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Zeitleiste: Die königliche Reformation in England
1521
Rezeption reformatorischen Ideengutes (Glossarlink England, Rezeption reformatorischen Ideengutes) Wittenberger Prägung in England beginnt; Kg Heinrich VIII. (1509-1547) bekennt sich in einer Schrift offen zur Papstkirche (defensor fidei)
1523
Thomas Morus Responsio ad Lutherum
1527
Aus dynastischen Erwägungen (Fehlen eines männlichen Erben) leitet Heinrich VIII. im August offiziell die Scheidung von seiner Frau Katharina v. Aragon, Tante Kaiser Karls V., ein.
1529
Papst Clemens VII. kommt in der Scheidungsangelegenheit des Königs zu keinem Ergebnis, deshalb veranlasst Heinrich durch parlamentarische Gesetzesbeschlüsse (Nov.: Eröffnung des Parlaments) die schrittweise Herauslösung der englischen Kirche aus der Jurisdiktion Roms; Vorgehen gg. Bfe;. Thomas Cromwell sein erster Minister, spielt dabei als Berater eine entscheidende Rolle.
1533
Thomas Cranmer wird zum Ebf von Canterbury bestellt. Der König beauftragt ihn mit der Schaffung eines geistlichen Gerichtshofes, um in Kirchenrechtsfragen (wie z.B. Scheidungsangelegenheiten) von Rom unabhängig zu sein; der Kg erwirkt einen Parlamentsbeschluss (Act in Restraint of Appeals), sodass gegen ein von diesem Gericht gefälltes Urteil nicht mehr nach Rom appelliert werden darf (Febr.-April). Dieses Gesetz schafft die rechtliche Autonomie von der päpstlichen Jurisdiktion und ebnet den Weg für seine Scheidung (Mai).
1534
endgültigen Lösung von Rom als sich der König durch das Parlament im Act of supremacy zum Oberhaupt der Kirche von England erklären lässt; Act of succession
1534-1539
Der König führt im Zuge der Kirchenverstaatlichung nach und nach die Aufhebung sämtlicher Klöster und anderer klerikaler Einrichtungen durch; die Umgestaltung der Glaubenslehre (1536 „Ten Articles“, Injunctions) und der –praktiken bleibt ebenso wie die Umgestaltung der Kirchenorganisation in ersten Ansätzen stecken.
1547
Heinrich VIII. stirbt (Jan.) und sein einziger Sohn Eduard VI. tritt die Nachfolge an. In seiner Regierungszeit setzt sich die Reformation durch.
1549
Martin Bucer, Straßburg Regius Professor in Cambridge; unter dem Einfluß kontinentaleurop. Immigranten intensiviert sich das Bemühen, Lehren und Riten der anglikanischen Kirche zu „protestantisieren“.
1549 und 1552
Edward Seymour, der die Regentschaft für den minderjährigen König ausübt, schafft mit den beiden Versionen des “Book of Common Prayer” die Grundlage für den Konfessionsbildungsprozeß der anglikanischen Kirche.
1553
Tod Eduard VI. (Juli) und seine Stiefschwester, Tochter Katharina v. Aragons, tritt als Kgin Maria die Herrschaft an; Widerruf der Religionsgesetzgebung der Zeit Eduards VI..
1554
Reginald Pole, Ebf v. Canterbury (bis 1557) - ERG
1555
Beginn der Protestantenverfolgung (ca. 300 Opfer, ca. 800 Emigrationen)
1558
Tod Kgin Marias (Nov.); Elisabeth I., Kgin von England (bis 1603).
1559
Im „Act of Supremacy und Act of Uniformity“ (Glossarlink Act of Supremacy, Act of Uniformity“ wird unter Mitwirkung des Parlaments (Jan.-April) der Status quo der eduardianischen Zeit wiederhergestellt.
1563
Um die religiöse Verunsicherung der vergangenen Jahre zu beseitigen werden die „39 Artikel"„ erlassen. Sie schaffen eine klare Formulierung der anglikanischen Lehre und bilden noch heute die Grundlage der Staatskirche.
Literatur
G. R. Evans, Die anglikanische Kirche. In: Johann-Adam-Möhler-Institut (Hg.), Kleine Konfessionskunde, Paderborn 1997, 2. Auflage, 139-149.
G.R. Evans / J. Robert Wright, The Anglican Tradition. A Handbook of Sources. Gateshead 1991, 2. Auflage.
G. Every, Die Geschichte der Kirche von England. In: Hans Heinrich Harms (Hg.), Die Kirche von England und die anglikanische Kirchengemeinschaft, Stuttgart 1966, 11-43.
M. Keller-Huschemenger, Die Lehre der Kirche im frühreformatorischen Anglikanismus. Gütersloh 1972.
E. Kreuzeder, Kleine Geschichte der Kirche von England. Brünn 2001.
J. Ridley, Heinrich VIII. Eine Biographie. Zürich 1990.
Brodtrager, Egger
Erstellt: 18.05.2006
Zuletzt geändert: 13.06.2006


