nur langsam Anhänger. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Reformation in Island eng mit der Bestrebung Christians III. und seiner Regierung verbunden war, die politische Kontrolle über Island zu erreichen. Confessio Augustana wird zur Bekenntnisgrundlage der neuen Kirche
1542/43
Dackefehde größter Bauernaufstand in der nordischen Geschichte.
1542
Errichtung eigener Ehegerichte
1553
Verbot für Ausländer einer Ansiedlung in Dänemark und Norwegen, wenn sie ihre Religionszugehörigkeit nicht eindeutig erklären können.
1559
Tod Christian III.
1559-1588
1569
in einem königlichen Gesetz zur Regelung der Aufnahme von Ausländern wird die Augsburger Konfession zum ersten Mal in der staatlichen Gesetzgebung Dänemarks als verpflichtend erwähnt.
1607
Norwegen erhält eigene Kirchenordnung
Literaturhinweise
Asche, Matthias / Schindling, Anton (Hrsg.), Dänemark, Norwegen und Schweden im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung: Nordische Königreiche und Konfession 1500 bis 1660, Münster 2003.
Bieber, Anneliese, Johannes Bugenhagen zwischen Reform und Reformation, die Entwicklung seiner frühen Theologie anhand des Matthäuskommentars und der Passions- und Auferstehungsharmonie, Göttingen 1993.
Decot, Rolf (Hrsg.), Reformationsstudien. Beiträge zu Luther und zur dänischen Reformation, Mainz 1999.
Grane, Leif (Hrsg.), Die dänische Reformation vor ihrem internationalen Hintergrund, Göttingen 1990.
Grane, Leif Reformationsstudien. Beiträge zu Luther und zur dänischen Reformation, hg. von Rolf Decot, Mainz 1999, in: PERFORM 2 (2001), Nr. 4 [01.07.2001].
Grell, Ole Peter (Hrsg.), The scandinavian Reformation, from evangelical movement to institutionalisation of reform, Cambridge 2003, 2. Auflage.
Leder, Hans-Günter (Hrsg.), Johannes Bugenhagen, Gestalt und Wirkung. Beiträge zur Bugenhagenforschung aus Anlass des 500. Geburtstages des Doctor Pomeranus, Berlin 1984.
Lockhart, Paul Douglas, Frederik II. and the Protestant cause. Denmark in the Wars of Religion, 1559-1596, Leiden 2004.
Schwarz-Lausten, Martin, Die Reformation in Dänemark, Gütersloh 2002.
Wetzel Helga, Johannes Bugenhagen Pomeranus 1485-1558. Reformator Norddeutschlands und Dänemarks (Ausstellungskatalog), 1980.
Goll, Hoffmann
Erstellt: 18.05.2006
Zuletzt geändert: 13.06.2006


