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Dynastische Verflechtungen am Beispiel des Hauses Wettin
Wiewohl sich in der angloamerikanischen Forschung der Begriff „dynastic state“ zur Bezeichnung der Eigenart frühneuzeitlicher Staatlichkeit seit längerem etablieren konnte (Richard Bonney, The european dynastic states, 1494-1660, Oxford 1991), fand der Faktor „Dynastie“ in der reformationsgeschichtlichen Forschung bislang nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit, wenn es um das Verständnis des reformatorischen Prozesses geht.
Der Stammbaum des Hauses Wettin soll beispielhaft veranschaulichen, in welch großem Ausmaß dynastische Verflechtungen für den Verlauf der Reformationsgeschichte (nicht nur) des Reiches ausschlaggebend waren. Während sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts innerdynastische Spannungen oftmals konfessionell aufluden, so – um nur einige prominente Beispiele zu nennen – bei den Wettinern, Wittelsbachern, Welfen und Hohenzollern -, wurde konfessionelle Homogenität zunehmend zum Signum der Dynastien. Die Ausnahme von dieser Regel ist – bei den angeführten Beispielen – das Haus Wittelsbach.
Die folgenden Stammbäume stellen alle mit dem Haus Wettin verschwägerten Familien, die sich zwischen 1517 und 1560 der Reformation zuwandten, fett dar. Innerhalb des Hauses erscheinen die Fürsten, die sich als erste der Dynastie der Reformation zuwandten, unterstrichen. Die Daten geben die Lebens- nicht die Regierungszeit an.
>> Stammbaum Haus Wettin - Ernestinische Linie (pdf)
>> Stammbaum Haus Wettin - Albertinische Linie (pdf)
Schwennicke, Detlev: Europäische Stammtafeln, Neue Folge Bd. I.1, Die fränkischen Könige und die Könige und Kaiser, Stammesherzoge, Kurfürsten, Markgrafen und Herzoge des HRRDN, Frankfurt a.M. 1998
Haug-Moritz, Kasper
Erstellt: 11.05.2006
Zuletzt geändert: 09.07.2007




